
Robin Hood: Die Geschichte hinter der Legende
Beschreibung der Episode
Robin Hood gehört zu den bekanntesten Sagengestalten Europas. Ob hinter dem Namen eine historische Person stand, ist bis heute ungeklärt.
Die frühesten erhaltenen Balladen zeigen einen Geächteten, der sich deutlich von späteren Darstellungen unterscheidet. Robin ist dort ein Yeoman und kein enteigneter Graf. Sein König heißt Edward. Maid Marian, Bruder Tuck und Richard Löwenherz spielen in dieser frühen Überlieferung noch keine Rolle.
Die Folge beginnt mit einer Nacherzählung zentraler Motive aus den ältesten Robin-Hood-Texten. Anschließend führt die Spur in das mittelalterliche Forstrecht, die Praxis der Ächtung und englische Gerichtsakten des 13. Jahrhunderts. Spätere Chronisten, Dorffeste, Theaterstücke, Romane und Filme veränderten die Figur immer weiter.
In dieser Folge geht es unter anderem um: • Robin Hood in den frühen mittelalterlichen Balladen • die „Gest of Robyn Hode“ • Little John, Much und Will Scarlet • den Sheriff von Nottingham und Guy of Gisborne • Barnsdale und den Sherwood Forest • königliches Forstrecht und die Ächtung von Gesetzlosen • Robert Hod und die Gerichtsakte von 1225/1226 • den Namen „Robehod“ in einer Akte aus dem Jahr 1262 • Robin-Hood-Reime in „Piers Plowman“ • Maid Marian und Bruder Tuck • die spätere Verbindung zu Richard Löwenherz • Robin Hood als Earl of Huntington • das vermeintliche Grab im ehemaligen Priorat von Kirklees • Walter Scotts „Ivanhoe“ • Robin Hood in Literatur, Film und Popkultur • die verschiedenen Forschungspositionen zu einem historischen Vorbild
Historische Einordnung: Eine bestimmte historische Person kann nach heutigem Forschungsstand nicht eindeutig als Robin Hood identifiziert werden. Mehrere reale Gesetzlose und Namensspuren wurden als mögliche Vorbilder diskutiert. Ebenso möglich ist, dass die Figur aus unterschiedlichen Personen, Erzählmotiven und Erfahrungen mit mittelalterlicher Rechtsprechung entstand.
Die Folge kennzeichnet, welche Inhalte aus Balladen und späteren Erzählungen stammen, welche Angaben durch historische Dokumente belegt sind und an welchen Stellen es sich um Forschungsthesen handelt.Inhaltswarnung:
Diese Folge enthält Schilderungen mittelalterlicher Gewalt. Thematisiert werden unter anderem Raub, Gefangenschaft, Enthauptung, die Tötung eines vermutlich sehr jungen Begleiters, die Verstümmelung eines Leichnams sowie ein tödlich endender Aderlass.Wenn euch diese Folge gefallen hat, folgt Chronik der Schatten gerne auf eurer Podcast-App und lasst eine Bewertung da. Damit helft ihr dem Podcast sehr und sorgt dafür, dass noch mehr Menschen die Geschichten hinter den Geschichten entdecken.
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Chronik der Schatten gibt es jetzt auch auf YouTube: https://youtube.com/@chronikderschattenpodcast?si=mg8Gh6OxOlf0EZgcMusik-, Stimm- und Produktionsrechte Gesprochener Text, Stimme, Skript, Bearbeitung und Produktion dieser Episode liegen – soweit nicht anders angegeben – bei mir.
Weitere verwendete Audioelemente, Sounds oder Medien stammen gegebenenfalls aus PowerDirector 365. Auch hierfür lag mir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die erforderliche Lizenz vor.
Alle Rechte an der konkreten Zusammenstellung, Bearbeitung und Einbindung in diese Episode liegen bei mir, soweit rechtlich zulässig und soweit nicht anders gekennzeichnet.
Hinweis zur Verwendung künstlicher Intelligenz
Das Titelbild sowie der Gesang und die musikalische Umsetzung der Titelmusik wurden mithilfe generativer künstlicher Intelligenz erstellt. Der Liedtext stammt vollständig von mir.
Die Musik dieser Folge wurde von mir selbst erstellt. Verwendete KI-gestützte Musik und musikalische Elemente wurden mit Suno erstellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag mir die entsprechende Nutzungslizenz vor. Mein Mikro findet ihr hier: https://amzlink.to/az0fmj3oRmgSCQUELLEN UND LITERATUR
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Quellen: • Gerichts- und Verwaltungsakten von Yorkshire, Einträge zu "Robert Hod" / "Hobbehod", 1226–1234 (The National Archives, London, Pipe Rolls). • Eintrag zu "William Robehod", Berkshire, 1261/62 (The National Archives; Erstpublikation durch David Crook, siehe unten). • William Langland: The Vision of Piers Plowman, B-Text (ca. 1377), Passus V (Erwähnung der "rymes of Robyn Hood"). • Andrew of Wyntoun: Orygynale Cronykil of Scotland (ca. 1420). • Walter Bower: Scotichronicon (Fortsetzung, ca. 1440–1447), Eintrag zum Jahr 1266. • Robin Hood and the Monk, Handschrift ca. 1450 (Cambridge University Library, MS Ff.5.48). • Robin Hood and the Potter, Handschrift ca. um 1500 (Cambridge University Library, MS Ee.4.35). • A Gest of Robyn Hode, frühe Drucke ca. 1495–1510 (u. a. Druck von Wynkyn de Worde). • Robin Hood and Guy of Gisborne, überliefert im Percy Folio Manuscript (17. Jh., British Library, Add MS 27879). • John Major: Historia Majoris Britanniae (Paris 1521), Buch IV (Datierung in die Zeit Richards I.). • Hugh Latimer: Sermons preached before King Edward VI (1549), Bericht über den "Robin Hood's Day". • Anthony Munday (mit Henry Chettle): The Downfall of Robert Earl of Huntington / The Death of Robert Earl of Huntington (London 1598/1601). • Martin Parker: A True Tale of Robin Hood (London 1632). • Joseph Ritson: Robin Hood: A Collection of All the Ancient Poems, Songs and Ballads, 2 Bde. (London 1795). • Walter Scott: Ivanhoe (Edinburgh 1819). • Howard Pyle: The Merry Adventures of Robin Hood (New York 1883).
Wissenschaftliche Literatur: • R. B. Dobson / J. Taylor: Rymes of Robyn Hood. An Introduction to the English Outlaw, London 1976 (Standard-Quellensammlung mit Kommentar). • J. C. Holt: Robin Hood, London 1982 (überarbeitete Auflagen 1989, 2011; Standardwerk zur historischen Einordnung, u. a. zu Robert Hod 1226 und zum Publikum der Balladen). • David Crook: Some Further Evidence Concerning the Dating of the Origins of the Legend of Robin Hood, in: English Historical Review 99 (1984), S. 530–534 (Erstveröffentlichung des "William Robehod"-Fundes von 1262). • David Crook: Robin Hood. Legend and Reality, Woodbridge 2020. • Stephen Knight: Robin Hood. A Complete Study of the English Outlaw, Oxford 1994; ders.: Robin Hood. A Mythic Biography, Ithaca 2003 (zur literarischen Entwicklung, Munday, Maispiele, Marian). • Stephen Knight / Thomas Ohlgren (Hg.): Robin Hood and Other Outlaw Tales, Kalamazoo 1997 (TEAMS-Edition der Balladentexte mit Einleitungen; online frei zugänglich über die University of Rochester, "The Robin Hood Project"). • A. J. Pollard: Imagining Robin Hood. The Late-Medieval Stories in Historical Context, London 2004. • J. R. Maddicott / Diskussionsbeiträge von R. H. Hilton, M. Keen u. a. in der Zeitschrift Past & Present (1958–1961) zur sozialen Deutung der Balladen. • David Baldwin: Robin Hood. The English Outlaw Unmasked, Stroud 2010 (zur Godberd-These). • Zum Forstrecht: Charter of the Forest (1217); einführend etwa die Überblicksdarstellungen bei Holt (1982) sowie die Editionen der Forest Charters. • Zum Grab von Kirklees: Diskussion und Befunde bei Dobson/Taylor (1976) und Knight (1994).
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