Jack the Ripper - Die Geschichte hinter dem Film "From Hell"
Chronik der Schatten - Hinter den Geschichten
04.10.2026
105 min
Beschreibung
Whitechapel 1888: Die fünf Frauen, die Ermittlungen und der Mythos hinter dem Film

Kooperation mit Streamkaffee:

Diese Folge entstand in Kooperation mit dem Film- und Serienpodcast @streamkaffee Mein Podcast rekonstruiert die historischen Ereignisse im London des Jahres 1888 und ich untersuche, wie daraus der Mythos um „Jack the Ripper“ entstand. Jörg und Marc von Streamkaffee betrachten den Film „From Hell“ aus dem Jahr 2001: seine Atmosphäre, die Inszenierung, die Schauspieler und die Frage, wie der Film heute wirkt.

Über diese Folge:

Zwischen dem 31. August und dem 9. November 1888 wurden im Osten Londons fünf Frauen getötet:

  • Mary Ann Nichols
  • Annie Chapman
  • Elizabeth Stride
  • Catherine Eddowes
  • Mary Jane Kelly

Ihre Fälle wurden später unter der Bezeichnung „kanonische Fünf“ zusammengefasst. Ein einzelner Täter für alle fünf Fälle ist bis heute nicht bewiesen.

Die Folge folgt den erhaltenen Akten und zeitgenössischen Berichten. Sie erzählt von den Lebenswegen der Frauen, den Ermittlungen der Metropolitan Police und der City of London Police, den sogenannten Ripper-Briefen, der Kreideschrift in der Goulston Street und den Männern, die im Laufe der Jahrzehnte als Verdächtige genannt wurden.

Weitere Themen sind die modernen Untersuchungen eines Catherine Eddowes zugeschriebenen Tuchs, die wissenschaftlichen Einwände gegen die daraus abgeleiteten DNA-Behauptungen und die Frage, weshalb der Fall bis heute immer neue vermeintliche Lösungen hervorbringt.

Im letzten Teil geht es um die Geschichte hinter „From Hell“: Stephen Knights Verschwörungserzählung, die Graphic Novel von Alan Moore und Eddie Campbell und die Verfilmung aus dem Jahr 2001 mit Johnny Depp.

Der Fall ist ungeklärt. Historische Personen werden ausschließlich als damalige oder später genannte Verdächtige beziehungsweise als Gegenstand bestimmter Theorien aufgeführt. Daraus folgt keine Feststellung ihrer Täterschaft.

Achtung Inhaltswarnung:

Diese Folge behandelt Tötungsdelikte, körperliche Verletzungen, Armut, Alkoholabhängigkeit, Antisemitismus, psychische Erkrankungen, historische Diskriminierung und die Unterbringung von Menschen in Arbeitshäusern und psychiatrischen Einrichtungen.

Die Gewalttaten werden sachlich benannt und nicht ausführlich ausgemalt.

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Transparenzhinweis zur Verwendung künstlicher Intelligenz:

Das Titellied, das Titelbild und die in dieser Folge verwendeten Sounds wurden mithilfe künstlicher Intelligenz generiert.

Stimmen- und Rechtehinweis: Recherche, Skript, Moderation, Aufnahme, Bearbeitung und Produktion dieser Episode stammen von mir.

Sämtliche Rechte an meiner Stimme und den Sprachaufnahmen dieser Folge liegen bei mir. Jede Nutzung, Bearbeitung, Verviältigung oder synthetische Nachbildung meiner Stimme bedarf meiner ausdrücklichen Zustimmung.

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Quellen und Literatur: Viele Unterlagen zu den Whitechapel-Morden sind bis heute erhalten geblieben, andere gingen im Laufe der Jahrzehnte verloren. Auch von den gerichtlichen Leichenschauen liegen nicht in jedem Fall die vollständigen amtlichen Protokolle vor. Einige Aussagen kennen wir deshalb aus zeitgenössischen Zeitungsberichten und später angefertigten Transkriptionen. Wo sich Angaben widersprechen oder nur mittelbar überliefert sind, spreche ich das in der Folge an.

Erhaltene Akten und zeitgenössische Berichte:

  • Metropolitan Police, Aktenbestand „Whitechapel Murders“, The National Archives, Kew, insbesondere MEPO 3/140, MEPO 3/141, MEPO 3/3153 sowie HO 144/220–221.

  • Zeitgenössische Berichte über die gerichtlichen Leichenschauen zu Mary Ann Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary Jane Kelly, vor allem aus The Daily Telegraph und The Times aus dem Jahr 1888. Für Mary Jane Kelly: The Daily Telegraph, 13. November 1888 – Inquest transcript.

  • Donald Swanson, Bericht über den Stand der Whitechapel-Ermittlungen an das Home Office, 19. Oktober 1888.

  • Thomas Bond, ärztlicher Bericht an Robert Anderson, 10. November 1888.

  • Thomas Arnold und Charles Warren, Berichte zur Kreideschrift in der Goulston Street, 6. November 1888.

  • Melville Macnaghten, Memorandum vom 23. Februar 1894. Die verschiedenen Fassungen sind hier als Transkriptionen zugänglich.

  • Melville L. Macnaghten: Days of My Years, London 1914.

  • John Littlechild, Brief an George R. Sims, 23. September 1913, veröffentlicht und eingeordnet unter anderem bei Stewart P. Evans und Keith Skinner.

  • Robert Anderson: The Lighter Side of My Official Life, London 1910.

  • Donald Swansons handschriftliche Randnotizen in seinem persönlichen Exemplar von Andersons Memoiren, öffentlich bekannt seit 1987.

  • Charles Booth: Life and Labour of the People in London sowie die Booth’schen Armutskarten, London 1889 ff. Online zugänglich über The National Archives und das LSE Booth Archive.

  • Zeitgenössische Ausgaben von The Times, The Star, The Illustrated Police News und East London Observer aus den Monaten August bis November 1888.

  • George Bernard Shaw: „Blood Money to Whitechapel“, Leserbrief in The Star, 24. September 1888.

  • City Press, 6. Oktober 1888, zur Belohnung der Corporation of London.

  • Hansard, Unterhaus, 13. November 1888, zur Annahme und öffentlichen Bekanntgabe von Charles Warrens Rücktritt.

  • The Times, 17. März 1903, zum Prozess gegen George Chapman wegen des Mordes an Maud Marsh.

  • Korrespondenz Königin Victorias mit Premierminister Lord Salisbury aus dem November 1888, abgedruckt unter anderem bei Stewart P. Evans und Keith Skinner.

  • Housing of the Working Classes Act 1890 und Public Health Acts Amendment Act 1890, jeweils in der ursprünglichen Fassung.

Bücher und Forschung:

  • Hallie Rubenhold: The Five. The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper, Doubleday, London 2019. Das Buch wurde 2019 mit dem Baillie Gifford Prize for Non-Fiction ausgezeichnet.

  • Drew Gray: „‘The Five’ by Hallie Rubenhold review“, History Today, Band 69, Heft 5, Mai 2019.

  • Philip Sugden: The Complete History of Jack the Ripper, London 1994/2002.

  • Paul Begg: Jack the Ripper. The Definitive History, London 2003.

  • Paul Begg, Martin Fido und Keith Skinner: The Complete Jack the Ripper A–Z, London 2010.

  • Donald Rumbelow: The Complete Jack the Ripper, London 1975/2004.

  • Stewart P. Evans und Keith Skinner: The Ultimate Jack the Ripper Sourcebook, London 2000.

  • Andrew Cook: Prince Eddy. The King Britain Never Had, 2006.

  • Matthew Sturgis: Walter Sickert: A Life, 2005.

  • Stephen Knight: Jack the Ripper. The Final Solution, London 1976. Das Buch zeigt, wie die später für „From Hell“ wichtige Verschwörungserzählung verbreitet wurde. Für ihren Wahrheitsgehalt liefert es keinen verlässlichen Beleg.

  • Andrea Nini: „An authorship analysis of the Jack the Ripper letters“, Digital Scholarship in the Humanities 33 (3), 2018, Seiten 621–636.

Woher die Verschwörungserzählung stammt:

  • BBC, Dokumentarreihe Jack the Ripper, 1973.

  • The Sunday Times, 18. Juni 1978, über Joseph Gormans damalige Bezeichnung seiner Geschichte als Schwindel. Seine späteren und erneut abweichenden Darstellungen werden unter anderem bei Donald Rumbelow sowie Stewart P. Evans und Keith Skinner eingeordnet.

Die Diskussion um das Tuch und die DNA:

From Hell: Comic und Film:

Erinnerung und öffentliche Wahrnehmung:

Wichtig für die Einordnung:

Der Fall wurde nie aufgeklärt. Die in der Folge genannten Männer tauchten in zeitgenössischen Ermittlungen, späteren Erinnerungen oder nachträglich entwickelten Theorien als Verdächtige auf. Ihre Nennung bedeutet keine Feststellung ihrer Täterschaft.

Einige Angaben wurden erst Jahre oder Jahrzehnte nach den Ereignissen niedergeschrieben. Andere widersprechen überprüfbaren Daten oder wurden von den ursprünglichen Erzählern später verändert. Diese Unterschiede werden in der Folge jeweils kenntlich gemacht.

Bei den neueren DNA-Behauptungen und den Arbeiten lebender Autorinnen, Autoren und Forschender beziehe ich mich auf ihre veröffentlichten Aussagen sowie auf die dazu erschienene fachliche Kritik.

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