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110- BTS Highlights: Thomas Schlereth (CEO Banzai Legacy Lab)11.10., 00:0011.10.2026, 00:0000:13:20
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Thomas Schlereth, dem Architekten und Gründer des Banzai Legacy Lab am Starnberger See, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Thomas erzählt, wie ihn die Leidenschaft für Autos schon als Kind packte, warum es sich lohnt, früh zu erkennen, wofür ein Kind wirklich brennt, und wie er über Umwege zur Architektur kam. Er spricht offen über eine seiner härtesten Lektionen, mit dem Modulbau war er viel zu früh dran und musste ein Unternehmen wieder schließen. Ein Amerikaner sagte ihm damals, man sei erst ein wirklich guter Unternehmer, wenn man einmal pleitegegangen ist. Er nimmt uns mit ins Berlin der Neunziger, als eine Stadt zusammenwuchs, zu seiner ersten Hotel-Skizze im Modulbau von 1997, die er erst 2016 in Garching verwirklichte, und zu dem, was für ihn in einer immer lauteren Welt bleibt, die ruhigen, präsenten Momente statt des ständigen Events. Und natürlich geht es um Banzai, das teuerste Skateboard seiner Kindheit, sowie um sein Lebensmotto aus dem Taoismus, Wu Wei, das Handeln durch Nichthandeln und das Vertrauen darauf, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Banzai Legacy Lab mit CEO Thomas Schlereth07.10., 00:0007.10.2026, 00:0001:20:54Wird gerade ausgewertet
Warum ein Architekt ein Hotel in zwölf Monaten baut, wieso Dinge eine Seele haben und was Handeln durch Nichthandeln mit einem guten Leben zu tun hat. Thomas Schlereth ist Architekt, 64, und ein Mensch, der Beruf und Berufung verschmolzen hat. Heute steht er hinter dem Banzai Legacy Lab am Starnberger See, einem Zuhause für Klassiker, Sport- und Sammlerautos, das weit mehr sein will als eine Garage. Max blickt mit ihm hinter die Kulissen eines Ortes, an dem sich Autoliebe, Design und echte Begegnung treffen. Am Anfang steht die Leidenschaft für Autos, die ihn schon als Vierjährigen packte, mit Matchbox-Autos, obwohl seine Eltern gar nicht autoaffin waren. Er fuhr mit acht Traktor, mit neun Motorrad. Studiert hat er dann Architektur, in Innsbruck und München, mit Diplom im Mauerfalljahr 1989. Er erzählt, wie er in Berlin und Dresden in die Bauträgerei stolperte, obwohl er Baustellen bis heute hasst, und wie er mit dem Modulbau viel zu früh dran war und ein Unternehmen wieder schließen musste. Ein Amerikaner sagte ihm damals, man sei erst ein wirklich guter Unternehmer, wenn man einmal pleitegegangen ist. Seine Idee vom Hotel aus vorgefertigten Modulen skizzierte er schon 1997, umgesetzt hat er sie erst 2016 mit dem Soulmade in Garching, in Holzmodulbauweise, 140 Zimmer in nur zwölf Monaten statt der üblichen zwei Jahre. Nicht in der Masse mitzuschwimmen, sondern anders und innovativ zu sein, ist sein Lebenskredo. In einer immer digitaleren Welt setzt er auf das, was bleibt, die echte Begegnung, das Handwerk und die Aufmerksamkeit, die für ihn das größte Gut ist. Dann geht es um Banzai. Als Kind bewunderte Thomas das teuerste Skateboard seiner Zeit, ein Aluminiumbrett für 299 Mark, das der Vater ihm nicht kaufte. Jahrzehnte später sicherte er sich die Markenrechte, legte das Board neu auf und verband die kultige Marke aus Kalifornien mit seiner zweiten großen Liebe, den Autos. Sport, Liebe und Design auf vier Rädern. Das Banzai Legacy Lab ist am Ende ein Hospitality-Konzept für Autos und ihre Menschen, mit bis zu 250 Stellplätzen, Werkstatt, Detailing und einem eigenen Foto- und Filmstudio. Für Thomas geht es dabei nie um den Preis, sondern um Geschichten. Er erzählt vom Film über eine Cobra, deren Rennfahrer-Witwe an ihrem alten Auto noch ihre Fingerabdrücke fand, und von der Frage, die den Kern ausmacht, können Dinge eine Seele haben. Zum Schluss teilt Thomas seine Lebensweisheiten. Das Leben lebt man vorwärts und versteht es rückwärts. Höre nur auf Menschen, die ein Leben führen, das du dir selbst wünschst. Und sein Motto aus dem Taoismus, Wu Wei, das Handeln durch Nichthandeln, das Vertrauen darauf, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- BTS Highlights: Alexia Genta (Gérald Genta Heritage)04.10., 00:0004.10.2026, 00:0000:13:09
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Alexia Genta, der Tochter des legendären Uhrendesigners Gérald Genta, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Die Folge ist auf Englisch. Alexia erzählt, wie sie einige Jahre nach dem Tod ihres Vaters ihre Mission fand, sein Erbe am Leben zu halten und ihn auch als Maler anerkennen zu lassen, seinen größten Traum. Der Wendepunkt kam während Corona, als alle nur über Royal Oak und Nautilus sprachen und ihr klar wurde, wie wenig die Welt über den Rest seines Werks weiß. Ihre nüchterne Erkenntnis, wenn sie es nicht tut, ist sie die letzte Generation, die es kann. Sie spricht über die starken Frauen der Familie, allen voran ihre Mutter Evelyne, die 1981 ein Unternehmen am Rande der Pleite übernahm und Stück für Stück gesund machte, damit ihr Mann frei schaffen konnte. Und über ihren Vater, der ihr riet, keine Hausaufgaben zu machen, ihr das Uhrendesign nicht beibringen konnte, weil Genies nicht lehren, ihr dafür aber das Wichtigste zeigte, das Beobachten. Zum Schluss geht es um die Wiederbelebung der Marke Gérald Genta und um die Frage, warum ihr Vater als Designer und bei den Komplikationen seiner Zeit immer voraus war. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- BTS Revival: Nicolas Lindner (CEO Annemarie Börlind)02.10., 00:0002.10.2026, 00:0001:00:15
Zur Feier des Podcast-Revivals holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Nicolas Lindner führt Annemarie Börlind in dritter Generation, gemeinsam mit seiner Schwester Alicia. Die Naturkosmetikmarke aus Calw im Schwarzwald gibt es seit 66 Jahren, gegründet nur vierzehn Jahre nach dem Krieg, als Naturkosmetik alles andere als hip war. Heute beschäftigt das Familienunternehmen rund 260 Menschen und ist komplett eigenfinanziert. Am Anfang steht seine Großmutter, die eigentlich Buchbinderin war und wegen eigener Hautprobleme begann, sich aus einem Kräuterbuch eigene Rezepturen zu mischen. Ihr Credo, was ich nicht essen kann, gebe ich nicht auf meine Haut. Lange wurde sie als Kräuterhexe belächelt, am Ende war sie die Grande Dame der Naturkosmetik. Nicolas hat sie, die mit 95 Jahren starb, noch selbst erlebt und mit ihr gearbeitet. Er erzählt, wie er über eine Ausbildung in der Kosmetik, ein Studium in München, eine Station im Private Equity und ein eigenes Startup mit bunten Plastikuhren am Ende doch den Weg zurück ins Familienunternehmen fand. 2013 stieg er ein, wurde ins kalte Wasser geworfen und übernahm schon 2015 die Marketingleitung, obwohl es gar nicht sein Fach war. Sein großes Projekt, der Relaunch der Marke, bei dem jede Verpackung, jede Schrift und jedes Bild neu gedacht wurde, modern, aber ohne die starke Historie über Bord zu werfen. Dann kam der Nachhaltigkeitstrend, und plötzlich wollten alle grün sein. Nicolas spricht offen darüber, wie aus der geschützten kleinen Naturkosmetik-Welt ein Haifischbecken wurde, warum ein Konzern nicht über Nacht Naturkosmetik werden kann und wie das Unternehmen mit seiner Mission 2025 selbst nachlegte. Er erzählt vom Wegbruch des China-Geschäfts während Corona, vom Aufbau eigener Niederlassungen in Shanghai und Philadelphia und davon, wie sein Vater ausgerechnet drei Monate vor dem Lockdown in Rente ging. Ein Höhepunkt ist die Geschichte hinter dem Testimonial Matthias Schweighöfer, der die Marke aus eigenem Antrieb feierte, per Direktnachricht gewonnen wurde und bei einem Rundgang im Schwarzwald so kreativ wurde, dass er den Werbespot gleich selbst vorspielte. Herausgekommen sind schwarze Augenpads, die zum Super Bowl in den USA starten sollen. Zum Schluss teilt Nicolas seine Motivation und seine Learnings. Verantwortungsvolles Unternehmertum statt reiner Gewinnmaximierung, das Unternehmen als Lehen, das man besser an die nächste Generation weitergibt, und die Erkenntnis aus den Krisen, dass man es nicht allein stemmen kann, sondern ein starkes Team braucht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Gérald Genta Heritage mit Alexia Genta 30.09., 00:0030.09.2026, 00:0001:03:45
Alexia Genta trägt einen der größten Namen der Uhrenwelt, den ihres Vaters Gérald Genta, des Designers hinter Royal Oak und Nautilus. Diese Folge ist auf Englisch. Lange wollte Alexia genau das nicht sein, nur die Tochter. Sie baute sich eine eigene Karriere fernab der Uhren auf, unter anderem bei Unilever und beim Luxushaus Valextra, aus Angst, als Nepo Baby zu gelten. Dann kam die Erkenntnis, dass Unabhängigkeit nicht heißt, sich vom Werk der Eltern zu lösen. Der Wendepunkt kam während Corona. Plötzlich sprach die ganze Welt über Royal Oak und Nautilus, die Preise explodierten, und Alexia wurde bewusst, wie wenig die Menschen über den Rest seines Werks wissen, den Ingenieur, den Polerouter, die Arbeiten für Cartier und Van Cleef und seine eigene Marke. Die beiden berühmten Uhren kratzen nur an der Oberfläche. Sie ließ alles stehen, begann zu forschen, öffnet bis heute Kisten, liest Korrespondenz mit Marken und Vorständen und sucht in Archiven nach unbekannten Entwürfen. Aus dem Erklären der Vielseitigkeit wurde das Erklären des Menschen, und das wurde ihr Warum. Ihre nüchterne Erkenntnis, wenn sie es nicht tut, ist sie die letzte Generation, die es kann, weil nur sie ihn noch persönlich kannte. Sie spricht über die starken Frauen in dieser Geschichte, allen voran ihre Mutter Evelyne, die 1981 mit dreißig in eine Fabrik am Rande der Pleite kam, sich alles selbst beibrachte und das Unternehmen Stück für Stück gesund machte, damit ihr Mann frei schaffen konnte. Und sie spricht über ihre eigene Rolle heute, die Geschichte wahrhaftig zu halten in einer Zeit, in der sich mit Geld und PR fast jede Erzählung biegen lässt. Ihr Kompass, ruhig bleiben, immer weiter recherchieren, das Laute ausblenden und mit den Menschen sprechen, denen es wirklich um die Sache geht. Ihr Antrieb ist am Ende ganz einfach und ehrlich. Sie will ihren Eltern etwas zurückgeben. Von manchen als wenig ehrgeizig empfunden, für sie aber der stärkste Motor überhaupt. Der beste Rat, den ihr Vater ihr mitgab, blende alles um dich herum aus und vertraue dem, was du tust, und geh nie einen Kompromiss bei der Qualität ein. Eine Folge über Vermächtnis, über die Kraft, an sich selbst zu glauben, und über eine Tochter, die dem Genie ihres Vaters die Anerkennung gibt, die ihm zu Lebzeiten oft verwehrt blieb. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- BTS Highlights: Oliver Heilmer (VP Design BMW)27.09., 00:0027.09.2026, 00:0000:12:52
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Oliver Heilmer, dem BMW-Chefdesigner, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Heilmer erzählt, warum er nach acht Jahren als Mini-Chefdesigner zurück zu BMW und zur neuen Klasse ging, ohne eine Sekunde zu zögern, und wie sich für ihn der Kreis schloss, als er plötzlich wieder an Produkten arbeitete, die er selbst in der frühen Phase begonnen hatte. Er spricht über Timing und Bauchgefühl, über die Frage, ob unser Leben geskriptet ist oder Zufall, und über seine Überzeugung, dass man wagen muss, weil der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben. Er nimmt uns mit zurück in die Kindheit, zu den Landmaschinen, an denen er nicht die Geschwindigkeit liebte, sondern die Details, das von der Erde polierte Metall und den Übergang zum alten Lack, und wie daraus die Faszination fürs Zeichnen wurde. Und er erklärt, warum ein Designer nicht am Zeichenbrett am stolzesten ist, sondern wenn er sein fertiges Auto endlich in der realen Welt fahren sieht. Zum Schluss geht es um künstliche Intelligenz, um Präzision, um die Frage, wem die Daten gehören, und darum, wie KI das Erzählen ganzer Lebenswelten verändert. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind BMW mit VP Design Oliver Heilmer23.09., 00:0023.09.2026, 00:0000:59:27
Warum die höchste Auszeichnung für einen Designer nicht das Zeichenbrett ist und wie ein Dreier auf dem Bauernhof alles auslöste. Oliver Heilmer ist seit Dezember 2024 in einer neuen Rolle bei BMW und gestaltet die Designzukunft der Marke mit. Für ihn war es ein Homecoming, nach acht Jahren als Chefdesigner von Mini, davor Designworks in Los Angeles und sechzehn Jahren BMW. Design ist für ihn Berufung, und Fahrzeuge faszinieren ihn, seit er denken kann. Am Anfang steht ein Bild, das sich bei ihm eingebrannt hat. Der Bauernhof seiner Großeltern in der Nähe von München, in dessen Hof irgendwann der Dreier seines Onkels stand. Er war vielleicht acht. Stundenlang saß er in diesem Auto, das er nicht fahren durfte, drückte jeden Knopf, bewegte die Scheibenwischer. Fahren durfte er dagegen die Landmaschinen, die er wie Monster fand, und schon damals achtete er auf die Details, auf das von der Erde polierte Metall, auf den Übergang zum alten Lack. Aus dieser Faszination fürs Bewegen und Beobachten wurde die Faszination fürs Zeichnen. Erst Landmaschinen, dann Dragster, irgendwann sein eigenes Auto mit Logo, Silhouette und Package. Der Weg zu BMW begann mit einem Professor in Pforzheim, Gerd Friedrich, und seinen verdammt coolen Autos. Über ein Praktikum kam Heilmer hinein und fühlte sich schnell zu Hause, schon als Praktikant durfte er an Serienprojekten mitarbeiten. Seine Diplomarbeit widmete sich sogar Booten, weil BMW früher einmal Boote baute. Was ihn bis heute hält, ist die Vielfalt, die Design innerhalb einer einzigen Marke haben kann, von der Serie bis zu Themen, die erst in sieben Jahren auf die Straße kommen. Ehrlich spricht er über Timing und Bauchgefühl. Bei allen drei großen Wechseln, zu Designworks, zu Mini und zurück zu BMW, hat er keine Sekunde überlegt. Er ist ein Kopfmensch, der die meiste Zeit in der Zukunft denkt, aber am Ende immer aus dem Bauch entscheidet. Sein Leitgedanke, man muss wagen, denn der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben. Das vielleicht überraschendste Geständnis der Folge, Heilmer zeichnet kein einziges Auto mehr, seit rund zehn Jahren nicht mehr richtig. Er vergleicht es mit dem Spitzensport, irgendwann trifft man mit den eigenen Werkzeugen nicht mehr den Zeitgeist, und die jungen Talente im Team faszinieren ihn. Seine Rolle heute ist für ihn nicht Politik, sondern Sinnstiftung, oft über bewusst naive Fragen. Und die höchste Auszeichnung ist für ihn ohnehin nicht das inszenierte Zeichenbrett, sondern ein fertiges Auto, das sich in der realen Welt bewegt. Dann geht es um gutes Design, über eine simple Reisekaffeemaschine, über Uhren mit Handaufzug und das Ritual dahinter, über Knöpfe gegen Touchscreen und über künstliche Intelligenz, Präzision und die Frage, wem eigentlich die Daten gehören. Sein bester Rat kam einst von einem Designer, der im Praktikum hinter ihm saß, just do what you feel. Und sein Antrieb ist so stark, dass er für dieses Gespräch sogar direkt aus dem Krankenhaus kam. Das, sagt er, ist sein Motor. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- BTS Highlights: Franziska Gregor (Co-Founderin Serviceplan Culture)20.09., 00:0020.09.2026, 00:0000:12:09
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Franziska Gregor von Serviceplan Culture, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Franziska verrät, woran ihr Team erkennt, was wirklich ein Trend ist und was nur ein Hype, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus. Sie erklärt, warum Snapchat für eine jüngere Zielgruppe wieder an Relevanz gewinnt und warum künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt. Ihr Kernsatz, Vertrauen ist die große Währung der Zukunft, und die entsteht durch Community und Culture. Dann geht es um die Gamescom und um echte Community-Arbeit statt gekaufter Aufmerksamkeit. Die entscheidende Frage lautet immer, was kann eine Marke der Community bringen, bevor sie überhaupt einen Stand mietet. Franziska erzählt von ihrem eigenen Highlight, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Berliner Manga-Schule komplett neu erdacht hat, von einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture, bei der Zuhören wichtiger war als Senden, und von Marken wie Essence, die den offiziellen Cosplay-Wettbewerb unterstützt haben. Und sie erzählt, warum die Gamescom-Community so besonders ist, tolerant, wertschätzend, barrierefrei und wunderbar divers. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- BTS Revival: Nic Lecloux (CMO True Fruits)18.09., 00:0018.09.2026, 00:0001:07:20
Warum Gründen das letzte legale Abenteuer ist und wie aus einem Saftladen eine Kultmarke wurde. Zur Feier von fast zwanzig Jahren True Fruits und dem Revival des Podcasts holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Nic Lecloux ist einer der drei Gründer und der Marketing-Chef von True Fruits, der Marke mit den frechsten Sprüchen Deutschlands. 2006 hat er das Unternehmen mit Inga und Marco gegründet, heute ist der kleine Saftladen mit rund vierzig Leuten Marktführer bei Smoothies. Die beiden anderen, sagt Nic augenzwinkernd, hätten in den ersten Jahren seinen intellektuellen Rollstuhl geschoben. Er erzählt, wie alles begann. Marco und Inga entdeckten die Smoothies in einem Auslandssemester im schottischen Aberdeen, wo Innocent längst ein Riesengeschäft war, und kamen mit dem Größenwahn zurück, das auch in Deutschland zu wagen. Nic, gebürtiger Troisdorfer, kam über ein Praxisprojekt an der kleinen Fachhochschule bei Bonn dazu. Gründen war damals alles andere als sexy, Ingas Mutter fragte nur, warum sie dafür studiert habe. Die Anfänge waren ein einziges Sich-Durchfragen. Ein Chemiker im Team konnte eine Kläranlage bauen, aber keinen Fruchtsaft abfüllen. Also googelten sie nach einem Fruchtsaftguru und landeten bei einem Professor in Trier, der erst lachte und dann half. Der erste Prototyp war viel zu dickflüssig, die erste Abfüllung eine Katastrophe, und ein Professor prophezeite, ihr Preis von zweifünfzig für 250 Milliliter werde nie funktionieren. Doch sie wollten kein billiges Saftgetränk sein, sondern eine Marke. Dazu gehörte eine eigene Flasche, und der Hersteller machte sie nur unter einer Bedingung, einer Tagesproduktion von bis zu über einer Million Stück. Als mittellose Studenten zogen sie es trotzdem durch, finanziert über einen Businessplan-Wettbewerb, Gründerkredite und zwei Investoren aus Bonn. Sein erstes Gehalt verdiente Nic nebenbei als Doormanager bei der Telekom. Weil die Flasche erst im November kam und plötzlich eine Million Flaschen im Lager standen, mussten sie den klassischen Weg über die Gastronomie fallen lassen und direkt in den Handel gehen. Der Durchbruch kam ausgerechnet über die Tankstelle, über eine Listung bei Lekkerland und Aral, inspiriert vom Vorbild Red Bull. Zum Schluss teilt Nic seine wichtigsten Learnings. Immer fragen, wenn man keine Ahnung hat, aber der eigenen Vision treu bleiben. Sich auf die Lösung konzentrieren statt auf das Problem. Sich auf das Schlimmste vorbereiten und auf das Beste hoffen. Und einer seiner schönsten Sätze, gründen ist das letzte legale Abenteuer. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Serviceplan Culture mit Co-Founderin Franziska Gregor16.09., 00:0016.09.2026, 00:0000:56:57
Franziska Gregor ist zum zweiten Mal zu Gast, diesmal aus der Ferne. Sie hat sich, wie sie selbst sagt, zu einem kulturellen Schweizer Taschenmesser entwickelt. Angefangen hat sie klassisch in der Werbung als Beraterin, das ist über zwanzig Jahre her. Sie kommt aus einer hart arbeitenden Familie, war die Erste, die studiert hat, und hätte am liebsten Kunst studiert, was damals nicht möglich war. Also wurde es Medienmanagement, viele Agenturen, Zeit in den USA und in Südkorea, dann TikTok, wo sie das Creative-Partnerships-Team leitete, und schließlich Serviceplan, wo sie mit Nico und Sven Serviceplan Culture gründete. Heute, nach fast tausend Tagen, dreht sich alles um Innovation, Partnerships und die neuesten Plattformen und Trends. Im Kern geht es um Culture, das ehrliche Erzählen von Geschichten aus kulturellen Communities, ohne sie zu kommerzialisieren oder zu verwässern. Franziska beschreibt ihre Rolle wie einen Selector an der Clubtür. Eine Marke kann sich mit noch so viel Geld nicht einfach in eine Community einkaufen, es braucht jemanden, der den echten Fit herstellt. Woran man erkennt, was wirklich relevant ist und was nur ein Trend, macht sie an drei Dingen fest, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus. Sie nimmt Max mit durch die spannendsten Märkte, Japan mit seiner Präzision, Südkorea, die Ukraine als Impulsgeber für Mode, China mit echter Designkompetenz. Alles erneuert sich etwa alle drei Jahre, beschleunigt durch Social Media, wo On- und Offline längst verschmelzen. Ihr Lieblingsbeispiel ist BookTok, das gedruckte Buch im Regal, die Community im Netz. Ein großes Thema ist die Verschiebung der Plattformen. Weil jüngere Menschen die klassischen Kanäle verlassen und künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt, ziehen sich viele in kleinere Kreise zurück. Genau deshalb, sagt Franziska, wird Vertrauen zur eigentlichen Währung der Zukunft, geprägt durch Community und Culture. Sie glaubt an Snapchat als unterschätzte Plattform und daran, dass Marken auf YouTube noch längst nicht am Limit sind. Dann geht es um die Gamescom, die größte Gaming-Messe der Welt mit fast 370.000 Menschen, und um die Frage, warum Gaming alles andere als Nische ist. Gaming ist ein ganzes Ökosystem, von Collectibles über Cosplay bis zu Twitch. Franziska erzählt, wie Marken wie eBay, Essence oder L'Oréal dort wirklich in die Community investiert haben, statt nur ein Logo aufzukleben. Und warum Menschen anderen beim Spielen zuschauen, erklärt sie mit einem schönen Vergleich, den sie von Felix Schütz mitgebracht hat, so wie man Fußball schaut, ohne selbst zu spielen. Besonders am Herzen liegt ihr die Vielfalt dieser Welt. Die Gamescom erlebt sie als tolerant, wertschätzend und divers, auch wenn der Gegenwind gegen Streamerinnen und Gamerinnen zuletzt größer geworden ist. Sie erzählt von ihren eigenen Highlights, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Manga-Schule komplett neu erdacht hat, und einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture in Deutschland und Frankreich. Am Ende teilt sie ihr größtes Learning. Unsere Branche braucht mehr Vielfalt, auch der Lebenswege, und mehr unbequeme Menschen mit Persönlichkeit. Nicht jeder kann alles, und das ist gut so. Wie bei einem guten Gericht braucht es unterschiedliche Zutaten. Oder, wie Max es mit einem Satz von Ana Roš zusammenfasst, what grows together, goes together. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Rolls Royce mit Director of Design Domagoj Dukec29.07., 00:0029.07.2026, 00:0001:10:32
Wie aus dem Jungen, der Chefdesigner bei BMW ins Poesiealbum schrieb, der Director of Design von Rolls-Royce wurde, warum man sich jeden Titel erarbeiten muss und warum Menschlichkeit der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz ist. Domagoj Dukec ist zum dritten Mal zu Gast, eine Ehre, die Max sonst nur Tim Raue und Jan Hartwig zuteilwerden ließ. Heute in einer neuen Rolle. Dukec ist Director of Design bei Rolls-Royce, und das Besondere daran ist, dass der Chefdesigner hier Teil des Vorstands ist, mit einer Siebtelstimme an jedem Dienstag. Design bekommt ein Gewicht, das es in der Industrie sonst selten hat. Rolls-Royce baut rund sechstausend Autos im Jahr, BMW verkauft zweieinhalb Millionen. Dukec versteht die Marke deshalb gar nicht als Autohersteller, sondern als House of Luxury, näher an Patek Philippe als an einem Fließband. Und genau diese Nähe zu ganz wenigen Kunden ist es, die ihn heute reizt. Dann geht es zurück an den Anfang. Schon mit dreizehn wusste er, dass er Autodesigner werden will. In sein Poesiealbum schrieb er Chefdesigner bei BMW, so wie andere Astronaut schreiben. Ein frühes Angebot von BMW lehnte er ab, aus Angst, sich den Traum zu früh zu verbrennen. Stattdessen ging er nach Spanien und dann zehn Jahre nach Paris, zu Citroën, wo er Exterieurchef wurde. Beworben hat er sich nie, weder dort noch bei BMW. Sichtbarkeit und ein Netzwerk aus Designers Nights führten ihn irgendwann zu Adrian van Hooydonk, mit dem er sich fand. Als er endlich zu BMW kam, war es erst einmal ein Kulturschock, vom Designstudio am Meer in das nüchterne Forschungszentrum. BMW, sagt er, ist wie eine sehr anständige Familie, bodenständig, ordentlich, wo man sich jeden Titel erst erarbeiten muss. Das war für ihn kein Makel, sondern Sicherheit, gerade als frischgebackener Familienvater. Er wurde, was er sich als Kind vorgenommen hatte, Chefdesigner von BMW, und führte mit der Neuen Klasse den größten Umbruch der Marke an. Kein reines Designthema, sondern ein Haltungsthema, bei dem Milliarden bewegt werden, ohne dass sich irgendetwas empirisch beweisen lässt, nur mit Überzeugung. Mit der Neuen Klasse war für ihn das Kapitel abgeschlossen. Und dann kommt der ehrlichste Teil. Mit fünfzig, nach fünfundzwanzig Jahren im Design, hatte er sein Lebensziel erreicht und stellte fest, dass am Ziel keine Glückseligkeit wartet, sondern eher Erschöpfung. Wo ist noch Wachstum, wo die Herausforderung, wo die Schmetterlinge im Bauch. Er dachte sogar darüber nach, die Autobranche ganz zu verlassen und ein Restaurant zu eröffnen. Am Ende wurde es Rolls-Royce, die Marke, die er insgeheim immer am liebsten gemacht hätte. Dazwischen erzählt er von den großen Nieren, für die er bekannt ist und die er gar nicht als sein Verdienst versteht, vom Missverständnis, er wolle polarisieren, obwohl er das Klare und Zeitlose liebt, und von der Frage, was gutes Design überhaupt ausmacht. Seine Antwort, der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Design ist nicht mathematisch, sondern immer Kontext, Marke und Zeitgeist. Und er ist nicht Chefdesigner, weil er den besten Geschmack hätte, sondern weil er den richtigen Menschen zuhört und die richtigen Zutaten zusammenbringt. Am Ende landen die beiden bei dem, was Rolls-Royce für Dukec ausmacht und was ihn mit Max verbindet. Menschlichkeit. Die Handwerkskunst, die man spürt, die Wärme, die Hände hinterlassen haben. Vielleicht ist genau das der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz. Ein vierter Teil, dann nur über Rolls-Royce, ist schon versprochen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Rügenwalder Mühle mit CMO Steffen Zeller22.07., 00:0022.07.2026, 00:0001:04:11
Warum eine Marke einen Standpunkt braucht, Fehler dazugehören, Kopf und Bauch zusammengehören und es am besten schmeckt, wenn es allen schmeckt Steffen Zeller ist seit viereinhalb Jahren CMO der Rügenwalder Mühle, einer 192 Jahre alten Marke, die fast jeder in Deutschland kennt. Gebürtiger Ulmer, im Kindergartenalter nach Günzburg gezogen, mit langen blonden Haaren und einem Dialekt, den keiner verstand. Erste Generation seiner Familie, die studieren durfte, die Eltern haben sich alles abgespart. Sein Weg ins Marketing war ein Umweg. Acht Wochen Physik, dann gemerkt, das ist es nicht. BWL international, Praktika von Investmentbanking bis VW, einfach ausprobieren, was Spaß macht. Über einen L'Oréal-Wettbewerb und eine Diplomarbeit kam die Erkenntnis, dass Marken seine Leidenschaft sind. Er wollte zu großen Marken. Bei Kraft Foods fing er im Vertrieb an, betreute die Rewe, arbeitete sich hoch bis in die Datenwelt. Der Sprung ins Marketing war schwer, eine Fürsprecherin, Uschi Wagener, machte ihn möglich. Später baute er bei Iglo die Veggie-Marke mit auf und pendelte nach London. Als in der Corona-Zeit sein Pendlervertrag auslief und zwei Angebote auf dem Tisch lagen, entschied er sich für die Mühle, aus dem Wunsch, zurück in den Mittelstand zu gehen. Einen Fünf-Jahres-Plan hatte er nie. Er macht das, was sich gut anfühlt, und bringt Kopf und Bauch zusammen, seine Mathe-Physik-Seite und sein Gefühl. Selbstständigkeit schließt er nicht aus, never say never. Dann geht es um die eigentliche Geschichte, wie man eine Wurstmarke vegan macht, ohne die Wurzeln zu verraten. 2014 kamen die ersten pflanzlichen Produkte, gleicher Produktionsprozess, nur mit Pflanzen. Mit Corona und Fridays for Future kam der große Schub. Als Mittelständler steckt die Mühle in einer Sandwich-Position, zwischen den ganz Großen mit ihrer Skalierung und den lauten, schnellen Startups. Zellers Antwort ist das Beste aus allen Welten, die Fehlerkultur der Startups und die Tradition der eigenen Marke. Bewusst undogmatisch heißt alles Rügenwalder Mühle, Fleisch wie vegan, kein erhobener Zeigefinger. Am besten schmeckt es, wenn es allen schmeckt. Alle an einen Tisch, selbstbewusst über alles sprechen, kompromisslose Produktqualität. Nur so wird Marketing glaubwürdig. Eine Marke muss einen Standpunkt haben, sonst ist sie nur gefällig, und wer allen gefällt, gefällt am Ende niemandem. Die Hater und die Videos über den angeblichen Untergang blendet er aus, ein alter Chef sagte ihm einmal, reframe das im Kopf, man kann immer besser werden. Über Fehler spricht Steffen offen. Sein größter kam früh. Er wollte die Kraft-Dressings unter Miracle Whip premiumisieren, sauber durchgerechnet, auf dem Papier perfekt. Seine Mutter sagte, Mayonnaise im grünen Salat funktioniert nie. Sie hatte recht, das Segment fuhr gegen die Wand. Sein Learning, theoretisches Marketing, das wie eine mathematische Gleichung gebaut ist, ist gefährlich. Kopf und Bauch müssen zusammenkommen. In seinem Team lebt er Fehlerkultur über Mut, Neugier und Ownership, sogar Fuck-up-Sessions, in denen jeder erzählt. Nur denselben Fehler zweimal machen, das darf nicht passieren. Er erzählt von der Feierabend-Kampagne, die einen alten Claim aus den Neunzigern neu belebt und bei System One herausragend getestet hat, vom Wurstpromoter-Stunt, vom Mühlenretreat für die Gen Z und von Paul Ripke, der sich die Mühle auf einen Zahn gravieren ließ und ein Jahr lang damit herumlief. Glaubwürdigkeit, sagt Steffen, kann man sich nicht kaufen. Zum Schluss der beste Ratschlag seines Lebens, von Irene Rosenfeld und von Uschi Wagener. Marketing braucht vor allem gesunden Menschenverstand und ein Gefühl für Menschen, der Rest kommt von allein. Und seine Motivation ist einfach, das zu tun, was Energie gibt, und das zu lassen, was Energie zieht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Max Richard Leßmann01.06., 00:0001.06.2026, 00:0001:20:41
Max Richard Leßmann arbeitet mit Worten. Mit 14 gründete er eine Band, davor schrieb er schon Gedichte. Über die Musik kam er mit Künstlern verschiedener Genres in Kontakt. Seit fast neun Jahren postet er jeden Tag ein Gedicht auf Instagram. Heute hat er knapp 180.000 Follower, einen Spiegel-Bestseller und einen Roman geschrieben, "Sylter Welle", eine Liebeserklärung an seine Großeltern. Sein erstes einschneidendes Kunsterlebnis: mit etwa zehn hörte er Falcos "Genie" im Radio und war so aufgewühlt, dass er die Polizei anrufen wollte. Da merkte er, was Kunst in einem auslösen kann. Als Kind mit ADHS hat er sich oft verloren gefühlt, ist angeeckt, hatte das Gefühl, im System Schule nicht zu funktionieren. Aber in der Musik, im Theater, in der Literatur war auf einmal etwas, das er konnte. Die ersten drei Jahre hat seine tägliche Gedicht-Routine kaum jemanden interessiert. Er hat in den luftleeren Raum geschrieben. Dann wurde es geteilt, eine Community entstand. Warum er weitermachte, obwohl es niemanden interessierte? Er würde keine Videos machen, die niemand guckt. Aber er würde jeden Tag schreiben, auch wenn es niemand liest. Das ist seine natürlichste Ausdrucksform. Oft nimmt er sich gar nichts vor, die Worte setzen sich in ihm zusammen, fließen aus dem Stift, und er ist selbst überrascht. Mit 16 oder 17 traf er Casper nach einem Konzert in Flensburg, vor 120 Leuten, noch vor dem XOXO-Album. Casper sagte ihm: diesen Text hätte ich gerne selber geschrieben. Dieser Moment hat ihn über Jahre getragen, durch tiefe Täler gebracht, weil da ein Mensch war der ihn verstand. Später durfte er an einem XOXO-Refrain mitarbeiten, der wurde aber nicht genommen. Wieder das Gefühl: nicht gut genug. Aber Caspers Wertschätzung war so groß, dass er ihn an Prinz Pi weiterempfahl. Aus dem Niederschlag wurde ein Umweg. So kam er zum Album Kompass ohne Norden, später zum Hinterland-Song La Rue Morgue, zur Arbeit mit Clueso. Die Arbeit mit Casper war immer das Schwierigste. Einmal saß er mit Casper, Drangsal, Arzumjot und Olsen zwei Stunden lang an einer einzigen Zeile. Leichtigkeit ist für ihn, auch wegen seiner psychischen Geschichte, oft ein schwer erreichbarer Zustand. In der Kunst aber entstehen die besten Sachen genau dann, wenn man leicht ist und Spaß hat. Mit Clueso schreit er sich vor Freude an. Sein Schreiben ist Befreiung. Er sitzt in einem fensterlosen Raum und schafft sich Türen und Fenster durch Worte. Mit Stift und Papier kommt er aus der Depression, aus den dunklen Gedanken. Seine höchste Form: in einfachen, klaren, knappen Worten komplexe Gefühle zu kondensieren, sodass jemand denkt, genau so versuche ich es schon immer zu erklären. An Schreibblockaden glaubt er nicht. Das Gefühl, dass nichts rauskommt, hat mit Erwartungen, Ängsten und Bewertungen zu tun, nicht mit der Sache selbst. Solange man Gedanken hat, kann man schreiben. Die rosa Balaclava trägt er das ganze Jahr, auch im Sommer. Eine Art Rückzugsort mit Fenstern nach draußen, eine 365-Tage-Umarmung. Sein bester Ratschlag kam von Herbert Grönemeyer. Es ging ihm an dem Tag nicht gut, er fühlte sich wie vorm Tor mit einem Krampf im Bein. Grönemeyer sagte: ändere nicht dein Rezept. Der größte Fehler erfolgreicher Leute sei zu denken, jetzt müsse man besonders clever sein. Bleib bei dem, wie du es immer gemacht hast, das hat dich hierher gebracht. Der schlechteste Ratschlag, den er oft bekam: das ist kein Beruf, davon kann man nicht leben. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind The Fritten mit Co-Gründerin Leonie Schüssler25.05., 00:0025.05.2026, 00:0001:08:06
Leonie Schüssler, Co-Gründerin von The Fritten, einer Kreativberatung die seit November am Markt ist. Vorher Strategiechefin Ogilvy Deutschland-Österreich. Davor Cosnova und Henkel. Sie hatte nie ein klassisches Karriereziel. Mit 26 rutschte sie bei Zoeva, einem Kosmetik-Startup, in eine Führungsrolle, weil eine Bloggerin ihre Pinsel in einem YouTube-Video benutzte und das Startup über Nacht explodierte. Sie musste Führung von heute auf morgen lernen. Was ihr half: sie war mal Türsteherin, da hat sie Menschenkenntnis gelernt. Ihr Leitsatz: wenn der Job mich zum Arschloch macht, ist es nicht mein Job. Vor 15 Jahren wurden Emotionen und Empathie im Business noch nicht groß geschrieben. Sie ist ein sehr emotionaler, empathischer Mensch, ist damit angeeckt, hat es aber beibehalten. Vor zwei Jahren sagte jemand zu ihr: Leonie, du bist total bei dir. Das bei sich bleiben war ein harter Weg. Aber da lag der größte Hebel. Führungskräfte-Einsamkeit ist real. Du musst funktionieren, kannst dich nicht mit deinem Team über Sorgen austauschen. Sie hatte eine Phase wo sie nicht mehr ganz bei sich war, dadurch konnte sie nicht mehr gut führen. Vor zwei Jahren war sie in einer Negativspirale im Job. Sie hat sich eine Übung auferlegt: jeden Tag einer random Person ein random Kompliment machen. Klingt banal, verändert aber was. Du suchst plötzlich nur noch nach positiven Dingen. Das hat ihren Blick wieder aufs Positive gelenkt. Bei Henkel musste sie feststellen: nicht ihre Welt. Heimweh. Sie war in Düsseldorf, als die Krebsdiagnose eines engen Freundes kam. Zwei Wochen später ist ihr Großvater gestorben. Sie dachte: das ist es mir nicht wert. Dann kam Ogilvy. Das Nachhausekommen. Sie kannten sie noch als Azubi, die kleine Leo kommt wieder, plötzlich ist sie deren Vorgesetzte. Fünf Jahre dort. Irgendwann kam sie an ihre Grenzen durch KI und Effizienzdruck, wollte sich nicht verbiegen. Sie hat sich ein Jahr Zeit genommen. Ihr ehemaliges Team hat ihr Love Letters geschrieben, berührende Nachrichten. Sie musste erst mal lernen, sich selbst so zu sehen. Aber dann hat sie gelernt: Leichtigkeit und Positives im Business-Kontext ist eine totale Stärke. Wenn du Veränderung liebst, merkst du: da liegt ein riesengroßer Hebel drin. So kam die Business-Idee The Fritten. November 2024, Trump-Wiederwahl, Ampelbruch, Rechtsruck. Sie hat sich gefragt: was trage ich eigentlich dazu bei dass es besser wird? Sie hat Gespräche mit UnternehmerInnen geführt. Was rauskam: große Angst vor Veränderungen, Negativspirale, Stillstand. New Normal gibt es nicht mehr. Daraus ist entstanden: wir müssen UnternehmerInnen an die Hand nehmen, Chancen aufzeigen. Kreativität ist der Business-Skill unserer Zeit. Sie sehen wirtschaftliche Stabilität als riesengroßen Faktor für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihre JFK-Analogie: als die USA total zerrüttet waren, sagte er: wir fliegen auf den Mond. Er hat eine Vision in die Köpfe gepflanzt. Uns fehlt gerade das Wofür. The Fritten hat sie mit Sia und Nils, den sie noch aus Türsteher-Zeiten kennt, gegründet. Sie ist der Kleber. Ihre Kreativberatung liegt zwischen Agentur und Unternehmensberatung. Für sie ist die Big Idea eine Wachstumsidee. Warum The Fritten? Schwimmbad-Pommes waren ein unbeschwerter Moment. Aber Sia sagte: eigentlich spannender ist, dass unter der Schale der Kartoffel viele Potenziale liegen. Irgendwann kam jemand durch Kreativität auf die Idee, aus der Kartoffel Fritten zu machen, eines der bekanntesten Produkte der Welt zu schaffen. Sie wollten unbedingt Fritten heißen, ein schönes prägnantes deutsches Wort. Bescheuert genug dass jeder schmunzeln muss. Genau das wollten sie erzeugen: Leichtigkeit, Positives. Ihr bester Ratschlag: bleib du selbst. Ihre Motivation: ihr gefällt die Welt draußen nicht. Sie will verändern, antreiben, Menschen anstecken, etwas Positives in die Welt tragen. Dieser Schwere draußen entschieden etwas entgegensetzen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Trigema mit Geschäftsführerin Bonita Grupp: 100 Jahre Familie18.05., 00:0018.05.2026, 00:0001:02:01
Bonita Grupp ist 36, führt seit 2024 mit Bruder Trigema in vierter Generation. Schwäbische Alb, Bullarding. Gegenüber Firma aufgewachsen. Als Kind in Firma gespielt. Familienunternehmen Alltag. Wichtig: keine Stelle schaffen, über Stelle kommen, die gebraucht wurde. 2013 E-Commerce. Herausfordernde Branche. Wuchs mit Höhen Tiefen auf. Anfang 2000er Krise, 95 Prozent Absatz Deutschland. Seit 2020 Corona krisenerprobter. Shops schlossen, 50 Prozent Umsatz weg, 48 Stunden Maskenproduktion umgestellt. Gaskrise, vollstufige Produktion: nur Garn kaufen, Rest im Haus. Wertschöpfungstiefe 78 Prozent. Gasverbrauch reduzieren, zeitweise kein Türkis. Energiesystem mehrere Beine, Sommer 60 Prozent Solar. Fachkräftemangel: 70 ehemals Geflüchtete, 42 Nationen. Jede Krise stärkt. 40 Verwaltung, 1200 insgesamt. Bonita seit 13 Jahren. Konzernkarrieren nicht üblich. Bulletproof Mindset. Seit fünf Jahren Krise zu Krise. Bereit zu handeln. 2018 Personal. 1200 Mitarbeiter, 80 Prozent Frauen, 650 Näher. Nähen körperlich anspruchsvoll. Andere Länder: nur bis 40 arbeiten. Trigema: bis 40 Jahre oder länger. Deutschkurse, Integration, Wohnraum, Tiny Häuser. Marketing, Social Media. Devise: Inhouse. Nie Milliarde, okay. Agiler. Gesundes Wachstum. Trigema Einzige mit 78 Prozent Wertschöpfung Deutschland. Nicht Riesenmarge wie Adidas, 52 Prozent Lohnanteil. Was investierst, fließt zu 52 Prozent in Löhne. Umkreis 70 Kilometer produzieren. Nachhaltig. Textilbereich größter Umweltverschmutzer. Altkleidercontainer abgeschafft. Trigema viel Baumwollanteil. Langlebigkeit, Qualität. T-Shirts halten zehn Jahre. Kreislaufwirtschaft. 2006 erstes kompostierbares T-Shirt. Vor zwei Jahren 100 Prozent recycelte Baumwolle. Warum Leben so schwer? Warum nicht Asien? Bonita: Schwer machen wir nicht. Machen, was wir immer machten. Bullarding früher 26 Textilbetriebe, mittlerweile nur Trigema. Alle Produktion Ausland verlagert. Vater baute Marke auf. Andere verlagerten, gibt es nicht mehr. Einmal verlagert, immer weiter: Osteuropa, China, Vietnam, Bangladesch, Myanmar. Preisdruck nicht eingehen. Know-how vor Ort. Anfang belächelt. Mittlerweile: gut, nicht verlieren. Schwäbische Alb führende Textilregion Ende 19. Jahrhundert bis 70er. Wo Boden karg. Menschen arm, viele Schafe, Wolle. Urgroßvater gründete 1919 mit Bruder. Trigema: Trikotwarengebrüder Meier. Vater bekam mit, 70er 80er verlagerte, Firmen verschwanden. Am Standort bleiben, Niedergang überleben. Mitarbeiter über Generationen. Nischen: Qualität, Nachhaltigkeit, Innovation. Produktion vor Ort, kein Problem Überbestände. Corona: Poloshirts nicht gefragt, Jogginghosen. Produktion umsatteln. Monat Meeting, Trends, zwei Wochen Produkt im Markt. Mit Bruder gut, ergänzen sich. Vater loslassen? Nach 50 Jahren teilt weiterhin. Entschied: übergibt. 84, froh, wir übernehmen. Früh ins Unternehmen. Wertschöpfungstiefe kaum andere Europa. Bonita mit 21. Master 22, England. Zukunft: Mittelstand Angst KI. Wie 2000ern Internet. Nicht Angst. Möglichkeiten. Letztes Jahr Logistiksystem KI, Output 40 Prozent gesteigert. Demografischer Wandel, nächste fünf Jahre 30 Prozent Rente, 400 Leute. KI Chance. Nachhaltigkeit. Ehrliches T-Shirt. Textilindustrie aus Umweltverschmutzer-Ecke rausholen. Anbieter wie Temo Shein schleusen Textilien ein. Landet Müll. Aktuell Bekleidung. Über 100 Jahre weiterentwickelt. In 10 bis 20 Jahren vielleicht Putzlappen, Leute bereit Preis zahlen, okay. Von Familie: aktiv sein, schnell umsetzen. Vater: Probleme nicht zu groß werden. Wachsam, reagieren. Flexibel. Über 100 Jahre Ups Downs. Glück: 100 Prozent familien geführt. Nicht abhängig Investoren. Unternehmertum nicht Last, Berufung. Lebe, liebe Produkt. Job Hobby. Gehe Mindset raus, inspirieren. Balance. Wissen, wer man ist ohne Arbeit. Jeden Tag gerne macht. Dann bereit, nicht Stunden zählen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- BTS Curated mit Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Felix Banaszak 15.05., 00:0015.05.2026, 00:0000:54:34
Felix Banaschak ist seit 2024 Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Mit 36 Jahren, verheiratet, Vater, pendelt er zwischen Duisburg und Berlin. 2009 tritt Felix drei Wochen vor der Bundestagswahl ein, weil er Agenda 2010 ablehnte. Grüne Jugend, nach sechs Monaten Landesvorstand. 2014 zurück nach Duisburg, Kreisverband am Boden, 40.000 Euro verschuldet. 2017 Tiefpunkt: Grüne stürzen in NRW von 12 auf 6,4 Prozent. Felix ist 27, Menschen fragen: Willst du Landesvorsitzender werden? Das Muster: Felix kommt, wenn alles kaputt ist. Kampfkandidatur, Lippenpiercing, Leute sagen: Nimm das Metall raus. Januar 2018 gewählt. Mit Mona Neubaer: Wie müssen die Grünen auftreten? In viereinhalb Jahren von 6,4 auf 18 Prozent. 2021 Bundestag, verhandelt ersten schwarz-grünen Koalitionsvertrag NRW. Am Tag der Unterschrift endet Amtszeit als Landesvorsitzender. Jahre als Abgeordneter, freie Wochenenden. September 2024: Lang und Nouripour treten zurück, steht in der Zeitung. Größte Krise seit Jahren. Felix war häufig Feuerwehrmann. Passt nicht in Lebensplanung. Tochter ist zwei. Wie soll er guter Parteivorsitzender und Vater sein? Präsenz größer Perfektion. Windeln wechseln, krankes Kind. Seine Frau: Vielleicht musst du es für sie tun. Zu meiner Verantwortung gehört, ihr eine Welt zu hinterlassen, in der sie gleiche Freiheitsrechte genießt. Felix und Franziska Brantner: Im Zweifel Familie vor. Felix trennt Rolle und Person. Hass gilt dem Vorsitzenden, nicht dem Menschen. Lob auch nicht zum Ego-Streicheln. Ricarda Lang: Ich fühlte mich wie Sprechroboter, habe mich verloren. Felix will frei sprechen. Manchmal ist schlechte Presse gute Presse. Felix gibt Interview im Playboy. Er will sprechen, wie Männer sich nicht aus Gleichberechtigung verabschieden. Wenn er in der Taz spricht, lesen das die, die eh zustimmen. Provokation: Femizide und neue Männlichkeit in Magazin für alte Männlichkeit. Felix bekommt Nachrichten: Ich dachte, Grüne haben mit mir nichts zu tun. Genau das Ziel. Felix' Politik: Familie, die sich Geld für Mallorca zusammenspart, soll sich nicht schämen. Menschen mit geringem Einkommen haben winzigen Anteil an Klimaerhitzung. Wir müssen weniger fliegen, Alternativen ausbauen. Warum kein Nachtzugnetz? Wie vorwerfen, für 30 Euro Eurowings statt 140 Euro Bahn? Ansatz: Menschen Leben ermöglichen im Einklang mit Werten und planetaren Grenzen. Fahrradweg: Fahrradfahrer freuen sich, Autofahrer auch. Verkehrswende aus Liebe zur Freiheit. Füreinander. Aufgabe: Politik als Politik für die vielen formulieren. Felix in feministischer Partei, Doppelspitzen, quotierte Listen. Ist Botschaft, wir machen Politik für Frauen, schon ganze? Oder: Politik für Gleichberechtigung, davon profitieren alle? Progressive Kräfte haben Raum gelassen. Welche Rolle wird Männern angeboten? Felix wird seinen Ansprüchen nicht gerecht. Eingeübte Rollenmuster. Wer sorgt für kranke Kinder? Felix hatte Anfrage für Vortrag. Antwort: Morgen bringe ich Tochter ins Bett. Seine Frau hat Termine. Seine Arbeit nicht immer wichtiger. Kita-Gruppe: außer Felix nur Mütter. Andere Väter haben viel zu tun. Vermutlich nicht. Warum schwer für junge Männer, Rolle zu finden? Alte Vormachtstellung in Frage gestellt. Keine Vorbilder. Neue Ordnung nicht etabliert. Unsicherheit. Starker Mann über TikTok sagt, geh pumpen, findet Resonanz. Kriegt man Keil rein, dass daraus nicht wird: Deswegen unterwerfen? Patriarchat nicht weg. 32 Prozent Frauenanteil Bundestag, gleich wie 90er. Gewalttaten gegen Frauen steigen. Toxische Männlichkeit, da ist was dran. Männer sind Teil des Problems. Aber nicht genetisch verdammt. Welches Bild wird angeboten? Felix' Motiv: In Menschen etwas wecken. Wenn er erzählt und sieht, das macht was, gehen Leute raus mit Motivation. Felix nicht zufrieden mit Welt. Will nicht niederbrennen. Welt gestalten. Bester Ratschlag: Bei sich bleiben. Man ist am stärksten bei sich. Wenn man sich verbiegt, geht es schief. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind nunc mit Co-Founder Dominik Maier: Any Beans & perfekter Kaffee11.05., 00:0011.05.2026, 00:0001:39:24
Max trifft Dominik Maier, einen der drei Gründer hinter Nunc. Mit Nunc haben sie den Genussgraben überbrückt. Stell dir vor, du gehst ins Lieblingscafé, bekommst einen Flat White. Dann gehst du nach Hause und da fällt das ab. Das nennen sie Genussgraben. Viele würden gerne zum Barista werden. Das hat zur Folge, dass wenige Menschen dieses Erlebnis zu Hause bekommen. Die Vision mit Nunc war, müsste das nicht anders gehen? Könnte man nicht Convenience und Qualität nach oben entwickeln? Fast forward, heute sind sie im Nunc Studio. Man könnte auch in Berlin, München, Konstanz ins Studio gehen. Der Spülmaschinen-Moment. Er hat seine Mitgründer getroffen und wusste, Bauchgefühl stimmt. Es geht darum, die gleichen Werte zu vertreten. Durchzechte Nacht, aber wir stehen zusammen da und räumen die Küche auf. Like-minded people, unterschiedliche Kompetenzen, aber gemeinsam anpacken. Sie haben zu dritt gegründet. Marius ist Luft- und Raumfahrtingenieur, bei NASA Ames gearbeitet. Kümmert sich um Produktion, Produkt, Daten. Markus hat Medizintechnik gemacht, war in Brasilien, hat dort seine Liebe zum Kaffee gefunden. Dominik macht BWL, schaut durch Schlüssellöcher. Durfte 60 Länder, über 10.000 Leute coachen. Er hat gesehen, was nicht funktioniert. Da kommt die Überzeugung her, bei Neuartigem auf die Menschen schauen, nicht auf die Technologie. Ideas are cheap. Am Schluss geht es um Execution. Unternehmertum kommt von Unternehmen, nicht von Unterlassen. Das bringt wenig, wenn du Ideen nicht umsetzt. Das zeichnet ein Team aus. Die Vision hinter Nunc war, no more bad coffee. Neun von zehn Erwachsene trinken täglich Kaffee. Weltweit ist Kaffee eines der meistkonsumierten Getränke. Wir sind im letzten Jahrhundert stehen geblieben. Scheitern. Sie haben am Shutter-Mechanismus über 100 Varianten ausprobieren müssen. Jedes Mal machst du einen Versuchsaufbau und merkst, es funktioniert nichts. Der Algorithmus. Sie mussten 200.000 Shots machen. In Konstanz stehen nachts Studenten und machen einen Shot nach dem anderen, müssen vermessen, Sensordaten erfassen. Jede Nacht, über ein Jahr. Any Beans. Neun Sensoren eingebaut, Algorithmen geschrieben, 120 Mal Mechanismus 3D drucken. Du baust vier Jahre, du scheiterst 119 Mal. Nicole, vierfache deutsche Baristameisterin, im Team. Schweizer Baristameister, holländische Baristameister, Weltbarista-Champions zur Seite. Die Hypothese war, wenn man genügend Daten hat, müsste man das, was ein Barista kann, übersetzen können. Sie mussten 200.000 Shots machen. Kundenzentrisch. Vor fünf Jahren haben sie gesagt, in der Branche wird wenig über den Kunden ins Zentrum gestellt, sondern die Technik. Die Branche war Technik und Maschinen fokussiert. Viele fühlen sich nicht abgeholt. Wenn dir das klar wird, baust du die Firma rund um den Kunden. Sie geben kleine Legomännchen an jeden im Team. Das ist der Kunde. Bei Diskussionen stellen sie den Kunden ins Zentrum. KI und Daten. KI ist kein Selbstzweck, sondern sollte dienen. Das nennt er Lipstick on the Pick-Syndrom. Viele Hersteller machen das. Ich habe was und klebe KI drauf. Aber es ist ein schlechtes Produkt. KI ist eine Art, Kundenmehrwert zu erzeugen. Das geht nur mit Daten. KI ist nutzlos ohne Daten. Faszination über Leidenschaft. Leidenschaft hat die Gefahr, dass sie dich ausbrennen kann. Deswegen ist er zu Faszination übergegangen. Selbst wenn er wenig Energie hat, wacht er auf und denkt, ich bin fasziniert. Mit Faszination kommt er weit. Founder Day. Einmal im Monat haben sie einen Founder Day. Health of the Company, KPIs durchgehen, strategische Arbeit. Ganz wichtig, der Tag startet und endet mit, wie geht es dir? Die erste Stunde geht es nicht um KPIs, sondern wie geht es uns dreien? Ratschlag. Erst die Axt schärfen, dann den Wald. Je mehr Klarheit man hat, desto besser. Einfach Klarheit schaffen, Axt schärfen. Da kann einem KI helfen, ein Mensch, ein Gespräch. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- BTS Curated Brabus mit CEO Constantin Buschmann08.05., 00:0008.05.2026, 00:0001:11:16
Max trifft Constantin Buschmann, 41, Eigentümer und CEO von Brabus. Jemand hat ihm gesagt, er hätte ein 20-jähriges Dienstjubiläum. Er war geflasht, weil er nie nachgedacht hat, wann er angefangen hat. Brabus ist ein Familienunternehmen. Sein Vater hat das 1977 angefangen. Er hatte die Chance, das mit ihm zusammen zu machen, bis er plötzlich verstorben ist. Und er den Laden übernommen hat. Es ist eine Achterbahnfahrt. Die geht nach oben und nach unten. Unternehmertum bedeutet, das gar nicht wissen zu können. Du kommst an einen Punkt, wo du dich fragst, sind das deine Entscheidungen? Wenn du den Job ernst nimmst und nicht nur der Erbe bist, sondern sagst, ich übernehme Verantwortung. Verantwortung kannst du nicht simulieren. Hier kommen jeden Tag 500 Menschen zur Arbeit. Die sich darauf verlassen, dass da einer aufsteht mit der richtigen Festplatte. Du kannst in die Verantwortung gehen. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Oder rausgehen. Aber in diesem Halbzustand wird das Unternehmen zugrunde gehen. Klarheit, Konsequenz, Verantwortung sind die Währungen. Nicht Geld. Geld ist der Treibstoff. One Second Wow. Das ist die Mission von Brabus. Der Grund, warum sie jeden Morgen aufstehen. Sie machen Luxusprodukte, die dich sofort begeistern sollen. Du stehst vor dem Auto und denkst, boah, ja. Du hast in einer Sekunde keine Zeit, rational Design zu untersuchen. Du gehst entweder rein oder weiter. Er hat damals den Laden gesehen. Sein Vater hat sich wirklich totgearbeitet. Er ist durch den Laden gelaufen. Er hat zu den Technikern gesagt, ihr könnt Design zeichnen, 3D Bauteile konstruieren. Warum warten wir, bis Mercedes-Benz eine neue E-Klasse über den Zaun schmeißt? Dann machen wir Front, Seite, Heck, Räder, Fahrwerk, Motor. Und dann schlafen wir wieder ein. Der größte OEM-unabhängige Tuner für Mercedes-Benz. Das war die Identität. Bis 2018. Sie haben Autos fotografiert auf weißem Fliesenboden. Photoshop? Was ist das? Sie waren 0,0 digital aufgestellt. Er hat gedacht, habt ihr nachgedacht, ein Motorrad zu designen? Warum nicht ein Boot? Was ist die Welt der Kunden? Das ist der entscheidende Switch. Der Kunde, der sich für ein Auto interessiert, interessiert sich auch für ein Boot, ein Motorrad, ein Wohnmobil, vielleicht ein Apartment. Fashion Show für Autos war ein Ding, was er rumgetragen hat. Ihm haben erzählt, du bist total bekloppt. Er fand es langweilig, wie der 300. Auto auf die 300. Bühne fährt. Sie haben das gemacht, weil er es nicht aus dem Kopf gekriegt hat. Und auf einmal kriegt er zweieinhalb Milliarden Impressions. Ist ja so gaga. Gleichzeitig legt das die Latte für den nächsten Legostein so hoch. Unternehmer sind Funkenfänger. Die Funken sind die Ideen. Millis Creative Director und sie ist der Funke. Dass Millie Creative Director ist, hat nichts damit zu tun, was er mit ihr zusammen ist, sondern sie ist eine wandelnde Zeitgeistmaschine. Der Maßstab, den sie gegenseitig an sich anlegen, ist der absolut härteste. Die Amazon-Serie One Second Wow ist eine konsequente Fortsetzung dessen, was sie auf YouTube, TikTok, Insta tun. Du kannst nicht bei YouTube eine Welt zeigen und bei Amazon Prime eine andere. Das muss funktionieren. Das ist Authentizität. Wenn Menschen ihre Meinung sagen, ist das in Ordnung. Es ist meine Aufgabe, damit umzugehen. Die zweite Kategorie ist, wo er klaren Strich zieht. Wenn Millie eine Nachricht bekommt, wenn wir das nächste Mal sehen, stechen wir dich ab. Damit kannst du nur auf eine Art umgehen, nämlich deinen Anwalt anrufen und eine Anzeige erstatten. Ein Ratschlag: TTB, Time to Broke. Wenn du Mist baust und das systematisch tust, bist du in drei, vier Jahren pleite. Größe ist nicht entscheidend. TTB ist immer gleich. Mit dem Erfolg steigt das Risiko. Risiko und Erfolgschancen halten sich immer die Waage. Du musst jeden Tag aufstehen und Gas geben. Wenn du das nicht selber tust, wird das niemand anders für dich übernehmen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Gerald Charles mit CEO Federico Ziviani: Masters of Shaped Engineering04.05., 00:0004.05.2026, 00:0001:00:00
Max trifft Federico Ziviani, CEO von Gerald Charles. Die Marke wurde 2000 von Gerald Charles Genta gegründet, dem Picasso der Uhrmacherei. Der Mann, der die Royal Oak für Audemars Piguet designt hat, die Nautilus für Patek Philippe, die Pasha de Cartier. Die Legende der 70er und 80er. Sie haben die letzten 11 Jahre seiner Designs. Ein Schatz. Federicos Hintergrund: Finance, Software Engineer, Computer Science University College London. Sein Vater Franco Ziviani, heute President, hat Audemars Piguet Italy vor über 40 Jahren gegründet. Sein Vater blieb bei AP bis 2023. Er wurde Chief of Europe und rechte Hand des Global CEO. Federico lernte auf dem Feld über Uhrmacherei. Er hatte die Chance, mit Gerald Charles Genta himself rumzuhängen, aber auch CEOs von großen Uhrenunternehmen. Die einzige Gelegenheit, seinen Vater zu sehen, war, mit ihm zur Arbeit zu gehen. Er hatte seinen kleinen Schreibtisch in Mailand bei AP und seinen Sitz beim Business Dinner. Er wurde verpflichtet, schon im Alter von drei, vier Jahren, am Dinner sitzen zu bleiben. Alle sprachen Französisch. Er hat Französisch durchs Zuhören gelernt. Er war angry auf seinen Vater. Dad, warum lässt du mich nicht aufstehen. Jetzt versteht er es und ist dankbar. Warum hat er eine Marke mit Gerald Charles gestartet? Weil er sich sehr leicht langweilt. Sie haben keine neue Marke gebaut. Gerald Charles ist die letzte Marke von Gerald Charles Genta. Im Jahr 2000 geht Gerald zu Franco und sagte, Franco, ich habe meine alte Marke verkauft, ich will eine neue bauen. Aber ich bin kein Brand Builder. Du weißt, wie man meiner Marke Raum gibt. Drei Jahre danach hat Gerald ihnen die Marke verkauft und er blieb als Director-in-Chief. Die einzige Familie, die Gerald Charles Genta als Creative Director für so lange hatte. Für die letzten 11 Jahre von Geralds Leben haben sie Bespoke-Uhren gemacht. Durchschnittspreis 100.000 Schweizer Franken vor 20 Jahren, heute 500.000 CHF. Sie hatten diese Schatzkammer von tausenden Skizzen. Als er 2018 sah, was sie hatten, ist es dasselbe, als ob man 200 Gemälde von Picasso im Keller findet. Der Wendepunkt war das Archiv. Als er all diese Archive sah, war es ein Gefühl. Nicht Monate von Kalkulation. Es war eine Sekunde. Die Entscheidung wurde in einer Sekunde getroffen. Wegen der Lücke im Markt. Es gibt nicht genug Innovation, nicht genug Passion. Ist er mehr Thinker oder Feeler? Er startet mit dem Gefühl und dann bulletprooft er es. Er analysiert. Er versucht fünf Gründe zu finden, warum das nicht funktionieren wird. Masters of Shaped Engineering. Master bedeutet Erfahrung, Geschichte, Erbe. Shaped bedeutet, sie mögen keine gewöhnlichen Dinge. Engineering bedeutet Technologie. Sie produzieren 1500 Uhren jedes Jahr. 35 bis 40 Referenzen. Ihr ikonisches Gehäuse ist das Maestro-Gehäuse. Inspiriert von Barock-Architektur in Rom. Francesco Borromini ist ein in der Schweiz geborener Architekt aus dem 17. Jahrhundert, der nach Italien arbeiten ging. Gerald Charles Genta war Italiener, sehr arm, und er ging in die Schweiz arbeiten. Dialog zwischen Borromini und Genta. Sie haben Time Only, Chronograph, Skeleton, Tourbillon, Jumping Hour. Und die Neuheit: Perpetual Calendar. Das erste voll geformte Uhrwerk mit Mikro-Rotor und Perpetual Calendar ever in 400 Jahren Uhrmacherei. Fünf Jahre Forschung. Er wird stolz, wenn er praktische, reale, authentische Zeichen sieht. Ein Kunde trägt das Gerald Charles Openwork, Lefty, sodass man Sport spielen kann. Er sagt, ich bin so happy, endlich kann ich eine Uhr tragen, wenn ich Golf spiele. Das war das Ziel. Sein Daily Driver: Niemals sich mit weniger zufrieden zu geben, immer einen Millimeter mehr zu pushen. Und bezüglich Inspiration: Sein Vater. Franco, sie komplementieren sich sehr. Er ist der Pragmatische. Franco ist der Viewer. Er ist 70, aber super energetisch. Er reist die Welt. Er ist sehr optimistisch. Er ist wirklich eine Inspiration. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
- Behind Doctolib mit Deutschland CEO Nikolay Kolev: 3000 Mitarbeiter, 30 Millionen Nutzer27.04., 00:0027.04.2026, 00:0001:13:16
Max trifft Nikolay Kolev, CEO von Doctolib Deutschland. Doctolib ist der Gesundheitsbegleiter für Menschen und das Schweizer Messer für Ärzte. Sie helfen bei Akutterminen, Gesundheitsdaten, Blutbildern, Rezepten. Für Ärzte die gesamte Versorgung von Patientenaufnahme bis ins Behandlungszimmer. Knapp 3000 Mitarbeiter, 1000 in Deutschland. Vor 12 Jahren gestartet, in Deutschland Zehnjähriges im Spätherbst. Heute kommen 75% der Menschen gar nicht zum Arzt durch. Der Zugang zum System ist versperrt. Gleichzeitig leben wir im zweitteuersten Gesundheitssystem der Welt. Knapp 30 Millionen Menschen nutzen den Service. Drei große Themenkomplexe: Erstens, gnadenlose Entbürokratisierung. Für jedes neue Gesetz musst du zehn wegfallen lassen. Zweitens, Digitalisierung durch KI. Ein KI-Agent hilft Ärzten während der Behandlung zu transkribieren. Du bist Arzt, ich bin Patient, du hast einen Fragenkatalog, ich antworte, du musst gleichzeitig dokumentieren, mir zuhören, an die nächste Frage denken. Multitasking hoch 10. Diesen Vorgang nehmen sie komplett ab, 75% Zeitersparnis. Das bringt Menschlichkeit zurück. Wenn du bei einem Arzt sitzt, wo es um einen wichtigen Befund geht, willst du Fokus, Augenkontakt, Zeit, Empathie. Dritter Block: Das System ist auf Kuratives fokussiert. Wir behandeln Krankheit. Wir sind nicht darauf fokussiert, länger gesund zu sein. Prävention ist unfassbar wichtig. Longevity fängt damit an, dass die letzten 20 Jahre annähernd so sein können wie die ersten 60. Es gibt klare Richtlinien. Wenn du diese Richtlinien an den Mann, an die Frau bringst, sodass Vorsorge stattfindet, ist schon mal so viel Land gewonnen. Wir haben jedes Jahr über eine halbe Million neue Krebskranke. Tendenz jünger werdend. Sie haben letzten Sommer individualisierte Gesundheitsversorgung gemacht: Für dich steht jetzt diese Untersuchung an. Du kannst direkt den Termin buchen. Niki studierte International Business Administration in Ingolstadt und Salamanca. Bei McKinsey angefangen als Unternehmensberater. Sofia geboren, mit neun nach Erlangen gekommen. Erstes Projekt: Zack, Flugticket nach Sofia, Privatisierung von Baufirmen. Im Hilton Hotel, Zimmer neben Jean-Claude Van Damme. Dann nach London, Payments Company übernommen, die zum Gegenentwurf von PayPal wurde. Moneybookers, später Skrill. 2008, er war 27. Kam das iPhone raus. Dann Financial Crisis. 2009 bei Alibaba, Vertrag mit Alipay. Dann kam Fukushima. Stunden vor IPO den IPO nicht gemacht. Dann die Firma verkauft für über eine Milliarde an CVC. Dann zur Unternehmensberatung Kearney Digital-Business aufbauen. Sechs Jahre Partner bei Deloitte, Venture-Geschäft aufgebaut. Dann kam Anruf für WeWork. Adam brauchte jemanden für Europa-Geschäft. Ostern 2019. 47 Milliarden groß. Turnaround und IPO gemacht, dann raus, weil Stan, Gründer von Doctolib, ihn angesprochen hat. Vor vier Jahren CEO fürs Business in Deutschland. Zwei Kinder, Sohn fast 14, Tochter fast 11. Prägendste Erfahrung. Frau Anwältin, Finnin. Er hat 10x mehr gemacht mit seinen Kindern als seine Peers. Würde seinem jüngeren Ich sagen, mach noch mehr davon. Noch radikaler, noch mehr Zeit. Die Intensität der Bindung kommt nicht von One-Offs. Warst du in für dich vermeintlich irrelevanten Augenblicken da. Er hat sich angewöhnt, ganz bewusst durch die Tür reinzukommen. Nicht ich hatte einen schlimmen Tag, sondern hey, wie war dein Tag. Sein Ratschlag: Du musst die schmutzigen Fenster ganz links und rechts suchen, nicht durchs große Fenster gucken. Fast track ist da, wo es hart und schmutzig ist. Das musst du sauber bekommen. Was ihn motiviert: Sich mit Leuten zu umgeben, die ihm Energie geben, wo er das Gefühl hat, da ist noch Luft nach oben. Mit Leuten, die besser sind. Zu sehen, dass Dinge funktionieren und einen Impact haben. Finishline-Mentalität. Nicht über zehn Dinge reden, sondern über zwei und beide über die Ziellinie bringen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Ein Blick hinter die Kulissen von Menschen und Marken
Max führt Gespräche, die über die Oberfläche hinausgehen. Seine Fragen sind kritisch, seine Neugier ist ehrlich, und wenn eine Antwort nach Pressemitteilung klingt, hakt er nach. Ob es um Skalierung, Bootstrapping oder kreative Markenstrategien geht: Max macht komplexe Themen verständlich und zeigt dabei, dass hinter jedem Unternehmen Menschen stehen, deren Entscheidungen sich von innen selten so klar angefühlt haben, wie sie von außen aussehen.
Auf jedes Gespräch bereitet er sich gründlich vor, ein Drehbuch gibt es trotzdem nicht. Statt eine Fragenliste Punkt für Punkt abzuarbeiten, hört Max zu und fragt dort weiter, wo es interessant wird. Richtig gut wird es oft genau dann, wenn sich eine Wendung ergibt, die niemand geplant hatte. Dann geht er mit, statt zurück zum Plan zu lenken.
Ihn interessieren nicht nur die Erfolge seiner Gäste, sondern auch die Umwege, Zweifel und Rückschläge, über die man sonst selten spricht. Wie fühlt es sich an, wenn eine Idee nicht funktioniert? Was bleibt von einer schwierigen Phase hängen? Und was würde man heute anders machen? Solche Fragen stellt er mit Respekt, nie um jemanden vorzuführen. So entsteht ein offener Austausch, in dem sich seine Gäste wohlfühlen und oft mehr teilen als die Geschichte, die sie schon hundertmal erzählt haben.
Marketing trifft auf Menschlichkeit
Der neue Fokus von Behind the Scenes verbindet Marketing mit der persönlichen Ebene. Max geht der Frage nach, wie Unternehmen von Personal Branding profitieren und wie Menschen damit zeigen können, was sie ausmacht. Dabei geht es ihm nicht um Selbstinszenierung oder perfekte Profile, sondern um Haltung: Wofür steht jemand, und wie viel davon steckt in dem, was er oder sie aufgebaut hat? Wann wird eine Person selbst zur Marke, und was bedeutet das für sie und ihr Unternehmen?
Seine Erfahrung aus der Markenarbeit bei Rocka Studio und seine Lust am Erzählen bringt er in jede Folge mit. Er weiß, wie viel Arbeit in einem Markenauftritt steckt, der am Ende mühelos wirkt, und genau deshalb interessiert ihn, was dahinter passiert. Der Podcast ist für alle, die selbst etwas aufbauen, in Marketing und Kommunikation arbeiten oder sich einfach für Unternehmertum interessieren, und die lieber hören wollen, wie es wirklich gelaufen ist, als wie es im Lebenslauf steht.
Von München aus in die Welt
Zu Hause ist Behind the Scenes in München, die Gespräche führen aber immer wieder weit darüber hinaus: in andere Branchen, andere Länder und andere Denkweisen. Manche Gäste haben ihr Unternehmen selbst gegründet, andere verantworten Marken mit langer Geschichte. Gerade diese Mischung zeigt, wie sehr sich die großen Fragen ähneln, egal ob man bei null anfängt oder etwas weiterführt, das andere begonnen haben.
Wer zuhört, bekommt keine Erfolgsformeln, aber vielleicht den einen Gedanken, der den Anstoß gibt, im Business oder im eigenen Leben einen neuen Weg zu gehen. Manchmal passt er genau zu einer Entscheidung, vor der man selbst gerade steht, und manchmal tut es einfach gut zu hören, dass es anderen genauso ging.
Mit Behind the Scenes lädt Max dazu ein, die Geschichten hinter den Kulissen zu entdecken: von Gründerinnen und Gründern über Kreative bis zu Persönlichkeiten aus Marketing und Branding. Es geht darum, den Menschen hinter dem Erfolg sichtbar zu machen, so ehrlich und nahbar wie möglich.
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