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blauschwarzberlin - Der Literaturpodcast

Maria-Christina Piwowarski und Ludwig Lohmann von blauschwarzberlin

Arts · News · Society & Culture

90 Episoden · neueste 12.09.

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Episoden

90
  1. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #86 September 2026
    12.09., 07:0001:04:01

    Über Marie Iljašenko, Alice Horácková, Dora Kaprálová, Jarka Kubsova, Štěpánka Jislová, Anna Beata Háblová und Petr Šesták Nach unserer langen Sommerpause sind wir nun wieder zurück unter den Linden und widmen uns einer ganzen Folge lang Literatur aus Tschechien. Das ist in diesem Jahr Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse und es gibt da wirklich viel zu entdecken! Ahoj! Ludwig beginnt mit Gedichten über Tiere, die von den Menschen verdrängt werden und sich dennoch am Ende behaupten. Maria reist mit Alice Horácková zu einer lebenslangen Freundinnenschaft ins Riesengebirge. Tschechisch und Deutsch fließen da erst natürlich ineinander und werden dann doch gewaltsam getrennt. Mit großer Tragik und summendem Humor blicken wir dann tief in die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive einer Fliege. Danach nimmt uns Jarka Kubsova mit in den Wald. Ist es ein Märchenwald? Vielleicht, denn sie zaubert eine der bekanntesten vergessenen tschechischen Autorin aller Zeiten wieder in unser Bewusstsein. Wie sehr frühkindliche Erfahrungen unsere spätere Bindungsfähigkeit prägen, weiß nicht nur die Berliner Tinder-Bubble, sondern auch Štěpánka Jislová. In ihrer Graphic Novel erzählt sie einfühlsam und sehr anschaulich von der Einsamkeit in unseren Tagen. Zum Abschied wird es hart kapitalismuskritisch bei uns. Wir teilen eine Schicht mit Anna Beata Háblová und spüren die zerstörerische Kraft des Niedriglohns aus dem Kühlregal wehen. Verschwitzt und ausgebrannt folgen wir dann dem Fahrradkurier in Petr Šestáks wütendem Fight-Club Pamphlet gegen die herrschenden Verhältnisse. Wir hoffen, wir konnten euch mit dieser Folge etwas Lust machen, die tschechische Literatur zu entdecken. Es lohnt sich so sehr! Viel Freude beim Nachlesen, eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin Eine Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.

  2. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #85 Juni 2026
    05.06., 08:0000:58:38

    Über Joachim Sartorius, Maja Iskra, Heike Geißler, Domenico Müllensiefen, Sophie van der Linden, Meike Männel & Sven Pfizenmaier und Stig Dagerman Willkommen zu unserer letzten Folge vor einer kleinen Sommerpause. Zu Beginn lüftet Maria gleich das Geheimnis, wegen welchem Spieler sie doch ab und zu gern Fußball schaut. Danach liest sie melancholisch-liebevolle Gedichte eines Mannes, den wir beide gern als Großvater hätten. Bevor Ludwig mit seinem ersten Roman beginnt, empfiehlt er euch, Tino Schlench aka Literaturpalast zu folgen, wenn ihr euch für Literatur aus Südosteuropa interessiert. Von dort erzählt Maja Iskra in ihrem Debüt – und von einem Mädchen in Belgrad, das zwischen Prügeleien und dem Echo des Krieges das Lieben lernt. Auf Heike Geißlers neuen Roman haben wir alle gewartet und Marias hohe Erwartungen wurden mehr als erfüllt, trotz der strengen Olfaktorik, die aus den Seiten strömt. Domenico Müllensiefens neuestes Werk riecht wohl eher nach Benzin und saurem Kaffee. Wenn er von einer LKW-Fahrerin und ihrer Tochter erzählt, wird selbst die Autobahn zu einem literarischen Ort. Bis zu den malerischen Lofoten sind die beiden nicht gefahren, sonst hätten sie vielleicht die Spuren von Anna Boberg entdecken können, der Künstlerin, der Sophia van der Linden ein wunderschönes literarisches Portrait gezeichnet hat. Auch bei Ludwigs Empfehlung zum Schluss vermischen sich die Grenzen von Kunst und Literatur und bei Maria bleibt es mit Stig Dagerman skandinavisch-kristallin. Viel Freude beim Hören und natürlich beim Nachlesen. Schreibt uns gern, welche Bücher euch aus dieser Folge besonders gefallen haben! Wir wünschen euch einen Sommer voller Geschichten, eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Eine Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.

  3. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #84 Mai 2026
    09.05., 07:0001:01:50

    Über Alexander Schnickmann, Gabriele von Arnim, Muri Darida, Sharon Dodua Otoo, Katerina Poladjan, Asta Olivia Nordenhof und Tanja Raich Zu Beginn unserer Mai-Folge laden wir euch ein zu einer Live-Veranstaltung in die Stabi. Am 27. Mai wird Maria im altehrwürdigen Humboldtsaal mit der tschechischen Autorin Anna Beata Háblová und der deutschen Autorin Anette Selg über ihre neuen Bücher sprechen. Kommt gern vorbei! Danach lässt Ludwig mit den Weltraumgedichten von Alexander Schnickmann zwei Galaxien sich sanft streifen. Aber nur einmal. Danach heißt es schon wieder Abschiednehmen, von der Nacht, einem Gefühl oder einer früheren Version unseres Selbst. Das gelingt am besten mit den stärkenden Gedanken von Gabriele Arnim zu allem, was uns gerade umgibt. Manchmal braucht es auch ein Gewehr, um wirklich Abschied nehmen zu können, zeigt uns Muri Darida in seinem ersten Roman. Das kann von einem kleinen Dorf in Ungarn sein oder von der Vergangenheit. Oder, wie in Sharon Dodua Otoos neuem Roman, von einem Mann, der einem tierisch auf die Nerven geht. Auf wenigen Seiten gelingt ihr die absolut plausible Herleitung eines Mordes. Ähnlich knapp und präzise schreibt auch Katerina Poladjan ihrem preisgekrönten neuen Roman. Der lässt zwischen den Zeilen viel Zeit, vom Strand am Schwarzen Meer zu träumen. Zum Schluss empfiehlt Maria noch ein Fährenbuch ihrer Lieblingsübersetzerin aus dem Dänischen und Ludwig einen sehr klugen, feministischen Essay über Puppen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören! Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Eine Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.

  4. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #83 April 2026
    18.04., 06:5900:57:36

    Über Tove Dilevsen, Christine Koschmieder, Siri Hustvedt, Alisha Gamisch, Yade Yasemin Önder, Hatice Açıkgöz und Regina Denk Folge 83 ist nun als Podcast online! Was erwartet euch diesmal? Als Tove-Ditlevsen-Ultra hat Maria natürlich sehr Ursel Allensteins Übersetzung ihrer Gedichte herbeigesehnt. Und fühlt sich direkt poetisiert von diesem äußerst gelungenen Wagnis. Christine Koschmieder renoviert nicht nur ein Haus für sich, sondern auch einen Gedankenraum für uns. An ihrem Tisch wollen wir mehr über Geld, Besitz und das Bauhaus hören. Und danach gehen wir direkt Siri Hustvedt besuchen, um mit ihr durch eine große Trauer und eine lange, literaturdurchdrungene Lebensliebe zu wandeln. Alisha Gamischs Debütroman ist sicher nichts für schwache Nerven, denn sie erzählt darin, was es heißt in der Sowjetunion der 60er Jahre nicht schwanger werden zu wollen. Ein Wunsch, der bis in die Gegenwart hinein Sprachlosigkeit und Schmerz erzeugt. Im Gegensatz dazu will die Hauptfigur in Anti-Müller unbedingt ein Kind und sieht ihre Zeit langsam schwinden. Genau wie ihren völlig rückgratlosen (Ex-)Freund. Zum Schluss wird es literarisch solidarisch bei uns und einer Anthologie, die in diesen Bücherfrühling passt wie ein überfälliger Rücktritt. Darüber dürfen wir nicht schweigen! Am besten mit den klugen Gedanken zum Reden von Regina Denk. Hört, lest, erhebt eure Stimme! Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Eine Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.

  5. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #82 März 2026
    13.03., 17:4901:00:19

    Über Nasima Sophia Razizadeh, Dana von Suffrin, Nefeli Kavouras, Ulrike Almut Sandig, Marlon Brand, Bianca Braunshofer, Tobi Schiller und Andreas Martin Widmann Willkommen zu Folge 82! Die beginnen wir mit einem besonders schönen Gedicht über das Wort „schön“ von Nasima Sophia Razizadeh. Direkt danach feiert Maria das Booktokphänomen einer literarischen Wiederentdeckung und geht mit Jacqueline Harpman in die dystopischen Verliese einer frauenfeindlichen Welt. Wie sehr mensch den Schmerz und das Leid lieben kann, liest Ludwig in der bitterbösen Beziehungsgeschichte von Dana Suffrins Toxibaby. Dass Gelb auch ein schöner Gedanke sein kann, zeigt uns Nefeli Kavouras und legt gleichzeitig wohl den spektakulärsten Plottwist des Bücherfrühlings hin. Wenn von Ulrike Almut Sandig ein neues Buch erscheint, ist unser Interesse natürlich geweckt. Mit „Im Orkan“ nähert sich die Lyrikerin, Klangkünstlerin und Schriftstellerin dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine märchenhaft und realistisch zu gleich. Zum Schluss empfiehlt Maria ein längst überfälliges Sachbuch über queere Literatur und Ludwig einen flirrend-genialen Einblick in den Abschiedsschmerz einer Teenagerin. Außerdem haben wir in dieser Folge noch zwei Veranstaltungen angekündigt. Im Rahmen der Reihe Wellenwelten zum Ehrengastlandauftritt Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse spricht Ludwig am 28. April in der Stabi mit Mikael Ross und Petr Šesták und Maria am 27. Mai mit Anna Beata Háblová und Anette Selg. Herzliche Einladung! Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören. Schreibt uns gern, welche Bücher nun auf euren SuB wandern 😊 Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin Eine Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.

  6. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #81 Februar 2026
    22.02., 12:3100:54:50

    Über Warsan Shire, Res Sigusch, Jorge Barón Biza, Son Lewandowski, Maggie Nelson, Nino Haratischwili und Esther Becker Nach unserer Sonderfolge zum Wortmeldungen Literaturpreis sind wir nun ganz regulär wieder in der Stabi und sprechen über sieben Bücher, die uns im letzten Monat beschäftigt und begeistert haben. Maria beginnt mit Lyrik von Warsan Shire, die ihr so vertraut vorkommt und doch ganz neu ist. Vielleicht liegt es an ihrer Wahrhaftigkeit? Bei Ludwig wird es sportlich in dieser Folge mit Res Siguschs Romanfigur Christian. Der kann seine Ängste nicht wegtrainieren und wirkt am Ende trotzdem stärker als erwartet. Kein so gutes Ende nimmt die Geschichte des argentinischen Autors Jorge Barón Biza, sowohl im Roman wie im echten Leben. Denn auch an alten Wunden kann man Sterben. Was der Gier nach Erfolg und der Leistungswille mit dem Körper von Mädchen und jungen Frauen anrichtet, erzählt Son Lewandowski schmerzhaft präzise - wie literarischen Spitzensport. (Und kleine Korrektur: es gibt vier Disziplinen im Bodenturnen: Stufenbarren, Schwebebalken, Sprung und Boden.) Auch beim nächsten Buch spielt Schmerz eine zentrale Rolle, wenn Maggie Nelson sich einer oralen Lehre des Leidens verweigert und Maria dabei direkt hinter die Stirn trifft. Zum Schluss empfiehlt Ludwig Texte und Reden der hellwachen, politisch sehr klaren Nino Haratischwili. Maria beendet die Folge mit Esther Becker und einer Feier der Kunst der kurzen Form. Wir wünschen euch viel Freude beim Hören und danach ein gutes Lesen! Schreibt uns gern, welche Lektüren aus der Folge euch eine Weile begleitet haben. Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Eine Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin. (c) blauschwarzberlin 2026

  7. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Sonderfolge zum Wortmeldungen Literaturpreis 2026
    07.02., 09:0001:08:44

    Über Marcel Beyer, Boris Schumatzsky, Ivna Žic, Petra Nagenkögel und Lara Rüter In dieser Sonderfolge sprechen wir über die fünf Shortlisttexte für den Wortmeldungen-Literaturpreis 2026. Der Preis wird seit 2018 von der Crespo Foundation an literarische und kritische Kurztexte zur Gegenwart verliehen. Maria beginnt mit Marcel Beyers Text „Augenlicht“, einer Reflexion über das Sehen und Gesehenwerden. Beyer balanciert darin gekonnt zwischen der Betrachtung des Hoffnungsvollen und Schönem und drastischer Brutalität. Beides existiert in unserer Gegenwart und beides fordert unser Hinsehen. In „Mit Russland Sterben“ gibt Boris Schumatsky seinen Gefühlen gegenüber seinem Herkunftsland eine ganz eigene Grammatik, wechselnd zwischen diffuser Sehnsucht und deutlicher Wut, weil sein krebskranker Vater keine Schmerzmittel erhalten darf. Von durch die Pandemie und schlechte Politik versehrten Körpern weiß Ivna Žic in ihrem Essay zu erzählen. „Die Unversehrten“ wirkt wie eine Korrespondenz zwischen der Schweiz und Chicago, zwischen arktischer und sozialer Kälte. Als „Endling“ wird das letzte lebende Exemplar einer Art bezeichnet. Beim Lesen von Petra Nagenkögels gleichnamigen Extinction Essays brauchen wir nur ein wenig Fantasie, um uns auch den Menschen als einen Endling vorzustellen. In „Formula 977“, dem letzten Text der Shortlist, zieht Laura Rüter Verbindungslinien zwischen ihrer eigenen Autismus-Diagnose und dem Okkultismus ihrer Mutter. Wie prägend die Gene auf die Wahrnehmung von Welt sind, wie sehr uns der Teufel ein zuhause sein kann, zeigt dieser Text dabei mit der Gewissheit eines Pendels. Am Ende suchen wir das Verbindende der fünf Texte, ihre Gegenwärtigkeit und ihre literarische Kraft. Ob wir uns für einen Favoriten entscheiden können? Das hört ihr vielleicht zwischen den Zeilen! Und das Beste? Auf wortmeldungen.org/literaturpreis/shortlist könnt ihr alle Texte herunterladen und lesen! Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören! Wer die fünf Autor:innen einmal live erleben möchte, hat dazu am 11. Februar 2026 um 19.30 Uhr im Literaturhaus Frankfurt die Gelegenheit. Am 17. März 2026 wird der Gewinnertext verkündet. Die Preisverleihung findet am 12. Juni 2026 im Crespo Haus in Frankfurt a.M. statt. Wir bedanken uns bei dem Team des Wortmeldungen-Preises für den frühen Einblick in diese herausragenden Texte und die gute Zusammenarbeit! © blauschwarzberlin 2026

  8. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #80 Januar 2026
    17.01., 07:0000:54:49

    Über Sjón, Joan Didion, Christopher Isherwood, Jaqueline Kornmüller, David Wojnarwowicz, Yulia Marfutova und Stephanie Catani et al. Wir begrüßen euch mit Folge 80 im neuen Jahr und stellen gleich zu Beginn eine der großen Fragen der Winterlesezeit: Lieber dicke, alte oder dünne, neue Bücher? Danach steigt Ludwig ein mit einem Oscar-nominierten Lyriker und Gedichten, die zwischen Realismus und Naturmythologie flimmern wie Nordlichter am Nachthimmel. Lange hat Maria gezögert, öffentlich über Joan Didion zu sprechen. Mit den posthum erschienenen „Notizen für John“ wagt sie nun diesen Schritt. Besser spät, als nie! Das können wir auch über die Lektüre von Christopher Isherwood sagen. Der ist Ende der 1920er Jahre wegen der größeren Freiheit von London nach Berlin gezogen. Und 1933 verließ er es, kurz nach der Bücherverbrennung. Wie er von diesen vier Jahren erzählt, zeugt von großer, trauriger Philanthropie und weckt Berlin-Sehnsucht, selbst bei denen, die hier wohnen. Bis nach Garmisch-Partenkirchen führt uns Jaqueline Kornmüllers erster Roman. Eine Geschichte, geboren in bitterster Armut und dennoch geradezu strotzend vor Zuversicht und Lebensglück. Das wird man in David Wojnarowicz‘ Waterfront Journals nur selten finden. Warum die nun endlich erschienene Erstübersetzung dieser Texte aus dem New York der 70er Jahre trotzdem so lesenswert sind, wird in unserem Gespräch hoffentlich deutlich. Zum Schluss empfiehlt Maria Mäuse als großartige Erzählstimmen einer Familie zwischen Russland und den USA und Ludwig den ersten (!) wissenschaftlichen Sammelband zum Thema Literatur und Podcast. Wir wünschen euch wie immer viel Spaß beim Hören und einen sanften Start ins neue Lesejahr. Und vielen Dank an die Stabi unter den Linden für die Bücherbehausung! Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin (c) blauschwarzberlin 2026

  9. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #79 Dezember 2025
    13.12., 06:5900:56:16

    Über Anke Bastrop, Andrea Bajani, Miku Sophie Kühmel, Jegana Dschabbarowa, Tezer Özlü, Roger Willemsen und Karen Köhler Unsere weihnachtliche Folge beginnen wir mit einem kurzen Rückblick auf Partys, die wir verpasst haben (leider) und Weihnachtsmärkte (nicht so schlimm). Nach einer Überleitung, die sich so angefühlt hat, wie mit einem Schlitten in verborgene Landschaften zu gleiten, gratulieren wir ganz poetisch dem Verlagshaus zum 20. Jubiläum. Womit? Einem Gedicht natürlich! Das schenkt uns diesmal die Lyrikerin Anne Bastrop. Danach erlesen wir mit dem Premio Strega-Preisträger Andrea Bajani eine familiäre Versuchsanordnung, die besonders in den Feiertagen wie eine böse, schöne Verheißung klingt. (Wir raten davon ab, das zu Hause nachzuahmen.) Von Miku Sophie Kühmel wird Maria in die dreißiger Jahre collagiert, direkt in das Kunst- und Liebesleben von Hannah Höch. Danach reisen wir mit Jegana Dschabbarowa nach Russland und weiter nach Aserbaidschan und erkunden den weiblichen Körper wie ein von Männern kolonialisiertes Land. Zum Glück haben sich ihre Hände ermächtigt, zu schreiben. Das denken wir auch bei Tezer Özlu. Von den kalten Nächten ihrer Kindheit wissen wir nun endlich dank der wiederentdeckenden Übersetzung Deniz Utlus. Zum Schluss empfiehlt Ludwig allen Menschen, die Bücher und Literatur lieben, sich mit Roger Willemsens Texten bequem hinzulegen. Und Maria legt euch Karen Köhlers Aufforderung für mehr Spielen unter den Baum. Wir danken euch für euer Zuhören und Nachlesen, den Autor:innen und Übersetzer:innen für ihr Schreiben, den Verlagen fürs mutig sein und standhaft bleiben, allen Buchhändler:innen, die auch am 23.12. noch Bücherliebe teilen und der Stabi für die wieder einmal so zugewandte Zusammenarbeit. Ohne euch wäre das alles nicht möglich. Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. (c) blauschwarzberlin 2025

  10. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #78 November 2025
    22.11., 05:5900:53:13

    Über Nancy Hünger, Daniel Schreiber, Andrea Newerla, Eva Baltasar, Kaśka Bryla, Lina Scheynius und die NO SCRIBES In den alten Mauern der Stabi haben wir es uns wieder gemütlich gemacht, um über ganz neue Bücher zu sprechen. Poetisch beginnen wir mit einem vulkanischen Langgedicht von Nancy Hünger, die wie eine Seismographin die unterirdisch wirkenden Kräfte einer großen Liebesbeziehung erspürt. Dass Liebe auch eine politisch starke und mächtige Kraft sein kann, liest Maria bei Daniel Schreiber und teilt mit großer Begeisterung seinen hell leuchtenden Aufruf in diesen dunklen Zeiten. Wie sich dieser Aufruf in unsere intimsten Beziehungen übersetzen lässt, mit Verantwortung, Fürsorge und verbindlicher Nähe, zeigt Andrea Newerla in ihrem neuen, augen- und türenöffnenden Buch. Das ist wie Familie, nur besser. Ganz selbstbestimmt will sich auch die Protagonistin in Eva Baltasars Roman „Mammut“ eine eigene Familie bauen. In welche Abgründe das dann führen kann, zeigt dieses schmale, aber unglaublich wuchtige Buch. Wie es Kaśka Bryla gelingt, über so schwere Themen wie Gulag und Covid einen so fesselnden Text zu schreiben, bleibt Ludwig am Ende ein Rätsel. Gewiss ist ihm nach der Lektüre aber das herausragende erzählerische Talent Brylas. Zum Schluss empfiehlt Maria das Tagebuch einer Trennung, in dem alles erlaubt zu sein scheint. Und Ludwig wünscht euch einen Ohrwurm der ersten literarischen Girlband – den No Scribes. Also: dreht die Lautstärke hoch und hört euch das mal an. Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Wir danken der Staatsbibliothek zu Berlin, diesen Raum für Literatur zu ermöglichen. (c) blauschwarzberlin 2025

  11. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #77 Oktober 2025
    30.10., 06:0001:00:39

    Über Sirka Elspass, Thomas Melle, Vernesa Berbo, Milena Michiko Flašar, Verena Güntner, Annekathrin Kohout und Christine Koschmieder Draußen vor der Stabi gleiten die Blätter der Linden sanft zu Boden. Wir haben es kuschlig warm in Folge 77 und lesen Lyrik, die mit jedem Vers die Farbe zu wechseln scheint. Wie der Herbst! Ludwig kündigt gleich zu Beginn an, dass es bei ihm heute düster und morbide wird und steigt mit einem literarischen Schwergewicht ein. Im Haus zur Sonne entdeckt er trotz der Nähe zum Tod ein großes Bekenntnis zum Leben und bewundert die filigran vermessene Paradoxie eines finalen Entschlusses. Mit Vernesa Berbo erfährt Maria die verstörende Wirkung eines plötzlichen Krieges und die Möglichkeiten einer Kindheit in einer belagerten Stadt. Wie Sterben lernen auf japanisch buchstabiert wird, zeigt uns Milena Michiko Flašar in ihrem nahezu perfekten Novemberbuch. Erschienen ist dieser Essay im Wasser Verlag – der wohl erfrischendsten und gedankenfließendsten Verlagsneugründung des Jahres. Von da aus strömen wir in unserem Gespräch zu Medulla, dem neuen Roman von Verena Güntner. Die drei Hauptfiguren sind zwar alle privilegiert schwanger, aber stellen sich das alles doch ganz anders vor. Wie darauf reagieren? Das fragt sich zum Schluss Annkathrin Kohout in ihrer blitzgescheiten Analyse der Reaktionskultur in den Sozialen Medien. Und die wohl am meisten unterschätzte Autorin östlich der Elbe, Christine Koschmieder, geht gemeinsam mit Theresa Hügues dem „F-Wort“ auf die Spur. Was sie damit meint? Lest selbst! Es lohnt sich, auch dieses ansprechende Maro Heft recht nah am Herzen zu tragen. Wir danken euch wieder für das Zuhören, für eure Kommentare und euer Lesen. Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin

  12. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #76 September 2025
    27.09., 08:5201:01:10

    Über Alexander Graeff, Anna Maschik, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Antonia Baum, Manja Präkels, Ulli Lust und Kristine Bilkau In unserer 76. Folge wird es tierisch literarisch. Wir beginnen mit tentakulärer Poesie von Alexander Graeff und sehen Korallen unter den Linden. Danach finden wir uns mit Anna Maschik in den zyklischen Scheiben einer Familiengeschichte wieder und hören die schweigenden Schafe, wenn sie sterben. Mit Ozan Zakariya Keskinkılıç wollen wir unsere Hundeschnauzen tief in das Fell des anderen stecken und allen Worten eine zweite, dritte, vierte Bedeutung geben. Zwischen Schimpansenpatriarchat und Bonobofürsorge entlarvt Ulli Lust männliche Dominanz bereits als steinzeitliche Fiktion. Das ist sie, die feministische Antwort auf Yuval Noah Harari! Bevor wir uns den Extremwetterlagen in Ostdeutschland widmen, gratulieren wir dem Verbrecherverlag nicht nur zu diesem Buch, sondern auch zum 30. Geburtstag. Und betonen, wie wichtig antifaschistischer Widerstand ist. Immer wieder. Zum Schluss empfiehlt Maria ein hochaktuelles Buch über eine zeitlose Erkenntnis von Antonia Baum und Ludwig die intensive Erkundung einer Mutter-Tochter-Beziehung. Wir wünschen euch viel Spaß beim Zuhören, beim Nachlesen. Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Wir danken der Staatsbibliothek zu Berlin für die wieder einmal hervorragende Zusammenarbeit! © blauschwarzberlin 2025

  13. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #75 August 2025
    30.08., 07:0000:59:23

    Über Julia Grinberg, Jenny Erpenbeck, Lauren Elkin, Jehona Kicaj, Dorothee Elmiger, Anna Rosenwasser und Maria Judithe de Carvalho Nach fast zwei Monaten Pause sind wir zurück in unserer geliebten Staatsbibliothek Unter den Linden und stellen fest, dass wir einen sehr guten Lesesommer hatten, im kühlen Berlin oder in südlicheren Gefilden. Maria beginnt unsere Folge 75 mit dem Journal einer Unzugehörigkeit und findet dort poetische Antworten auf die Frage: Wie war dein Tag? In den Straßen vor der Stabi spielt Jenny Erpenbecks großer Roman „Kairos“ und erzählt vom Ende der DDR und dem Ende einer Beziehung. Weltliteratur aus der Nachbarschaft sozusagen. Maria bleibt auf der Straße und geht mit Lauren Elkin durch London und Paris und findet dort einen urbanen, feministischen, psychoanalytischen Beziehungsroman. Nach einer kurzen Diskussion über Protestformen an Hauswänden und Gemälde auf Buchcovern stellt Ludwig den Roman mit dem vielleicht kürzesten Titel des Jahres vor: ë von Jehona Kicaj. Dem Alphabet der Erinnerung an den Kosovokrieg fügt sie damit einen entscheidenden Buchstaben hinzu. Dass Maria Dorothee Elmigers neuen Roman lesen und besprechen will, war ein bisschen vorhersehbar. Wie sehr sie von der Holländerin schwärmt, hat Ludwig dann aber doch überrascht. Zum Schluss empfiehlt Ludwig die sehr zuversichtliche Kampfansage einer queeren Aktivistin und Maria einen wiederentdeckten Schatz der portugiesischen Literatur. Wir wünschen euch viel Spaß beim Zuhören, beim Nachlesen. Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Wir danken der Staatsbibliothek zu Berlin für die wieder einmal hervorragende Zusammenarbeit! © blauschwarzberlin 2025

  14. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast - zum Literaare Festival Thun 2025
    03.08., 12:2401:00:03

    Eine Sonderfolge aus der Schweiz! Wir wurden in die Schweiz eingeladen, nach Thun zu dem sehr feinen und wohl kuratierten Literaare Literaturfestival. In schönster Postkartenidylle rezitierte Maria aus dem Rätoromanischen übersetzte Gedichte von Leta Semadeni. Danach folgt Ludwig Tove Ditlevsen in Vilhelms Zimmer und in das hochliterarische und tödliche Ende einer Beziehung. Kate Zambreno will in Brooklyn alles, nur keinen Roman schreiben. Doch am Ende gelingt ihr genau das in einer phänomenalen Weise. Wie wichtig die Aura eines Namens werden kann, beschreibt Ricarda Messner in ihrem Prosadebüt und legt eine Fährte von Berlin nach Riga, in die Geschichte einer jüdischen Familie. Dass diese Geschichte mit Yael van der Woudens Roman „In ihrem Haus“ spricht, entfaltet sich in unserem Gespräch erst nach und nach. Genauso wie auch dieser international hochgelobte Roman sein tiefes Geheimnis nicht sofort preisgibt. Am Ende empfehlen wir Nicole Seiferts Wiederentdeckungsreise zu den Autorinnen der Gruppe 47 und Hannes Köhlers so-kann-eine-Patchwork-Familie-gelingen-Prosa. Wir danken dem Literaare Festival für die Einladung und wünschen euch viel Spaß beim Nachhören!

  15. blauschwarzberlin - Der Literaturpodcast zum Internationalen Literaturpreis 2025
    13.07., 12:0601:08:07

    Sonderfolge zum Internationalen Literaturpreis 2025 In unserer Sonderfolge aus dem Haus der Kulturen der Welt sprechen wir über alle sechs Bücher der Shortlist für den Internationalen Literaturpreis. Der zeichnet ein Werk in seiner Originalsprache und in seiner Übersetzung aus und weckt jedes Mal wieder die Entdeckungslust in uns. Ludwig beginnt mit Gedichten von Kim Hyesoon, der wohl bedeutendsten Lyrikern Südkoreas, und folgt ihr in eine Geistersprache, in die Zone zwischen Tod und Leben. Trauer schwingt auch bei Maria mit, wenn sie über Doğan Akhanlıs Prosa spricht, denn der türkische Exilautor konnte die Nominierung zum ILP leider nicht mehr erleben. Umso mehr lohnt es, sein Werk jetzt zu lesen! Mit großer Zartheit und gewaltigen Sprachbildern schickt Jesmyn Ward ihre Protagonistin in die Hölle der Sklaverei. Auch der dritte ins Deutsche übersetzte Roman der amerikanischen Autorin beweist wieder ihren Weltrang. Eine sehr viel subtilere Form der Grausamkeit erlebt die Hauptfigur bei Sarah Bernstein in einem kleinen Dorf, das ihr partout die Zugehörigkeit verweigert. Oder will sie gar nicht mitspielen in diesem sozialen Zirkus? Ein Text mit einem mysteriösen Magnetismus. Anna Melikovas Roman „Ich ertrinke in einem fliehenden See“ ist ein im besten Sinne ausuferndes Ereignis. Zwischen eine existenzialistisch-toxische On-Off Beziehung schieben sich mit jeder Seite mehr die Folgen des russischen Imperialismus. Kann ein Roman mehr Gegenwart enthalten? Zum Schluss stellt sich Maria mit Neige Sinnos „Traurige Tiger“ einem Text, dessen Schmerz nur durch dessen Mut und Klarheit ertragen werden kann. Diese Shortlist ist ein Gebirge, bei der jeder Anstieg lohnt. Wir wünschen euch gute Gedanken beim Hören! Schreibt uns gern, welche Bücher eure Favoriten sind für den ILP! Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin (c) blauschwarzberlin 2025

  16. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #74 Mai 2025
    17.05., 07:1501:11:09

    Über Box in Rain Press, Ásta Sigurðardóttir, Philipp Baumgarten, Annekathrin Kohout, Maryam Aras, Milica Vučković, Kathrin Bach und Malakoff Kowalski Wie immer beginnen wir mit Lyrik, diesmal mit Gedichten aus einem ganz neu gegründeten Nano-Verlag. Maria gibt einen Einblick in die Biografie der ersten Bohemian Islands, um die Abgründe ihres Schreibens besser zu verstehen. Danach diskutieren wir sehr lebhaft, ob in der DDR immer schlechtes Wetter war. Ludwig sieht Tristesse-Porn, Maria die Schönheit des Pittoresken. In Serbien liest Maria von einer nahezu mustergültigen toxischen Beziehung und Ludwig taucht mit Maryam Aras tief ein in die iranische Geschichte und in eine hochpolitische Vater-Tochter-Beziehung. Am Ende versichern wir euch die herausragende Schönheit eines Buches von Kathrin Bach und landen mit Malakoff Kowalski, dem Musikmagier, wieder bei klingender Poesie. Wir wünschen euch viel Spaß beim Zuhören, beim Nachlesen. Sprecht über eure Lektüren, teilt die Begeisterung! Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Wir danken der Staatsbibliothek zu Berlin für die wieder einmal hervorragende Zusammenarbeit! © blauschwarzberlin 2025

  17. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast - zum Literaturfest München 2025
    10.05., 07:0001:06:36

    Über Freundschaft und Liebe Auf Einladung von Daniel Schreiber und des Literaturfests München sprechen wir in dieser Spezialfolge über Literatur und Freundschaft. Gleich zu Beginn feiern wir unser zehnjähriges Freundschaftsjubiläum und stellen uns die Frage, ob wir unseren Podcast auch miteinander machen würden, wenn wir nicht miteinander befreundet wären. (Spoiler: Nope.) Maria stellt ihre langjährige und wieder ganz neu geliebte lyrische Wegbegleiterin Mascha Kaléko vor. In Mascha Unterlehbergs Debütroman liest Ludwig von zwei Freundinnen, die aufeinanderstoßen wie Meteoriten und dabei eine zerstörerische Energie freisetzen. Wie zwei Männer auch ohne gemeinsame Sprache eine tiefe Verbundenheit entdecken, beschreibt Carys Davis so genial, dass wir uns für eine Abschaffung der Grenze zwischen Liebe und Freundschaft aussprechen müssen. Hua Hsu zeigt, wie wir in einer anderen Person das eigene Ich entdecken können und wie fundamental traurig es sein kann, wenn wir diese Person verlieren. Ganz wichtig dabei: Musik und das Teilen von Playlists. Am Sonnenhang des Lebens verortet sich die Protagonistin in Kathrin Weßlings Roman erst einmal ganz sicher nicht. Aber sie erfährt, wie sie dennoch Halt finden kann, auch wenn ihr Leben ganz anders verläuft, als sie es sich mal gewünscht hat. Zum Schluss empfehlen wir mit Büchern von Paula Fürstenberg und Hanya Yanagihara noch zwei Romane, die unsere Vorstellung von Freundschaft weit über die Grenzen der Literatur hinaus erweitert haben. Vielen Dank an Daniel Schreiber, das gesamte Team vom Literaturfest München und das Literaturforum im Brechthaus für die Zusammenarbeit an dieser Folge! Viel Spaß beim Hören wünschen euch eure Maria-Christina Piwowarski und euer Ludwig Lohmann von blauschwarzberlin. © blauschwarzberlin 2025

  18. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #73 April 2025
    12.04., 07:5501:01:41

    Über Galina Rymbu, Sarah Bernstein, Paulina Czienskowski, Thea Mantwill, Carolin Würfel, Novellix und Dagny Juel In Folge 73 haben wir zur Nacht der Bibliotheken live Publikum zu Gast und freuen uns, beim Sprechen über sieben aktuelle Bücher in so viele interessierte Gesichter blicken zu können. Maria beginnt mit Lyrik von Galina Rymbu, die sich mit dem Körper beschäftigt, mit Scham, mit Menschsein und dafür berührend schöne Sprachbilder findet. Ludwig liest bei Sarah Bernstein eine fast schon biblisch anmutende Geschichte sozialer Ausgrenzung und Isolation. Dank Paulina Czienskowski wissen wir, dem Mond geht es gut und das Verhältnis von Müttern und Töchtern wird nie auserzählt sein. Im Gegenteil. Wie man im Jahr 2046 ein Internetstar sein kann und trotzdem obdachlos - oder müssten wir sagen seelisch unbehaust? – zeigt uns Thea Mantwill in ihrem angenehm kryptischen Debütroman. Und auch von der superklugen Sachbuchautorin Caroline Würfel konnten wir endlich den ersten Roman lesen und mit ihr feststellen, dass in uns manchmal Gefühle wirken, die viel älter sind als wir selbst. Zum Schluss empfiehlt Ludwig noch eine literarische Snackbox und Maria die längst überfällige Übersetzung der ersten Biografie von Dagny Juel. Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören und Nachlesen. Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Ein Podcast in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin. © blauschwarzberlin 2025

  19. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #72 März 2025
    25.03., 17:4800:58:24

    Über Frieda Paris, Christine Koschmieder, Amira Ben Saoud, Katharina Bendixen, Natasha Brown, Christine Wunnicke und Christian Kracht Nach einem labyrinthischen Weg in die Tiefe der Stabi testen wir die Akustik in einem ganz neuen Raum. Dort lassen wir die Sprache von Frieda Paris erklingen und hören Friederike Mayröcker zwischen den Zeilen. Christine Koschmieders neuer Roman ist so fein gewebt und so elegant, er sollte Mode werden, nicht nur in diesem Frühjahr! Wie gefährlich Verkleidung werden kann, erfahren wir in Amira Ben Saouds Debütroman und schweben mit ihr über die Abgründe der Mimikry. Und damit beginnt eine Coverdiskussion, die uns bis zum Ende der Folge nicht mehr loslässt. Unter der Oberfläche schöner Bücher stellen wir uns in unseren Gesprächen immer wieder die Frage, was wohl eine zeitgemäße Form der Liebe sei. Katharina Bendixen bringt es in ihren Geschichten auf den Punkt und uns in ein Karussell elterlicher Verzweiflungskomik. Von allgemeiner Gültigkeit kann Literatur nie sein, lernen wir bei Natasha Brown, aber wir lassen uns gern blenden von ihrer golden funkelnden Abrechnung mit der Gegenwart. Zum Schluss empfiehlt Maria die fiktive Liebesgeschichte zwischen zwei völlig zu Unrecht vergessenen, realen Frauen und Ludwig schwärmt von Christian Krachts neuem Roman. Mal wieder. Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören und Nachlesen. Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Ein Podcast in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin. © blauschwarzberlin 2025

  20. blauschwarzberlin. Der Literaturpodcast Folge #71
    21.02., 18:0801:00:08

    Usama Al Shahmani, Helene Bracht, Oliver Lovrenski, Bettina Wilpert, Swan Collective, Christina Hesselholdt & Cord Riechelmann In Folge 71 führt uns Usama Al Shamani an einem Seidenfaden zu den Träumen – und zu wundervoll der Zeit entrückten Gedichten. Helene Bracht stellt sich den dunkelsten Stunden ihrer Vergangenheit in einem All-Inclusive-Hotel auf den Kanaren. Kann das gut gehen? Überraschenderweise ja. Sogar sehr! Wie hart das Aufwachsen am Stadtrand von Oslo sein kann, lernen wir anhand der Candyflipprosa von Oliver Lovrenski. Aber auch in der bayerischen Dorfidylle wird der Körper zum Schauplatz radikaler Körperlichkeit, wie Bettina Wilpert in ihrem neuen Roman eindrücklich zeigt. Ob es in der Zukunft besser wird? Das erfahren wir vielleicht schneller als gedacht in der Welt von Lexi.exe, dem ersten Roman vom Swan Collective. So gut kann keine KI Schreiben! Am Ende gibt es doch keinen Tod in Venedig, aber eine große Empfehlung für Christina Hesselholdts neuen Roman und die Antwort auf die uns alle beschäftigende Frage „Wo sind die Vögel nachts?“ Wir danken euch für das Zuhören und wünschen euch bei der Lektüre immer eine gute Wahl! Eure Maria und euer Ludwig von blauschwarzberlin. Ein Podcast in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin. © blauschwarzberlin 2025

Wir sind Maria-Christina Piwowarski und Ludwig Lohmann und einmal im Monat öffnen wir eine Flasche Grauburgunder und sprechen über unsere letzten Lektüren.