Podcast

Beziehungen verstehen.

Guy Bodenmann und Kristina Schneider

Society & Culture

70 Episoden · neueste 23.09.

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Episoden

70
  1. Wie aus Alltagsstress Beziehungsstress wird – und was dagegen hilft.
    23.09., 06:0000:58:14

    70 - Stress endet selten dort, wo er entsteht. Belastungen aus Arbeit, Familie oder dem Alltag können ihren Weg in die Partnerschaft finden, und aus einem gemeinsamen Problem schnell ein Gegeneinander machen. Wir fragen uns: Was unterscheidet Paare, die an Belastungen zerbrechen, von denen, die daran wachsen? Warum fühlen sich manche Menschen in schwierigen Zeiten verstanden und getragen; sehen ihre Partnerschaft als Ressource – während andere sich trotz Beziehung zunehmend allein fühlen? Wir kennen bereits den Zusammenhang zwischen Stress und Partnerschaft. In dieser Episode schauen wir uns die paartherapeutische Arbeit mit der Kompetenz des dyadischen Copings an: Wie können Paare lernen, Belastungen gemeinsam zu bewältigen, sich gezielt zu unterstützen und dabei nicht zusätzlich aneinander zu geraten? Im Mittelpunkt steht die 3-Phasen-Methode: Emotionale Stresskommunikation, dyadische Unterstützung und Implementieren von Feedback. Dabei geht es auch um eine besondere Perspektive auf Stressgespräche; mit der sogenannten Trichtermethode kann sich hinter einem scheinbar banalen Stressor ein tieferliegendes Bedürfnis, eine Verletzung oder ein persönliches Schema zeigen. Wir besprechen auch, wann eine solche Intervention überhaupt sinnvoll ist. Geht es dabei wirklich nur um Stressbewältigung? Denn vielleicht steckt in dieser Kompetenz noch etwas anderes: eine Möglichkeit, den Partner oder die Partnerin auf einer tieferen Ebene zu verstehen und emotional intimer zu werden.

  2. Muss bei einem Kompromiss immer einer verlieren? - Problemlösung in der Paartherapie
    02.09., 06:0000:41:08

    69 - Probleme gehören zum Alltag jeder Beziehung. Doch was passiert, wenn zwei Menschen bei einem Problem nicht nur unterschiedliche Meinungen, sondern auch unterschiedliche Bedürfnisse, Erwartungen oder Werte haben? Eine Lösung zu finden, die für beide funktioniert, klingt zunächst selbstverständlich – ist in der Realität aber eine der Herausforderungen, an denen Partnerschaften immer wieder ins Stocken geraten. In dieser Episode sprechen wir über dyadische Problemlösung und darüber, warum Problemlösen in Beziehungen mehr bedeutet, als einfach einen Kompromiss zu finden. Wie kann eine gemeinsame Lösung aussehen, bei der nicht zwangsläufig eine Person nachgeben muss? Wir schauen uns an, welche Rolle Problemlösekompetenzen für die Partnerschaft spielen, warum gerade die gemeinsame Suche nach Lösungen mehr bewirken kann als die Lösung eines einzelnen Problems, und welche Bedeutung unterschiedliche Bedürfnisse und Wertvorstellungen dabei haben. Dabei geht es auch um die Frage, wann Paare von einem gezielten Problemlösetraining in der Paartherapie profitieren können – und warum eine verbesserte Problemlösung nicht nur konkrete Konflikte entschärfen, sondern auch die Zusammenarbeit und das Erleben als Paar nachhaltig verändern kann.

  3. Wenn Kommunikation scheitert: Wie die Paartherapie festgefahrene Muster verändert
    12.08., 06:0001:03:05

    68 - Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als „wäre die Person einfach so“ – Kommunikation ist keine angeborene Fähigkeit, sondern eine erlernte (und gut erlernbare) Kompetenz. So weit, so gut, aber womit selbst diejenigen von Ihnen, die bereits in unserer ersten Staffel zu Kommunikation dabei waren und dies schon längst wissen, nicht unbedingt rechnen, ist: Gute Kommunikationsfähigkeit kann auch einbrechen. Das heisst, selbst wenn Sie einst die Kompetenz beherrscht haben, könnten auch Sie sich in einer bestimmten Beziehung, mit einer bestimmten Person oder auch nach einer bestimmten Zeit plötzlich in der Situation wiederfinden, wo unkonstruktive Anschuldigungen auf Defensivität, Provokation und Rückzug treffen und Konflikte in Sackgassen fahren. Wie passiert das? Wie kann man das verhindern? Und wie macht man es rückgängig? Ob das erstmalige Erlernen oder das Wiederherstellen einer einst funktionierenden Kommunikation: Das Kommunikationstraining ist eines der ältesten Module der Paartherapie. Nach jahrzehntelanger Paarforschung und Evidenz ist es ein konkretes, in Regeln, Übungen und Tipps eingedecktes Verfahren. In dieser Episode erfahren Sie nicht nur, wie die Kompetenz „Kommunikation“ erlernt und verlernt wird, sondern bekommen auch tieferen Einblick in die Kommunikationsarbeit in der Paartherapie inklusive Take-Home Übung. Sie lernen auch, wie Sie frühe Anzeichen einer einsinkenden Kommunikation in Ihren eigenen Beziehungen erkennen können, um frühzeitig dagegen vorzugehen.

  4. Warum plötzlich alles am Partner stört – Die Psychologie der Negativspirale
    08.07., 06:0000:55:49

    67 - Warum geraten manche Paare immer wieder in dieselben negativen Muster – selbst dann, wenn beide sich eigentlich vornehmen, freundlich, ruhig und konstruktiv zu bleiben? Warum kommen neutrale oder sogar positive Gesten und Intentionen nicht als solche an? Und weshalb fühlt es sich manchmal an, als würde die Beziehung automatisch in eine Negativspirale zurückfallen? Wir schauen uns die psychologischen Prozesse dahinter an; wie entwickelt sich dieses Muster und wieso ist es so schwer, alleine zu durchbrechen? Warum Kommunikation alleine oft nicht ausreicht und weshalb viele Paare trotz guter Vorsätze immer wieder in dieselben Konfliktdynamiken zurückfallen. In dieser Episode sprechen wir ausserdem über das Reziprozitätstraining in der Paartherapie, und wie dieses an Situationen, in denen sich über längere Zeit Enttäuschungen, Kritik und negative Erwartungen angesammelt und automatisiert haben, ansetzt, um die Grundlage der wohlwollenden Partnerschaft zurückzubringen, bevor weitere Schritte überhaupt gegangen werden können. Eine Folge über Negativspiralen; Lerntheorie & Erwartungen – und darüber, wie Partner:innen in Beziehungen wieder lernen können, Positives zu sehen und zu gestalten, bevor sie daran scheitern, nur noch das Negative zu erwarten.

  5. 3 Typen von Paaren - Was Paartherapeut:innen in der ersten Sitzung erkennen
    17.06., 06:0000:37:59

    66 - Eine Frage, die die meisten Paare nicht oft genug beantworten können: „Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?“ Abermals erzählen sie die Geschichte des ersten Eindrucks; des ersten Auffallens, des ersten Schrittes und der ersten Begegnung. Dabei blühen die meisten jedes Mal auf; und oft hallt die positive Stimmung und das Nähegefühl daraufhin ein gutes Stück nach. Aber warum? Und wie macht sich die Paartherapie dieses Phänomen zunutze? In dieser Episode besprechen wir die erste Sitzung einer Paartherapie; was kann ein erfahrener Psychologe oder Psychologin bereits aus der ersten Interaktion ablesen? Wussten Sie, dass anhand des Auftretens eines Paares in der ersten Sitzung bereits erste Prognosen vorgenommen werden können für den Verlauf der Beziehung? Diese Prognosen werden unter anderem anhand von einer ersten Unterteilung der Paare in 3 Subgruppen aufgestellt, welche wir in dieser Episode vorstellen. Vielleicht erkennen Sie sich oder andere in einer dieser Gruppen wieder? Ausserdem wird in der ersten Sitzung einer Paartherapie ein weiteres Modul angewandt; das sogenannte Oral History Interview. Wie am Anfang schon angedeutet, geht es in diesem Modul darum, diese ‚Magie der Rückbesinnung‘ therapeutisch zu nutzen. Wie genau das gemacht wird, was es bewirkt und was Therapeutinnen und Therapeuten daraus bereits lesen können, erfahren Sie in dieser Episode, optional mit einem eigenen kleinen Einblick anhand einer praktischen Take-Home Übung.

  6. Zu spät für Paartherapie? – Was sie wirklich kann und was nicht
    27.05., 06:0000:53:16

    65 - Enttäuschung, Konflikte, Verletzungen: Viele Paare kommen in ihrer Beziehung zu der Feststellung, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Jetzt steht es vor der Wahl: Trennung? Oder vielleicht doch Unterstützung; wie Paartherapie. Doch wann ist Paartherapie wirklich sinnvoll? Muss eine Beziehung bereits kurz vor dem Ende stehen? Und was kann Paartherapie tatsächlich leisten und was nicht? In dieser Episode sprechen wir darüber, wann Paare professionelle Unterstützung aufsuchen sollten, welche Warnzeichen ernst zu nehmen sind und warum viele Menschen erst sehr spät Hilfe suchen. Gleichzeitig geht es um Erwartungen: Kann Paartherapie jede Beziehung retten? Was passiert eigentlich in den Sitzungen? Und woran erkennt man gute Paartherapie? Wir sprechen über unterschiedliche Therapieansätze, die Bedeutung der Passung zwischen Paar und Therapeut:in und darüber, warum die therapeutische Beziehung oft ebenso wichtig ist wie die Methode allein. Ausserdem geben wir einen Einblick in die kognitiv-verhaltenstherapeutische Paartherapie, welche im Laufe dieser Staffel detailliert vorgestellt wird. Auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen basiert die Paartherapie der kognitiven Verhaltenstherapie und wie kann man die Wirksamkeit einer Paartherapie überhaupt messen? Eine Folge über Chancen und Grenzen von Paartherapie und die Frage, wann Beziehungen Unterstützung brauchen, bevor aus Problemen Entfremdung wird. Für weitere Vertiefung: Buch „Streitet euch“ https://www.orellfuessli.ch/shop/home/artikeldetails/A1068399512

  7. Honeymoon-Phase vorbei – Woran erkennt man, dass eine Beziehung brüchig wird?
    06.05., 06:0000:54:39

    64 - So gut wie alle Partnerschaften beginnen auf Wolke 7; charakterisiert durch Verliebtheit, Positivität und emotionales High. Doch die Trennungsstatistiken zeigen ein anderes Bild: 30-50 % aller Ehen in nord- und westeuropäischen Regionen und den USA werden geschieden; Partnerschaften gehen in die Brüche. Dennoch gibt die grosse Mehrheit der befragten Paare in frischen Beziehungen an, dass sie diesen Trend nicht verstärken werden und mit Sicherheit für immer zusammenbleiben werden. Statistiken betreffen immer die anderen; bei uns ist es anders. Wie passt das zusammen? Und was passiert zwischen dieser initialen Befragung und den ca. 50% derselben Paare, die im Schnitt nach 10-14 Jahren selbst im Amtsgericht sitzen? Die Paarforschung hat sich genau diese Prozesse und Zahlen seit vielen Jahrzehnten genauer angeschaut. In der heutigen Episode sprechen wir darüber: Wie verläuft die typische Beziehung? Welche Faktoren treten zum Erhalt oder heute im Fokus: Zerfall einer Partnerschaft bei? Warum ist die Diskrepanz zwischen dem Selbstbericht am Anfang und am Ende einer Beziehung so gross? Woran erkennt man, dass die eigene Beziehung langsam ins Schwanken gerät und auf welche ersten Anzeichen man wie reagieren sollte: das erfahrt ihr in der aktuellen Episode.

  8. Wie Perfektion eine Beziehung zerstören kann - zwanghafte Persönlichkeitsmuster
    22.04., 07:0000:49:35

    63 - Ordnung. Zuverlässigkeit. Perfektion – Eigenschaften, die wir schätzen: im Job, im Alltag, in Beziehungen. Doch was passiert, wenn genau diese Stärken zu starr werden? Wenn aus Gewissenhaftigkeit Kontrolle entsteht und aus hohen Ansprüchen ein Muster, das Nähe erschwert? In dieser Episode sprechen wir über die zwanghafte Persönlichkeitsstruktur hin zu Persönlichkeitsstörung und darüber, wie sich entsprechende Persönlichkeitsmuster in Beziehungen zeigen können. Woran erkennt man den Unterschied zwischen einer strukturierten Persönlichkeit und einer rigiden, unflexiblen Dynamik? Und warum kann Perfektionismus dazu führen, dass Beziehungen an Lebendigkeit verlieren? Wir schauen uns an, wie solche Muster entstehen; welche Rolle frühe Erfahrungen und Leistungsorientierung spielen können und warum Betroffene ihr Verhalten oft nicht als problematisch erleben. Gleichzeitig geht es um typische Beziehungsmuster: steigender Druck, fehlende Spontanität, das Gefühl, nie zu genügen – und die Frage, was das langfristig mit Nähe, Intimität und Zufriedenheit macht. Eine Folge über Kontrolle, Selbstwert und den Umgang mit zwanghafter Perfektion; wie Beziehung gelingen kann und rigide Muster aufgebrochen werden können.

  9. Psychopathie - Kann ein Mensch wirklich Empathielos sein?
    08.04., 06:0000:57:26

    62 - Wenn Empathie komplett fehlt – geht das überhaupt? Das Thema Psychopathie wird oft mit Serienmördern, kaltblütigen Verbrechen und zwischenmenschlichen Desastern assoziiert; aber was steckt wirklich dahinter? Wir widmen uns diese Episode dem plakativen Thema der Psychopathie und antisozialen Persönlichkeit und definieren und erklären beide Begriffe psychologisch. Was bedeuten diese Bezeichnungen überhaupt und was unterscheidet sie? Wie entsteht und zeigt sich Psychopathie und wie erkennen wir antisoziale Persönlichkeit und psychopathische Züge in Menschen? Was tun, wenn man diesen Mustern begegnet? Vorab: wir unterscheiden gezielt Persönlichkeitsmuster von tatsächlich gezeigtem Verhalten. Ausserdem thematisieren wir das Thema partnerschaftliche Gewalt und sprechen darüber, wie wir „psychopathische“ Gewalt von regulärer Gewalt unterscheiden; Stichwort Typ 1 und Typ 2 Gewalt. Wie die Psychologie Psychopathie und antisoziale Persönlichkeit definiert; und was auch wir tun können, um fälschlicher Stigmatisierung entgegenzuwirken aber uns dennoch rechtzeitig von reellen Gefahren zu schützen, erfahrt ihr in dieser Episode.

  10. Borderline in Beziehungen – Warum Nähe gleichzeitig ersehnt und gefürchtet wird
    25.03., 06:0000:55:26

    61 - Intensive Nähe. Tiefe Verbundenheit. Vielleicht die intensivste Beziehung, die man je erlebt hat. Und dann plötzlich: Verlustangst, Wut, Rückzug oder Überforderung. Gefühle, die sich manchmal überwältigend anfühlen. In dieser Episode sprechen wir über die Borderline-Persönlichkeitsstörung – auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt – und darüber, wie sich entsprechende Persönlichkeitsmuster in Beziehungen zeigen können. Warum schwanken Beziehungen mitunter zwischen Idealisierung und kompletter Entwertung? Wie kann Nähe gleichzeitig ersehnt und gefürchtet werden? Kennzeichnend für Borderline sind stark schwankende Affekte, Identitätsunsicherheit, innere Leere und – in ausgeprägteren Formen – selbstverletzendes Verhalten. Auch wenn nicht jede betroffene Person all diese Merkmale zeigt: Wir klären, wie emotional instabile Muster entstehen, welche Rolle frühe Bindungserfahrungen spielen können und warum selbstschädigende Impulsivität, starke Affekte und Verlassensängste Beziehungen beidseitig herausfordern können. Gleichzeitig geht es um Differenzierung: Was ist ein Persönlichkeitsmerkmal, was eine Störung? Warum Borderline weit mehr ist als die Klischees, die oft darüber kursieren. Eine Folge über Intensität, Verletzlichkeit – und die Dynamiken und Lebensvielfalt hinter starken Gefühlen.

  11. Gibt es zu viel Nähe? – Emotionale Abhängigkeit & dependente Persönlichkeitsstörung
    11.03., 06:0000:42:19

    60 - Tiefe Bindung und Nähe zu einer Person ist ein Grundbedürfnis. Sich voll und ganz auf jemanden einzulassen, ist normalerweise nicht leicht. Wer den Schritt wagt, wird bei der richtigen Person mit Liebe und Verbundenheit belohnt; aber wann ist der Kipppunkt, an dem aus Liebe emotionale Abhängigkeit wird? Was, wenn Alleinsein nicht nur unangenehm, sondern kaum aushaltbar wird? In dieser Episode widmen wir uns der dependenten Persönlichkeitsstörung und emotionaler Abhängigkeit als Persönlichkeitsmuster. Wir sprechen darüber, warum manche Menschen grosse Schwierigkeiten haben, Entscheidungen alleine zu treffen, Konflikte zu riskieren oder eigene Bedürfnisse in einer Beziehung durchzusetzen; sich fügen aus Angst, die Beziehung zu gefährden – und wie sich das paradoxerweise nicht schützend für Partnerschaften äussert. Wie entsteht ein solches Muster? Was muss geschehen, damit sich Trennung existenziell bedrohlich anfühlt und das Unabhängigkeit um jeden Preis gemieden wird? Welche Interaktionsdynamiken sich durch dieses Verhaltensmuster automatisch ergeben, und weshalb gerade die grosse Hingabe an die Partner langfristig größere Beziehungsprobleme erzeugen kann: Wir beleuchten, wo gesunde Verbundenheit endet und Selbstaufgabe beginnt – und warum Autonomie nicht im Widerspruch zu Bindung stehen muss.

  12. Zu gut um wahr zu sein? – Wie paranoide Muster Beziehungen sabotieren
    25.02., 06:0000:41:37

    59 - Geht er mir fremd? Liebt sie mich wirklich? Nutzt er mich nur aus? Wo war sie den ganzen Abend? Misstrauen kann schützen; es kann uns aufmerksam machen, wenn etwas nicht stimmt. Aber was passiert, wenn sich Misstrauen und paranoide Stimmung als Grundgefühl einstellen? Wenn Komplimente hinterfragt, harmlose Bemerkungen als Angriff interpretiert und gute Absichten infrage gestellt werden? In dieser Episode sprechen wir über die paranoide Persönlichkeitsstörung und paranoide Persönlichkeitsmuster: Wie entstehen sie? Warum wirkt das Umfeld oft „bedrohlich“, obwohl objektiv wenig Anlass besteht? Und wo liegt der Unterschied zwischen gesunder Skepsis und einer verfestigten Persönlichkeitsstruktur? Wir schauen auf typische Dynamiken in Beziehungen: Wie Partner, wenn Vertrauen dauerhaft brüchig ist und wie wir unsere eigenen Beziehungen selbst sabotieren, bis sie zerfallen und unsere Muster verstärken. Rückzug, Rechtfertigungsschleifen oder eskalierende Konflikte; eine Folge über Misstrauen, Verletzlichkeit – und die Frage, wie Vertrauen überhaupt möglich wird.

  13. Aufmerksamkeit um jeden Preis? - Histrionische Persönlichkeit in Beziehungen
    11.02., 06:0000:47:06

    58 - Aufmerksamkeit um jeden Preis - so wirken Menschen auf uns, die etwas zu gerne im Mittelpunkt stehen wollen; sei es durch absichtliches Verfehlen des Dresscodes oder theatralischem Auftreten. Aber warum macht man so etwas? In dieser Episode geht es um histrionische Verhaltensmuster, und in ihrer stärksten Ausprägung die histrionische Persönlichkeitsstörung. Auch wenn die meisten keine Diagnosekriterien erfüllen; wie sieht diese Persönlichkeitsstruktur aus und ab wann sprechen wir von einer Störung? Wir besprechen spannende Vorerfahrungen aus der Kindheit und wie Aufmerksamkeitssuchendes Verhalten entsteht und später aufrechterhalten wird. Spannend wird diese Dynamik auch in romantischen Beziehungen; was zunächst als spannend, auffallend besonders und lebhaft auffällt wird schnell zu einem anstrengenden Konflikt. Wie sich histrionisches Verhalten in Beziehung äussert, woran man es erkennt und wie man echte Emotion von instrumentell eingesetzter Theatralik unterscheidet, und vor allem: was man tun kann, um die Problematik zu lösen und den Bedürfnissen auf den Grund zu gehen, das und mehr diskutieren wir in dieser Episode.

  14. Narzissmus in Beziehungen – Psychologie statt Halbwissen
    28.01., 06:0001:10:51

    57 - Narzissmus ist in aller Munde – kaum ein Begriff wird im Partnerschaftskontext so viel hin und her geschmissen. Man redet bei vermeintlichen „Narzissten“ in Beziehungen fast schon von einer Art Täter-Opfer Dynamik. Man spricht von narzisstischen Mustern, wie man diese erkennt und tauscht sich über tragische Geschichten aus, wo oft von toxischen Beziehungen, Gaslighting, Manipulation, Abwertung und mitunter auch von Missbrauch die Rede ist. Aber was ist eigentlich Narzissmus? Was bedeutet der Begriff wirklich, und reden wir alle vom gleichen? Woran erkenne ich, ob jemand Narzisstisch ist und wann ist es vielleicht doch etwas anderes? Vorab können wir als Psychologen sagen; wir unterscheiden den Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft, und die narzisstische Persönlichkeitsstörung als diagnostizierbare psychische Störung – denn beides sind sich unterscheidende Phänomene, auch wenn sie auf dem gleichen Konzept aufbauen. Und Spoiler: Das eigentliche Konzept ist nicht so negativ eingefärbt, wie es oft scheint. In dieser Episode erfahrt ihr, was psychologisch definierter Narzissmus ist, wie er entsteht; was für einen menschlichen Ursprung er hat und welche Bedürfnisse und Unsicherheiten diesem Muster unterliegen. Ihr erfahrt, was die Eigenschaft von der Störung unterscheidet, wie sich Narzissmus in Beziehungen äussert und wie man solche Muster erkennen kann. Warum fühlt man sich oft so angezogen von diesen Menschen, und wann ist der Kipppunkt erreicht? Warum fällt es vielen so schwer, zu kommunizieren, zu kritisieren und auch, im Zweifel, zu gehen? Wir besprechen auch, was man tun kann, wenn man diese Muster bei sich oder einem Partner feststellt; was wirklich hilft, und wann man lieber den Schlussstrich der Beziehung ziehen sollte.

  15. Wie wichtig ist die Persönlichkeit meiner Partner*in?
    14.01., 06:0000:58:04

    56 - Persönlichkeit macht Beziehungen einzigartig – und manchmal auch schwierig. Ob offen oder zurückhaltend, strukturiert oder chaotisch, humorvoll und emotional: Wir alle unterscheiden uns darin, wie wir denken, fühlen und handeln. Doch was ist eigentlich Persönlichkeit? Wann sprechen wir von stabilen Persönlichkeitsmerkmalen, und wann eher von situativen Reaktionen? In dieser Episode schauen wir auf Persönlichkeit im Beziehungskontext. Welche Persönlichkeitsmerkmale sind für Partnerschaften besonders relevant? Woran machen wir Passung fest? Warum zeigen sich bestimmte Eigenschaften gerade in engen Beziehungen oft stärker als im Alltag? Und wieso geraten manche Paarkonstellationen immer wieder an dieselben Konfliktpunkte? Wir sprechen über typische Persönlichkeitszüge, die in Paarforschung und Therapie besonders häufig auffallen; und darüber, wie sie Beziehungen belasten können, ohne automatisch „problematisch“ oder pathologisch zu sein. Gleichzeitig schlagen wir die Brücke zu den kommenden Episoden und klären, wo die Grenze zwischen Persönlichkeit, verfestigten Mustern und Persönlichkeitsstörungen verläuft. Eine Folge über Persönlichkeit, Passung, und darüber, warum wir in Beziehungen Persönlichkeit oft dort vermuten, wo eigentlich ganz andere Prozesse wirken.

  16. Autismus: Häufig missverstanden – und stärker in Beziehungen, als viele denken
    03.12., 06:0001:08:29

    55 - Autismus wird von vielen noch immer stark missverstanden. Zwischen Klischees vom „Genie“ auf der einen Seite und dem „beziehungsunfähigen Aussenseiter“ auf der anderen gehen oft die eigentlichen Merkmale und Stärken unter. In dieser Episode sprechen wir über die Autismus Spektrum Störung (ASS), die nach ICD-11 als Spektrum verstanden wird, und darüber, was Autismus tatsächlich ist – und was nicht. Wir erklären die zentralen Kriterien, zum Beispiel Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und rigide Routinen, aber auch das besondere Wahrnehmungsprofil, aus dem sich häufig Nischeninteressen und beeindruckende Talente in bestimmten Bereichen entwickeln. Wir gehen darauf ein, warum Menschen mit ASS sehr wohl Emotionen wahrnehmen und emotionale Empathie besitzen, gleichzeitig aber kognitive Empathie und unausgesprochene soziale Regeln anspruchsvoll sein können. Im Beziehungskontext schauen wir uns an, warum Smalltalk, Gruppensituationen und soziale Veranstaltungen anstrengend sind, weshalb Online-Dating für manche Menschen im Spektrum eine hilfreiche Alternative ist und welche typischen Missverständnisse in Partnerschaften entstehen. Gleichzeitig sprechen wir über Stärken, die in Beziehungen besonders wertvoll sind: Direktheit statt Spielchen, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Loyalität, wenn man sich einmal auf eine Person eingelassen hat – und was sich neurotypische Paare davon vielleicht abschauen können. Wir geben einen Einblick in die Autismus Spektrum Störung aus Beziehungs- und Alltagsperspektive: Welche Herausforderungen begegnen Betroffenen und Angehörigen, was entlastet im Miteinander und wo liegen die Chancen in Beziehungen mit Menschen im Spektrum. Eine Episode über Mythen, Realität und darüber, warum Autismus in Beziehungen oft ganz anders aussieht, als viele glauben.

  17. Von Sorgen bis Panik: Generalisierte Angststörung und Agoraphobie in der Partnerschaft
    19.11., 06:0000:49:31

    54 - „Overthinker“ oder gefangen in einer Angstspirale? In dieser Episode widmen wir uns den beiden Angststörungen, die Beziehungen am stärksten belasten: der Generalisierten Angststörung (GAS) und der Agoraphobie (inklusive Panikstörung, oder losgelöst). Während die letztens besprochenen Phobien die häufigsten Störungsformen sind, zeigen gerade diese beiden Störungen eine der engsten Verbindungen zu niedriger Partnerschaftszufriedenheit; mit oft tiefgreifenden Folgen für den gemeinsamen Alltag. Wie führt das ständige Sorgenmachen bei der GAS zu einer psychischen Dauerbelastung, die körperliche Folgen hat und auch den Partner mit hineinzieht? Wie entsteht aus gut gemeinter Unterstützung plötzlich Co-Rumination, emotionale Erschöpfung und das Gefühl, dass die Beziehung zunehmend schwerer und negativer wird? Und ab wann sind Sorgen kein Persönlichkeitsstil oder „Overthinking“ mehr, sondern ein pathologisches Muster? Bei der Agoraphobie sprechen wir über die Natur von Panikattacken. Aber auch darüber, wie Vermeidung den Radius des eigenen Lebens immer weiter verkleinert; und wie die Partnerin oder der Partner oft unbemerkt als willkommene „Flucht“ Teil des Sicherheitsverhaltens wird. Was bedeutet es für eine Beziehung, wenn eine Person das Haus kaum noch allein verlässt? Warum wird Nähe dann manchmal zur Falle, weil sie Sicherheit gibt, aber uns mit der Zeit die Autonomie nimmt? Wir erklären, wie diese Störungen entstehen, wie sie sich im Alltag zeigen, warum sie Beziehungen so stark beeinflussen und welche Mechanismen die Angst unbeabsichtigt immer weiter verstärken. All das, und wie kleine Veränderungen im Interaktionsmuster so viel bewirken können, gibt’s in dieser Episode.

  18. Soziale Angst & Phobien – wie Angst entsteht und sich selbst verstärkt
    05.11., 06:0000:51:44

    53 - Phobien gehören zu den häufigsten psychischen Störungen überhaupt: Fast jede dritte Person erlebt im Laufe ihres Lebens eine Form davon. Doch wie wird aus einem Tier, einer Situation oder einem Gegenstand plötzlich etwas, das Panik, Herzrasen und Schweißausbrüche auslöst? In dieser Episode sprechen wir über die Entstehung und Aufrechterhaltung von Phobien; warum unser Gehirn Angst manchmal „lernt“, obwohl keine reale Gefahr besteht, und wie sich dieses Lernen verselbstständigen kann. Wir besprechen, wie sich Ängste verfestigen, wie Vermeidung sie langfristig verstärkt, und was dabei in Körper Psyche vor sich geht. Ein besonderer Fokus liegt hier auch auf der sozialen Angststörung: eine Störung, die tief in unser Denken und Fühlen eingreift. Wir besprechen, wie soziale Angst Partnerwahl und Beziehung beeinflusst, warum sich Betroffene zunehmend zurückziehen, und weshalb wohlmeinende Schonung durch Partnerin oder Partner die Angst verstärkt. Ausserdem kann man bestimmte Ängste selbst angehen; alleine oder mit PartnerIn. Wir zeigen, wie einfache Verhaltensängste im Alltag desensibilisiert werden können und wie wir Nahestehenden helfen, Angst langfristig zu überwinden. Eine Folge über die Mechanismen von Angst, Beziehungsdynamiken und Wege, „mutiger“ durchs Leben zu gehen.

  19. Essstörungen verstehen - Anorexie, Bulimie & Binge-Eating im Alltag und in Beziehungen
    22.10., 06:0000:54:38

    52 - Manchmal geniessen wir es, manchmal schlingen wir es runter auf dem Weg zum Meeting. Manche orientieren ihre Alltagsroutine daran, andere nehmen es so, wie der Hunger kommt: Essen ist weit mehr als blosse Nahrungsaufnahme. Es ist für viele ein Teil von Kultur und Alltag, aber auch Nähe und Intimität. Doch was geschieht, wenn das Essen langsam den ganzen Alltag, irgendwann auch das gesamte Denken einnimmt? Was für manche unvorstellbar ist, ist für viele Realität: zwischen 5 und 18%, je nach Bericht, sind in westlichen Regionen von Essstörungen betroffen. Wir unterscheiden hierbei klinisch die Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa und die Binge-Eating-Störung. Auch wenn die drei Störungsbilder sich stark voneinander unterscheiden, tragen sie im Kern eine Gemeinsamkeit: Das gestörte Essverhalten, das schwer unter Kontrolle zu kriegen ist. Aber wie entsteht so eine Essstörung? Spielen Schönheitsideale und Medien, Gewohnheiten und Routinen der Eltern, Persönlichkeitseigenschaften oder doch frühe Bindungserfahrungen eine zentrale Rolle? In unserem Podcast sprechen wir auch darüber, wie Essstörungen sich auf Partnerschaften auswirken. Rigide Routinen, Sorgen oder überhöhter Perfektionsanspruch zu gefallen; wir besprechen spannende Verstärker-Dynamiken, die unter Partnern entstehen können. Während die Anorexie oft schon vor einer Beziehung beginnt, treten die Herausforderungen für Paare erst im Zusammenleben deutlich hervor. Bei Bulimie und Binge-Eating zeigen sich die Belastungen häufig später – aber mit gravierenden Auswirkungen auf die gemeinsame Lebensgestaltung. Wir diskutieren, wie dieses Störungsbild Alltag, Sozialleben, Sexualität und vieles mehr beeinträchtigt – und wie man in einem so sensiblen Feld einen hilfreichen Umgang findet.

  20. Alkoholsucht in der Partnerschaft - Ursachen, Folgen und was wirklich hilft
    08.10., 06:0000:53:58

    51 - Alkohol gehört bei vielen im Leben dazu; schon früh wird man zum Trinken sozialisiert, beobachtet es im Elternhaus oder in Filmen und kann es kaum erwarten, ins Trinkalter zu kommen. Auch fortlaufend findet sich Alkohol auf guten Feiern, beim Abendessen und einfach beim Geniessen des Lebens. Aber wieso sind wir so gewöhnt an eine potenziell so problematische Substanz? Wir sprechen darüber, wie der Alkohol in unsere Kreise kam, was Alkohol mit uns macht und wie er uns, wenn man nicht aufpasst, abhängig macht und im schlimmsten Fall eine Suchterkrankung triggern kann. Uns bei Beziehungen verstehen interessiert hier aber auch vor allem eins: wie Alkoholabhängigkeit sich auf die Partnerschaft auswirkt; wie sie Bindungsdynamiken beeinflusst, und unsere Partner*innen oder Kinder beeinträchtigt. Was tun, wenn der Partner oder die Partnerin doch ein paar Gläschen Wein mehr trinkt als zuvor vorgenommen, und das immer regelmäßiger? Wie geht man damit um, wenn die Stimmungszustände eines Nahestehenden immer unvorhersehbar werden; Verhalten impulsiver und den vorherigen Verantwortungen nicht mehr nachgegangen werden kann? Und was ist der nächste Schritt, wenn man bei sich selber allmählich den Kontrollverlust feststellt, wenn Alkohol im Spiel ist? Wir besprechen, wie eine Alkoholabhängigkeit entsteht, welche Ursachen und Risikofaktoren es zu beachten gilt, aber auch vor allem, was man rechtzeitig tun kann, für sich selber oder für den Partner bzw. die Partnerin. Alkoholkonsumstörung: Was ihr wissen solltet & was wirklich hilft!

Wie entsteht Beziehung? Ist der Mensch monogam? Wie kommunizieren wir? Wieso streiten wir? Wie funktionieren Beziehungen und was braucht es, diese glücklich zu leben? Wie öffnet man sich emotional? Was ist Commitment? Was sagt mein Bindungsstil über mich aus? In unserem wissenschaftlichen Psychologie-Podcast gehen wir jeden zweiten Mittwoch zahlreichen Fragen und faszinierenden psychologischen Prozessen auf den Grund, erklärt anhand praktischer Beispiele und echter Geschichten. Professor und Paartherapeut Guy Bodenmann erzählt aus Forschung und Praxis, interviewed von Kristina Schneider.