Podcast

AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie

Karl Urban und Franziska Konitzer

Science

148 Episoden · neueste 01.10.

Episoden

148
  1. Schwarze Löcher: Wenn die Raumzeit zu stark zittert
    09.03., 00:0000:37:31

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Mit einem Happs ist alles im Schlund: Wenn zwei Schwarze Löcher miteinander verschmelzen, ist das ein gewaltiges kosmisches Ereignis, das die ganze Raumzeit erbeben lässt. Physikerinnen und Physiker freuen sich dann über die dabei entstehen Gravitationswellen, jenes Zittern der Raumzeit, das erstmals 2015 mit dem Gravitationswellendetektor LIGO gemessen wurde. Inzwischen ist die Entdeckung von solchen Verschmelzungen fast Routine geworden, über 90 Ereignisse zählt der dritte Gravitationswellenkatalog. Doch schon das erste entdeckte Gravitationswellensignal namens GW150904 gab Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mehrere Rätsel auf: Die beiden Schwarzen Löcher, die da miteinander verschmolzen, waren eigentlich viel zu massereich, um existieren zu dürfen. Und kaum hatte man sich darüber Gedanken gemacht, gab es schon das nächste Problem: Wie schafft es dieses kompakte Doppelsystem, sich überhaupt nahe genug zu kommen, um miteinander zu verschmelzen, ohne sich vorher schon zu zerstören? Und dazu müsste dieser kosmische Annäherungsversuch eigentlich länger brauchen, als das Universum alt ist. Franzi erzählt Karl in dieser Podcast-Folge die Geschichte dieser kompakten Binärsysteme: Denn Forschende wissen inzwischen dank der Gravitationswellen, dass es sie gibt. Warum es sie gibt, ist hingegen weniger klar. Weiterlesen bei RiffReporter Das Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße hautnah Interview: Das Universum im Visier des James Webb Space Telescope Das Rätsel der Schwarzen Löcher Weiterführende Links WP: Stern WP: Blauer Riese WP: Hertzsprung-Russell-Diagramm WP: Doppelstern WP: Hulse-Taylor-Pulsar WP: Schwarzes Loch WP: Gravitationswelle WP: LIGO LIGO-Katalog 03b WP: GW150914 – First observation of gravitational waves (Englisch) Quellen Website des Gravitationswellendetektors LIGO Fachartikel: Compact Binary Coalescences: Astrophysical Processes and Lessons Learned

  2. Der betonierte Planet
    23.02., 00:0001:05:00

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! William Aspdin war kein einfacher Zeitgenosse: Der Baustoff-Unternehmer im England des 19. Jahrhunderts trieb schon mal Geschäftspartner in den Ruin oder entwendete Straßenbelag als Rohstoff für seine Fabrik. Und doch ebnete Aspdin den Weg in die Moderne: Er entwickelte im Jahr 1843 den Portland-Zement, der bis heute das wichtigste Bindemittel für Beton ist. Aspdins Erfindung machte das moderne Bauen erst möglich – mit allen damit verbundenen Glanz- und Schattenseiten. In dieser Folge erzählt Karl vom beliebtesten Baustoff der Menschheit und seinen Folgen: Derzeit baut der Mensch so viele Häuser, Brücken und Dämme wie nie zuvor, mit steigender Tendenz und wachsenden globalen Problemen. Sand und Kies werden knapp, wichtige Rohstoffe für den Beton. Und die Zementindustrie ist für rund jede zehnte Tonne CO2 verantwortlich, die der Mensch in die Atmosphäre ausstößt. Architekten, Bauingenieure und Chemiker tüfteln an Lösungen. Sie wollen einen Zement, der das Klima schont. Andere wollen den Beton sparsamer einsetzen oder fordern, den Schutt abgerissener Gebäude häufiger zu recyceln. Und dann wäre da noch die Idee, einen betonartiges Gestein auch für eine Basis auf dem Mond herzustellen. Überschlagsrechnung Karl erzählt in dieser Folge, wie viel Beton die Menschheit pro Jahr herstellt. Sie entspricht einer 30 Zentimeter dicken Mauer, die einmal den Äquator umspannt und die über 1000 Meter hoch ist. Globales Betonvolumen: \(V = 14 \cdot 10^9 m^3\) (Quelle, für 2020) Erdumfang: \(l = 40.000 km\) Breite der Mauer: \(b = 0,3 m\) Höhe der Mauer: \(h = \frac{V}{l \cdot b} = 1167 m\) Links Weiterlesen bei RiffReporter Zertifikate gegen Flächenfraß: „Bauprojekte oft am Bedarf vorbei geplant.“ Neuer Bericht: „Die CO2-Entnahme aus der Atmosphäre ist kein Kann, sondern ein Muss“ Wachstum der Menschheit: Die reine Zahl ist nicht ausschlaggebend, es kommt auf Lebensweisen an Weiterführende Links WP: William Aspdin (englisch) WP: Zement WP: Beton WP: Pantheon WP: James Parker WP: Parker’s Roman Cement WP: Joseph Aspdin WP: Portland (Insel) WP: Branntkalk / Calciumoxid WP: Puzzolane WP: Puzzioli WP: Klinker WP: Anthropozän WP: Sand theft (englisch) WP: Carbon Capture and Storage VDI Nachrichten: CCS als Königsweg für die Zementbranche KIT: Novacem WP: Olivine 320°: Holcims erste Anlage für kohlenstoffarmen Zement / kalzinierter Ton (englisch) WP: Regolith Quellen Fachartikel: Eco-efficient cements: Potential, economically viable solutions for a low-CO2, cement-based materials industry, UNEP (2016) Fachartikel: Fateri, M. et al.: Solar Sintering For Lunar Additive Manufacturing (2019)

  3. Blaue Riesensterne: Nimm Zwei!
    09.02., 00:0000:59:43

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Sterne gibt es entweder im Miniaturformat: Von Roten Zwergen über die uns vertrauten sonnenähnlichen Sterne bis zu den geradezu überdimensionierten Gesellen: Blaue Riesen. Sie können einige hundert Mal so groß wie die Sonne sein. Zu einem Besuch wird abgeraten: In ihrer Umgebung geht es hoch her. Und doch haben wir den Blauen Riesen eine ganze Menge zu verdanken: den Kohlenstoff, aus dem das Leben besteht oder den Sauerstoff, den wir in jedem Moment atmen. Ohne Blaue Riesen gäbe es uns wahrscheinlich nicht. Doch Blaue Riesen sind nicht nur recht selten, sondern es gibt sie auch nur für relativ kurze Zeit: Die Kernfusion in ihrem Innern hält nur wenige Millionen Jahre durch, bevor Blaue Riesen als Supernova explodieren. Und dann ist da auch noch die Tatsache, dass gerade diese riesigen Sterne üblicherweise nicht allein vorkommen, sondern fast immer einen Begleitstern haben. Und wenn der auch ein Blauer Riese ist, dann wird es richtig spannend! In dieser Folge von AstroGeo erzählt Franzi die Geschichte der massereichsten Sterne im Universum: wie sie aussehen, warum ihre Entwicklung so spannend ist und was wir ihnen zu verdanken haben – vor allem, wenn sie im Doppelpack vorkommen. Plus Beobachtungstipps, wo und wie ihr selbst Blaue Riesen sehen könnt. Links Weiterlesen bei RiffReporter Warum Beteigeuze vielleicht doch nicht morgen schon explodiert Vom ersten Stern zur Spiralgalaxie – die Geschichte unserer Milchstraße Buchtipp: Licht im Dunkeln. Schwarze Löcher, das Universum und wir Weiterführende Links WP: Stern WP: Blauer Riese WP: Roter Zwerg WP: Hertzsprung-Russell-Diagramm WP: Sternbild Orion WP: Röntgendoppelstern WP: Wärmeübertragung WP: Cygnus X-1 WP: Doppelstern WP: Beteigeuze WP: Supernova WP: Bellatrix WP: Roter Überriese WP: Kernfusion Homepage von Selma de Mink Star Trek TNG: Der Gott der Mintakaner Quellen Fachartikel: Binary Interaction Dominates the Evolution of Massive Stars Video: Artist’s impression of the evolution of a hot high-mass binary star

  4. Massensterben im Treibhaus
    26.01., 00:0001:16:40

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Die Geschichte der Tiere auf der Erde umfasst über eine halbe Milliarde Jahre, doch verlief sie nicht geradlinig. Insgesamt mindestens fünfmal stand das Leben am Abgrund. Längst noch nicht jedes Massensterben der Erdgeschichte ist aufgeklärt. Zwischen den Zeitaltern Perm und Trias war es besonders schlimm: Der blaue Planet erlebte vor 251 Millionen Jahre das bis heute größte Massensterben seiner Tierwelt, bei dem über 70 Prozent der Landtiere und sogar 95 Prozent aller Tierarten in den Meeren ausstarben. Karl hat für diese des AstroGeo Podcast viele Studien gesichtet: Was wissen Geologinnen und Geologen über die Ursache der permotriassischen Katastrophe? Über die letzten Jahrzehnte wurden etliche Thesen formuliert, allen voran brodelnde Vulkane im heutigen Sibirien und der Einschlag eines gewaltigen Meteoriten. Mittlerweile ist klar: Das größte Massensterben sollte uns Menschen interessieren. Denn Vieles, was damals auf der Erde passierte, scheint sich nun durch unser Handeln zu wiederholen, wenn wir nichts dagegen unternehmen. Links Weiterführende Links WP: Perm-Trias-Grenze WP: Perm WP: Trias WP: Karbon WP: Arthropoden WP: System (Geologie) WP: Lignin WP: Steinkohle WP: Dinocephalia WP: Gorgonopsia WP: Brachiopoden WP: Trilobiten WP: Kreide-Paläogen-Grenze WP: Fullerene WP: Chicxulub-Krater WP: Bedout (Crater) WP: Biomarker WP: Purpurbakterien WP: Delta-C-13 WP: Methan WP: Methanhydrat Quellen Buch: Retallack, G., Soil Grown Tall, The Epic Saga of Life from Earth, Springer (2022) Buch: Ward, P. & Kirshvink, J.: A New History of Life, Bloomsbury Press (2015) Fachartikel: Becker, L. et al.: Impact Event at the Permian-Triassic Boundary: Evidence from Extraterrestrial Noble Gases in Fullerenes (2001) Fachartikel: Berner, R.: Examination of hypotheses for the Permo–Triassic boundary extinction by carbon cycle modeling (2002) Fachartikel: Becker, L. et al.: Bedout: A Possible End-Permian Impact Crater Offshore of Northwestern Australia (2004) Fachartikel: Retallac G.: Methane Release from Igneous Intrusion of Coal during Late Permian Extinction Events (2008)

  5. Sterne verstehen mit Lochkarten
    12.01., 00:0001:03:48

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Wie heiß ist es im Inneren der Sonne? Wie groß ist der Rote Zwerg von Nebenan? Und wie lange hat Beteigeuze ungefähr noch, bevor er als Supernova explodieren wird? Das alles lässt sich einfach ausrechnen – und zwar mit nur vier scheinbar einfachen Gleichungen. Das Innere eines Sterns ist berechenbar, und das weit in die Vergangenheit und genauso in die Zukunft. Aber natürlich ist im Universum nichts so einfach, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, auch Sterne nicht. Denn um die Struktur und die Entwicklung von Sternen zu berechnen, kommt man mit Papier, Bleistift und Gehirnschmalz alleine nicht weiter. Deswegen waren schon die ersten Computer von großer Hilfe, selbst wenn die am Anfang noch einen ganzen Raum ausgefüllt haben und mit Lochkarten gefüttert wurden. In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts erzählt Franzi die Geschichte eines solchen „Rechenmaschinenprogramms“, das seit den 1960er-Jahren bis heute weiterentwickelt wird: einem Code, der Physikerinnen und Physikern verrät, wie es im Inneren eines Sterns aussieht und wie er sich entwickeln wird. Keine Sorge: Für den Genuss dieser Folge sind weder mathematische Fähigkeiten noch Programmierkenntnisse nötig. Links Weiterführende Links WP: Stern WP: Rudolf Kippenhahn WP: Sternaufbau WP: Kernfusion WP: Roter Zwerg Homepage von Emmi Meyer Homepage von Achim Weiss GARSTEC – Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching WP: Fortran WP: Hertzsprung-Russell-Diagramm WP: Bellatrix WP: Beteigeuze WP: Astroseismologie WP: Cepheiden WP: Henrietta Swan-Leavitt Quellen Fachartikel: GARSTEC—the Garching Stellar Evolution Code Buch: Stellar Structure and Evolution Fachartikel: Sternentwicklung I. Ein Programm zur Lösung der zeitabhängigen Aufbaugleichungen

  6. Ein Herz und vier Sorten Eis
    29.12., 00:0000:53:27

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Pluto ist eine beliebte Welt. Spätestens seit am 14. Juli 2015 die NASA-Raumsonde New Horizons an dem Zwergplaneten vorbeigerauscht war, flogen ihm die Herzen vieler Menschen zu. Es zeigte sich auch, dass auf seiner Oberfläche selbst ein Herz sitzt, wenn auch ein sehr kaltes. Denn die mittlere Temperatur auf Plutos Oberfläche mit seinem gewaltigen herzförmigen Gletscher aus Stickstoffeis liegt bei gerade einmal minus 229 °C. Karl taucht in dieser Folge des Podcasts in die Geologie des Plutos ein. Schon lange vor dem Vorbeiflug von New Horizons gab es einige Kenntnisse über die ferne Welt. Doch erst die Daten der Sonde zeigten, wie dynamisch sich der Zwergplanet im Laufe eines 248 Erdjahre langen Sonnenumlaufs verändert. Gleich vier Eissorten spielen dabei eine wesentliche Rolle: Sie gleiten als Gletscher über die Oberfläche, sublimieren in eine dünne Atmsphäre, bilden steile Berghänge oder brechen aus Kryovulkanen als eisige Lava empor. Links Weiterlesen bei RiffReporter Pluto und viele andere: Hubbles beste Bilder aus 30 Jahren Asteroiden: längst keine langweiligen Kartoffeln mehr Weiterführende Links WP: Clyde Tomaugh WP: Pluto WP: Charon WP: New Horizons WP: Tombaugh Regio (englisch) WP: Sputnik Planitia (englisch) WP: Tholine WP: Lavatunnel Spektrum.de: Pluto spuckt Eis (von Franzi Konitzer) Quellen Youtube: Veronica Bray, University of Arizona: Geology of Pluto Singer et al.: Large-scale cryovolcanic resurfacing on Pluto (2022) Bertrand et al.: The nitrogen cycles on Pluto over seasonal and astronomical timescales (2018) Moore et al.: The Geology of Pluto and Charon Through the Eyes of New Horizons (2016) Howard et al.: Present and past glaciation on Pluto (2016) Distribution and Evolution of CH4, N2 , and CO Ices on Pluto’s Surface: 1995 to 1998 (2001) Dressler & Russel: From the ridiculous to the sublime: The pending disappearance of Pluto (1980)

  7. Quasisterne in der Ferne
    15.12., 00:0000:53:53

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Sie sind heller als jeder Stern und halten länger durch als jede Supernova: Die allerhellsten Lichter am Himmel sind Quasare. Zwar war der Begriff „Quasar“ schnell gefunden, nachdem der allererste Kandidat – namens 3C 273 – in den 1960er-Jahren aufgestöbert worden war: „Quasar“ steht für „quasi-stellar radio source“, also: Sieht aus wie ein Stern, aber eben nur fast, und auch übrigens hauptsächlich im Radiobereich. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter den Quasaren? Die allerhellsten Objekte im Universum werden von den dunkelsten Objekten im Universum angetrieben: von supermassereichen Schwarzen Löchern, die sich in den Zentren von Galaxien verbergen. Franzi erzählt die Geschichte, wie Quasare entdeckt wurden: Warum diese exotischen Objekte es schaffen, so hell zu leuchten, was die Expansion unseres Universums damit zu tun hat, warum Quasare nur eine Phase für eine Galaxie sind – und warum es für uns ziemlich praktisch ist, dass unsere eigene Galaxie derzeit keinen Quasar in ihrem galaktischem Zentrum beherbergt. Links Weiterlesen bei RiffReporter Nobelpreis 2020: Preisträger Reinhard Genzel über die Erforschung des Zentrums der Galaxis Weiter Ärger mit der Expansion: Astrophysiker Rolf-Peter Kudritzki über die Tücken der Hubble-Konstante Quasare gesucht, Pulsare gefunden: Wie Jocelyn Bell vor 50 Jahren die ersten Neutronensterne entdeckte Weiterführende Links WP: Maarten Schmidt (englisch) WP: Quasar (englisch) WP: 3C 273 WP: Cambridge Catalog of Radio Sources (englisch) WP: Balmer-Serie WP: Rotverschiebung WP: Hintergrundstrahlung WP: Hubble-Konstante WP: Parallaxe WP: Aktiver Galaxienkern WP: Schwarzes Loch WP: Sagittarius A* WP: Akkretionsscheibe WP: Supernova WP: Cygnus X-1 Deutschlandfunk: Lichtechos sollen die innere Struktur von Quasaren enthüllen Quellen Fachartikel: A Brief History of AGN Fachartikel: Turbulent cold flows gave birth to the first quasars Fachartikel: 3C 273 : A Star-Like Object with Large Red-Shift Pressemitteilung: Schärfster Blick in den Kern von 3C 273

  8. Am Inn kehrt die Natur zurück
    01.12., 00:0000:58:44

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Er ist der sechstlängste Fluss der Alpen und er könnte ein Naturparadies sein: Doch der Inn ist wie alle Flüsse der mitteleuropäischen Kulturlandschaft vom Menschen stark verändert worden. Er wurde begradigt, von Dämmen begrenzt und mit Staudämmen unterbrochen. Viele seltene Arten, die den Inn und seine Ufer einmal besiedelten, sind längst verschwunden. In dieser Folge von AstroGeo erzählt die Journalistin und Flussreporterin Sonja Bettel von der Renaturierung des Inns. Der Fluss wird wieder geweitet; ihm wird Raum gelassen, um sein Bett selbst zu suchen. Zwar gelang das erst an einigen Stellen, aber die länderübergreifende Anstrengung zeigt bereits Erfolge: Seltene Arten wie der Flussuferläufer oder der Zwerg-Rohrkolben kehren zurück. Ein gemeinsamer, wissenschaftlich erstellter Aktionsplan soll bei der gemeinsamen Anstrengung helfen. Weiterlesen bei RiffReporter InnSieme: Die Natur kehrt an den Inn zurück InnSieme: Gemeinsam für mehr Natur am Inn Lech: Ein gezähmter Fluss wird wieder wild Sélune: Größter Staudammabbruch in Europa Donau: Ein Forschungsprojekt über den Fluss der Erzählungen Flüsse in Österreich: Rechnungshof kritisiert: Zu spät, zu wenig Geld Interview: „Das Netzwerk ist das, was Flüsse ausmacht“ Matrose auf der Donau: „Das war ein großes Abenteuer“ Weiterführende Links WP: Engadin WP: Inn WP: Maloja WP: St. Moritz WP: Lunghinsee WP: Lunghinpass Projekt Innsieme WP: Kufsteinlied WP: Val Bever WP: Deutsche Tamariske WP: Flussuferläufer WP: Flussregenpfeifer WP: Franziszeische Landesaufnahme YT: Umgehungsgewässer Ering-Frauenstein WP: Zwerg-Rohrkolben WP: Europäische Äsche

  9. Die Stickstoff-Schwemme
    17.11., 00:0001:02:15

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Eigentlich ist Stickstoff ein unverzichtbares Element für alle Lebewesen. Über Jahrmilliarden waren biologisch nutzbare Formen des Stickstoffs heiß begehrt und rar. Doch seit rund hundert Jahren hat sich die Lage auf der Erde drastisch verändert. Seitdem verschmutzt und überdüngt die Menschheit den Planeten mit Stickstoff-Verbindungen wie Nitrat, Stickoxiden, Ammoniak und Lachgas und verändert damit fundamental die Bedingungen im Spiel des Lebens – eine problematische Premiere in der Erdgeschichte. In dieser Episode von AstroGeo taucht die Wissenschaftsjournalistin und Geoökologin Anne Preger in die Geschichte um den Stickstoff ein. Sie erzählt, welche Folgen die globale Überdosis an Stickstoffverbindungen für die menschliche Gesundheit, die Artenvielfalt, die Luftqualität und das Klima mit sich bringt und wie sich Stickstoff zielgerichteter einsetzen ließe. Zu alledem hat Anne Preger ein Sachbuch recherchiert und geschrieben. Episodenbild: Anne Preger Weiterführende Links Buch: Anne Preger, Globale Überdosis. Stickstoff – die unterschätzte Gefahr für Umwelt und Gesundheit WP: Geoökologie WP: Stickstoffkreislauf WP: Guano WP: Heinrich Ohlendorff WP: Salpeter / Natriumnitrat WP: Hamborger Veermaster WP: Fritz Haber WP: Carl Bosch WP: Haber-Bosch-Verfahren The Nobel Prize: Fritz Haber WP: Todeszonen / Hypoxie WP: Ammoniak WP: Stickoxide WP: Lachgas Quarks Storys Podcast: Mangelware im Überfluss Vorangedacht-Blog: Für eine gesündere Erde – so wird der eigene Stickstoff-Fußabdruck kleiner Spektrum: Das Schlaraffenland-Experiment National Trust: Tyntesfield Bei den Riffreportern Interview mit Anne Preger zum Buch „Globale Überdosis“ Schiet happens – wie Seevögel die Weltgeschichte verändert haben Tote Meere, grüne Monotonie: Wie zu viel Stickstoff global die biologische Vielfalt bedroht

  10. Überwintern am Südpol
    03.11., 00:0001:01:30

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Für viele ist es ein Kindheitstraum: einmal den Winter am wohl unwirtlichsten Ort der Erde verbringen. Die Amundsen-Scott-Südpolstation wurde 1956 gegründet, seither stetig ausgebaut und sie ist das ganze Jahr über besetzt. Eine der wichtigsten Aufgaben der Station ist die astronomische Forschung, denn an kaum einem anderen Ort der Erdoberfläche ist die Luft so dünn und trocken. Doch der Betrieb der verschiedenen Observatorien mitten in der vereisten Antarktis ist herausfordernd und erfordert erfahrenes Personal. In dieser Folge erzählt der Astrophysiker Robert Schwarz, wie er für eine US-Universität zum Südpol-Überwinterer wurde. Es geht um das erste Neutrinoexperiment, das ins antarktische Eis eingelassen wurde und Infrarotteleskope, die Blicke ins junge Universum ermöglichen. Der Betrieb brachte nicht nur Technik, sondern auch den Techniker an seine Belastungsgrenze. Robert Schwarz hat jetzt gemeinsam mit der Wissenschaftsjournalistin Felicitas Mokler ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben, aus dem er hier erzählt. Episodenbild: Robert Schwarz Weiterführende Links Robert Schwarz und Felicitas Mokler: Unter den Polarlichtern der Antarktis (Knesebeck, 2022) Vimeo-Kanal mit Antarktis-Aufnahmen von Robert Schwarz Hintergrundmaterial zum Buch WP: Antarktis WP: Südpol WP: Amundsen-Scott-Südpolstation WP: Antarctic Muon And Neutrino Detector Array (AMANDA) WP: Neutrino WP: Tscherenkow-Strahlung WP: IceCube Neutrino Observatory Bei den Weltraumreportern Neutrinoastronomie in der Antarktis Multimessenger-Astronomie: Ein Schwarzes Loch lässt grüßen

  11. Was Schleim mit uns und der Erde macht
    20.10., 00:0000:52:44

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Schleim hat es nicht leicht. Er ist vielleicht das einzige Biomaterial mit gleich zwei Imageproblemen. Er macht äußerlich nicht viel her, gilt also als banal oder Abfall. Und er ist ein außerordentlich potenter Ekel-Auslöser. Das hat seine Berechtigung, denn diese Emotion soll uns mit starken Abwehrreaktionen von Pathogenen und Parasiten fernhalten. Und Schleim ist tatsächlich oft kontaminiert. Er fängt Erreger ein und Mikroben produzieren selbst eigene Schleime. Das sind gute Gründe, um einen großen Bogen um Schleim zu machen. Aus der Distanz wird aber leicht übersehen, wie wichtig, komplex und unverzichtbar dieses Biomaterial ist. Schleim hat das Leben auf der Erde wohl von Beginn an begleitet und liefert mehrere essenzielle Funktionen, etwa als Gleitmittel, als Klebstoff und als selektive Barriere, die etwa im Darm Nährstoffe passieren lässt und gleichzeitig Erreger abfängt. Dabei ähneln sich biologische Schleime und gehören zur großen Gruppe der Hydrogele. Sie bestehen fast nur aus Wasser, das aber so gebunden ist, dass es nur langsam fließen kann, Das ergibt die charakteristische Schleimigkeit, wobei der Organismus die Konsistenz und Eigenschaften von Schleimen verändern und so an den jeweiligen Bedarf anpassen kann. In dieser Folge des AstroGeo Podcast erzählt Susanne Wedlich, wie sie ihren Ekel überwand und den Schleim lieben lernte. Vor allem aber geht es um die Rolle des Schleims auf der Erde und wie das Leben sie dank des besonderen Materials gestaltete. Susanne Wedlich ist Autorin des Riffreporter-Magazins Schleimwelten und hat ein Buch über das Thema geschrieben. Weiterführende Links Buch: Susanne Wedlich, Das Buch vom Schleim English Edition: Susanne Weldich, Slime, A Natural History WP: Schleim WP: Hydrogel WP: Mikrobiom WP: Glykokalyx WP: Bindegewebe WP: Biologische Bodenkrusten WP: Stromatolithen WP: Ooide New York City Slime Museum, Sloomoo Institute WP: Gaia-Hypothese Bei den Riffreportern Chemie-Nobelpreis 2022: Carolyn Bertozzi und die Zellhülle, die zu Krebs und Infektionen beiträgt Nobelpreis für Medizin: Wie es Svante Pääbo gelang, in den Genen von Urmenschen zu lesen Die Haut der Erde im Klimastress

  12. Ufo-Stadt Roswell und was dort wirklich passierte
    06.10., 00:0000:39:22

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! 75 Jahre ist es her, dass ein Farmer in der Wüste von New Mexico auf seltsame Trümmerteile stieß. Der Mann ging mit seinem Fund zum Sheriff; der wiederum verständigte das Militär. Die US Army veröffentliche kurz darauf eine Pressemitteilung: „Ufo in der Wüste abgestürzt.“ Der Name des Ortes: Roswell. Die Begebenheit ist lange her, doch noch immer ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien um den angeblichen Ufo-Crash von 1947. In unserem Podcast berichtet USA-Reporter Steve Przybilla, wie die Bewohnerinnen und Bewohner im Laufe ihrer Geschichte unterschiedlich mit ihrem außerirdischen Erbe umgehen. Mal verlacht, mal verpönt, aber immer präsent: Die vermeintliche Ufo-Landung spielt noch immer eine wichtige Rolle in Roswell, vor allem für den Tourismus. Steve schildert seine persönlichen Eindrücke. Er hat bereits 2010 für seine Masterarbeit in Roswell geforscht und die Stadt später noch einmal besucht. Auch bei RiffReporter hat er bereits über Roswell geschrieben. Episodenbild: Steve Przybilla Weiterführende Links WP: Roswell WP: Rosswell-Zwischenfall WP: UFO WP: Area 51 WP: Krieg der Welten WP: Watergate-Affäre WP: Independence Day (1996) Rosswell UFO Festival Bei Riffreporter Außerirdische in Roswell: Hilfe, das Ufo ist weg! Was weiß die US-Regierung über Ufos? UFOs – Warum wir sie ernst nehmen sollten Was wäre, wenn wir tatsächlich Aliens finden würden? – Teil eins Bei AstroGeo AG053 Wie man heutzutage nach Außerirdischen sucht AG054 Das Rennen der Steine

  13. Saturn-Ringe und ein verlorener Mond
    22.09., 00:0000:22:40

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Im Jahr 1610 beobachtete Galileo Galilei als erster Mensch die Ringe des Saturn durch ein Teleskop. Er wusste zwar nicht genau, was das für seitliche Ausbuchtungen am runden Planeten sind und notiert sich diese „Ohren“ in seinem Notizbuch. Später erkannten Astronomen die Gestalt der Ringe, aber erst in den 1970er und 1980er Jahren haben Raumsonden vom Ringplaneten atemberaubende Fotos zurück geschickt. Vor ziemlich genau fünf Jahren ging die letzte Saturnmission erfolgreich zu Ende: Cassini-Huygens versank am 17. September 2017 in der dichten Atmosphäre des Saturn. Der Orbiter Cassini umkreiste mehrere Jahre lang den Planeten und seine Monde und die Landeeinheit Huygens setzte sogar auf dem Saturnmond Titan auf. Eine Unmenge an Daten hat Cassini zur Erde zurück geschickt. Bis heute läuft die Auswertung und ist für viele Überraschungen gut. In dieser Folge vom AstroGeo-Podcast erzählt Yvonne Maier, wie Forschende nun anhand der Cassini-Daten ausgerechnet haben, wie es dazu gekommen ist, dass die Rotationsachse des Saturns knapp 30 Grad geneigt ist und warum er so ein beeindruckendes Ringsystem hat – und was ein verschwundener Mond damit zu tun haben könnte. Weiterführende Links WP: Saturn WP: Galileo Galileo WP: Saturnringe WP: Cassini-Huygens Bei den Weltraumreportern Leben fernab erdähnlicher Planeten Quellen Wisdom, Jack et al.: Loss of a satellite could explain Saturn’s obliquity and young rings, Science (2022)

  14. Als die Erde zu Eis erstarrte
    08.09., 00:0000:57:50

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Die Vereisung fing an den Polen an. Eisschollen ballten sich zu Packeis und überspannten bald den arktischen und antarktischen Ozean. Auch Kontinente in der Nähe der Pole wurden von Eis überzogen, während von den großen Gebirgen hinab Gletscher immer tiefer in die Täler vordrangen. Es war der Beginn einer Eiszeit, die eigentlich zur Erde dazugehören: Alle paar Jahrtausende gab es in jüngerer geologischer Vergangenheit solche Phasen. Unsere Vorfahren erlebten und überlebten vor 23.000 Jahren den Höhepunkt der letzten Eiszeit. Aber diese war ganz anders. Karl erzählt die Geschichte einer der extremsten Phasen der Erdgeschichte: Vor 650 Millionen Jahren froren nicht nur Teile der Kontinente zu, sondern die Erde gefror komplett. Alle Landmassen und Ozeane waren zwischen den Polen und dem Äquator von Eis bedeckt. Der Blaue Planet war weiß geworden. Diese Phase dauerte in zwei Episoden unvorstellbare 67 Millionen Jahre an. Die Theorie hielten die meisten Geologinnen und Geologen zuerst für so extrem, dass es fast 40 Jahre dauerte, bis die Fachwelt die Idee von Schneeball Erde akzeptierte. Denn es fand sich mitterlweile eine Erklärung, wie die zum Schneeball gefrorene Erde auftauen konnte. Episodenbild: NASA Links WP: Svalbard WP: Brian Harland WP: Fridtjof Nansen WP: Schneeball Erde WP: Präkambrium WP: Kambrische Explosion WP: Diamiktit WP: Karbonate WP: Cap Carbonate WP: Aktualismus WP: Alfred Wegener WP: Joseph Kirschvink WP: Paul Hoffman WP: Cryogenium WP: Daniel Schrag Quellen Buch: Gabrielle Walker, Snowball Earth, Bloomsbury Pub (2003) Kirschvink, Joseph: Late Proterozoic low-latitude global glaciation: the snowball Earth (1992) Hoffman, Paul et al.: Snowball Earth climate dynamics and Cryogenian geology-geobiology (2017)

  15. Es sind nie Aliens – oder?
    25.08., 00:0000:49:22

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! „It’s never aliens!“ – Es stimmt schon, dass es bislang für mysteriöse Signale aus dem All meistens profane Erklärungen gab. Aber wie sollen wir potenzielle Außerirdische finden, wenn wir nicht nach ihnen suchen? Da ein Besuch vor Ort nicht im Rahmen unseres Möglichen liegt, gibt es seit einigen Jahrzehnten SETI: Search for Extraterrestrial Intelligence. Und derzeit läuft das größte SETI-Vorhaben aller Zeiten: Das Breakthrough Listen-Projekt hat zehn Jahre Zeit und 100 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um nachzuhören und nachzusehen, ob nicht doch Außerirdische durchs All funken oder gar Laserpulse senden. Und tatsächlich gab es vor ein paar Jahren dieses eine interessante Signal, das praktischerweise von unserem allernächsten Stern zu stammen schien – von Proxima Centauri. Franzi erzählt einem skeptischen Karl die Geschichte dieses so vielversprechenden Signals namens BLC1, davon, mit welchen Schwierigkeiten Alienjägerinnen und -jäger heutzutage zu kämpfen haben und nach was man überhaupt sucht, wenn man dafür ein gigantisch großes Radioteleskop zur Verfügung hat. Episodenbild: CC-BY 2.0 Xenu / Flickr Weiterführende Links WP: Contact WP: Breakthrough Listen WP: Yuri Milner WP: Parkes-Teleskop WP: BLC1 WP: Das Wow-Signal BR24: Australisches Teleskop empfängt mysteriöse Signale Spektrum.de: Mysteriöses Alien-Signal leider doch nicht mysteriös AstroGeo Blog: Wow! oder nicht Wow? Deutschlandfunk: Megakonstellationen bedrohen die Astronomie Bei Riffreporter Was wäre, wenn wir tatsächlich Aliens finden würden? – Teil eins Was wäre, wenn wir Außerirdische finden würden? Teil zwei UFOs – Warum wir sie ernst nehmen sollten USA: Woher kommt die Faszination für Ufos und Aliens? Quellen Big Ear Memorial Website Sheikh et al: Analysis of the Breakthrough Listen signal of interest blc1 with a technosignature verification framework (2021)

  16. Das Rennen der Steine
    11.08., 00:0000:45:09

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Das Death Valley ist ein Ort der Extreme: Zwischen Nevada und Kalifornien gelegen, handelt es sich um einen der trockensten und heißesten Orte der Erde. Goldsucher, die das Tal auf dem Weg nach Westen kreuzten, gaben ihm seinen Namen. Später, im Jahr 1913, maß das US-Wetterbüro hier die höchste jemals gemessene Temperatur von 56,7 Grad Celsius. Das wohl größte geologische Rätsel des Death Valley wurde erst etwas später entdeckt: Seit 1948 reisten Forschende immer wieder in ein kleines Seitental. Es ist ein Hochplateau, das 1132 Meter über dem Meeresspiegel liegt. In dieser flachen Ebene geht etwas Merkwürdiges vor sich: Es gibt Steine, die sich wie von Geisterhand bewegen. Nie hatte ein Mensch gesehen, wie sie sich bewegten oder warum – doch die Wanderung der Brocken ist durch Schleifspuren im feinen Staub sichtbar. In dieser Folge erzählt Karl die Geschichte des kleinen Seitentals im Death Valley, das den Namen Racetrack Playa trägt. Das Rennen der Steine geht dort bis heute weiter – es nahm vor wenigen Jahren allerdings eine interessante Wendung. Episodenbild: CC-BY 2.0 John Fowler Weiterführende Links WP: Death Valley WP: Endorheisches Becken WP: Racetrack Playa Quellen Norris et al.: Sliding Rocks on Racetrack Playa, Death Valley National Park: First Observation of Rocks in Motion (2014) Nature.com: Wandering stones‘ of Death Valley explained

  17. Die verlorenen Mondspiegel
    28.07., 00:0000:36:37

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Bei den Mondlandungen in den 1960er- und 1970er-Jahren ging es um Vieles – die Wissenschaft war da, ehrlich gesagt, eher eine Randnotiz. Und die Apollo-Astronauten haben als Abschiedsgruß auch noch eine ganze Menge Müll zurückgelassen. Allerdings haben Sie auch etwas durch und durch Nützliches auf dem Mond abgestellt. Es war leicht zu tragen und unkompliziert in der Installation: Spiegel. Auch zwei sowjetische Mondfahrzeuge hatten Spiegel an Bord. Franzi erzählt, warum die lunaren Retroreflektoren auch noch fünfzig Jahre nach dem Ansturm auf den Mond praktisch sind: Dieses „Lunar Laser Ranging“ ist längst nicht nur dafür gut, um die Abstand zu unserem Begleiter hochgenau zu vermessen. Episodenbild: NASA Weiterführende Links WP: Lunar Laser Ranging WP: Lunar Retroranging Reflecor Experiment Universität Hannover, Institut für Erdmessung: Lunar Laser Ranging WP: Lunokhod 1 WP: Lunokhod 2 (englisch) WP: Lunar Reconnaissance Orbiter NASA: NASA Long-Lived Mars Opportunity Rover Sets Off-World Driving Record WP: Geodätisches Observatorium Wettzell WP: Allgemeine Relativitätstheorie WP: Gravitationskonstante Quellen NASA: Catalogue of Manmade Material on the Moon LROC: Lunokhod 1 Revisited New York Times: After 17 Years, a Glimpse of a Lunar Purchase arXiV: Laser Ranging to the Lost Lunokhod 1 Reflector

  18. Planet der Frühstücksflocken
    14.07., 00:0000:59:12

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Am 1. Januar 1801 entdeckt der italienische Astronom Giuseppe Piazzi einen neuen Planeten – jedenfalls glaubt er das. Mehrere Jahre hatten Astronomen schon nach dem Himmelskörper gesucht, der sich zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter verstecken soll. Die Freude über den Fund ist allerdings nicht von Dauer: Bald stellt sich heraus, dass er nur einer von vielen kleinen Asteroiden ist, die auf ähnlichen Bahnen um die Sonne kreisen. Ceres verschwindet in Folge für fast 200 Jahre aus dem Rampenlicht, bevor er strahlend zurückkehrt. Karl erzählt die Geschichte von Ceres, dessen Ansehen in den letzten zwei Jahrzehnten eine enorme Wende erfahren hat. Er wurde genauer beobachtet und bekam Sondenbesuch. Der größte Körper des Asteroidengürtels ist nicht nur zum Zwergplaneten aufgestiegen, sondern entpuppte sich auch geologisch als einer der erstaunlichsten Körper des Sonnensystems. Beitragsbild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA Bilder Die Grafik zeigt den inneren Aufbau von Ceres: eine steinige, salzhaltige Kruste, darunter ein fast vollständig gefrorener Ozean mit einigen flüssigkeitsgefüllten Rissen mit Salzwasser, zuletzt ein steiniger Kern. Alternativ: Grafik des angeschnittenen Ceres, unter der grauen Oberfläche eine hellblaue, darunter eine türkise Schicht und ein grauer Kern (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA) Der Krater Occator ist 90 Kilometer groß. Die hellen Flecken bestehen aus Salzen, darunter Karbonate und Schwefelverbindungen wie Gips (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA) Occator ist der größte Krater auf Ceres und verfügt über die auffälligsten hellen Flecken (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA) Ahuna Mons ist der höchste Berg auf Ceres: er erhebt sich fünf Kilometer über dem mittleren Höhenniveau (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA) Im April 2015 fotografiert die Raumsonde Dawn viele Krater und weiße Flecken auf Ceres (NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA) Weiterführende Links WP: Zerealien WP: Titius-Bode-Reihe WP: Himmelspolizey WP: Ceres (Gottheit) WP: Ceres (Zwergplanet) WP: Vesta (Asteroid) WP: Asteroid WP: Planet WP: Kohlige Chondrite WP: Tonminerale WP: Karbonate WP: Dawn (Raumsonde) WP: Halki WP: Peko WP: Occator WP: Egge NASA: Cerealia Faculae NASA: Vinalia Faculae WP: Ahuna Mons WP: Kerwan WP: Frost line Bei den Weltraumreportern Dossier. Asteroiden und kosmische Urgesteine Asteroiden: Längst keine langweiligen Kartoffeln mehr Abwehr: Kein leichtes Spiel mit Asteroiden Ryugu: Der Erdbahnkreuzer Quellen Rivkin et al: The surface composition of Ceres: Discovery of carbonates and iron-rich clays (2006) Nathues et al.: Evolution of Occator Crater on (1) Ceres (2017) NASA Discovers „Lonely Mountain“ on Ceres Likely a Salty-Mud Cryovolcano NASA: Mystery solved: Bright areas on Ceres come from salty water below De Sousa et al.: Dynamical origin of the Dwarf Planet Ceres (2022)

  19. Der gefräßige Zwerg
    30.06., 00:0000:36:25

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Das Jahr 1917 war eine Zeit, als man sich noch nicht mal sicher war, dass es andere Galaxien als unsere eigene gibt. Es war eine Zeit, als unsere Vorfahren mitten im Ersten Weltkrieg steckten, und „Exoplanetenjägerin“ noch keine anerkannte Berufsbezeichnung war: Es war eine Zeit, zu der der Astronom Adriaan van Maanen sein Teleskop gen Himmel richtete und etwas entdeckte, was als Van Maanens Stern bekannt werden sollte. Diesen ganz besonderen Stern hat er zwar definitiv entdeckt. Aber was sich in der Atmosphäre dieses Sterns wirklich versteckte, zeigte sich erst viel später. Franzi erzählt die Geschichte von Adriaan van Maanen und seinem Stern. Es ist eine Geschichte über einen Pechvogel der Astronomie und über die Zukunft unseres eigenen Sonnensystems. Episodenbild: NASA/JPL-Caltech Weiterführende Links WP: Van Maanens Stern WP: Adriaan van Maanen (englisch) bild der wissenschaft: Weiße Zwerge mit Planetentrümmern spektrum.de: Weißer Zwerg vertilgte wohl Exomond spektrum.de: Der Asteroid und der Weiße Zwerg Sterne und Weltraum: Ein Weißer Zwerg zerreißt seine Kleinplaneten spektrum.de: Sternleiche hat ihren Planeten nicht geschreddert Quellen Interview mit Ben Zuckerman, 11. Mai 2022 arXiV: Recognition of the First Observational Evidence of an Extrasolar Planetary System NASA: Overlooked treasure: The first evidence of exoplanets

  20. Warum hat die Welt Inge Lehmann vergessen?
    19.05., 00:0000:56:39

    Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! Geologinnen und Geologen schauen sich gerne Steine an, und das nicht nur, wenn sie glitzern und funkeln. Denn Steine verraten etwas über das Erdinnere, in dem viele von ihnen entstanden sind. Die geologische Sammelwut im Namen der Forschung hat aber ihre Grenze: Die meisten Steine, die wir finden, stammen aus der Erdkruste, der vergleichsweise dünnen äußersten Schicht des Planeten. Nur sehr selten sind Gesteine aus tieferen Schichten. Wer bis in den Kern blicken möchte, muss dagegen lernen, die Signale der Erdbebenwellen zu verstehen. In dieser Episode erzählt Karl die Geschichte eines Menschen, dem es erstmalig gelang, bis hinab in den inneren Kern der Erde zu blicken. Es ist die Geschichte der dänischen Mathematikerin, Geodätin und Seismologin Inge Lehmann. Fast gleich alt wie die Physiker Albert Einstein oder Niels Bohr, forschte sie in und trotz einer wissenschaftlichen Welt, in der Frauen keine Rolle spielen durften. Episodenbild: The Royal Library, National Libary of Denmark and University of Copenhagen University Library Links WP: Erdkruste WP: Tiefenbohrung Kola-Halbinsel WP: Erdmantel WP: Erdkern WP: Peridotit WP: Inge Lehmann WP: Seismologie Lotte Kaa Andersen WP: Hanna Adler (dänisch) WP: Niels Bohr WP: Mathematischer Tripos WP: Niels Erik Nørlund WP: Seismometer WP: Murchison-Erdbeben 1929 WP: Seismische Wellen WP: Beno Gutenberg WP: Harold Jeffreys WP: Maurice „Doc“ Ewing WP: Lamont–Doherty Earth Observatory Stele für Inge Lehmann vor der Universität Kopenhagen (englisch) Google Street View: Stele für Inge Lehmann Quellen Buch: Lotte Kaa Andersen, Den inderste kerne, Gutkind-Verlag (2021) I. Lehmann: P‘ (1936)

Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziskia Konitzer und Karl Urban regelmäßig Geschichten, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Es sind wahre Geschichten aus Astronomie und Astrophysik, Geologie und Geowissenschaften.