
Archivradio – Geschichte im Original
Vordenker von gewaltfreiem Aufstand und zivilem Ungehorsam – Interview mit Theodor Ebert | 17.6.1969
06.10., 17:4506.10.2026, 17:4501:02:01
Beschreibung der Episode
Gewaltfreier Widerstand und ziviler Ungehorsam sind heute gängige Konzepte von Protestbewegungen. Im deutschsprachigen Raum hat sie vor allem der Politikwissenschaftler Theodor Ebert (*1937) propagiert, auch wenn es solche Widerstandsformen schon vorher gab. Stichwort: Gandhi.
Theodor Eberts Gedanken fallen 1968 auf fruchtbaren Boden
Über diese Protestformen schrieb Theodor Ebert 1965 eine wissenschaftliche Dissertation. Erstmal blieb sie im akademischen Raum. Doch 1968 erscheint sie als Buch mit dem Titel "Gewaltfreier Aufstand – Alternative zum Bürgerkrieg". Da in diesem Jahr die 68er-Studentenbewegung richtig Fahrt aufnimmt, fällt es auf einen äußerst fruchtbaren Boden. Es wird in den Folgejahren von Bürgerinitiativen dankbar aufgenommen, von der Umwelt-, der Friedens- und anderen Protestbewegungen – bis heute.
Am 17. Juni 1969 – am 16. Jahrestag des Aufstands in der DDR – sendet der Saarländische Rundfunk ein einstündiges Interview mit Theodor Ebert in seiner legendären Reihe "Fragen an den Autor".
An mehreren Stellen im Zusammenhang mit der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA benutzen die Gesprächspartner das sogenannte N-Wort. Heute gilt der Begriff als rassistisch, Ende der 1960er-Jahre war diese Ausdrucksweise durchaus geläufig, kann aber beim Anhören irritieren.