Archivradio – Geschichte im Original

Erste Rabbiner-Ordination seit der NS-Zeit | 14.9.2006

13.09., 12:0000:04:20
Beschreibung der Episode
Keine Ausbildungsstätten für Rabbiner mehr vorhanden nach dem Holocaust Nach Ende der Naziherrschaft lebten nur noch wenige Juden in Deutschland. Erst langsam wurde jüdisches Leben wieder aufgebaut. Teilweise kamen jüdische Exilanten aus dem Ausland zurück und es gab erste Migrationswellen aus Ungarn, Polen und der Sowjetunion. Synagogen wurden wieder aufgebaut. Die Rabbiner mussten allerdings aus dem Ausland geholt werden, weil es in Deutschland keine Ausbildungsstätte gab. Bis zum Mauerfall lebten in der Bundesrepublik rund 30.000 Juden. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs steigt die Zahl auf mehr als 200.000 an. Es kommt zu einer erneuten großen Ausreisewelle aus der Sowjetunion. Bedarf an Rabbinern wächst ab den 1990ern Für die Gemeinden ist das eine große Herausforderung. Die jüdische Gemeinschaft diversifiziert sich: Neben den konservativ-orthodox ausgerichteten Gemeinden fühlen sich immer mehr Juden auch dem liberalen Judentum zugehörig. So wächst auch der Bedarf an Rabbinern. 2003 verpflichtet sich die Bundesregierung in einem Staatsvertrag der "Erhaltung und Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes". Rabbiner-Ausbildung am Abraham Geiger Kolleg in Potsdam Am 14. September 2006 schließlich ist es so weit: Erstmals seit dem Krieg werden Rabbiner wieder in Deutschland ordiniert, ausgebildet im Abraham Geiger Kolleg in Potsdam. Jüdisches Leben in Deutschland – alle Aufnahmen im ARD Archivradio