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ADHS: Kein Grund zur Panik!

MEDICE THE HEALTH FAMILY, Expertenrat ADHS & Sascha Schiffbauer

Health & Fitness

62 Episoden · neueste 15.09.

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Episoden

62
  1. Mobbing oder Bullying – Wie Betroffene unterstützen?
    22.03., 08:0000:25:48

    Prävention und Intervention: Hilfe für Kinder und Jugendliche Um das Phänomen des Bullyings zu definieren, sind verschiedene Kriterien formuliert worden. Zunächst müssen gezielte und absichtsvolle negative Handlungen vorliegen, begleitet von einem Machtungleichgewicht zwischen den Beteiligten und einer klar definierten Täter-Opfer-Dynamik. Darüber hinaus muss eine bestimmte Frequenz der Vorfälle vorliegen, eine Dauer von mindestens drei Monaten und eine hohe Intensität der traumatisierenden Attacken. Bullying führt zu einer Beeinträchtigung der psychischen und körperlichen Gesundheit. Die Anamnese-Erhebung ist entscheidend, auch um den Unterschied zwischen möglichen Folgeerscheinungen des Bullyings und bereits im Vorfeld bestehenden Störungen festzustellen. Dies hat auch rechtliche Implikationen. Bestimmte Faktoren, Ursachen bzw. Prädispositionen begünstigen eine Opfer- bzw. Täterrolle oder verhindern diese. In Bezug auf mögliche Folgen spielt Resilienz eine Rolle und in welches Umfeld die Betroffenen eingebettet sind. Auch bedarf es einer differenzierten Betrachtung der verschiedenen Formen von Bullying. So gibt es beispielsweise direktes Bullying, indirektes Bullying, Beziehungs- sowie Cyber-Bullying beispielsweise via Chatrooms, Sprachnachrichten, WhatsApp etc. Daraus können psychosoziale Folgestörungen, internalisierende Störungsbilder, Angst- und Essstörungen, Depressionen etc. entstehen. In der Literatur werden verschiedene Reaktionsmuster von Eltern auf Bullying beschrieben. Einige handeln emotional und aktiv, indem sie schnell andere Eltern kontaktieren, während andere beispielsweise ängstlich sind und eine Intervention vermeiden, aus Sorge um die Folgen für ihr Kind. Die meisten dieser Reaktionsmuster allein lösen das Problem nicht, daher ist oft externes Eingreifen notwendig, wie die Einbeziehung von Schulen oder Jugendämtern. Durch Programme zur Prävention und Intervention können sowohl Kindern, Jugendlichen als auch ihren Familien viel Leid erspart bleiben. Es gilt, sowohl primäre als auch sekundäre psychische Störungen zu behandeln, da letztere wie Bullying zu weiteren Problemen führen können, die bis ins Erwachsenenalter reichen. Generell lautet die Empfehlung, präventiv zu handeln und nicht erst interventionell. In der Podcast Folge 2 verweist Klaus Werner Heuschen u. a. auf die Berlin -Brandenburger Anti-Mobbing-Fibel, Herausgeber: Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM); Autor: Walter Taglieber https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/themen/Gewaltpraevention/Broschueren/BB-BE_Anti-Mobbing-Fibel.pdf Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  2. Mobbing oder Bullying – was sind die Unterschiede?
    15.03., 09:0000:14:19

    Einordnung und Klärung der Begriffe Um das Phänomen des Bullyings zu definieren, sind verschiedene Kriterien formuliert worden. Zunächst müssen gezielte und absichtsvolle negative Handlungen vorliegen, begleitet von einem Machtungleichgewicht zwischen den Beteiligten und einer klar definierten Täter-Opfer-Dynamik. Darüber hinaus muss eine bestimmte Frequenz der Vorfälle vorliegen, eine Dauer von mindestens drei Monaten und eine hohe Intensität der traumatisierenden Attacken. Bullying führt zu einer Beeinträchtigung der psychischen und körperlichen Gesundheit. Die Anamnese-Erhebung ist entscheidend, auch um den Unterschied zwischen möglichen Folgeerscheinungen des Bullyings und bereits im Vorfeld bestehenden Störungen festzustellen. Dies hat auch rechtliche Implikationen. Bestimmte Faktoren, Ursachen bzw. Prädispositionen begünstigen eine Opfer- bzw. Täterrolle oder verhindern diese. In Bezug auf mögliche Folgen spielt Resilienz eine Rolle und in welches Umfeld die Betroffenen eingebettet sind. Auch bedarf es einer differenzierten Betrachtung der verschiedenen Formen von Bullying. So gibt es beispielsweise direktes Bullying, indirektes Bullying, Beziehungs- sowie Cyber-Bullying beispielsweise via Chatrooms, Sprachnachrichten, WhatsApp etc. Daraus können psychosoziale Folgestörungen, internalisierende Störungsbilder, Angst- und Essstörungen, Depressionen etc. entstehen. In der Literatur werden verschiedene Reaktionsmuster von Eltern auf Bullying beschrieben. Einige handeln emotional und aktiv, indem sie schnell andere Eltern kontaktieren, während andere beispielsweise ängstlich sind und eine Intervention vermeiden, aus Sorge um die Folgen für ihr Kind. Die meisten dieser Reaktionsmuster allein lösen das Problem nicht, daher ist oft externes Eingreifen notwendig, wie die Einbeziehung von Schulen oder Jugendämtern. Durch Programme zur Prävention und Intervention können sowohl Kindern, Jugendlichen als auch ihren Familien viel Leid erspart bleiben. Es gilt, sowohl primäre als auch sekundäre psychische Störungen zu behandeln, da letztere wie Bullying zu weiteren Problemen führen können, die bis ins Erwachsenenalter reichen. Generell lautet die Empfehlung, präventiv zu handeln und nicht erst interventionell. In der Podcast Folge 2 verweist Klaus Werner Heuschen u. a. auf die Berlin -Brandenburger Anti-Mobbing-Fibel, Herausgeber: Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM); Autor: Walter Taglieber https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/themen/Gewaltpraevention/Broschueren/BB-BE_Anti-Mobbing-Fibel.pdf Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  3. ADHS aus Sicht einer Betroffenen
    15.02., 08:0000:19:26

    Mein Leben mit ADHS: Eine persönliche Perspektive Frau Dr. Blauensteiner, Naturwissenschaftlerin und Biomedizinerin kennt aus eigener Erfahrung mögliche Symptome und Verhaltensweisen einer unbehandelten ADHS. Als der berufstätigen Ehefrau bei ihrer Tochter und ihrem Sohn bestimmte Verhaltensmuster auffielen, konsultierte sie mit den beiden Kindern eine Kinder- und Jugendpsychiaterin. Als Mutter wollte sie ihren Kindern bestimmte Erfahrungen, die sie selber aufgrund der ADHS gemacht hatte, ersparen. Sowohl die Tochter als auch der Sohn wurden mit einer ADHS diagnostiziert, wobei der Sohn die hyperaktive impulsive Form hat, was sich unter anderem in Wutausbrüchen äußert. „Kinder mit einer ADHS brauchen viel Struktur und Routine. Das ist für mich als Mensch, der selber ADHS hat, natürlich sehr schwierig“, berichtet Frau Dr. Blauensteiner. Ihren Ehemann sieht sie als große Unterstützung im Familienleben und schätzt dies sehr. In der Arbeit geht die Naturwissenschaftlerin offensiv mit ihrer Störung um. Auch damit Kollegen einordnen können, wenn sie etwas vergisst oder impulsiv handelt, wie beispielsweise eine E-Mail zu versenden, ohne diese vorher noch einmal durchgelesen zu haben. Sie hat dabei die Erfahrung gemacht, dass diese Offenheit positiv wahrgenommen wird. Im Freundeskreis ist sie manchmal dagegen auf weniger Verständnis gestoßen. „Alles, was man mit einer ADHS hat, können neurotypische Menschen auch haben. Der Unterschied ist einfach: es ist so dominierend und macht das Leben so unglaublich schwierig. Für mich sind ganz normale Sachen, wie zum Beispiel ein Termin nachmittags oder einfach nur das Wohnzimmer aufgeräumt zu halten, eine Herausforderung. Das kann man sich als neurotypischer Mensch überhaupt nicht vorstellen“, sagt Frau Dr. Blauensteiner. „Bevor ich die Medikamente genommen habe, hatte ich schon Panik bei einem Termin und mehr als ein Termin ging gar nicht – da war ich nicht mehr ansprechbar.“ Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  4. ADHS - Transition (Teil 2)
    31.01., 08:0000:12:22

    Wie kann Transition bei einer ADHS gelingen? (Teil 2) Im Jugendalter kommt bei vielen Patienten der Punkt, an dem sie ausprobieren möchten, wie sie die Lebensgestaltung und den Alltag ohne die Einnahme von Medikamenten bewältigen können. Dr. Jürgen Fleischmann hält insbesondere auch in dieser Lebensphase weiter engen Kontakt zu seinen Patienten und spricht dies dann direkt an: „Dein Job als Jugendlicher ist herauszufinden, wer du bist und was du kannst. Wenn du denkst, dass dieses Bild mit Medikamenten dir nicht gerecht wird, dann lassen wir die Medikamente weg. Wir unterhalten uns mindestens einmal im Monat wie es dir geht und dann entscheiden wir gemeinsam, ob du es ohne Medikamente schaffst oder ob du für bestimmte Situationen in deinem Leben Unterstützung brauchst.“ Für den weiteren Therapieerfolg ist es wichtig, den Jugendlichen ernst zu nehmen und die Zielvereinbarungen gemeinsam festzulegen. Um den Wechsel für Jugendliche zu einem Erwachsenenarzt bzw. neuem Arzt oder Therapeuten zu erleichtern und die Suche nach einem geeigneten Behandler zu unterstützen, hat der ADHS Expertenrat Transitionsbögen mit wichtigen Informationen für die Weiterbehandlung erstellt. Diese Transitionsbögen enthalten beispielsweise Informationen zu Diagnose, Zeitpunkt der Diagnosestellung, eventuellen Begleiterkrankungen, Medikamentenverordnung, Psychotherapie, Adhärenz, Vitalparameter etc. Sie können unter folgendem Link online bearbeitet oder heruntergeladen werden: https://www.expertenrat-adhs.de/transitionsbogen/. In der Kinder- und Jugendmedizin ist es wesentlich, die Patienten ihrem Entwicklungsstand entsprechend zu begleiten und sie in die Planung und Zielsetzung der Therapie einzubeziehen, um ihre Lebensqualität und Selbstständigkeit zu verbessern. Bei Erreichen einer gewissen Reife und Selbstständigkeit ist es ein wichtiger Schritt, den Übergang zu einem Erwachsenenpsychiater zu empfehlen. Jugendliche nehmen Termine beim Erwachsenenarzt oftmals erst weiter gemeinsam mit ihren Eltern wahr. In einigen Fällen sind Jugendliche, wenn sie dann erstmalig alleine den Arzttermin wahrnehmen, auch etwas überfordert mit der Situation. Hier kann Patienten das Angebot helfen, dass sich die Behandler aus der Kinder- und Jugendmedizin und Erwachsenenmedizin austauschen. „Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, lokale Netzwerke zu haben, die über eine reine Adressenbörse hinausgehen. Sondern vielmehr, dass man auch miteinander in das Gespräch kommt, um voneinander zu lernen und von der gegenseitigen Erfahrung zu profitieren“, so PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer. Ärzte und Therapeuten können über die interdisziplinäre Vernetzungsplattform ADHS Netzwerk in Kontakt treten, Wissen teilen und sich austauschen https://adhs-netzwerk.de Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  5. ADHS – Transition (Teil 1)
    15.01., 08:0000:15:21

    Wie kann Transition bei einer ADHS gelingen? (Teil 1) Der Übergang vom Kinder- und Jugendarzt zum Erwachsenenarzt in der ADHS-Behandlung kann für viele Patienten eine Herausforderung darstellen. Bei mehr als einem Drittel der Patienten besteht auch im Erwachsenenalter ein Therapiebedarf. Die Suche nach einem spezialisierten Arzt für eine ADHS-Behandlung, der auch noch Kapazitäten für neue Patienten hat, kristallisiert sich oft als komplex heraus. PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer berichtet aus der Praxis, dass Patienten vereinfacht gesagt, in drei Gruppen eingeteilt werden können. Erstens, Patienten, bei denen eine ADHS erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wird, obwohl die Symptome bereits in der Kindheit vorhanden waren. Zweitens, Patienten, bei denen die Transition von Kinder- und Jugendarzt zu Erwachsenenarzt erfolgreich verläuft. Und drittens, eine größere Gruppe von Patienten, bei denen die ADHS-Diagnose zwar gestellt wurde, die aber entweder nie behandelt wurden oder die Behandlung abgebrochen haben. „Zwischen 15 und 21 Jahren fallen laut einer Studie 70 Prozent der diagnostizierten Patienten mit einer ADHS aus der Behandlung“, so Dr. Jürgen Fleischmann. Jugendliche brechen häufig ihre medizinische Behandlung und die Einnahme der Medikamenten ab, da sie sich von den gesellschaftlichen Erwartungen bevormundet und nicht akzeptiert fühlen. Während die Wünsche der Eltern und Lehrer bezüglich der Behandlung berücksichtigt werden, wird die Perspektive des Jugendlichen oft vernachlässigt. Daher ist es wichtig, auch die Transition von der Kindheit zum Jugendalter in Betracht zu ziehen. „Jugendliche möchten ernst genommen und in die Festlegung der Behandlungsziele einbezogen werden", betont Dr. Fleischmann. Die Vorbereitung auf die Transition beginnt bereits am ersten Tag der Behandlung und zielt darauf ab, die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern und die Erkenntnis zu vermitteln, dass sie aktiv dazu beitragen können, eine Änderung herbeizuführen und für ihr Wohlbefinden zu sorgen. „Die Medikamente geben die Möglichkeit, sich willentlich besser zu steuern. Es gilt, schon Grundschüler zu fragen, was sie selber erreichen möchten und zu erklären, wie sie die Wirkung der Medikamente dafür nutzen können“, so Dr. Fleischmann. Medikamente können helfen, ohne dabei jedoch die Persönlichkeit zu verändern. „Psychopharmaka lösen weder Probleme, noch machen sie einen anderen Menschen. Man bleibt schon, wer man ist. Und wenn es nicht so wäre, dann würde ich die Medikamente nicht verschreiben“, so PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer. Zur Erleichterung des Übergangs von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenmedizin hat der Expertenrat ADHS sogenannte Transitionsbögen erarbeitet. Sie können unter folgendem Link online bearbeitet oder heruntergeladen werden: https://www.expertenrat-adhs.de/transitionsbogen/. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  6. ADHS – Herausforderung & Stärken
    24.12., 08:0000:11:01

    Stärken fördern und einsetzen bei einer ADHS „Ich erlebe die Patienten als sehr veränderungsbereit und interessiert, neue Sachen zu machen. Viele suchen nach neuen Wegen, Erklärungen und können extrem gut mit Krisen umgehen. Die sehr großen Stärken sollten herausgestellt und eine ADHS nicht nur als Störung gesehen werden, sondern vielmehr als Stärke“, so Dr. Carolin Zimmermann. Dennoch stellt das auf Konformität ausgerichtete Gesellschaftsschema eine Herausforderung dar. Menschen mit einer ADHS passen oft nicht in dieses Schema, sie fallen auf und haben Schwierigkeiten, sich zu integrieren. Die Frage, warum ADHS in der Gesellschaft oft als Störung und Einschränkung wahrgenommen wird, lässt sich erklären. Lange Zeit wurde eine ADHS mit dem Stereotyp des „Zappelphilipps" in Verbindung gebracht, der mit Medikamenten ruhiggestellt wurde. Später wurde eine ADHS als eine Modediagnose abgetan. Heutzutage erkennen wir jedoch, dass eine ADHS eine andere Herangehensweise an viele Dinge bedeutet und oft mit einem hohen Maß an Kreativität einhergeht. „Als Arzt gilt es, gegenüber den Patienten zu betonen, dass es keine Defizite sind, die sie haben, sondern ganz viel Potenzial. Sie sollten diese auch erkennen und nutzen. ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Ich würde es gerne umbenennen in Syndrom. Um damit von dem negativ belegten Störungsbild wegzukommen und ADHS vielmehr als ein Syndrom, also eine Beschreibung von Symptomen zu sehen“, erklärt Dr. Carolin Zimmermann. Aus ihrer Praxiserfahrung berichtet die Fachärztin, dass viele ihrer Patienten in der IT-Branche oder in kreativen Berufen erfolgreich Fuß gefasst haben oder sogar selbstständig tätig sind. Die Fähigkeit, Dinge oft in letzter Minute zu erledigen und dennoch erfolgreich zu sein, kann sich auch in der Berufswahl als Stärke erweisen. Es geht darum, die Menschen so anzunehmen, wie sie sind und Verständnis für ihre Schwächen zu entwickeln. ADHS ist auch eine Reizfilterstörung. Das bedeutet, wenn jemand aufgrund dessen nicht gut zuhören kann und schnell abgelenkt ist, könnte die Umgebung so gestaltet werden, dass trotzdem eine Fokussierung möglich ist. „Gleichzeitig sollten wir die Stärken dieser Menschen schätzen und uns von ihnen inspirieren lassen. Rahmenstrukturen sollten angeboten werden, ohne jedoch die Kreativität und Individualität einzuschränken“ so Dr. Zimmermann. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  7. ADHS & Social Media
    15.12., 08:0000:21:52

    ADHS in den sozialen Medien – wirklich nur Fehlinformationen? Wer sich mit Social Media und ADHS beschäftigt, könnte den Eindruck gewinnen, dass das Thema ADHS derzeit sehr viel Aufmerksamkeit auf diesen Plattformen erfährt. Aber ist das wirklich der Fall? „Ja, ich denke, es ist sehr populär. Die Hashtags ADHD oder ADD gehören zu den am häufigsten verwendeten Hashtags und Suchbegriffen in sozialen Medien. Es gibt unzählige Videos zu diesem Thema. Immer mehr Patientinnen und Patienten kommen mit Vorinformationen aus den sozialen Medien wie Instagram, TikTok usw. und beziehen diese auf sich selbst. Soziale Medien spielen durchaus eine große Rolle“, so PD Dr. Daniel Schöttle. Allerdings werden dabei auch Aussagen als Wahrheiten dargestellt, die keine sind. In einer Studie wurden beispielsweise 100 der beliebtesten TikTok Videos zum Thema ADHS analysiert. Über 50 Prozent enthielten Falschinformationen, während nur jedes fünfte Video fundierte Informationen lieferte. Der Großteil bestand aus persönlichen Erfahrungsberichten. In sozialen Medien findet man oft Einzelberichte, anhand derer aus einem einzigen Symptom falsche Schlüsse gezogen werden. Dabei wird vernachlässigt, dass eine ADHS durch eine bestimmte Anzahl von Symptomen über einen gewissen Zeitraum hinweg, in einer bestimmten Konstellation und mit einem erheblichen Leidensdruck verbunden sein muss, bevor man von einer möglichen Diagnose sprechen kann. In vielen Videos werden voreilige Schlüsse gezogen, die Realität vereinfacht dargestellt oder sogar unnötig pathologisiert. Einige Influencer könnten auch wirtschaftliche Interessen verfolgen oder lediglich nach öffentlicher Aufmerksamkeit streben. Social Media ermöglicht einen einfacheren Austausch über psychische Gesundheit und erleichtert den Zugang zur Hilfe. Es vernetzt Menschen mit ähnlichen Herausforderungen und inspiriert zur Selbstreflexion. Generell ist dabei wichtig, den Absender, die Quellen, die Kennzeichnung von Werbung und die Absicht hinter dem jeweiligen Medium zu beachten. Mehr dazu in der neuen Folge von „ADHS: Kein Grund zur Panik – aus der Praxis für die Praxis.“ Hören Sie rein! Mehr Infos dazu unter: https://www.asklepios.com/presse/presse-mitteilungen/konzernmeldungen/202303/20230323-asklepios-psychiater-viele-social-media-videos-ueber-adhs-irrefuehrend~ref=9b2bbeec-d474-4caa-81d1-3fa00ca7ebb3~ Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.adhs-infoportal.de; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  8. Diagnose ADHS - Das Potenzial von Selbsthilfe
    15.11., 08:0000:11:37

    ADHS Selbsthilfegruppe – Experte der eigenen Erkrankung werden Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe als Unterstützung bei der Behandlung von einer ADHS – hierzu spricht in dieser Podcast Folge Dr. Matthias Rudolph (Boppard), Chefarzt der Mittelrhein-Klinik, einer Klinik für psychosomatische Rehabilitation. Aus seiner Erfahrung weiß Dr. Rudolph, dass insbesondere Betroffene, die erst im Erwachsenenalter die ADHS-Diagnose erhalten haben, Selbsthilfegruppen schätzen, weil sie dort oft erstmalig erleben, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht allein sind. Hinzu kommt der Austausch von Informationen, wie z. B. welche Therapien anderen Betroffenen geholfen haben oder welche Kliniken auf eine ADHS spezialisiert sind. Dr. Rudolph erlebt ADHS-Betroffene oft als sehr kreative und engagierte Menschen, die in der Gruppe diese Stärken beispielsweise für politisches Engagement einsetzen können, um perspektivisch die ADHS-Behandlung auch insgesamt zu verbessern. Viele Selbsthilfegruppen professionalisieren sich und stehen in Kontakt zu Fachärzten und Psychotherapeuten. Aus eigener Erfahrung berichtet Dr. Rudolph, dass die Klinik, in der er als Chefarzt verantwortlich ist, aktiv im Rahmen eines Kooperationsvertrags mit Selbsthilfegruppen zusammenarbeitet. Zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen und deren Nutzen gibt es auch evidenzbasierte wissenschaftliche Untersuchungen wie z. B. die SHILD-Studie (SelbstHILfe in Deutschland). Auf die durch die Studie belegten vielfältigen positiven Effekte der Selbsthilfe geht Dr. Rudolph näher ein. Auch die Arzt-Patienten-Kommunikation wird laut SHILD-Studie verbessert. Nachdem Dr. Rudolph in einer Klinik in Rheinland-Pfalz arbeitet, kennt er die Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe vor Ort, JUVEMUS (Vereinigung zur Förderung von Kindern und Erwachsenen mit Teilleistungsschwäche e.V.). Deutschlandweit sind ADHS Deutschland e.V. oder KISS (Kontakt und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen) als mögliche Anlaufstellen zu nennen. Wer weitere Informationen rund um ADHS und das Potenzial von Selbsthilfegruppen erhalten möchte – in dieser Podcast Folge von „ADHS: Kein Grund zur Panik – aus der Praxis für die Praxis“ erfährt man mehr – am besten hören Sie rein! Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de Link zur Petition: Verringerung der Wartezeit bei Diagnostik & Behandlung für (erwachsene) Menschen mit ADHS

  9. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)
    15.10., 08:0000:24:39

    Möglichkeiten & Chancen von DiGA „Eine DiGA ist eine Art Online-Programm oder man kann auch sagen App auf Rezept. Die letztere Beschreibung greift für mein Verständnis jedoch zu kurz. Digitale Gesundheitsanwendungen unterstützen Patienten dabei, mit einer Krankheit besser zurecht zu kommen und die Symptome zu reduzieren“, so Dr. Alexandra Widmer. Diese können ausschließlich von Ärzten und Psychotherapeuten verschrieben werden. Im Gegensatz zu sogenannten Gesundheits-Apps, die in App-Stores heruntergeladen werden können, müssen DiGA u. a. klinische Evidenz und Datensicherheit nachweisen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM) prüft DiGA auf die Einhaltung verschiedener Anforderungen. „Jede DiGA hat andere Inhalte, vom Monitoring der Symptome, einer Chat-Möglichkeit bis hin zur Edukation zu einer bestimmten Erkrankung. Die Vielfalt der Wirkkomponenten macht es oft schwierig herauszufinden, was zu welchen Patienten passt“, berichtet Dr. Widmer. Die Fachärztin sieht DiGA auch als Werkzeug, mit dem Lebensstiländerungen im Sinne der Verhaltensmedizin gefördert und diese auch sichtbar gemacht werden können. Anhand eines anonymisierten Patientenfalles beschreibt Dr. Alexandra Widmer die Möglichkeiten und Erfolge der Anwendung einer DiGA. Auch in Bezug auf Versorgungslücken, insbesondere im ländlichen Bereich in der psychotherapeutischen Versorgung können DiGA eine Unterstützung bieten. „Die Kombination aus digitaler Lösung und einem psychotherapeutischen Gespräch ist äußerst wichtig“, weiß Dr. Alexandra Widmer. DiGA sieht die Fachärztin als Empowerment für Patienten und als Unterstützung, nicht aber als Ersatz für die medizinische bzw. therapeutische Behandlung. Die Verschreibung einer DiGA bedeutet für den Arzt erst einmal zusätzlichen Zeitaufwand, da die Anwendung erklärt werden muss. Hierbei sollte die digitale Kompetenz der Patienten berücksichtigt werden, ebenso wie individuelle Präferenzen. Zudem ist der Prozess für den Patienten, bis die DiGA genutzt werden kann, komplizierter als einfach nur in die Apotheke zu gehen, dort ein Rezept vorzulegen und ein Medikament zu erhalten. Für Ärzte und Therapeuten besteht die Möglichkeit, einen Testzugang zur DiGA zu nutzen. „Ich glaube es ist die Zukunft, meine Prognose ist, dass es keine Heilmittel, keine Medikamente geben wird, die nicht durch eine digitale Lösung mitbegleitet werden“, stellt Dr. Alexandra Widmer fest. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.adhs-infoportal.de; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  10. Burnout, Stress & ADHS
    15.09., 08:0000:19:17

    ADHS und Burnout – wie hängt das zusammen? Der Begriff Burnout wurde erstmals von dem deutsch-US-amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger und von seiner US-amerikanischen Kollegin der Sozialpsychologin Christina Maslach vor über 30 Jahren formuliert. Die beiden Experten haben ein Syndrom bei besonders engagierten, hochmotivierten und aufopferungsvollen Mitarbeitenden in Pflegeberufen festgestellt und dies als Burnout bezeichnet. Sie waren irgendwann „ausgebrannt“, haben jedoch vorher für die Sache gebrannt und waren voller Begeisterung. Wenn das positive Feedback und die durch die Tätigkeit erhoffte Wertschätzung ausbleibt, kann dies zu einem „Zusammenbruch“ führen. Burnout wird als ein Zustand totaler körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung sowie verringerter Leistungsfähigkeit und innerer Leere bezeichnet (Definition nach Herbert Freudenberger/ Christina Maslach). „Diese Top Five kennzeichnen ein Burnout-Syndrom. Es ist jedoch keine psychische Erkrankung. Und es kann nicht nur Pflegekräfte treffen, sondern insgesamt besonders engagierte Menschen“, berichtet Dr. Rudolph. Die betroffenen Menschen haben oftmals unspezifische Symptome, verursacht durch hohen chronischen Stress ohne Regenerationsphasen. „Ein Burnout entwickelt sich immer über Wochen, Monate hinweg und verläuft in verschiedenen Phasen“, so der Experte. Es gibt Alarmsignale, die auf ein Burnout hinweisen können. Beispielsweise, wenn die Arbeitsleistung aufgrund von Konzentrationsschwierigkeiten sinkt, wie es bei Menschen mit einer ADHS ohnehin der Fall ist. Die Betroffenen müssen sich oft an die vermeintlich „normale“ Welt anpassen. Viele ADHS-Patienten entwickeln daraufhin Kompensationsmechanismen, um ihre Defizite zu kompensieren. „Das Gehirn von Menschen mit einer ADHS muss ständig mehr Denkarbeit leisten, um zum gleichen Schluss zu kommen“, so Dr. Rudolph. Die dauerhafte Anpassungsleistung stellt einen Risikofaktor für ein Burnout dar. Hinzu kommt die Hyperfokussierung. „Interessiert sich ein Mensch mit einer ADHS für ein Thema, dann brennt er doppelt so stark dafür und brennt dadurch auch leichter aus“, erklärt Dr. Rudolph. In vielen Fällen verursacht eine ADHS auch Probleme im zwischenmenschlichen Bereich. Dadurch ist das Gehirn als Organ, das auf gute soziale Interaktionen angewiesen ist, noch zusätzlich gestresst. Durch die Hyperfokussierung merkt ein Großteil der betroffenen Menschen gar nicht, dass sie langsam aber sicher ausbrennen. Dabei verbirgt sich dann oftmals hinter dem Burnout bereits eine behandlungsbedürftige Depression. Was viele nicht wissen ist, dass die häufigste Ursache für Depressionen im Kindes- und Jugendalter eine unbehandelte ADHS darstellt. Für eine erfolgreiche Therapie ist eine Psychoedukation wie beispielsweise die Aufklärung zum Thema Stress sowie die Herausarbeitung des Unterschieds zwischen Stressauslösern und Stressreaktionen anzuraten. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Stress und Burnout sowie zwischen Stress und ADHS gibt. Infolgedessen besteht wiederum ein enger Zusammenhang zwischen ADHS und Burnout. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  11. Patient und Facharzt im Dialog
    15.08., 08:0000:20:30

    Diagnose & Leben mit einer ADHS: Patient und Facharzt im Gespräch Diese Podcast-Folge stellt sowohl die Sichtweise eines Patienten wie auch die eines Facharztes zum Thema ADHS in den Mittelpunkt. Zu Beginn erzählt der inzwischen 25-jährige Student Nils Müller, wie er die Diagnose ADHS erhielt. „Der Arzt war an meiner Person interessiert, wie ich bin und warum ich so bin. Natürlich wurde auch ein Gespräch mit meinen Eltern und Geschwistern geführt, aber auch mit anderen Bezugspersonen wie Lehrern und Trainern. So habe ich dann in der zweiten Grundschulklasse die Diagnose ADHS erhalten“, erinnert sich Nils Müller. Thilo Palloks berichtet aus seiner Praxiserfahrung: „Meine Beobachtung ist, dass wir die meisten Vorstellungen ab dem Grundschulalter erhalten. Im Kindergarten kommen Kinder aufgrund des Freispiels und den vielen Möglichkeiten, sich zu bewegen oft sehr gut zurecht.“ Im Anschluss an die ADHS-Diagnose erhielt Nils Müller eine Therapie, die für ihn sehr unterstützend wirkte. Auch eine Psychoedukation und indem Stärken wie beispielsweise Kreativität, Sportlichkeit, Neugier und Wissbegierde hervorgehoben werden, kann helfen, so Thilo Palloks. Dies kann Nils Müller bestätigen, denn trotz seiner impulsiven Art konnte er als Kind mit seinen empathischen Fähigkeiten und seinem Gerechtigkeitssinn überzeugen. Im Rahmen einer multimodalen Therapie wurde Nils Müller auch medikamentös behandelt und hat sich als konzentrierter, ruhiger und mehr in der eigenen Mitte erlebt. Emotionale Ausbrüche waren in der Folge seltener und viel hat sich für ihn ins Positive gewandelt. „Sobald die Wirkung der Medikation aufgehört hat, war ich wieder richtig auf Trab“, erinnert sich Müller. Thilo Palloks berichtet, dass einige Eltern dankbar für eine medikamentöse Therapie ihres Kindes im Rahmen der medizinischen Leitlinien sind, andere Eltern wiederum von Medikamenten absehen. Manchmal möchten Eltern mit Unterstützung des Arztes auch Einfluss auf die Lehrer nehmen. Die Kommunikation von Behandlerseite mit der Lehrerschaft sei wichtig. Dem Arzt kommt hierbei oftmals die Aufgabe des Mediators zu, der das Gespräch zwischen Eltern und Lehrern moderiert. Eine gelungene Therapie eröffnet den Betroffenen die Möglichkeit, ihre Stärken voll auszuleben und auch beruflich erfolgreich zu sein. Nils Müller weiß die Fähigkeiten und Stärken, die mit einer ADHS einhergehen, zu schätzen. „Für mich ist das eine Story mit happy end. Aber keine Geschichte geht geradlinig, da waren auch viele Abbiegungen. Ich bin aktuell einfach glücklich und unterm Strich bin ich sehr zufrieden, wie ich gerade bin, vor allem auch wie es in der Vergangenheit gelaufen ist“, fasst Nils Müller zusammen. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  12. Erfahrungen einer ADHS-Betroffenen
    15.07., 08:0000:26:04

    ADHS bei Frauen - aus dem Leben einer Betroffenen „Ich möchte Mut machen, ADHS nicht nur als eine Störung wahrzunehmen, sondern auch als eine Bereicherung“, so Ina Cross, 53 Jahre alt. Bei ihr wurde erst kürzlich eine ADHS diagnostiziert. Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern erzählt aus ihrer Lebens- und Berufserfahrung. Sie ist vielseitig und arbeitet in unterschiedlichen Bereichen, wie beispielsweise als Schauspielerin, Tierarzthelferin, im Catering und auch als Pflegekraft. „Schauspielerin ist mein Traumberuf und ich kann davon meine Familie ernähren. Kräftemäßig konnte ich die an mich gestellten Herausforderungen immer annehmen. Oft galt es jedoch, 15 Löcher mit 10 Fingern zu stopfen – also immer ein Stückchen hinten dran, aber immer auf der Suche nach Lösungen“, erzählt Ina Cross. Bis die ADHS-Diagnose vor etwa einem halben Jahr gestellt wurde, hat sie ihr Leben oftmals so wahrgenommen, als ob immer alles zu viel ist. Daraus wird leicht ein Selbstläufer und der Fokus liegt auf diesen Wahrnehmungen, berichtet sie. Heute versteht sie sich und auch ihre Kinder besser, die ebenfalls von einer ADHS betroffen sind. „Rückblickend habe ich jedoch nicht nur ein gütiges, sondern auch ein trauriges Auge. Ich hätte die Diagnose gerne eher erhalten. Dann hätte ich im Laufe meines Lebens besser auf mich Acht geben können. Jahrzehnte habe ich damit verbracht zu denken, dass ich irgendwie nicht richtig bin. Jetzt weiß ich, dass mein Gehirn Dinge einfach anders macht und kann damit besser umgehen“, stellt Ina Cross fest. Die Erfahrung zeigt, dass spätestens in den Wechseljahren eine nicht diagnostizierte und unbehandelte ADHS zu Schwierigkeiten führen kann. Mittlerweile geht Ina Cross ihren Alltag anders an, auch in Bezug auf Ihre Kinder. Bis die leidenschaftliche Schauspielerin die Zusage für einen Psychotherapieplatz erhält und die Therapie beginnen kann, versucht sie sich unter anderem mit Sport und Entspannung zu helfen. Auch die Konzentration auf die positiven Aspekte einer ADHS ist ein Tipp von ihr für einen besseren Umgang mit der Störung. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de Informationen zu der im Podcast erwähnten Publikation in SageJournals: TikTok und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Eine Querschnittsstudie zur Qualität von Social-Media-Inhalten https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/07067437221082854

  13. ADHS bei Frauen
    15.06., 08:0000:26:20

    ADHS bei Frauen – oft unerkannt und falsch diagnostiziert In dieser Podcast Folge spricht Frau Dr. Andrea Boreatti, niedergelassene Fachärztin für Psychiatrie in einer Gemeinschaftspraxis in Lohr am Main, über das Thema Frauen und ADHS. Lange Zeit standen in der Medizin generell die Männer mehr im Fokus. Mittlerweile rücken gendermedizinische Aspekte in den Vordergrund. Jedoch wird eine ADHS bei Frauen noch immer seltener diagnostiziert. Dies wirft die Frage auf, warum das so ist. Gerade im Kindesalter wird bei deutlich mehr Jungen eine ADHS festgestellt, obwohl auch Mädchen betroffen sein können. „Beim Vergleich der Prävalenz Kinder und Erwachsene zeigt sich, dass sich das Geschlechterverhältnis nahezu angleicht“, so Dr. Boreatti. Frauen sind oft nach wie vor in einen anderen und komplexeren Alltag integriert als Männer. Meistens übernehmen Frauen zu Hause mehr Verantwortung. Auch der Spagat zwischen Berufstätigkeit und Familienmanagement ist oftmals für Frauen mit einer ADHS nicht gut zu bewältigen. Der Anteil des vorwiegend aufmerksamkeitsgestörten und des vorwiegend hyperaktiven Typs ist recht gleichmäßig zwischen den Geschlechtern verteilt, führt Frau Dr. Boreatti aus. Frauen mit einer ADHS haben im Alltag oft ein permanentes Überforderungserleben, versuchen jedoch, dies nicht nach außen dringen zu lassen. Da gilt es auch im Patientengespräch genau hinzuschauen und nachzufragen, weiß die Fachärztin für Psychiatrie. Einige Frauen mit einer unerkannten ADHS sind überstrukturiert und haben den Alltag durchgetaktet. Wird dieser dann durch ein unerwartetes Ereignis durcheinandergebracht, sind diese Frauen oft affektlabil oder zeigen überschießende Reaktionen. Manchmal kommen Frauen auch mit einer diagnostizierten Depression in die Praxis und haben von einer Behandlung profitiert, jedoch wird der Alltag dennoch insgesamt nicht leichter. Frauen mit einer ADHS leiden oft an einer permanenten Erschöpfung. Bei Hausärzten und auch bei Psychiatern gibt es immer noch zu wenige Kollegen, die das Störungsbild einer ADHS erkennen und behandeln, so Frau Dr. Boreatti. Bei der Therapie der ADHS-typischen Beschwerden ist u.a. Methylphenidat der Goldstandard und Mittel der ersten Wahl. Und dies gilt ohne Unterschied für Mann und Frau. Dabei ist es wichtig, für jede Frau die für sie individuell optimale Medikation und Dosierung zu finden. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  14. Medizinisches Cannabis und ADHS
    15.05., 08:0000:09:39

    Medizinisches Cannabis und ADHS - was sagt die Wissenschaft? In dieser Podcast Folge spricht PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer (Lübeck) zum Thema ADHS und Cannabis. Die S3-Leitlinien zur ADHS-Therapie empfehlen, dass Cannabis zur Behandlung einer ADHS nicht eingesetzt werden soll. Es gibt eine Reihe von prospektiven Studien, die die Effekte von Cannabis auf ADHS untersuchen. Im Kern sagen die bisherigen Daten, dass Cannabis keinen Effekt auf die Aufmerksamkeit und Konzentration hat, jedoch Impulsivität und motorische Unruhe positiv beeinflusst werden. „Cannabis dämpft und das ist ja eigentlich nicht das, was wir mit der Therapie wollen“, so PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer. ADHS geht häufig mit Begleiterkrankungen, sogenannten Komorbiditäten, einher, z. B. auch mit Tourette. Hierzu gibt es einige Fallberichte aber auch Studien. Vorläufige Daten zeigen, dass Cannabis bei Tourette wirksam ist, wenn gleichzeitig eine ADHS vorliegt. Zumindest für weibliche Studienteilnehmerinnen scheint dies zu gelten, führt PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer aus. Bei Männern hingegen wirkt Cannabis bei Tourette auch ohne Vorliegen einer ADHS besser. Für eine abschließende Beurteilung ist es zu früh, da die Ergebnisse noch nicht veröffentlicht worden sind. Im Rahmen des letzten DGPPN-Kongresses (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.) und im Expertenrat ADHS wurde ebenfalls das Thema Cannabis und Sucht diskutiert. Methylphenidat kann bei komorbider Alkoholabhängigkeit und bei einer Stimulanzienabhängigkeit gut wirken und die Patienten in der Abstinenz zu halten, so PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer. Bei anderen Komorbiditäten wie z. B. einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung, d.h. dem Borderline-Syndrom, hält der niedergelassene Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie den Einsatz von Cannabis kontraindiziert. Eine Kostenerstattung von Cannabis bei einer ADHS wird aufgrund des derzeitigen Forschungsstands kaum möglich sein und es kann keine Empfehlung für eine Cannabis-Therapie bei einer ADHS ausgesprochen werden. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  15. Ambulante Psychotherapie bei einer ADHS
    15.04., 08:0000:28:18

    Hilfe für ADHS Betroffene – ambulante Psychotherapie Dr. Matthias Rudolph (Boppard), Chefarzt der Mittelrhein-Klinik, einer Klinik für psychosomatische Rehabilitation geht in dieser Podcast Folge darauf ein, wie Psychotherapie bei der Behandlung von einer ADHS unterstützen kann und welche Vorteile diese bietet. Neben der medikamentösen Behandlung, Sport und Bewegungstherapie, Ergotherapie und Anschluss an eine Selbsthilfegruppe sieht der Chefarzt die ambulante Psychotherapie als einen wichtigen Punkt in der Behandlungskette. Insbesondere gerade auch dann, wenn die medikamentöse Behandlung wirkt, sei es wichtig, Betroffene psychotherapeutisch zu begleiten. Dr. Rudolph gibt Tipps an die Hand, welche Vorgehensweise bei der Suche nach einem der begrenzt vorhandenen ambulanten Therapieplätze empfehlenswert ist. Auch erfährt der Hörer, was sich hinter dem Kostenerstattungsverfahren verbirgt. Sprich, wann die gesetzliche Krankenkasse die Psychotherapie bei approbierten Psychotherapeuten ohne Kassensitz bewilligt. Weiter erklärt Dr. Rudolph, was probatorische Sitzungen sind und wie wichtig es ist, diese als Kennenlernstunden und für Fragen zur Therapie zu nutzen. Auch, wie viele Therapiestunden bei Erstdiagnose von der Krankenkasse bewilligt werden, wird thematisiert. In Bezug auf die Behandlung einer ADHS sind aus der Richtlinien-Psychotherapie die (kognitive) Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Therapie, die psychoanalytische Therapie und die systemische Therapie von Interesse. Als Hauptwirkfaktor für eine erfolgreiche Behandlung sieht Dr. Rudolph die psychotherapeutische Beziehung, unabhängig vom Therapieverfahren. Auch das Thema digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wird aufgegriffen. Eingebunden in eine Behandlung können digitale Werkzeuge unterstützen, aber keine Therapie ersetzen, so Dr. Rudolph. Wer mehr zur ambulanten Psychotherapie bei einer ADHS erfahren möchte, kommt in dieser Podcast-Folge „ADHS: Kein Grund zur Panik – aus der Praxis für die Praxis“ auf seine Kosten und kann hörbar an Wissen gewinnen. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  16. Das Potenzial von Psychotherapie bei ADHS
    17.03., 13:3700:12:18

    Psychotherapie bei ADHS – ein wichtiger Baustein im multimodalem therapeutischen Gesamtkonzept In dieser Ausgabe zeigt PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer (Lübeck), wie wichtig Psychotherapie im multimodalen therapeutischen Gesamtkonzept bei einer ADHS ist. Dies ist mittlerweile durch viele Studiendaten belegt und die S3-Leitlinie „ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“ sieht ein multimodales Gesamtkonzept mit medikamentösen und psychotherapeutischen Elementen vor. Im Podcast wird auch auf die Versorgungssituation im Bereich Psychotherapie in Deutschland eingegangen und die daraus resultierenden Herausforderungen. Als Einstieg wird die provokante Frage gestellt, ob eine Psychotherapie bei einer ADHS als Entwicklungsstörung überhaupt Sinn macht. Die Antwort ist eindeutig, „Psychotherapie kann immer sinnvoll sein“, so PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer. Wichtig sei auch immer zu klären, welches Ziel mit einer Psychotherapie erreicht werden soll. Welche Form von Therapie zielführend ist und wie man diese mit den Betroffenen in der Praxis etablieren kann, zeigt Alvarez-Fischer, Mitglied des Expertenrats ADHS, im spannenden Podcast auf. Die S3-Leitlinie „ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“ richtet sich an Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal, bietet jedoch auch Patienten, Angehörigen und der Öffentlichkeit eine gute Informationsgrundlage. Auszug aus der S3-Leitlinie: „Die Behandlung der ADHS soll im Rahmen eines multimodalen therapeutischen Gesamtkonzeptes (Behandlungsplan) erfolgen, in dem entsprechend der individuellen Symptomatik, dem Funktionsniveau, der Teilhabe sowie den Präferenzen des Patienten und seines Umfeldes psychosoziale (einschließlich psychotherapeutische) und pharmakologische sowie ergänzende Interventionen kombiniert werden können.“ Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  17. Wann ist fachärztliche Expertise notwendig?
    07.02., 12:3500:16:04

    ADHS: Zusammenarbeit von Hausarzt und Facharzt Die Diagnose einer ADHS ist abzugrenzen von der Behandlung und/ oder einer Verordnung von Stimulanzien. Sofern die Anforderungen an das Stellen einer ADHS-Diagnose erfüllt werden (s. FI, AM-RL Anlage III Nr. 44) dürfen das z.B. auch Hausärzte machen. Fachinformation (FI) und Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) schließen das nicht aus. Die S3- Leitlinie verwendet ein „sollte“, d.h. ein Hausarzt dürfte (wenn er die Richtlinien einhält), sollte aber die Diagnose dem Experten überlassen: „Bei Erwachsenen sollte die diagnostische Abklärung durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie, Facharzt für psychosomatische Medizin oder durch ärztliche oder Psychologische Psychotherapeuten vorgenommen werden.“ „Analog sollte die diagnostische Abklärung einer ADHS bei Erwachsenen durch einen Arzt oder Psychotherapeuten mit entsprechenden psychopathologischen Fachkenntnissen durchgeführt werden, da für eine diagnostische Einordnung eine profunde Kenntnis bezüglich der Ausprägungen von ADHS-Symptomen und von komorbiden Symptomen sowie von differenzialdiagnostisch abzugrenzenden Störungen im Erwachsenenalter in den verschiedenen Lebensbereichen erforderlich ist.“ Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  18. ADHS und Schulzeugnisse
    07.02., 12:3500:11:12

    Warum helfen Schulzeugnisse bei der Diagnose? ADHS ist eine Störung des ersten Lebensjahrzehnts, die bei rund 60% der Betroffenen bis ins Erwachsenenalter persistiert, stellt der Psychiater PD Dr. Daniel Alvarez-Fischer (Lübeck) fest. Eine ADHS tritt nicht erstmals bei Erwachsenen auf, es finden sich immer schon Symptome im Kindesalter. Und hierbei können Schulzeugnisse oft Hinweise geben. Sie ermöglichen quasi eine Zeitreise zurück im Leben eines Patienten. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  19. ADHS-Screening-Tipps für Hausärzte
    07.02., 12:3500:12:22

    Verdacht auf ADHS? Diagnostik bei Erwachsenen In jeder Hausarztpraxis gibt es – oft unerkannte – ADHS-Patienten, sagt der Internist und Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Dr. Frank Matthias Rudolph (Boppard). Psychische Komorbiditäten gestalten deren Behandlung oft herausfordernd. Mit etablierten Screening-Verfahren ist eine einfache Verdachtsdiagnose möglich. Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

  20. Ist ADHS ein Familienthema?
    07.02., 12:3500:23:20

    Ist ADHS vererbbar? ADHS ist bis zu 80 % erblich bedingt. Das kann und sollte den ärztlichen Blick darauf lenken, dass die Störung ein Familienthema ist, sagen die Kinder- und Jugendpsychiaterin Kristin Roze (Hamburg) und der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiater Thilo Palloks (München). Anschließend berichten sie über mögliche Konsequenzen für die Praxis (z. B. Erstellung einer Familienanamnese). Weitere Informationen zum Thema ADHS finden Sie unter www.adhs-ratgeber.com; www.expertenrat-adhs.de; www.medice.com; www.gemeinsam-adhs-begegnen.de

Willkommen bei "Kein Grund zur Panik", der Podcast-Reihe, in dem praxisrelevante Fragen rund um das Thema der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vom Expertenrat ADHS beantwortet werden. Die ADHS ist nach wie vor ein umfassend diskutiertes Thema – oft auch kontrovers und die Ansichten und Meinungen gehen hier teils weit auseinander. Sie möchten wissen, wie die Einschätzung von Experten* ist, welche Erfahrungen sie in ihrem Praxisalltag machen oder von deren nützlichen Tipps profitieren? In abwechslungsreichen Podcasts beantworten Experten verschiedener Fachdisziplinen relevante Fragen zum Thema ADHS. Aufgenommen und herausgegeben wurden die Podcasts von MEDICE in Zusammenarbeit mit dem Expertenrat ADHS - einem Zusammenschluss von Health Care Professionals, die die praktische Erfahrung mit ADHS verbindet. Hören Sie rein! *Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.