1000 Antworten

SWR
730
14.10.2026
Beschreibung
Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de Viele Episoden dieses Podcasts stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Ihr könnt diese Episoden unter Angabe der Quelle und der Lizenz unverändert in Eurem eigenen Digitalangebot dauerhaft veröffentlichen. Die Episoden dürfen dabei nicht verändert oder kommerziell genutzt werden. Die Lizenz lautet CC BY-NC-ND 4.0.

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Episoden
  1. Evolution folgt dem Prinzip der Sparsamkeit Die unterschiedliche Fingerlänge entspricht am besten unseren Bedürfnissen. Andernfalls wären sie ja entweder alle gleich lang oder gleich kurz. Lauter kurze Finger wären unpraktisch, denn zum Greifen, zum Anfertigen von Werkzeugen oder zum Werfen von Speeren brauchen Finger nun mal eine gewisse Länge. Wären dagegen alle Finger so lang wie der Mittelfinger, wäre das eine Verschwendung von Ressourcen. Die Evolution – also die natürliche Selektion – folgt dem Prinzip der Sparsamkeit: Sie kräftigt nur die Strukturen, die wirklich benötigt und belastet werden. Die anderen bleiben klein oder schrumpfen – denn das Material und die Energie, die dabei gespart werden, kann der Organismus anderswo sinnvoller einsetzen. So hat sich eine Hand entwickelt, bei der die Länge der Finger auch die durchschnittliche Belastung spiegelt. Wenn Sie einen Ball werfen oder an einem Ast Klimmzüge machen, ist der Mittelfinger am stärksten belastet, am zweitstärksten der Ringfinger. Anschließend kommt der Zeigefinger, der bei manchen, vor allem feinmotorischen Tätigkeiten, stärker beansprucht wird. Man kann sich das übrigens schön veranschaulichen: Nehmen Sie einen Tennisball oder einen Apfel in die Hand. Wenn die Finger bequem den Ball umfassen, sind die Fingerkuppen etwa auf einer Linie. Der lange Mittelfinger nämlich sucht sich die Stelle mit dem größten Umfang, sozusagen den Äquator. Von ihm geht beim Halten die meiste Kraft aus. Eine Ausnahme ist der Daumen, aber der ist ohnehin ein Sonderfall, weil er ja in Opposition zu den anderen Fingern steht, beim Greifen also den Gegendruck erzeugt. Der Daumen ist etwas dicker. Und er ist in Wirklichkeit gar nicht so kurz, wie er aussieht, denn der eigentliche Daumenansatz sitzt ja viel tiefer in der Hand als die Ansätze der anderen Finger. Messen Sie mal mit der linken Hand ab, wie lang Ihr rechter Daumen vom Ansatz – vom ersten Gelenk – bis zur Spitze ist und vergleichen Sie das mit dem Mittelfinger – der Daumen zieht da in der Regel keineswegs den Kürzeren. Wie der Finger des Mannes ... Bei Männern ist meist der Ringfinger länger. Bei Frauen sind die Finger eher gleich lang, oft ist der Zeigefinger sogar länger. Und die Anatomen haben in den letzten Jahren noch viel mehr herausbekommen: Es gibt zumindest bei Männern eine Korrelation: Je länger der Ringfinger im Verhältnis zum Zeigefinger, desto größer sind die Hoden und der Penis. Einfluss von Testosteron und Östrogen Die Ringfingerlänge korreliert auch mit Karriere-Erfolg. In Orchestern haben die ersten Geiger signifikant längere Ringfinger als die zweiten Geiger. Man ahnt inzwischen auch die Gründe: All diese Eigenschaften – die Länge des Ringfingers, die männlichen Geschlechtsteile wie auch die berufliche Durchsetzungskraft – sind im wahrsten Sinne des Wortes testosterongesteuert und werden somit auch von den gleichen Genen kontrolliert. Das weibliche Hormon Östrogen wiederum beeinflusst das Wachstum des zweiten Fingers – das ist durch Tierversuche belegt. Diese Zusammenhänge hat man erst in den letzten Jahren entdeckt. Nun versucht man zu verstehen, welche tieferen Hintergründe sie haben bzw. was sich die Evolution dabei "gedacht" hat.

  2. Augenschließen bei Fischen nicht nötig Kaum ein Fisch kann die Augen schließen. Das ist aber auch nicht nötig, weil die Augen ja unter Wasser nicht austrocknen können. Landtiere schließen die Augen hauptsächlich, weil sie austrocknen, wenn sie nicht immer wieder benetzt werden. Das ist im Wasser nicht nötig. Papageifische: zum Schlafen abends ab in den Schleim-Kokon Trotzdem können Fische schlafen, und fast alle Fische tun das auch. Papageifische in den indopazifischen Korallenriffen zum Beispiel bauen sich jeden Abend einen Kokon aus Schleim, in dem sie sich einigeln, damit Moränen sie über Nacht nicht fressen können. Außerdem gibt es nachtaktive Fische, die am Tag schlafen. Im Korallenriff: "Schlafanzug" in Tarnfarben Die buntgefärbten Fische im Korallenriff haben nachts fast immer eine unscheinbare Tarnfärbung, mit deren Hilfe sie sich verstecken.

  3. Das bezieht sich auf eine unangenehme Praxis von jungen Barbiergesellen oder Barbierlehrlingen, also jungen Herrenfrisören, die die Leute noch nicht so gut rasieren konnten. Eingefallene Wangen bei der Rasur über einem Löffel straff ziehen Wenn man in früheren Zeiten sehr alt war, dann hatte man ja meist sehr eingefallene Wangen, die schwierig zu rasieren waren. Diese Jungens haben es einfach so gemacht, dass sie einen Löffel nahmen und ihn den Leuten mit der Laffe nach außen in den Mund steckten. So nutzten sie diese Rundung, um die Wange nach außen zu drücken, wodurch eine schöne glatte Fläche entstand. Bedeutungswandel setzt mit der Zeit ein Diese Bedeutung – also die umstandslose Art, mit den Leuten umzugehen, die ja auch recht frech ist – hat sich im Lauf der Zeit verändert und es kam dann zu der Bedeutung im Sinne von "Betrug, Übervorteilung".

  4. Meeresschnecke verstärkt Umgebungsgeräusche Nein, das Rauschen, das wir in Muscheln hören, ist nicht das des Meeres. Wie soll das auch gehen? Geräusche bleiben nicht in einem Hohlraum gespeichert. Es ist auch nicht das, was gelegentlich behauptet wird: Der Blutfluss in unseren Adern, der in der Muschel angeblich reflektiert wird. Was wir in der Muschel hören, sind vielmehr die Geräusche aus der jeweils aktuellen Umgebung. Diese können sich in der Muschel – bzw. der Meereschnecke – verstärken. Je nachdem, wo wir uns gerade befinden, können die ziemlich ähnlich klingen wie Meeresrauschen. Das liegt am Hohlkörper des Schneckengehäuses; das wirkt akustisch wie eine Resonanzkammer. Die Schallwellen von außen schwingen in der Luftsäule hin und her, und diese Frequenzen treffen dann wieder auf unser Gehör. Je nachdem, wie groß so ein Gehäuse ist, ist auch der Ton eher höher oder tiefer. Gleicher Effekt bei Gläsern und Dosen Nicht nur die Meeresschnecke, sondern auch andere Hohlräume, wie Gläser oder Dosen, können diesen Effekt auslösen. Sogar unsere Hände können, wenn wir sie richtig formen, solch ein "Rauschen" erzeugen. Sobald wir aber mit der Muschel in einen schalldichten Raum gehen, verschwindet dieses angebliche Meeresrauschen.

  5. 29.06.2025
    3 min

    Rotwerden ist ein Zeichen dafür, dass unser Gesicht stärker durchblutet wird. Und das passiert bei Stress oder wenn wir uns schämen – z.B. in einer peinlichen Situation. Es fällt ja auf, dass wir das gar nicht steuern können. Das liegt daran, dass das Ganze über das vegetative Nervensystem läuft. Das vegetative Nervensystem reguliert Abläufe im Körper, die wir normalerweise nicht bewusst kontrollieren können, wie z.B. den Herzschlag oder die Atmung. Und genauso ist es hier. Das Schamgefühl selbst entsteht im Emotionszentrum des Gehirns, dem limbischen System. Von hier aus empfängt das vegetative Nervensystem die Signale und leitet sie an den ganzen Körper weiter. Diese Nervenimpulse sorgen dafür, dass sich die feinen Blutgefäße im Gesicht weiten – dadurch strömt mehr Blut in Wangen und Stirn, manchmal auch in Hals und Ohren oder den ganzen Kopf. Bei Menschen mit heller Haut lässt sich das besonders gut erkennen. Ist Rotwerden immer ein Zeichen für Scham? Nein, nicht nur Scham führt zum Erröten: Andere Auslöser können Sport, starke Temperaturschwankungen und Bluthochdruck sein. In diesen Fällen hat das Rotwerden einen klaren physiologischen Sinn, z.B. den Temperaturausgleich. Welche Funktion hat das Rotwerden bei Scham? Die Schamesröte hat vor allem eine soziale Funktion. Mit ihr signalisieren wir unserem Gegenüber: "Das ist mir peinlich." oder "Ich erkenne, dass ich einen Fehler gemacht habe." oder: "Komm mir nicht zu nah!" Wir kommunizieren also über Körpersprache. Eine Studie aus den Niederlanden fand sogar heraus, dass wir durch Schamesröte mehr Empathie in anderen auslösen können: So betrachteten Versuchspersonen diejenigen Menschen wohlgesinnter, die in einer unangenehmen Situation rot wurden, als die Menschen, die keine Röte zeigten. Eigentlich ist Rotwerden also sinnvoll. Kann es auch zum Problem werden? Wer übermäßig viel Angst vorm Erröten hat, leidet laut Psychologie an einer Erythrophobie. Ein Teufelskreis beginnt: Die Angst vorm Erröten führt nur umso schneller dazu, dass Betroffene rot werden. Daraufhin schämen sie sich noch mehr und erröten umso stärker. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer sozialen Phobie, einer bestimmten Form der Angststörung. Betroffene meiden dann schambehaftete Situationen und sind in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Helfen können z.B. Medikamente zur Lösung der Angstzustände und eine kognitive Verhaltenstherapie. Ziel ist dann, Stress auslösende Situationen im Alltag wieder zu meistern. Und eine Neubewertung des Rotwerdens an sich – eben als eine ganz natürliche Körperfunktion, für die wir uns nicht schämen müssen.

  6. Hahnenschrei: Inbegriff des Tagesbeginns Hähne krähen nicht nur bei Sonnenaufgang, sondern über den Tag hinweg immer wieder. Nur nachts legen sie eine Krähpause ein. Deshalb fällt es morgen umso mehr auf; zu Sonnenaufgang ist ja noch nicht viel los. Hähne krähen somit in die Stille hinein. Deshalb ist das Krähen zum Inbegriff des Tagesbeginns geworden. Das Krähen dient dabei hauptsächlich als Imponiergehabe. Die Hähne markieren auf diese Weise ihr Revier, signalisieren ihren potentiellen Rivalen ihre Kampfbereitschaft und den Hennen, wie stark und toll sie sind. Gockel-Verhalten eben. Hähne folgen ihrer inneren Uhr und nicht dem Tageslicht Lange glaubte man, dass die Tiere mit dem Krähen beginnen, wenn sie die ersten Sonnenstrahlen registrieren. Aber offenbar brauchen sie die Sonne gar nicht. Tatsächlich fangen sie oft ja auch schon vor der Dämmerung, also vor den ersten Sonnenstrahlen an zu krähen. Es gab 2013 eine Studie japanischer Wissenschaftler. Die haben Hähne unter Laborbedingungen beobachtet. Einige dieser Hähne haben sie einem konstanten Dämmerlicht ausgesetzt, sodass sie objektiv gar nicht mehr die Tageszeit erkennen konnten. Und trotzdem haben sie zuverlässig frühmorgens gekräht. Das deutet darauf hin, dass sie hauptsächlich ihrer inneren Uhr folgen – das funktioniert sogar über Wochen hinweg. Bei hellerem Licht wird häufiger gekräht Natürlich wird diese Innere Uhr wie bei Menschen auch regelmäßig durch das Tageslicht geeicht – aber die Hähne brauchen am jeweiligen Morgen kein Licht als Startsignal. Trotzdem hat das Licht insgesamt einen gewissen Einfluss. Die Forscher haben geschaut, was passiert, wenn sie die Lichtverhältnisse variieren, es also mal ein bisschen heller, mal ein bisschen dunkler werden lassen. Da zeigte sich schon, dass die Hähne bei hellerem Licht häufiger krähten. Ein Hahn wird offenbar auch dann zum Krähen animiert, wenn er einen anderen Hahn krähen hört. Das kann durchaus auch früh morgens der Fall sein. Auf dem Land fällt das auf: Wenn einer anfängt, kräht bald der zweite hinterher. Aber einer muss ja den Anfang machen – und das funktioniert offenbar über die innere Uhr, also den biologischen Tag- und Nachtrhythmus.

  7. "Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen" Das geht zurück auf die berühmte Geschichte im Neuen Testament, in der Jesus dem Petrus prophezeit: "Du wirst mich dreimal verleugnen, ehe der Hahn kräht". Und so ist es dann ja auch gekommen. Mahnmal für Aufrichtigkeit Jesus wird gefangen genommen, Petrus wird gefragt, ob er zu ihm gehört, streitet es dreimal ab – und anschließend kräht der Hahn. An diese Geschichte erinnert der Hahn auf den Kirchtürmen – man könnte ihn also als Mahnmal für Aufrichtigkeit interpretieren. Abgesehen davon zeigt er – sofern er beweglich ist – praktischerweise auch den Wind an, dient also als Wetterhahn. Und wenn jemand sich windet und wie Petrus aus Opportunismus seine Identität verleugnet und man sich nicht auf ihn verlassen kann, sagt man ja auch: Der dreht sich wie der Hahn im Wind. Je nach Region: Hahn steht auf katholischen und evangelischen Kirchtürmen Es ist übrigens nicht so, wie oft behauptet wird, dass der Hahn immer ein Erkennungszeichen einer katholischen Kirche ist. Das hängt vielmehr von der Region ab. In Süddeutschland steht der Hahn tatsächlich hauptsächlich auf den katholischen Kirchtürmen – wie auch sonst in weiten Teilen der Welt. Auf den evangelischen ist dagegen ein Kreuz angebracht. Nur in Norddeutschland ist es zum Teil umgekehrt. Dort haben die katholischen Kirchen auch Kreuze – während der Hahn dort wiederum Kennzeichen reformierter Gemeinden ist.

  8. Klarträume treten kurz vor dem Aufwachen auf Wir wissen, dass die meisten Klarträume kurz vor dem Erwachen auftreten, weil da das Gehirn aktiver wird. Denn es ist tatsächlich so: Damit man dieses zusätzliche Bewusstsein hat, dass man träumt, muss das Gehirn ein bisschen aktiver sein. Das heißt, die Übergangsphase fördert das tatsächlich. Jetzt möchte man natürlich nicht nur das Bewusstsein haben und dann sofort aufwachen. Ich kann mich an meinen ersten trainierten Klartraum erinnern. Darüber habe ich mich so gefreut, dass ich sofort aufgewacht bin. Man hat tatsächlich zwei Dinge miteinander zu verknüpfen. Es geht darum, das Bewusstsein zu trainieren, um es früher im Traum zu erlangen. Realitätscheck: Träum ich oder bin ich wach? Die Technik, die man am meisten einsetzt, weil es am leichtesten geht, allerdings auch Training verlangt, sind sogenannte Realitätschecks. Man fragt sich fünf- bis zehnmal über den Tag verteilt: Träum ich oder bin ich wach? Dann kontrolliert man kurz die Umgebung, die man sieht, ob sie den physikalischen Gesetzen der Wachrealität entspricht. Und im Wachzustand kommt man immer zum Schluss, dass man wach ist. Es geht hier also nicht darum, die Realität zu hinterfragen, sondern diese Übung dient dazu, dass man sich die Frage regelmäßig direkt im Traum stellt. Traumbewusstein trainieren und luziden Traum verlängern Denn wenn man sich die Frage früher im Traum stellt und plötzlich merkt: Okay, ich kann ja höher hüpfen. Oder ich kann dies oder jenes machen, was im Wachzustand nicht möglich ist – dann kommt man früher auf den Gedanken, dass es ein Traum ist. Dadurch wird der luzide Traum länger. Denn viele berichten gerade am Anfang, dass die luziden Träume zunächst sehr kurz sind. Da braucht es noch ein bisschen Training, um tiefer in dieses Fragen „Ist es ein Traum oder bin ich wach?“ hineinzukommen. Die Grundidee ist es also, sich zufällig über den Tag verteilt fünf bis zehn Mal diese Frage zu stellen. Wenn Sie das tagsüber regelmäßig machen, fängt ihr Traumbewusstsein auch an, die Frage zu stellen. Und dann wird es interessant. Wenn jemand viel träumt, eine gute Traumerinnerung hat und auch schon luzide Träume hatte, denke ich, dass die Frage nach zwei bis vier Wochen, wenn man regelmäßig übt, schon früher im Traum gestellt werden kann: Träum ich oder bin ich wach?

  9. Wenn Sie fürchten, dass sich auf der Kleidung Keime befinden, waschen Sie die Wäsche bei 60°C mit einem Vollwaschmittel. Dabei werden die Bakterien zerstört. Das wird noch unterstützt, wenn sie die Wäsche im Sommer beim Trocknen der Sonne aussetzen; die Sonne tötet auch einen Teil der Bakterien ab. Auch das Bügeln trägt dazu bei. Auf Vorwäsche verzichten und Vollwaschmittel verwenden Auf eine Vorwäsche sollten sie dabei verzichten, denn die Vorwäsche verteilt die Bakterien eher in der Maschine und bringt sie auch auf Kleidungsstücke, die vorher nicht belastet waren. Bei Schuhen reicht es aus, die Sohle mit Wasser und Seife abzuwischen. Haben Sie keine Angst vor diesen Krankenhauskeimen. Was man in den Medien dazu liest macht oft Angst. Diese Krankenhauskeime sind aber häufig im Privatbereich kein Problem. Sie sind ein Problem des Krankenhauses.

  10. 24.06.2025
    1 min

    Das ist leider ganz schwierig. Die Nase gehört zu den Sinnessystemen, die nie schlafen, die 24 Stunden aktiv sind und auch während der Nacht arbeiten. Denn mit jedem Atemzug nehmen Sie auch Duftmoleküle auf. Das heißt, solange Sie atmen, riechen Sie auch. Sie müssen ja atmen, damit Sie überleben können. Deswegen kann man das Riechen im Vergleich zu den Augen nicht abstellen. Die Augen kann man zumachen, die Ohren kann man sich zuhalten. Aber das Atmen lässt sich leider – oder manchmal Gott sei Dank – nicht abstellen. Wäscheklammern oder Mundatmung sind kaum Alternativen Leider gibt es auch keine guten Tricks. Sie können natürlich mit einer Wäscheklammer die Nase zumachen. Die Atmung durch den Mund ist auch nicht so gesund, wie wenn man durch die Nase atmet. Denn die Nase hat ja nicht nur etwas mit dem Riechen zu tun, sondern sie ist durch die Schleimhäute auch ein Staubfilter, wärmt die Luft an und hat viele andere Funktionen. Daher sollte man über die Nase atmen. In manchen Extremsituationen hilft natürlich nichts anderes; da hält man sich die Nase am besten einfach zu.

  11. Taue wurden von Seeleuten repariert Mein Vater war selbst Seemann; deshalb weiß ich sehr genau, woher das kommt. Mein Vater hat nämlich Taue spleißen müssen. Das tut man auf dem Festland eher selten. Es geht dabei darum, Taue in einer komplizierten Art und Weise der Flechttechnik wieder zu verbinden. Diese Taureparatur oder neue Taue flechten hat man miteinander an Bord gemacht und sich dabei Geschichten erzählt – Döntjes, wie man im Norden sagt. Es war also genau wie in den Spinnstuben. Deshalb hat man auch auf dem Festland "Garn spinnen" gesagt und meinte genau das Gleiche: irgendwelche Geschichten erzählen, die zwar nicht immer wahr waren, aber jedenfalls nett. Abenteuerliche Geschichten sorgten für Unterhaltung bei der Arbeit Bei den Seeleuten war das natürlich noch viel mehr. Man fuhr ja früher nicht in Urlaub, sondern war hauptsächlich daheim. Die Seeleute kamen aber viel rum und erzählten dann manchmal ganz unglaubliche Geschichten, wie sie eben auch beim Spleißen oder Taureparieren erzählt und ausgedacht wurden. Und so sagt man dann eben auch "Seemannsgarn spinnen".

  12. Adaptation: Wir gewöhnen uns an Gerüche Hier gilt das gleiche wie für alle Düfte, die man permanent um sich hat: Man nimmt sie irgendwann nicht mehr wahr. Das ist auch beim Parfüm so: Man trägt es auf, riecht es nach ein paar Minuten schon gar nicht mehr, sprüht nach – und am Schluss stinkt man wie ein Iltis. Die anderen merken es, man selber nicht. Wie alle Sinnessysteme hat unsere Nase die Fähigkeit, sich an bestimmte Reize zu gewöhnen und abzuschalten. Sie meldet dann dem Gehirn gar nicht mehr, dass Düfte in der Luft sind. Denn was die ganze Zeit da ist, muss dass Gehirn nicht ständig erfahren, sonst wird es völlig überlastet. Man nennt das Adaptation. In mancher Hinsicht ist das ein Geschenk, denn wenn es besonders stinkt, kann man sicher sein, dass man sich mit der Zeit auch daran gewöhnt und man diesen Duft nicht mehr riecht. Hunde laufen Zickzack, um die Spur nicht zu verlieren Hunde können das übrigens auch. Wenn sie einer Beute folgen, laufen sie irgendwann Zickzack. Denn wenn sie immer in der Duftspur blieben, würden sie sich ebenfalls an den Geruch gewöhnen und den Hasen nicht mehr riechen können. Sie laufen also ein Stückchen raus, nehmen eine Prise frische Luft und kommen wieder zurück. Wenn wir einen Raum, in dem es stinkt, verlassen und wieder zurückkommen, bemerken wir auch den Geruch wieder.

  13. Da gehen die Meinungen auseinander. Die meisten Verhaltensbiologen sagen eher, dass Tiere zwar durchaus Schmerz und Gefühle empfinden und auch so etwas wie Trauer fühlen können, dass sie aber deswegen nicht weinen. Das „Heulen“ vor Schmerz oder Rührung ist nach gängiger Lehrmeinung eine spezifisch menschliche Eigenschaft. Krokodilstränen: kein Ausdruck von Trauer Es gibt Krokodilstränen – also nicht nur in der Redensart, wo die Krokodilsträne ja der Inbegriff der Heuchelei ist – sondern Krokodile produzieren tatsächlich Tränen. Das war lange nicht klar, weil sich Krokodile ja viel im Wasser bewegen und deshalb immer wieder irgendwelche Tropfen an ihnen herunterkullern. Vor ein paar Jahren haben Forscher den Nachweis erbracht, dass das, was man schon seit Jahren für Krokodilstränen hielt, tatsächlich welche sind. Die entscheidende Frage ist aber: Was löst diese Tränen aus? Das hat wahrscheinlich nichts mit Trauer oder Schmerz oder sonstigen Gefühlsausbrüchen zu tun, sondern mit Druck. Die Krokodile produzieren die Tränen nämlich beim Fressen. Da sperren sie bekanntlich ihr Maul weit auf. Dies drückt nach hinten aufs Auge bzw. die dort befindlichen Tränendrüsen. Tränen: Auge befeuchten, reinigen, mit Nährstoffen versorgen Tiere haben also Tränendrüsen, aber hauptsächlich, um die Augen zu befeuchten, zu reinigen und um die Hornhaut mit Nährstoffen zu versorgen – wie beim Menschen auch. Wir produzieren ja auch ständig Tränenflüssigkeit, ohne dass wir gleich weinen. Die Wissenschaft unterscheidet übrigens zwei Arten von Tränen. Das eine sind die sogenannten reflektorischen Tränen. Die produzieren wir, wenn wir z. B. Schmutz im Auge haben oder beim Zwiebelschneiden. Das ist die ganz normale Tränenflüssigkeit. Wenn wir aber weinen, dann sind das emotionale Tränen. Die haben eine etwas andere chemische Zusammensetzung; insbesondere enthalten sie mehr Proteine, mehr Mineralstoffe und eine erhöhte Konzentration an Serotonin. Das ist ein Botenstoff im Gehirn, der unter anderem bei Schmerz ausgeschüttet wird. Man kann Tränen also chemisch unterscheiden. Emotionale Tränen bei Tieren? Standardlehrmeinung ist, dass Tiere keine emotionalen Tränen produzieren. Aber beweisen kann man es nicht. Denn nur weil man es noch nie wissenschaftlich beobachtet hat, kann man ja nicht ausschließen, dass es solche Tränen in ganz bestimmten Situation nicht doch gibt. Es gibt einen schönen Film: "Die Geschichte vom weinenden Kamel". Das ist ein ganz ruhiger, halb fiktiver, halb dokumentarischer Film, der in der Mongolei spielt – eine deutsch-mongolische Produktion. Es geht um Nomaden in der Wüste Gobi. Die haben ein Kamel, das ein Fohlen zur Welt bringt, allerdings unter so starken Schmerzen, dass es das Fohlen verstößt und nicht säugen will. Das Fohlen droht also zu verhungern. Am Ende gelingt es mithilfe von Musik, speziell einer mongolischen Geige, die Kamelstute in eine Stimmung zu versetzen, die dazu führt, dass sie ihr Junges doch wieder annimmt. Und in dem Moment kullert der Kamelmutter tatsächlich eine Träne aus dem Auge. Das ist ein sehr rührender Moment. Natürlich ist das ein Film, aber eben mit einem hohen dokumentarischen Anteil. Die Regisseure beteuern, dass diese Reaktion des Kamels, diese Tränen echt waren. Das sei nicht inszeniert gewesen – also keine Zwiebel oder sonst was –, sondern eine authentische Reaktion. Insofern: Wer weiß? Früher haben die Wissenschaftler gesagt, Tiere haben keine Gefühle. Heute sieht man das anders. Und möglicherweise ist auch bei den Tränen der Tiere das letzte Wort noch nicht gesprochen.

  14. Alpen haben Zeitgliederungsdimension Alpen haben immer auch etwas mit dem Kalender zu tun. Schon in prähistorischer Zeit waren die Alpen zum Beispiel eine ganz gute Möglichkeit, die Zeit einzuordnen – nicht umsonst gibt es Gipfel in den Alpen, die etwa Mittagsspitze heißen. Ich kenne Bauern, etwa im Engadin in der Schweiz, die sich auf einen bestimmen Punkt auf ihrer Alb stellen, und dann können die einem auf zehn Minuten genau sagen, wie viel Uhr es ist. Die Alpen haben also alleine durch die Konturierung des Horizonts eine Zeitgliederungsdimension. Dass man natürlich Winter- und Sommersonnenwende in den Alpen ganz genau beobachtete, ist klar. Und dass man das dann mit bestimmten Festen markierte, ist ebenfalls klar. Höhenfeuer zu entzünden ist eine Möglichkeit, diese Feste zu begehen. Johannistag am 24. Juni – Achse durchs Kirchenjahr Speziell beim 24 Juni, von dem Sie sprechen, ist die Sache ein bisschen komplizierter. Heute ist ja am 21. Juni Sommersonnenwende, allerdings war es nach altem Kalender tatsächlich der 24. Dieser 24. Juni ist auch der Johannistag, also der Tag Johannes des Täufers. Dieser Johannes bildet sozusagen die Achse durchs Kirchenjahr. Wenn Sie das Jahr zyklisch anordnen, eine Achse durchs Jahr legen, dann kommen Sie vom 24. Juni auf den 24. Dezember. Feuer- und Lichtsymbolik Johannes, so steht's in der Bibel, geht Christus sechs Monate voraus; dieses Fest weist sozusagen auf Weihnachten. Und die Feuer, die am Johannistag entzündet werden, jenseits dieser kalendarischen Feuer, sind auch christliche Symbolik. Denn Johannes sagt ja von sich, er sei noch nicht das Licht der Welt, er solle nur Zeugnis von dem Lichte geben. Oder ein anderes Johanneswort: Er selber taufe mit Wasser; nach ihm aber werde einer kommen, der mit Feuer und Geist taufe. Diese Feuersymbolik, die Lichtsymbolik wird im Johannesbild schon vorausgenommen. Und dass wir an Weihnachten ganz stark in der Dunkelheit des Winters mit der Lichtsymbolik arbeiten, dass auch der christliche Gott von sich sagt: "Ich bin das Licht der Welt" – das ist die zweite Dimension dieser Sonnwendfeuer oder Johannisfeuer. Sehr interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage, wie zum Beispiel die Nationalsozialisten versucht haben, diese christlichen Bräuche ins Heidnische zurückzutransponieren.

  15. Silikonfugen werden von Mikroorganismen besiedelt Die braune Verfärbung ist typisch für Silikonfugen. Die Silikonfugen können von Mikroorganismen besiedelt werden, von Schimmelpilzen, aber auch von Hefen. Die fressen das Substrat oder die Hautschuppen des Menschen, die da drauf fallen, oder auch die Duschgel-Rückstände – das weiß man. Braune Fugen sind vor allem ein ästhetisches Problem Es gibt Silikon, das "antimikrobiell ausgerüstet" ist. Das verzögert diesen Effekten ein bisschen. Allerdings ist es tatsächlich mehr ein ästhetisches als tatsächlich ein gesundheitliches Problem.

  16. Den Ausdruck kennen wir von Karl May und aus vielen Western. Man hat ihn den Indianern "untergeschoben", die gerne eine bildreiche Sprache verwenden. Die gespaltene Zunge bezieht sich auf die Schlange. Diese Tiere haben ja tatsächlich häufig eine vorne etwas verzweigte Zunge, weil sie mit der Zunge sehr viel wahrnehmen. Für uns erscheint das, als würde jemand nicht grade und klar bei einer Wahrheit bleiben, sondern als würde er das eine sagen und das andere meinen. In China sagt man "Honigmelonenlippen – Bittermelonenherz". Also: "Pass auf, was der sagt, der spricht mit gespaltener Zunge, wie eine Schlange". Außerdem sind wir hier natürlich auch bei der Schöpfungsgeschichte, beim Teufel.

  17. Banken rechneten seit 1979 mit dem ECU Der genaue Euro-Kurs wurde am Tag der Einführung des Euro als Buchgeld festgelegt, d.h. am 1.1.1999. Der Wert des Euro war nicht aus der Luft gegriffen, sondern der Euro hatte einen Vorläufer, den ECU – die European Currency Unit (Europäische Währungseinheit). Den ECU hatten wir zwar noch nicht im Portemonnaie, aber auf der Ebene der europäischen Banken wurde damit bereits seit 1979 gerechnet. Und als 20 Jahre später der Euro eingeführt wurde, wurde der Wert des ECU einfach 1:1 als Euro fortgeführt. Wie wurde der Kurs des ECU festgelegt? Das Prinzip war das des Währungskorbs. Man kann es mit einem Obstkorb vergleichen: Im Obstkorb sind verschiedene Früchte. Die Früchte – Äpfel, Birnen, Bananen – haben jeweils einen eigenen Kilopreis. Und aus der Summe ergibt sich der Wert des Obstkorbs. So hat man es auch mit den Währungen gemacht: Man stellte sich einen großen Korb vor und hat dort fiktiv Geld von allen Ländern, die am Europäischen Währungssystems teilgenommen haben, hineingetan: D-Mark, französische Francs, italienische Lira usw. Die verschiedenen Währungen waren dabei aber nicht gleichwertig, sondern wurden gewichtet. Zum Beispiel ein Drittel des gesamten Währungskorbs wurde durch die DM bestimmt, weil Deutschland eine große, starke und damit wichtige Volkswirtschaft war. Das irische Pfund dagegen hat am ECU nur ein Prozent ausgemacht. Diese verschiedenen Währungen gewichtet ergaben zusammen einen ECU. Das musste später etwas angepasst werden, denn es kamen weitere Länder und damit weitere Währungen dazu. Aber das Prinzip wurde beibehalten. 1999 wurde der Wert des ECU dann 1:1 als Euro übernommen. An Silvester 1998 vormittags um 11 gab es eine Telefonkonferenz der Notenbankchefs der europäischen Staaten. Da wurden noch mal die einzelnen Währungen untereinander auf 5 Stellen hinterm Komma verglichen und darauf wurde dann für jede Währung der endgültige Umrechnungskurs zum Euro festgelegt. Warum wurde der ECU so festgelegt? Man hätte ja mehr oder weniger "Obst" in den Korb tun können? Das hätte man machen können, denn letztlich ist es egal, wie hoch man den absoluten Wert ansetzt. Hauptsache, das Verhältnis der Währungen untereinander stimmt. Jetzt müssen wir noch ein bisschen weiter zurückgehen. Denn auch der ECU hatte eine Art Vorgänger; der nannte sich "Europäische Rechnungseinheit" (ERE). Das war eine Einheit, die bereits Anfang der 1970er-Jahre eingeführt wurde, um eine einheitliche Messlatte zu haben, mit der man die verschiedenen europäischen Währungen vergleichen konnte. Diese Europäische Rechnungseinheit wurde Anfang der 1970er-Jahre in Parität zum Dollar definiert. Also ursprünglich war eine ERE gleich einem Dollar. 1979, als der ECU als Währungskorb eingeführt wurde, hat man diesen Korb so gepackt, dass alle Währungen zusammen den Wert von einer Europäischen Rechnungseinheit bildeten. Wenn man also fragt, warum wir einen Euro haben, der ungefähr 2 Mark entspricht und nicht 10 Mark oder 100 Mark, dann liegt das daran, dass der Vorvorgänger des Euro dem Dollar gleichgesetzt wurde.

  18. Glühwürmchen glühen nicht, sondern erzeugen "Kaltes Licht" Mit Chemie! Das ist ein Beispiel, wie die Natur dem Menschen mal wieder weit voraus war. Der Name Glühwürmchen ist nämlich irreführend – Glühwürmchen glühen überhaupt nicht. Glühen heißt ja, dass etwas so heiß wird, dass es leuchtet. Wie eben heiße Kohle oder auch der Draht in der Glühlampe. Die Glühlampen wurden nach und nach verboten. Warum? Weil sie so uneffektiv sind: Die meiste Energie wird in Wärme umgewandelt, nur 5 Prozent in Licht. Deswegen sage ich: Die Glühwürmchen waren dem Menschen voraus, weil sie nicht glühen, sondern die Energie viel effizienter nutzen. Sie erzeugen nämlich sogenanntes "Kaltes Licht" – Das ist das gleiche Prinzip, das die Menschen erst seit 20 Jahren bei den sogenannten LEDs nutzen, also den Leuchtdioden, die jetzt zunehmend Verbreitung finden – dieses Prinzip verwenden die Glühwürmchen bereits seit Jahrmillionen. Physikalisch passiert dabei Folgendes: Wenn man Atomen Energie zufügt, werden sie angeregt. Ihre Elektronen springen dann auf ein höheres Energieniveau. Dort bleiben sie aber nur winzige Sekundenbruchteile. In dem Moment, wenn sie wieder auf das alte Niveau zurückfallen, wird die entsprechende Energie in Licht umgewandelt. Und genau das passiert sowohl in den Leuchtdioden als auch im Glühwürmchen. Glühwürmchenlicht: kühl wie ein LED-Lämpchen Das Licht der Glühwürmchen wirkt auch recht kühl, eben ähnlich wie bei LED-Lämpchen; es ist die gleiche Art von Licht. Der Unterschied besteht darin, wie die Atome angeregt werden. Bei den LEDs geht das mit elektrischem Strom, bei den Glühwürmchen wird die Energie chemisch erzeugt, durch chemische Reaktionen. Gar nicht teuflisch: Wenn Luciferin mit Luciferase reagiert Und jetzt wird’s schön: Die Glühwürmchen besitzen nämlich eine Substanz, die den teuflischen Namen Luciferin trägt – allerdings nicht deshalb, weil die Substanz was Teuflisches hätte, sondern weil Lucifer ja wörtlich "Licht-Träger" bedeutet. Dieses Luciferin reagiert mit einem entsprechenden Enzym – der Luciferase – und bei dieser Reaktion entstehen diese angeregten Atome. Wenn die sich wieder "abregen", geben sie – wie eben die Leuchtdiode auch – Licht ab. Und zwar hoch effizient: 95 Prozent der dabei verbrauchten Energie wird in Licht umgewandelt – bei der Glühlampe sind es nur 5 Prozent. ... und Würmchen sind sie auch nicht: Das Glühwürmchen ist ein Käfer Die Glühwürmchen leuchten nicht am ganzen Körper, sondern nur das Hinterteil leuchtet. Der Name "Glühwürmchen" ist nämlich noch aus einem anderen Grund falsch – die Glühwürmchen glühen nicht nur nicht – es sind auch keine Würmer, sondern Käfer. Das Hinterteil der Käfer ist transparent. Darauf befindet sich eine Schicht aus Salzkristallen, die das Licht reflektiert. Das ist vergleichbar mit einem Autoscheinwerfer, der eine reflektierende Schicht und eine durchsichtige Scheibe besitzt, die das Licht nach außen lässt. Leuchten lockt die Partner an Mit dem Leuchten locken die Glühwürmchen Partner an. Es gibt Arten, bei denen nur die Weibchen leuchten, bei anderen auch die Männchen. Der Normalfall ist: Laue Sommernacht: Die Weibchen sitzen im Gras oder auf Büschen und leuchten. Dadurch werden die Männchen ganz heiß – es entsteht praktisch ein natürlicher Rotlichtbezirk. Dann begeben sich die Männchen Richtung Weibchen – und zielgenau über dem Weibchen lassen sie sich fallen.

  19. 13.06.2025
    3 min

    Weltweit etwa 7.000 Sprachen Insgesamt gibt es auf der Welt ungefähr 7.000 Sprachen. In Afrika gibt es zum Beispiel nur wenige Länder, die sprachlich homogen sind. Somalia ist wahrscheinlich das einzige, wo es eigentlich nur eine Sprache gibt, vielleicht noch Malawi. In den meisten afrikanischen Ländern gibt es mehrere oder viele Sprachen. Und in etlichen Ländern gibt es sehr viele Sprachen. Allein in Nigeria gibt es über 100, im Kamerun wahrscheinlich ebenfalls. Wir haben in Leipzig einen sehr wichtigen Katalog der Sprachen der Welt entwickelt, den nennen wir "Glottolog" – nach Glotta, dem griechischen Wort für Sprache. Darin gibt es über 7.000 Sprachen. Große Sprachvielfalt vor allem am Äquator Die Sprachenvielfalt konzentriert sich insbesondere um den Äquator herum. Aber so ist es nicht nur in Afrika, das finden wir genauso in Südamerika, auch in der Äquatorialregion. In Amazonien, aber auch in den Anden haben wir sehr, sehr viele verschiedene Sprachen. Am allergrößten ist die Sprachendichte aber in Südostasien, also in Indonesien oder in Borneo. Die absoluten Rekorde finden wir in Neuguinea und auf den Salomoninseln und Vanuatu. Das sind ganz kleine Länder, mit vielen kleinen Inseln, die in den Nachrichten fast nie vorkommen. Hier leben viele arme Menschen; viele leben in Dörfern von 3.000 bis 5.000 Einwohnern – und ihre jeweilige Sprache wird nur in diesem Dorf gesprochen. Warum gibt es in bestimmten Regionen so viele Sprachen? Das ist eine sehr interessante Frage, auf die wir eine interessante Antwort geben können. Man muss die Frage vielleicht umkehren: Warum haben wir in Europa so wenige große Sprachen? Das war in Europa wahrscheinlich auch mal anders, nämlich zu der Zeit, bevor es diese vielen großen Reiche gab. Bevor sich das Römische Reich über ganz Italien ausgebreitet hat, gab es dort ungefähr 20 oder 30 verschiedene Sprachen. Die alten Römer haben darüber geschrieben. Dann hat sich das Lateinische ausgebreitet und die Sprachenvielfalt war weg. So ähnlich war es vermutlich in anderen Teilen Europas auch. Das heißt: Überall dort, wo sich keine großen Reiche ausgebreitet haben, konnte sich die Sprachenvielfalt erhalten – also etwa im Amazonasgebiet oder in Neuguinea, wo die Ausländer erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wirklich eingegriffen haben. Allein in Neuguinea gibt es heutzutage noch an die 1.000 Sprachen.

  20. Hitze erhöht Risiko für psychische Erkrankungen Nicht nur unser Körper arbeitet bei Hitze auf Hochtouren, um uns runterzukühlen, auch die Psyche ist betroffen: Wenn die Temperaturen steigen, steigt auch das Risiko für psychische Erkrankungen, warnt das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim: Bei Hitze steigt die Zahl der aggressiven Zwischenfälle, es kommt zu mehr Notaufnahmen in Akutpsychiatrien. Und sogar die Zahl der Suizide steigt, wenn es heiß ist. Körper leistet bei Hitze Schwerstarbeit Unser Körper steht ebenfalls unter großem Stress, um zu verhindern, dass das System überhitzt. Unabhängig von der Außentemperstur muss er seine Temperatur konstant auf ca. 37°C halten. Das ist nötig, damit die lebensnotwendigen Stoffwechselprozesse stattfinden können. Steigt die Körpertemperatur zu sehr, dann zerfallen die körpereigenen Proteine. Deshalb leistet der Körper bei Hitze Schwerstarbeit: Die Blutgefäße erweitern sich und vergrößern ihre Oberfläche, um möglichst viel Wärme abgeben zu können. Wasser wird dabei aus dem Blut über die Schweißdrüsen aus dem Körper gepumpt – und wir fangen an zu schwitzen. Die Verdunstung von Schweiß auf unserer Haut kühlt dann unseren Körper herunter; Schwitzen ist unser wirksamster Mechanismus, um nicht zu überhitzen. Doch durch die Erweiterung der Blutgefäße sinkt unser Blutdruck. Das Herz-Kreislauf-System ist dann besonders gefordert. Das Herz muss schneller pumpen und durch die stärkere Hautdurchblutung werden die inneren Organe mit weniger Blut versorgt. Das kann zu einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit führen. Wir fühlen uns schneller erschöpft. Außerdem wird warmes Blut zur Abkühlung in die Extremitäten wie Hände und Füße gebracht. Die können in der Folge anschwellen. Hitze: vor allem Belastung für Kinder, Senioren und Schwangere Gerade für Kinder, ältere Menschen und Schwangere ist Hitze besonders belastend. Kinder schwitzen viel weniger als Erwachsene und können schlechter hohe Außentemperaturen ausgleichen. Ältere Menschen schwitzen ebenfalls zu wenig, denn die Zahl der Schweißdrüsen und die Durchblutung der Haut nimmt mit dem Alter ab. Außerdem nimmt altersbedingt in der Regel auch die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems ab. Und Schwangere sind bei Hitze besonders gefährdet, denn ihr Körper muss sowieso schon eine größere Menge Blut pumpen, um den Fötus mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Bei Hitze steigt auch das Risiko für Frühgeburten. Flüssigkeitsverlust verursacht viele Beschwerden Eine zu hohe Hitzebelastung merken wir häufig durch Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Benommenheit. Meist hängen die Beschwerden mit dem Flüssigkeitsverlust zusammen, der beim Schwitzen entsteht. Deshalb sollten wir bei Hitze mehr trinken als normal. Außerdem – wenn irgend möglich – sollten wir draußen im Schatten bleiben und die direkte Sonne meiden.