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107- Christoph Quarch: über den Lebenssinn03.03., 19:0403.03.2025, 19:0400:54:07
Vom Klima über die Demokratie bis hin zu Burnout und Depression im Privaten - die Gegenwart scheint eine einzige Krise zu sein. Möglicherweise kann das Denken Abhilfe leisten, sagt der Philosoph Christoph Quarch im Gespräch mit Moderator Jürgen Wiebicke.
- Peter Strohschneider: Bedeutung von Wissenschaft für politisches Handeln24.02., 20:0424.02.2025, 20:0400:56:44
Unsere demokratische Gesellschaft orientiert sich an wissenschaftlicher Erkenntnis. Zugleich wächst der Glaube an "alternative Fakten". Peter Strohschneider spricht mit Jürgen Wiebicke über die Wissenschaft zwischen Verleumdung und Überhöhung. Der Germanist Peter Strohschneider (*1955) war Vorsitzender des Wissenschaftsrats und Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er kritisiert, dass Wissenschaft als Leitinstanz missverstanden und politisch instrumentalisiert wird und plädiert dafür, die Pluralität der Wissenschaften und die Vorläufigkeit von Erkenntnissen anzuerkennen. Wie wissenschaftliches Wissen sich von Weisheit unterscheidet (02:08) Inwiefern Lügen und Bullshit die liberalen Demokratien gefährden (07:27) Follow the Science: Warum diese Aufforderung problematisch ist (13:28) Politik und Wissenschaft als gesellschaftliche Teilsysteme folgen verschiedenen Logiken (20:14) Szientismus: Wie Wissenschaftsgläubigkeit die Herrschaftssysteme innerhalb der Wissenschaft übersieht (39:02) Die Systeme von Politik und Wissenschaft funktionieren im Prozess und schließen Revision mit ein (45:24) Warum sich Wissenschaft einfacher politischer Anwendung entzieht (50:34) Literatur Peter Strohschneider (2024): Wahrheiten und Mehrheiten. Kritik des autoritären Szientismus. München: C. H. Beck Verlag. 222 Seite. 16 Euro. ISBN 978-3406815683. Philosophieren Sie mit über die großen Themen unserer Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken über KI und Klimawandel, über Einsamkeit und Zusammenhalt, über Glück und Glaube. Das philosophische Radio mit Jürgen Wiebicke immer montags um 19:04 Uhr live in WDR 5. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/index.html Im nächsten Podcast sprechen wir mit Christoph Quarch über den Lebenssinn. Sie haben Fragen oder Kritik? Schreiben Sie an philo@wdr.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, bewerten Sie uns gerne und empfehlen Sie uns auf ihrer liebsten Podcast-Plattform weiter. Unser Podcast-Tipp radioWissen: Die ganze Welt des Wissens, gut recherchiert, spannend erzählt. Ein Podcast von Bayern 2 in der ARD Audiothek. https://www.ardaudiothek.de/sendung/radiowissen/5945518/
- Bernd Stegemann: Was einen guten Glauben ausmacht17.02., 19:0417.02.2025, 19:0400:56:42
In unserer säkularisierten Gesellschaft hat Religion an Bedeutung verloren – nicht aber der Glauben an sich. Der Kultursoziologe Bernd Stegemann spricht mit Jürgen Wiebicke darüber, was unter diesen Umständen einen guten Glauben ausmacht. Bernhard Stegemann (*1967) ist ein deutscher Essayist, Autor, Dramaturg und Professor an der Hochschule für Schauspiel Ernst Busch. Er stellt in unserer Gesellschaft eine Abkehr von Religionen, aber die Verbreitung von Populismus und Fanatismus fest, einen Glauben an das eigene Besserwissen. Sein Plädoyer: Wir müssen wieder Demut lernen. Warum wir in unserer säkularisierten Gesellschaft trotzdem Vertrauen in etwas brauchen, das wir nicht sehen und erklären können (02:06) Die Säkularisierungsbewegung hat uns befreit und bemächtigt – aber anfällig gemacht für Kränkung und Ressentiments (08:49) Wie Entfremdung von der Welt zu ihrer Unterwerfung führt, Resonanz und Gefühle hingegen zu Zugehörigkeit und ihrem Schutz (15:15) Rationalität und Naturwissenschaft befördern Atheismus – und stoßen selbst an Grenzen des Erklärbaren (22:51) Wie Säkularisierung zu Hochmut, Anspruchshaltung und Besserwissertum führten und damit zu Ideologie und Fanatismus (27:57) Wie Theater, Kunst, Musik als Formen der Selbstbegegnung helfen, sich von Absolutheitsansprüchen zu befreien (46:00) Warum wir unser Konzept vom potenten Individuum erweitern und Resonanz und Verbindung wieder lernen müssen (52:30) Literatur: Bernd Stegemann (2024): Was vom Glauben bleibt. Wege aus der atheistischen Apokalypse. Stuttgart: Klett-Cotta. 288 Seiten. 25 Euro. ISBN 978-3608988307. Philosophieren Sie mit über die großen Themen unserer Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken über KI und Klimawandel, über Einsamkeit und Zusammenhalt, über Glück und Glaube. Das philosophische Radio mit Jürgen Wiebicke immer montags um 19:04 Uhr live in WDR 5. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/index.html Im nächsten Podcast sprechen wir mit Peter Strohschneider über autoritären Szientismus. Sie haben Fragen oder Kritik? Schreiben Sie an philo@wdr.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, bewerten Sie uns gerne und empfehlen Sie uns auf ihrer liebsten Podcast-Plattform weiter. Unser Podcast-Tipp: Sie wollen wissen, was vom aktuellen Kulturgeschehen wichtig bleibt? Dann spüren Sie mit dem SWR-Podcast „Was geht, was bleibt?“ dem Zeitgeist hinterher – mal feuilletonistisch, mal nüchtern auf den Punkt, immer interessiert. In der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt. https://www.swr.de/swrkultur/programm/was-geht-was-bleibt-zeitgeist-debatten-kultur-100.html
- Jonas Zorn: Die Ökonomisierung des Privaten10.02., 19:0410.02.2025, 19:0400:56:20
Wir investieren in Beziehungen, wir präsentieren uns auf dem Datingmarkt, wir vergleichen Kosten mit Nutzen und ziehen Bilanz. Was das für das Individuum und für die Gesellschaft bedeutet, diskutiert Moderator Jürgen Wiebicke mit dem Philosophen Jonas Zorn. Jonas Zorn (1988) ist Philosoph und Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie und Politikwissenschaft der Technischen Universität Dortmund. Wenn Wörter wie Investment, Profit und Nutzen in der Welt der Beziehungen auftauchen (02:51) "Investieren" in Freundschaft als Spiegel eigenen Denkens? (09:16) Hilfe beim Umzug unter Freunden und die Motive dahinter (13:22) Potenzialanalyse als Ausfluss neoliberalen Denkens (17:37) Über die emanzipatorischen und regressiven Aspekte von Dating-Apps (21:00) Die Ehe als Gegenentwurf zur neoliberalen Optimierungsgesellschaft (24:54) Ökonomisches Denken und Handeln in vorkapitalistischen Zeiten (32:56) Verhaltensökonomie: Wenn Entscheidungen von Emotionen und sozialen Normen beeinflusst sind (39:59) Karl Marx und der Primat der ökonomischen Gesetze – und was das mit Beziehungen zu tun hat (47:25) Die Grenzen des Ökonomischen in engen Freundschaften (49:59) Literaturhinweis: Jonas Zorn: Ökonomisierung des Persönlichen. Wie der Markt Freundschaften und Liebe erobert. Reclam Verlag, 2024. 96 Seiten. ISBN 978-3-15-014592-0. Philosophieren Sie mit über die großen Themen unserer Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken über KI und Klimawandel, über Einsamkeit und Zusammenhalt, über Glück und Glaube. Das philosophische Radio mit Jürgen Wiebicke immer montags um 19:04 Uhr live in WDR 5. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/index.html Im nächsten Podcast sprechen wir mit Essayist, Autor und Dramaturg Bernd Stegemann über den Glauben in einer säkularisierten Gesellschaft. Sie haben Fragen oder Kritik? Schreiben Sie an philo@wdr.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, bewerten Sie uns gerne und empfehlen Sie uns auf ihrer liebsten Podcast-Plattform weiter. Unser Podcast-Tipp: Quarks Daily: Wenn Freunde oder Familienmitglieder Karriere machen, hat man manchmal das Gefühl, dass sie sich auch privat verändern. Aber ist das wirklich so? Verdirbt Macht den Charakter? Quarks Daily hat sich das genauer angeschaut: "Erfolg und Macht – Wie verändert uns der Job?" – jetzt in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt: https://1.ard.de/quarks-daily-erfolg-macht-job
- Martin Breul: Die Suche nach dem guten Leben03.02., 19:0403.02.2025, 19:0400:56:03
Das menschliche Streben nach einem guten und erfüllenden Leben ist seit der Antike ein Thema der Philosophie. Wie die Suche nach Identität und Glück gelingen kann, diskutiert Moderator Jürgen Wiebicke mit dem Philosophen Martin Breul. Martin Breul (1986) ist Theologe und Philosoph und hat eine Professur für Katholische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie an der TU Dortmund inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt unter anderem die theologische und evolutionäre Anthropologie. Die Frage nach dem guten Leben in der Antike und die weitere Entwicklung (03:44) Kalender des Lebens: Verständnis der Neuzeit vom guten Leben (05:41) Die Rolle der Horoskope (08:06) Warum Gemeinschaft und gelingende Beziehungen wichtige Bestandteile eines guten Lebens sein können (12:05) Abhängigkeiten und Zufälle: Grenzen der Selbstbestimmung (17:37) Was es mit der Resonanztheorie von Hartmut Rosa auf sich hat (25:40) Verfehltes Leben und Entfremdung nach Theodor W. Adorno (29:32) Plädoyer für den Genuss des schönen Augenblicks (35:10) Eudaimonia: Tugenden in der Ethik des Aristoteles (40:31) Ökologie und Klimakrise versus Selbstbestimmung (47:11) Warum die Frage nach dem guten Leben eine politische Komponente hat (50:48) Philosophieren Sie mit über die großen Themen unserer Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken über KI und Klimawandel, über Einsamkeit und Zusammenhalt, über Glück und Glaube. Das philosophische Radio mit Jürgen Wiebicke immer montags um 19:04 Uhr live in WDR 5. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/index.html Im nächsten Podcast sprechen wir mit dem Philosophen Jonas Zorn über die Ökonomisierung des Privaten. Sie haben Fragen oder Kritik? Schreiben Sie an philo@wdr.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, bewerten Sie uns gerne und empfehlen Sie uns auf Ihrer liebsten Podcast-Plattform weiter. Unser Podcast-Tipp: WDR Lebenszeichen: Der Podcast über das Leben in Familie, Partnerschaft oder im Berufsleben, den Umgang mit Glück und Trauer. Zu einem guten Leben gehört für viele eine gute Schulzeit. "WDR Lebenzeichen" über erfolgreiche, aber bedrohte kirchliche Privatschulen. In der Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/lebenszeichen/kirchliche-privatschulen-100.html
- Bernhard Pörksen: Wie gutes Zuhören gelingen kann27.01., 19:0427.01.2025, 19:0400:56:43
Wer lauter schreit, wird eher gehört – so lautet scheinbar das Motto in unserer heutigen Debattenkultur. Zudem sind viele so sehr mit sich beschäftigt, dass sie andere kaum mehr zu hören scheinen. Bernhard Pörksen spricht mit Jürgen Wiebicke darüber, was gutes Zuhören ausmacht. Bernhard Pörksen (*1969) ist ein deutscher Medien- und Kommunikationswissenschaftler. Zu den zentralen Themen seiner Forschungs-, Berater- und Vortragstätigkeit gehört die Dynamik öffentlicher Empörung. Er ist überzeugt, dass Zuhören der Schlüssel für eine konstruktive Debattenkultur ist. Wie gutes Zuhören durch Vorverurteilung und zersplitterte Aufmerksamkeit blockiert wird (02:24) Debattenkultur: Warum weder das Beklagen einer verrohten Welt noch Ratgeber für ideales Zuhören den Diskurs voranbringen (09:56) Über den Genuss des Gehörtwerdens und des Zuhörens (17:50) Die Unterscheidung von Ich-Ohr und Du-Ohr: Warum das Loslassen eigener Überzeugungen beim guten Zuhören wichtig ist (26:26) Warum gutes Zuhören gleichzeitig Voraussetzung als auch Folge gelingender Kommunikation ist (37:44) Gutes Zuhören führt zu Verstehen – aber nicht zwingend zu Einverständnis (45:40) Das Missverständnis als Lernchance: Warum Konflikte lehrreich sind (51:50) Literatur: Bernhard Pörksen (2025): Zuhören: Die Kunst, sich der Welt zu öffnen. München: Carl Hanser Verlag. 336 Seiten. 24 Euro. ISBN 978-3446281387. Philosophieren Sie mit über die großen Themen unserer Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken über KI und Klimawandel, über Einsamkeit und Zusammenhalt, über Glück und Glaube. Das philosophische Radio mit Jürgen Wiebicke immer montags um 20:04 Uhr live in WDR 5. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/index.html Im nächsten Podcast sprechen wir mit Martin Breul über die Frage, was das gute Leben ist. Sie haben Fragen oder Kritik? Schreiben Sie an philo@wdr.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, bewerten Sie uns gerne und empfehlen Sie uns auf ihrer liebsten Podcast-Plattform weiter. Unser Podcast-Tipp: Haben Sie Lust, sich mit Musik aus dem Alltag zu träumen? Dann lassen Sie sich beim Podcast "Philipps Playlist" von NDR Kultur auf eine musikalische Gedankenreise mitnehmen. Überall, wo es Podcasts gibt. https://1.ard.de/philipps-playlist-podcast-cp
- Christiane Woopen: Ethik des Lebens20.01., 20:0020.01.2025, 20:0000:55:56
Wie handle ich moralisch richtig? Eine zentrale Frage in einer freien, demokratischen Gesellschaft – in der es aber unterschiedlichste Werte und Weltbilder gibt. Die Medizinethikerin Christiane Woopen spricht mit Jürgen Wiebicke darüber, wie eine Ethik für alle aussehen könnte. Christiane Woopen (*1962) ist Philosophin und Professorin im Bereich Life Ethics an der Universität Bonn. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie eine Ethik aussehen könnte, die einer modernen Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen Wertvorstellungen gerecht wird. Warum Ethik in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nicht auf Kompromiss abzielt, sondern auf fruchtbaren Dissens (02:14) Das Problem der ethischen Pluralitäten: Jede Ethik setzt unterschiedliche Menschenbilder voraus (5:16) Das Konzept der Lebensethik: Entfaltung, Schönheit und Fülle allen Lebens zu achten, kann Ausgangspunkt aller Diskurse sein (10:53) Warum Gesetze als Rahmen wichtig, aber nicht der Ausgangspunkt sind (18:52) Die Überzeugung von Werthaftigkeit, Gleichheit und Freiheit als Voraussetzung für ethisches Denken (29:34) Warum Lebensethik einen Verständigungsrahmen bietet, aber auf Konflikt angelegt ist (43:14) Über die Bedeutung der Ästhetik für ein sinnhaftes Leben (47:17) Wie Lebensethik den Austausch zu konkreten Konfliktfragen fördern kann (50:50) Philosophieren Sie mit über die großen Themen unserer Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken über KI und Klimawandel, über Einsamkeit und Zusammenhalt, über Glück und Glaube. Das philosophische Radio mit Jürgen Wiebicke immer montags um 19:04 Uhr live in WDR 5. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/index.html Im nächsten Podcast sprechen wir mit Bernhard Pörksen über Zuhören. Sie haben Fragen oder Kritik? Schreiben Sie an philo@wdr.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, bewerten Sie uns gerne und empfehlen Sie uns auf ihrer liebsten Podcast-Plattform weiter. Unser Podcast-Tipp: Politikum – Der Meinungspodcast von WDR 5 täglich 20 Minuten mit klaren, provozierenden Einordnungen der aktuellen Politik. Sie können ihn jederzeit anhören in der App, der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt. https://1.ard.de/politikum-der-meinungspodcast