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155- Gaza verstehen – kann man die Hamas wirklich besiegen?26.10., 22:0326.10.2023, 22:0300:56:00
In der 14. Folge von Was jetzt? – Die Woche spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Hauke Friederichs, sicherheitspolitischer Korrespondent von ZEIT ONLINE, und ZEIT-Nahostkorrespondentin Lea Frehse. Auf den brutalen Überfall vom 7. Oktober sieht Israel nur eine mögliche Antwort: die komplette Zerschlagung der islamistischen Hamas. Das israelische Militär bereitet dazu seit Tagen eine massive Bodenoffensive im Gazastreifen vor. Das Kräfteverhältnis ist klar verteilt: In Israels Armee dienen rund 170.000 Soldatinnen und Soldaten, dazu kommen rund 300.000 mobilisierte Reservisten. Ihnen stehen schätzungsweise 15.000 bis 30.000 Kämpfer der Hamas gegenüber. Israelische Spezialeinheiten haben in der Nacht zum Montag bereits erste Bodenangriffe im Gazastreifen durchgeführt. Nach Angaben eines israelischen Militärsprechers waren auch Panzer im Einsatz. Militärexperten warnen allerdings vor den Konsequenzen eines Einmarsches der israelischen Armee: "Die Hamas wird Hinterhalte planen und versuchen, israelische Soldaten zu entführen", sagt etwa Militärhistoriker Danny Orbach von der Hebräischen Universität Jerusalem gegenüber dem Fernsehsender n-tv. Israels Streitkräfte müssten mit verminten Tunneln rechnen, die zur Todesfalle werden könnten, sagt er. Dazu steigt die Gefahr, dass sich der Konflikt zu einem Krieg im gesamten Nahen Osten ausbreitet. Eine Bodenoffensive in Gaza birgt aber nicht nur militärische Risiken: Sie bedroht auch die dort ansässige palästinensische Zivilbevölkerung. Normalerweise verlaufen Bodenoffensiven in anderem Gelände, der Gazastreifen hingegen ist dicht besiedelt, auch da, wo Fluchtbewegungen stattfinden. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell setzt sich weiter für eine Feuerpause bei den Kämpfen ein. "Eine humanitäre Pause ist notwendig, damit humanitäre Hilfe ankommen und verteilt werden kann", sagte er vor den Beratungen der EU-Außenministerinnen und -Außenministern. Israel lehnt eine Feuerpause mit Hinweis auf den andauernden Beschuss aus dem Gazastreifen und die notwendige Zerschlagung der Hamas bisher ab. Auch Deutschland ist gegen eine Waffenruhe. Im Gazastreifen wird die humanitäre Krise täglich größer. Vor allem Treibstoff werde dringend gebraucht: "Ohne Strom werden auch die Entsalzungsanlagen und die Pumpen für Trinkwasser nicht funktionieren können", sagt Außenministerin Annalena Baerbock im Deutschlandfunk. Außerdem brauche es den Treibstoff, damit die Krankenhäuser zumindest in Minimalfunktion laufen könnten. Laut Baerbock wird ein Ausbruch der Cholera befürchtet. Die Lage vor Ort ist dramatisch. Droht in Gaza also ein zäher Guerilla-Krieg mitten zwischen zwei Millionen Zivilisten? Was passiert mit den Bewohnern, wenn die Versorgung mit Hilfsgütern weiter scheitert? Und ist der Nahostkonflikt überhaupt militärisch zu lösen? - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Bringt der Nahost-Konflikt Joe Biden an seine Grenzen?19.10., 23:1519.10.2023, 23:1500:43:00
In der 13. Folge von Was jetzt? – Die Woche spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Johanna Roth, Auslandskorrespondentin in Washington, D. C., und Rieke Havertz, Podcast-Moderatorin von OK, America? von ZEIT ONLINE. Der Nahostkonflikt verändert die Prioritäten der USA: Der Krieg in der Ukraine und der Machtkampf mit China stehen vorerst nicht mehr an vorderster Front. 31 US-Amerikanerinnen und Amerikaner sind beim Angriff der Hamas ums Leben gekommen. Und unter den 150 Geiseln der Hamas sind auch US-Staatsbürger. US-Präsident Joe Biden sagte, die Geiselbefreiung habe Priorität. Gleichzeitig haben die USA weder in Israel noch im Libanon US-Botschafter stationiert, auch eine Koordinatorin zur Terrorismusabwehr im Außenministerium fehlt. Positionen, die der Senat bestätigen müsste. Die Republikaner verhindern das, weil sie die jeweiligen Kandidatinnen für unqualifiziert halten. Die innenpolitischen Konflikte blockieren auch den Kongress: Dieser müsste dringend zusätzlichen Geldern für die Ukraine und Israel zustimmen. Weil die Republikaner den Speaker Kevin McCarthy abgesetzt haben, ist das Repräsentantenhaus aber vorerst handlungsunfähig. Die Kämpfe der Republikaner werden zum internationalen Problem. Aber auch die Demokraten hadern bei der Israel-Unterstützung: Gleich mehrere Abgeordnete stellen sich gegen die Hilfszahlungen. In Wahlkampfumfragen wird zudem deutlich, dass unter den demokratischen Wählerinnen und Wählern weniger Menschen eine positive Einstellung zu Israel haben als jene der Republikaner. Je länger der Nahost-Krieg andauert, desto wahrscheinlicher wird, dass er die Stimmung im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf beeinflusst. Die Schuld für den Angriff der Hamas suchen einige bei Joe Biden. Etwa Ex-Präsident Donald Trump und Präsidentschaftsbewerber Chris Christie. Letzterer sagte, der Deal von Biden mit dem Iran, amerikanische Gefangene freizulassen, finanziere den Terrorismus. Wie wird sich die Innenpolitik kurzfristig entwickeln und welchen Einfluss darauf hat der Nahostkonflikt? Und: Wird mit der Unterstützung für Israel die abnehmende Solidarität der Amerikaner mit der Ukraine noch weiter geschwächt? - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Angriff auf Israel – was wird Netanjahu tun? 12.10., 23:1112.10.2023, 23:1100:47:01
In der zwölften Folge von “Was jetzt? – Die Woche” spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Steffi Hentschke Nahostkorrespondentin für ZEIT ONLINE in Tel Aviv, und Jörg Lau außenpolitischer Korrespondent im Hauptstadtbüro der ZEIT. Am Samstagmorgen von etwa 6.30 Uhr an hat die islamistische Hamas Israel angegriffen. Palästinensische Terroristen sind über Land, See und Luft nach Israel eingedrungen und begannen, auf Zivilisten zu schießen. Etwa 3.200 Raketen wurden vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Auch aus dem Libanon. Das israelische Sicherheitskabinett hat inzwischen den Kriegszustand ausgerufen, das Militär mobilisierte 360.000 Reservisten. Das sei die größte Mobilisierung in so kurzer Zeit in der israelischen Geschichte, sagte ein Armeesprecher. Aufgabe sei es, die Hamas endgültig zu zerschlagen. Das Gebiet wurde vom Militär komplett abgeriegelt. Die israelische Luftwaffe bombardiert dazu weitere Ziele der Hamas. Warum eskaliert die Situation gerade jetzt? Seit mehreren Wochen verhandeln Saudi-Arabien und Israel über eine Normalisierung ihrer Beziehungen. Diese würde für die Palästinenser wohl das Ende jeder Aussicht auf Unabhängigkeit bedeuten. Der Angriff – an einem jüdischen Feiertag, 50 Jahre und einen Tag nach Ausbruch des Jom-Kippur-Kriegs – war offenkundig von langer Hand geplant. ZEIT-Nahostkorrespondentin Lea Frehse schreibt, dass die Hamas mit der Eskalation darauf abzielen könnte, weitere Annäherungen zu verhindern. Doch auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wird kritisiert, durch die jüngste Justizreform das Land geschwächt zu haben. Auch wird es ihm angelastet, dass rechtsextreme Parteien vermehrt den politischen Diskurs im Land bestimmen und Hass, Rassismus und die Behauptung jüdischer Überlegenheit verbreiten konnten. Die internationale Gemeinschaft verurteilt die Angriffe von Hamas-Terroristen gegen israelische Zivilisten. UN-Nahost-Sondergesandte Tor Wennesland warnte vor einer weiteren Eskalation. "Dies ist ein gefährlicher Abgrund, und ich appelliere an alle, sich von diesem Abgrund zurückzuziehen." Bundeskanzler Olaf Scholz sprach unterdessen seine Solidarität aus: "Deutschland steht an Israels Seite." US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sagte, die USA wollten sicherstellen, dass Israel "über die notwendigen Mittel zur Selbstverteidigung" verfüge. Doch wohin führt diese Gewaltspirale noch? Droht der Konflikt auf weitere Nachbarländer überzugreifen? - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Markus Söder – warum polarisiert er wie kaum ein anderer?05.10., 22:0905.10.2023, 22:0900:35:18
In der elften Folge von "Was jetzt? — Die Woche" trifft Moderatorin Dilan Gropengiesser auf Anna Clauß, SPIEGEL-Redakteurin und Biografin von Markus Söder. Der Ministerpräsident Bayerns weiß sich in Szene zu setzen und, so sind sich viele sicher, könnte Kanzler werden, wenn er denn wollte. "Bayern ist anders als Berlin", sagte Markus Söder Anfang des Jahres. Und: "Wir lehnen Wokeness, Cancel Culture und Genderpflicht ab." Ein typischer Satz für den CSU-Chef, der gerne aneckt und Meinungen provoziert. Und das spiegelt sich auch in den Umfragen wider: Laut "Bayerntrend" des Bayerischen Rundfunks ist ziemlich genau die Hälfte mit ihrem Ministerpräsidenten zufrieden, die andere Hälfte nicht. Unentschlossene gibt es kaum. Genau das könnte für Markus Söder zum Problem werden. Er eint nicht, er spaltet. Dabei hatte es zwischenzeitlich so gut für ihn ausgesehen: Startete er vor fünf Jahren noch als unbeliebtester Ministerpräsident Deutschlands, stieg er zu Beginn der Corona-Krise zu einem der beliebtesten Politiker überhaupt auf. 94 Prozent der Befragten gaben damals im "Bayerntrend" an, mit Söders Krisenmanagement zufrieden zu sein. Die CSU hätte zu diesem Zeitpunkt sogar mit 49 Prozent der Stimmen rechnen können – was ihr erneut die absolute Mehrheit eingebracht hätte. Söders Beliebtheitswerte brachen Rekorde: Selbst Edmund Stoiber kam laut Bayerischem Rundfunk 2003 nur auf 75 Prozent, sein baden-württembergischer Kollege Kretschmann zu seinen besten Zeiten auf 84 Prozent. Und plötzlich galt Söder als Kanzlerkandidat, fast wäre er es geworden. Inzwischen scheint das lange her und eine erneute Kandidatur schließt er bislang konsequent aus. Doch wird es dabei bleiben, wenn sich die Stimmung wieder zu seinen Gunsten dreht? Wie wird Söder Bayern in seiner zweiten Amtszeit regieren und welche Ziele verfolgt er? - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Immobilienkrise – wie teuer wird Wohnen noch?28.09., 22:4328.09.2023, 22:4300:37:08
In der zehnten Folge von Was jetzt? – Die Woche spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Andreas Pfnür, Experte für Immobilienwirtschaft, über die Probleme auf dem Wohnungsmarkt und weshalb diese in Zukunft wohl noch größer werden. In Deutschland fehlen gut 700.000 Wohnungen. Die Ampelkoalition hatte vor Amtsantritt versprochen, jährlich 400.000 Wohnungen entstehen zu lassen. Das Ziel wurde deutlich verfehlt. Nur 282.800 Wohnungen kamen im vergangenen Jahr dazu. Und eine Besserung ist erst mal nicht in Sicht: Nach Einschätzung von Experten wird es auch in der nahen Zukunft nicht besser. Gestiegene Zins- und Materialkosten verzögern offenbar den Neubau. Aber auch Fachkräftemangel, neue Auflagen und ausufernde Bürokratie bremsen die Baubranche aus. Die Folgen: Wohnen wird für immer mehr Menschen zum Existenzproblem. Damit Deutschland beim Bauen wieder vorankommt, hat Bundeskanzler Olaf Scholz am Montag zu einem Wohngipfel geladen. Besprochen wurden unter anderem Themen wie: der mangelnde Wohnraum, eine Ausweitung der Mietpreisbremse, die hohen Baukosten oder steuerliche Anreize beim Hauskauf. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe fordert hingegen einen "Wohnungsbau-Wumms", ein Hilfspaket von der Bundesregierung: weniger Steuern und Regelungen sowie mehr Förderung. Der Staat soll mit der großen Kelle ran. "Wir brauchen eine Kanzlerentscheidung für mehr Wohnungsbau in Deutschland", heißt es vom Hauptverband der deutschen Bauindustrie weiter. Ohne ein Hilfspaket komme der Wohnungsbau kurzfristig nicht wieder in Schwung. "Alle Indikatoren am Bau zeigen deutlich nach unten, eine Trendwende ist nicht in Sicht." Mehr Geld fordert auch der Städte- und Gemeindebund (DStGB). SPD-Chef Lars Klingbeil will dazu eine bessere Förderung von Familien beim Hauskauf. - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Lampedusa – wie sollte die EU mit Migration umgehen?21.09., 22:1621.09.2023, 22:1600:32:51
In der neunten Folge von Was jetzt? – Die Woche spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Christian Vooren, der als Reporter für die ZEIT und ZEIT ONLINE im September auf Lampedusa war, über die humanitäre Krise auf der Insel. Es sind Zahlen, wie sie Lampedusa noch nie gesehen hat: Über 10.000 Geflüchtete sind allein innerhalb von drei Tagen auf der kleinen italienischen Insel nahe der tunesischen Küste gestrandet. Die Insel musste umgehend den Notstand ausrufen. Dass es auf Lampedusa zum Notstand kam, hat sich die ultrakonservative Regierung in Italien allerdings selbst zuzuschreiben. Eine der ersten Amtshandlungen Melonis war es, die eigene Flotte an Rettungsschiffen möglichst nicht mehr dazu einzusetzen, Geflüchtete aus dem Mittelmeer zu retten und an sichere Häfen zu verteilen. Dazu werden Schiffe von NGO's systematisch daran gehindert, in Seenot geratene Menschen retten zu können. Im Juli ist Meloni dann nach Tunesien geflogen: Das Land soll die Migration verhindern, dafür soll es über eine Milliarde Finanzhilfen vom IWF und der EU bekommen. Doch der Deal funktioniert nicht. Das Gegenteil ist passiert, die Zahl der ankommenden Bootsflüchtlinge hat sich im Vergleich zur Vorgängerregierung von Mario Draghi sogar verdoppelt. Inzwischen konnten viele der jüngst nach Lampedusa Geflüchteten auf andere Erstaufnahmelager verteilt werden, doch die Zustände sind nach wie vor dramatisch. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni fordert nun mehr Hilfe von der Europäischen Union. Meloni und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reisten gemeinsam nach Lampedusa. Noch am Wochenende stellte die Kommissionspräsidentin einen Zehn-Punkte-Notfallplan vor, mit dem die illegale Migration über das Mittelmeer eingedämmt werden soll. Meloni selbst will nach eigenen Worten "außergewöhnliche Maßnahmen" ergreifen. Bereits zuvor kündigte sie Beschlüsse zur Verschärfung der Abschiebehaft an sowie Pläne, das Militär gegen illegale Migranten einzusetzen. - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Wie tief steckt der Deutsche Fußball-Bund in der Krise? 14.09., 22:2414.09.2023, 22:2400:35:16
In der achten Folge von Was jetzt? – Die Woche spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Oliver Fritsch, Sportredakteur und Podcasthost von Kicken kann er, über die Qualitäts- und Führungsprobleme im deutschen Fußball. Einen Tag nach dem 1:4-Debakel gegen Japan zieht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Reißleine: Hansi Flick ist nicht mehr Trainer der A-Nationalmannschaft der Herren. Nur vier Siege und sechs Niederlagen aus den letzten 17 Spielen waren zu viel des Schlechten. Flick, vor knapp zwei Jahren als Hoffnungsträger und absoluter Wunschkandidat gekommen, hätte den deutschen Fußball aus der Krise zurück an die Weltspitze führen sollen. Heute, neun Monate vor der für den Verband so wichtigen Heim-EM, steht er von der Weltspitze so weit entfernt wie vielleicht noch nie zuvor in der über hundertjährigen Geschichte des DFB. Wie konnte es dazu kommen? Der sportliche Abstieg des deutschen Fußballs ist kein Zufall. Seit Jahren befindet sich der mit seinen über sieben Millionen Mitgliedern größte nationale Sportfachverband der Welt im Dauerkrisenmodus. Die Verbandsführung wirkt zerstritten und in der Folge plan- und führungslos. Neuestes Beispiel: die Pläne über neue Spielformen im Nachwuchsbereich. "Es gab ja die Diskussion, nicht mehr auf Tore zu spielen", höhnte DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke. Dass sich im deutschen Fußball etwas ändern muss, ist den meisten durchaus bewusst. Weshalb im letzten Dezember eigens eine Taskforce zur "Rettung des deutschen Fußballs" zusammengestellt wurde. Wie kommt der deutsche Fußball aus der Krise und was muss jetzt getan werden, damit die Heim-EM nächsten Sommer nicht zum Heim-Debakel wird? - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Antisemitische Witze – wo hört die Jugendsünde auf?07.09., 22:5907.09.2023, 22:5900:29:16
Laut der Süddeutschen Zeitung soll der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger in seiner Schulzeit ein Flugblatt verfasst haben, das sich über die Opfer des Holocaust lustig macht. Einige Tage nach Bekanntwerden des Pamphlets übernimmt sein Bruder, Helmut Aiwanger, die Verantwortung dafür und behauptet, er sei der Autor. Nach einer intensiven Debatte über einen möglichen Rücktritt entscheidet Ministerpräsident Markus Söder, dass Hubert Aiwanger im Amt bleiben darf. Kritik gibt es von der Opposition und der Bundespolitik. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, bezeichnet das Verhalten von Hubert Aiwanger als "Täter-Opfer-Umkehr". In der siebten Folge von Was jetzt? – Die Woche spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Felix Balandat von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus in Bayern über die Fragen, wo eine Jugendsünde aufhört, wie man sich glaubhaft von demjenigen distanziert, der man einmal war, und was Antisemitismus in der Politik für die jüdische Community bedeutet. - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Dauerstreit trotz Krisenstau – rauft sich die Ampel endlich zusammen?31.08., 21:3531.08.2023, 21:3500:38:14
Die Ministerinnen und Minister liefern sich gerne mal einen verbalen Schlagabtausch in der Öffentlichkeit. Bei der Bevölkerung kommt das schlecht an: Die Reputation der Koalition befindet sich im Sinkflug. Auf Schloss Meseberg wollte das Bundeskabinett alte Konflikte beilegen und neue Gesetze beschließen. Das größte Streitthema wurde bereits kurz vor der Tagung geklärt, die Kindergrundsicherung. Einig wurde sich die Koalition auch beim Herzensprojekt der FDP werden: dem Wachstumschancengesetz, das die Unternehmen um mehr als sieben Milliarden Euro jährlich entlasten wird. Wichtig war auch die Reform zum Transformationsstrompreis: Die SPD will die Industrie mit einem Strompreisdeckel entlasten, da, wo sie sich für den Klimawandel starkmacht, also bei Batterien, Windrädern oder Wärmepumpen. Kanzleramt und SPD sind sich hier uneins – ein Streit, der noch nicht entschieden ist. Und der nächste Konflikt wird vermutlich schon bald kommen, denn die Haushaltsverhandlungen stehen an. Weil dieses Jahr besonders gespart werden muss, werden die Gespräche darüber zur Herausforderung für die Streit-Koalition. Wie wird sich das auf die öffentliche Wahrnehmung auswirken? Zurzeit wünschen sich zwei Drittel der Deutschen laut aktuellen Umfragen eine neue Regierung. Das ist in der Mitte einer Legislaturperiode zwar nicht ungewöhnlich, neu ist aber, dass die AfD derweil so stark wird. Darüber spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit dem Politikwissenschaftler und Publizist Albrecht von Lucke in der sechsten Ausgabe von Was jetzt? – Die Woche. - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Armut in Deutschland – wie viel sind uns Kinder wert?24.08., 23:5524.08.2023, 23:5500:28:45
In Deutschland war 2022 jedes fünfte Kind von Armut bedroht. Staatliche Unterstützung soll dagegen helfen, aber bislang werden bis zu 70 Prozent der Mittel nicht abgerufen, die bürokratischen Hürden sind hoch. Mit der geplanten Reform soll es einfacher und übersichtlicher werden. Ursprünglich wollte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) für die Grundsicherung rund zwölf Milliarden Euro, musste nach einer koalitions- und auch parteiinternen Debatte allerdings nacharbeiten. Nach Informationen von ZEIT ONLINE sind die Kosten nun auf 3,5 Milliarden Euro angesetzt. Ist das genug für den Kampf gegen Kinderarmut in Deutschland? Und ist die Kindergrundsicherung überhaupt das richtige Mittel dafür? Darüber spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Anette Stein von der Bertelsmann Stiftung in der fünften Ausgabe von Was jetzt? – Die Woche. - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Nach Spionage-Vorfall – gefährdet die AfD unsere Sicherheit?17.08., 22:3017.08.2023, 22:3000:30:27
Die Alternative für Deutschland ist "eine Gefahr für die Demokratie", sagt der Verfassungsschutz. Sie schüre "Hass und Hetze gegen Minderheiten", sie sei muslim- und allgemein fremdenfeindlich und unterschwellig antisemitisch. Und sie bringt ihre Wählerschaft offenbar dazu, für Russland Spionage zu betreiben. Wie der Fall um Bundeswehroffizier Thomas H. zeigt, der sich dem russischen Geheimdienst angeboten haben soll. Wie der im BND enttarnte Doppelagent soll auch er AfD-Sympathisant sein. Der Verfassungsschutz hat die AfD längst als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft und darf die Partei mit nachrichtendienstlichen Mitteln überwachen. Der Inlandsgeheimdienst schätzt die Zahl der AfD-Mitglieder mit extremistischem Potenzial auf 10.200 – gut ein Drittel der Parteimitglieder. Auch deshalb werden zunehmend Stimmen laut, die ein Verbot der Partei fordern. Aber ist das wirklich notwendig? Kann die AfD der Demokratie gefährlich werden? Oder gefährdet sie die Sicherheit Deutschlands bereits? Das und mehr besprechen Moderatorin Dilan Gropengiesser und Christina Schmidt aus dem Investigativressort von ZEIT und ZEIT ONLINE in der vierten Ausgabe von "Was jetzt? – Die Woche". - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Propaganda in Niger – welche Ziele verfolgt Putin in Afrika?10.08., 21:2610.08.2023, 21:2600:34:30
In Nigers Hauptstadt Niamey schwenken Unterstützer des Putsches die russische Flagge und skandieren "Russland, Russland". Es ist nicht das erste Mal, dass ein westafrikanisches Land sich vom Westen abwendet. Auch die Militärregierungen in Burkina Faso und Mali haben sich letztlich nach Russland ausgerichtet. Das Land in der Sahelzone gehört zu den ärmsten der Welt. Von den eigenen Rohstoffen bleibt den Menschen in Niger nicht viel. Das meiste wird exportiert, etwa nach Frankreich und in die EU. Viele Nigrer:innen verspüren deswegen einen großen Unmut, insbesondere gegen die ehemalige Kolonialmacht Frankreich. Eine gute Grundlage für Putins Propaganda in Westafrika. Nach der russischen Invasion in die Ukraine hatte Europa auf eine Kooperation mit Nigeria gehofft. Denn von dort aus sollte künftig die rund 4.000 Kilometer lange Trans-Sahara-Pipeline Gas durch Niger nach Algerien leiten und von dort aus nach Europa weitergeführt werden. Mineralölunternehmen wie Total oder Shell meldeten bereits Interesse an der Versorgung über die Pipeline an. Auch der russische Staatskonzern Gazprom unterzeichnete eine entsprechende Kooperation. Der Putsch in Niger könnte also nicht nur für die Menschen im Land weitreichende Konsequenzen haben. Warum wird Russland in der Sahelzone beliebter? Und was passiert, wenn Russland in Niger weiter an Einfluss gewinnt? Das bespricht Dilan Gropengiesser in Folge 3 von Was jetzt? – Die Woche mit dem freiberuflichen Journalisten und Fotografen Issio Ehrich, der regelmäßig aus der Sahelzone berichtet. - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Die Wirtschaft schrumpft – was macht Deutschland falsch?03.08., 21:3703.08.2023, 21:3700:36:22
Während die Wirtschaft weltweit um drei Prozent wächst, schrumpft sie in Deutschland um 0,3 Prozent. Laut den Expert:innen des Internationalen Währungsfonds IWF erzielt die Bundesrepublik 2023 als einziger G7-Staat kein Wachstum. Die Industrie war lange der Faktor, der die deutsche Wirtschaft stark gemacht hat. Jetzt wird sie zum Belastungsfaktor. Schwache Produktion, weniger Aufträge: Besonders betroffen sind der Maschinenbau, die Elektrotechnik und die Chemiebranche. Hinzu kommen die hohen Energie- und Baupreise, die fehlenden Investitionen, die starken Abhängigkeiten zu anderen Ländern, der Fachkräftemangel und die komplizierte Bürokratie. Wieso schneidet Deutschland schlechter ab als andere Staaten? Und was will die Bundesregierung dagegen tun? Das diskutiert Dilan Gropengiesser in Folge 2 von "Was jetzt? – Die Woche" mit Roman Pletter, Wirtschaftschef der ZEIT. - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Brände, Dürre, Starkregen – ist das jetzt unser Alltag?27.07., 23:2627.07.2023, 23:2600:32:51
Der Juli 2023 ist wie nie zuvor. Weltweit sind es die heißesten Tage seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Während es in Deutschland in der zweiten Julihälfte etwas kühler geworden ist, fliehen die Menschen in Griechenland vor Waldbränden, in Italien schwimmen nach Starkhagel Eisschollen durch Altstadtgassen und in einigen US-Bundesstaaten, in Mexiko und in der chinesischen Provinz Xinjiang herrschen mit bis zu über 50 Grad lebensgefährliche Temperaturen. Und das sind nur einige Beispiele von vielen. Welchen Anteil hat die Erderwärmung an diesem Hitzerekord? Und was kommt da mit der Klimakrise noch auf uns zu in den nächsten Jahren? In Folge 1 von "Was jetzt? – Die Woche" bespricht Dilan Gropengiesser mit dem renommierten Klimaforscher Stefan Rahmstorf genau das. - - - Wir sind auch auf Youtube. Alle Informationen zu unserer Livesendung finden Sie hier. Mehr zum Thema Hitze gibt es auf ZEIT ONLINE. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
- Trailer “Was jetzt? – Die Woche”21.07., 17:2521.07.2023, 17:2500:00:27
Ab dem 27. Juli 2023 vertieft Moderatorin Dilan Gropengiesser jeden Donnerstag im Videopodcast von ZEIT ONLINE mit Expertinnen und Experten und dem Publikum ein wichtiges Thema der Woche. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices