
Verurteilt! Der Gerichtspodcast
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Im November 2010 machen Polizisten in Südfrankreich einen grausigen Fund. Auf einem Acker finden sie die Leichen eines Vaters und seines Sohnes - eingewickelt in Teppiche. Die beiden Männer aus Deutschland werden seit Monaten vermisst. Schnell gerät der zweite Sohn des ermordeten Vaters in Verdacht. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt: der Mann hat seinen Vater und den blinden Bruder erschossen, weil er das Haus erben wollte. Am 29. April 2013 verurteilt das Frankfurter Landgericht den damals 41-Jährigen wegen Doppelmordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellt außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Der Sohn bestreitet die Tat bis heute. Vater und Bruder hätten in Spanien überwintern wollen. Offenbar sei ihnen unterwegs etwas zugestoßen.
Am 29. Juli 2019 stößt ein Mann zunächst eine 40-Jährige und dann deren Sohn vor einen einfahrenden ICE im Frankfurter Hauptbahnhof. Die Mutter kann sich retten, der 8-jährige Junge wird überrollt. Ein Jahr später beginnt der Prozess gegen den Täter, einen 41 Jahre alten Mann, geboren in Eritrea, wohnhaft in der Schweiz. Dort galt er 13 Jahre lang als gelungenes Beispiel für Integration. Dann ist er schwer psychisch erkrankt. Er verschwand und tauchte wenige Tage später wieder auf: in Frankfurt auf dem Hauptbahnhof am Gleis 7.
Am 11. Dezember 1981 trifft die 16-jährige Trixi S. auf dem Heimweg von der Disko auf ihren Mörder. In einem Frankfurter Einkaufszentrum wird sie von hinten angegriffen, erstochen und anschließend vergewaltigt. Ein Gerüstbauer gerät ins Visier der Polizei, hat aber ein Alibi. Jahrzehnte später führt die Spur erneut zu ihm - und die DNA-Spurenbank nennt einen Treffer. Der Mann gibt die Begegnung mit Trixi zu, bestreitet aber den Mord. Kann die Staatsanwaltschaft ihm diesen nachweisen? Denn alles andere ist bereits verjährt.
Ende der 90er Jahre versetzt ein Gift-Erpresser Verbraucher und vor allem Eltern in Angst und Schrecken. Über Jahre deponiert der damals 43Jährige Alexandru N. mit Blausäure vergiftete Thomy-Lebensmittel auf Kinderspielplätzen, in Adventskalendern und Supermarktregalen. Der gelernte Schlosser versucht damit den Mutterkonzern Nestle zu erpressen. Er fordert 25 Millionen Mark, die ihm von Brieftauben überbracht werden sollen. Eine der Tauben führt die Polizei dann aber direkt zum Erpresser. Das Frankfurter Landgericht verurteilt Alexandru N. zu 11 Jahren Haft. Nestle ist durch die Erpressung ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden.
- 12.08.202064 min
Am 26. Juni 2019 schwankt ein betrunkener 33-Jähriger über den Bahnsteig an der Haltestellte Nieder-Eschbach in Frankfurt. Der Mann macht Turnübungen, verliert das Gleichgewicht und fällt auf die Gleise. Er versucht sich aufzurappeln, bleibt schließlich auf dem Rücken liegen. Eine U-Bahn fährt ein. Der Fahrer sieht den Mann nicht, überrollt ihn, bemerkt den Unfall nicht, fährt weiter. Der 33-Jährige verblutet. Laut Staatsanwaltschaft war die Station hell beleuchtet und der Fahrer hätte den Betrunkenen im Gleisbett sehen müssen. Der 23-Jährige steht deshalb am 23. Juli 2020 wegen fahrlässiger Tötung vorm Amtsgericht Frankfurt.
Am 1. August 2019 flieht ein Häftling aus einem Frankfurter Gefängnis und wird erst zwei Monate später wiedergefunden und festgenommen. Im Sommer 2020 muss sich deshalb ein 37-Jähriger wegen Gefangenenbefreiung in Frankfurt vor dem Amtsgericht verantworten. Er soll dem verurteilten Drogenhändler per Räuberleiter in die Freiheit verholfen haben. 2 Verhandlungstermine benötigt das Amtsgericht, um den Fluchthelfer für schuldig zu befinden. Dann verhängt es eine Gesamtfreiheitsstrafe von 10 Monaten.
Am 23. Dezember 2019 geht ein 25-Jähriger in Frankfurt ins Bordell, verabredet Sex mit einer Prostituierten für 30 Euro, ist aber unzufrieden. Er will sein Geld zurück und wird gewalttätig. Eine Kollegin hilft der Prostituierten mit einem Wischmop. Doch den bekommt der wütende Freier zu fassen und schlägt erneut zu. Die beiden Frauen wehren sich mit Pfefferspray. 3 Sicherheitsmänner greifen ein, die Polizei kommt. Der Freier bleibt aggressiv, wirft einer Polizistin eine Wasserflasche an den Kopf und wird schließlich festgenommen. Im Juni 2020 wird er vom Amtsgericht Frankfurt zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Am 21. September 2019 wird der Betreiber eines Schreibwarenladens in Frankfurt mit drei Messerstichen getötet. Der ganzer Stadtteil trauert um den 57-Jährigen, der wenige Tage nach der Tat erneut Vater geworden wäre. Nachbarn sammeln für seine Familie Geld, Kondolenzbücher liegen aus, Kunden und Freunde legen Blumen, Kerzen und Abschiedsbriefe vor seinem Geschäft ab. Schon kurz nach der Tat fasst die Polizei den mutmaßlichen Täter. Es ist ein 30-Jähriger, psychisch schwerkranker Mann. Das Motiv lässt sich nicht klären. Im Prozess wird es später um seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie gehen. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für schuldunfähig, aber sehr gefährlich.
Am 28. Juli 1994 passiert der bis dato größte Kunstraub: In der Frankfurter Kunsthalle Schirn werden drei Gemälde mit einem Versicherungswert von damals 70 Millionen Mark gestohlen, zwei Werke von William Turner und eines von Caspar David Friedrich. Viereinhalb Jahre später verurteilt das Frankfurter Landgericht zwei Räuber zu elf und acht Jahren Haft und einen Gehilfen zu zweieinhalb Jahren Haft. Doch es dauert insgesamt zehn Jahre, bis die wertvolle Kunst wiederbeschafft ist. Und das gleicht einem Krimi. Die Hintermänner der Tat wurden nie gefasst.
Am Abend vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Schachtar Donezk im Februar 2019 sagt Eintracht-Präsident Peter Fischer, er wolle, dass am Folgetag das Stadion brenne. Am Spieltag durchsuchen deshalb Polizisten die Lagerräume der Ultras unterhalb der Nordwestkurve im Frankfurter Fußballstadion. Sie finden nichts - außer wütenden Ultras. Die sagen daraufhin ihre Choreographie ab, hängen ein Banner mit einem beleidigenden Schriftzug auf. Die Polizei will das Spruchband beschlagnahmen, die Fans wollen das verhindern. Einer ist besonders renitent. Er wird abgeschirmt, Richtung Bande geschubst. Dann stoßen ihn 2 Polizisten über die Bande.
Am 30. September 2018 joggt eine 21-Jährige im Frankfurter Stadtwald. Plötzlich stürzt sich von hinten ein kräftiger Mann auf sie, bringt sie zu Boden, würgt sie. Ihr wird schwarz vor Augen, sie stellt sich tot. Der Täter lässt kurz von ihr Frau ab, kehrt aber zurück, würgt sie erneut, bis er von einer Fahrradfahrerin gestört wird. Der Täter türmt, wird erst Monate später gefasst: ein Fernfahrer, der bereits mehrfach wegen Sexualdelikten verurteilt worden ist. In Frankfurt klagt ihn die Staatsanwaltschaft wegen versuchten sexuellen Übergriffs mit Gewalt und versuchten Mordes an - und beantragt die Sicherungsverwahrung für den Wiederholungstäter.
2001 entmannt der sogenannte "Kannibale von Rotenburg" Armin Meiwes seinen Internet-Bekannten Bernd. Er filmte die Tat, portionierte das Fleisch, frierte es ein - und isst Teile davon. Sein Opfer überlebt die Tat nicht. 2002 wird Meiwes verhaftet und zwei Jahre später in Kassel wegen Totschlags zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Doch der Bundesgerichtshof hebt das Urteil auf. 2006 verurteilt ihn das Landgericht Frankfurt wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.
Er nannte sich Gerry Mason. Und war die große Liebe von Frau B. Die 63-Jährige hatte ihn im Internet kennengelernt. Er fand schöne Worte für sie. Doch plötzlich schrieb Gerry von einer Notlage - und Frau B. half gerne. 35 000 € schickte sie ihm insgesamt. Dann wurde sie aber doch ein bisschen misstrauisch und wollte ein Treffen. Gerry schickte seinen Freund Mouhamed A. Ihm gab sie 5200 €. Aber schon bald wurde ihr klar: sie war auf zwei Liebesbetrüger reingefallen. Immerhin konnte die Staatsanwaltschaft Mouhamed A. ermitteln und wegen Betrugs anklagen. Ein Schöffengericht verurteilte ihn zu 11 Monaten mit Bewährung. Der Mann, der sich Gerry Mason nannte, ist bis heute verschwunden.
- 04.03.202060 min
Ahmet Ü. sieht 2008 auf einer Veranstaltung in der Abendschule eine junge Frau. An diesem Abend entscheidet er: diese Frau ist für ihn bestimmt. Und von diesem Tag an verfolgt er sie. Wochenlang. Monatelang. Jahrelang. Der 38-Jährige ist ein Stalker - und er ist gewalttätig. Er quält nicht nur die junge Frau, er quält auch seine Eltern und andere Menschen. Wegen Nachstellung, gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung, Beleidigung und Nötigung steht er schließlich in Frankfurt vor dem Landgericht.
Am 15. Oktober 2004 verschwindet der Fabrikantensohn Andreas Sascha Grimm in Frankfurt auf dem Weg zu seiner Freundin. Vier Wochen lang sucht seine Familie nach ihm. Die Polizei durchkämmt Felder und Wälder. Zunächst sieht alles nach einer Entführung aus. Doch es kommt keine Lösegeldforderung. Die Ermittler erhalten einen Tipp, der sie zu dem 22 Jahre alten Jens A. führt. Er erzählt viele Versionen, in denen es auch um Rauschgift und Drogendeals geht. Mörder aber sei er nicht. In dem Indizienprozess wird Jens A. zu 11 Jahren verurteilt. Und das, obwohl die Leiche von Andreas Sascha Grimm bis heute nicht gefunden wurde.
- 05.02.202047 min
Manfred J. geht gerne auf Flohmärkte und versteigert die Schnäppchen später auf Ebay. Auch eine Kiste mit alten Platten bietet er zum Verkauf an. Kurz darauf meldet sich allerdings die Polizei. Es handelt sich bei den Scheiben um Nazi-Platten, stilecht mit Reichsadler und Hakenkreuz auf dem Cover. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm das "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" vor und beantragt einen Strafbefehl.
Am 17. Dezember 2019 landet der in den USA verurteilte Doppelmörder Jens Söring auf dem Frankfurter Flughafen und damit in der Freiheit. Ein Vertreter der Bundesregierung, Dutzende Journalisten und ein knappes Dutzend seiner Unterstützer begrüßt ihn wie einen Popstar. Der 53-Jährige deutsche Diplomatensohn ist jetzt frei, aber nicht freigesprochen. Die amerikanische Justiz hält nach wie vor an ihrem Urteil und ihrer Überzeugung fest: Danach hat Jens Söring im März 1985 die Eltern seiner damaligen Freundin Elisabeth Haysom umgebracht. Er gesteht das auch zunächst. Aus Liebe, sagt er, als er sein Geständnis widerruft, um Elisabeth vor der Todesstrafe zu bewahren. 1990 wird er wegen Doppelmordes zu zweimal Lebenslang verurteilt. Doch Söring beteuert all die Jahre seine Unschuld. Ende 2019 entscheidet das zuständige US-Gremium nach 33 Jahren Haft: Söring kommt auf Bewährung frei und wird abgeschoben.
Jozsef S. und Jessica B. haben eine On-Off-Beziehung. Im Juli 2015 streiten beide in der Küche von Jessica B. in deren kleiner Wohnung im Frankfurter Nordend. Jozsef S. wird so wütend, dass er seiner 22 Jahre alten Freundin und Mutter seines kleinen Sohns so lange den Hals zudrückt, bis sie blau anläuft und stirbt. Danach wickelt er die Leiche der jungen Frau in ein Betttuch und steckt sie in den Müllcontainer. Ein Jahr nach der Tat beginnt der Prozess gegen den 24-Jährigen. Das Urteil: 12einhalb Jahre Gefängnis.
- 25.12.201952 min
2010 ist die steile Karriere des Wettermoderators Jörg Kachelmann erst mal vorbei. Im März wird er auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen, als er von den Olympischen Spielen in Kanada zurückkommt. Der Vorwurf: er soll seine frühere Lebensgefährtin Claudia D. mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben. Acht Monate später wird Kachelmann vom Landgericht Mannheim allerdings freigesprochen. Anschließend verklagt er seinerseits seine Ex-Freundin vor dem Frankfurter Oberlandesgericht auf Schadensersatz.
Eine 31 Jahre alte Frau stirbt Mitte 2014 nach einem Kaiserschnitt. Es hatte Komplikationen gegeben, sie hat dabei viel Blut verloren. Die Staatsanwaltschaft klagt 3 Gynäkologinnen an. Sie wirft ihnen fahrlässige Tötung vor. Die Anklage sagt, sie hätten zu spät reagiert und nicht die richtigen Medikamente gegeben. Einen Monat nach Prozessauftakt werden die Gynäkologinnen aber freigesprochen.



















