Vanilla is not enough

Der Playboy der Fetischwelt – und ist Print wirklich tot?

03.03., 17:0000:46:18
Beschreibung der Episode
In dieser Folge von „Vanilla is not enough“ spreche ich mit Andreas vom Marquis Magazin – einem der prägendsten Medien der deutschsprachigen Fetisch- und Latexwelt. Wir steigen mit einer scheinbar provokanten Frage ein: Ist das Marquis so etwas wie der „Playboy der Fetischwelt“? Und wenn ja – was bedeutet das heute eigentlich noch?
Es geht um Glamour statt Schmuddelimage, um Fashion statt bloße Provokation und um die Idee, Fetisch nicht als dunkle Nische zu inszenieren, sondern als ästhetische, selbstbewusste Ausdrucksform. Andreas erzählt, wie das Magazin entstanden ist, wie es sich über 30 Jahre entwickelt hat und warum Print – entgegen aller Prognosen – nicht tot ist. Im Gegenteil: Vielleicht braucht es gerade in Zeiten von Dauer-Scrollen und Reizüberflutung genau dieses bewusste Medium, das man in die Hand nimmt, durchblättert und erlebt.
Wir sprechen darüber, wer das Marquis heute liest – und warum die Zielgruppe überraschend divers ist. Junge Leser:innen, viele Frauen, langjährige Sammler, Neugierige aus der Szene und Menschen, die sich gerade erst mit Kink, Latex oder Fetisch-Fashion beschäftigen. Dabei wird klar: Es geht nicht nur um Bilder, sondern um Haltung, um Community und um ein gemeinsames Verständnis von Ästhetik und Konsens.
Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich auch um Events. Über die Passion, die Avantgardista und vor allem über die Pleasure Bay – ein fünftägiges Kinky-Event auf Kreta, bei dem ein komplettes Hotel zur Spielwiese für BDSM-, Fetisch- und Kink-Community wird. Wir sprechen über Energie, über das Publikum als entscheidenden Faktor für gute Veranstaltungen und darüber, warum gute Stimmung nicht nur vom Line-up oder vom Essen abhängt, sondern von der Haltung der Menschen, die kommen.
Und genau da wird es grundsätzlicher. Wir reden über Kommunikation, über Konsens, über kulturelle Prägungen durch alte Filme und Serien – und warum das „Ich frage dich, ob ich dich küssen darf“ nichts Unromantisches ist, sondern ein Zeichen von Respekt. In einer Welt, in der toxische Dynamiken lange als sexy verkauft wurden, steht die Kinky-Szene oft überraschend stabil auf dem Fundament von Empathie und klarer Absprache.
Es geht um Vielfalt, um das Zulassen anderer Vorlieben – auch wenn man sie selbst nicht teilt. Um den einfachen Gedanken: Nur weil ich etwas nicht verstehe, heißt das nicht, dass es falsch ist. Solange Konsens gewahrt wird, darf Lust bunt, laut, leise, ästhetisch, verspielt oder extrem sein.
Wenn du also wissen willst, warum Print nicht einfach nur Papier ist, warum Fetisch-Fashion mehr ist als Latex auf Haut und warum Kommunikation vielleicht die sexieste Eigenschaft von allen ist – dann hör in diese Folge rein.
Und wie immer gilt: Consent is key.
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Danke fürs Zuhören – und denk immer dran:
Konsens ist key.