Episoden
136- Behind the News – Mary Abdelaziz-Ditzow über Framing, Reichweite und Vertrauensverlust29.05., 06:0029.05.2026, 06:0001:23:47
Mary Abdelaziz-Ditzow ist Journalistin und Moderatorin. Nach Stationen beim Handelsblatt, ntv und seit 2025 bei Finanzfluss entwickelt sie journalistische Formate mit großer Reichweite. Für den ntv-Podcast „Wirtschaft Welt & Weit" wurde sie mit dem Friedwart Bruckhaus-Preis ausgezeichnet. Mit Behind the News legt sie eine kritische Bestandsaufnahme der deutschen Medienlandschaft vor. In ihrem im Februar 2026 erschienenen Buch geht es um Vertrauensverlust, Framing, Zuspitzung und die Frage, wie Journalismus seiner Verantwortung gerecht werden kann. In dieser Folge sprechen wir mit ihr über die Entstehung des Buchs, Medienmechanismen, Medienkritik und Marys eigenes Befremden über die mediale Berichterstattung zum Krieg in Gaza, den sie als biographisch Betroffene aus dem Schaltraum des Journalismus miterlebt hat Gast: Mary Abdelaziz-Ditzow Host: Shai Hoffmann Links: https://www.ullstein.de/werke/mary-abdelaziz-ditzow-behind-the-news/taschenbuch/9783548074368 https://www.deutschlandfunk.de/ki-generiertes-bildmaterial-zdf-entschuldigt-sich-fuer-fehler-im-heute-journal-100.html https://www.newsroom.de/news/aktuelle-meldungen/vermischtes-3/finanzfluss-chefredakteurin-mary-abdelaziz-ditzow-uebt-medienkritik-976679/ https://www.leadersnet.de/news/97713,neues-buch-mary-abdelaziz-ditzow-blickt-behind-the-news.html Ein Podcast von Gesellschaft im Wandel gGmbH, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Vielen Dank an das ganze Team: Redaktion: Lea Volz & 365 Sherpas · Postproduktion: Simon Eichinger · Video: Jordi Kuragari Falls ihr unsere Arbeit unterstützen wollt: Per Spendenplattform bcause: https://bcause.com/orgs/gesellschaft-im-wandel Per Banküberweisung: Konto: Gesellschaft im Wandel/ IBAN: DE61 4306 0967 1060 2814 03/ Bank: GLS Gemeinschaftsbank Danke fürs Zuhören! Wenn euch die Episode gefallen hat, abonniert den Podcast, hinterlasst eine Bewertung und teilt sie mit anderen oder schickt uns eure Gästewünsche an podcast@gesellschaftimwandel.org
- Menschenrechte, Haft, Rechtsstaatlichkeit – Birte Brodkorb über den Alltag in Israel seit dem 7. Oktober22.05., 06:0022.05.2026, 06:0001:23:03
In dieser Episode spricht Shai mit Birte Brodkorb, Juristin und Kriminologin, die seit vielen Jahren in Israel lebt. Als Leiterin des Bereichs Internationale Beziehungen der israelischen Menschenrechtsorganisation PCATI („Public Committee Against Torture in Israel") dokumentiert und analysiert sie Haftbedingungen, Foltervorwürfe und die Erosion rechtsstaatlicher Standards im Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts. Gemeinsam sprechen sie über die gesellschaftliche Stimmung in Israel nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober, über die Situation palästinensischer Gefangener und die wachsende Einschränkung zivilgesellschaftlicher Räume. Sie diskutieren, wie Trauma und Sicherheitsdruck politische Debatten in Israel prägen – und warum diese Realität in europäischen Diskursen oft unterschätzt wird. Birte erklärt, was es bedeutet, wenn ein demokratischer Staat die Todesstrafe für terroristische Straftaten wieder einführen möchte, und warum Geständnisse, die unter Misshandlung entstanden sind, niemals Grundlage einer Verurteilung sein dürfen. Außerdem: Wo verläuft die Grenze zwischen legitimer Israelkritik und antisemitischen Narrativen? Welche Verantwortung tragen Deutschland und die EU? Und was gibt ihr – trotz allem – Hoffnung? Gast: Birte Brodkorb Host: Shai Hoffmann Links: https://stoptorture.org.il/en/ https://www.ohchr.org/en/instruments-mechanisms/instruments/convention-against-torture-and-other-cruel-inhuman-or-degrading https://stoptorture.org.il/en/israels-proposed-special-tribunal-law-grave-concerns-for-the-rule-oflaw-due-process-and-the-death-penalty-against-palestinians/ https://stoptorture.org.il/en/torture-in-israel-2021-situation-report-2/ https://stoptorture.org.il/wp-content/uploads/2026/03/Briefing-Paper-Death-Penalty-Bill-March-2026_PCATI_Adalah_HaMoked_PHRI_updated-26032026.pdf Ein Podcast von Gesellschaft im Wandel gGmbH, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Vielen Dank an das ganze Team: Postproduktion: Simon Eichinger · Video: Jordi Kuragari · Redaktion: Lea Volz & 365 Sherpas Falls ihr unsere Arbeit unterstützen wollt: Per Spendenplattform bcause: https://bcause.com/orgs/gesellschaft-im-wandel Per Banküberweisung: Konto: Gesellschaft im Wandel/ IBAN: DE61 4306 0967 1060 2814 03/ Bank: GLS Gemeinschaftsbank Danke fürs Zuhören! Wenn euch die Episode gefallen hat, abonniert den Podcast, hinterlasst eine Bewertung und teilt sie mit anderen oder schickt uns eure Gästewünsche an podcast@gesellschaftimwandel.org
- Gaza in deutschen Medien – Journalistin Noura Mahdhaoui zur Berichterstattung15.05., 06:0015.05.2026, 06:0001:33:03
In dieser Folge spricht Shai mit Noura Mahdhaoui, freier Fernsehjournalistin und Filmemacherin. Sie arbeitet an Dokumentationen und Debattenformaten zu gesellschaftspolitischen Themen und war Mitautorin der ZAPP-Reportage „Vertrauen verloren? Deutsche Medien und der Krieg in Gaza und Israel“. Gemeinsam sprechen sie darüber, wie Medienberichterstattung über Israel und Palästina wahrgenommen wird, warum die Debatte so polarisiert ist und welche Rolle Vertrauen, Kritik und journalistische Verantwortung dabei spielen. Noura Mahdhaoui bringt dabei die Perspektive einer Journalistin mit, die das Mediensystem von innen kennt, und zugleich den Diskurs um Israel/Palästina in Deutschland kritisch begleitet. Es geht um die Frage, wie Medienkritik von politisch instrumentalisierter Attacke unterschieden werden kann, warum der Gaza-Krieg besondere Herausforderungen für den Journalismus mit sich bringt und was eine ehrlichere, differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen könnte. Gast: Noura Mahdhaoui Host: Shai Hoffmann Links: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM1MDcyOV9nYW56ZVNlbmR1bmc/ https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL25kci5kZS8xZjNmYWQ2Mi03NDUzLTQwNjAtYWYzNy0zY2RmYzUwYzFmNGM/ https://www.civismedia.eu/mediendialog/dritter-dialog/studie-dialog/ https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/inffratest102.pdf Publikation ZAPP von 2014 zu gesunkenem Medienvertrauen bei Ukraine-Berichterstattung https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/ZAPP-Studie-Vertrauen-in-Medien-gesunken,medienkritik100.html Die "Jerusalem Post" gibt an, auch die New York Times ausgewertet zu haben und kam zu dem Schluss "pro Palestine Bias" (Mai 2024): https://www.jpost.com/israel-hamas-war/article-801593 https://journalistikon.de/hostile-media-effekt/ Redaktion: Lea Volz & 365 Sherpas · Postproduktion: Simon Eichinger · Video: Jordi Kuragari
- History, Language, Memory – Danielle Schwartz on her film "Mirror Image"08.05., 06:0008.05.2026, 06:0001:20:41
In this episode, Shai speaks with Danielle Schwartz, an Israeli filmmaker, writer, and interdisciplinary artist working at the intersection of cinema, research, and dialogical practice. She engages with memory, language, and contested histories. Together they explore her award-winning documentary "Mirror Image" (2013), which captures an intimate conversation with her grandparents about a mirror taken from the Palestinian village of Zarnuqa in 1948. They discuss how history is negotiated in private spaces, why words like "Nakba" or "plundered" carry such weight, and how art and dialogue can hold contradictions without resolving them. Danielle describes her approach as "a very Israeli film" – not about speaking the Palestinian story, but showing how difficult it is for Israelis to talk about 1948. Her current project "Witnessing '48" develops performative and dialogical formats for collective engagement. Guest: Danielle SchwartzHost: Shai Links: https://aicf.org/artist/danielle-schwartz https://luma.com/3sd3nsw9 https://www.youtube.com/watch?v=QmRp-_7ntR4 https://www.zegg.de/de/aktuelles/mirror-image-matinee-zu-den-wurzeln-des-israel-palaestina-konflikts A podcast by Gesellschaft im Wandel gGmbH, supported by the Robert Bosch Stiftung. Video: Jordi Kuragari · Editing: Lea Volz & 365 Sherpas · Post-production: Simon Eichinger If you'd like to support our work: https://bcause.com/orgs/gesellschaft-im-wandelNewsletter: https://gesellschaftimwandel.us7.list-manage.com/subscribe?u=9f0f78b5be47e6ed6c1802b69&id=d10c96eec2Website: https://www.gesellschaftimwandel.org/ About the film: https://linktr.ee/mirror.image Watch a short film segment: https://vimeo.com/135460745?share=copy Watch the film online: https://dafilms.com/director/9834-danielle-schwartz Contact Danielle Schwartz for educational licensing and organizing a public screening, presentations or workshop: danielle@mirror-image.org LinktreeMirror Image | תמונת מראה | Instagram, Facebook | Linktree An intimate documentary about language, memory, and identityhttps://linktr.ee/mirror.imageVimeoMirror Image | Short Film Segment Short film segment from: Mirror Image | Short Documentary by Danielle Schwartz Israel | 11 min | 2013 dafilms.comDanielle Schwartz - dafilms.com Thank you for listening! If you enjoyed the episode, please subscribe, leave a rating, and share it with others.
- Demokratiebildung in Schulen – Prof. Dr. Michael Wrase über Handlungsspielräume für Lehrkräfte und rechtliche Grenzen politischer Bildung01.05., 06:0001.05.2026, 06:0001:20:50
In dieser Folge spricht Shai mit Prof Dr. Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Sozial- und Bildungsrecht an der Stiftung Universität Hildesheim und Leiter der Forschungsgruppe „Recht und Steuerung im Kontext sozialer Ungleichheiten“ am WZB Berlin. Gemeinsam beleuchten sie, wie Lehrkräfte heute politische Bildung gestalten können – ohne Angst vor politischem Druck oder Meldeportalen. Es geht um die Balance zwischen Versammlungs- und Meinungsfreiheit, den Umgang mit Rechtspopulismus im Klassenzimmer und warum Schulen aktive Orte der Demokratiebildung sein müssen. Michael Wrase plädiert dafür, Handlungsspielräume statt Verbote zu klären: Wie reagieren Pädagog*innen auf verfassungsfeindliche Inhalte? Wie wird Demokratie resilient vermittelt – gerade im ostdeutschen Kontext? Gast: Prof. Dr. Michael WraseHost: Shai Hoffmann Links: https://www.watson.ch/international/iran/874521687-krieg-mit-usa-irans-neue-machthaber-drohen-noch-radikaler-zu-sein https://verfassungsblog.de/privatschulen-berlin/ https://table.media/heads/michael-wrase https://www.watson.ch/international/interview/339900897-iran-usa-krieg-nahost-experte-andreas-boehm-im-interview https://table.media/berlin/talk-of-the-town/rechtsrutsch-wie-gross-der-einfluss-der-afd-auf-schulen-jetzt-schon-ist-und-was-eine-regierungsbeteiligung-veraendern-koennte Ein Podcast der Gesellschaft im Wandel gGmbH, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Props ans Team! Video: Jordi Kuragari · Redaktion: Lea Volz & 365 Sherpas · Postproduktion: Simon Eichinger · Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet: https://bcause.com/orgs/gesellschaft-im-wandelNewsletter: https://gesellschaftimwandel.us7.list-manage.com/subscribe?u=9f0f78b5be47e6ed6c1802b69&id=d10c96eec2Website: https://www.gesellschaftimwandel.org/ Vielen Dank, dass ihr zuhört! Wenn euch die Folge gefällt, abonniert den Podcast, gebt Sterne und teilt die Episode gern weiter.
- Den Israel-Palästina-Konflikt multiperspektiv vermitteln – Ein Gespräch mit Christoph Dinkelaker24.04., 06:0024.04.2026, 06:0001:03:45
In dieser Folge spricht Vicky aus unserem Fortbildungsteam mit Christoph Dinkelaker, der für die Gesellschaft im Wandel regelmäßig Seminare zur Geschichte und Gegenwart des Israel-Palästina-Konflikts anbietet. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie sich ein so komplexes Thema multiperspektivisch vermitteln lässt, ohne in bipolare Darstellungen zu verfallen. Im Gespräch geht es darum, welche Betrachtungs- und Beurteilungsebenen Christoph jenseits von Regierungspositionen einbezieht und wie es gelingen kann, unterschiedliche Narrative nebeneinander stehen zu lassen. Außerdem sprechen die beiden darüber, was es mit Seminarteilnehmer*innen macht, wenn verschiedene Perspektiven und Deutungen zur Sprache kommen, und warum genau darin ein wichtiger Lernprozess liegen kann. Gast: Christoph DinkelakerHost: Vicky Links: https://megaphone.news/ www.disorient.de https://www.standing-together.org/en https://il.boell.org/en/2021/06/01/truman-institute-atlas-jewish-arab-conflict www.alsharq-reise.de Ein Podcast der Gesellschaft im Wandel gGmbH, unterstützt von der Robert Bosch Stiftung. Redaktion: Postproduktion: Simon Eichinger · Video: Jordi Kuragari · Lea Volz & 365 Sherpas Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns sehr über eine Spende an die Gesellschaft im Wandel: https://bcause.com/orgs/gesellschaft-im-wandel Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, meldet euch für unseren Newsletter an: https://gesellschaftimwandel.us7.list-manage.com/subscribe?u=9f0f78b5be47e6ed6c1802b69&id=d10c96eec2 Oder schaut auf unserer Website vorbei: https://www.gesellschaftimwandel.org/ Vielen Dank, dass ihr zuhört! Wenn die Folge euch gefällt, abonniert den Podcast, gebt Sterne und teilt die Episode weiter.
- Blick hinter die Kulissen – Amina im Gespräch mit Vicky und Zakariyya über die Arbeit der Gesellschaft im Wandel17.04., 06:0017.04.2026, 06:0000:58:06
In dieser Take-over-Folge übernimmt Amina aus unserem Fortbildungsteam die Moderation und spricht mit Vicky und Zakariyya über die Arbeit von Gesellschaft im Wandel. Gemeinsam werfen sie einen Blick hinter die Kulissen und geben Einblicke in unsere Arbeitsansätze, unter anderem in die Trialoge und die Fortbildungsangebote. Im Gespräch geht es darum, was ein Braver Space ist und warum wir diesen Rahmen für unsere Arbeit so wichtig finden. Zakariyya erläutert, wie wir in den Trialogen mit Betroffenenperspektiven arbeiten, wie unterschiedliche Erfahrungen nebeneinander stehen können. Vicky berichtet, warum es uns darum geht, Raum für Begegnung, Reflexion und unterschiedliche Sichtweisen zu schaffen. Dabei wird auch deutlich, wie unser Ansatz dazu beiträgt, komplexe gesellschaftliche Themen nicht zu vereinfachen, sondern in ihrer Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit sichtbar zu machen. Gäste: Vicky & ZakariyyaHost: Amina Links: https://gishty.com/newsletters/what-happened-last-week https://www.bildungsbausteine.org/fileadmin/assets/PDF/BildungsBausteine/Debus_Saadi_2024_Wuensche_an_die_Arbeitsweise.pdf https://israelpalaestinavideos.org/bildungsmaterial https://monitor.civicus.org/press_release/2025/germany/ Vlt. auch interessant, der Brief zu diesem Vorgang(https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-04/antisemitismus-deutschland-ihra-israel-europarat-kritik-gxe): https://www.coe.int/en/web/commissioner/-/germany-commissioner-calls-for-protection-of-freedom-of-expression-and-peaceful-assembly Danke fürs Zuhören! Wenn euch die Folge gefällt, abonniert den Podcast, bewertet ihn und teilt die Episode gern weiter Ein Podcast der Gesellschaft im Wandel gGmbH, unterstützt von der Robert Bosch Stiftung.Redaktion: Lea Volz & 365 Sherpas · Postproduktion: Simon Eichinger · Video: Jordi Kuragari
- Reupload: Nie wieder und jetzt? – Charlotte Wiedemann über Hoffnung, Verantwortung und den Blick nach vorn10.04., 06:0110.04.2026, 06:0101:04:56
In dieser Folge spreche ich mit Charlotte Wiedemann, Journalistin, Autorin und Public Fellow am Leuphana Institute for Advanced Studies. Seit den 1980er Jahren berichtete sie als politische Korrespondentin für große deutsche Medien wie Stern, Die Woche und die taz. Später schrieb sie von Malaysia aus für Die Zeit, Le Monde diplomatique und die NZZ über Menschenrechte, interreligiöse Beziehungen und globale Konflikte. Parallel dazu unterrichtete sie an Journalistenschulen und Universitäten in Deutschland. Heute zählt sie zu den wichtigsten Stimmen, wenn es um Erinnerungskultur und ihre Verflechtungen mit aktuellen Konflikten geht. Im Gespräch geht es um die Frage, wie sich das „Nie Wieder“ von einer Betroffenenbewegung hin zu einer Staatsräson entwickelt hat – und welche Folgen dies für die Debatten um Israel und Palästina hat. Wir sprechen über Engführungen und Leerstellen in der deutschen Erinnerungskultur, über multidirektionales Erinnern und darüber, welche neuen Perspektiven sich daraus für Politik und Gesellschaft eröffnen könnten. Außerdem diskutieren wir, welche Chancen es für eine inklusivere Erinnerungskultur gibt – von Schulen bis hin zu internationalen Kooperationen – und warum es für Deutschland entscheidend wäre, im Nahostkonflikt ein „konstruktiver und fairer Partner“ zu werden. Gast: Charlotte Wiedemann Host: Shai Hoffmann Links: https://www.bic-media.com/widget/?isbn=9783549100493&textToSpeech=yes&showSettings=no&buyButton=no&spine=yes https://www.youtube.com/watch?v=Bc0QA14DTu8 https://www.leuphana.de/zentren/lias/fellows/charlotte-wiedemann.html http://charlottewiedemann.de/essays-and-medienethik https://taz.de/Solidaritaet-mit-Palaestina/!6106426/ https://x.com/chawichawi Danke an Jordi Kuragari (Video-Snippets), Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion) sowie Simon Eichinger (Postproduktion). Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Schön, dass ihr zugehört habt – abonniert den Podcast gern und teilt ihn mit euren Freund*innen und Familien!
- Beziehung statt Abgrenzung — Prof. Ahmad Milad Karimi über die spirituelle Nähe von Judentum und Islam03.04., 06:0003.04.2026, 06:0001:16:44
Ahmad Milad Karimi ist Religionsphilosoph, Islamwissenschaftler und einer der profiliertesten muslimischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. In dieser Folge spricht er über sein Buch „Die Schönheit des Judentums – Eine muslimische Liebeserklärung“ und darüber, warum Religion für ihn vor allem Beziehung bedeutet – zu sich selbst, zu anderen und zu Gott. Wir reden über die spirituelle Nähe von Judentum und Islam, über den Umgang mit Fremdheit und Mehrdeutigkeit und über die Frage, wie Glaube zu einem Ort des Dialogs werden kann – gerade in Zeiten von Polarisierung und gesellschaftlicher Spaltung. Karimi zeigt, wie Schönheit und Nachdenklichkeit neue Perspektiven auf Religion, Identität und Zusammenleben eröffnen können. Gast: Ahmad Milad KarimiHost: Shai Hoffmann Links: https://www.uni-muenster.de/ZIT/Personen/Professoren/personen_karimi_milad.shtml https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Milad_Karimi https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/die-schoenheit-des-judentums-011639.html https://www.katholisch.at/aktuelles/156556/islamwissenschaftler-plaedoyer-fuer-schulterschluss-der-religionen Ein Podcast der Gesellschaft im Wandel gGmbH, unterstützt von der Robert Bosch Stiftung. Redaktion: Lea Volz & 365 Sherpas · Postproduktion: Simon Eichinger · Video: Jordi Kuragari Danke fürs Zuhören! Wenn euch die Folge gefällt, abonniert den Podcast, bewertet ihn und teilt die Episode gern weiter. 🎧
- Hinter die Schlagzeilen blicken – Sophia Maier über Berichterstattung aus Israel und Palästina27.03., 06:0027.03.2026, 06:0001:04:47
In dieser Folge spreche ich mit der Journalistin, Autorin und Filmemacherin Sophia Maier, die seit vielen Jahren aus Krisen- und Kriegsregionen wie Afghanistan, Syrien, der Ukraine sowie Israel und der Westbank berichtet. Für Formate wie stern TV und #WHY hat sie vielfach ausgezeichnete Reportagen realisiert, in denen immer die Menschen im Mittelpunkt stehen – ihre Geschichten, ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke. Im vergangenen Jahr ist ihr Buch „Herz aus Stacheldraht“ erschienen, ein sehr persönliches Plädoyer für Menschlichkeit und Verantwortung in Zeiten von Krieg und Polarisierung. Wir sprechen über ihre aktuelle Reise nach Israel und Palästina – über Begegnungen mit Menschen, die sie seit Jahren begleitet, und darüber, wie sich deren Leben seit dem Terrorangriff vom 7. Oktober und dem Krieg in Gaza verändert haben. Sophia erzählt, was sie dort erlebt hat, welche Stimmen in der deutschen Berichterstattung oft zu kurz kommen und wie es gelingen kann, Empathie zu zeigen, ohne journalistische Distanz zu verlieren. Wir reden über Verantwortung im Krisenjournalismus, über die Sehnsucht nach Verständigung und die Frage, wie man Hoffnung bewahrt in einer Zeit, in der viele den Glauben an friedliche Lösungen verloren haben. Gast: Sophia MaierHost: Shai Hoffmann Links:https://www.instagram.com/_sophiamaier/ https://www.komplett-media.com/products/herz-aus-stacheldraht?srsltid=AfmBOooCd_ZnleK5XK37zQ1rf2DOnzJyBwE9iiZ86qq05g-fEOnEagLi https://www.journalist.de/meinung/meinungen-detail/werden-wir-wieder-empfindsam/ https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/beruf-kriegsreporterin-der-worst-case-ist-dass-ich-halt-nicht-mehr-lebe-15284586.html Ein herzliches Dankeschön an Lea Volz und 365 Sherpas für die redaktionelle Begleitung, an Simon Eichinger für die Postproduktion und an Jordi Kuragari für die Video-Snippets. Der Podcast entsteht im Rahmen eines Projekts der Gesellschaft im Wandel gGmbH und wird durch die Robert Bosch Stiftung unterstützt. Danke, dass ihr zuhört! Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert den Podcast, hinterlasst gern eine Bewertung und teilt die Episode weiter.
- Jubiläum zur 🥳 100. Folge: Gilda Sahebi spricht mit Shai über seine bisherige Podcastreise20.03., 06:0020.03.2026, 06:0001:07:47
In der 100. Folge von „Über Israel und Palästina sprechen“ werden die Rollen getauscht: Die Journalistin und Autorin Gilda Sahebi interviewt Podcast-Host Shai Hoffmann. Gemeinsam blicken sie auf zwei Jahre Podcastgeschichte zurück – auf prägende Gespräche, bewegende Begegnungen und Momente, die weit über die Aufnahme hinaus nachgewirkt haben. Welche Folgen haben besonders berührt? Wie hat sich der Blick auf die öffentlichen Debattenüber Israel und Palästina verändert? Und was bedeutet es, in einem hochpolarisierten Diskurs Räume für unterschiedliche Perspektiven offen zu halten? Außerdem geht es um die Arbeit hinter dem Podcast: Wie entstehen die Gespräche, wie wird mit Kritik umgegangen – und was hat in 100 Folgen Mut und Hoffnung gemacht? Zum Jubiläum schauen wir nicht nur zurück, sondern auch nach vorn: Wie soll der Dialog weitergehen? Gast: Shai Hoffmann Host: Gilda Sahebi Besonderer Dank gilt dem Team hinter dem Podcast: Lea Volz und 365 Sherpas für die Redaktion, Simon Eichinger für die Postproduktion sowie Jordi Kuragari für die Video-Snippets. Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaftim Wandel gGmbH und wird mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftungrealisiert.
- Humanitäre Hilfe unter Druck – Christian Katzer und Katrin Glatz Brubakk von Ärzte ohne Grenzen über die Arbeit in Gaza13.03., 06:0013.03.2026, 06:0001:05:05
In dieser Folge geht es um die Zukunft humanitärer Hilfe im Gazastreifen. Ich spreche mit Christian Katzer, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, und Katrin Glatz Brubakk, Trauma-Therapeutin, die mehrfach in Gaza im Einsatz war und dort mit Kindern gearbeitet hat, die Gewalt und Krieg erlebt haben. Auslöser des Gesprächs sind neue Registrierungsvorschriften der israelischen Regierung: Internationale NGOs müssen umfangreiche Informationen zu Mitarbeitenden und Strukturen offenlegen. Wer dies nicht tut, riskiert die rechtliche Grundlage für Einsätze in Gaza und im Westjordanland. Wir sprechen über die politischen und rechtlichen Hintergründe, die Herausforderungen für humanitäre Organisationen, die Auswirkungen auf die Versorgung der Menschen vor Ort, den Arbeitsalltag medizinischer Teams sowie die psychischen Belastungen für Helfer*innen. Und wir fragen: Was kann in dieser angespannten Lage Hoffnung geben? Gäste: Christian Katzer & Katrin Glatz Brubakk Host: Shai Hoffmann Links: https://westendverlag.de/Tagebuch-aus-Gaza/2282 https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/spenden/spendenservice https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/palaestinensische-autonomiegebiete Danke an das Team:Simon Eichinger für die Postproduktion, Lea Volz und 365 Sherpas für die Redaktion sowie Jordi Kuragari für die Video-Snippets. Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH und wird mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung realisiert. Danke fürs Zuhören! Wenn euch die Folge gefällt, abonniert den Podcast, bewertet ihn und teilt die Episode gern weiter
- Sichtbar machen, was verschwindet – Dr. Sarah El Bulbeisi über palästinensische Lebenswelten in Deutschland11.03., 06:0011.03.2026, 06:0001:16:19
In dieser Folge spreche ich mit der Nahostwissenschaftlerin Dr. Sarah El Bulbeisi. Sie ist Akademische Rätin am Institut für den Nahen und Mittleren Osten der Ludwig-Maximilians-Universität München und forscht zu Krieg, Erinnerung und transgenerationalen Erfahrungen in der arabischen Welt und in der Diaspora. Im Mittelpunkt unseres Gesprächs steht ihre Forschung zu palästinensischen Lebensrealitäten in Deutschland und der Schweiz. In ihrer Monografie Tabu, Trauma und Identität untersucht sie, wie Erfahrungen von Gewalt, Flucht und politischer Unsichtbarkeit Biografien, Familiengeschichten und Identitätsbildung prägen. Wir sprechen darüber, warum palästinensische Perspektiven im deutschen Diskurs lange marginalisiert waren, welche Rolle Erinnerungspolitik dabei spielt und welche psychologischen, auch kollektiven Folgen es haben kann, wenn Gewalterfahrungen gesellschaftlich tabuisiert werden. Gast: Dr. Sarah El BulbeisiHost: Shai Hoffmann Links: https://geschichtedergegenwart.ch/autorin/sarah-el-bulbeisi/ https://www.orient-institut.org/people/person/sarah%20el%20bulbeisi.html https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5136-2/tabu-trauma-und-identitaet/ https://www.medico.de/tabu-und-trauma-20295 https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/19436149.2025.2554027 Herzlichen Dank an Simon Eichinger für die Postproduktion, Lea Volz und 365 Sherpas für die Redaktion und Jordi Kuragari für die Video-Snippets. Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH und wird mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung realisiert. Danke fürs Zuhören! Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert den Podcast, bewertet ihn und teilt die Episode gerne weiter. 🎧
- Kultur, Kritik, Kontroverse – Dr. René Wildangel über deutsche Debatten zu Israel und Palästina27.02., 06:0027.02.2026, 06:0001:14:43
In dieser Folge spreche ich mit René Wildangel, Historiker, Journalist und Nahost-Experte. Seine biografischen und beruflichen Stationen führten ihn von Köln nach Jerusalem, Damaskus, Ramallah und immer wieder nach Gaza – Erfahrungen, die seinen Blick auf Israel/Palästina und die deutsche Debatte nachhaltig geprägt haben. Zu Beginn ordnen wir die Berlinale 2026 ein: Wie politisch ist Kultur? Wir sprechen über die Kontroversen rund um ein Zitat von Wim Wenders und die Debatte um Regisseur Al Khatib – und darüber, was diese Auseinandersetzungen über den deutschen Diskurs verraten. Im Zentrum steht Wildangels Perspektivwechsel: Wann kam er erstmals mit Besatzung und konkreten Ungerechtigkeiten in Berührung? Wie haben seine Zeit als Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah und seine Aufenthalte in Gaza – zuletzt kurz vor Oktober 2023 – seine Sicht verändert? Und welche Rolle spielt seine Forschung zu „Palästina und der Nationalsozialismus“ für heutige Debatten? Wir sprechen über deutsche Erinnerungspolitik, ritualisierte Gedenkkultur und die Frage, warum Empathie gegenüber Palästinenserinnen und Palästinensern in Politik und Öffentlichkeit oft so schwerfällt. Eine Folge über Geschichte, Verantwortung und die Möglichkeit, festgefahrene Narrative zu hinterfragen. Gast: Dr. René Wildangel Host: Shai Hoffmann Links: https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/515342/das-rebellische-spiel/ https://www.zdfheute.de/ratgeber/ahnenforschung-ns-vergangenheit-familiengeschichte-erforschen-100.html https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/rene-wildangel/ https://www.sueddeutsche.de/politik/benjamin-netanjahu-biografie-israel-joseph-croitoru-li.3357417?reduced=true https://www.blaetter.de/ausgabe/2025/juli/denk-ich-an-gaza https://www.festivalblog.com/ Vielen Dank an Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion), Simon Eichinger (Postproduktion) sowie Jordi Kuragari (Video-Snippets) Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH und entsteht mit Förderung der Robert Bosch Stiftung. Danke fürs Zuhören! Abonniert den Podcast, hinterlasst eine Bewertung und teilt die Folge gerne weiter.
- Arabisch-jüdische Identität und Dialog – Sapir von Abel über Sozialisation, Erinnerung und Bildung20.02., 06:0020.02.2026, 06:0001:11:14
In dieser Folge spreche ich mit Sapir von Abel, Kuratorin für Bildung und Vermittlung am Jüdischen Museum München. Geboren in Jerusalem und seit vielen Jahren in München lebend, verbindet sie persönliche Erfahrungen zwischen Israel und Deutschland mit Bildungs- und Dialogarbeit. Wir sprechen über arabisch-jüdische Identität, mizrachische Perspektiven im deutsch-jüdischen Diskurs und die Frage, warum jüdische Vielfalt im deutschen Diskurs oft unsichtbar bleibt. Sapir von Abel erzählt von ihrer Familiengeschichte mit marokkanischen Wurzeln, von innerjüdischen Spannungen und der Dominanz aschkenasischer Narrative in der Erinnerungskultur. Außerdem diskutieren wir, wie Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus zusammenwirken und warum Allianzen zwischen Minderheiten entscheidend sind. Ein weiterer Schwerpunkt ist ihre praktische Dialogarbeit – etwa im jüdisch-muslimischen Kulturfestival ausARTen und in Bildungsformaten, die historische Perspektiven mit aktuellen Debatten verbinden. Wie kann Dialog in polarisierten Zeiten gelingen? Und welche Rolle spielen Kulturinstitutionen dabei? Gast: Sapir von AbelHost: Shai Hoffmann Links: https://www.instagram.com/saphirush/ https://ausarten.org/about-us/ https://www.muenchner-kammerspiele.de/de/wir/11323-sapir-von-abel https://www.youtube.com/watch?v=xXH4UbMjmGQ https://www.deutschlandfunkkultur.de/junge-juden-und-muslime-wir-brauchen-vertrauen-zueinander-100.html Herzlichen Dank an Jordi Kuragari (Video-Snippets), Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion), sowie Simon Eichinger (Postproduktion) Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH und wird mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung umgesetzt. Danke fürs Zuhören – abonniert den Podcast, bewertet ihn und teilt die Folge gern weiter!
- Law, Violence, and Accountability — Dr. Revital Madar on State Power and Trials13.02., 06:0013.02.2026, 06:0000:48:05
In this episode, I speak with Dr. Revital Madar, political theorist and Marie Skłodowska-Curie Fellow at the European University Institute. Her research examines how state violence is legalized, normalized, and contested, with a focus on Israel and Palestine. We discuss her project State Agents on Trial, analyzing trials of security forces as sites where the boundaries of legitimate violence are negotiated. Revital explains how legal frameworks and media narratives shape which forms of violence are sanctioned, ignored, or reframed, and reflects on the limits of law, the role of academia, and the ethical responsibility to critically engage with state power. Guest: Revital MadarHost: Shai Hoffmann Links: https://cadmus.eui.eu/entities/publication/f1ca9867-1621-485b-8018-db25f239defa https://link.springer.com/rwe/10.1007/978-3-031-74932-2_122-1 https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/1070289X.2023.2259218 https://www.berghahnjournals.com/view/journals/conflict-and-society/9/1/arcs090105.xml Vielen Dank an Simon Eichinger (Postproduktion), Jordi Kuragari (Video-Snippets), Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion). Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH, realisiert mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. Danke fürs Zuhören – abonniert den Podcast, bewertet ihn und teilt die Folge gern.
- Zeit zu reden — Dirigent und Aktivist Ido Arad über Zuhören, ZuMUTung und Räume für Dialog06.02., 06:0006.02.2026, 06:0001:47:15
In dieser Folge spreche ich mit Ido Arad, Dirigent, Aktivist und Mitinitiator der Berliner Gesprächsreihe „Zeit zu reden“. Geboren in den USA, aufgewachsen nahe Tel Aviv und seit vielen Jahren in Deutschland als israelischer Jude lebend, ist seine Biografie von unterschiedlichen kulturellen und politischen Kontexten geprägt. Arad studierte klassische Gitarre in Düsseldorf und Dirigieren an der UdK Berlin. Er arbeitete unter anderem an der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper Dresden sowie an weiteren internationalen Opernhäusern und Orchestern. Im Gespräch geht es zunächst um seine Beobachtung als in Deutschland lebender Jude und seine Erfahrungen der letzten Jahre, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 innerhalb der palästinasolidarischen Bewegung. Wir sprechen über die Rolle von Kunst als Brückenbauerin in der Verständigung und welche Projektionen und Grenzen sie hat. Darauf aufbauend sprechen wir über die zunehmende Verengung politischer Debatten zu Israel und Palästina, über Sprachlosigkeit, Angst vor sozialer Sanktionierung und die Frage, warum viele Menschen sich aus öffentlichen Gesprächen zurückziehen. Ido Arad erzählt, wie aus dieser Situation heraus die Gesprächsreihe „Zeit zu reden“ entstanden ist – als bewusster Versuch, Räume zu schaffen, in denen widersprüchliche Perspektiven nebeneinander stehen dürfen. Wir diskutieren, was diese Räume anders machen als klassische Podien, wo Dialog an Grenzen stößt und warum es trotzdem mehr solcher Formate braucht. Zum Schluss geht es um Verantwortung, Zuhören als politische Praxis und die Frage, was nötig ist, damit gesellschaftliche Gespräche wieder möglich werden. Gast: Ido Arad Host: Shai Hoffmann Links: https://zeitzureden.org/ https://www.sueddeutsche.de/politik/palaestina-deutschland-dialog-stimmen-berlin-israel-li.3320315 https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/in-der-deutschen-staatsraeson-steckt-antisemitismus/ https://www.radiodrei.de/programm/schema/sendungen/radio3_am_morgen/archiv/20250922_0600/radio3_aktuell_0710.html https://www.tagesspiegel.de/kultur/neukollner-gesprachsreihe-zu-nahost-die-leute-sollen-miteinander-ringen-anstatt-nur-die-eigene-weltsicht-zu-verteidigen-13853131.html Vielen Dank an Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion), Jordi Kuragari (Video-Snippets) sowie Simon Eichinger (Postproduktion)! Ein Projekt von Gesellschaft im Wandel gGmbH, mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. Schön, dass ihr dabei seid – folgt dem Podcast, bewertet ihn und teilt die Folge gern.
- Medien, Macht und Muslimfeindlichkeit — Prof. Dr. Kai Hafez über Berichterstattung zu Israel und Palästina30.01., 06:0030.01.2026, 06:0001:30:17
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. Kai Hafez, Kommunikations- und Politikwissenschaftler und einem der profiliertesten deutschen Forscher zu Medien, Islamfeindlichkeit und internationaler Berichterstattung. Seit 2003 ist er Professor an der Universität Erfurt für Vergleichende Analyse von Mediensystemen und Kommunikationskulturen. Er lehrte unter anderem in Kairo, Cambridge, Oxford und Bern, war Mitglied im Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit der Bundesregierung und akademischer Berater von Bundespräsident Johannes Rau. Bereits in den 1990er Jahren arbeitete er intensiv zu Israel und Palästina und begleitete Dialogformate sowie die frühen Jahre des Oslo-Friedensprozesses. Im Gespräch erfahren wir zunächst was über die Familiengeschichte von Hafez bevor wir die die deutsche Berichterstattung zu Israel und Palästina analysieren, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023. Kai Hafez erklärt, wie sich Orientalismus und Muslimfeindlichkeit in journalistischen Routinen niederschlagen, warum er von einer publizistischen Einseitigkeit spricht und welche historischen Muster sich immer wiederholen. Wir sprechen über Propaganda, Selbstzensur, die Verengung der Debatte auf Antisemitismus statt Konfliktanalyse sowie über die Frage, ob der Journalismus in Deutschland gerade eine Krise durchlebt. Zum Schluss geht es darum, wie Vertrauen in Berichterstattung und öffentliche Debatten wiederhergestellt werden kann. Gast: Prof. Dr. Kai Hafez Host: Shai Hoffmann Links: https://www.deutsche-islam-konferenz.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Studien/uem-abschlussbericht.html https://journalistik.online/ausgabe-2024/der-gaza-krieg-die-deutschen-medien-und-die-falsche-seite-der-geschichte/ https://www.uni-erfurt.de/philosophische-fakultaet/seminare-professuren/medien-und-kommunikationswissenschaft/personen/hafez-kai https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gespraech-mit-politikwissenschaftler-kai-hafez-warum-sich-deutsche-medien-mit-kritik-an-israel-schwer-tun.4010eac7-66c3-4c69-9bfe-152830d1f18a.html https://perspective-daily.de/article/3865-du-aergerst-dich-ueber-die-nahost-berichterstattung-10-ideen-dagegen-vorzugehen/probiere Vielen Dank an Jordi Kuragari(Video-Snippets), Lea Volz, Marisa Raiser und 365 Sherpas (Redaktion) sowie Simon Eichinger (Postproduktion). Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH und wird mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung realisiert. Danke fürs Zuhören – wenn euch die Folge gefällt, abonniert den Podcast, gebt ihm eine Bewertung und teilt ihn gern weiter.
- Alexandra Senfft über Schuld, Scham und Verantwortung in Täterfamilien23.01., 06:0023.01.2026, 06:0001:16:00
In dieser Folge spreche ich mit Alexandra Senfft über Schuld, Scham, Verantwortung – und darüber, warum das Schweigen oft lauter wirkt als jedes Wort. Alexandra Senfft ist Autorin und Islamwissenschaftlerin. Seit 1984 reist sie regelmäßig in den Nahen Osten und hat sich früh eine tiefe regionale Expertise erarbeitet. Sie war Pressesprecherin von UNRWA im Gazastreifen während der ersten Intifada und hat politische Gewalt, Alltag und Trauma aus unmittelbarer Nähe erlebt.Zugleich engagiert sie sich seit vielen Jahren in der Erinnerungs- und Dialogarbeit: als Vorständin im Arbeitskreis für die intergenerationellen Folgen des Holocausts, als Vorstand und Mitbegründerin von Parents Circle Friends Deutschland sowie als Beisitzerin des Präsidiums der Lagergemeinschaft Dachau. Ausgehend von ihrer eigenen NS-Familiengeschichte sprechen wir darüber, was es bedeutet, Täter*innenschaft innerhalb der eigenen Familie anzuerkennen – und warum genau diese Auseinandersetzung so schmerzhaft, aber auch so notwendig ist. Senfft hat diese Fragen auch literarisch und analytisch bearbeitet, unter anderem in Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte, Fremder Feind, so nah und Der lange Schatten der Täter. Zuletzt veröffentlichte sie 2024 gemeinsam mit Romeo Franz Großonkel Pauls Geigenbogen, die Familiengeschichte eines preußischen Sinto. Wir reden über Abwehrmechanismen wie Verdrängung, Relativierung und Schuldumkehr. Über den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung. Und über die Frage, was passiert, wenn Tätergeschichten nicht aufgearbeitet werden – weder im Privaten noch gesellschaftlich. Ein weiterer Fokus liegt auf Dialogarbeit und biografischem Erzählen: Was braucht es, damit solche Räume nicht nur symbolisch bleiben, sondern tatsächlich transformativ wirken? Welche Rolle spielen Initiativen wie der Parents Circle, in denen Menschen trotz Gewalt und Verlust bewusst auf Entmenschlichung verzichten? Diese Folge ist eine Einladung, Widersprüche auszuhalten, Ambivalenzen zuzulassen und Verantwortung nicht als moralische Pose, sondern als Voraussetzung für Empathie und Konfliktfähigkeit zu begreifen. Gästin: Alexandra SenfftHost: Shai Hoffmann Links und mehr: Homepage von Alexandra Senfft, Autorin und Publizistin: https://alexandra-senfft.de Hompage vom Arbeitskreis für Intergenerationelle Folgen des Holocaust, ehem. PAKH: https://www.pakh.de/ Homepage von Parents Circle Friends Deutschland e. V.: https://parentscirclefriends.de Link zum Instagram Account von Alexandra: https://www.instagram.com/alexandra_senfft/ Handle zum Blue Sky von Alexandra: @alexsenfft.bsky.social Link zum Linkedin Account: https://www.linkedin.com/in/alexandra-senfft-a3a7a0a2/ Alexandra Senfft: Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte: https://www.ullstein.de/werke/schweigen-tut-weh/taschenbuch/9783548608266 Alexandra Senfft: Fremder Feind, so nah. Gespräche mit Palästinenser und Israelis: https://www.edition-einwurf.de/kopie-von-zu-viel-f%C3%BCr-diese-welt Alexandra Senfft mit Romeo Franz: Großonkel Pauls Geigenbogen. Die Familiengeschichte eines preußischen Sinto: https://www.penguin.de/buecher/alexandra-senfft-grossonkel-pauls-geigenbogen/buch/9783442317073 Danke an Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion), Simon Eichinger (Postproduktion), sowie an Jordi Kuragari und Saed productions (Video-Snippets). Der Podcast ist ein Projekt der Gesellschaft im Wandel gGmbH, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Schön, dass ihr zugehört habt – abonniert den Podcast gern und teilt ihn mit euren Freund*innen und Familien!
- Ambiguität aushalten — Lehrkraft Tobias Nolte von related e.V. über Demokratiebildung in polarisierten Zeiten16.01., 06:0916.01.2026, 06:0901:11:08
In dieser Folge spreche ich mit Tobias Nolte, Lehrer, Schulberater für Demokratiebildung und Mitgründer von related e.V.. Zehn Jahre lang unterrichtete er am Campus Rütli in Berlin-Neukölln und entwickelte dort langfristige Kursformate wie Glauben & Zweifeln, Israel & Palästina und Social Justice, die Raum für komplexe gesellschaftliche Fragen schaffen. Für die Arbeit von related e.V., die Perspektiven von Schüler:innen und Lehrkräften an sogenannten Brennpunktschulen zusammenführt, wurde das Team mit dem Leuchtturmpreis Ehrenamt der Ravensburger Stiftung ausgezeichnet. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht Ambiguität als pädagogische Praxis. Wir sprechen darüber, wie Lehrkräfte in Neukölln täglich mit Rassismus, Mehrfachdiskriminierung und Machtverhältnissen konfrontiert sind – und wie sie zugleich mit Verletzungen und verletzendem Verhalten von Schüler:innen arbeiten, ohne zu moralisieren oder zu vereinfachen. Es geht um intersektionale und rassismuskritische Ansätze, um Biografiearbeit als Ausgangspunkt, um die Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Shoah, rechter Gewalt, Queerfeindlichkeit, Klassismus und nicht zuletzt um Israel/Palästina als Prüfstein politischer Bildung. Auch die Rolle weißer Lehrkräfte, Fragen von Haltung, Verantwortung und demokratischem Selbstverständnis stehen im Zentrum – besonders in einer Zeit zunehmender Polarisierung seit dem 7. Oktober 2023. Diese Folge versteht Pädagogik als demokratische Praxis: nicht als Ort einfacher Antworten, sondern als Raum, in dem Widersprüche ausgehalten und gemeinsam bearbeitet werden. Gast: Tobias Nolte Host: Shai Hoffmann Links: https://www.instagram.com/related_ev/ https://www.linkedin.com/in/tobias-nolte-73311039b?utm_source=share&utm_campaign=share_via&utm_content=profile&utm_medium=android_app https://www.ufuq.de/aktuelles/gaza-und-polarisierung/ https://www.ufuq.de/online-bibliothek/mehr-als-eine-perspektive-handreichung-zum-projektkurs-naher-osten-erfahrungen-aus-zwei-jahren-arbeit-zum-nahostkonfilkt-an-einer-neukoellner-gemeinschaftsschule/ https://www.spiegel.de/panorama/bildung/lehreralltag-in-neukoelln-zum-umgang-mit-schwierigen-themen-abschreiben-erwuenscht-gastbeitrag-a-9afb2b66-0c07-4c39-8625-afa1a2fa6a48 https://open.spotify.com/show/6mWsKbIP7iBrnP7lUVYM9o Vielen Dank an Saeed Productions (Video-Snippets), Lea Volz und 365 Sherpas (Redaktion) sowie Simon Eichinger (Postproduktion)! Ein Projekt von Gesellschaft im Wandel gGmbH, mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. Schön, dass ihr dabei seid – folgt dem Podcast, bewertet ihn und teilt die Folge gern.