
Episoden
100- Hélène Miard-Delacroix: «Das Wort ‘Boomer’ fällt bei Jungen oft»13.10., 13:0013.10.2026, 13:0000:26:40
Die Pariser Sorbonne ist aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Studierenden hätten viel grössere psychische Probleme und Ängste als früher, sagt die Professorin für Zeitgeschichte, Hélène Miard-Delacroix. Der Protest der Schülerinnen und Studenten sei auch ein Konflikt zwischen Generationen. Verzweifelt sei ein grosser Teil der Bevölkerung. Deswegen sei es möglich, dass sich die Proteste auch auf weitere Bevölkerungsgruppen in Frankreich ausdehnen könnten. Die materiellen Forderungen der Schülerinnen und Schüler seien legitim, es fehle tatsächlich an Lehrkräften oder Schulinfrastruktur. Doch die Gründe der Proteste lägen tiefer, auch bei der psychischen Verfassung von jungen Menschen. Sie bangten um ihre Zukunft. KI, Umweltprobleme oder die immense Staatsverschuldung machten ihnen zu schaffen. Es handle sich auch um ein Generationenproblem. Die Jungen hätten das Gefühl, sie würden für die Ausgaben der «Boomer» zur Kasse gebeten. Die Gewalt bei den Protesten – auf beiden Seiten - lägen auch in der Geschichte Frankreichs begründet, sagt die Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Sorbonne. Hélène Miard-Delacroix ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn
- Gerhard Lob: «Zali-Affäre hat alles in den Schatten gestellt»12.10., 13:0012.10.2026, 13:0000:26:17
Die Affäre um den Tessiner Regierungsrat Claudio Zali hat sich zu einer der grössten politischen Krisen der jüngeren Tessiner Geschichte entwickelt. Was ist genau passiert? Wer ist Claudio Zali und was hat der Fall für Folgen. Der Tessiner Journalist Gerhard Lob ordnet ein. Die sogenannte Causa Zali hat die Tessiner Institutionen in diesem Jahr erschüttert. Im Zentrum stehen zwei Strafverfahren gegen den ehemaligen Lega-Regierungsrat, ein heimlich aufgenommenes und veröffentlichtes Telefongespräch, der rätselhafte Tod einer Frau im Luganersee sowie grundsätzliche Kritik am Funktionieren der Institutionen. Im Tagesgespräch ordnet der langjährige Tessin-Kenner und Journalist Gerhard Lob die Ereignisse ein. Er erklärt, was letztlich zum Rücktritt von Regierungsrat Claudio Zali führte und welche Lehren der Kanton Tessin aus der Affäre ziehen sollte. Gerhard Lob ist zu Gast bei Iwan Santoro.
- Samstagsrundschau mit SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi10.10., 11:3010.10.2026, 11:3000:27:33
Nach der Rücktrittsankündigung von Bundespräsident Guy Parmelin sucht die SVP eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Fraktionspräsident Thomas Aeschi nimmt Stellung zu den Ansprüchen, die jetzt an die Adresse seiner Partei formuliert werden. «Ich denke, es ist Zeit für einen Generationenwechsel», sagt der abtretende Bundespräsident Guy Parmelin über seine Nachfolge. Auch sieht sich die SVP mit der Forderung nach Frauenkandidaturen konfrontiert, die zudem aus der Romandie stammen sollten. Der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi ist als Fraktionspräsident verantwortlich für das parteiinterne Nominationsverfahren. In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF sagt er, wie die Partei mit all diesen Erwartungen umgehen will. Auch die Serie mit gleich drei gescheiterten Volksinitiativen an der Urne in diesem Jahr ist Thema in der Sendung. Politisiert die Volkspartei zunehmend am Volk vorbei? Und droht mit der «Grenzschutzinitiative» nicht gleich die nächste Abstimmungsniederlage? Schliesslich äussert sich Thomas Aeschi zum Vorwurf, die SVP riskiere mit ihrem massiven Widerstand gegen das Vertragspaket mit der EU, den wichtigsten Handelspartner der Schweiz zu vergraulen. SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi stellt sich den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
- Christine Bolt: «Die OLMA ist mehr als Kühe, Säuli und Würste»09.10., 13:0009.10.2026, 13:0000:26:34
Die Olma ist wohl die letzte grosse Traditionsmesse der Schweiz. Autosalon Genf, Züspa und Muba sind verschwunden. Was ist das Erfolgsrezept der Olma? Und wie gelingt der Spagat zwischen Tradition und Moderne? Olma-Chefin Christine Bolt gibt Auskunft über Herausforderungen und Zukunftspläne. Die Olma ist weit mehr als eine Messe: Sie ist ein Fixpunkt im Jahreskalender der Ostschweiz und der bedeutendste wiederkehrende Anlass einer ganzen Region. Doch auch die traditionsreiche Landwirtschafts- und Ernährungsmesse steht unter Veränderungsdruck. Sie muss sich laufend weiterentwickeln, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Seit mehr als sechs Jahren ist Christine Bolt Geschäftsführerin der Olma Messen St.Gallen AG. Im «Tagesgespräch» spricht sie darüber, weshalb Messen wirtschaftlich attraktiver sein können als Konzerte, warum die vollständige Auslastung der neuen Olma-Halle nicht oberstes Ziel ist und wie der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelingt. Sie ist zu Gast bei Iwan Santoro.
- Katharina Altas, Simon Leuthold: Literaturagentin und Nobelpreis08.10., 13:0008.10.2026, 13:0000:26:31
An der Frankfurter Buchmesse gibt’s am meisten Arbeit für die Literaturagentin. Wie findet sie neue Talente? Welchen Stellenwert haben Preise – der Nobelpreis? Katharina Altas spricht über ihre Arbeit, SRF-Kulturredaktor Simon Leuthold über den frischverliehenen Nobelpreis. Literaturagentinnen und -agenten werden im Buchgeschäft immer wichtiger. Sie verhandeln nicht nur mit Verlagen, sondern wählen Autorinnen und Autoren aus, betreuen sie, lektorieren Manuskripte, übernehmen damit viel Arbeit. Katharina Altas führt seit 16 Jahren eine eigene Agentur. Wie findet sie neue Talente? Warum reist sie an die Frankfurter Buchmesse – und wie gespannt wartet man dort auf die Verleihung des Nobelpreises? Simon Leuthold von der SRF-Kulturredaktion wird in der Sendung den neuen Nobelpreisträger oder die neue Nobelpreisträgerin vorstellen. Literaturagentin Katharina Altas und Kulturredaktor Simon Leuthold über ihre Arbeit und den aktuell verliehenen Nobelpreis sind Gäste im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
- Monika Schmutz Kirgöz: Die Bilanz der Nahost-Spitzendiplomatin07.10., 13:0007.10.2026, 13:0000:27:22
Terror, Kriege, fragile Waffenruhen – der Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat weitreichende Folgen für die Region und weltweit. Welche Rolle kann die Diplomatie der Schweiz spielen? Monika Schmutz Kirgöz ist Leiterin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika beim Aussendepartement EDA. Die Spitzendiplomatin war Botschafterin in verschiedenen Ländern wie Libanon, Türkei oder Israel. Vor drei Jahren war sie Botschafterin in Rom, heute leitet sie die Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA. Welche Bedeutung hat der 7. Oktober 2023? Wie hat sich die Region auch durch die folgenden Kriege verändert? Wie schätzt Schmutz Krigöz die aktuelle Situation ein? Und wie sieht die diplomatische Arbeit unter diesen Bedingungen aus? Was kann die Schweiz einbringen? Monika Schmutz Kirgöz ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
- «Jetzt muss die Waadt wohl auch Sozialausgaben kürzen»06.10., 13:0006.10.2026, 13:0000:24:57
Die Waadt ist ein volkswirtschaftliches Laboratorium, mit tiefen Unternehmenssteuern und einem starken Sozialstaat. Trotz Defiziten hat sich das Volk für tiefere Einkommens- und Vermögenssteuern ausgesprochen. «Jetzt braucht es politische Kompromisse», sagt Volkswirtschaftsprofessor Marius Brülhart. In der Waadtländer Politik braut sich etwas zusammen. Die Bevölkerung hat sich für eine lineare Steuerkürzung von 12 Prozent bei den Einkommens- und Vermögenssteuern ausgesprochen, obwohl die Regierung fürs kommende Jahr bereits ein Defizit von über 360 Millionen Franken budgetierte und von den Auswirkungen der Initiative warnte. Nach der Annahme der Initiative kommen nun weitere 272 Millionen Franken Steuerausfälle dazu. Marius Brülhart, Volkswirtschaftsprofessor und Steuerexperte an der Universität Lausanne, beobachtet die Situation mit einigem Interesse. Kurzfristig könne sich die Regierung wohl durchschlängeln und Reserven anzapfen, längerfristig müsse sie aber wohl eisern sparen. Die Folgen hat Marius Brülhart bereits bei «seiner» wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Lausanne beobachten können. Trotzdem geht er nicht davon aus, dass es zu einem grossen Staatsabbau und Massenentlassungen kommen wird, aber Brülhart sagt: «Die Waadt wird wohl auch bei den Sozialausgaben kürzen müssen.» Marius Brülhart ist im Tagesgespräch bei Philippe Reichen
- Ahmad Mansour: Haltung ohne Hass – auch bei Israel und Gaza?05.10., 13:0005.10.2026, 13:0000:25:59
Antisemitismusvorwürfe überschatten den Wahlsieg der Linken in Berlin. Zugleich jährt sich der 7. Oktober, Israel steht vor Wahlen und der Gaza-Film «NAZA» sorgt für Kontroversen. Wie lässt sich in dieser polarisierten Lage Haltung zeigen, ohne in Hass zu verfallen? Ahmad Mansour ist als Palästinenser in Israel aufgewachsen und lebt seit mehr als 20 Jahren in Deutschland. Der Psychologe und Autor arbeitet seit Jahren gegen Radikalisierung, Islamismus und Antisemitismus. Im «Tagesgespräch» spricht Mansour über die Folgen des 7. Oktober, das Leid in Gaza und seine Kritik an Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Thema ist auch der umstrittene Dokumentarfilm «NAZA», der die israelische Kriegsführung in Gaza untersucht und in Israel heftige Reaktionen ausgelöst hat. Auch Deutschland beschäftigt der Nahostkonflikt: Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin wird über Antisemitismus in der Partei und über ihren Umgang mit Israel und Palästina gestritten. In seinem neuen Buch «Haltung ohne Hass» fordert Ahmad Mansour eine demokratische Streitkultur, die klare Positionen zulässt, ohne Andersdenkende zum Feind zu machen. Wie kann das in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft gelingen? Mansour ist zu Gast bei David Karasek.
- Samstagsrundschau: SP-Co-Präsident Cédric Wermuth03.10., 11:3003.10.2026, 11:3000:27:50
Seit Jahren gehen die Krankenkassenprämien nur in eine Richtung: nach oben. Seit 2012 ist das Gesundheitsdepartement in SP-Hand. Co-Präsident Cédric Wermuth erklärt, warum jetzt Reiche und die Wirtschaft die Zeche bezahlen sollen. Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr durchschnittlich um 5 Prozent. Das hat SP-Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider diese Woche bekanntgeben müssen. Ihre Partei will mit einer Volksinitiative reagieren, die verlangt, dass Menschen mit hohen Einkommen und Konzerne allen Erwachsenen in der Schweiz zwei Monatsprämien und Kinder sogar sechs Monatsprämien bezahlen müssen. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth stellt sich in der «Samstagsrundschau» der Frage, weshalb Reiche und die Wirtschaft ausbaden sollen, dass die Versicherten immer mehr Gesundheitsleistungen beanspruchen. Auch der Rücktritt von Bundespräsident Guy Parmelin ist Thema in der Sendung. Muss die SVP jetzt wieder eine Kandidatur aus der Romandie bringen? Und wäre Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher für die SP wählbar? Schliesslich wird Wermuth mit dem Vertragspaket mit der EU konfrontiert, über das der Ständerat diese Woche fast 30 Wochen debattiert hat. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth stellt sich den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
- Georg Lutz: zum Rücktritt von Bundesrat Parmelin02.10., 13:0002.10.2026, 13:0000:25:27
Seit Monaten wird darüber spekuliert, nun ist es klar: Wirtschaftsminister Guy Parmelin tritt zurück. Nach mehr als zehn Jahren im Bundesrat endet eine Ära. Was hat der Waadtländer geprägt und was bleibt von ihm? Und: Wer könnte seine Nachfolge antreten? Politikwissenschaftler Georg Lutz ordnet ein. Guy Parmelin ist seit 2016 Bundesrat und führt seit 2019 das Wirtschaftsdepartement. In seine Amtszeit fallen wichtige wirtschafts- und aussenpolitische Dossiers. Politikwissenschaftler Georg Lutz von der Universität Lausanne ordnet Parmelins Rücktritt und dessen politische Bedeutung ein. Gleichzeitig beginnt das Rennen um seine Nachfolge. Georg Lutz ist zu Gast bei Karoline Arn.
- Monika Rühl: Wackelt jetzt das EU-Paket?01.10., 13:0001.10.2026, 13:0000:25:33
Höhere Hürden für die neuen EU-Verträge: Der Ständerat verlangt neben dem Volks- auch das Ständemehr. Ein Rückschlag für die Befürworter. Was bedeutet das für das Vertragspaket? Darüber sprechen wir mit Monika Rühl, Direktorin des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, der die Verträge unterstützt. Es war eine Session mit zahlreichen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen und vielen Geschäften, die für Economiesuisse von zentraler Bedeutung sind. Neben den neuen EU-Verträgen beschäftigten das Parlament unter anderem das Mercosur-Abkommen und die Bankenregulierung. Wo ist das Parlament aus Sicht der Wirtschaft auf Kurs, wo nicht? Und welche Entscheide werden die Schweizer Wirtschaft besonders beschäftigen? Monika Rühl zieht Bilanz. Die Direktorin des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse ist zu Gast bei David Karasek.
- Judith Huber: Täglicher Terror30.09., 13:0030.09.2026, 13:0000:26:47
Russische Angriffe zu jeder Tages- und Nachtzeit gegen die Ukraine haben eine neue Intensitätsstufe erreicht und prägen den Alltag der Menschen mit Tod und Zerstörung. Was bedeutet diese Ausweitung des Krieges für die Bevölkerung? SRF-Osteuropa-Korrespondentin Judith Huber ist zu Gast. Russland hat seine Angriffe auf die Ukraine in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt. Tag und Nacht würden Menschen und zivile Infrastruktur angegriffen, sagt SRF-Osteuropa-Korrespondentin Judith Huber. Zu den Zielen gehörten unter anderem Rechen- und Geschäftszentren, Wohnhäuser und Züge. Für die Bevölkerung hat das dramatische Folgen. Judith Huber ist zu Gast bei David Karasek.
- Farah Rumy: «Wir wollen mehr für die Schweizer Bevölkerung tun»29.09., 13:0029.09.2026, 13:0000:26:30
Die Solothurner SP-Nationalrätin Farah Rumy weibelt im Parlament für ein neues Informations- und Besucherzentrum beim Bundeshaus. Vom 44 Millionen Franken teuren Projekt verspricht sie sich, dass es die helvetische Demokratie stärkt. Am Mittwoch trifft der Nationalrat einen ersten Entscheid. Wäre das Bundeshaus ein Museum, wäre es ein Erfolgsprojekt. Pro Jahr nehmen auf den Zuschauertribünen rund 100'000 Besucherinnen und Besucher Platz. Die Auslastung ist vor allem während der Sessionen derart gross, dass Besucher abgewiesen werden müssen. Das sei bedauernswert und nicht im Sinn der Demokratie, sagt die Solothurner SP-Nationalrätin Farah Rumy. Als Delegierte der sogenannten Verwaltungskommission von National- und Ständerat setzt sich Rumy dafür ein, dass der Bund in einem ehemaligen Bankgebäude direkt beim Bundeshaus ein Besuchs- und Informationszentrum einrichten kann. Dieses soll Besuche im Bundeshaus nicht ersetzen, aber ergänzen. Farah Rumy spricht von einem Ort, den Besucherinnen und Besuchern aus der Schweiz und aus dem Ausland die Schweizer Demokratie näherbringt und die Demokratie insgesamt stärkt. Im Zentrum können unter anderem Debatten live mitverfolgt und Veranstaltungen abgehalten werden. Ganz unumstritten ist das 44 Millionen Franken teure Projekt nicht. Farah Rumy war Gast im Tagesgespräch bei Philippe Reichen.
- Simona Grano: «2028 wird für die Zukunft von Taiwan zentral»28.09., 13:0028.09.2026, 13:0000:26:25
Symbolik und wenig Durchbrüche beim Treffen von Xi und Trump. Die Lage ist fragil: China bereitet sich auf eine Übernahme Taiwans vor, 2028 wird entscheidend für Taiwan, mit Wahlen in den USA und Taiwan, sagt Simona Grano, Leiterin des Forschungsbereichs China-Taiwan-Beziehungen an der Uni Zürich. Die Konkurrenz zwischen USA und China ist gross: Wirtschaftlich, aber auch bei der geopolitischen Wirkungsmacht. Der Austausch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern Xi Jinping und Donald Trump nimmt zu. Nach dem Besuch von Xi im Weissen Haus sind bereits neue Treffen geplant. Was heisst dies für die Beziehungen zwischen China und den USA? Was heisst es für die Unabhängigkeit von Taiwan? Und welche Auswirkungen könnten diese Veränderungen weltweit haben? Die Sinologin Simona Grano ist Direktorin vom Taiwan Studies Project und Leiterin des Forschungsbereichs China-Taiwan-Beziehungen an der Universität Zürich. Simona Grano ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
- Wann gibt’s wieder Zinsen, Herr Schlegel?26.09., 11:3026.09.2026, 11:3000:28:36
Viele Zentralbanken heben den Leitzins an. Die Schweizerische belässt ihn bei Null. Sind wenigstens Negativzinsen nun vom Tisch? Was wenn die anderen Zentralbanken die Zinsen weiter anheben und was hält die SNB vom Stand der Lex UBS? Fragen an SNB-Präsident Martin Schlegel. Sparerinnen und Sparer würden sich freuen, wenn die Zinsen auch in der Schweiz endlich wieder ein bisschen steigen würden. In vielen Ländern geschieht das derzeit. In der Schweiz aber belässt die SNB den Zins, der den Sparzinsen den Weg vorgibt, den Leitzins unverändert bei Null Prozent. Das, obwohl die Wirtschaft robust wächst und auch die Inflation steigt. Wie erklärt die Nationalbank ihre Zurückhaltung? Der Franken, der jahrelang insbesondere aus Sicht der Exporteure zu stark war, schwächelt seit ein paar Monaten. Wie viel schwächer darf er werden? Und, wäre nicht jetzt die Gelegenheit, um den riesigen Devisenberg, den die SNB in den letzten Jahren angehäuft hat, abzubauen? In ihrer Rolle als Hüterin der Finanzstabilität hat sich die Nationalbank auch zur sogenannten Lex UBS geäussert. Nun hat der Ständerat ein Modell gutgeheissen, dass von der einzigen verbliebenen Grossbank der Schweiz verlangt, ihre Tochtergesellschaften im Ausland mit 90 Prozent Eigenkapital zu unterlegen. Reicht das? Und, was sagt der SNB-Präsident zur Kritik von UBS-Chef Sergio Ermotti, Nationalbank und Finanzmarktaufsicht würden mit der Forderung nach Verschärfungen der Eigenkapitalregeln von ihren eigenen Verfehlungen beim Untergang der Credit Suisse ablenken? Nationalbank-Präsident Martin Schlegel stellt sich den Fragen von Klaus Ammann. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
- Mariam Lau: «Ich habe keinen Kanzler so oft weinen sehen»25.09., 13:0025.09.2026, 13:0000:26:07
Die CDU steckt in einer historischen Krise, Kanzler Friedrich Merz kämpft um Vertrauen. Merz-Biografin Mariam Lau erklärt, warum er zum Gesicht der Krise geworden ist und was der CDU jetzt droht. Die CDU steckt nach den jüngsten Landtagswahlen tief in der Krise. Für die Journalistin und Merz-Biografin Mariam Lau ist Friedrich Merz dabei nicht nur Teil des Problems: Er sei zum Gesicht einer viel grösseren Krise Deutschlands geworden. Im «Tagesgespräch» spricht Lau über einen Kanzler, dem es schwerfällt, Nähe zur Bevölkerung herzustellen, über seine überraschend emotionale Seite und über eine CDU, die aus ihrer Sicht vor den Trümmern alter Gewissheiten steht. Auch die Stärke der AfD und die Zukunft der deutschen Volksparteien sind Thema. Mariam Lau ist Berlin-Korrespondentin der Zeitung «Die Zeit», langjährige Kennerin der CDU und Merz-Biografin. Sie ist zu Gast bei David Karasek.
- Gerard Wettstein: «Die Mengele-Akten wurden zensuriert»24.09., 13:0024.09.2026, 13:0000:25:30
Haben Schweizer Behörden den Nazi-Verbrecher Josef Mengele gedeckt? Antworten erhoffte man sich aus den Akten des Schweizer Nachrichtendienstes (NDB). Kürzlich wurden sie freigegeben, allerdings in Teilen geschwärzt. Das sei Zensur, sagt der Historiker Gérard Wettstein bei Simone Hulliger. Die Akten des NDB waren bis jetzt nicht zugänglich. Dagegen wehrte sich Wettstein – mit Erfolg: am 10.9.2026 wurden die Akten der Öffentlichkeit offengelegt. Es wurden aber Stellen geschwärzt, um Quellen oder Personen zu schützen, so der NDB. Die Akte unterliegt nach wie vor einer Schutzfrist. Wettstein wird den Fall weiterziehen und beim Bundesverwaltungsgericht Einsprache gegen die Schwärzungen erheben. Welche Verbindungen hatte der Nazi-Verbrecher in die Schweiz? Welche Erkenntnisse lassen sich aus den veröffentlichten Akten gewinnen? Und wie behindern die Schwärzungen die Geschichtsforschung?
- Oskar Jenni: «Eltern müssen nicht perfekt sein»23.09., 13:0023.09.2026, 13:0000:25:33
Wer Kinder hat, kennt die Zweifel: Fördere ich mein Kind genug? Bin ich zu streng oder zu nachgiebig? Zu viel Bildschirm, zu wenig Zeit und der Spagat zwischen Beruf und Familie. Der Entwicklungspädiater Oskar Jenni sagt: Eltern machen es besser, als sie selbst glauben. Aber der Druck steige. Familien stehen heute unter enormem Druck, sagt Entwicklungspädiater Oskar Jenni. In seinem neuen Buch will er Eltern Halt geben. Doch warum ist der Leistungsdruck so gross geworden? Und weshalb zeigen sich gerade in Familien die Folgen des gesellschaftlichen Wandels besonders deutlich? Oskar Jenni ist Kinderarzt und leitet die Entwicklungspädiatrie am Universitäts-Kinderspital Zürich. Er veröffentlicht ein Buch mit Antworten auf 99 Elternfragen. Oskar Jenni ist zu Gast im Tagesgespräch bei David Karasek.
- Fredy Gsteiger: «Die Uno ist Armenhaus und Bühne der Weltpolitik»22.09., 13:0022.09.2026, 13:0000:26:30
Fredy Gsteiger berichtet als diplomatischer Korrespondent von SRF von der Uno-Generalversammlung in New York. Im Vorfeld werfen ein Grönland-Abkommen, das Treffen von Trump und Selenski oder die Wahl der neuen Uno-Spitze ihre Schatten voraus. Die Uno muss sparen, allein das World Food Programme musste 6000 Stellen streichen. Die internationale Zusammenarbeit beschränkt sich immer mehr auf humanitäre Hilfe. Fredy Gsteiger spricht vom «Armenhaus» Uno, was auch am Hauptsitz sichtbar wird. Dennoch ist die Anziehung der Generalversammlung riesig, eine grosse Mehrheit der Mitgliedstaaten nimmt teil. Auch die Schweiz ist mit Bundespräsident Guy Parmelin und Aussenminister Ignazio Cassis vertreten. Wie wird in diesem «Biotop» das Abkommen zwischen Grönland und den USA diskutiert? Welche Bedeutung haben die Treffen am Rande, beispielsweise zwischen dem ukrainischen und dem amerikanischen Präsidenten? Fredy Gsteiger ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
- Martin Rufer: Wie prägt der Hitzesommer die Bauern?21.09., 13:0021.09.2026, 13:0000:27:25
Es ist die Zeit der Erntedankfeste. Doch den Bäuerinnen und Bauern ist nicht ums Festen zu Mute. Der Hitzesommer hat die Landwirtschaft hart getroffen. Welche Lehren zieht der Bauernverband aus den letzten Monaten? Zu wenig Wasser, ausgetrocknete Böden: Der Sommer war für die Bäuerinnen und Bauern belastend. Welchen Einfluss haben diese Monate auf die Ernte? Gibt es genügend Heu für den Winter? Und wie will man sich wappnen für weitere trockene Phasen? Ausserdem spricht Rufer über das Mercosur-Abkommen. Der Bauernverband liess sich die Zustimmung etwas kosten: Fast eine halbe Milliarde Franken gibt es für die Bäuerinnen und Bauern. Wirtschaftsvertreter sprachen von Erpressung. Rufer nimmt Stellung zu diesem Vorwurf. Er ist zu Gast bei Simone Hulliger.