Retterview

Krank zur Arbeit & immer erreichbar – soziale Batterie leer?

11.10., 17:4500:55:23

Worüber gesprochen wird

Für diese Episode wurden keine Namen gefunden, die sie von den anderen unterscheiden.

Beschreibung der Episode

Zwei blaue Haken. Keine Antwort. Aber eine neue Story ist offenbar noch drin? Samy kennt beide Seiten dieser Diskussion – und Max hätte zumindest gern ein kleines Lebenszeichen.


In unserer ersten Podcastaufnahme mit dem Twitch-Chat sprechen wir darüber, was wir voneinander erwarten. Auf der Wache, im Freundeskreis und auf dem Handy. Warum gehen wir krank zur Arbeit, obwohl wir wissen, dass das keine gute Idee sein kann? Wie viel schlechtes Gewissen steckt hinter dem Satz „Ich will die Kollegen nicht hängen lassen“? Und warum fühlt sich eine gelesene Nachricht manchmal schon wie ein verbindlicher Auftrag an?


Dazwischen landen wir bei Nachteulen, einem Handy in Schwarz-Weiß und Dr. Google. Gesundheitsinformationen können helfen – aber eine Suche kann auch immer neue Sorgen aufmachen. Bei KI geht es uns ähnlich: Eine überzeugende Antwort ist noch lange keine richtige. Vielleicht wäre „Weiß ich nicht“ manchmal die bessere Antwort. Auch bei Menschen.


Zum Schluss wird es persönlich: Wer würde merken, wenn wir uns nicht mehr melden? Warum fällt es manchmal so schwer, alte Freunde einfach anzuschreiben? Und warum braucht Max selbst nach einer guten Zeit mit seinen Lieblingsmenschen erst einmal Ruhe, während Samy am liebsten noch länger auf dem Festival bleiben würde?


Vorher nehmen wir uns Zeit für Johannas Rückmeldung zur vergangenen Folge. Wir sprechen über Körperfettwerte, Unterschiede zwischen Männern und Frauen und darüber, warum persönliche Sporterfahrungen nicht einfach zum Maßstab für alle werden können.


Ihr seid dran: Habt ihr ein schlechtes Gewissen, wenn ihr euch krankmeldet? Und was lösen zwei blaue Haken ohne Antwort bei euch aus? Schreibt in die Spotify-Kommentare oder diskutiert bei der Folge auf retterview.de/mit.


Quellen und weiterführende Links


- Krank zur Arbeit: Szymczak et al. (2015): Reasons Why Physicians and Advanced Practice Clinicians Work While Sick (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26146908/). Die besprochenen Zahlen stammen aus einer Befragung an einem Kinderkrankenhaus in Philadelphia; sie beschreiben nicht den deutschen Rettungsdienst insgesamt.

- Gesundheitsangst und Suchen im Netz: Schenkel et al. (2021): Systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zu Cyberchondrie(https://www.jmir.org/2021/11/e27835). Ein Zusammenhang ist kein Beweis dafür, dass jede Suche nach Symptomen krank macht.

- Gelesen, aber nicht geantwortet: Chou et al. (2022): Why Did You/I Read but Not Reply?(https://doi.org/10.1145/3491102.3517496). Eine qualitative Interviewstudie zu Lesebestätigungen und unterschiedlichen Erklärungen für ausbleibende Antworten.

- Körperzusammensetzung im Leistungssport: Kettunen et al. (2025): Associations Between Body Composition and Performance in Elite Endurance Athletes (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40962298/) und Hew-Butler et al. (2025): Evaluating lower limits of body fat percentage in athletes using DXA (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1094695025000046).

- RED-S: IOC-Konsens von 2023 zu Relative Energy Deficiency in Sport (https://doi.org/10.1136/bjsports-2023-106994).


Fachliche Ergänzungen zur Folge


Die genannten Körperfettbereiche sind keine allgemeinen Zielwerte oder Diagnosegrenzen. Untersuchungen an Sportlerinnen und Sportlern lassen sich nicht einfach auf alle Menschen übertragen. Bei RED-S geht es um eine problematisch niedrige Energieverfügbarkeit; betroffen sein können Frauen und Männer. Siehe die oben verlinkten Sportstudien und den IOC-Konsens.


Die Vermutung, 80 Prozent bestimmter ADHS-Diagnosen seien eigentlich auf eine „hohe Dopamin-Baseline“ zurückzuführen, ist im Gespräch eine persönliche These und kein belegtes Studienergebnis. ADHS lässt sich nicht mit viel Handynutzung gleichsetzen. Zur fachlichen Einordnung: https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-bei-erwachsenen.html und https://gesund.bund.de/adhs .


Auch Frauen können bei einem Herzinfarkt typische Brustschmerzen haben; weitere Beschwerden können ebenfalls auftreten. Die Formulierung „komplett anders“ ist deshalb zu pauschal. Dazu: https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/anzeichen-fuer-herzprobleme-erkennen



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