Nachholspiel

Hans von Brockhausen, Mario Harter, Oliver Lipinski
309
10.10.2026
Beschreibung
Fußball ist Geschichte – darum reden wir drüber. Hans von Brockhausen, Mario Harter und Oliver Lipinski holen Fußball-Geschichte(n) ins Hier & Jetzt. Keine 90 Minuten, trotzdem echte Gefühle. Jeden Samstag neu.

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Häufig erwähnt
  • Ajax
  • Johann Kreuff
  • Olli
  • Bayern
  • Champions League
  • Deutschland
  • Milan
  • Real Madrid
  • Arsenal
  • England
  • FC Bayern
  • Inter
  • Ronaldo
  • Werder Bremen
  • Barça
Episoden
  1. Um die Alkohol-Fahne zu übertünchen hilft ganz viel Wick. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Wolf-Dieter Ahlenfelder. Dem "Blauen an der Pfeife“ ist am 8. November 1975 vor der Partie Bremen gegen Hannover angeblich eine fettige Gans über die Leber gelaufen, deshalb brauchte es einen prickelnden Durstlöscher und Schnaps bis die Uhr stehen blieb. In seinem erst dritten Einsatz läutete der Trunkenbold bereits nach 32 Minuten die Halbzeitpause ein. Die Promille ließen sich auch nicht mit dem stark riechenden Erkältungsmittel vertreiben. Pusten wäre angebracht gewesen, nur eben nicht in die Pfeife. Werder-Legende Willi Lemke hielt sich auf der Tribüne den Bauch vor lachen und auch am Nachholspiel-Telefon bekommt sich der langjährige Manager ob der schönsten Bundesliga-Kuriosität nicht mehr ein. Eine Folge wie ein hochprozentiger Kneipenbesuch mit einem Gast, der seinen Mittagsschlaf vermisst und so wach ist, wie nach einem ordentlichen Herrengedeck. Und das Ganze zum Glück länger als 32 Minuten. Halbzeit ist, wenn der Schiri pfeift. Prost! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  2. So Freunde, einmal zum Spalier aufstellen: der “Dicke“ wird 85! Ob bei seiner Hochzeit, nach der WM '66 oder nach seinem unfassbaren Hinterkopftor – Hamburgs lebendem Denkmal wurde immer der große Bahnhof bereitet. Ins schöne Italien, wo Mario gerade seinen Urlaub genießt, wollte "Uns Uwe" nie hin. Inter hatte ihm so viel Geld geboten, dass ihn die Mannschaftskollegen sogar mit Blumen zum Flughafen gebracht hätten. Aber: Nur der HSV! Einer des besten Stürmer der Welt wollte eben immer nur Fußball spielen und ist dabei so herrlich normal genial geblieben. Warum Seeler keiner für die wilden 70er war, Wayne Rooney sein englischer Klon sein könnte und wie es Pierre-Michel Lasogga und Philipp Bargfrede tatsächlich noch in eine Legendenfolge geschafft haben, erklärt "Doppelsechs"-Herausgeber Ole Zeisler. Als NDR-Autor hat er dem ewigen Pfundskerl einen Film zum 85. Geburtstag geschenkt. Ein Streifen über Pils und Kuchen, einen schimpfenden Rohrspatz und Seelers schönsten Erfolg – Ehefrau Ilka. Eine Folge zwischen Wikipedia und Werkstattgespräch, ein herrlicher Schnack mit Ole über Uwe. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  3. ...kleiner hatten wir es nicht. Ist es doch kaum möglich, diesem Namen in wenigen Zeilen gerecht zu werden. Denkt an alle Fußball-Legenden bei Nachholspiel und dann setzt ihr auf das ohnehin schon eindrucksvolle Denkmal noch eine Krone. Alfredo Di Stéfano – König der Königlichen. Mensch und Mythos, Fußballer und Futurist. Der “blonde Pfeil” sprengte die fußballerische Biederkeit der 50er und schwebte über dem Spiel, erst im blauen, dann im weißen Ballett, und das ohne jemals abzuheben. 216 Tore in 282 Partien, fünfmal in Folge Europapokal-Sieger mit Real. Übersetzt: er war der sauschnelle Zidane mit noch mehr Torgefahr. Raúl, Ramos und Ronaldo würden ihn noch heute ohne mit der Wimper zu zucken jeden Elfmeter schießen lassen. Darüber allein hätten wir schon drei Stunden reden können, aber das war noch nicht alles in seiner Karriere. Der gebürtige Argentinier wäre eigentlich beim FC Barcelona gelandet, damals gab es aber noch keinen Max Bielefeld und vor allem keinen gewieften Anwalt mit Schwerpunkt Transferrecht. Der beste Fußballer der Welt hat für drei Nationen gespielt, aber nie bei einer Weltmeisterschaft. Di Stéfano wurde in Venezuela entführt, zockte mit seinen Entführern aber Karten und kurz nach seiner Freilassung wieder Fußball. Jaja, kein Spieler ist größer als der Verein. Korrigiere: Alfredo Di Stéfano ist der Verein! Das Nachholspiel-Postfach war voll mit seinem Namen, nun haben wir endlich geliefert und das hat sich sowas von gelohnt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  4. Torschützin Nia Künzer wusste am 12. Oktober 2003 um ihren Eintrag ins Geschichtsbuch, viele ihrer Mannschaftskolleginnen hätten in der 98. Minute fast weitergespielt. Wenn du gerade zum ersten Mal Weltmeisterin geworden bist, kannst du dein Glück eben kaum fassen. Wer soll auch diese Golden-Goal-Regel verstehen, mit der die DFB-Frauen zwei Jahre zuvor schon Europameister wurden?! Übrigens auch in der 98., auch gegen Schweden. Diesmal feierten beide Nationen aber tatsächlich gemeinsam auf der Tanzfläche. ARD-Kommentator Carsten Flügel hatte es sofort gecheckt und mit überschlagener Stimme in die heimischen Wohnzimmer geschrien. Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer waren im WM-Fieber, genau wie Bundestrainerin Tina Theune-Meyer auf der anschließenden Party, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie trug die Frisur von Nena und spielte ihre Hits als Heißmacher. "Anyplace, Anywhere, Anytime" steht übrigens ab jetzt auch auf unserem Display, wenn Ariane Hingst anruft. Die Weltmeisterin von 2003 und 2007 hat nicht nur einen ansteckenden Humor, ihr fallen während des Gesprächs auch die besten Geschichten wieder ein. Prädestiniert für Nachholspiel, deswegen darf sie auch Stau-König Mario in den ersten Minuten sympathisch vertreten. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  5. Noel Gallagaher hat ihn gehasst, ganz England zwischenzeitlich verflucht. Wenn du aber "Beckham Greece Freekick" bei Google eingibst, ist es immer wieder Liebe auf den ersten Kick. Wer das Mutterland des Fußballs in der Nachspielzeit zur WM schießt, ist der Liebling der Nation und eine Legende fürs Leben. Es war im Old Trafford die Entscheidung eines Ausnahmespielers: “It’s too far for you, Teddy Sheringham”. Auf Beckhams Visitenkarte steht der 6. Oktober 2001 ganz fett, darunter Frisur, Flanken und eben diese geilen Freistöße. Seine Karriere hatte alles. So tell me what you want, what you really really want? Victoria heißt sein größter Sieg, Sir Alex Ferguson flucht noch heute: Spice Girls, bloody Hell. Warum Olli in Hameln die Rückennummer 7 trug, Mario dreimal Frauke Ludowig sieht und Hans sich fragt, ob der Glamourboy auch grätschen konnte. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  6. Ja, er sitzt immer noch bei uns und es fühlt sich so an, als würden wir gemeinsam in seiner alten Kölner WG am Küchentisch hocken und über das Leben philosophieren. Der filigrane Edeltechniker war keine Lichtgestalt, vielmehr der Lichtblick damals im Land der "Rumpelfußballer“. In der Bundesliga hatte er alles, was sich die Kids in den Nachwuchsleistungszentren heute wünschen: Trainerpersönlichkeiten, prominente Mitspieler und in der Kicker-Umfrage „Aufsteiger des Jahres“ den dritten Platz, noch vor Bastian Schweinsteiger. Am Ende war sein Werdegang irgendwas zwischen Advocaat und Avantgarde. Sein Touch war besser als von jedem anderen, das Gefühl für das Profidasein sollte er aber nie entwickeln. Nachholspiel reist mit Thomas Broich in der Zeit zurück und begibt sich mit ihm auf eine mentale, durch Selbstreflexion geprägte Reise zu (s)einem übermütigen, unreifen Charakterkopf. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  7. „Auslaufen war immer schwimmen gehen” - ein Satz wie eine Surfwelle. Thomas Broich fand in Australien die Leichtigkeit, die ihm in Deutschland zum Verhängnis wurde. Von den Mannschaftskollegen "Mozart" getauft, in den Medien als Fußballintellektueller abgestempelt, im Profigeschäft erst gefeiert, dann gescheitert - ihr kennt die Doku von Aljoscha Pause. Broich hatte seinen Horizont immer schon erweitert und am Ende der Karriere sollte die Sonne für ihn nochmal bei Brisbane Roar aufgehen. Hang Loose statt Hangover, plötzlich oben auf in Down Under. Nach drei Meisterschaften wurde der einstige DFB-Hoffnungsträger im September 2014 zu Australiens Fußballer des Jahrzehnts ausgezeichnet. Bis heute weiß er nicht so wirklich warum. Wir jetzt schon! Nachholspiel reist ans Ende der Welt, um einen unerwarteten Neuanfang zu verstehen. Thomas Broich bekommt Gänsehaut und Schockstarre am Telefon. Du solltest da unten eben niemals nachts mit Bierchen ins Meer springen. Im Haifischbecken Profifußball hat er sich mutig freigeschwommen. Einzelkämpfer sind keine Unterschiedsspieler und Selbstreflexion ist nachhaltiger als Selbstdarstellung. Wir hätten ihm Stunden zuhören können. Oder anders gesagt: Tom meets the (Podcast)-Crew! Naja, klingt fast wie Zizou… Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  8. Die Dänin Pernille Harder wechselte im September 2020 für eine kolportierte Ablöse von 350.000 Euro vom VfL Wolfsburg zum FC Chelsea. Was klingt wie ein Schnäppchen, ist der teuerste Transfer der Welt! Überrascht? Wir haben uns die Augen gerieben. Transfermarkt.de zeigt uns inzwischen eben mehr Ziffern als ein Schweizer Konto. Im Frauenfußball bleiben Neymars 222 Millionen eine Fantasie-Summe. Und das ist auch gut so. Oder etwa nicht? Der Vergleich zu den Männern hinkt und trotzdem ist er im globalen Kontext hochgradig spannend zu diskutieren - das machen wir mit Spielerinnenberater Henner Janzen. Warum Rekord-Harder nur der Anfang ist, reine Frauenfußballvereine in Zukunft große Probleme bekommen könnten und Nachholspiel im Merch-Shop so langsam auch mal Trikots verkaufen sollte. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  9. Im Speisesaal des Schalker Mannschaftshotels schauten alle paralysiert auf den Fernseher. Breaking News, Flugzeuge im World Trade Center, Rauch über Manhattan. Am 11. September 2001 stand die Welt still, doch in Europas Stadien sollte am Abend der Ball rollen. Der Sport ist neutral, argumentierte die UEFA und ließ alle Spiele in der Champions League anpfeifen. Eine absurde Entscheidung, eine absurde Veranstaltung. Für Schalke sollte es die große Premiere werden. Königsblau in der Königsklasse. Und dann auch noch in der neuen Arena. Doch alles war anders. Schweigeminute statt pompöser Show. Trauerspiel statt Traumtore. Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann war mittendrin und kann bis heute nicht fassen, dass nach den schlimmsten Terroranschlägen der Geschichte Fußball gespielt wurde. Er spricht mit Nachholspiel über die Schalker Standleitung ins Krisenzentrum Kanzleramt, über ein ausverkauftes, gefühlsleeres Stadion und über feiernde Spieler des Gegners Panathinaikos Athen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  10. Mit neun Jahren hat er sich gegen die Reds und für die Toffees entschieden. Ein schüchterner Charakterkopf und doch so reich an Skandalen. Wayne Rooney, Englands letzter Straßenkicker, der Malocher mit Zauberstab, der Typ, den du nicht sofort in deine Legenden-Elf packst, obwohl er den besten Fallrückzieher der Premier League bei YouTube geparkt hat. Als Kind schlug er auf Boxsäcke ein und prügelte auf dem Fußballplatz die Bälle in den Winkel. Der 16-Jährige bolzte nach seinen ersten Auftritten in der Premier League immer noch mit den Kids in der Nachbarschaft, während die Teamkollegen im Pub den Sieg feierten. Dafür bezahlte er seine erste Prostituierte mit einem Autogramm. Rooney war als Fußballer frühreif, als vierfacher Familienvater lässt er die Reife bis heute vermissen. "Who are you" skandierten die gegnerischen Fans bei seinem ersten Auftritt, "Remeber the name!" rief der Kommentator nach seinem Premierentreffer. Er ist Rekordtorschütze von Man United und den "Three Lions", hat aus sämtlichen Pokale getrunken und bekommt in jedem Pub Freibier. Und trotzdem steht er gefühlt in der Ahnengalerie hinter Charlton, Shearer oder Beckham. Wayne interessiert's? Nachholspiel natürlich! Deshalb haben wir wieder unseren Mentor Martin Tyler angerufen und Mario schwärmen lassen. Das Mutterland des Fußballs trifft die Mutter der Diskussionen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  11. Zum Jubiläum hatten wir viele auf dem Zettel, aber es konnte natürlich nur Ewald Lienen werden. Wenn er spricht, hat Nachholspiel Pause. Seine Karriere als Spieler, Trainer, Funktionär, Experte und Podcaster hört sich an wie unsere bisherigen 99 Folgen zusammen. Immer ganz nah dran am Fußball und stets darüber hinaus geschaut. Ob Politik, Klima, oder die soziale Gerechtigkeit, du spürst immer seine klare Haltung, kassierst aber gerne auch mal einen Anpfiff, wenn du seine Statistik bei Transfermarkt.de unvollständig zitierst. Lienen philosophiert dich gerne an die Wand, wenn du die Worte "Legende" oder "Ausland" in den Mund nimmst. Der Spieler Lienen war schnell und hatte eine schlechte Schusstechnik. Der Mensch redet noch schneller und versenkt jede verbale Steilvorlage pointiert und meinungsstark. Nachholspiel feiert die 100, das bisher beste Schlusswort einer Folge, unsere vielen Zuhörer:innen und die noch zahlreich kommenden legendären Themen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  12. 25 Fußballer bekommen auch nur eine Medaille? Verdammter Mannschaftssport! Wenn das Regime rechnet. Tatsächlich stand der Fußball in der DDR im Vergleich zu Einzelsportarten am Ende der Sportförderungskette. Die Sommerspiele in Montreal kamen nach der verpassten EM-Qualifikation ohnehin wie ein Trostpreis daher. Die DDR-Auswahl um Kapitän “Dixie” Dörner war trotzdem zum Siegen verdammt, besonders weil das IOC ja nur Amateure im Turnier antreten ließ, was die Stars der Ostblock-Staaten beinhaltete. Der Weg zu Gold war trotzdem steinig. Zum Auftakt gegen Brasilien setzte es gleich mal eine Blamage, die besten Kicker des Landes wurden da schon als “Schande” abgeschrieben. Selbst im Finale warteten noch Stolperfallen: Auf dem Rasen war zuvor das olympische Reitturnier ausgetragen worden. Tja, ein gutes Pferd springt eben nur so hoch wie es muss. Nachholspiel besteigt vor der Sommerpause nochmal das Treppchen und würdigt eine fast vergessene Goldmedaille. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  13. An Weihnachten schaut er 14 Stunden lang Fußball, hat 40 Fußballzeitschriften aus aller Welt abonniert und analysiert seine Gegner bis auf die Unterhose. Die argentinische Stadt Rosario hat der Welt einen Floh und einen Freak geschenkt. Der verrückte Fußball-Professor Marcelo Bielsa wird sogar von Taktik-Guru Pep Guardiola vergöttert - allein schon deswegen gehört er ins Nachholspiel-Legenden-Regal. Aber es kommt noch besser: Bielsa führte Leeds United nach 16 Jahren zurück in die Premier League - nicht auf der Trainerbank, sondern auf einem Eimer sitzend. Er verlost üppige Geschenke an Klub-Mitarbeiter:innen und lässt seine Mannschaft Müll sammeln. Weniger überraschend ist beim Argentinier der Kleidungsstil: den Trainingsanzug zieht er nur im Schlaf aus, wenn überhaupt. Mit der Presse spielt er in Interviews stille Post und mit seinen Spielern im Training „Murderball”. Dieser Mann ist genau wie seine Taktik nur schwer zu entschlüsseln. Nachholspiel reibt sich die Hände. Eine Hommage. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  14. Frankreich erlebte eine politische und eine fußballerische Revolution. Zinedine Zidane köpfte sein Land zum ersten WM-Titel und entzauberte das übermächtige Brasilien. Das DFB-Team wollte auch, aber Lothar Matthäus hat es verkackt! Spielt er im Viertelfinale gegen Kroatien einen sauberen Pass, hätte Christian Wörns ganz sicher noch eine "überragende" Weltmeisterschaft gespielt. Deutschland hatte sich in Frankreich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Deutsche Hooligans prügelten den Polizisten Daniel Nivel fast zu Tode. Der heutige ARD-Moderator Markus Othmer war damals als junger Reporter bei der Schande von Lens vor Ort und berichtet über die schockierenden Ereignisse. Nachholspiel diesmal mit einer Folge zwischen Entsetzen und Euphorie. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  15. Zeus lässt Donner und Blitz sprechen, Poseidon ist Herr der Meere und "Rehakles" Gott der Busfahrer. Ein Tor schießen und den Mannschaftsbus vorm eigenen Tor parken. 1:0 gegen Frankreich, 1:0 gegen Tschechien, 1:0 gegen Portugal. Hellas! Dellas! Charisteas! Griechenlands Gewinn der Europameisterschaft 2004 war wie auf Diät beim Griechen sitzen – unmöglich. Otto Rehhagel ließ sich von seinem Assistenten Ioannis Topalidis nicht nur die Speisekarte übersetzen. Mit Händen und Füßen wurde die Taktik getanzt und zum Titel gecoacht. „Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Ich habe die demokratische Diktatur eingeführt”. Nachholspiel spielt Aristoteles und philosophiert über dynamische Destruktivität, Torhüter ohne Handschuhe und 1-Euro-Partys in Niedersachsen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  16. Die internationale Presse überschlug sich bei den Europameistern von 1972 mit Lobeshymnen, sah nicht weniger als die Zukunft des Fußballs. Eine Symbiose aus Spiel und Kampf, ein bisschen Tiki-Taka in Schlaghosen mit Franz Beckenbauer, Günter Netzer und vor allem Gerd Müller auf der Tanzfläche. Die wilden 70er, Disco-Musik, Drogen und der deutsche Fußball im emotionalen Dauerrausch. Die "Wembley-Elf" gewann auf ihrem Weg zum Titel als erste deutsche Nationalmannschaft in England, für manche das bis heute beste Spiel einer DFB-Auswahl. Die EM verlief in einem heutzutage nicht mehr vorstellbaren Modus: Quali, dann Viertelfinals, dann Endrunde. Und: Belgien wurde erst kurz vor Turnierbeginn als Gastgeber festgelegt. Der eigentlich spannende Teil ging nur von Mittwoch bis Sonntag und passt damit perfekt in einen Podcast. Nachholspiel schaut Bundestrainer Helmut Schön über die Schulter, setzt sich staunend ins Stadion und lässt es ordentlich “müllern”. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  17. Der neue Bundestrainer hatte sich bei seiner ersten Pressekonferenz von seinem Chef einiges anhören müssen. Heynckes, Breitner, sogar Roy Hodgson hatte er als eigentliche Nachfolgekandidaten für Berti Vogts vorgesehen. Schließlich hätte klamottentechnisch auch Rudi Carrell neben DFB-Präsident Egidius Braun sitzen können, doch es waren Ruheständler Erich Ribbeck und sein Assistent Uli Stielike im Sakko des Grauens. Die Nationalmannschaft sollte revolutioniert werden, aus „Revolution” wurde aber schnell “Rumpelfüßler”. Ribbeck agierte planlos und inkonsequent, holte den 37-jährigen Lothar Matthäus zurück und schickte den taktisch kompetenten Stielike vor der EM nach Hause - der hatte vielleicht eine Krawatte. Die Vorzeichen waren schlecht, die Vorstellungen noch schlechter. Kein Spielsystem, kein Spielvermögen, kein Spiel gewonnen. Portugals Sérgio Conceição sorgte schließlich für eine „Beerdigung erster Klasse”. Fußball-Deutschland am Boden, ohne Nachwuchs, ohne Konzept. Nachholspiel macht den Tiefpunkt zum Podcast-Höhepunkt der Woche und spricht mit MML-Geschichtenerzähler Lucas Vogelsang über die Entwicklung vom Albtraum zum Sommermärchen.Disclaimer: Paulo Rink wird in dieser Folge weder persönlich angegriffen noch für das Abschneiden der DFB-Auswahl bei der EM 2000 verantwortlich gemacht. Paulo Rink kam in allen drei Spielen der Vorrunde zum Einsatz und zeigte eine mehr als solide Leistung (Nachholspiel-Note 3+). Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  18. Laut Gerüchteküche wurde das unsägliche #zsmmn im Wembley Stadium geboren. Oliver Bierhoff hatte soeben das erste Golden Goal der Fußballgeschichte geschossen, dann platzte Altkanzler Helmut Kohl in die enge Kabine. Vorsicht, zu-samm-en-rü-cken!! Es waren die "Ibuprofen-Meisterschaften”, es gab so viel auf die Knochen, dass Bundestrainer Berti Vogts fast Ersatztorhüter Oliver Kahn gegen England aufs Feld geschickt hätte – Paul Gascoigne wäre wohl jaulend zur Hintertür raus. Deutschlands dritter EM-Titel ist das Mutterland der Anekdoten. We're so sorry, Martin Tyler. Es begann mit einem Sauna-Skandal und endete mit jubelnden nackten Tatsachen. Bierhoff hätte seine Karriere ohne Thomas Helmer wohl nicht vergoldet. Der „Unkaputtbare” ist in Plauderlaune und für Nachholspiel der heimliche Star des Turniers. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  19. Breite Brust, bisweilen gockelhaftes Gehabe. Kaum eine andere Fußballnation kann mit dem Wappentier die sportliche Strahlkraft ihrer legendären Spielmacher so sehr unterstreichen. Michel Platini war auf dem Platz ein genialer Feldherr, als Funktionär dagegen ein größenwahnsinniger Napoleon. Der korrupte und gescheiterte Ex-UEFA-Präsident gewann als Spieler dreimal in Folge den Ballon D’Or. 1984 führte der Superstar von Juventus Turin Frankreich im eigenen Land zum Europameistertitel – mit 9 Toren das wohl beste Turnier eines Einzelspielers der EM-Geschichte. Nachholspiel betrachtet beide Seite der Medaille und klärt gemeinsam mit dem französischen Journalisten David Lortholary die große Frage der Grande Nation: Platini oder Zidane? Beide haben sich mit ihren Füßen ein Denkmal gebaut und es mit ihren Dickköpfen wieder eingerissen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  20. Der Papst hatte es einfach wie Italiens EM-Maskottchen "Pinocchio" gemacht. Gelogen! Klaus-Fischer-Ersatz Horst Hrubesch sollte laut heiliger Prophezeiung im nächsten Spiel sein erstes Länderspieltor erzielen. Doch es war erst im Spiel darauf soweit. Im EM-Finale von Rom traf der Angreifer dafür gleich doppelt. Eigentlich waren es vier Endspiele, nach der Gruppenphase ging es direkt um den Titel. Auch alles andere kommt komisch daher: Klaus Allofs reichten drei Treffer zum Torschützenkönig, der heutige Rekordnationalspieler Lothar Matthäus verschuldete fünf Minuten nach seinem Debüt einen Foulelfmeter und Manni "Bananenflanke" Kaltz ließ sich zur Abwechslung mal selber fliegen – über die Hotelmauer. Eine Folge voller Kopfkino dank "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch. Warum unser Gast damals im Stadion im Kurzarmhemd einfach stehen gelassen wurde und der Pokal am Ende für den "Langen" tatsächlich zu schwer war. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.