
Meilensteine – Alben, die Geschichte machten
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Fünf Jungs aus Manchesters Arbeiterklasse nehmen sich vor Rockstars zu werden. Der Opener ihres ersten Albums "Definitely Maybe" trägt passend dazu den Titel "Rock ’n’ Roll Star" – der Gegenentwurf von dem Leben, in dem sie sich tatsächlich befunden haben. Doch die selbsterfüllende Prophezeiung funktioniert, "Definitely Maybe" ist weltweit über acht Millionen Mal über die Ladentheke gegangen, es hagelte Gold und Platin. Sie haben das richtige Album zur richtigen Zeit im Zeitgeist gehabt! Gesellschaftlich ist dieses Album enorm wichtig. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig über "Definitely Maybe" Im August feiert "Definitely Maybe" von Oasis 30-jähriges Jubiläum. Ihre Singles "Supersonic", "Live Forever" und "Cigarettes And Alcohol" klingen heute noch so frisch und aktuell wie im Jahr 1994. Zur Feier des Jubiläums erscheint am 30. August 2024 eine limitierte Deluxe 4LP- und 2CD-Edition mit Bonusmaterial. Noel und Liam Gallaghers Background Noel und Liam sind klassische Arbeiterkinder, aufgewachsen in der Arbeiterschicht von Manchester, in Burnage, einem klassischen Arbeiterviertel am Stadtrand. Ihr Vater war Alkoholiker und hat die Kinder auch immer wieder verprügelt. Das Leben ist relativ perspektivlos in diesem Teil der Stadt. Auf der einen Seite stand das gute Bürgertum, auf der anderen eine sehr klar definierte Arbeiterklasse. Als in den Siebzigern unter Margaret Thatcher Fabriken schließen und die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellt, wird der Gang zum Arbeitsamt auch zu Liams und Noels Lebensrealität. Die Arbeitslosigkeit bleibt bis Anfang der 90er hoch und auch die Zukunftsperspektiven sind immer noch schlecht. Von The Rain zu Oasis Liam war bekennender Hip-Hop Fan und tritt der Band The Rain bei. Auf seinen Wunsch hin kommt auch Noel in die Band. Dieser verändert die ganze Art, wie diese Band agiert, führt harte Probepläne ein. Zuvor hatte Noel bei den Inspiral Carpets als Rowdy gearbeitet. Im Mai 1993 wurden sie bei einem legendären Konzert in Glasgow von Musikmanager Alan McGee entdeckt. Er ist Miteigentümer von Creation Records. Doch anstatt ein Album aufzunehmen und rauszubringen geht es für Oasis erst einmal auf UK-Tour, dann werden drei Singles rausgebracht. Produktion von "Definitely Maybe" Bei der ersten Session zu "Definitely Maybe" hatten Oasis mit David Batchelor einen Produzent an ihrer Seite, der sehr klar produziert hat. Er hat die die Musiker in Einzelkabinen aufgenommen, um die Sounds zu trennen. Doch das war nicht der Sound, den die Band wollte. Noel hatte eine klare Vorstellung von dem Album, er wollte, "dass das Ding klingt wie ein abhebender Düsenjet". Daher haben sie das Album tatsächlich ein zweites Mal aufgenommen, mit Produzent Mark Coyle. Er war mit ihnen bereits als Live-Tontechniker unterwegs und verstand, wie die Band klingen wollte. Oasis – die Meister der Soundcocktails Oasis sind die Meister der Soundcocktails und verstehen sich musikalisch an allem zu bedienen, um etwas Neues zu schaffen. Noel lässt sich gerne von Songs inspireren, die er kennt und spielt sie nach. Dabei gibt es zwei verschiedene Methoden, wie Elemente oder Segmente eines bereits existierenden Musikstücks in einem neuen Song verwendet werden können: Das im Hip-Hop altbekannte Stilmittel Sampling und die Interpolation. Mehr Hintergrundinformationen zur Thematik und warum Oasis 400.000 Dollar an Coca Cola zahlen mussten, erfahren Sie im SWR1 Meilensteine-Podcast. Oasis – "Live Forever" "Live Forever" ist die dritte Single-Auskopplung von "Definitely Maybe" und die erfolgreichste des Albums. Die Single erreichte Platz 10 in den britischen Charts und ist nicht nur kommerziell einer der erfolgreichsten Songs der Band, sondern gilt auch als einer ihrer bekanntesten und ist ein Fan-Favorit – "Live Forever" hat sich als eine art Hymne der Band etabliert. Es ist ein lebensbejahender, positiver Song, der das (ewige) Leben feiert mit einem monumentalen Gitarrensolo am Ende. "Definitely Maybe"– Ein Meilenstein der Musikgeschichte Warum SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig das Oasis-Konzert verlassen hat und das Album "Definitely Maybe" dennoch großartig findet, warum die Orientierung an bestehenden musikalischen Stilen für dieses Album absolut prägend ist und noch vieles mehr, erfahren Sie im Meilensteine Podcast zu "Definitely Maybe" von Oasis. Ich habe heute ein Stückchen mehr verstanden, warum ich dieses Album so liebe, weil eben alle mit dabei sind. Die Beatles, die Stones, t. Rex, Status Quo. Man spürt dieses britische Lebensgefühl. (...) Ein tolles erstes Album für eine Band, die wirklich eine Britpop-Ära geprägt hat. Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius Shownotes SWR1 Meilensteine Folge zu "Parklife" von Blur SWR1 Meilensteine Folge zu "Urban Hymns" von The Verve 10 Oasis songs that "Rip Off" other songs Noel Gallagher singt Burt Bacharch Mehr Infos zur aktuellen Tour von Liam Gallagher Artikel der Guardian zur Covergestaltung Website von Cover-Art Director Brian Cannon Deutscher Trailer zur Oasis-Doku "Supersonic" ARD-Podcast-Tipp: "Fuck you very, very much! Die größten Beefs im Musikbiz" Über diese Songs vom Album "Definitely Maybe" wird im Podcast gesprochen (15:15) – "Rock ’n’ Roll Star" (25:24) – "Cigarettes & Alcohol" (31:15) – "Shakermaker" (38:33) – "Live Forever" (1:00:00)– "Supersonic" (1:10:33)– "Slide Away" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (31:58) – "I'd Like To Teach The World To Sing" von den The New Seekers
Mit "Highway To Hell", dem sechsten Album von AC/DC ist der Band endlich der große Wurf gelungen. Für den hat die fünfköpfige australische Band hart arbeiten müssen. Um sich einen Namen zu erspielen hat die Band alleine in den Jahren 1977 und 1978 über 300 Konzerte gespielt. Das war auch absolut notwendig, denn mit dem ungewohnten harten Rock konnte die Band von den Radiostationen nichts erwarten. Dort haben AC/DC einfach nicht stattgefunden. AC/DC – Das Familienunternehmen Young Mit dem sechsten Album sollte sich dann für AC/DC endgültig alles ändern, aber zu einem Preis, den die Band nicht gerne bezahlt hat. Denn die Plattenfirma von AC/DC strebte nach Veränderung, damit es endlich klappt mit dem Erfolg. Die Lösung: Personelle Veränderung. Nicht innerhalb der direkten Band, aber an den Reglern davor. Für Malcolm und Angus Young ein Schlag ins Gesicht, denn da saß ihr Bruder George Young. Studiogenie Robert "Mutt" Lange Die Plattenfirma setzte der Band Eddie Kramer vor, der schon mit Jimi Hendrix, Led Zeppelin, den Rolling Stones und anderen großen Künstlern gearbeitet hat vor. Mit dem kam die Band aber gar nicht weiter und tauschte ihn fast schon heimlich gegen ihren Wunschproduzenten Robert "Mutt" Lange aus. Der war zu dem Zeitpunkt noch kein ganz großer Name in der Musikbranche, aber er konnte gut mit der Band zusammenarbeiten, weil er, wie die Band es im Interview formuliert hat "nichts von ihnen verlangte, was er nicht selbst konnte". Eine der wichtigsten Dinge, die Mutt Lange für die AC/DC getan hat: Er hat den Sound der Band aufgeräumt und reduziert. Vorher waren AC/DC sehr roh und wild. Mutt Lange hat die unnötigen Teile entfernt und so quasi den Schmutz abgeklopft und den Diamanten dahinter zum Strahlen gebracht. Es ist ein dermaßen reduziertes Album [...] einfach schnörkelloser Hardrock! Das ist die Messlatte! Das ist Hardrock! Das ist kein Heavy Metal, das ist kein Bluesrock, das ist Hardrock! Und das haben AC/DC da im Endeffekt definiert. Quelle: Benjamin Brendebach, über den aufgeräumten Sound von "Highway To Hell" Darüber hinaus hat Mutt Lange vor allem Sänger Bon Scott geholfen beim Singen richtig zu atmen und noch mehr aus seiner Stimme rauszuholen. So konnte Sänger Bon Scott auch in den hohen Tonlagen mit einer kräftigen Bruststimme singen, was damals ein wichtiger Bestandteil für den Sound von AC/DC war. Für mich ist Bon Scott die Definition eines Hardrock-Sängers! Quelle: Benjamin Brendebach, über die Qualität von Bon Scott Der Schlüssel: Der Sound von AC/DC Ganz besonders prägnant ist bei AC/DC der direkte, der unmittelbare Sound. Keine großen Schnörkel, Effekte oder Dinge, die den Sound stören könnten, alles ist sehr aufgeräumt und hat seinen festen Platz. Das Herzstück des AC/DC Sounds, das sind die schnörkellosen Drums von Phil Rudd, der vor allem songdienlich spielt. Die Drums marschieren durch die Songs, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Denn das Herzstück von AC/DC sind, wenig überraschend, die Gitarren. Das geht schon beim Equipment der beiden Gitarristen Angus und Malcolm Young los. Leadgitarrist Angus Young spielt fast ausschließlich eine Gibson SG-Gitarre. Kaum eine Gitarre ist so eng mit einem einzigen Gitarristen verknüpft wie dieses Modell. Vom Sound her ist die Gitarre sehr direkt, bissig und mittenlastig. Das bedeutet, die Gitarrensoli und -riffs von Angus dringen durch und stehen immer im Vordergrund. So wie Angus auch selbst auf der Bühne. Die Gitarre von Malcolm Young gibt den Songs die satte Basis. Mit der massiven, großen und schweren Gretsch-Gitarre, die er gespielt hat, hat er das wuchtige Fundament der Songs gegeben. Sein Sound "schiebt" oder "drückt", wie man auch sagt. Dazu passt auch, dass einer seiner häufig gespielten Gitarrenverstärker schon im Modellnamen "Super Bass" stehen hat. "Highway To Hell" war für AC/DC nicht nur das Album, dass der Band den großen Durchbruch beschert hat, sondern auch mit das prägendste Album der Band. Diese zehn Songs haben der Band den Weg geebnet und die Richtung vorgegeben, die sie zu einer der größten Rockbands aller Zeiten machen sollte. Bei diesem Album passt für mich alles zusammen! Attitüde, Sound, Songs! Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach über das Album "Highway To Hell" Shownotes SWR1 Meilensteine Folge zu "The Wall" von Pink Floyd SWR1 Meilensteine Folge zu "Breakfast in America" von Supertramp SWR1 Meilensteine Folge zu "Irish Tour '74" von Rory Gallagher Der AC/DC-Radiomoment: "Spell AC/DC" ARD-Podcast-Tipp: "Row Zero" AC/DC-Doku "Highway To Hell" Das Equipment von AC/DC-Gitarrist Angus Young Über diese Songs vom Album "Highway To Hell" wird im Podcast gesprochen (12:31) – "Highway To Hell" (30:24) – "Night Prowler" (40:16) – "Girls Got Rhythm" (47:25) – "Touch Too Much" (56:37) – "If You Want Blood (You Got It)" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (37:59) – "Midnight Rambler" von den Rolling Stones
Die Band um Frontsängerin Sade Adu war eine wahre Bereicherung für die Musiklandschaft der 80er-Jahre, die vor allem durch Synthie-Pop und Hair-Metal geprägt waren. Mit ihrem Mix aus Latin, Jazz, sinnlichem Soul und R'n'B haben Sade ein neues Genre etabliert und damit einen echten Nerv getroffen. Neben über 10 Millionen verkauften Platten, erreichte "Diamond Life" vierfach Platin in den USA und wurde in verschiedenen Ländern mit mehreren Gold- und Platin-Auszeichnungen geehrt. Große Pop-Konkurrenz im Jahr 1984 SWR Redakteurin Jessica Pfeiffer bezeichnete 1984 als das "Jahr der Popmusik". Die Musikwelt hatte einiges zu bieten: von Hits wie "Last Christmas" von Wham!, "Relax" von Frankie Goes To Hollywood bis hin zu "Forever Young" von Alphaville. Außerdem war auch Kultsängerin Cyndi Lauper mit ihrem Hit "Girls Just Want To Have Fun" in den Charts, genau wie "Thriller" von Michael Jackson. Auch einige legendäre Alben sind im Jahr 1984 erschienen, darunter "Purple Rain" von Prince, "Born In The USA" von Bruce Springsteen, "Like A Virgin" von Madonna und natürlich "1984" von Van Halen. Der Karriereplan von Sade Adu Helen Folasade Adu alias Sade Adu wurde 1959 geboren, wuchs in Nigeria und England auf und studierte zunächst Modedesign an der Saint Martin's School of Art in London, bevor sie ihre musikalische Laufbahn begann. In dieser Zeit knüpfte sie Kontakte zu großen Persönlichkeiten in den Bereichen Mode, Kunst und Musik, darunter Jean Paul Gaultier, Spandau Ballet und auch Musikmanager Lee Barrett. Dieser managte damals eine angesagte Funk-Latin-Band namens Pride. Als er eine neue Backgroundsängerin für die Band suchte, lud er Sade zu einer Audition ein, die sich bislang selbst nicht als Sängerin identifiziert hatte. Ein voller Erfolg! Sades Stimme klingt einerseits cool und lässig und andererseits warm und sexy gleichzeitig. Verzaubernd im besten Sinne. Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König Bandgeschichte Gemeinsam mit Pride-Saxophonist Stuart Matthewman begann so auch ihr Interesse für Songwriting zu wachsen. Die beiden schrieben erste Songs miteinander und traten versuchsweise als Vorband von Pride auf – und wurden sogar erfolgreicher als die Hauptband! Das Publikum liebte Sades samtig-weiche Stimme. Das Duo trennte sich von Pride und nahm einige der Bandmitglieder gleich mit. Die neue Band Sade (ausgesprochen "Scha-deeeh") wurde gegründet: mit Sängerin Sade Adu als Frontfrau, Stuart Matthewman am Saxophon, Paul Denman am Bass und Paul Cooke an den Drums. Später kam dann auch noch Andrew Hale am Keyboard dazu. Produktion von "Diamond Life" – als Kontrapunkt zum Synthiepop der 80er Die 80er waren geprägt von synthetischen Klängen, vor allem im Mainstream-Pop gab es viele Künstler, die mit Synthies und auch künstlichem Schlagzeug Musik gemacht haben, wie zum Beispiel auch die Band ABC auf ihrem Album "Lexicon Of Love". Doch Sade und Produzent Robin Miller verstanden sich auf analoger Musik, die sich nur an wenigen Stellen elektronischer Hilfe bedient. Sie nahmen gemeinsam die ersten beiden Singles von "Diamond Life" auf – "Smooth Operator" und "Your Love Is King". Während Miller und Sade von ihrer Arbeit absolut überzeugt waren, wurden sie von allen Plattenlabels als zu langsam, zu jazzig und zu wenig zeitgemäß abgelehnt. Es folgte ein Meisterstück des Guerilla-Marketings: Sades damaliger Freund hatte gute Kontakte zu dem bekannten Journalisten Nick Logan, der gerade das hippe Musik- und Lifestyle-Magazin "The Face" gegründet hatte und zustimmte, Sade auf das Cover der Zeitschrift zu nehmen. Die Band organisierte im Eiltempo ein Konzert im angesagten Londoner Heavens Club und lud das Who's Who der Journalistenszene ein, um darüber zu berichten. Der Plan ging auf: Mehr als 1.000 Leute kamen nicht mehr in den völlig ausverkauften Club und mussten draußen bleiben. Alle wollten diese angesagte neue Band namens Sade sehen. Auch bei den Angeboten der Plattenfirmen hatte die Band plötzlich freie Wahl und entschied sich schließlich für das Label, das ihnen die größte künstlerische Freiheit versprach. Innerhalb von sechs Wochen entstand mit Produzent Robin Miller ihr Studioalbum "Diamond Life" und gleich im Opener des Albums macht Sade klar: Hier ist (fast) alles echt. "Diamond Life" von Sade – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Für welche Weltstars Sade heute noch als großes Vorbild gilt, was ihre Musik auszeichnet und an welchen Stellen sich Produzent Robin Miller doch elektronische Hilfe dazu geholt hat, das und mehr hören Sie im aktuellen SWR1 Meilensteine Podcast zu "Diamond Life". Shownotes Die Meilensteine Folge zu "Purple Rain" von Prince Die Meilensteine Folge zu "Born in the U.S.A." von Bruce Springsteen Die Meilensteine Folge zu "1984" von Van Halen Die Ursprungsversion von "Smooth Operator" von Pride, hieß im Original: "Diamond Life" Album Review zu "Diamond Life" auf Laut.de ARD-Podcast-Tipp: zu "Rest in Exzess – Das kurze Leben von Techno-Legende Mark Spoon" Über diese Songs vom Album "Diamond Life" wird im Podcast gesprochen (10:09) – "Smooth Operator" (22:59) – "Your Love Is King" (28:26) – "Hang On To Your Love" (33:24) – "When Am I Going To Make A Living" (40:14) – "Cherry Pie" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (11:43) – "The Look of Love" von ABC (12:06) – "The Look of Love" von Dusty Springfield (15:48) – "Diamond Life" von Pride (20:06) – "Hallo, Ich bin Herrmann" von Rodgau Monotones (29:57) – "Never Too Much" von Luther Vandross (30:26) – "Sweet Love" von Anita Baker (31:32) – "Billie Jean" von Michael Jackson (41:18) – "Theme from Shaft" von Isaac Hayes (41:57) – "Papa Was A Rolling Stone" von The Temptations
Am 9. Juli 1964 veröffentlichten die Beatles ihr drittes Album "A Hard Day's Night" – eine Platte, die nicht nur in Großbritannien, sondern auch international die Charts eroberte. Nur wenige Tage zuvor erschien der dazugehörige Film mit dem Titel "Yeah, Yeah, Yeah". Film und Album eröffneten neue Marketingstrategien im Showbiz, die Boyband ist geboren. Zum ersten Mal kommen alle Kompositionen vom Songschreiber-Duo John Lennon und Paul McCartney. "A Hard Day's Night" führte mit Songs wie "Can't Buy Me Love" und "Things We Said Today" die Charts an und beschritt gleichzeitig neue Wege in der damaligen Aufnahmetechnik. Anfänge der Beatles Ihre Karriere begann in den frühen 1960er Jahren als die Beatles tagtäglich auf der Reeperbahn gespielt haben, um Publikum in die Clubs zu treiben. Sie nahmen ihre erste Single auf mit dem Titel "My Bonnie", die zwar nicht wirklich erfolgreich, aber der Startschuss für ihren ersten Plattenvertrag war. Brian Epstein aus Liverpool formte aus den vier hochtalentierten Jungs eine Legende: Die Fab Four. Im Oktober 1962 erschien ihre erste Single "Love Me Do" und kletterte auf Platz 2 in UK und auf Platz 1 in den USA. Im Januar 1963 erschien direkt die zweite Single "Please Please Me", die ebenso unter den Top 3 landete. Es folgte die erste UK-Tour, dann das erste Album "Please Please Me", was sie in 12 Stunden aufgenommen haben. Ab diesem Zeitpunkt nahm die Beatlemania ihren Lauf. Wahnsinn, was die innerhalb von so einer kurzen Zeit alles gemacht haben. Das schaffen viele andere Bands in der ganzen Karriere nicht. Quelle: Musiker, Musikwissenschaftler und Musikjournalist Thomas Bugert über die Anfänge der Beatles Das Songwirter-Duo John Lennon und Paul McCartney John Lennon und Paul McCartney haben sich an den großen Songwriter-Persönlichkeiten, wie beispielsweise Carole King und Gerry Goffin, die für andere geschrieben haben, orientiert. John Lennon hat sich jedoch in dieser Zeit immer noch als Kopf der Band gesehen und die Funktion des Bandleaders eingenommen. Er war derjenige, der die Band The Quarrymen gegründet hat, zu der Paul McCartney dazugestoßen ist, später folgten George Harrison und Ringo Starr. Daher war John vom Bandgefüge her derjenige, der die Rolle des Bandleaders für sich beansprucht hat. Das spiegelt sich auch auf diesem Album wider, John Lennon hat vier Songs alleine geschrieben, während McCartney nur einen einzigen Song alleine geschrieben hat. "A Hard Day's Night" Der Titel zum Song und Album "A Hard Day's Night" stammt von Ringo Starr. Der Legende zufolge waren die Beatles den ganzen Tag unterwegs und Ringo merkte erschöpft an, dass es ein harter Tag "A Hard Day" war, bis er merkte, dass es eigentlich schon Nacht war, weshalb er das "Night" noch angehängt hat. Das Album wurde in den Abbey Road Studios (damaligen EMI Studios) im Londoner Stadtteil Westminster aufgenommen. "A Hard Day's Night" war die Initialzündung für die Folk-Rock-Ära der 60er. Ein Instrument steht dafür wie kein zweites: Die 12-saitige E-Gitarre "Rickenbacker 360/12", die von George Harrison gespielt wurde. Sie inspirierte viele Musiker, unter anderem die Byrds, die den Sound übernahmen. Der ikonische Eröffnungsakkord des Titelsongs "A Hard Day's Night" fasziniert Musikliebhaber bis heute. Hier hat George Harrison mit der halbakustische E-Gitarre Rickenbacker 360/12 neue Soundmaßstäbe gesetzt. Für mich ganz persönlich ist "A Hard Day's Night" ein Meilenstein, weil auf diesem Album die pure Beatles-Magie rüberkommt. Es ist frisch, es steckt voller Zeitgeist und es ist noch nicht so verkopft wie die späteren. Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius "Can't Buy Me Love" "Can't Buy Me Love" ist die erste Single-Auskopplung von "A Hard Day's Night" und die erfolgreichste: Nummer 1 in vielen Ländern und in den USA gab es gleich mehrere Rekorde: 5 Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100, von Platz 27 direkt auf 1. Der Song wurde ursprünglich in Frankreich aufgenommen und später in der fertigen Version in den Abbey Road Studios. "Can't Buy Me Love" ist ein Klassiker, den Paul McCartney auch heute noch in seinen Live-Shows spielt. Mockumentary "A Hard Day's Night" alternativ "Yeah! Yeah! Yeah!" Der Film zum Album ist eine fiktive Dokumentation über einen Tag im Leben der Beatles, schnell, lustig, voller Musik und großartigem Wortwitz. Die Beatlemania ist auf ihrem Höhepunkt und die Fab Four sind ständig auf der Flucht, vor den Fans, vor den Journalisten oder sogar der Polizei. Das ist auch, was Drehbuchautor Alun Owen auf Tour mit den Beatles wahrgenommen hat, sie kommen nie richtig an oder zur Ruhe. Die Rollen der Beatles waren dabei ganz klar verteilt, es war praktisch für jeden Zuschauer etwas dabei: Der schlaue, sarkastische, auch kulturbeflissene John, der stille George, der witzige und humorvolle Ringo und der niedliche Paul und diese Rollen haben sich über Jahrzehnte weitergetragen — nicht zum Vorteil ihrer echten Persönlichkeit. Ein ganz klassisches Marketinginstrument um eine Boyband oder Girlband, was wir noch heute oft in der Popmusik sehen. "A Hard Day's Night" von The Beatles – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Mehr über die Geschichte hinter dem Titel von Film, Album und Song, was es mit der Genialität des berühmten Anfangsakkords von "A Hard Day's Night" auf sich hat und was die unvergleichliche "Beatles-Magie" ausmacht und noch vieles mehr, erfahren Sie im Meilensteine Podcast zu "A Hard Day's Night" von The Beatles. Shownotes ARD-Podcast-Tipp: "Knallhart Entspannt" mit der deutschen Stimme von Bruce Willis SWR1 Meilensteine Folge zu "Sgt. Pepper" SWR1 Meilensteine Folge zu "Revolver" SWR1 Meilensteine Folge zu "Abbey Road" Die ultimative Beatles-Fanseite im Netz Buchtipp: The Beatles – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten von Ernst Hofacker Buchtipp: Paul McCartney – Lyrics Buchtipp: Recording The Beatles: The Studio Equipment and Techniques Used... von Kevin Ryan und Brian Kehew Über diese Songs vom Album "A Hard Day's Night" wird im Podcast gesprochen (17:38) – "Can’t Buy Me Love" (20:38) – "A Hard Day’s Night" (51:07) – "And I Love Her" (57:37) – "Can’t Buy Me Love" (1:01:08) – "Any Time At All" (1:04:30) – "Things We Said Today" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (17:17) – "Komm gib mir deine Hand" von The Beatles (24:39) – "I Call Your Name" von The Beatles (34:12) – "Mr. Tambourine Man" von The Byrds (40:50) – "A Hard Day’s Night" von Goldie Hawn (1:00:28) – "Can’t Buy Me Love" von Ella Fitzgerald
Alben mit irischem Bezug hatten wir in den letzten Monaten ein paar bei uns in den SWR1 Meilensteinen. Letztens erst Thin Lizzy und "Black Rose: A Rock Legend". Und heute packen wir Rory Gallagher und seine "Irish Tour ‘74" mal mit dazu in unseren SWR1 Meilensteine Plattenschrank. Eric Clapton, Brian May, Deep Purple – alle schätzten Rory Gallagher Und auch wenn Rory Gallagher nicht unbedingt im kollektiven Gedächtnis verankert ist, schmälert das sein Können nicht im Geringsten. Viele große Stars aus der Musikszene kannten ihn, haben ihn verehrt und wollten sogar zusammen mit ihm Musik machen. Brian May von Queen hat gesagt, dass sein Sound von Rory Gallagher inspiriert ist, Eric Clapton hat Gallagher dafür gedankt, wieder zum Blues zurückgefunden zu haben und nicht ganz unbedeutende Bands wie Deep Purple, Cream oder die Rolling Stones hätten ihn wohl gerne als Gitarristen gehabt. Und "Irish Tour '74" zeigt auch warum all diese großen Namen Rory Gallagher so geschätzt haben. Darum ist es für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig auch ein Meilenstein. Dieses Album zeigt einen Gitarristen, der roh, direkt und ohne viel Schnick-Schnack seine innersten Gefühle – wie es sich für Bluesmusiker gehört – über seine sechs Saiten der Gitarre direkt in den Verstärker, über die Lautsprecher direkt auf die Bühne bringt und damit dem Publikum [...] offenbart. Quelle: Stephan Fahrig über "Irish Tour '74" Rory Gallagher war ein "Live-Mann" Aber Rory Gallagher wollte lieber immer sein eigenes Ding machen. Und auf große Studioarbeit hatte Gallagher ohnehin nie wirklich Lust. Seine unglaubliche Energie hat sich vor allem auf der Bühne entfaltet. Auch deshalb sprechen wir mit "Irish Tour '74" heute über ein Live- und nicht über ein Studioalbum. Und dabei sprechen wir auch über die extravaganten Spielweisen von Rory Gallagher, besonders spannend für alle Gitarristen unter den Meilensteine-Fans. Was da passiert, auch an Austausch zwischen Publikum und Rory, du siehst es auch, die Leute, wie sie ihm auf der Bühne zuschreien, das ist unwahrscheinlich, was da für eine Energie ist. Quelle: Stephan Fahrig über "Irish Tour '74" Rory Gallagher und seine Fender Stratocaster Neben seinem unfassbar guten Gitarrenspiel ist Rory Gallagher auch sehr bekannt für eine bestimmte Gitarrenart: eine Fender Stratocaster. Einer der bekanntesten Vertreter der Stratocaster-Spieler ist, der eben schon erwähnte, Eric Clapton. Aber auch die Gitarre von Rory Gallagher ist bis heute ein fast schon kultisch verehrtes Instrument der Rockgeschichte. Als fünfzehnjähriger hat sich Rory Gallagher die Gitarre damals gekauft und sich dafür selbst sehr hoch verschuldet, heißt es. Über die Jahre hat sie dann (vor allem optisch) sehr gelitten. Angeblich, weil Rory Gallagher einen extrem sauren Schweiß gehabt haben soll, der den Lack verätzt hat. Das sind Stories, aus denen Rock-Mythen sind. Shownotes ARD-Podcast-Tipp: "Alles Geschichte – History von radioWissen" SWR1 Meilensteine Folge zu "Californication" SWR1 Meilensteine Folge zu "Black Rose: A Rock Legend" Rorys Homepage mit Infos zu "Irish Tour ‘74", seinen Instrumenten und seinem Equipment Youtube-Kanal von Rory Gallagher mit Aufnahmen aus dem "Irish Tour"-Film Portrait über Rory Gallagher in der ARD-Mediathek Auftritt Rockpalast von Rory Gallagher in der Sendung "Rockpalast" Interview mit Rory Gallagher Interview Donal Gallagher zu 40 Jahre Rockpalast Über diese Songs vom Album "Irish Tour '74" wird im Podcast gesprochen (16:45) – "Cradle Rock" (42:44) – "Tattoo'd Lady" (47:06) – "As The Crow Flies" (57:47) – "Million Miles Away" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (06:01) – "Sunday Bloody Sunday" von U2 (52:54) – "As The Crow Flies" von Tony Joe White
Die Bezeichnung "Supergroup" wird traditionell dann verwendet, wenn sich Mitglieder oder ehemalige Mitglieder, die schon in großen Bands gespielt haben zusammentun und eine neue Band gründen. Bei Bad Company waren das Sänger, Pianist und Gitarrist Paul Rodgers und Drummer Simon Kirke von der Band "Free", Gitarrist Mick Ralphs von "Mott the Hoople" und Bassist Boz Burrell, der zwischendurch mal Grek Lake bei "King Crimson" abgelöst hatte. Und was die Herren dann zu bieten hatten, war zeittypischer Rock der Mittsiebziger mit großer Strahlkraft für die Weiterentwicklung des Rock. Schnörkellos könnte man auch sagen. Der größte Hit vom Album war "Can’t Get Enough". Deep Purple, King Crimson und Co. – Die Entstehungsgeschichte der Supergroup Bad Company Bei sogenannten Supergroups ist die Entstehungsgeschichte meistens auch ganz spannend, denn wer bereits in einer erfolgreichen Band spielt, der verlässt die oft nur aus guten Gründen um nochmal komplett von vorne anzufangen. Bei Paul Rodgers und Simon Kirke von "Free" hatte sich die Band so zerstritten, dass gefühlt keine Rettung mehr möglich war. Paul Rodgers und Simon Kirke gingen also gemeinsam auf die Suche nach neuen Mitmusikern. Mick Ralphs gefiel die musikalische Ausrichtung in die seine Band "Mott the Hoople" marschierte nicht so gut, da ging es zu sehr in die Richtung Glamrock. Und Bassist Boz Burrell von "King Crimson", der war sowieso sehr umtriebig. Vor der Zeit bei "King Crimson" war er schon mit seiner eigenen Band unterwegs gewesen, in der zum Beispiel Ritchie Blackmore, Ian Paice und Jon Lord spielten, die späteren Deep Purple. All diese Bandmitglieder kannten sich aus dem britischen Musikbusiness und so war es nicht besonders schwierig, sich zusammenzufinden. Dass die Bandmitglieder aus dem gleichen Dunstkreis kamen, wie man so schön sagt, hatte auch noch weitere Vorteile für die Band. "Weniger ist Mehr" – der Slogan gilt auch für Bad Company Bad Company sind schnell auf dem gleichen Label gelandet wie ihre Freunde von Led Zeppelin und konnten auch in deren Tonstudio Headley Grange ihr Debütalbum aufnehmen. Für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig ist Bad Company eines seiner liebsten Rockalben, wie er im SWR1 Meilensteine Podcast erzählt: Weil die Stücke [...] in einmaliger und genialer Art zeigen, wie viel mehr, weniger sein kann. [...] Die Arrangements auf diesem Album sind auf das Notwendigste reduziert und es ist auch diese einmalig, einfache und dann auch [...] raue Art an Rock heranzugehen, die ich so besonders finde an diesem Album. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über das Besondere am Album "Bad Company" Wenn die Instrumente grundsätzlich auf das Nötigste reduziert sind, dann bekommen die einzelnen Instrumente auch immer wieder die Möglichkeiten sich auszubreiten und zu glänzen. Das gilt natürlich auch für die sensationelle Rockstimme von Sänger Paul Rodgers. Der Grundsatz von Bad Company war: Zu viel Kleinteiliges lässt eine Platte auch klein wirken. Bad Company definieren mit diesem Album für mich den Ausdruck "Classic Rock"! Und wenn im Lexikon irgendwo "Classic Rock" steht, sollte direkt darunter der Name "Bad Company" stehen. Quelle: Stephan Fahrig über Bad Company und den Begriff "Classic Rock" The Doors, Deep Purple, Queen – Sänger Paul Rodgers war heiß begehrt Besonders beliebt und heiß umworben war Sänger Paul Rodgers. Nach seiner Zeit bei der Band Free, mit der er schon sehr erfolgreich gewesen war, hatten auch schon andere Bands an seine Tür geklopft und wollten mit dem Sänger zusammenarbeiten. Deep Purple zum Beispiel, oder auch The Doors, die nach dem Verlust von Jim Morrison auf der Suche nach einem neuen Frontmann waren. Zu der Zeit sagte Paul Rodgers aber "Nein" zu sämtlichen großen Namen und "Ja" zu seinem eigenen neuen Projekt Bad Company. Aber Paul Rodgers war nicht nur in jungen Jahren sehr geschätzt und begehrt bei anderen Musikgrößen. Von 2004 bis 2009 war Paul Rodgers der Sänger von keiner geringeren Band als Queen. Shownotes SWR1 Meilensteine zum Album "Led Zeppelin IV" SWR1 Meilensteine zum Album "Californication" "Bad Company" Doku auf Youtube Album Story zu "Bad Company Wie Bad Company den Blick auf "Supergroups" verändert hat Bad Company und Ronnie Lanes Mobile Studio Website von Bad Company ARD-Podcast-Tipp: "Musik ist eine Waffe – Die Geschichte von Ton, Steine, Scherben" Über diese Songs vom Album "Bad Company" wird im Podcast gesprochen (16:28) – "Can't Get Enough" (23:49) – "Ready for Love" (30:44) – "Don't Let Me Down" (34:29) – "Bad Company" (45:37) – "Seagull"
- 17.06.202465 min
Ed Sheeran ist aus der aktuellen Popmusikwelt gar nicht mehr wegzudenken. Egal was er anfasst, es funktioniert bei ihm anscheinend alles. Schon sein zweites Album "X" hat ihn zum absoluten Megastar gemacht. Alleine in Deutschland war das Album 199 Wochen, also knapp vier Jahre in den Albumcharts vertreten. In seiner Heimat Großbritannien hielt es sich sogar noch viel länger: 439 Wochen, also achteinhalb Jahre. Der größte Hit des Albums war der Song "Thinking Out Loud". Eine Ballade, die, so ehrlich müssen wir sein, schon irgendwie ziemlich kitschig klingt. Aber 3,7 Milliarden Menschen auf Youtube hat der Song und auch das Video offenbar gefallen, denn so oft wurde das Video bisher (Stand: 7. Juni 2024) angeschaut. Und nicht der Kitsch, sondern die Romantik ist auch für SWR1 Musikredakteurin Nina Waßmundt der Grund, warum sie das Album ganz persönlich so liebt. 'X' ist für mich vor allem ein Meilenstein, weil es für mich der romantische Soundtrack meiner Generation sozusagen ist, den Ed Sheeran damit geschaffen hat! Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über ihre persönliche Beziehung zu "X" Das Album "X" kam 2014 auch zu einem sehr passenden Zeitpunkt heraus. Zu der Zeit gab es vor allem sehr viel elektronische Hochglanz-Popmusik wie zum Beispiel von DJ Robin Schulz, Clean Bandit oder auch Katy Perry, die es in den Jahrescharts weit nach oben geschafft haben. Da hat Ed Sheeran mit seinen sehr akustisch- und organisch-klingenden Songs eine gewisse Vielfalt und auch einen Kontrapunkt in die Musikszene gebracht. Ich finde, er kriegt das, wie wenige, perfekt hin, auf der einen Seite dieses Gefühlvolle zu haben und auf der anderen Seite aber auch mit dem Rap und so was Cooles zu haben. Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über den musikalischen Mix von Ed Sheeran Das Ed-Sheeran-Erfolgsrezept Mit seiner speziellen Art zu singen hat er es geschafft, ein eigenes romantisches Ed-Sheeran-Genre zu erschaffen, erklärt Nina Waßmundt weiter. Dabei verbindet Ed Sheeran in seiner größtenteils sehr akustischen Popmusik Genres, die so bisher selten auf diese Art abgebildet worden sind, wie zum Beispiel auch Dance oder Hip-Hop. Dabei hilft ihm vor allem auch der Einsatz der für ihn typischen Loop-Station. Ein Teil des Erfolgs von Ed Sheeran macht, neben seiner Musik, auch seine charmante und bodenständige Art aus. Sheeran liebt es – das sehen wir in vielen älteren Videos auf Youtube – die Menschen zu animieren, mitzumachen. Damit hat er vor allem zu seiner Zeit als Straßenmusiker die Menschen zu sich gezogen. Und genau diese Videos und die Art, wie er Geschichten in seinen Musikvideos erzählt, machen ihn so charmant und nahbar. Er wirkt ja auch wie der "Nice-Guy" von nebenan. Das ist auch etwas, das sich über Social Media wahnsinnig gut transportiert. Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über Social Media und Ed Sheeran Auf Social Media setzt sich der Brite immer wieder gekonnt in Szene durch viele Aktionen, bei denen er Menschen überrascht und ihnen unvergessbare Momente beschert. Zum Beispiel, wenn er auf einer Hochzeit auftaucht und für das Brautpaar seinen Hit "Thinking Out Loud" singt, wenn er eine Schulband besucht und mit ihnen zusammen spielt, ohne dass die Kinder es wissen. Oder, wenn er nach seinem Konzert auch noch spontan beim Frankfurter Oktoberfest auftritt und das Festzelt zum Beben bringt. Im Gegensatz zu anderen Stars passiert das bei Ed Sheeran aber meistens ohne irgendwelchen Glitzer oder viel Glamour. Ein "Poster Boy" ist er deshalb trotzdem nicht. Für ihn soll die Musik im Vordergrund stehen und nicht unbedingt er selbst. Dazu passt auch, dass seine Plattencover anders, als bei anderen großen Stars nicht unbedingt sein Gesicht oder ihn zeigen, sondern einfach eindeutige Farben und eine einfache Symbolik. Bei seinen ersten fünf Alben (die Mathematics-Reihe) waren das neben dem Album "X" die mathematischen Symbole "+", "÷", "-" und "=". Auch aus Marketing-Gesichtspunkten war das mit Sicherheit schlau, da so immer sofort klar war: Das ist ein Ed Sheeran Album. Ed Sheeran hat die Zügel selbst in der Hand Ed Sheeran selbst ist nicht nur ein charmanter Performer, der bei Liveshows sein Publikum "fest im Griff hat", wie man sprichwörtlich sagt, er ist auch ein exzellenter Songwriter. Seine Songs kommen fast ausschließlich von ihm, aber nicht immer ganz alleine. Oft holt sich der Popstar Co-Autoren zu seinen Songs dazu, wie zum Beispiel Pharell Williams. Der ist bei seinem Song "Sing" mit dabei gewesen. Wie hat Sheeran Pharrell Williams dazu bekommen, mit ihm zusammenzuarbeiten, ist die große Frage? Als die beiden Künstler 2013 gemeinsam bei der Grammy-Verleihung waren, hat Ed Sheeran einfach seinen Charme spielen lassen, weiß SWR1 Redakteurin Jessica Pfeiffer. Ed Sheeran saß ein paar Reihen hinter ihm (Pharrell Williams) und hat gedacht: "Na ja gut, wenn ich ihn jetzt nicht anspreche, werde ich es niemals machen." Und dann hat er es auch getan. Ein paar Tage später waren sie dann zusammen im Studio. Quelle: Jessica Pfeiffer, SWR1 Redakteurin über die Zusammenarbeit von Pharell Williams und Ed Sheeran Wie es sich anhört, wenn die SWR1 Meilensteine Redaktion mit einer Loop-Station experimentiert, mehr Infos zu den Hintergründen von "X" und Ed Sheeran und auch, was dieses Album für die weitere Karriere von Ed Sheeran bedeutet hat, hört ihr in dieser Folge der SWR1 Meilensteine. Shownotes Youtube-Kanal von Ed Sheeran Ed Sheeran "Runaway" live at Roundhouse London 2014 Luca Sestak live beim Lahnsteiner Bluesfestival (2016) mit "Runaway" Ed Sheerans eigener Looper "Thinking Out Loud" Behind The Scenes Ed Sheeran Interview zum Album "Multiply" Ed Sheeran und Eminem performen gemeinsam in Detroit "Bloodstream" Musikvideo (mit Schauspieler Ray Liotta) SWR1 Meilenstein zum Album "+" von Ed Sheeran Podcast-Tipp: Die Taylor Swift Story Über diese Songs vom Album "X" wird im Podcast gesprochen (12:04) – "Sing" (17:34) – "Don't" (34:25) – "Thinking Out Loud" (49:10) – "Runaway" (55:26) – "Photograph" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (04:44) – "Auf Uns" von Andreas Bourani (05:10) – "Happy" von Pharrell Williams (15:24) – "Cry Me A River" von Justin Timberlake
Die Zahlen sprechen für sich! Mit acht gewonnenen Grammy-Auszeichnungen im Jahr 2000 und mehr als 30 Millionen verkauften Einheiten hat Gitarrenlegende Carlos Santana mit seinem Album "Supernatural" offenbar einen Nerv getroffen. Er und seine Band haben dafür die eigene Musik aus den 60ern und 70ern quasi ins neue Jahrtausend gehoben. Geholfen haben dabei vor allem auch ganz viele Gastmusiker. Kaum jemand hatte das zuvor für möglich gehalten, was für Santana selbst schon klar war, mit Hilfe vieler Musikerinnen und Musiker verschiedener Generationen und Genres neue Magie entstehen zu lassen. Quelle: Frank König, SWR1 Meilensteine Moderator über die Idee zum Album "Supernatural" Carlos Santana verbindet seine "alte" Musik mit neuen Künstlern Mit "Blues-Rapper" Everlast bedient Santana auf dem Album auf der einen Seite die etwas düstereren Klänge, beim Song "Maria Maria", dem größten Hit der Platte, hat Carlos Santana noch die Rapgruppe The Product G&B (bestehend aus Mitgliedern der "Fugees") dazugeholt und so im November 1999 auch einen richtigen Mainstream Radiohit gelandet. Der Song war so gut und erfolgreich, dass sich 2018 DJ Khaled und Rihanna die Musik nochmal geschnappt haben und sogar noch einen neuen Song daraus gemacht haben: "Wild Thoughts". Und auch diese Version ging durch die Decke und hat inzwischen mehr als eine Milliarde Aufrufe auf dem offiziellen Youtube-Kanal von DJ Khaled – und damit mehr als doppelt so viele, wie das Original von Santana selbst. "Supernatural" ist das Comeback für Santana Das Santana etwas an ihrer Musik ändern mussten war offensichtlich. Zumindest, wenn sie kommerziell erfolgreich sein wollten, denn der große Erfolg, den die Band in den 70er-Jahren zweifelsohne hatte, war spätestens seit dem Album "Shangó" aus dem Jahr 1982 vorbei. Das war die letzte Platte, die zumindest in den USA noch mit Gold ausgezeichnet wurde. Danach war die Band global zwar nicht in der Versenkung verschwunden, aber weder in den USA, Großbritannien oder Deutschland hatte es die Gruppe um Gitarrenlegende Carlos Santana in die Top Ten geschafft – mit keinem der folgenden vier Alben. Erst "Supernatural" brachte die Wende und katapultierte die Band wieder (wortwörtlich) an die Spitze der Albumcharts. Es gab mehrfache Platinauszeichungen in den USA, Großbritannien, Österreich, der Schweiz und auch bei uns in Deutschland. Fast zwei Jahre konnte sich das Album bei uns in den Charts halten. Es ist sehr abwechslungsreich, wir haben ganz, ganz viele unterschiedliche Klangfarben mit dabei [...] Santana hat es geschafft auf diesem Album irgendwie die Musiklandschaft zu der Zeit abzubilden. Das macht das Album wirklich zu etwas Besonderem. Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über die Qualität von "Supernatural" Der Ursprung von "Supernatural" – ein Traum von Carlos Santana In der Musik von Carlos Santana und seiner Band geht es viel um Gefühl und Spiritualität, das zeigt auch sich auch am Plattencover von "Supernatural". Da fällt es nicht schwer zu glauben, dass die Idee zu diesem Mehrgenerationen-Album eine Idee ist, die er aus einem Traum hat, wie SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast erzählt. Das war noch drei Jahre, bevor das Album dann endlich erscheinen sollte. Die große Problematik von Santana zu der Zeit: Die Gruppe hatte nicht einmal einen Plattenvertrag. Viele Labels hielten Bandleader Carlos Santana zu dem Zeitpunkt einfach schon für zu alt, wie Benjamin Brendebach erklärt. Schlussendlich taten sich Santana dann wieder mit dem Mann zusammen, der sie schon in den 60er-Jahren unter Vertrag genommen hatte: Mit Arista-Records-Gründer Clive Davis. Der kannte sich zum einen mit Comebacks aus und hat zum anderen vor allem auch viele junge Künstler und Künstlerinnen aufgebaut und groß gemacht, wie zum Beispiel Whitney Houston, Bruce Springsteen, Pink Floyd, Alicia Keys und viele mehr. Der epische Gitarrensound von Carlos Santana Das Besondere an dem Gitarrenspiel von Carlos Santana ist, dass er mit seinen Melodien immer etwas aussagen möchte und das mit ganz viel Gefühl verpackt. Das Wichtigste am Gitarrensound von Carlos Santana ist jedoch seit 1981 die Gitarre selbst, erklärt SWR1 Musikredakteur und Gitarrist Benjamin Brendebach. Santana spielt immer eine Gitarre der Marke "Paul Reed Smith". Die ist sowas wie eine Kombination aus der legendären "Les Paul", die unter anderem Slash von Guns'n'Roses spielt und einer "Stratocaster", die wir auch von Gitarrenlegenden wie Eric Clapton kennen. Darüber hinaus machen natürlich auch der Gitarrenverstärker und die Effektgeräte, wie die Verzerrung einen Teil seines Sounds aus, über den wir noch tiefgreifender im Podcast sprechen. Shownotes Rolling Stone-Artikel aus dem Jahr 2000: The Epic Life Of Carlos Santana "Supernatural"-Review bei Allmusic Santana: "Corazón" (Live aus Mexiko) Youtube-Kanal von Carlos Santana SWR1 Meilensteine-Folge zu "The Miseducation of Lauryn Hill" ARD-Podcast-Tipp: "Geisterjäger" Über diese Songs wird vom Album "Supernatural" wird im Podcast gesprochen (10:16) – "Love Of My Life" (24:19) – "The Calling" (26:35) – "Put Your Lights On" (35:30) – "Smooth" (41:19) – "Do You Like The Way" (43:47) – "Maria Maria" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (17:27) – "Gravedigger" von Dave Matthews (29:48) – "What It's Like" von Everlast (40:47) – "To Zion" von Lauryn Hill (49:08) – "Wu‐Tang Clan Ain’t Nuthing ta F’ Wit" von Wu-Tang Clan (50:03) – "God Made Me Funky" von The Headhunters (50:32) – "Dirty Dancin'" von Product G&B (54:11) – "Macarena" von Los Del Rio (54:22) – "La Bamba" von Los Lobos (54:31) – "Livin' La Vida Loca" von Ricky Martin
- 03.06.202468 min
Auf "Californication" zeigen die Red Hot Chili Peppers ihre Narben, das Kalifornien, das sie in den 90ern erleben und in manchen Songs auch den harten Alltag von Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Die gesamte Platte ist ein Wendepunkt in ihrer Karriere, eine Art Wiedergeburt. Mehr als 15 Millionen Mal hat sich "Californication" bereits verkauft. Geschichte der Red Hot Chili Peppers Mit dem Album "Blood Sugar Sex Magik" 1991 ebneten die Red Hot Chili Peppers ihren speziellen Sound. Harte Rock & Funk Grooves trafen auf den stakkatohaften Sprechgesang von Anthony Kiedis — das war etwas ganz Neues und machte "Blood Sugar Sex Magik" zu einem echten "Signature"-Album. Die Single "Under The Bridge" wird zu einem Riesenhit. Für Gitarrist John Frusciante wird der Erfolg zu viel und bedingt durch seine schwere Heroinsucht steigt er 1992 aus. Die Peppers holen sich Dave Navarro als Ersatz, "One Hot Minute" heißt ihr gemeinsames Album im Jahr 1995. Danach wird es wild, die Red Hot Chili Peppers führten ein Leben zwischen Live-Gigs, Drogenexzessen, Selbstzerstörung und Selbstfindung. Produktion von "Californication" 1998 beschließt die Band ein neues Album aufzunehmen, mit einem vollkommen neuen Sound. Es sollte elektronischer werden. Sie fragten verschiedene namenhafte Produzenten an, darunter David Bowie, Daniel Lanois und Brian Eno — doch alle sagten ab. Daher blieben sie bei ihrem Erfolgsproduzenten Rick Rubin. Geprobt wurde in der Garage auf dem Anwesen von Bassist Flea. Dave Navarro erschien immer wieder unter Drogen bei den Sessions, weshalb die Peppers nicht länger mit ihm zusammenarbeiten wollten. Im Jahr zuvor begann ihr alter Bandkollege John Frusciante einen Entzug und schaffte es, seine Heroin-Abhängigkeit zu bekämpfen. Vielleicht war es Schicksal, er kehrte zu den Peppers zurück, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt körperlich in einem wahnsinnig schlechten Zustand befand. Sie probten gemeinsam, schrieben Songs — die Band-Chemie stimmte einfach und dann nahmen sie mit "Californication" einen echten Meilenstein auf. Die ganze Band ist einfach Monster! Das ist eine der wenigen Bands, wo jeder Musiker in Fachmagazinen permanent auftaucht. [...] Die sind von Ihrem Stil her absolut prägend und Vorbilder für Ihre Instrumente. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war zwar John nach seinem Entzug wieder clean, Anthony jedoch noch nicht. Er hatte 1995 einen Rückfall erlitten und wurde erst später, im Jahr 2000, clean. Und auch Schlagzeuger Chad Smith war bis 2004 alkoholabhänigig. Die Jungs verband zeitlebens ein trauriges Schicksal: alle waren auf unterschiedliche Arten schwer drogenabhängig. Der Opener "Around The World" handelt von der Schönheit der Welt und dem hektischen Tourleben. Es sind autobiografische Texte von Anthony Kiedis, mit denen er Bilder und Metaphern im Kopf der Hörer und Hörerinnen entstehen lässt, die sich wie ein roter Faden durchs Album ziehen. Für Markus Kavka und seine damalige Arbeit bei Viva 2, war "Californication" einer der wichtigsten Releases überhaupt. Vor allem die musikalisch und auch textlich vollkommen neuen Ebenen, die sich aufgetan haben, haben Kavka persönlich sofort begeistert. "Scar Tissue" — Das Narbengewebe der Red Hot Chili Peppers Die Lead-Single "Scar Tissue" erschien bereits zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Albums, am 25. Mai 1999 und gewann einen Grammy für den besten Rocksong 2000. Für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig ist der Song eine Blaupause des Red Hot Chili Peppers-Sounds, der danach entstanden ist. John Frusciante musste sein Gitarrenspiel erst langsam wieder erlernen, spielt ganz einfache Akkordfolgen, diese aber wunderschön aufteilt auf dem Griffbrett. Er nimmt sich total zurück. Sein Gitarrensolo am Ende des Songs gilt laut dem Fachmagazin "Guitar World" als "eines der besten Gitarrensoli der Rockgeschichte. Er ist für mich persönlich einer der größten Gitarristen auf dieser Welt ever. Im Studio schon gut und live ohne Erbarmen. Man hört selbst bei diesem 30-sekündigen Solo was dieser Mensch für einen Schmerz hat, was für eine Fallhöhe generell in seinem Leben und was das für ein super sensibler Geist ist. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig über John Frusciante Nach diesem ersten Ausstieg und nach diesem Entzug hat John Frusciante einen komplett eigenen Stil in die Band mit eingebracht, den es zuvor in dieser Form noch nicht gab. Der Song "Scar Tissue" steht für die Wiedergeburt dieser Band und ist für Kavka quintessenziell für alles, was die Red Hot Chili Peppers ausmacht. Das Video zum Song zeigt die Peppers völlig vernarbt mitten in der Wüste. Auch die Autobiographie von Sänger Anthony Kiddies trägt den Namen "Scar Tissue" im Titel. Um welche Narben es sich hier genau handelt, die die Jungs nicht nur in ihren Songs verarbeiten, hören Sie im Podcast. "Californication" — Die dunkle Seite des amerikanischen Traums "Californication" erzählt die Geschichten von wandernden Seelen, die auf der Suche nach dem amerikanischen Traum in Kalifornien vom Weg abgekommen sind. "Californication" ist die Kritik am vermeintlich oberflächlichen kalifornischen Lifestyle, ein Song über den Verfall der künstlichen Gesellschaft, wie sie von den Red Hot Chili Peppers wahrgenommen wird. Es ist die dunkle Seite des amerikanischen Traums, von dem sie wissen, dass sie selbst Teil des Ganzen sind. "Californication" war für viele junge Menschen von sehr großer Bedeutung und hält bis heute noch nach. Was ich an dem Text auch so toll finde ist, dass einem nicht erzählt wird, was Sache ist, sondern es wird einem mit Bildern vor Augen geführt. Und das finde ich halt sehr, sehr poetisch. Und wenn man den Song mit geschlossenen Augen hört, dann hat man eigentlich die ganze Zeit über fast so eine Art Film vor seinem inneren Auge. Quelle: Musikjournalist Markus Kavka über "Californication" "Californication" ist für mich die Basis für den zweiten und bis heute andauernden Teil der Bandgeschichte und ist wirklich für mich bis heute ihr bestes Album. Ich glaube auch, dass da kein besseres mehr kommt! Quelle: Musikjournalist Markus Kavka über "Californication" "Californication" von Red Hot Chili Peppers – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Mehr über das Geheimnis hinter der Komposition und Produktion von "Californication", die umstrittene Soundqualität, was es mit dem brennenden Schwimmbad auf dem Cover auf sich hat und noch vieles mehr, erfahren Sie im Meilensteine Podcast zu "Californication" von Red Hot Chili Peppers. Shownotes Meilensteine Eagles – "Hotel California" Podcast-Empfehlung "Fuck you very, very much!" mit Interview-Gast Markus Kavka und Jennifer Weist YouTube-Video von "Otherside" Der originale Cover-Entwurf zu "Californication" Buchtipp:"Scar Tissue (Give it Away)" Anthony Kiedis: Der Sänger der Red Hor Chili Peppers – Die Autobiographie Über diese Songs vom Album "Californication" wird im Podcast gesprochen (12:15) – "Around The World" (20:42) – "Scar Tissue" (35:19) – "Other Side" (44:03) – "Californication" (1:00:15) – "Road Trippin'" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (05:16) – "MfG" von den Fantastischen Vier (05:55) – "You Get What You Give" von New Radicals (06:46) – "Under The Bridge" von Red Hot Chili Peppers
Produktionsgeschichte von "From Elvis In Memphis" Elvis musste für dieses Album zunächst sein Label RCA davon überzeugen, einen neuen Weg einzuschlagen und in seiner Wahlheimat Memphis aufzuzeichnen. Dort gab es ein Studio, das wegen des Sounds sehr angesagt war, das American Sound Studio. Elvis wollte etwas Neues ausprobieren und nie wieder einen Song singen, den er nicht singen möchte. Bis dahin machte Elvis fast nur noch Soundtracks für Filme und keine Studioalben. Mit "From Elvis In Memphis" feiert er daher nicht nur sein Studioalbum-Comeback, sondern vollzieht zudem einen musikalischen Stilwechsel in eine Richtung, die damals sehr modern war. Die Aufnahmen zu "From Elvis In Memphis" fanden im Januar und Februar 1969 statt. Währenddessen war Elvis gesundheitlich stark angeschlagen, hat die Produktion dennoch abschließen können, obwohl seine Stimme zwischenzeitlich fast weg war. Der Mann hatte richtig Energie und ich finde das hört man einfach, das ist so präsent, das ist Wahnsinn. Elvis war zu dem Zeitpunkt ganz oben, was seine Performance anging. Quelle: SWR1 Online-Redakteur Marcus Netscher Das Erfolgsgeheimnis des King of Rock'n'Roll Auf "From Elvis In Memphis" befinden sich vier Original- und acht Cover-Versionen — in einer Zeit der großen Songwriter, wie John Lennon, Paul McCartney oder Bob Dylan. Für Elvis war es jedoch nichts Außergewöhnliches Songs zu covern oder vielmehr zu veredeln. Er hat damit zwar keine musikalischen Innovationen gebracht, aber gemacht, was zu ihm passt — eine unnachahmliche Mischung aus Country, Soul und Funk. Elvis hat seinen Stil in die neue Zeit übertragen und das gelingt offensichtlich genauso gut auch mit Cover-Versionen, wenn nicht durch den Wiedererkennungswert vielleicht sogar noch besser. Er hat sich einfach zu dem Zeitpunkt oder er wurde einfach zu diesem Zeitpunkt neu erfunden. Quelle: SWR1 Online-Redakteur Marcus Netscher Um 1970 traf Elvis den Entschluss ein eigenes Markenzeichen zu entwickeln und das "TCB-Logo" wurde geboren: Ein Zeichen mit einem Blitz und den drei Großbuchstaben "TCB", die für "Takin' Care Of Business" (Anmerkung der Redaktion: Sich immer schön um das Geschäft kümmern) stehen. Das war nicht nur Elvis' Lebensmotto, sondern auch der Name seiner Band, die ihn bis zum Ende fast immer auf den Touren begleitet hat. Elvis in Vegas Presleys Manager Colonel Tom Parker fixierte am 31. Juli 1969 einen Auftritt für Elvis in Las Vegas. Nach Elvis' damaligem Karrieretal war das für ihn eine große Chance — und er nahm sie wahr. Die Show wurde ein voller Erfolg! Zweimal am Abend konnte man fortan den King für zwei Stunden live sehen und das über Wochen. "In The Ghetto" Der sozialkritische Titel "In The Ghetto" geht unter die Haut. Er erzählt von einer Geschichte, die heute so aktuell wie damals ist, über den niemals endenden Kreislauf von Armut und Kriminalität im Ghetto von Chicago und hinterlässt ein mulmiges Gefühl in der Magengrube, findet SWR1 Musikredakteur Frank König. Elvis soll selbst Angst davor gehabt haben, dass der Song zu sehr polarisieren könnte. Doch das Gegenteil war der Fall: Die Menschen haben ihn für dieses Lied geliebt — "In The Ghetto" erreichte weltweit Top-Platzierungen, in Deutschland sollte es sogar der einzige Nummer-eins-Hit von Presley werden. Biopic von Elvis Presley Der King of Rock'n'Roll ist nicht nur noch immer einer der größten Musiker aller Zeiten, sondern auch der Solokünstler mit den meisten verkauften Platten. Im Juni 2022 bekam er dazu ein filmisches Denkmal — "Elvis" heißt das Biopic unter der Regie von Baz Luhrmann. Von 1967 bis 1973 war Priscilla Presley mit Elvis verheiratet. Regisseurin Sofia Coppola hat diese Liebesgeschichte auf Vorlage von Priscilla Beaulieu Presleys Buch "Elvis and Me" verfilmt und Anfang 2024 in die Kinos gebracht. "From Elvis In Memphis" von Elvis Presley – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Mehr zu Presleys legendären Las Vegas-Shows, warum der Song "Only The Strong Survive" innerhalb von drei Monaten gleich zweimal rauskam, "Suspicious Minds" es nicht auf die LP geschafft hat, obwohl es einer seiner größten Songs war und warum das Album unter massiven Spannungen produziert wurde, das und vieles mehr, hören Sie im SWR1 Meilensteine Podcast "From Elvis In Memphis". Allein diese Basslinie in "I'm Moving On" lohnt die Anschaffung dieses Albums würde ich sagen, so genial ist sie. Quelle: SWR1 Musikredakteur Christian Pfarr über den Song "I'm Moving On" Shownotes Offizieller Youtube-Kanal von Elvis Presley Über diese Songs vom Album "From Elvis In Memphis" wird im Podcast gesprochen (06:31) – "Wearin' That Loved On Look" (09:23) – "Only The Strong Survive" (13:30) – "I'm Movin' On" (16:13) – "Gentle On My Mind" (20:21) – "After Loving You" (21:32) – "In The Ghetto" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (10:34) – "Only The Strong Survive" von Jerry Butler (24:24) – "Suspicious Minds" von Elvis Presley
Nachdem David Bowie 1973 im Hammersmith Odeon seine eigene Kunstfigur Ziggy Stardust, mit der er eineinhalb Jahre lang live aufgetreten war, zum Schock vieler Fans zerstörte, stand Bowie vor einem Scheideweg: Wie sollte es weiter gehen? Das Ergebnis hören wir auf "Diamond Dogs". Heinz Rudolf Kunze zu Gast im Meilensteine-Podcast über David Bowie Für den Musiker, Musikjournalisten und vor allem David-Bowie-Experten Heinz Rudolf Kunze war die Zeit nach Ziggy Stardust eine ganz besondere Phase in der Karriere von David Bowie: Die Diamond-Dogs-Phase war die vielleicht gefährlichste in Bowies Laufbahn. Ziggy ist zu den Akten gelegt. Wer oder was würde er nun werden? Quelle: Heinz Rudolf Kunze 1985 in einer NDR-Reihe über David Bowie Auch nach "Diamond Dogs" gab es noch prekäre Phasen in der Karriere von David Bowie, wie Heinz Rudolf Kunze im Podcast erzählt. Die Phase von "Diamond Dogs", war für Heinz Rudolf Kunze damals so gefährlich, weil das sehr erfolgreiche Ziggy-Stardust-Konzept komplett beendet wurde und Bowie mit "Diamond Dogs" quasi vor einem Neuanfang stand, der auch hätte schief gehen können. Das war ein "Alles oder Nichts" Promotion-Coup! Es war eine geniale, aber wenn es schief gegangen wäre, eben auch selbstmörderische Maßnahme von der Bühne herab 1973. Quelle: Heinz Rudolf Kunze über das plötzliche Ende von Ziggy Stardust David Bowie ist ein musikalisches Chamäleon Glücklicherweise hat das Album "Diamond Dogs" die Karriere von David Bowie nicht beendet, sondern Bowie als Ausnahmekünstler hat sich mit diesem Album gewandelt und gleichzeitig auch an sein vorheriges Album "Aladdin Sane" angeknüpft. Und durch die Musiker, mit denen Bowie auf "Diamond Dogs" zusammengearbeitet hat, die aus unterschiedlichen Genres kamen, hat er selbst auch seine Bandbreite erweitert. Niemand anders hat es so geschafft den Wandel und den Schock und die Irritation des Publikums so zum Prinzip zu erheben wie David Bowie. Quelle: Heinz Rudolf Kunze über die Wandlungsfähigkeit von David Bowie Inhaltlich ist Bowies "Diamond Dogs" eine Dystopie Nach dem Glanz und Glamour von Ziggy Stardust kommt bei David Bowie der menschliche Abgrund, die Dystopie. Es ist ein düsterer und apokalyptischer Blick in die Zukunft. Inspiriert dazu haben David Bowie unter anderem Fritz Langs Film "Metropolis", George Orwells Klassiker "1984" und auch die Werke von William S. Borroughs. Bowie schaut auf "Diamond Dogs" in die Zukunft und sieht in seinem Song "Future Legend" verstörende Dinge. Zum Beispiel "Flöhe, die so groß wie Ratten sind und Ratten, die so groß wie Katzen sind". Definitiv kein rosiger Blick in die Zukunft. Musikalische Inspiration gab es auch von den Rolling Stones Musikalisch hat sich David Bowie auf "Diamond Dogs" sehr viel bei seinen Kollegen und Freunden bedient wie zum Beispiel auch bei der Gitarrenarbeit, die teilweise einen deutlichen Rolling Stones Stempel trägt. Mit "Diamond Dogs" hat sich David Bowie von Großbritannien auch in Richtung USA orientiert. In Großbritannien und Europa war Bowie spätestens nach seiner Ziggy Stardust Zeit ein absoluter Megastar. Die USA hingegen waren noch ein Markt, den er gerne noch erobern wollte. Deshalb erkennen wir auf seinem Album auch immer wieder musikalische Elemente von Künstlern, die in den USA bereits sehr erfolgreich waren. Einige davon kamen auch aus dem amerikanischen Funk und Soul Bereich, wie zum Beispiel von den Temptations oder auch Bill Withers. Es passt in die Version, ins Konzept, in diese große übergeordnete Idee Amerika zu erobern. Quelle: Heinz Rudolf Kunze im Podcast über die Inspirationsquellen beim Album "Diamond Dogs" Ob das alles nun Inspiration, Diebstahl oder eine Leihgabe ist, darüber wird auch in diesem Podcast gestritten. Aber auch über die Rolling Stones hinaus hat David Bowie sich für "Diamond Dogs" an anderen Stellen musikalisch "inspirieren" lassen. Wo genau, das hören Sie im Meilensteine Podcast zu "Diamond Dogs" von David Bowie. Shownotes Meilenstein-Folge zum Album "Court And Spark" von Joni Mitchell Meilenstein-Folge zum Album "Let’s Dance" von David Bowie Meilenstein-Folge zum Album "The Rise and Fall of Ziggy Stardust…" Offizieller Youtube-Kanal von David Bowie Bruce Springsteen singt "Rebel Rebel" live Über diese Songs vom Album "Diamond Dogs" wird im Podcast gesprochen (11:40) – "Future Legend" (29:01) – "1984" (37:11) – "Rock'n'Roll With Me" (44:07) – "Sweet Thing – Candidate – Sweet Thing Reprise" (01:04:39) – "Rebel Rebel" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen: (15:23) – "It's Only Rock'n'Roll (but I LIke It)" von den Rolling Stones (23:01) – "Brown Sugar" von den Rolling Stones (23:32) – "Blackstar" von David Bowie (34:57) – "Papa Was a Rolling Stone" von The Temptations (41:42) – "Lean On Me" von Bill Withers (01:00:02) – "Zion" von David Bowie (01:00:26) – "Changes" von David Bowie (01:00:59) – "Lady Madonna" von The Beatles (01:01:24) – "Negativland" von Neu! (01:07:13) – "The Last Time" von den Rolling Stones
Bei "Disintegration" geht es um den Tod und das Altern und das alles in einem schaurig-schönen, düsteren Klanggewand mit Songs, die sich selbst viel Zeit und Raum geben, um sich zu entfalten. Zum Beispiel der Song "Pictures of You", da wird sich richtig Zeit gelassen. Bei dem Song starten die Vocals von Frontmann Robert Smith, die fast schon so was wie eine Anleitung für Herzschmerz und Trauer sind, erst nach über zwei Minuten. Ich sehe uns auf diesem Album, wenn ich das Bild aufmachen will im Spa-Bereich im Hotel "Zur dunklen Seele des Robert S." und er ist der Bademeister und lässt uns gleich im ersten Song ("Plainsong") ein großes Bad ein. Mit den The-Cure-Badezusätzen, die wir brauchen. Da ist Melancholie, da ist Hall, da ist Einsamkeit, da ist Größe, da ist Verlorensein – alles das tut er rein. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Disintegration" von The Cure Zu Gast in dieser Folge der SWR1 Meilensteine ist Heiko Maile von der deutschen Band Camouflage, die mit "The Great Commandment" und "Love Is a Shield" auch in den 80ern zwei große Hits hatten. Dank des Managements hatte die Band 1989 schon die Möglichkeit, vor der Veröffentlichung von "Disintegration" in das Album von The Cure reinzuhören. Heiko Maile erinnert sich noch daran, wie die Band das Album "Disintegration" während eines bitterkalten Videodrehs zum ersten Mal gehört hat. Da kam der A&R-Manger von der Firma und hatte dieses Tape dabei von The Cure, "Disintegration" [...] Dann haben wir das quasi damals im Auto am Strand in Sankt Peter-Ording das aller erste Mal gehört und das werde ich nie vergessen! Sehr beeindruckend! Quelle: Heiko Maile von "Camouflage" über das erste Mal "Disintegration" Die Musik bekommt viel Platz bei The Cure Wie auch bei "Pictures of You" startet der Opener des Albums mit einem langen Intro. Beim "Plainsong" macht The Cure auch genau, was der Titel sagt. Es ist eigentlich ein einfacher Song, der aber mit vielen Klangflächen arbeitet und den Hörer schön langsam in das Album hineinzieht. Langsam aber mit einem epischen großen Sound. Ich denke, es ist einfach ein Ort, den sie (The Cure) da festlegen. Also sie holen dich ab und sagen: “Hier, das ist unser Ort, damit fangen wir an!” [...] Jeder, der das nicht aushält, sollte die Platte dann auch nicht weiterhören! Das ist wie ein Statement! Quelle: Heiko Maile von "Camouflage" über den Song "Plainsong" The Cure arbeiten aber nicht nur mit großen epischen Sounds auf "Disintegration". Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge in den Songs, die sie so besonders machen. Beim Erfolgssong "Lullaby" zum Beispiel besingt Robert Smith den Spinnenmann, der sich immer näher heranschleicht. Diesen Spinnenmann können wir im Song sogar richtig eindeutig hören, in Form der hohen gezupften Töne schleicht sich der Spinnenmann Schritt für Schritt immer näher an sein Opfer. Unglaublich, wie schön bedrohlich das im Song klingt. The Cure sind der Dauerbrenner bei MTV Noch intensiver wird das "Lullaby"-Erlebnis, wenn man sich das Musikvideo zum Song anschaut. In dem liegt Sänger Robert Smith in Spinnenweben eingewickelt im Bett und wartet eigentlich nur darauf, dass der Spinnenmann näher kommt und ihn auffrisst. Beim Musiksender MTV war das Video damals ein echter Dauerbrenner. Auch wenn es bei den meisten Songs auf "Disintegration" eher düsterer zugeht, die traurige Melancholie ist ja bei Robert Smith und Co. quasi ihr Markenzeichen, gibt es auch ein kleines Stimmungshoch: "Lovesong". Der Song ist sozusagen der Teil der Platte, der für die emotionale Dynamik zuständig ist. "Lovesong" ist dabei eine Liebeserklärung an Mary Poole, die langjährige Freundin von Sänger Robert Smith. Auch Megastar Adele hat "Lovesong" schon gecovert, in einer deutlich düstereren Variante als The Cure – aber nicht weniger schön. "Disintegration" – Der persönliche Schlusspunkt von The Cure Für SWR1 Meilensteine Gast Heiko Maile von Camouflage ist "Disintegration" so was wie "der Schlusspunkt von The Cure", erzählt der Musiker im Podcast. Weil, ich bin Ultra-Fan von dem Frühwerk. Als es in "Disintegration" ging [...] das schließt auch so ein bisschen meine The Cure Zeit ab. In "Disintegration" steckt irgendwie auch fast alles, was vorher schon da war. [...] Wenn ich jetzt jemandem ein Album empfehlen müsste, würde ich schon auch das Album nehmen, weil da steckt schon sehr viel drin von The Cure. Quelle: Heiko Maile von "Camouflage" über The Cure und "Disintegration" Shownotes Der offizielle Youtube-Kanal von The Cure Musikvideo zu "Love Is a Shield" von Camouflage Musikvideo zu "Lullaby" von The Cure "Lovesong" in der Coverversion von Adele Website von Camouflage Über diese Songs vom Album “Disintegration” wird im Podcast gesprochen (15:09) – "Plainsong" (22:06) – "Lullaby" (34:19) – "Lovesong" (41:32) – "Pictures of You" (53:23) – "Disintegration" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (04:34) – "The Great Commandment" von Camouflage (04:50) – "Love Is a Shield" von Camouflage (08:17) – "Raw Like Sushi" von Neneh Cherry (08:27) – "Seeds of Love" von Tears for Fears (20:07) – "Chariots of Fire" von Vangelis (39:03) – "Lovesong" (Cover) von Adele (55:47) – "Running Up That Hill" von Kate Bush
Mit über 3 Millionen verkauften Exemplaren ist "4630 Bochum" eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten und ein Meilenstein für die deutsche Rockmusik, der Jahrzehnte geprägt und überdauert hat. Herbert Grönemeyer hat hier seinen ganz eigenen Stil gefunden und damit das Fundament für seine Karriere gelegt. Grönemeyers Anfänge Musikalisch war Grönemeyer bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines fünften Albums "4630 Bochum" noch ziemlich erfolglos. Er hatte bereits vier Alben mit seiner damaligen Plattenfirma aufgenommen, die jedoch auf wenig Interesse gestoßen sind, sodass ihm Intercord schließlich den Vertrag gekündigt hat. Daraufhin nimmt ihn EMI unter Vertrag, zwischen Januar und März 1984 wird "4630 Bochum" in deren Tonstudios in Köln aufgenommen. "4630 Bochum" – Der große Durchbruch für Grönemeyer "4630 Bochum" ist für Herbert Grönemeyer nicht nur kommerziell, sondern auch künstlerisch der große Durchbruch. Er hat seinen Stil gefunden, er hat sich gefunden und auch seine Band, mit der er noch bis heute zum großen Teil zusammenspielt. Es ist auch eines dieser Alben, die deutschsprachige Rockmusik neu definiert haben, also zumindest einen Teil davon. Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach Westernhagen war zu diesem Zeitpunkt eher ein Blues-Rocker, der selbsternannte Panikrocker Udo Lindenberg hatte punkige Einflüsse und die Neue Deutsche Welle war eher auf Unterhaltung aus. Peter Maffay machte Schlagerrock und Grönemeyer hat eigentlich damit angefangen, richtigen deutschen Rock-Pop zu machen. Er hat mit "4630 Bochum" etwas ganz Eigenes geschaffen und diesem Stil ist er bis heute treu geblieben. Das Album besteht aus einer A- und einer B-Seite, wobei die Songs auf der A-Seite des Albums tatsächlich zu Hits wurden, während sich auf der B-Seite die etwas Abseitigeren befanden. "Bochum", "Männer", "Flugzeuge im Bauch", "Alkohol" und "Amerika" sind die Songs, die auch heute noch fast jeder kennt. "Bochum" – Eine musikalische Liebeserklärung Grönemeyer ist im niedersächsischen Clausthal-Zellerfeld geboren, aber in Bochum aufgewachsen. Mit seiner musikalischen Liebeserklärung an die Stadt hat er Bochum ein Denkmal gesetzt. Über London, Berlin, Rio oder New York gibt es hunderte Songs, sogar über Köln, gibt es unzählige musikalische Liebeserklärungen, aber über Bochum und das Ruhrgebiet nur eine: Grönemeyers "Bochum". Bis zum heutigen Tage wird vor jedem Heimspiel des gleichnamigen VFL, die Hymne an die Stadt, die Menschen und den Verein gespielt. Wie tief diese Hymne in die Herzen der Menschen geht, ist auf Grönemeyers Konzerten zu spüren, wenn alle Besucher und Besucherinnen dieses Lied mit ihm gemeinsam singen. Bochum ist tatsächlich eine Heimatliebe-Hymne für alle, die Emotionen schwappen auf alle über. Quelle: SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld "Bochum" ist international produziert, ein Song zum Mitsingen, bei dem im Hintergrund trotzdem sehr viel passiert, hier kommt einfach alles zusammen. Es sind diese Bruchstücke, die bei Grönemeyer hängen bleiben. Das ist gar nicht der ganze Text, sondern es sind einzelne Wörter, die er herausgreift, die er phrasiert und die er so rausarbeitet, dass sie jeder immer versteht. Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach Grönemeyers Umgang mit der deutschen Sprache Der Weg der Emanzipation vom deutschsprachigen Rock und Pop weg vom Schlager, aber auch weg von der englischen Sprache, ist bis heute ein ziemlich steiniger. Es musste eine eigene deutsche Ausdrucksweise gefunden werden und das ist vielen Musikern nicht leicht gefallen. Udo Lindenberg ist auf diesem Gebiet ein Pionier, der praktisch seinen eigenen Pop-Dialekt für sich geprägt hat. Und auch Grönemeyer hat einen ganz eigenen Weg gewählt mit der deutschen Sprache umzugehen: Herbert Grönemeyer macht das Deutsche noch kantiger als es ohnehin schon ist und bellt die Silben förmlich raus. Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König Was Grönemeyer so besonders macht Grönemeyer ist insgesamt eigentlich eher eine Art "Anti-Star" in fast allen Belangen, SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld vermutet dahinter auch sein Erfolgrezept "Er ist Grönemeyer, so wie er halt ist" — er wirkt absolut authentisch. Ein wichtiger Fakt ist, dass Grönemeyer in fast allen Fällen zuerst die Musik schreibt und später den Text. Oft hat er zu dem Zeitpunkt selbst noch keine Ahnung, was er auf die Musik singen wird. In einem Interview hat er SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld verraten, dass er sich später selbst darüber wundert, was ihm da eigentlich so gelungen ist. Diese Bilder zu finden, die jeder irgendwie versteht und zwar ohne sie vorher zu kennen, das ist das, was Grönemeyer ausmacht. Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach "4630 Bochum" von Herbert Grönemeyer – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Zum 40-jährigen Jubiläum von "4630 Bochum" erscheint am 7. Juni 2024 eine Neuauflage mit dem Titel "4630 Bochum (40 Jahre Edition)" bei seiner eignenen Plattenfirma "Grönland Records". Darauf befinden sich unter anderem fünf musikalische Neuinterpretationen von bekannten deutschen Künstlern der neuen Musikgeneration, wie beispielsweise "Flugzeuge im Bauch" von CÉLINE und Herbert Grönemeyer. Noch mehr über die unzähligen Cover-Versionen und Neuauflagen diverser Songs des Albums "4630 Bochum", die Entstehung und den Erfolg der Hits "Flugzeuge im Bauch", "Männer" und "Alkohol", Grönemeyers Ausflug in die englische Sprache und vieles mehr, im SWR1 Meilensteine Podcast "4630 Bochum" von Herbert Grönemeyer. Shownotes Wie Grönemeyer bei Bochum seine Plattenfirma ausgetrickst hat Offzieller Youtube-Kanal von Herbert Grönemeyer "Männer" in der griechischen Version von Vicky Leandros SWR1 Meilensteine BAP – "Für usszenschnigge!" SWR1 Meilensteine Bruce Springsteen – "Born in the USA" Über diese Songs vom Album "4630 Bochum" wird im Podcast gesprochen (09:30) – "Bochum" (22:50) – "Männer" (34:28) – "Flugzeuge im Bauch" (44:50) – "Alkohol" (54:42) – "Amerika" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (14:30) – "Südstadt verzäll nix" von BAP (25:03) – "Neue Männer braucht das Land" von Ina Deter & Band (28:13) – "Männer" in der griechischen Version von Vicky Leandros (28:55) – "Männer" von Bläck Fööss (40:55) – "Flugzeuge im Bauch" von Oli.P (41:43) – "Flugzeuge im Bauch" von CÉLINE, Herbert Grönemeyer (43:25) – "Airplanes in My Head" von Herbert Grönemeyer
- 29.04.202440 min
"Tommy" hat in den USA Doppel-Platin abgeräumt und auch in Europa mehrere Goldene Schallplatten erspielt. 1975 folgte die Umsetzung des Meisterwerks als Film – prominent besetzt mit Elton John als Pinball Wizard, mit Tina Turner als Acid Queen und Eric Clapton als Priester. Es folgten diverse Musical-Inszenierungen, eine Orchesterversion und vieles mehr. Krawall als Kunstform – The Who The Who waren für ihre harte Gangart bekannt, sie galten als die lauteste Rockband der Welt, als Chaoten und zertrümmerten ihre Instrumente während oder nach den Gigs. Doch nicht nur die Band hatte einen Hang zur Zerstörung, auch das Publikum hat während ihrer Gigs im Zuschauerraum der Veranstaltungslocations viel kaputt gemacht. Das führte zu horrenden Rechnungen an die Band, die von Veranstaltern, Veranstaltungsorten und auch von den Hotelzimmern, in denen The Who gewohnt haben, gestellt wurden. Daher musste die Band einen Weg finden erfolgreich zu sein und Musik zu schreiben, die anders ist. "Sgt. Pepper" von den Beatles öffnete 1967 die Türen für eine Zeit der Aufbruchsstimmung, in der alles möglich zu sein schien. Die Bands sind neue Wege gegangen und konnten sich gleichzeitig sicher sein, dass ihre Fans sie begleiten würden. "Tommy" – Die erste Rockoper von The Who The-Who-Gitarrist Pete Townshend hat die Idee und Geschichte hinter der Rockoper "Tommy" entwickelt und geschrieben. Sie erzählt von Tommy, einem schwer traumatisierten Kind, das den Mord des Vaters am Liebhaber der Mutter miterlebt hat, aber nicht drüber sprechen darf. Viel mehr noch, ihm wird ausgeredet, dass das Erlebte jemals geschehen sei. Daraufhin wird Tommy taub, stumm und blind und kann mit seiner Außenwelt seine Innenwelt nicht mehr kommunizieren. Es treten diverse Charaktere auf, die Tommy nicht nur quälen sondern auch missbrauchen und andere, die versuchen wollen ihn zu heilen. Townshend hat fast alle Songs selbst geschrieben und komponiert. Dabei ließ er sich stark von seinem indischen Guru Meher Baba beeinflussen, von dem auch die Weisheit "Je größer die Liebe, desto sanfter die Stimme" überliefert wurde. Mit "Tommy" heben The Who ihr bisheriges Schaffen auf ein ganz neues Level. Rockmusik wird plötzlich seriös, sie wird künstlerisch, sie wird zu einem dramatischen Medium, und all das schafft Pete Townshend. Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius über die Rockoper "Tommy" von The Who Im Unterschied zu einer klassischen Oper, in welcher jede Rolle auf eine eigene Figur verteilt ist, spielt Sänger Roger Daltrey in "Tommy" alle Rollen gleichzeitig. Eine weitere Besonderheit: Alle Songs sind auch live spielbar. Die Rolle von Manager und Produzent Kit Lambert: Sein Einfluss auf "Tommy" Kit Lambert war Mitte der 60er Jahre ein Manager der Band. Er hat als Sohn eines berühmten Dirigenten die klassische Musik an Townshend herangeführt und gab ihm als Inspiration Platten von Richard Wagner, der die wirklich großen dramatischen Opern geschrieben und durchkomponiert hat. Doch Lambert war nicht nur Manager der Band, er hat sie auch produziert und ist daher maßgeblich am Klangbild der Platte beteiligt. Das klingt monumental das Ding! Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König über das Klangbild von "Tommy" Pinball Wizard – Der größte Hit auf "Tommy" Mit dem Song "Pinball Wizard" hat es Pete Townshend letztlich geschafft auch seine Bandkollegen für "Tommy" zu begeistern. Dieser Song wurde unabhänigig vom Album ein riesen Hit und war für viele die Eintrittskarte ins Stück und für die Band. "Tommy" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Wieso die Rockoper nicht nur für The Who ein großer Schritt war, sondern vor allem auch für Frontmann Roger Daltrey, was ihren Auftritt auf Woodstock so besonders machte und wie sich Tommy in der Geschichte schließlich selbst befreit und zum Messias wird, das und vieles mehr im SWR1 Meilenstein "Tommy" von The Who. Shownotes The Who und "Pinball Wizard" im Beat-Club Die deutsche Band "German Bonds" Live im Beat-Club Dokumentation "The Who – Die explosive Geschichte einer Band" bei Arte SWR1 Meilensteine Folge zu "Abbey Road" Über diese Songs vom Album "Tommy" wird im Podcast gesprochen (04:22) – "Overture" (10:18) – "1921" (15:29) – "Eyesight for the Blind" (15:55) – "Cousin Kevin" (16:11) – "The Acid Queen" (16:26) – "Fiddle About" (21:20) – "Christmas" (28:53) – "Pinball Wizard" (31:55) – "I'm Free" (36:46) – "Tommy's Holiday Camp" (39:23) – "We're Not Gonna Take It / See Me, Feel Me" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (27:47) – "Night In The City " von Electric Light Orchestra (39:23) – "Ziggy Stardust" von David Bowie
- 22.04.202481 min
Nach einer desaströsen, abgebrochenen US-Tour ist für die Band Blur 1993 klar: Unser Publikum, das ist nicht die ganze Welt, sondern wir fokussieren uns auf unsere britische Heimat. Mit diesem Entschluss haben Damon Albarn, Graham Coxon, Dave Rowntree und Alex James die richtige Entscheidung getroffen. Mit ihrem Album "Parklife" hatte sich die Band dann 1994 nicht nur selbst musikalisch weiterentwickelt, sondern sie haben auch sowas wie den Grundstein des Britpop gelegt. Ich glaube, Blur liefern mit diesem Album die perfekte, und zwar umfassende Blaupause für die Ära und den Begriff des Britpop. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Qualität von Blurs "Parklife" Oasis gegen Blur – der Kampf der Britpop-Giganten "Parklife" ist bis heute das erfolgreichste Album der Band. Viermal Platin gab es unter anderem für das Album, außerdem noch vier gewonnene "BRIT-Awards". Und das Online-Musikmagazin Pitchfork wählte "Parklife" auf Platz zwei der besten Britpop-Alben aller Zeiten, hinter Pulp und ihrem Album "Different Class". Gegen ihre Erzrivalen, Oasis und ihre legendäre Britpop-Platte "(What's The Story) Morning Glory?", konnten sich Blur demnach durchsetzen. Oasis landen in diesem Ranking "nur" auf Platz vier, trotz ihres Megahits "Wonderwall". Das hat Blur selbst mit Sicherheit gefreut, gab es doch in der Vergangenheit häufiger öffentlich ausgetragene Schlammschlachten zwischen Blur und Oasis, wer denn jetzt die beste Britpop-Band aller Zeiten sei. Das Blur-Album "Parklife" ist Vielfalt pur Schräge Gitarren, Shoegaze Sounds, Synthie-Beats – auf "Parklife" verbinden Blur die unterschiedlichsten musikalischen Elemente miteinander, was dafür sorgt, dass die Platte immer überrascht und durch den einzigartigen Sound sehr im Kopf hängen bleibt. Dabei klingt jeder einzelne Song vollkommen anders als der davor, wodurch die Platte auch eine unglaubliche Vielfalt bietet. Blur erschaffen ein musikalisches Bilderbuch, in dem man immer wieder blättern möchte. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über "Parklife" von Blur Die Band kümmert sich wenig um einen ausgefeilten "Look of Sound" für das ganze Album. Sie machen immer das Beste für einen einzelnen Song. Auch wenn das bedeutet, dass Frontman Damon Albarn beim größten Hit der Platte "Parklife" selbst das Mikrofon an Schauspieler Phil Daniels abtritt. Bei dem Song gefiel Albarn selbst sein Gesang in den Strophen überhaupt nicht, weshalb sie für den Song Schauspieler Phil Daniels dazu geholt haben, der auch der eigentliche Star im späteren Musikvideo wurde. Daniels hatte auch bereits vorher Kontakt zu Musikern gehabt, im Film zu "Quadrophenia" von The Who spielte der Schauspieler die Rolle des Jimmy Cooper. Die Texte stammen natürlich von Mastermind Damon Albarn selbst und sind gespickt mit unglaublich vielen kleinen, alltäglichen, aber sehr genauen Beobachtungen, Beschreibungen und auch jeder Menge Witz und Sarkasmus. Das macht die Texte so nah, so real und auch so britisch. James Bond und "To The End (La Comedie)" Nicht nur im Video zu "Parklife" wird es richtig britisch, nicht zuletzt, wenn das Beatles-Cover zum Album "Abbey Road" nachgestellt wird. Auch beim Song "To The End" wird mit inoffiziellen britischen Heiligtümern kokettiert. Der Song und das Video zu "To The End" klingen und sehen doch in Teilen sehr nach dem berühmtesten britischen Agenten aus. Damit ist natürlich "Bond, James Bond" gemeint. Das wird auch auf dem Cover zur Single "To The End" deutlich, auf dem neben einer Rose auch das gleiche Modell von Bonds ikonischer Dienstwaffe zu sehen ist. Blur berufen sich auf ihre musikalischen, britischen Wurzeln Dass "Parklife" vor allem in Großbritannien so erfolgreich war, hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass Blur sich auch sehr stark an ehemaliger erfolgreicher britischer Musik bedient haben: Auf "Parklife" wird es punkig, es gibt New Wave und Synthie-Pop und auch der Mersey Beat der 60er-Jahre findet hier seinen Platz. Einige Referenzen zu den Beatles finden sich natürlich auch auf "Parklife", wenn man sich zum Beispiel mal die Chorgesänge anhört. "Britpop ist das Tor vergangener musikalischer Epochen", so beschreibt es SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig im SWR1 Meilensteine Podcast. Parklife ist ein ganz besonderer, alternativer Reise- und Gesellschaftsführer für England und besonders für den Londoner Raum. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Qualität von "Parklife" Shownotes ARD Podcast-Tipp "Fuck you very, very much!" Beef zwischen Oasis und Blur bei den "BRIT-Awards" Youtube-Kanal von Blur Bandbiografie von Blur Interview mit Schauspieler Phil Daniels bei Radio X SWR1 Meilensteine Folge zu The Kinks Über diese Songs vom Album "Parklife" wird im Podcast gesprochen (19:49) – "Girls & Boys" (32:51) – "Tracy Jacks" (37:32) – "Parklife" (55:07) – "To The End" (01:05:27) – "This Is A Low" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (34:34) – "David Watts" von The Kinks (01:17:26) – "Bold As Love" von Jimi Hendrix
"Bad Girls" war das erste Album von Donna Summer, das es in Amerika bis auf Platz 1 der Billboard Charts schaffte und sich fast ein Jahr in den Albumcharts halten konnte. Auch bei uns in Deutschland war "Bad Girls" ein voller Erfolg: Bis auf Platz 7 schaffte es ihr Album bei uns und konnte sich dort knapp ein halbes Jahr halten. Und obendrauf gab es für den Song "Hot Stuff" auch noch einen Grammy. Donna Summer war mit ihren Songs übrigens die erste weibliche Künstlerin, die es geschafft hat, zwei Singles gleichzeitig in den Top 10 der Billboard Hot 100 zu platzieren. Im Juli 1979 fiel ihr Song "Hot Stuff" von Platz eins auf Nummer zwei, dafür stieg die Nachfolgesingle "Bad Girls" auf Platz drei hoch. Donna Summers "Bad Girls" ist mehr als nur "Hot Stuff" Der Song "Hot Stuff" vom Album war nicht nur die erste Single des Albums, die ausgekoppelt wurde, sondern ist auch der erfolgreichste Song vom Album geworden. Aber die Platte hat deutlich mehr zu bieten als nur diesen einen "Überhit". Das ganze Album "Bad Girls" wurde von vielen Musikkritikern weltweit hoch gelobt. Da reihen sich auch die SWR1 Musikredakteure gerne ein und outen sich als echte Donna-Fans. Es ist eine Platte für die Ewigkeit. Es ist das beste Diskoalbum seiner Zeit! Quelle: Dave Jörg, SWR1 Musikredakteur über "Bad Girls" Das Besondere an Donna Summer war nicht nur, dass sie eine tolle Stimme hatte, sondern dass sie als Schauspielerin auch die Fähigkeit hatte, für ihre Songs in unterschiedliche und für den Song passende Rollen zu schlüpfen, erklärt SWR1 Musikredakteurin Nina Waßmundt im Podcast. Donna Summer war nicht nur eine unglaublich gute Sängerin mit einer gewaltigen Stimmkraft, sondern auch eine extrem gute Songwriterin und Texterin, die den Produzenten im Studio "ebenbürtig" war, wie Dave Jörg im Podcast betont. Was für eine tolle Texterin sie war, das beweist sie auch im Song "Bad Girls", der zwar gut gelaunt klingt mit einem tollen Diskobeat, aber im Text wird sie da durchaus sehr kritisch. Nach einem Vorfall, bei dem eine Kollegin von der Polizei schikaniert und fälschlicherweise für eine Prostituierte gehalten wurde, macht Donna Summer ihrer Wut über das rassistische Vorgehen der Polizei in diesem Song Luft. Sie hat sich sehr über die Doppelmoral der Leute aufgeregt in dem Song. [...] Auf der einen Seite zerreißen sie sich so das Maul über die "bösen Mädchen" und bemitleiden sie auch ein bisschen, so von oben herab und auf der anderen Seite wollen sie auch was von ihnen und das hält sie ihnen [...] auch vor. Quelle: Nina Waßmundt über den Songtext zu "Bad Girls" Neben der Musik hat Donna Summer, wie zum Beispiel auch Madonna, stark für ihre Selbstbestimmung im männerdominierten Musikbusiness gekämpft und damit auch den Weg geebnet für später Künstlerinnen und ist ein echtes Vorbild geworden. Neben Donna Summer waren auch die beiden Pioniere der elektronischen Musik an dem Album beteiligt: Giorgio Moroder und Harold Faltermeyer. Ein Hauptgewinn für ein Album, das natürlich sehr stark durch elektronische Elemente wie Synthesizerrhythmen und -melodien lebt. Donna Summers musikalischer Werdegang Der musikalische Weg von Donna Summer beginnt, ähnlich wie auch der von Whitney Houston, im Kindesalter im Kirchenchor. Und schon dort hatte Donna Summer einen "Erweckungsmoment", wie SWR1-Musikredakteurin Nina Waßmundt es im Podcast beschreibt, denn die junge Donna konnte selbst kaum glauben, was für eine gewaltige Stimme da aus ihrem Körper rauskam. Dieser Moment war für Donna Summer höchst emotional. Da wusste sie, sie hat eine ganz besondere Gabe und sie muss etwas damit machen! Quelle: Nina Waßmundt, SWR1-Musikredakteurin über den Erweckungsmoment von Donna Summer Neben der Gospelmusik aus der Kirche hat Donna Summer aber auch schon früh angefangen, zum Beispiel Musik von Rocksängerin Janis Joplin zu hören und das hört man auch auf ihrem Album "Bad Girls". Einer ihrer ersten professionellen Schritte in der Musik hat in Deutschland stattgefunden, genauer gesagt in München. Dort hat sie als 19-jährige Sängerin im Musical "Hair" gesungen, passenderweise natürlich die Rolle der Donna. Von einem wirklich internationalen Erfolg konnte man bei der deutschen Version von Hair natürlich noch nicht sprechen. Internationale Beachtung gab es dann für Donna Summer erstmal 1975 mit dem verruchten Song "Love to Love You, Baby". Shownotes Bildergalerie über Donna Summers Leben Donna Summer auf Youtube TAZ-Interview mit Giorgio Moroder zu seiner Karriere Harold Faltermeyer bei SWR1 Leute ARD-Podcast-Tipp: "Zeitzeichen" Die SWR1 Meilensteine über die im Podcast gesprochen wird Über diese Songs vom Album "Bad Girls" wird im Podcast gesprochen (14:18) – "Hot Stuff" (29:12) – "Bad Girls" (38:25) – "Dim All the Lights" (1:00:13) – "All Through the Light" (1:04:43) – "Our Love" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (07:16) – "Haare" gesungen von Donna Summer (09:28) – "Love to Love You, Baby" von Donna Summer (10:38) – "I Feel Love" von Donna Summer (36:55) – "Bang Bang" Joe Cuba (43:00) – "Enough is Enough" von Donna Summer und Barbra Streisand (1:07:44) – "Blue Monday” von New Order
- 08.04.202463 min
Während bei anderen Künstlern das Debütalbum häufig die erfolgreichste Platte ist und bleibt, ist es bei Thin Lizzy Album Nummer neun. "Black Rose: A Rock Legend" ist die erfolgreichste Platte der Band und es ist auch das einzige Album, bei dem der legendäre Gitarrist Gary Moore als festes Bandmitglied mit dabei ist, vorher war Gary Moore immer "nur" der Ersatzgitarrist der Band. Er ist so ein bisschen der Feuerwehrmann in dieser Band. Immer wenn ein Gitarrist ausfällt, und da fallen die Gitarristen nonstop aus, bei Thin Lizzy muss Gary Moore ran. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über Gary Moore und Thin Lizzy Der Grund, warum gerade dieses Album der Band ein Meilenstein ist, und nicht etwa das Album "Jailbreak", auf dem sich auch der größte Hit der Band "The Boys Are Back in Town" befindet, ist für SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius ganz klar: Weil dieses Album zeigt, wie wunderbar Irish Folk und Hardrock zusammenpassen. Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über "Black Rose: A Rock Legend" Thin Lizzy Frontmann Phil Lynott ist besonders Was Thin Lizzy so besonders macht, ist auch Sänger und Bassist Phil Lynott, der mit seiner speziellen Gesangsart in den 70er-Jahren besonders herraussticht. SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius bezeichnet seinen Gesangsstil als "fast schon lässigen Rock-Rap". Auch eine leichte Punk-Attitüde könnte man Thin Lizzy und Phil Lynott attestieren, für seinen Gesangsstil und auch den Text beim Song "Do Anything You Want To". Das lag vor allem auch an Phil Lynott selbst und seinem persönlichen Interesse an der Punkmusik zu der Zeit. Neben Thin Lizzy hatte er mit Mitgliedern der legendären Sex Pistols auch das Musikprojekt "Phil Lynott and the Greedies". Neben dem Gesang von Phil Lynott stechen bei diesem Song aber auch die sauberen, druckvollen Drums hervor und natürlich das typische zweistimmige Melodie-Spiel der Gitarristen Gary Moore und Eric Bell. Thin Lizzy, Irland und die schwarze Rose Die schwarze Rose ist ein klassisches irisches Symbol, sie schmückt nicht nur das Plattencover und den Albumtitel "Black Rose: A Rock Legend", sondern auch den Titelsong. Im Gälischen heißt es allerdings nicht "Black Rose", sondern "Róisín Dubh". Und "Róisín Dubh" ist ein traditioneller irischer Song, der auch schon von anderen Künstlern wie Sinead O'Connor interpretiert wurde. Der Ursprung dieses Songs ist ein irisches Gedicht aus dem 16. Jahrhundert. Das kann zum einen als Liebeslied gedeutet werden, des Schreibers an eine von ihm Angebetete, oder zum anderen als Liebeslied an Irland selbst gesehen werden, wie es in der Vergangenheit oft interpretiert wurde. Thin Lizzy machen aus diesem Vorbild ein rund siebenminütiges, zweigeteiltes Folk-Rock-Epos. Ich finde es ein wunderschönes, wirklich episches Werk für Irland, über Irland. Quelle: Katharina Heinius, über den Song "Róisín Dubh" Die zwei Gesichter des Phil Lynott Phil Lynott war Bassist, Sänger und als Frontmann von Thin Lizzy hatte er eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Über sein Leben abseits der Bühne sprechen wir ausführlich im Meilensteine Podcast und über die zwei Gesichter des Phil Lynott. Seine Drogen- und Alkoholsucht, aber auch über seine sanfte Seite, die er als Vater und auch als Mentor für andere Musiker wie zum Beispiel auch Sänger Huey Lewis gezeigt hat. Shownotes Podcast-Tipp "Sucht & Süchtig" in der ARD-Audiothek Buchtipp: "My Boy – The Philip Lynott Story" Biographie über Gary Moore Thin Lizzy bei Youtube SWR1 Meilensteine Folge zu "Argus" von Wishbone Ash SWR1 Meilensteine Folge zu "Breakfast in America" von Supertramp SWR1 Meilensteine Folge zu "Sports" von Huey Lewis SWR1 Meilensteine Folge zu "The Wall" von Pink Floyd Über diese Songs vom Album “Black Rose: A Rock Legend” wird im Podcast gesprochen (11:26) – "Do Anything You Want To" (30:02) – "Róisín Dubh" (Black Rose) (35:56) – "Toughest Street in Town" (46:18) – "Waiting for an Alibi" (52:18) – "Sarah" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (16:30) – "Twin Guitar Special" von Bob Wills & His Texas Playboys (17:08) – "And Your Bird Can Sing" von den Beatles (18:02) – "Errors of My Way" von Wishbone Ash (19:54) – "The Boys Are Back in Town" von Thin Lizzy (24:20) – "Whiskey in the Jar" von Thin Lizzy (26:28) – "Róisín Dubh" von Sinead O’Connor (34:57) – "Over The Hills and Far Away" von Gary Moore
Der Auftritt von Sly and The Family Stone bei Woodstock wird als eines der Highlights des Kultfestivals aus dem Jahr 1969 angesehen. Die Songs auf der Setlist der Band stammen dabei zum Großteil vom Album "Stand!". "Stand!" hat eine eindeutige Botschaft Vor dem Album "Stand!" hatten Sly and The Family Stone sich kaum zu gesellschaftlichen oder politischen Themen geäußert. Mit dieser Platte positioniert sich die Band stark gegen Diskriminierung und Rassismus. Ein Thema, das vor allem Ende der 1960er-Jahre in den USA mit der Rassendiskriminierung sehr präsent war. Sly and The Family Stone thematisieren ein friedliches Miteinander auf Augenhöhe – und das nicht nur beim Song "Don't Call Me Nigga, Whitey". Das ganze Album hat eine Botschaft: Steh auf für die Freiheit! Für dich, für die Gemeinschaft und gegen Rassismus. Ganz prägnant wird das auch schon beim Opener proklamiert: "Stand!". Aufstehen für Freiheit – aber friedlich! Das war die Botschaft von Sly and The Family Stone. Mit dieser Ausrichtung war die Band grundsätzlich eher auf der Seite des 1968 ermordeten Martin Luther King und nicht auf der Seite von Malcolm X, dessen Befürworter nicht ausschließlich friedlich gehandelt haben. So revolutionär waren Sly and The Family Stone Die Band Sly and The Family Stone hat sich 1966 erst gegründet und ist im Grunde genommen aus zwei verschiedenen Bands zusammengesetzt worden: aus der Band von Sly Stone selbst und aus der Band von seinem Bruder Freddie Stone. Das Besondere an der Band ist, dass sie sich nicht nur offen gegen Diskriminierung aussprechen, sondern genau das auch selbst vorleben. Die Band ist komplett bunt durchmischt aus Familienmitgliedern und Freunden, Männern, Frauen, Schwarzen und Weißen. Das war eben etwas ganz Neues. Das war sozusagen revolutionär! Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über die Zusammensetzung von Sly and The Family Stone Bis zum großen Durchbruch musste die Band sich nach ihrer Gründung noch ein paar Jahre gedulden. Erst mit dem vierten Album "Stand!" klappte der Durchbruch. Das lag allem voran auch an dem Song "Everyday People". Auch dieser Song steht für mehr Zusammengehörigkeit und ein positiveres Gesellschaftsbild. Versteckt im Song ist außerdem ein Kinderlied namens "Five Little Monkeys", das dort auch einen ganz bestimmten Zweck erfüllen soll. Der Sinn dahinter ist eigentlich, dass er damit die Leute verspotten will, die Menschen hassen, weil sie anders sind. Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über die Bedeutung von "Everyday People" Die Zusammenarbeit von Sly and The Family Stone So familiär und schön die Bandzusammensetzung nach außen wirkte, die Zusammenarbeit in der Band war es allerdings nicht. Sly Stone kann da im Grunde genommen als alleiniger Herrscher betrachtet werden. Er hatte klare Vorstellungen, wie was zu klingen hat, wer was zu machen hat und auch beim Songwriting war Sly Stone tendenziell ein Einzelkünstler. Abgeschaut haben könnte er sich das zum Beispiel vom "Godfather of Soul", James Brown, der in seiner Band ähnlich "regiert" haben soll. Sly hat es mit dem Album geschafft, die Musik – ich sage jetzt mal noch die schwarze Musik – ein wirkliches Stück nach vorne zu bringen. Sly war wie ein Katalysator für einen neuen Sound aus Musikstilen. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Bedeutung von "Stand!" Und so bunt wie die Band zusammengesetzt war – menschlich und musikalisch – so sah sie auch auf der Bühne aus: bunte Brillen, Goldketten, schrille Outfits – alles sehr funky! Legendäres Album für die Hip-Hop-Kultur Die Songs auf dem Album "Stand!" von Sly and The Family Stone sind aber nicht nur als eigenständige Lieder ganz wunderbar, sondern auch für die in den 70er-Jahren aufkeimende Hip-Hop-Kultur. Denn aufgrund ihrer einzelnen sehr rhythmischen Songparts, ikonischen Beats und auch der inneren politischen Haltung der Band wurde kaum ein Album so oft "gesampelt" wie "Stand!" Shownotes SWR1 Meilensteine Folge zu "Random Access Memories" von Daft Punk SWR1 Meilensteine Folge zu "Innervisions" von Stevie Wonder Larry Graham erklärt sein Bassspiel Video aus "The Dick Cavett Show" mit Sly Stone Sly And The Family Stone in der Jugendsendung "Baff" des WDR 16.11.1970 Über diese Songs vom Album "Stand!" wird im Podcast gesprochen (16:51) – "Stand!" (25:35) – "I Want To Take You Higher" (35:33) – "Sex Machine" (38:02) – "Everyday People" (46:48) – "Somebody’s Watching You" (50:02) – "Sing A Simple Song" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (01:16) – "Too High" von Stevie Wonder (25:06) – "Walk The Dinosaur" von Was (Not Was) (29:41) – "Advice" von Billy Preston (31:08) – "Higher" von Sly and The Family Stone (45:10) – "Everyday People" von Aretha Franklin (45:47) – "Somebody’s Watching You " von Little Sister (55:12) – "Mr. Wendal" von Arrested Development (56:36) – "People Everyday" von Arrested Development
Allein bis zum Jahr 2001 hat sich "Love at First Sting" bereits über 6 Millionen Mal verkauft. Neben der Schmusepower-Ballade "Still Loving You" sind auch echte Rock-Klassiker darauf vertreten, wie zum Beispiel "Big City Nights" oder "Rock You Like a Hurricane". Mit "Love at First Sting" sind die Scorpions auf dem internationalen Höhepunkt ihrer Karriere, touren monatelang mit Größen wie Def Leppard oder Bon Jovi im Vorprogramm. Als erste und einzige deutsche Rockband bis dahin spielten sie dreimal hintereinander im ausverkauften Madison Square Garden und 1985 vor fast 500.000 Menschen bei Rock in Rio. Die Scorpions sind eigentlich bis heute der erfolgreichste Exportschlager von Tokio bis Los Angeles. Quelle: SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld über den Erfolg der Scorpions Produktion von "Love at First Sting" Für die Produktion des Albums "Love at First Sting" waren die Scorpions in eine Villa nach Frankreich gefahren. Plötzlich verliert Sänger Klaus Meine seine Stimme – es folgt eine schwere, ungewisse Zeit für die Band. Die ganzen Aufnahmen mussten verschoben werden und Meine konnte damals nur auf Zettelchen schreiben, um sich mit seinen Bandkollegen zu besprechen. Doch die Band hält zusammen – und als Klaus Meine nach langwierigen Therapien und zwei Operationen an den Stimmbändern zurückkam, war er stimmlich sogar besser als zuvor. Sein Stimmvolumen hatte sich durch die Operationen erweitert! Es folgte eine internationale Tour durch Europa, die USA, Kanada und Japan. Die Scorpions spielten in den USA unter anderem mit Größen wie Iron Maiden. Nach der Tour 1983 ging es für die Band zur Produktion des Albums in die berühmten Polar Studios in Stockholm, auch bekannt als ABBAs kreative Heimat. Dann wurden allerdings Herman Rarebell und Francis Buchholz krank und auch Klaus Meine hatte Einwände für die Produktion vor Ort. So wurde die Platte schließlich im Dieter Dierks Studio in Stommeln bei Köln in Originalbesetzung aufgenommen. Es ist für mich ein Album der Scorpions, wo sie wirklich auf dem absoluten Höhepunkt [...] ihrer Karriere sind. Für mich ist dieses Album das letzte und gleichzeitig aber auch genialste Album der Scorpions, wo sie noch wirklich bei sich selber sind. Quelle: SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld über "Love at First Sting" Musikproduzent und Entdecker der Scorpions: Dieter Dierks Der legendäre Musikproduzent Dieter Dierks hatte schon damals diesen berühmten Riecher für Talente. Die Scorpions entdeckte er zufällig in Essen in einer Turnhalle, vor einem kleinen Publikum mit etwa 50 Leuten. Er war sofort begeistert von ihrem Bühneneinsatz und nahm sie unter Vertrag. Seit 1968 wird in seinen "Dierks Studios" Musikgeschichte geschrieben, neben den Scorpions waren Weltstars wie Michael Jackson oder Tina Turner in dem kleinen Ort Stommeln zu Gast. Dierks prägte die deutsche Rocklandschaft in den 70ern, vor allem die Größen der Krautrock-Szene waren bei ihm zu Gast im Studio, von Birth Control, über Guru Guru bis hin zu Embryo und Amon Düül. Er hat mit seinem Sound [...] die deutsche Rockmusik begründet. Der Rolling Stone kürte ihn zum besten Heavy-Metal-Produzenten der Welt. Er war neben Conny Plank in Deutschland zu der Zeit also der Größte. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig über Musikproduzent Dieter Dierks "Rock You Like a Hurricane" Vor allem ein Song wird zum absoluten Durchbruch: "Rock You Like a Hurricane". Seit seiner Erscheinung wird er immer wieder in Kinofilmen, Serien oder auch in der Werbung genutzt — "er ist omnipräsent und gehört sozusagen zum Kulturgut", so SWR1 Musikredakteur Niels Berkefeld. Neben "Wind of Change", der Hymne der Wende, ist "Rock You Like A Hurricane" die bekannteste Rock-Nummer der Scorpions und wurde bei jedem Konzert gespielt. Hannover als Homebase der Scorpions Hannover ist die Heimatstadt der Scorpions und auch für die Musikszene eine wichtige Stadt. Fury in the Slaughterhouse, Lena Meyer-Landrut, Mousse T. und viele mehr stammen ursprünglich aus der Hauptstadt Niedersachsens. Mit steigendem Erfolg in den Achtzigern haben die Scorpions zwar darüber nachgedacht, in die USA überzusiedeln, haben sich dann aber doch für einen kleinen Vorort von Hannover entschieden und das nie bereut. Wir sind hier aufgewachsen und wir haben — und das ist, glaube ich, der wichtigste Punkt — unsere Familien hier, unsere Freunde. Das war uns in diesem verrückten Rock 'n' Roll-Zirkus immer wichtig, zurückzukommen. Und [...] Niedersachsen ist immer ein guter Platz, um die Batterien wieder aufzuladen und sich auch ein bisschen wieder zu erden. Quelle: Klaus Meine im SWR1 Interview über die Bedeutung seiner Heimatstadt Hannover "Love at First Sting" — ein Meilenstein der Musikgeschichte Was SWR1 Moderator Michael Lueg mit den Scorpions bei einem Besuch in Rudolf Schenkers privatem Studio in Hannover erlebt hat, was die Scorpions auszeichnet und was es mit der berühmten Scorpions-Pyramide auf sich hat, das und viel mehr Nerdwissen gibt es im Meilenstein zu "Love at First Sting" von den Scorpions. Shownotes Dierks Studios in Stommeln bei Köln Rockpalast Backstage mit den Scorpions Atlas TV-Interview mit den Scorpions von 1984 Album-Review Scorpions – "Love at First Sting" bei Rock Hard Album-Review Scorpions – "Love at First Sting" auf Metal.de Meilenstein zu Van Halen – "1984" Liste der Meilensteine-Folgen von 1 bis 250 Podcast-Tipp: 1Live Ikonen – Die Toten Hosen Über diese Songs vom Album "Love At First Sting" wird im Podcast gesprochen (15:56) – "Bad Boys Running Wild" (25:45) – "Rock You Like a Hurricane" (32:07) – "Rock You Like a Hurricane" Live at Madison Square Garden (40:27) – "Coming Home" (47:28) – "Crossfire" (51:00) – "Still Loving You" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (49:07) – "50 Ways To Leave Your Lover" von Paul Simon (01:02:04) – "Sly" von den Scorpions
Es ist eine der großen Qualitäten von Madonna: ihre Wandlungsfähigkeit! Mit jedem Album schafft es die Queen of Pop, sich neu zu erfinden. Das war auch schon in den 80er-Jahren so, sagt SWR Musikredakteur Niels Berkefeld im Meilensteine Podcast zum Album "Like A Prayer". Die Madonna von '83 klingt anders als die von '85, die von '87 klingt anders als die von '89 [...] und diese ständige Entwicklung hat sie ja auch sehr erfolgreich durchgezogen. Quelle: Niels Berkefeld über die Entwicklung von Madonna Sich andauernd zu verändern, bringt aber auch Nachteile mit sich. "Da vergraulst du auch Stammkunden", erklärt Niels Berkefeld weiter. Bei "Like A Prayer" hat Madonna wieder mit dem Sound experimentiert und es gibt auch mehr Soul, Funk und Hip-Hop-Einflüsse zu hören als bei ihren ersten drei Alben. Das ist so ein bisschen, als wenn du zum Stammitaliener gehst [...] und auf einmal ändert der die Karte und nimmt die Hälfte der Nudeln runter und er gibt auf einmal Sushi einen Raum. Quelle: Niels Berkefeld über die Entwicklung von Madonna "Like A Prayer" und die neue Madonna Auf ihrem vierten Album "Like A Prayer" ist Madonna deutlich erwachsener geworden, sagt SWR1 Musikredakteurin Michelle Habermehl im Podcast. Madonna war auch in einer ganz anderen Lebenssituation als noch beim Album "True Blue". Sie war frisch geschieden und hat auf diesem Album versucht, vieles zu verarbeiten. Bei "Like A Prayer" stellt sie sich quasi ihren Dämonen aus der Vergangenheit. Quelle: Michelle Habermehl, SWR1 Musikredakteurin über "Like A Prayer" Noch mehr über Madonna und die Musikvideos der 80er-Jahre gibt es in unserem SWR1 Podcast "Die 80er – der Musikpodcast" Dass Madonna mit dem Album erwachsener geworden ist, hört man unter anderem auch daran, dass viel mehr akustische Instrumente auf "Like A Prayer" verwendet worden sind als bei ihren vorherigen Platten, findet SWR1 Musikredakteur Dave Jörg. "Echte Gitarren und ein echtes Schlagzeug waren bis dahin für Madonna eher untypisch", ergänzt er. Das Musikvideo zum Song "Like A Prayer" hat damals einen handfesten Skandal ausgelöst. Der Musiksender MTV hat den Song sogar aus seinem Programm genommen. Da spielt ein Künstler mit vermeintlichen Tabus, provoziert so ein bisschen einen Skandal, aber am Ende ist es ja auch künstlerische Freiheit. Quelle: Niels Berkefeld, SWR1 Musikredakteur über den Skandal zum "Like A Prayer"-Video Und so ein bewusst provozierter Skandal bedeutet für Künstlerinnen wie Madonna oder auch Künstler wie Falco und seinen Song "Jeanny" natürlich immer jede Menge Gesprächswert und damit sowas wie Gratiswerbung, wenn der Song dauerhaft im Gespräch ist. Aus heutiger Sicht kann man sich den Skandal Ende der 80er kaum noch vorstellen, findet Niels Berkefeld. Wenn man sich das Video heute anschaut, denkt man sich: Was ist eigentlich passiert? Es ist ein Video gegen Rassismus, es ist ein tolles Video! Quelle: Niels Berkefeld über das Musikvideo zu "Like A Prayer" "Like A Prayer" ist mehr als nur der Skandal Neben dem Überhit "Like A Prayer" und dem erwähnten skandalträchtigen Video zum Song hat das Album aber noch einiges mehr zu bieten. Zum Beispiel den feministisch-unterstützenden Song "Express Yourself". Es macht mich sehr zufrieden, wenn ich höre, dass ich Teil davon war, dass jemand sagen kann: Ich bin stolz darauf, wer ich bin. Quelle: Madonna im Interview Insgesamt hat Madonna mit "Like A Prayer" damals einen großen Schritt nach vorne in Richtung Popikone gemacht. Auch, in dem sie ihre eigene Vergangenheit verarbeitet hat und dadurch die Kraft hatte, sich und ihre Position zu nutzen, um sich für andere starkzumachen. Dieses Album ist auf jeden Fall ein wichtiger Baustein in der Festungsmauer, auf den sich Madonnas inoffizieller Titel "Queen of Pop" stützt. Shownotes Das Musikvideo zu "Like A Prayer" Interview mit Madonna-Produzent Patrick Leonard in Billboard Buchtipp: "Madonna und wir" ZDF-Dokumentation "The True Story of Madonna" SWR1 Meilenstein zu Madonnas Album "Ray Of Light" Über diese Songs vom Album "Like A Prayer" wird im Podcast gesprochen (03:13) – "Like A Prayer" (15:07) – "Express Yourself" (19:45) – "Oh Father" (22:45) – "Till Death Do Us Part" (28:44) – "Love Song" (31:01) – "Dear Jessie" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (27:10) – "Don’t Cry For Me Argentina" von Madonna (aus Evita) (30:29) – "Hung Up" von Madonna



















