Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

A Tribe Called Quest – "The Low End Theory"

12.10., 06:0001:11:27
Beschreibung der Episode
A Tribe Called Quest gründeten sich 1988 und bestanden aus den drei MCs (Master of Ceremonies) Q-Tip (Kamaal Ibn John Fareed), Phife Dawg (Malik Isaac Taylor) und Jarobi White sowie dem DJ und Produzenten Ali Shaheed Muhammad. Bis zu ihrer endgültigen Auflösung im Jahr 2017 war die New Yorker Hip-Hop-Band vor allem für ihre philosophischen und teilweise sozialkritischen Texte sowie ihre für den damaligen Hip-Hop ungewöhnlichen Jazz-Samples bekannt. Mit ihren politischen und gesellschaftskritischen Themen wird A Tribe Called Quest dem Conscious Rap zugeordnet. Charakteristisch dafür sind bei der Gruppe vor allem durchdachte Texte, in denen sie sich auch immer wieder mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinandersetzen. Wie A Tribe Called Quest den Hip-Hop der 90er prägten "The Low End Theory" zeigt, wie A Tribe Called Quest den Hip-Hop der 1990er-Jahre entscheidend mitprägten. Eine Besonderheit des Albums liegt in der Verwendung von Jazz-Samples, die nicht nur vereinzelt eingesetzt werden, sondern einen Grundbestandteil des gesamten Sounds bilden. Vor allem Q-Tip war bereits früh von Jazz und Bebop geprägt, da sein Vater ein großer Fan dieser Musik war.
Das Besondere dieses Albums […] ist, dass es eine völlig neue Linie aufgemacht hat.

Quelle: Journalist Falk Schacht über "The Low End Theory"

Auf "The Low End Theory" finden sich Samples aus Jazz, Soul und Funk Die Samples auf "The Low End Theory" stammen jedoch nicht ausschließlich aus dem Jazz, sondern auch aus Soul und Funk. Dabei wurden sie gezielt ausgewählt, neu zusammengesetzt und mit den Beats und dem Rap der Gruppe verbunden. Auf diese Weise greift das Album auf unterschiedliche Traditionen afroamerikanischer Musik zurück und überführt sie in den Hip-Hop der frühen 1990er-Jahre. Besonders deutlich wird das in Songs wie "Excursions" oder "Jazz (We've Got)". Hier nutzten sie Samples von Jazzmusikern wie Art Blakey, der für Q-Tip eine wichtige Inspiration war. Daneben greift das Album auch auf Soul, etwa von The Five Stairsteps, sowie auf die Spoken-Word- und politischen Poetry-Traditionen von The Last Poets zurück. "The Low End Theory" verbindet damit unterschiedliche musikalische und kulturelle Einflüsse, die alle Teil afroamerikanischer Kulturgeschichte sind, und macht sie zu einem wesentlichen Bestandteil des eigenen Hip-Hop-Sounds. Call and Response bei A Tribe Called Quest "Buggin' Out" und "Check The Rhime" zeigen einen wichtigen Bestandteil des Hip-Hop-Genres: das sogenannte "Call and Response". Dabei reagieren die MCs dynamisch aufeinander, so wie in einem Gespräch. Einer rappt eine Phrase, die vom anderen aufgegriffen oder beantwortet wird. Dieses musikalische Konzept ist deutlich älter als der Hip-Hop und findet sich auch schon in der Gospel-Musik oder in verschiedenen Formen der klassischen Musik. "The Low End Theory" ist ein Meilenstein des Hip-Hops Mit "The Low End Theory" haben A Tribe Called Quest ein innovatives und experimentelles Album geschaffen, auf dem sie Hip-Hop mit der Ästhetik und den musikalischen Strukturen des Jazz verbinden. Aufgrund ihres großen Einflusses auf die Entwicklung des Genres werden sie teilweise sogar mit den Beatles und deren Bedeutung für die Pop- und Rockmusik verglichen. "The Low End Theory" gilt heute als Meilenstein der Hip-Hop-Geschichte und beeinflusste zahlreiche spätere Musikerinnen und Musiker.
Man bezeichnet dieses Album auch gerne mal als das "Sgt. Pepper's"-Album des Hip-Hop.

Quelle: Musikredakteur Stephan Fahrig über "The Low End Theory" und den Vergleich zum Beatles-Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"

Über diese Songs vom Album "The Low End Theory" sprechen wir im Podcast
  • (19:00) – "Excursions"
  • (29:13) – "Jazz (We've Got)"
  • (46:36) – "Buggin' Out"
  • (54:50) – "Check The Rhime"
  • (01:01:36) – "Scenario"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
  • (10:52) – "Straight Outta Compton" von N.W.A.
  • (11:34) – "Black Is Black" von Jungle Brothers
  • (12:41) – "Eye Know" von De La Soul
  • (13:07) – "It's A Shame" von Monie Love
  • (13:25) – "Fly Girl" von Queen Latifah
  • (14:54) – "Can I Kick It?" von A Tribe Called Quest
  • (15:34) – "Luck Of Lucien" von A Tribe Called Quest
  • (26:53) – "A Chant For Bu" von Art Blakey & The Jazz Messengers
  • (30:48) – "Green Dolphin Street" von Jimmy McGriff
  • (34:32) – "Don't Change Your Love" von The Five Stairsteps
  • (35:40) – "Funky Breeze/Ghetto" von The Dells
  • (44:40) – "Time" von The Last Poets
  • (57:27) – "Eine kleine Nachtmusik" von Wolfgang Amadeus Mozart
Shownotes