Beschreibung der Episode
Folge 95. Was liegt also näher, als erst einmal zurück ins Jahr 1995 zu reisen?
Scatman John läuft im Radio, Eurodance besteht zuverlässig aus einer attraktiven Frau und einem Rapper, Windows 95 revolutioniert den heimischen PC Wagen und irgendwo versucht gerade jemand, mit ShowView seinen Videorekorder zu programmieren. Die Playstation erscheint, Street Fighter übernimmt Kinderzimmer und wer damals einen Film sehen wollte, musste entweder ins Kino oder ungefähr bis zur nächsten Eiszeit auf die Videothek warten.
Automobil war 1995 ohnehin ein ziemlich gutes Jahr. BMW Z3, Fiat Barchetta, MGF, Alfa Spider, Sharan und Galaxy: Autos durften plötzlich wieder Spaß machen und vor allem völlig unterschiedlich aussehen. Selbst ein Familienvan konnte einen VR6 haben und dunkelgrün metallic sein. Verrückte Zeiten.
Hannes bereitet sich derweil auf Non Approved in Polen vor. Rund 150 Porsche, ein komplett ausgebuchtes Hotel und vermutlich mehr frisch gewaschene Elfer als auf manchem Werksparkplatz. Allerdings beschäftigt ihn vorher eine wissenschaftlich deutlich bedeutendere Frage:
Erkennt Schinki mit verbundenen Augen wirklich den Unterschied zwischen Original, Aldi und Ja?
Wir werden es herausfinden.
Außerdem tauchen wir in eine Welt ein, bei der selbst wir kurz das Gefühl hatten, vollkommen normale Hobbys zu haben. Beim 1 zu 18 Treffen im Männerhort entstanden komplette Miniaturwelten mit D&W, Tankstellen, Werkstätten, Driftspuren und Autos, die bis zur letzten Schraube umgebaut wurden. Türen werden aus geschlossenen Modellen herausgesägt, Motoren nachgebaut und aus einem T6 entsteht einfach eine Doppelkabine, weil es sie als Modell nicht gibt.
Matze setzt noch einen drauf und baut Hannes’ T3 im Maßstab 1 zu 43 so exakt nach, dass selbst Aufkleber, Scheinwerferreinigungsdüsen, BMX Räder und das winzige Skateboard auf dem Fahrradträger stimmen.
Und als wäre das noch nicht genug, rollt plötzlich ein echter DTM Opel Calibra von 1995 in den Männerhort. Seit seinem letzten Renneinsatz nicht mehr gewaschen, mit originalem Kies aus dem Rennbetrieb noch im Splitter und einem Innenraum, den man bis heute nicht fotografieren darf.
Mehr 1995 geht eigentlich nicht.
Zum Ende wird es diesmal etwas nachdenklicher. Wir sprechen darüber, wie Social Media das Gefühl erzeugt, Menschen zu kennen, die wir tatsächlich nur aus Videos, Posts und öffentlichen Auftritten kennen. Man verfolgt jemanden über Jahre, kennt Autos, Geschichten, Werkstatt und vermeintlich sogar den Alltag und irgendwann sagt der eigene Kopf: Den kenne ich.
Aber Vertrautheit durch Präsenz ist eben nicht dasselbe wie persönliche Nähe. Vielleicht lohnt es sich gerade in einer Zeit, in der wir anderen Menschen jeden Tag stundenlang auf Bildschirmen begegnen, diesen Unterschied gelegentlich wieder bewusst zu machen.
Dazwischen gibt es natürlich noch Oldtimer Markt, 5.000 Spotify Follower, Geburtstagsgrüße, Lego Kunstwerke, Hotelzimmer mit zwei Schnarchern und die Frage, warum ein guter Doppelkeks eigentlich immer oben zerbricht.
Eine Stunde Maschinenhort zwischen 1995 und 2026.
Habt euch lieb und viel Spaß beim Hören.