Podcast

Kiezmenschen

Hamburger Morgenpost

Society & Culture

150 Episoden · neueste 30.09.

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Episoden

150
  1. Tischler und Schauspieler Lars Nagel
    21.04., 12:0001:08:55

    spielte den Nasen-Ernie im Film "Der Golden Handschuh" Die große Nase, das kantige Gesicht, der durchdringende Blick. Dazu noch die tiefe Stimme. Keine Frage: Lars Nagel (49) ist der Gangstertyp. Dabei wäre er gerne mal Arzt, Geschäftsmann oder Anwalt. Doch für die Rollen wird der Schauspieler nicht besetzt. „Luden, Kriminelle – ich bin halt für die Halbwelt zuständig“, sagt der lässige Typ, der nicht Hochdeutsch, sondern Norddeutsch spricht. Seit 20 Jahren lebt er auf dem Kiez. Seine „Neverland-Ranch“ – auf der alles möglich ist. Hier wurde der Handwerker zum Schauspieler. Der Tischler berichtet von seiner Kindheit im Familienbetrieb. Wie er nicht ganz legal an seine Wohnung auf dem Kiez kam und wodurch er vom Handwerker zum Schauspieler wurde. Er erzählt von mies gelaunten Regisseuren und ihrem Lieblingsspruch, den er nicht mehr hören kann. Warum die Arbeit am Set längst nicht so spannend ist, wie Außenstehende meinen. Wie er sich auf seine Rolle als „Nasen-Ernie“ im Film „Der Goldene Handschuh“ vorbereitete und welche Rolle er gerne mal spielen würde. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den Schauspieler in seiner Wohnung an der Wohlwillstraße.

  2. Fahrlehrer Nils Larsen
    17.03., 12:1500:53:08

    Seine Kiezfahrschule ist eine der ältesten ganz Hamburgs Sein Urgroßvater Albert war da so reingerutscht. Damals, als die Fahrzeuge noch aussahen wie Pferdekutschen. Sein Großvater machte weiter und ließ seinem Vater keine andere Wahl. Für Nils Larsen (59) jedoch stand fest: Nach drei Generationen ist Schluss. Er wird die „Fahrschule Larsen“ auf keinen Fall übernehmen. Heute ist er Chef der ältesten Fahrschule St. Paulis an der Hein-Hoyer-Straße. Nils Larsen berichtet von den Anfängen der Fahrschule, in der Wohnung seiner Urgroßeltern – direkt neben dem Schlafzimmer. Von Mittagessen mit Prüfern, die gerne mal ein Auge zudrückten. Und seiner Oma, die in Unterwäsche den Theorieunterricht unterbrach. Von Zuhältern, die sich die Fragebögen der Theorieprüfung ergaunerten und Volltrunkenen, die mal eben ihren Lappen machen wollen. Nils erzählt, warum ihm eine Hure am Fenster in der Herbertstraße Geld zusteckte und wie ein Türsteher reagierte, als dessen Hintermann sich erdreistete zu hupen. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den Fahrlehrer auf dem Kiez.

  3. Innensenator Andy Grote
    17.02., 12:1500:50:55

    Der Senator aus dem Silbersack Bereits als Student war er hier. Später als Rechtsanwalt und Bezirkspolitiker. Auch heute kehrt Innensenator Andy Grote (54) noch gerne in den Silbersack ein. Und hat es auch vor, „wenn sich die meisten schon nicht mehr dran erinnern können, dass ich auch mal Innensenator war“, sagt der SPD-Politiker. Er lebt seit 21 Jahren auf St. Pauli. Kiezianer, FC St. Pauli-Fan und Innensenator – das kriege er ganz gut unter einen Hut. „Man wird ja auch kein anderer Mensch dadurch, dass man ein neues Amt übernimmt.“ Der Innensenator berichtet über seine Anfänge auf dem Kiez – als Student in einer Wohnung mit Blick auf den Silbersack. Damals war er schwer unterwegs. Von der Faszination St. Pauli, in die er schnell reingeraten sei. Von dem Gefühl, dass der Silbersack in ihm auslöst und dem einen Mal, als er als Kellner einspringen musste. Er berichtet von „Schrägguckern“ auf der Straße, politischen Diskussionen am Tresen und dem Anschlag auf seinen Dienstwagen – in dem auch sein kleiner Sohn saß. Von der größten negativen Entwicklung im Viertel und was er gerne machen würde, wenn er sein Amt mal für einen Abend an der Tür abgeben könnte. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den Innensenator im Silbersack.

  4. Didine van der Platenvlotbrug
    20.01., 13:3101:01:54

    Als Tunte auf St. Pauli für ein selbstbestimmtes Leben Daniel Plettenberg (53) hat etliche Jahre verplempert. Damit, irgendwie in diese Welt zu passen. Zu studieren, zu überlegen, welchen Beruf man braucht. Doch er und diese Welt – das passte einfach nicht. „Irgendwann habe ich die Kraft gefunden, mir selbst zu erlauben, ich zu sein. Ich muss nicht reinpassen. Ich kann in meinen Merkwürdigkeiten wundervoll sein“, sagt der Mann, der vor 30 Jahren seiner Extravaganz Raum ließ und Tunte und Dragqueen Didine van der Platenvlotbrug wurde. Eine „queere Mum“, die als Entertainerin, Moderatorin, Performarin und Philosophin auf der Bühne steht und es liebt, einfach nur sie selbst zu sein. Didine berichtet, wie sie schon in der Grundschule versuchte die Jungs zu verführen und merkte, dass die Welt keinen Platz für sie hat. Sie erzählt von ihrem Coming-Out in Hamburg und Anfeindungen auf der Straße. Von dem weiten Weg zu sich selbst. Und dem Beginn ihres Tuntendaseins. Sie berichtet von ihren unterschiedlichsten Jobs – von der Parfummacherin bis hin zur Philosophie-Dozentin an Universitäten. Und den Menschen auf dem Kiez, die es ihr ermöglichen, so zu sein, wie sie ist. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen Didine zum Tee in ihrer Wohnung auf St. Pauli.

  5. Timo Strohmann alias Cäptn Clepto
    31.12., 12:0501:05:26

    Eine Cobra auf dem Tretrollbrett Cäptn Clepto (51) ist ein erfreulicher Fall von Verhaltensauffälligkeit. Das sagt zumindest ein Kiez-Kumpel über den langhaarigen Typen mit Schnauzer. Im Morgenrock geziert von pinken Flamingos sitzt er in der „Küche für alle“ eines selbstverwalteten Wohnkollektivs auf St. Pauli und trinkt Kamillentee. Verhaltensauffällig? Das würde Cäptn Clepto so nicht sagen. „Ich gehe beschwingt durchs Leben, umarme gerne Menschen und kleide mich farbenfroh. Mein Name ist James Bunt, um mal ganz witzig zu werden“, sagt Timo Strohmann, wie er mit bürgerlichem Namen heißt. Ein Lebenskünstler. Ein Paradiesvogel mit breitem Hamburger Slang, der sich selber als Botschafter des Skateboardens sieht und bekannt wurde als Galionsfigur des Streetwear-Labels Cleptomanicx. Cäptn Clepto berichtet, wie ihn eine Karte aus der Karibik zur Galionsfigur machte. Von seinem „Rausschmiss“ aus Kiel und dem Weg nach Hamburg. Von der Gründung der Skatergang „Cobracabana“. Von seinem Auftritt als Ei in einem Astra-Werbespot. Wie er zum FC St. Pauli-Fanclub „Ramba Zamba“ kam und Teil eines selbstverwalteten Wohnkollektivs auf St. Pauli wurde. Und er spricht über seinen großen Traum. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den kunterbunten Cäptn auf dem Kiez.

  6. Tomas Benakovic, Kindheit in der Hans-Albers-Klause
    16.12., 12:3901:09:28

    von der Ghetto-Romantik des alten St.Pauli zum vielseitigen Unternehmer. Tomas Benakovic (48) ist als Unternehmer, Filmproduzent und Gastronom in der ganzen Welt unterwegs. Dabei begann seine „Geschäftstüchtigkeit“ damals auf dem Schulhof. Mit „vom Laster gefallenen“ Jeans, die er an Mitschüler vertickte. Da war „Tomi“ gerade mal 14 Jahre alt. Seine Kindheit geprägt von Kneipe, Milieu und Jugendgang. Aber auch von Zusammenhalt und der Liebe seiner Oma und Mutter. Sein Weg führt ihn immer wieder zurück zu seinen Wurzeln. Dieses eine, tiefe Gefühl – das hat er nur auf St. Pauli. „Du kannst aus dem Ghetto, aber dein Ghetto nicht aus dir. Ich bin und bleibe Kiez“, sagt der Mann mit dem akkurat gestutzten Bart und den nach hinten frisierten Haaren. Er ist Inhaber der „Hans-Albers-Klause“ an der Friedrichstraße. Dem Ort seiner Kindheit. Tomas berichtet von seinen ersten Erinnerungen an die Klause. Von seiner alleinerziehenden Mutter und Stammgästen, die sich liebevoll um ihn kümmerten. Er taucht ein in den Kiez seiner Kindheit. Kleine Geschäften rund um die Wohnung an der Talstraße, kreidebleiche Drogenabhängige auf dem Schulweg, Huren, Luden und Betrunkene. Er berichtet von dem großen Zusammenhalt auf dem Kiez und seiner „Ghetto-Romantik“. Von skurrilen Begegnungen auf dem Transenstrich und harten Kerlen, die er so sehr bewunderte. Von krummen Geschäften und seinem Absprung. Und vom heutigen Kiez – einem „Spielplatz für Idioten“. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den Tausendsassa in der Hans-Albers-Klause.

  7. Julia Radojkovic von der Bullysuppenküche
    02.12., 12:0001:09:18

    Die gute Seele im Camper Julia Radojkovic (59) braucht erst mal einen Kaffee. Gestern war wieder so ein Tag. 16 Stunden war sie unterwegs – bis 2 Uhr nachts. Keine Seltenheit. Besonders jetzt. „Sobald der Frost kommt, fahre ich nachts noch mal alleine rum und verteile Essen und Kleidung“, sagte die blonde Frau. Sie ist Gründerin der „Mobilen Bullysuppenküche“ und schuftet häufig 70 Stunden die Woche, um anderen zu helfen. Menschen, die ein Leben im Abseits führen. Die in Armut leben. Eine Erfahrung, die auch Julia schon machen musste. Und wahrscheinlich auch wieder machen wird. Die engagierte Frau berichtet, wie vor neun Jahren alles anfing. Als sie krank war und ihren alten Job nicht mehr weitermachen konnte und wollte. Von ihrer ersten Essensverteilung an Obdachlose. Von dem ersten eigenen Standort des Vereins, der jetzt auf dem Kiez eröffnet. Von drogenabhängigen Jugendlichen, wohnungslosen Frauen und ihren beiden „Königskindern“. Von der aktuell schwierigen Lage auf den Straßen und dem Mangel an Lebensmitteln. Und von dem Weg in die Armut – auch ihrem eigenen. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen die beeindruckende Vereinsgründerin in der Kleiderkammer der „Bully-Ecke“ am Hein-Köllisch-Platz.

  8. Felizitas Denz - Direktorin vom East Hotel
    18.11., 12:3001:04:50

    Jung, tätowiert, Motorradfahrerin - und leitet eines der bekannten Hamburger Hotels. Felizitas Denz (32) wusste immer genau, was sie will. Schon mit 20 war ihr klar, dass sie Hoteldirektorin wird. Spätestens in zehn Jahren – so der Plan, den sie nur knapp verfehlte. Sechs Wochen nach ihrem 30. Geburtstag wurde die toughe Frau mit den blonden, langen Haaren und dem Körper voller Tätowierungen Direktorin des East-Hotels an der Simon-von-Utrecht-Straße. Eine junge, coole Chefin, die in Leder gehüllt mit ihren gerade mal 1,58 Metern auf einer 200-Kilo-Maschine zur Arbeit gerauscht kommt – extra tiefergelegt „wegen der zu kurzen Beine“, sagt sie lachend. Die East-Direktorin berichtet von ihrem steilen Weg nach oben. Warum es anfangs manchmal schwer war Chefin zu sein und wie sie ihren Weg gefunden hat. Wie wütende Gäste reagieren, wenn sie den Chef sprechen wollen und sich dann der Blondine gegenübersehen. Sie berichtet von skurrilen Beschwerden, Partys auf den Zimmern, verzweifelten Ehefrauen auf der Suche nach ihren Männern und Nackten an der Rezeption. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen die Hotel-Direktorin im East.

  9. Marco Nürnberg vom Goldenen Handschuh
    04.11., 12:0001:09:51

    erst Manager, dann Wirt einer der härtesten Kiez-Kneipen Marco Nürnberg (34) hat den Handschuh im Blut. „Seinen Wurzeln kann man sich nicht entziehen“, sagt der schlanke Mann mit dem akkurat gestutzten Bart lächelnd. Dabei hat er genau das lange Zeit getan. Als Einziger der Familie schlug er einen komplett anderen Weg ein. Karriere statt Kneipe. Die Pandemie brachte das Umdenken und machte den Xing-Manager zu dem, der er irgendwie schon immer war, aber eigentlich nie sein wollte: Wirt des Goldenen Handschuhs am Hamburger Berg. Er berichtet von dem Moment des Umdenkens – seinem „Weckruf“. Von seinem sicheren, gut bezahlten Office-Job und dem Weg in eine unsichere Zukunft. Von Stammgästen, unverschämten Touristen und klaren Ansagen. Wie er die Kneipe als Kind empfunden hat. Und warum der Handschuh mit seiner alten Tradition gebrochen hat und nicht mehr 24 Stunden am Tag geöffnet ist.

  10. Constantin "Tino" von Twickel - Künstlerischer Leiter von Nochtspeicher und Nochtwache
    21.10., 14:0501:09:01

    Der Kämpfer für Handgemachte Musik Constantin „Tino“ von Twickel (48) liebt, was er tut. Der Mann mit Hut ist Künstlerischer Leiter des Nochtspeichers und der Nochtwache. Zwei Live-Clubs an der Bernhard-Nocht-Straße, die wie viele andere in einer schweren Krise stecken. Dass es die Clubs bald nicht mehr geben könnte – für Tino eine schmerzliche Vorstellung. Jahrelang haben er und seine Kollegen die beiden kleinen Livespielstätten zu dem gemacht, was sie heute sind. Ein „Brutkasten“ für Newcomer und ein Ort der Begegnung. Doch ob sie den Winter überleben, ist ungewiss. Tino berichtet von der Perspektivlosigkeit, von kurzfristigen Konzert-Absagen, leeren Kassen und miesen Vorverkäufen. Von der „german Angst“, die für Verwunderung bei Künstlern sorgt. Von seiner Liebe zur Musik, für die seine Eltern den Grundstein legten. Und das Internat – „die Partyhölle“, in der er eigentlich mehr Struktur bekommen sollte. Von gestressten und joggenden Musikern und ausgefallenen Catering-Wünschen. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den Mann mit Hut in der Nochtwache.

  11. Heike Deak vom "Utspann"
    07.10., 12:0000:51:12

    Die gute Seele hinterm Tresen Heike Deak (63) ist Geschäftsführerin des „Utspann“ an der Talstraße. Nicht irgendeine anonyme Kneipe im Vergnügungsdschungel irgendeines Viertels. Ein Stück altes St. Pauli, das für manch Kiezianer mehr Zuhause ist als die einsamen vier Wände. Und dessen Angestellte für manchen die einzige Bezugsperson ist, die sie noch haben. Die Frau mit den kurzen, grauen Haaren, der Brille und Tätowierung auf dem Unterarm berichtet wie das „Utspann“ durch einen Film Bekanntheit erlangte. Von ihrem Sparclub, dicken Auszahlungen und dem Vergnügungsgeld. Von der „Mutter des Utspann“, ihrer verstorbenen Chefin Peggy – die eigentlich ein Mann war und die sie noch immer schmerzlich vermisst. Von einsamen Seelen, um die sie sich kümmert und Papierkram, den sie hinterm Tresen für die Stammgäste erledigt. Und von dem Schicksal einer alten Dame, das sie noch lange begleitete. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen die Kneipen-Kümmerin auf dem Kiez.

  12. Mareike Walz von der Heilsarmee
    23.09., 12:0001:00:57

    Als Kapitänin in der friedlichsten Armee der Welt Mareike Walz (44) ist „Kapitänin“ der Heilsarmee an der Talstraße. Dabei war es genau das, was sie nie wollte. Eigentlich wollte sie Sängerin oder Schauspielerin werden. In die Fußstapfen ihrer Eltern treten, die beide bei der Heilsarmee tätig waren – auf keinen Fall. Mareike berichtet von dieser einen Nacht, die den Umbruch brachte. Von ihrem Gelübde, das reichlich Verzicht mit sich bringt. Von Gebeten mitten auf der Reeperbahn. Von ihrem ersten Besuch im Bordell, der ganz anders lief als gedacht. Von dem Leid, das ihr begegnet und das sie nicht immer loslässt. Von Vorurteilen und Beschimpfungen. Und von Dankbarkeit und Glauben. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen die Kapitänin der evangelischen Freikirche auf dem Kiez.

  13. Julia Staron - die Quartiersmanagerin vom Kiez
    09.09., 12:2501:10:20

    Der Kiez ist mein Zuhause. Trotzdem kann man nicht immer nur Konfetti werfen Julia Staron (52) ist seit Mitte der 80er Jahre auf St. Pauli unterwegs. Anfangs noch heimlich. Als 15-Jährige stahl sie sich aus dem Kellerfenster ihres Elternhauses in Blankenese, um auf dem Kiez zu feiern. Heute ist sie feste Größe im Viertel und schwer aktiv als Quartiersmanagerin, SPD-Politikerin und Künstlerin. Die ehemalige Betreiberin des Kukuun berichtet, warum sie den Club, ihre „größte Leidenschaft“, nach 17 Jahre aufgab. Von ihrem ersten Erlebnis auf der Reeperbahn, das blutig endete. Und ihrem ersten Job für das „Florida Hotel“ am Spielbudenplatz, der so gar nicht nach Plan lief. Von Frauen mit Diadem und Schärpe, die sie wahnsinnig machen. Von Gästen, die völlig am Rad drehen, Gewalttaten und Türstehern, die nicht eingreifen. Und warum sie nicht gesehen werden möchte, wenn sie mit ihren Hunden spazieren geht. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen die „Stadtteilkümmerin“ auf dem Kiez.

  14. Ramona Koch - Filialleiterin Penny Reeperbahn
    26.08., 12:0001:08:07

    Sie leitet Deutschlands bekanntesten Discounter - mit Herz und Härte Ramona Koch (41) kann sich einfach nicht dran gewöhnen. Wenn Leute im Discounter um sie herumschleichen, tuscheln und sich irgendwann endlich trauen, sie nach einem gemeinsamen Foto zu fragen. „Den Hype um meine Person kann ich nicht verstehen. Ich bin doch bloß die Leiterin eines Supermarktes.“ Nicht irgendein Supermarkt. Die Frau mit dem nahezu nahtlos tätowierten Körper, den Piercings und knallrot gefärbten Haaren ist Leiterin des Penny-Marktes an der Reeperbahn. Der wohl bekannteste Discounter Deutschlands. Die „Chefin“, wie sie genannt wird, berichtet von Sex in der Getränkestraße, einem Typen in der Tiefkühltruhe, von Schulklassen, die mit Reisebussen vorfahren. Von „Dynamo-Mike“, der sie regelmäßig wahnsinnig macht und eine große Schwäche für sie hat. Von den Obdachlosen, die ihr besonders am Herzen liegen und von „Tänzchen“ mit Dieben, bei denen sie schon häufiger verletzt wurde. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen die Penny-Markt-Chefin auf dem Kiez.

  15. Christian Fong, der Büroleiter des Dollhouse
    12.08., 13:2001:06:50

    Familiengeschichte von St.Paulis litte Chinatown, über Asien zurück in die Grosse Freiheit Feiern war noch nie sein Ding. Alkohol auch nicht. Christian mag Paartanz. Und hält sich lieber an Cola. Der zurückhaltende Mann, dessen Großvater während des Zweiten Weltkriegs ins Chinesen-Viertel auswanderte, ist zwar auf dem Kiez aufgewachsen, in einem Club war er jedoch nie. Dafür heute umso häufiger. Christian Fong (54) ist Büroleiter des Dollhouses und anderer Läden auf der Großen Freiheit. Er berichtet davon, wie er nach 24 Jahren als Bankangestellter auf einmal im Nachtclub landete. Von der „besonderen Kommunikation“ auf dem Kiez, an die er sich erst gewöhnen musste. Von seinem schlimmsten Gast – einem Hamburger „Partylöwen“. Von fummelnden Pärchen und Jogginghosenträgern. Von seinem Leben in einem chinesischen Dorf und seiner Ankunft als Fünfjähriger auf dem Kiez. Und von seinem Opa, von dessen Schicksal er nichts ahnte. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den leisen Nachtclub-Mitarbeiter im Dollhouse.

  16. Christian Zuckmayer von der Turbojugend St. Pauli
    29.07., 12:2501:00:26

    Kutten, nackte Popos und Dosenbier Christian Zuckmayer (55) fand die hemmungslos feiernden Jeanskutten-Träger mit den knallroten Lippen, geschminkten Augen und Matrosenmützen immer seltsam. „Als Zaungast denkt man, dass die ein ganz schönes Rad abhaben.“ Insbesondere, das Präsentieren der nackten Hinterteile. Heute trägt der Kiezianer selber Kutte und ist stolzes Mitglied der Turbojugend St. Pauli. Das Chapter, mit dem vor 26 Jahren alles begann. Christian berichtet von der Gründung der Turbojugend durch „Ärzte“-Musiker Bela B. Von Ritualen und Regeln, wie dem Verbot die Kutte zu waschen. Von „Warrior-Names“ und entblößten Hinterteilen. Von seinen schönsten Stunden im legendären „Schlemmereck“ und dem bitteren Ende der urigen Kneipe. Und von den bevorstehenden Weltturbojugendtagen. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den turbojugendlichen Vater drei erwachsener Töchter in seiner Wohnung auf dem Kiez.

  17. Miroslaw Grudzinski, der Hot-Dog-Mann vom Kiez
    15.07., 12:3000:48:40

    Er floh vor dem Kommunismus und der Zufall führte ihn zum berühmten Imbiss auf der Reeperbahn. Miroslaw Grudzinski (66) ist seit 36 Jahren der Hot-Dog-Mann vom Kiez. Ungefähr drei Millionen Hot Dogs hat Mirek, wie er von allen genannt wird, in seinem Imbiss Danmark-Snack an der Reeperbahn schon gemacht. Dabei wollte er eigentlich Wissenschaftler werden. Mirek berichtet von den goldenen 80ern, den brutalen 90ern. Von seiner Strategie, wenn Luden in seinem Laden aufeinander losgingen. Und der einen Sache, an die er sich nie gewöhnen konnte. Von Prominenten, Asozialen und seiner Petition, die den Kiez verändern soll. Denn das ist für ihn dringend nötig. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den Hot-Dog-Mann in seinem bekannten Imbiss auf der Meile.

  18. Susanna Horn - Elbschlosskeller, Meuterei, Motherfukker, Bayernstüberl
    01.07., 12:0001:04:50

    Susanna Horn (52) ist eine toughe Frau mit tätowiertem Hals und streng zurückgebundenen Haaren. Seit 13 Jahren ist sie die Schwiegertochter des Elbschlosskellers auf dem Hamburger Berg – und schmeißt mit ihrem Freund Daniel Schmidt vier Kiez-Läden. „Zuhören. Anpacken. Ansagen machen. Das sollte man können.“ Eine Kunst, die Susanna beherrscht. Sie berichtet warum ihre Mitarbeiter Elbschlosskeller-Verbot haben. Von schrägen Typen, die sich mal um einen Stuhl streiten, mal entblößen. Von präparierten Flaschen, nervigen und aggressiven Gästen. Und von ihrer Beziehung, die so ganz anders startete als bei anderen. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen die Gastronomin im „Motherfukker“ auf dem Kiez.

  19. Rebelzer - Der Erfinder der Freaks
    17.06., 12:0001:04:45

    Rebelzer (44) ist der Typ mit den Freaks. Diesen schwarz-weißen, kantigen Figuren, „die einfach nur gute Laune machen sollen“. Am Millerntor-Stadion, am Bahnhof Legienstraße, auf dem Kiez, im Hafen – seine Kunstwerke prägen das Stadtbild. Doch wer ist der Vater der lustigen Gestalten? Das wissen die wenigsten. Und das ist auch gut so – findet Rebelzer. Er berichtet, warum er nicht in der Öffentlichkeit stehen möchte. Wie er auf die Freaks gekommen ist. Was er macht, wenn er die Figuren überhat. Warum er nicht jedem ein Bild verkauft, welche Kunden ihn hart nerven und warum er nicht mehr müssen muss. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den Künstler in seinem „Flaggschiffladen“ auf dem Kiez.

  20. Lukas Nimscheck - Mitgründer von "Deine Freunde"
    03.06., 12:0000:59:12

    Vom "Tigerentenclub" zu "Deine Freunde" Lukas Nimscheck (33) wollte berühmt sein. Auf der Straße erkannt werden. Das war sein Jugendtraum. Heute geht es ihm um Inhalte. Kreischende Teenies, ihm auflauernde Fans. Bloß nicht. Ungestört mit seinem Mann über den Kiez schlendern – das ist es, was der Sänger der Hip-Hop-Kinderband „Deine Freunde“ möchte. Er berichtet von seinem verhassten ersten Job in Hamburg – als Set-Assistent bei „Notruf Hafenkante“. Von seinem Leben mit Mann und Freundin über den Dächern von St. Pauli. Von den Anfängen von „Deine Freunde“ mit Zipfelmützen im Möbelhaus. Wie Rolf Zuckowski den entscheidenden Anstoß gab. Warum er keine Musik für Ältere machen möchte und was seine Band in Zukunft plant. Die MOPO-Reporter Wiebke Bromberg und Marius Röer trafen den Musiker und Regisseur in seiner Wohnung auf dem Kiez.

Von Rotlicht bis Blaulicht, von Glamour bis Gosse – jede Woche trifft die MOPO Menschen, die den Hamburger Kiez prägen. Sie nehmen uns mit in ihre Welt, plaudern offen über Persönliches und legendäre Geschichten. Diese Menschen sind es, die den weltweiten Ruf von St. Pauli ausmachen. Herzlich, persönlich, nah dran. Der Podcast erscheint begleitend zur Serie „Kiezmenschen“ in der Wochenendausgabe der Hamburger Morgenpost.