Podcast

Freimaurer-Spaziergang

Frank Schmalbach

Society & Culture

126 Episoden · neueste 20.09.

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Episoden

126
  1. Freimaurerei als Kunst
    23.12., 10:0000:18:37

    Freimaurerei als Kunst Eine Zeichnung von Alexander Walter Freimaurerei ist vieles, kann einiges werden. Was immer sie ist, hängt davon ab, welches ihrer Potentiale durch Taten verwirklicht worden ist und wird. Freimaurerei ist, was wir Freimaurer daraus machen und daraus gemacht haben. Dazu gehört unter anderem auch die Kunst. Auf diesem Spaziergang will ich Sie einladen, die „Königliche Kunst“ als eine eben solche zu betrachten. Aber auch als die viel zitierte Lebenskunst, die wir gerne in ihr sehen. Kunst ist ein Begriff, der sich außerordentlich schwer fassen lässt. Und dennoch kann man einiges verbindlich über die Kunst sagen. Ohne Talent, Fähigkeiten, Fleiß und Inspiration kann sie wohl kaum geschaffen werden. Und ohne Rezeption, ohne Wahrnehmung, ohne Interpretation wäre sie wohl auch nicht existent, denn sie muss in gewisser Weise stattfinden. Die Freimaurerei ist voller Kunst, sie ist fast reine Kunst. Zwar wirkt sie zunächst nicht so, aber das ist eben der besondere Kunst-Kniff an ihr. Die bei uns oft genutzten Begriffe „Beamte“, „Beamtenräte“, „Regeln“, „Pflichten“ und „Ordnung“ erwecken zu leicht den Eindruck, die Freimaurerei wäre gar ein kunst- oder phantasiefreier Raum. Nüchterne Forschung und die sachliche Analytik der Selbstaufklärung sind sehr wertvoll, können aber den künstlerischen Aspekt in der Freimaurerei nur unzureichend abbilden. Freimaurerei ist ein Kulturprodukt, Ergebnis eines kreativen Prozesses, selbst schon kreativer Prozess, Kunstwerk im Sein und Werden, vollbracht von Künstlern. Freimaurerei als Kunst aufzufassen soll nicht einer Selbstüberhöhung dienen. Es ist vielmehr der Versuch, sie für mich selbst und für Interessierte begrifflich begreifbar zu machen. In der Königlichen Kunst liegen der Zauber, die Magie und das Mystische, das Kunst erst zu Kunst werden lässt. Dies kann man in der Theorie zu verstehen versuchen, ein durchaus erkenntnisreicher Prozess. Aber erst in der Praxis entfalten sie ihre ästhetisierenden, empfindsamkeitssteigernden Wirkungen. Und auf die ist der Freimaurer angewiesen. Denn was wir in und mit der Freimaurerei wollen, ist die Überwindung der Anästhesie des Herzens, der gesellschaftlichen Gefühlskälte. Dazu braucht es die Empfindsamkeit des Einzelnen. Ästhetik regt sie an. Und der Pathos, mit dem die Freimaurerei ge- und erlebt wird, der Ausdruck dieser durch Ästhetik gesteigerten Empfindsamkeit ist, fördert die Empathie. Keine Freimaurerei ohne Einfühlungsvermögen, keine bessere Gesellschaft ohne Mitgefühl. Freimaurerei übt alles, das künstlerische Schaffen von Schönheit, ihre Wahrnehmung, den Übergang des Schönen zum Guten, die Wandlung des Guten im Abgleich mit dem Mitgefühlten zur Handlungsmotivation - und schließlich die Genese der Humanität durch die Tat, die dieser Handlungsmotivation folgt. *** In der Freimaurerei konfluieren Inhalte

  2. Das Heil in der Freimaurerei
    16.12., 16:1700:19:17

    Das Heil in der Freimaurerei Eine Zeichnung von Alexander Walter Ein paar Schritte will ich Sie heute mitnehmen auf einen Spaziergang rund um einen Begriff, der uns in einigen Komposita noch geläufig ist, ansonsten eher selten begegnet, dem des Heils. Nach seinem Missbrauch durch die Nationalsozialisten als Grußformel verwundert es nicht, aber in der Heilung, der Selbstheilung, dem Heiligen, dem Unheil, der Heilkraft, der Heilquelle, dem Seelenheil, dem Heiland oder an anderer Stelle ist das Heil doch noch sprachlich lebendig. Nun bin ich kein religiös gebildeter Mensch. Beispielsweise Rudolf Ottos Werk "Das Heil", in welchem er es aus der Begegnung des Menschen mit dem Numinosen herleitet, und das in religionswissenschaftlichen Kreisen doch sehr geachtet ist, sagt mir wenig. Für mich ist das Heil auch kein Begriff der Erlösung. Und doch kann er einige beobachtbare Phänomene gut zum Ausdruck bringen. Eines davon findet sich in der Freimaurerei. Es bezieht sich auf meine Behauptung - die Brüder mögen ihr zustimmen oder sie ablehnen - dass die Königliche Kunst heilsam ist. Freimaurerei fördert also das Heil. Was fördert sie da und wie macht sie das? *** Tatsächlich sind wir im Ritual durch eines der drei großen Lichter, durch das Buch des heiligen Gesetzes, direkt auf das Heil verwiesen. Was bedeutet Heiligkeit? Was macht Gesetze heilig? Ich denke, dass es das Heilende in ihnen ist. Und das Heilende und die Heilung sind für mich irdisch fassbare Begriffe, Effekte und Vorgänge, die weitestgehend erforsch-, erfass- und beschreibbar sind. Allerdings kann man die Heilung und das Heilende auch im irdischen Kontext, dort, wo es um Ganzheit, Gesundheit, Glück oder Erfolg geht, aufklären oder verklären. Dem Wesen ihrer Natur entsprechend handelt es sich um Phänomene, in die sich auf Basis des persönlichen Erlebens alles Mögliche hineinprojezieren lässt. Sie finden in Bezug auf diese variante Bestimmtheit zwischen einem religiösen Heilsbegriff - der reine Glaubenssache ist - und einem solchen statt, der rein wissenschaftlich, physiologisch, psychologisch oder klinisch ist. Zunächst eine Bemerkung aus der reinen Beobachtung heraus. Wenn wir zusammenkommen und Freimaurerei betreiben, ganz besonders, nachdem wir ein Ritual gemeinsam begangen haben, also vereint durch das Erlebnis dargebotener Symbole in feierlicher Atmosphäre, umgeben von uns vertrauten Menschen, einen geordneten, vorhersehbaren, bekannten und regelhaften Ablauf von Erfahrungen geteilt und gestaltet haben, während dem eine Zeichnung und die Musik einzigartige Höhepunkte gesetzt hat, wir insofern ei

  3. Erkenntnis
    01.12., 13:4600:14:53

    Die Erkenntnis in der Freimaurerei Was ist Erkenntnis? Und was ist Erkenntnis in der Freimaurerei? Diesen fragen will ich mich auf diesem Spaziergang widmen, wohl wissend, dass es nur einer von sehr vielen Spaziergängen ist, die man zur Bearbeitung und Beantwortung dieser Fragestellungen unternehmen kann. Und doch, da jeder dieser Spaziergänge schön ist auf seine Weise, will ich Sie gerne einladen dazu, mich ein Stück weit zu begleiten. ... Alexander Walter

  4. Who are you?
    26.11., 22:2600:06:25

    Who are you – Wer bist du? NOVEMBER 10, 2019 / VON RENESCHON Dem Suchenden wird während seiner Aufnahme vermittelt, dass es als Lehrling darum geht, an dem eigenen rauen Stein zu arbeiten, sich selbst zu erkennen, sich seiner Stärken und Schwächen bewusstwerden und infolge an ihnen zu arbeiten. Diese Arbeit am „eigenen Ich“, am Innersten, auf dem Weg zur Vervollkommnung dieses Ichs, dauert die Lehrlingszeit über an und, wenn wir zu uns selbst ehrlich sind, ist sie nie wirklich ganz abgeschlossen. Der erfahrene Meister kann immer noch ein Lehrling sein. Wir arbeiten stetig weiter an unserem rauen Stein, damit dieser in dem angestrebten „Tempel der Humanität“ einen Platz findet. ...

  5. Erwartungen
    26.11., 22:2300:10:53

    Erwartungen – Was erwarten Sie vom Bund der Freimaurer? SEPTEMBER 1, 2020 VON RENESCHON Vor der Aufnahme in den Bund der Freimaurer und damit in eine Loge, muss der Interessent/die Interessentin drei Fragen im Stillen für sich persönlich beantworten. Eine davon lautet: „Was erwarten Sie vom Bund der Freimaurer für Ihren Geist, für Ihr Herz und Ihr zeitliches Glück?“. ... „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang.“

  6. Intro
    26.11., 21:3600:03:23

    Die Idee zu diesem Podcast gründet auf ein herausragendes Merkmal, das von Gästen in Freimaurerlogen-Gästeabenden immer wieder besonders erwähnt wird: Dem freien Meinungsaustausch - ruhig, geordnet, auf Augenhöhe. Und durchaus kontrovers. Hier wird der Diskurs gepflegt, unter steter Einhaltung der Regeln: Aussprechen lassen, andere Meinungen gelten lassen, Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten und dadurch evtl. auch den eigenen Horizont erweitern. Als Impuls, als Themengeber für diesen Austausch dient meist ein kurzer Vortrag, der von uns Freimaurern gerne 'Zeichnung' genannt wird. Diese Zeichnung soll symbolisch an die Planskizzen erinnern, die in mittelalterlichen Dombauhütten von Baumeistern aufgelegt wurden und allen am Bau Beteiligten die nächsten Arbeitsschritte verdeutlichten. Die in diesem Podcast aufgelegten Zeichnungen sind - je nach ihrem Verfasser - mehr oder weniger detaillierte Skizzen bereits absolvierter und kommender 'Bauabschnitte'. Es sind natürlich keine realen Gebäude mehr, die errichten werden, sondern: Erfahrungen, Erkenntnisse, Lebensentwürfe. Wir Freimaurer sind von unterschiedlichster Herkunft, haben individuelle Erfahrungen und Ansichten. Aber wir alle haben einen gemeinsamen Weg: Unsere permanente Bemühung, dass jeder für sich selbst an seinem eigenen Wesen, an seinem Charakter arbeitet, der immer und ohne Ausnahme Kanten und Ecken hat. Das Erkennen und Behauen dieser eigenen Ecken bleibt unsere lebenslange Arbeit. Ausgewählte Zeichnungen finden sich im Blog freimaurergedanken.com des Freimaurers René Schon, mit dessen freundlicher Erlaubnis und Unterstützung dieser Podcast entstanden ist. Seine Texte stehen hier im Mittelpunkt. Im weiteren Verlauf sollen auch Zeichnungen weiterer Freimaurerbrüder aufgelegt werden. Der Weg, den wir mit individuellen Ansichten, aber dennoch mit einem gemeinsamen Ziel gehen, ist hier als Spaziergang versinnbildlicht. Diese Sichtweise kann aufgrund der Hindernisse auf dem Weg auch gerne als Ironie gesehen werden - es ist nicht immer ein Spaziergang, Freimaurer zu sein. Seien Sie dennoch herzlich eingeladen, uns ein Stückweit auf diesem Weg zu begleiten. Die Länge dieses Wegstücks bestimmen Sie selbst. - Vielleicht erscheint Ihnen eines Tages unser Ziel gar als ein erstrebenswertes...

Der Podcast für Brüder, Schwester und alle, die sich für Freimaurerei interessieren. Ausgewählte "Zeichnungen" (Impulsvorträge) von Freimaurern.