
Halten mit KI hergestellte Missbrauchsdarstellungen Täter vom realen Missbrauch ab, Jessica Szczuka?
Beschreibung der Episode
Seit es Künstliche Intelligenz gibt, ist der Anteil schwerster Missbrauchsdarstellungen um 65 % gestiegen. Wer glaubt, dass die künstliche Herstellung von Missbrauchsvideos niemandem schadet, liegt eindeutig falsch, weiß Dr. Jessica Szczuka.
Die Sozialpsychologin von der Universität Duisburg-Essen beschäftigt sich seit Jahren mit künstlicher Intelligenz und digitaler Intimität und forscht zur Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Die Sozialpsychologin sagt: KI wird für bestimmte Anwendungen sogar mit realen Missbrauchsvideos trainiert. Die Soziologin ist auch davon überzeugt, dass durch die schiere Masse an KI-generierten Missbrauchsdarstellungen der Konsum enorm ansteigt und damit auch die Gefahr, dass Konsumenten, derartig stimuliert, auch real missbrauchen. Jessica Szczuka glaubt, dass KI-generierte Missbrauchsdarstellungen auch als ein Art Einstiegsdroge funktionieren – durch die grenzenlose Verfügbarkeit werden weitaus mehr Personen als bisher zum ersten Mal mit Missbrauchsdarstellungen in Kontakt gebracht und bekommen Lust auf mehr.
Ein anderes Beispiel, wie KI aus dem Ruder läuft: KI-Chatbots, die vorspielen, die besten Freundinnen oder Freunde zu sein. Das ist nicht nur irgendeine Spinnerei. Laut einer aktuellen Umfrage haben bereits 16 % aller aktuellen Singles in den USA romantische oder sexuelle Erfahrungen mit KI-Chatbots gemacht. In der Gen Z ist es bereits jeder Dritte, der lieber mit einem Chatbot romantisch wird als mit einer echten Person. Das kann verheerende Folgen haben: In Amerika wird derzeit der Fall eines 14-Jährigen vor Gericht verhandelt, der sich aus Liebe zu einem KI-Chatbot das Leben nahm.
Bei einbiszwei berichtet Jessica Szczuka, warum die Nutzung und die weitere Entwicklung von künstlicher Intelligenz unbedingt gesetzlich geregelt werden muss und wie künstliche Intelligenz Kindesmissbrauch befördert.
Wenn ihr Fragen, Ideen oder Vorschläge habt – schreibt uns: einbiszwei@ubskm.bund.de
⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯
WEITERE INFOSDissertation von Dr. Jessica Szczuka Let’s talk about Sex Robots: empirical and theoretical investigations of sexualized robots
Mitarbeitendenseite der Uni Duisburg-Essen Lebenslauf
Die Forschungsgruppen von Dr. Jessica Szczuka SENTIMENT — Kommunikationstechnologien und Cybersicherheit
Intimacy with and through Technology
Berliner Zeitung Interview mit Dr. Jessica Szczuka (09/2025) Verliebt in eine Künstliche Intelligenz: „Die nächste große Entwicklung sind KI-generierte Pornos“
UBSKM Artikel über Deepfakes (01/2026) KI erzeugt sexualisierte Darstellungen von Kindern
Internet Watch Foundation (IWF) (05/2026) Zahlen zu KI-generierten Missbrauchsdarstellungen von Kindern
Süddeutsche Zeitung Artikel (05/2026) Das Geschäft mit virtuellem Kindesmissbrauch
Bayerischer Rundfunk Artikel (12/2025)
Gefährliche KI: Neue Dimension des Kindesmissbrauchs
⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯⋯
HILFEANGEBOTE:Wenn du Missbrauch erlebt hast, und Hilfe oder Beratung suchst, kannst du dich auch an diese Stellen wenden: Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530 – anonym und kostenfrei Telefonzeiten: Mo., Mi., Fr.: 9.00 bis 14.00 Uhr Di., Do.: 15.00 bis 20.00 Uhr oder Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch