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348- Experience Market als Großgruppenformat in der Produktarbeit25.05., 06:0025.05.2026, 06:0000:48:33
Dominique & Tim im Gespräch Dominique und Tim sprechen in dieser Folge über die Methode des Experience Market und darüber, was dieses Großgruppenformat in der Produktentwicklung und der Product Discovery anderes bewirken kann als viele andere "klassische" Austauschformate. In vielen Unternehmen sitzen Product Owner, Entwickler:innen, UX und Führungskräfte zwar regelmäßig zusammen in Meetings oder Reviews. Und doch bleiben Erfahrungen oft in einzelnen Teams hängen. Dort setzt der Experience Market an. Menschen sprechen strukturiert über echte Situationen aus ihrem Alltag und machen sichtbar, was funktioniert hat, wo Unsicherheit entsteht und welche Probleme sich über Teams hinweg wiederholen. Der Experience Market lebt davon, dass viele Perspektiven gleichzeitig zusammenkommen. Dominique beschreibt das anhand der Product Owner Days in Köln, bei denen im Rahmen einer Abendveranstaltung rund 200 Teilnehmende gemeinsam an verschiedenen Themenstationen gearbeitet haben. Statt Frontalvorträgen oder vorbereiteten Präsentationen entstehen Gespräche direkt an großen Boards. Dort sammelten die Gruppen ihre Erfahrungen zu Themen wie Outcome-Orientierung, Zusammenarbeit oder Product Ownership. Entscheidend ist dabei, dass nicht nur Erfolge sichtbar werden. Auch gescheiterte Ansätze oder schwierige Situationen gehören bewusst dazu. Gerade dadurch entstehen oft die wertvollsten Diskussionen. Wichtig und spannend ist beim Experience Market vor allem die Dynamik zwischen den einzelnen Gruppen. Menschen wechseln während des Formats in drei Runden zwischen verschiedenen Stationen und bringen neue Gedanken mit. Eine Gruppe ergänzt, was die vorherige begonnen hat. Andere widersprechen oder erweitern bestehende Perspektiven aus ihrer eigenen Praxis. Dadurch entsteht kein starres Ergebnisdokument, sondern ein gemeinsamer Erfahrungsraum. Viele Organisationen unterschätzen, wie viel Wissen bereits intern vorhanden ist. Häufig fehlt lediglich ein Rahmen, in dem dieses Wissen sichtbar und anschlussfähig wird. Tim beschreibt dabei seine Beobachtung, die viele Produktmenschen kennen mögen. In klassischen Workshops sprechen oft dieselben Personen. Beim Experience Market entsteht dagegen Bewegung im Raum und damit auch Bewegung im Denken. Die Gastgeber:innen der einzelnen Stationen moderieren nicht im klassischen Sinn. Sie sorgen dafür, dass Gespräche entstehen, Gedanken dokumentiert werden und andere Gruppen später nachvollziehen können, warum bestimmte Themen relevant waren. Genau diese Verbindung aus Austausch, Sichtbarkeit und gemeinsamer Reflexion macht den Experience Market für größere Produktorganisationen interessant. Besonders relevant wird der Experience Market dann, wenn Unternehmen ihre Produktarbeit stärker miteinander verzahnen wollen. Viele Teams kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen, ohne voneinander zu lernen. Diskussionen über Outcome Orientierung, Stakeholder oder Produktstrategie finden parallel statt, aber oft isoliert voneinander. Der Experience Market schafft dafür einen gemeinsamen Raum. Nicht als einmaliges Event mit Hochglanzcharakter, sondern als Arbeitsformat, das Menschen miteinander ins Gespräch bringt und Erfahrungen greifbar macht. Ältere Folgen, auf die im Gespräch verwiesen wird: Mit "Jobs to Be Done"-Interviews zum besseren Kundenverständnis (JTBD) Welche Aufgaben gehören zur Product Owner Rolle? Product Ownership Context Canvas (POCC) Habt ihr schonmal vom Experience Market gehört oder sogar teilgenommen? Was sind eure Erfahrungen und Meinungen zu diesem Format? Teilt eure Geschichten und Erfahrungen doch mit uns und der Community. Hinterlasse gerne einen Kommentar unterm Blog-Artikels oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Was verändert sich gerade im Produktmanagement? Und was bleibt wichtig? Wie die "Product at Heart" diese Fragen angeht18.05., 06:0018.05.2026, 06:0000:51:39
Arne Kittler im Gespräch mit Tim Gewinnspiel: Konferenzticket zu gewinnen! Im Vorfeld der "Product at Heart" am 26.Juni 2026 verlosen wir eine Freikarte zu dieser genialen Konferenz in Hamburg. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 1.Juni 2026. Hier geht's zur Verlosung: produktwerker.de/gewinnspiel/ Arne Kittler, einer der Gründer der "Product at Heart" Konferenz (früher bekannt als "MTP Engage"), spricht mit Tim über die Frage, was sich im Produktmanagement gerade grundlegend verändert und welche Fähigkeiten trotzdem unverzichtbar bleiben. Viele Teams spüren aktuell Druck aus mehreren Richtungen gleichzeitig. Wirtschaftliche Unsicherheit trifft auf neue technische Möglichkeiten durch generative KI und agentische Systeme bzw. agentic AI. Dadurch verändern sich Werkzeuge, Arbeitsweisen und Erwartungen an Produktmenschen quasi alle parallel. Arne beschreibt, warum sich diese Phase anders anfühlt als frühere Umbrüche rund um agile Methoden, Mobile oder Remote Arbeit und wie dies auf der Product at Heart thematisiert werden wird. Wer aktuell Verantwortung für ein Produkt trägt, erlebt oft widersprüchliche Erwartungen. Einerseits sollen Teams schneller liefern und neue Technologien ausprobieren. Andererseits fehlt vielen Organisationen eine klare Vorstellung davon, welche Probleme sie damit eigentlich lösen wollen. Genau dort setzt für Arne Kittler gute Produktarbeit an. Klarheit entsteht nicht durch neue Frameworks oder zusätzliche Prozesse. Sie entsteht, wenn Produktteams sauber unterscheiden zwischen kurzfristiger Begeisterung und echtem Nutzen für Kundinnen und Kunden. Im Produktmanagement zeigt sich das besonders deutlich in Discovery Arbeit, Priorisierung und strategischen Entscheidungen. Viele Diskussionen drehen sich heute um KI Funktionen. Die schwierigere Frage bleibt jedoch, welches Verhalten oder welches Bedürfnis sich dadurch wirklich verändert. Spannend ist der Blick auf die Themen, die trotz aller Veränderungen stabil bleiben. Arne spricht darüber, dass Unsicherheit schon immer Teil von Produktmanagement war. Neu ist eher die Geschwindigkeit, mit der sich Annahmen über Märkte, Nutzerverhalten und technische Möglichkeiten verschieben. Gerade deshalb gewinnen Fähigkeiten wie 'Orientierung geben', 'Verantwortung übernehmen' und 'gute Entscheidungen unter Unsicherheit treffen' weiter an Bedeutung. In vielen Unternehmen entstehen Probleme nicht wegen fehlender Technologie. Sie entstehen, weil Teams den Kontakt zu ihren Nutzerinnen und Nutzern verlieren oder weil Produktentscheidungen nur noch aus internen Erwartungen heraus entstehen. Moderne Werkzeuge und KI lösen dieses Problem nicht automatisch. Auch die Diskussion rund um Karrieren im Produktmanagement bekommt dadurch eine neue Richtung. Viele Produktmenschen fragen sich momentan, welche Rolle sie künftig noch spielen, wenn Analyse, Dokumentation oder Konzepte zunehmend automatisiert entstehen. Arne Kittler schaut darauf deutlich differenzierter: Wer Produktmanagement auf Ticketpflege oder reine Verwaltung reduziert, wird austauschbar. Wer dagegen Zusammenhänge erkennt, schwierige Gespräche moderiert und aus Unsicherheit Orientierung entwickelt, bleibt wertvoll. Besonders in größeren Organisationen zeigt sich oft, wie wichtig diese Fähigkeiten bleiben. Dort treffen wirtschaftliche Ziele, technische Möglichkeiten und unterschiedliche Interessen permanent aufeinander. Gute Produktmenschen schaffen es, daraus sinnvolle Entscheidungen für das Produkt abzuleiten. Die diesjährige Product at Heart Konferenz greift genau diese Spannungen auf. Das Motto "What changes? What remains?" beschreibt sehr gut, worum es im Produktmanagement gerade geht. Viele Methoden und Werkzeuge verändern sich sichtbar. Gleichzeitig bleiben Verantwortung, Kundennähe und der Umgang mit Unsicherheit zentrale Bestandteile guter Produktarbeit. Deshalb konzentriert sich die Diskussion nicht ausschließlich auf KI. Auch Themen wie Produktstrategie, Zusammenarbeit oder die Suche nach Klarheit im Alltag behalten ihren Platz. Folgende frühere Episoden wurden im Gespräch erwähnt: Klarheit als Superpower für Produktmenschen (mit Arne Kittler) Was kann AI im Produktmanagement heute schon wirklich? (mit Markus Andrezak) RoI und realistische Kosten von AI Initiativen (mit Simonetta Batteiger) Wenn ihr direkt mit Arne Kittler Kontakt aufnehmen wollt, erreicht ihr ihn über sein LinkedIn-Profil oder über die Website seiner Firma Hey Clarity. Wie verändert sich Produktmanagement in euren Augen? Welche Veränderungen beschäftigen euch aktuell im Produktmanagement am stärksten und woran haltet ihr trotz aller Dynamik bewusst fest? Habt ihr Fragen oder Impulse zum Thema oder zur Product at Heart? Wir freuen uns, wenn du deine Wahrnehmung aus der Praxis zur aktuellen Veränderung mit uns in einem Kommentar des Blog-Artikels teilst oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Was kann AI im Produktmanagement heute schon wirklich?11.05., 06:0011.05.2026, 06:0001:12:33
Markus Andrezak im Gespräch mit Tim Markus Andrezak spricht in dieser Folge mit Tim über AI im Produktmanagement und was man nach aktuellem Stand bereits alles damit als Produktmensch schon machen kann. Dabei kommen sie schnell zu einer Beobachtung, die viele Teams gerade im Alltag spüren. Während früher ein Großteil der Energie in Backlogpflege, Refinements und die Vorbereitung für die Entwicklung floss, verändert sich heute der Engpass in der Produktentwicklung. Wenn Code schneller entsteht und technische Umsetzung weniger Zeit kostet, geraten andere Fragen in den Vordergrund. Welche Probleme sind wirklich relevant? Wo entsteht echter Nutzen für Nutzerinnen und Nutzer? Und woran erkennt ein Produktteam früh genug, ob eine Idee überhaupt trägt? AI im Produktmanagement verändert damit nicht einfach einzelne Aufgaben. Die Verschiebung geht tiefer. Viele Produktmenschen arbeiten noch mit Routinen aus einer Zeit, in der Entwicklungskapazität der knappste Faktor war. Deshalb drehen sich Prozesse oft um Priorisierung, (politische) Absicherung und detaillierte Übergaben. Markus beschreibt, warum genau dieses Denken gerade unter Druck gerät. Wenn Teams innerhalb kürzester Zeit Prototypen bauen oder Produktideen testen können, verliert das aufwendige "Verwalten" von Anforderungen an Bedeutung. Dafür steigt der Druck, schneller gute Entscheidungen zu treffen und Unsicherheit besser auszuhalten. Wie Markus im Gespräch erwähnt, gibt es beim AI Thema immer wieder Parallelen zur frühen Internetzeit. Viele Regeln entstehen gerade erst. Rollen verändern sich. Praktiken werden neu sortiert. Genau deshalb wirkt AI im Produktmanagement momentan gleichzeitig chaotisch und voller Möglichkeiten. Wer heute schon nach fertigen Antworten sucht, wird schnell frustriert. Wer dagegen bereit ist zu experimentieren, Arbeitsweisen zu hinterfragen und eigene Erfahrungen zu sammeln, entdeckt schon jetzt konkrete Chancen für bessere Produktarbeit. Besonders spannend wird es dort, wo AI im Produktmanagement heute bereits praktisch schon eingesetzt wird. Nicht als magischer Ersatz für Produktarbeit, sondern als Werkzeug im täglichen Denken und Ausprobieren. Markus erzählt von Situationen, in denen Produktteams mit AI sehr schnell unterschiedliche Lösungsansätze erzeugen, Annahmen hinterfragen oder neue Perspektiven auf Nutzerprobleme gewinnen. Gerade in frühen Discovery-Phasen entsteht dadurch Tempo. Gleichzeitig aber warnt er davor, Geschwindigkeit mit Qualität zu verwechseln. Denn viele Teams produzieren plötzlich mehr Ideen, mehr Konzepte und mehr Artefakte, ohne klarer zu verstehen, welches Problem sie eigentlich lösen wollen. Product Owner sitzen oft zwischen Stakeholder-Erwartungen, Delivery-Druck und strategischen Fragestellungen. AI im Produktmanagement verschärft diese Spannung teilweise sogar. Wenn technische Umsetzung leichter wird, steigen häufig die Erwartungen aus dem Umfeld. Dann entsteht schnell die Vorstellung, dass Produktteams nun einfach deutlich mehr liefern müssten. Genau an diesem Punkt lohnt sich der Blick auf Wertschöpfung statt Auslastung. Markus und Tim sprechen darüber, warum Fokus gerade jetzt wichtiger wird und weshalb Produktmenschen lernen müssen, mit den neuen Möglichkeiten bewusst umzugehen statt jedem Hype hinterherzulaufen. Hier gehts zu Infos und Anmeldung zum beschriebenen Kurs "The AI Augmented PM" von Markus: academy.ueberproduct.de. Kontakt zu Markus bekommt ihr ansonsten über sein LinkedIn-Profil oder ueberproduct.de. Zu diesem Thema passen diese älteren Episoden bzw. z.T. wurden diese Themen auch erwähnt: Warum scheint die Product Owner Rolle so schwer zu sein? (ganz frühe Folge mit Markus Andrezak - immer noch sehr aktuell) Mit dem Kano-Modell Kundenbedürfnisse besser verstehen Weitere Folgen mit Markus Andrezak: Produktstrategie in die Praxis bringen Unterschiedliche Strategieansätze - Gemeinsamkeiten und Unterschiede Business- oder Nutzersicht: Welchen Blickwinkel sollte ein PO einnehmen? Wie viel eurer Arbeit im Produktmanagement macht ihr bei euch im Unternehmen schon mit AI? Wir meinen dabei nicht die Code Erstellung und Delivery, sondern die Prozesse im Produktmanagement. Habt ihr Erfolgs- oder Horrorgeschichten vom Einsatz von AI im Produktmanagement? Dinge die überraschend gut oder schlecht liefen? Teilt eure Geschichten und Erfahrungen doch mit uns und der Community. Hinterlasse gerne einen Kommentar unterm Blog-Artikels oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Product Portfolio Management04.05., 06:0004.05.2026, 06:0000:39:54
Dominique & Tim im Gespräch Dominique und Tim sprechen in dieser Folge über Product Portfolio Management (auch: Produktportfolio Management oder PPM) und nehmen dabei eine Perspektive ein, die viele aus ihrem Alltag sofort wiedererkennen: Du sitzt im Refinement für dein Produkt, verteidigst Prioritäten und versuchst, dein Team auf die nächsten Schritte auszurichten. Gleichzeitig weißt du, dass neben dir andere Produktteams an anderen Themen arbeiten, aber auf die gleichen Ressourcen zugreifen müssen. Genau in diesen Situationen zeigt sich, ob ein Produktportfolio wirklich aktiv gesteuert wird oder ob Produkte einfach nebeneinander existieren und sich gegenseitig ausbremsen bzw. um Ressourcen konkurrieren. Ein Produktportfolio entsteht nicht erst durch eine bewusste Entscheidung. Es ist in vielen Organisationen schlicht die Realität, sobald mehrere Produkte parallel entwickelt werden. Spannend wird es erst bei der Frage, wie bewusst damit umgegangen wird. Häufig bleibt jedes Produkt für sich optimiert, während die übergreifende Perspektive fehlt. Teams verbessern Features, Product Owner treiben ihre Backlogs voran und trotzdem bleibt unklar, ob die Gesamtorganisation ihre Ressourcen sinnvoll einsetzt. Genau hier beginnt Product Portfolio Management, weil es die Brücke zwischen Unternehmensstrategie und den einzelnen Produktentscheidungen schlägt. In der Praxis zeigt sich schnell ein typisches Muster. Ohne klares Product Portfolio Management entscheiden nicht Wirkung und Strategie, sondern Lautstärke, Hierarchie und Durchsetzungsfähigkeit von Einzelpersonen. Das Produkt mit den meisten (oder stäksten) Stakeholdern gewinnt Aufmerksamkeit, während andere Themen liegen bleiben. Diese Dynamik führt dazu, dass Organisationen zwar viel entwickeln, aber nicht unbedingt das, was sie wirklich voranbringt. Ein Produktportfolio braucht daher mehr als eine Liste von Produkten. Es braucht eine gemeinsame Richtung, in die bewusst gesteuert wird und aktive Entscheidungen wo Zeit, Budget und Energie eingesetzt werden. Besonders greifbar wird das, wenn man den Blick auf die eigene Organisation richtet. Auch kleinere Setups mit wenigen Angeboten stehen ständig vor der Entscheidung, worauf sie ihren Fokus legen. Zeit fließt in bestimmte Formate, andere Themen werden bewusst zurückgestellt. Diese Entscheidungen passieren nicht zufällig, sondern sind Ausdruck eines Produktportfolio Denkens, selbst wenn es nicht explizit so benannt wird. Für Product Owner und Produktmanager entsteht hier oft ein Spannungsfeld. Sie sehen das Potenzial ihres eigenen Produkts, stoßen aber an Grenzen, weil die Organisation an anderer Stelle bewusst investiert. Hierdurch wird deutlich, warum Product Portfolio Management mehr ist als ein theoretisches Konzept. Es beeinflusst ganz konkret, welche Ideen umgesetzt werden und welche liegen bleiben. Für dich als Produktverantwortliche oder Produktverantwortlicher bedeutet das, nicht nur dein eigenes Produkt im Blick zu haben. Du brauchst ein Verständnis dafür, wie dein Produkt in das gesamte Produktportfolio passt und welchen Beitrag es zur strategischen Ausrichtung leistet. Ohne diesen Blick bleibt viel Energie in lokalen Optimierungen stecken, während die eigentliche Wirkung auf Organisationsebene ausbleibt und ein globales Suboptimum entsteht. Folgende ältere Episoden wurden im Gespräch erwähnt: Product Owner im skalierten Umfeld Mit mehreren Product Roadmaps arbeiten? Product Principles Wie bewusst wird bei euch entschieden, in welche Produkte ihr investiert und welche Themen ihr liegen lasst? Habt ihr Situationen erlebt in denen gutes oder schlecht Product Portfolio Management einen echten Unterschied gemacht hat? Teilt eure Geschichten und Erfahrungen doch mit uns und der Community. Hinterlasse gerne einen Kommentar unterm Blog-Artikels oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Was sollten Scrum Master über agiles Produktmanagement wissen?27.04., 06:0027.04.2026, 06:0000:49:23
Jan Neudecker im Gespräch mit Tim In dieser Podcast-Folge spricht Jan Neudecker von der Agile Academy mit Tim darüber, was Scrum Master über agiles Produktmanagement wissen und in der Zusammenarbeit mit Product Ownern wirksam vermitteln können sollten. In vielen Teams zeigt sich ein wiederkehrendes Muster. Im Refinement entstehen gute Ideen, im Sprint Planning wird viel diskutiert, doch Entscheidungen bleiben liegen. Genau hier wird klar, warum Scrum Master agiles Produktmanagement Wissen brauchen. Wenn ein Product Owner zögert, weil Freigaben fehlen oder weil Unsicherheit besteht, verlangsamt sich nicht nur die Umsetzung, sondern vor allem das Lernen im Produkt. Jan beschreibt aus seiner eigenen Erfahrung als Scrum Master, Product Owner und Certified Scrum Trainer sehr klar, woran man starke Product Owner erkennt. Für ihn treffen sie Entscheidungen, wenn sie gebraucht werden, und sie verstehen die Realität ihrer Nutzer. Beides entsteht nicht zufällig. Es braucht ein Umfeld, das genau diese Verantwortung ermöglicht. Und hier liegt ein zentraler Beitrag des Scrum Masters. Er arbeitet nicht nur an Prozessen und fürs Team, sondern sorgt dafür, dass Entscheidungsfähigkeit des Product Owners überhaupt entstehen kann. Das bedeutet, Hindernisse im Umfeld sichtbar zu machen und gemeinsam mit Organisation und Stakeholdern daran zu arbeiten, dass Verantwortung wirklich beim Product Owner ankommt. Gerade in der täglichen Zusammenarbeit wird deutlich, wie eng Scrum Master bzw. Agile Coaches und Product Owner verbunden sind. Wenn ein Team verschiedene Lösungsoptionen erarbeitet und der Product Owner keine klare Richtung vorgibt, entsteht Unsicherheit im Team. Diese Situation lässt sich nicht durch Moderation allein lösen. Ein Scrum Master, der agiles Produktmanagement Wissen mitbringt, erkennt, dass hier kein Methodenproblem vorliegt, sondern ein fehlender Entscheidungsrahmen. Statt nur das Meeting zu strukturieren, unterstützt er den Product Owner dabei, Optionen zu bewerten, Konsequenzen zu verstehen und Entscheidungen vorzubereiten. Gleichzeitig hilft er dabei, die Perspektive der Nutzer stärker einzubringen. Denn ohne ein echtes Verständnis für den Nutzungskontext entstehen schnell Lösungen, die technisch sauber sind, aber am Bedarf vorbeigehen. Diese Verbindung aus Entscheidungsfähigkeit und Nutzerfokus macht den Unterschied im Alltag. Oft sehen wir Teams, in denen beide Rollen noch wenig Erfahrung haben. Dann wird agiles Arbeiten schnell zu einer Abfolge von Meetings, ohne dass echte Produktverantwortung entsteht. Genau hier wird die Rolle des Scrum Masters anspruchsvoll. Wer als Scrum Master agiles Produktmanagement Wissen hat, beschränkt sich nicht auf die Einhaltung von Scrum Regeln, sondern arbeitet aktiv daran, Produktdenken im Team zu verankern. Das zeigt sich in kleinen Situationen. In einem Review, in dem nicht nur Ergebnisse gezeigt werden, sondern echtes Feedback eingeholt wird. Oder in Gesprächen mit Stakeholdern, in denen Erwartungen geklärt werden, bevor sie Druck auf das Team ausüben. Diese Arbeit ist oft unsichtbar, hat aber direkten Einfluss auf die Wirksamkeit des Product Owners und damit auf den Erfolg des Produkts. Folgende ältere Episoden empfiehlt Tim im Gespräch: Dein Freund der Scrum Master Erfolgreich mit User Stories arbeiten Nutze Story Mapping, um mit Stakeholdern über Outcome zu sprechen Wenn ihr Kontakt zu Jan Neudecker aufnehmen möchtet oder weitere Fragen an ihn habt, erreicht ihr ihn am besten über sein LinkedIn-Profil. Im Gespräch erwähnt gibt Jan Neudecker eine ganze Reihe von sehr erfolgreichen Zertifizierungstrainings für Scrum Master und Product Owner. Die Übersicht zu seinen offenen Trainings findet ihr auf der Seite der Agile Academy. Im Gespräch hat Tim zudem folgende Bücher empfohlen: Teresa Torres: Continupus Discovery Habits Bruce McCarthy: Aligned - Stakeholder Management for Product Leaders Welche Erfahrungen hast du gemacht, wenn Scrum Master und Product Owner wirklich als starkes Duo zusammenarbeiten? Oder im Gegenteil: Habt ihr Horror-Stories erlebt, wenn die beiden Rollen garnicht harmonieren? Komm mit uns ins Gespräch und lass uns gemeinsam weiterdenken. Hinterlasse gerne einen Kommentar unterm Blog-Artikels oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Manchmal ist nicht zu entscheiden die beste Entscheidung als Product Owner20.04., 06:0020.04.2026, 06:0000:46:36
Tim & Oliver im Gespräch In dieser Folge sprechen Tim und Oliver darüber, wie Product Owner mit dem Druck umgehen, jederzeit eine Entscheidung treffen zu müssen und warum genau dieser Reflex oft zu kurz greift. In vielen Teams gilt Schnelligkeit als Zeichen von Stärke. Wer zögert, wirkt unsicher. Wer entscheidet, wirkt handlungsfähig. Doch diese Gleichung geht im Alltag der Produktentwicklung nicht immer auf. Eine Entscheidung gewinnt nicht an Qualität, nur weil sie schnell getroffen wird. Entscheidend ist der Moment, in dem sie fällt, und die Informationen, die zu diesem Zeitpunkt vorliegen. Eine gute Entscheidung bewertet man nicht anhand ihrer Folgen und Ergebnisse im Nachhinein, sondern aus der Situation heraus, in der sie getroffen wird. Genau hier liegt eine der größten Herausforderungen im Produktalltag. Product Owner bewegen sich ständig in Unsicherheit. Sie kennen selten alle Fakten, müssen aber trotzdem Verantwortung übernehmen. Wer in solchen Situationen vorschnell entscheidet, läuft Gefahr, wichtige Informationen zu übersehen oder sich von scheinbarer Dringlichkeit treiben zu lassen. Oft wird Druck von außen aufgebaut, obwohl die eigentliche Entscheidung noch Zeit hätte. Diese Dynamik zu erkennen, verändert den Blick auf die eigene Rolle spürbar. Nicht zu entscheiden ist dabei kein Zeichen von Schwäche, sondern selbst eine bewusste Entscheidung. Es geht darum, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Wenn Unsicherheit hoch ist oder relevante Informationen fehlen, kann es sinnvoll sein, innezuhalten und gezielt Kontext aufzubauen. Gleichzeitig zeigt sich hier ein Spannungsfeld, das viele Produktmenschen kennen. Wer zu lange wartet, riskiert Stillstand. Wer zu schnell entscheidet, riskiert Fehlentscheidungen. Diese Balance bewusst zu gestalten gehört zur eigentlichen Verantwortung eines Product Owners. Hinzu kommt, dass auch nicht jede Entscheidung in die Hände des Product Owners gehört. Teams können und sollten viele Entscheidungen selbst treffen. Wenn jede Frage nach oben eskaliert wird, entsteht Abhängigkeit statt Ownership. Eine kluge Entscheidung besteht dann darin, bewusst nicht zu entscheiden und Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört. Das stärkt Teams langfristig mehr als jede schnelle Antwort. Gleichzeitig entstehen durch Nicht Entscheiden auch Kosten. Offene Fragen führen zu Wartezeiten, zu Unsicherheit im Team oder dazu, dass an Themen gearbeitet wird, die wenig Wert liefern. Diese Entscheidungskosten sind im Alltag oft unsichtbar, wirken aber stark auf die Produktentwicklung. Deshalb reicht es nicht, einfach nur abzuwarten. Es braucht ein bewusstes Abwägen zwischen Dringlichkeit, Unsicherheit und möglichem Impact. Genau hier entwickelt sich die Qualität von Entscheidungen. Am Ende geht es weniger um die Frage, ob entschieden wird, sondern ob jetzt entschieden werden sollte. Dieses kleine gedankliche Innehalten verändert viel. Es schafft Raum für bessere Entscheidungen und verhindert reflexartiges Handeln. Wer beginnt, das eigene Entscheidungsverhalten zu reflektieren, erkennt schnell Muster. In welchen Situationen entscheide ich zu schnell. Wann warte ich zu lange. Welche Informationen fehlen mir regelmäßig. Diese Klarheit ist der erste Schritt, um die eigene Entscheidungspraxis weiterzuentwickeln. Diese älteren Folgen wurden in der Episode erwähnt: Kluge Entscheidungen treffen mit Decision Poker Biases und wie ich als Product Owner damit umgehen kann Product Principles Weitere Bücher, auf die Tim und Oliver Bezug nehmen: Annie Duke: Thinking in Bets: Making Smarter Decisions When You Don't Have All the Facts Daniel Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken Wie gehst du mit diesem Spannungsfeld um? Entscheidest du oft (zu) schnell oder wartest du manchmal (zu) lange, bevor du eine Entscheidung triffst? Entscheide dich doch dazu, deine Gedanken und Erfahrungen mit uns und der Community auf unserer LinkedIn-Seite oder unter dem Blog-Artikel! Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Value Proposition Canvas13.04., 06:0013.04.2026, 06:0000:47:34
Dominique & Tim im Gespräch Dominique und Tim sprechen in dieser Folge über das Value Proposition Canvas und zeigen, wie Produktteams wieder näher an echte Probleme ihrer Zielgruppe kommen, um ein besseres Kundenverständnis zu entwickeln. Das Value Proposition Canvas dient dabei als Denkwerkzeug, das den Blick bewusst von der eigenen Lösung weglenkt und stattdessen auf die Situation der Menschen richtet, für die ein Produkt oder Service erstellt wird. Genau dieser Perspektivwechsel macht in vielen Teams einen spürbaren Unterschied, weil Diskussionen nicht länger von Features dominiert werden, sondern von echten Bedürfnissen und Erwartungen. Dabei muss man sich fragen, welche Aufgaben Menschen wirklich erledigen wollen und welche Hürden dabei entstehen. Das Value Proposition Canvas hilft, diese sogenannten Customer Jobs greifbar zu machen (neben Functional Jobs auch Emotional Jobs, Social Jobs und Basic Needs). Gerade die letzteren Aspekte werden im Alltag oft übersehen, obwohl sie Entscheidungen stark beeinflussen. Wer nur funktionale Anforderungen betrachtet, verpasst wichtige Hinweise darauf, warum Produkte genutzt oder ignoriert werden. Das gemeinsame Arbeiten am Canvas schafft dabei ein geteiltes Verständnis im Team, das über einzelne Meinungen hinausgeht. Spannend wird es, wenn aus diesen Erkenntnissen konkrete Ansatzpunkte für Lösungen entstehen. Das Value Proposition Canvas zwingt dazu, nicht sofort in fertige Features zu springen, sondern erst zu überlegen, wie genau Probleme reduziert oder positive Effekte verstärkt werden können. Dadurch entstehen klarere Hypothesen, die sich später gezielt überprüfen lassen. Statt vorschnell zu bauen, entsteht ein strukturierter Weg von Annahmen zu überprüfbaren Ideen. Genau hier zeigt sich die Stärke des Canvas als Brücke zwischen Problemraum und Lösungsraum. Gleichzeitig bleibt das Value Proposition Canvas ein lebendiges Arbeitsmittel und kein einmal erstelltes Artefakt. Neue Erkenntnisse aus Gesprächen, Tests oder Beobachtungen fließen kontinuierlich ein und verändern das Bild. Teams, die das Canvas regelmäßig nutzen, treffen Entscheidungen bewusster und können Prioritäten besser begründen. Der eigentliche Wert entsteht nicht durch das fertige Ergebnis, sondern durch die Gespräche, die währenddessen geführt werden und das gemeinsame Verständnis, das daraus wächst. Diese früheren Episoden werden im Gespräch referenziert und empfohlen: Mit Customer Journey Maps arbeiten Mit "Jobs to Be Done"-Interviews zum besseren Kundenverständnis Warum Personas für Product Owner wertvoll sind Mit dem Kano-Modell Kundenbedürfnisse besser verstehen Habt ihr das Value Proposition Canvas schonmal angewandt? Was lief gut und wo gab es Herausforderungen? Teile deine Gedanken doch mit uns und der Community auf unserer LinkedIn-Seite oder unter dem [Blog-Artikel](https://produktwerker.de/value-proposition-canvas/! Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass Organisationen fit werden in der Entwicklung digitaler Organisationen! Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Das Product Goal – warum sich daran der Wandel der PO-Rolle zeigt06.04., 06:0006.04.2026, 06:0000:39:27
Tim & Oliver im Gespräch Das Product Goal steht seit einigen Jahren im Scrum Guide. In vielen Teams existiert es nach unserer Beobachtung trotzdem nicht. Keine Absicht, kein Versehen. Der Alltag zieht in Richtung nächstes Feature, nächste User Story, nächstes Sprint Planning. Und genau darüber sprechen @Tim Klein m und ich in der neuen #Podcast Folge von @Die Produktwerker twerker. Das Product Goal beschreibt einen gewünschten Zustand des Produkts, einen Outcome, auf den das Team hinarbeitet. Keine Menge von Features, die geliefert werden soll. Wer so wie gedacht mit dem Product Goal arbeitet, entscheidet in vielem Fragen anders: Was gehört ins Product Backlog? Was nicht? Das Product Backlog hört auf, ein Sammelbecken für aller möglichen Ideen zu sein. Es wird zum Artefakt, mit dem ich als Product Owner fokussiert meine Produktentwicklung steuere. Viele Organisationen lassen diese Vorgehensweise leider nicht zu. POs verwalten Anforderungen aus der Organisation und haben keinen Raum, echte Zielbilder zu formulieren. Das Product Goal macht daher aus unserer Sicht gut sichtbar, wie weit die Rolle wirklich bevollmächtigt ist. Die neue Folge könnt ihr überall anhören, wo es Podcasts gibt: https://produktwerker.de/das-product-goal-warum-sich-daran-der-wandel-der-po-rolle-zeigt/ Arbeitest du gerade mit einem Product Goal, das wirklich als Orientierung hilft? Oder beschreibt es die Funktionalität eher, der als Output ohnehin geplant war?
- Fitness Test für Produktorganisationen30.03., 06:0030.03.2026, 06:0000:48:30
Sandra Hinz im Gespräch mit Tim In dieser Folge des Produktwerker Podcasts ist Sandra Hinz von den Value Rebels zu Gast bei Tim. Die beiden sprechen über den Fitness Test für Produktorganisationen und stellen damit eine Frage, die viele Teams selten ehrlich beantworten: "Wie gut ist die eigene Organisation wirklich darin, digitale Produkte zu entwickeln, die Wirkung entfalten?" Dabei geht es nicht um Methoden oder einzelne Tools, sondern um das Zusammenspiel von Verantwortung, Struktur und Haltung. Sandra Hinz bringt ihre Erfahrung aus Beratung, Produktmanagement, Coaching und Organisationsentwicklung ein und zeigt, dass Produktarbeit nur dann stark wird, wenn sie im richtigen Organisations- und Führungsumfeld stattfindet. Der Fitness Test für Produktorganisationen dient dabei als Spiegel, der sichtbar macht, wo Organisationen sich selbst ausbremsen, ohne dass es ihnen bewusst ist. Im Kern entstand der Fitness Test für Produktorganisationen aus der praktischen Arbeit mit Unternehmen. Er hilft dabei, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wo eine Organisation heute steht und welche Bereiche gezielt gestärkt werden sollten. Statt alles gleichzeitig verändern zu wollen, geht es darum, Schwerpunkte zu setzen und Schritt für Schritt bzw. gezielt an den Stellen zu arbeiten, die den größten Unterschied machen. Oft zeigt sich dabei, dass nicht fehlende Methoden das Problem sind, sondern unklare Verantwortlichkeiten, schwaches Leadership oder fehlende Verbindung zwischen Produktarbeit und Geschäftserfolg. Besonders prägend ist die Frage, ob Produktteams als Cost Center oder als Profit Center verstanden werden, denn diese Sicht beeinflusst maßgeblich, wie Entscheidungen getroffen werden und welchen Stellenwert Produkt und Technologie im Unternehmen haben. Der Fitness Test für Produktorganisationen eröffnet auch eine ehrliche Auseinandersetzung mit Themen wie Teamzuschnitt, Entscheidungsfreiheit und dem Umgang mit Talenten. Teams können nur dann Verantwortung übernehmen, wenn sie echte End-to-End Verantwortung tragen und nicht von anderen Bereichen abhängig sind. Gleichzeitig braucht es Führung, die Orientierung gibt und Entscheidungen nicht zentralisiert, sondern bewusst verteilt. In vielen Organisationen zeigt sich hier eine Lücke zwischen Anspruch und Realität. Genau dort setzt der Test an, indem er hilft, Unterschiede in der Wahrnehmung sichtbar zu machen und Gespräche anzustoßen, die sonst oft vermieden werden. Wer den Fitness Test für Produktorganisationen nutzt, schafft damit eine Grundlage für gezielte Weiterentwicklung und stärkt die Fähigkeit, Produkte zu bauen, die nicht nur liefern, sondern echten Nutzen erzeugen. Eine detailliertere Darstellung über den Product Organization Fitness Test findet ihr hier. Wer direkt mal selber den Fitness Test machen möchte, kann hier direkt loslegen. Das Thema dieser Episode steht in engem Kontakt zum Product Ownership Context Canvas, den Tim Klein und Oliver Winter in 2018 entwickelt haben. Mehr Infos darüber gibt es in unserer Podcast-Episode "Welche Aufgaben gehören zur Product Owner Rolle? Product Ownership Context Canvas (POCC)". Wenn ihr direkt mit Sandra in Kontakt treten wollt oder noch weitere Fragen habt, erreicht ihr Sandra Hinz am besten über ihr LinkedIn-Profil oder per Mail (sandra@valuerebels.com. Ist dein Unternehmen fit für moderne Produktentwicklung? Hältst du den Fitness Test für Produktorganisationen für eine sinnvolle Idee? Oder würdest du sogar sagen, dass wichtige Fragen im Test fehlen? Teile deine Gedanken doch mit uns und der Community auf unserer LinkedIn-Seite oder unter dem Blog-Artikel! Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass Organisationen fit werden in der Entwicklung digitaler Organisationen! Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Was macht der AI Hype mit der digitalen Produktlandschaft23.03., 06:0023.03.2026, 06:0000:49:09
Tim & Dominique im Gespräch Tim und Dominique sprechen in dieser Folge darüber, was der aktuelle AI Hype mit der digitalen Produktlandschaft macht und warum sich gerade grundlegend verschiebt, worauf es in der Produktentwicklung ankommt. Der AI Hype sorgt dafür, dass sich digitale Produkte immer einfacher und schneller bauen lassen. Was früher viel Zeit, Budget und eingespielte Teams brauchte, kann heute in kurzer Zeit umgesetzt werden. Dadurch sinkt die Hürde, überhaupt ein Produkt zu entwickeln, spürbar und mit ihr verändert sich auch der Wettbewerb. Damit verschiebt sich die eigentliche Herausforderung. Wenn Delivery kein Engpass mehr ist, verliert reiner Output an Bedeutung. Entscheidend ist dann, ob ein Produkt im Alltag der Nutzer wirklich etwas verbessert. Der AI Hype führt also nicht automatisch zu besseren Produkten, sondern vor allem zu mehr Produkten. Für Nutzer wird das unmittelbar spürbar. Sie treffen immer häufiger auf Lösungen, die noch nicht ausgereift sind, auf unfertige Funktionen, unausgereifte Konzepte und Produkte, die sich laufend verändern. Was aus Unternehmenssicht schnelles Lernen bedeutet, fühlt sich aus Nutzersicht oft nach zusätzlicher Arbeit an. Produkte entstehen heute über Nacht und können morgen schon wieder anders aussehen. Das erschwert Orientierung und macht Gewohnheiten instabil. Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck auf Anbieter. Wenn immer mehr Menschen Produkte bauen können, steigt das Angebot in nahezu allen Bereichen. Für Nutzer bedeutet das mehr Auswahl, aber auch mehr Aufwand bei der Entscheidung. Für Anbieter wird es schwieriger, überhaupt noch wahrgenommen zu werden. In diesem Umfeld gewinnt Vertrauen stark an Bedeutung. Produkte, die verlässlich funktionieren und konsistente Erlebnisse bieten, heben sich deutlicher ab als solche, die nur mit neuen Features auffallen. Gerade bei zentralen Funktionen führt ständige Veränderung schnell zu Unsicherheit. Menschen wollen sich auf Werkzeuge verlassen können, besonders wenn sie diese regelmäßig nutzen. Ein Produkt, das Vertrauen aufbaut, bleibt eher bestehen als eines, das nur kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugt. Zugleich eröffnet der AI Hype auch eine Chance im Umgang mit Komplexität. Wenn Features schneller gebaut werden können, lassen sie sich auch leichter wieder entfernen. Statt Produkte immer weiter auszubauen, können Teams gezielt reduzieren und die Nutzung vereinfachen. Das schafft Klarheit und entlastet Nutzer. Auch das Verhalten der Nutzer verändert sich bereits. Viele testen neue Tools vorsichtiger, bleiben kürzer und hinterfragen Abo-Modelle kritischer. Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld gewinnen an Gewicht. Für Produktmenschen entsteht daraus eine klare Aufgabe: Es reicht nicht mehr, schnell zu liefern. Es geht darum, Wirkung bewusst zu gestalten, Vertrauen aufzubauen und Produkte zu entwickeln, die auch in einem dynamischen Umfeld bestehen. Nicht die Geschwindigkeit entscheidet, sondern die Fähigkeit, echten Nutzen zu schaffen und langfristig relevant zu bleiben. Im Gespräch wurde auf ein paar andere Folgen verwiesen: Ist Vibe Coding relevant für die Produktentwicklung? (https://produktwerker.de/ist-vibe-coding-relevant-fuer-die-produktentwicklung/)) Mit "Jobs to Be Done"-Interviews zum besseren Kundenverständnis (JTDB) (https://produktwerker.de/jobs-to-be-done/)) Gedankenaustausch: Was kommt nach UX? (https://produktwerker.de/gedankenaustausch-was-kommt-nach-ux/)) Das Problem mit dem Minimal Viable Product (MVP) (https://produktwerker.de/das-problem-mit-dem-minimal-viable-product/)) Features wegwerfen - was braucht es dafür außer Mut? (https://produktwerker.de/features-wegwerfen/))
- Wie AI die Produktentwicklung im Corporate-Umfeld verändert 16.03., 06:0016.03.2026, 06:0000:50:29
Dominik Rose im Gespräch mit Tim Dominik Rose spricht in dieser Podcastfolge mit Tim über AI in der Produktentwicklung und darüber, wie sich der Alltag von Produktteams verändert, wenn moderne AI Werkzeuge auf die Realität eines großen Corporate Umfelds treffen. Dominik ist Senior Vice President Product bei LeanIX, einem Unternehmen aus Bonn, das inzwischen Teil von SAP ist und Software für Enterprise Architecture Management entwickelt. Gemeinsam schauen sie auf konkrete KI-Erfahrungen aus der Praxis und darauf, wie AI die Produktentwicklung in großen Organisationen tatsächlich beeinflusst. AI in der Produktentwicklung wirkt in vielen Diskussionen wie ein Thema aus der Startup Welt. Doch auch im Corporate Umfeld verändert sich gerade sehr viel. Bei SAP LeanIX zeigt sich das in der täglichen Arbeit von Produktmanagement, UX und Engineering. Neue Werkzeuge und Modelle verändern, wie Software entsteht und wie Teams zusammenarbeiten. Entwickler nutzen zunehmend AI Unterstützung beim Schreiben, Prüfen und Verbessern von Code. Ein großer Teil der Pull Requests wird bereits durch AI Systeme begleitet. Das führt dazu, dass Delivery deutlich schneller wird und sich die Erwartungen an Teams verändern. Diese Entwicklung hat spürbare Auswirkungen auf die Rollen in der Produktentwicklung. Wenn Software schneller entsteht, verschiebt sich der Fokus stärker auf Problemverständnis, Kundennähe und Produktentscheidungen. Gerade im Corporate Kontext bleibt Continuous Discovery deshalb ein zentraler Bestandteil guter Produktarbeit. Produktmanager und Designer arbeiten weiterhin eng mit Kunden zusammen, sammeln Feedback und bringen diese Erkenntnisse direkt in die Weiterentwicklung des Produkts ein. AI in der Produktentwicklung beschleunigt vieles, ersetzt aber nicht das Verständnis für Kundenprobleme. Gleichzeitig verändert AI auch die Art, wie Produktteams Ideen ausprobieren. Prototypen entstehen heute deutlich schneller. Teams können Konzepte direkt visualisieren und gemeinsam mit Kunden weiterentwickeln. Das führt zu einer engeren Verbindung zwischen Discovery und Delivery. Feedback fließt schneller zurück ins Team und Entscheidungen lassen sich auf einer deutlich besseren Grundlage treffen. Auch auf Produktebene stellt AI Unternehmen vor neue Fragen. Kunden erwarten zunehmend intelligente Funktionen und neue Interaktionsmöglichkeiten. Gleichzeitig darf der eigentliche Kern eines Produkts nicht verloren gehen. Für Unternehmen wie LeanIX bedeutet das, AI gezielt dort einzusetzen, wo sie echten Mehrwert für Nutzer schafft, statt lediglich neue Funktionen zu ergänzen, weil die Technologie verfügbar ist. Besonders deutlich wird der Wandel beim Blick auf den Markt. AI in der Produktentwicklung verändert nicht nur interne Arbeitsweisen, sondern auch Wettbewerbslandschaften. Neue Anbieter tauchen auf, Kategorien verschieben sich und bisherige Marktlogiken werden aufgebrochen. Produktteams müssen deshalb genauer beobachten, wie sich Kundenbedürfnisse entwickeln und welche Probleme in Zukunft wirklich relevant bleiben. Gerade im Corporate Umfeld entsteht dabei eine besondere Spannung. Einerseits verlangen Governance, Sicherheit und Prozesse nach Stabilität. Andererseits entwickeln sich AI Technologien in rasantem Tempo weiter. Organisationen müssen lernen, beides miteinander zu verbinden. Teams brauchen Raum zum Experimentieren und gleichzeitig klare Rahmenbedingungen, die den Einsatz neuer Technologien verantwortungsvoll ermöglichen. Am Ende bleibt eine Erkenntnis besonders wichtig: AI in der Produktentwicklung macht viele Dinge schneller und leichter zugänglich. Auch in einem Coporate-Umfeld. Der eigentliche Kern erfolgreicher Produktarbeit bleibt jedoch unverändert. Produktmenschen müssen ihre Kunden verstehen, Märkte beobachten und Entscheidungen treffen, die langfristig Wirkung entfalten. Wer sich aktiv mit den neuen Möglichkeiten beschäftigt und gleichzeitig nah an den echten Problemen der Nutzer bleibt, hat in dieser Phase eine große Chance, bessere Produkte zu bauen. Wer weitere Fragen an Dominik hat oder sich mit ihm austauschen möchte, nimmt am Besten über sein LinkedIn-Profil Kontakt mit ihm auf. Frühere Folge mit Bezug zu dieser Episode: Einfluss von AI auf Produktentwicklung durch Context Engineering Wer mehr über den Engineering Ansatz und Erfahrungen mit AI bei LeanIX erfahren möchte, sollte sich den Blog von SAP LeanIX ansehen: Blog LeanIX Engineering Dominik bezieht sich am Anfang des Gesprächs auf den folgenden wichtigen Artikel von Andreesen/Horowitz: The Trillion Dollar AI Software Development Stack | Andreessen Horowitz Video vom Talk von Dominik Rose beim ProductTank Cologne: Learning from Deploying AI in B2B SaaS for PMs Buchempfehlung von Dominik Rose aus der Folge: Tony Fadell: Build: An Unorthodox Guide to Making Things Worth Making Hast du auch Erfahrungen in der Arbeit mit AI in der Softwareentwicklung von großen Organisationen? Wie unterscheidet sich die Arbeit bzw. Software-Entwicklung mit aktuellen AI-Technologien, in großen Unternehmen zu kleineren Startups? Wir freuen uns, wenn du deine Erfahrungen aus der Praxis mit uns in einem Kommentar des Blog-Artikels teilst oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Der PO als Seismograph - was dein Alltag über deine Organisation verrät09.03., 06:0009.03.2026, 06:0000:52:03
Dominique & Oliver im Gespräch In dieser Episode des Produktwerker Podcasts sprechen Dominique und Oliver darüber, warum der Alltag eines Product Owners oft mehr über die Organisation verrät als über die Person. Der Gedanke dahinter ist der PO als Seismograph im Unternehmen. Wer genau hinschaut, erkennt in typischen Situationen im Produktalltag Hinweise auf strukturelle Herausforderungen im Unternehmen. Viele Product Owner kennen Momente, in denen sie sich eher wie Anforderungsmanager fühlen. Anforderungen landen im Backlog, die relevanten Entscheidungen treffen andere. Der eigene Handlungsspielraum wirkt begrenzt, obwohl die Rolle eigentlich Verantwortung für den Produkterfolg tragen sollte. Wenn sich ein PO dauerhaft so erlebt, ist das oft kein persönliches Defizit, sondern der Seismograph zeigt hier ein Signal aus der Organisation. Entscheidungsbefugnisse sind unklar oder werden nicht wirklich delegiert. Die Rolle existiert, aber das dazugehörige Mandat fehlt. Ein anderes typisches Signal entsteht, wenn alles gleichzeitig wichtig ist. Mehrere Stakeholder bringen Themen ein, jede Anfrage hat höchste Priorität. Für den Product Owner fühlt sich das anstrengend und frustrierend an. Entscheidungen werden immer wieder infrage gestellt oder der PO überstimmt. Um bei dem Bild des Seismographs zu bleiben, wird hier ein strategisches Vakuum sichtbar. Wenn auf Unternehmensebene kein klarer Fokus existiert, konkurrieren Ziele miteinander. Dann landet der Konflikt zwangsläufig im Produktalltag. Dominique und Oliver besprechen noch einige weitere Signale in dieser Podcastfolge. Diese Signale fühlen sich für Product Owner zunächst unangenehm an. Sie erzeugen Druck, Frust oder das Gefühl, ständig zwischen Interessen vermitteln zu müssen. Gleichzeitig können sie ein wertvoller Hinweis sein. Der Alltag eines PO macht sichtbar, wo Entscheidungsräume fehlen, wo Prioritäten nicht geklärt sind oder wo Wirkung nicht gemessen wird. Die Metapher des PO als Seismograph soll nicht, dass Product Owner die Ursache all dieser Probleme sind. Vielmehr zeigt ihre tägliche Arbeit, wie Organisationen tatsächlich funktionieren. Wer diese Signale erkennt, kann beginnen, sie anzusprechen und auf eine Veränderung hinzuwirken. Verändern lässt sich eine Organisation selten von heute auf morgen. Doch Product Owner können ihr eigenes Verhalten beeinflussen. Sie können Fragen stellen, Transparenz schaffen und Verbündete suchen. Manchmal reicht schon ein gemeinsames Gespräch über Priorisierung oder Ziele, um Bewegung in festgefahrene Muster zu bringen.
- KI-Gestützter UX Research02.03., 06:0002.03.2026, 06:0000:33:37
Tara Bosenick im Gespräch mit Dominique In dieser Folge spricht Dominique mit Tara Bosenick (https://www.linkedin.com/in/tarabosenick/)), Management Director bei uintent, über KI gestützten UX Research und was davon im Alltag von Produktteams wirklich trägt. Tara bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im UX Research mit und beobachtet sehr genau, wie sich der Einsatz von Sprachmodellen auf Research Prozesse auswirkt. UX Research steht für fundierte Entscheidungen. Wer Produkte verantwortet, braucht belastbare Erkenntnisse über Bedürfnisse, Motive und Probleme von Nutzerinnen und Nutzern. Gleichzeitig steigt der Druck. Zeit fehlt, Prioritäten konkurrieren, Entscheidungen sollen schneller fallen. Hier können KI Werkzeuge Entlastung bieten. Tara erlebt in ihren Workshops beides: Begeisterung und Ernüchterung. Sprachmodelle formulieren hervorragend. Sie helfen beim Schreiben von Screenern, Interviewleitfäden oder UX Texten. Sie unterstützen bei der Strukturierung von Gedanken. Gerade beim Formulieren entsteht spürbare Zeitersparnis im UX Research. Der große Hebel liegt jedoch in der Analyse. Transkripte auswerten, Muster erkennen, Zitate sauber belegen und daraus einen klaren Report bauen kostet Zeit. Hier setzen viele Hoffnungen an. Doch genau hier zeigt sich auch die Schwäche probabilistischer Systeme. Ein Sprachmodell berechnet Wahrscheinlichkeiten. Es liefert gut klingende Antworten. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Antworten auch korrekt sind. Wer im UX Research Interviews analysiert, will keine wahrscheinlichen Aussagen, sondern präzise Aussagen auf Basis echter Daten. Halluzinationen entstehen schneller als vielen bewusst ist. Ein falsch zugeordnetes Pronomen im Transkript kann bereits eine Interpretation kippen. Ein unklarer Kontext im Prompt kann dazu führen, dass externe Annahmen in die Analyse einfließen. Tara plädiert deshalb für ein sehr bewusstes Vorgehen, wie kleine Analyseschritte statt großer Gesamtaufgaben zu stellen, klare Regeln im Prompt zu formulieren, Explizite Anweisungen zu geben, nur mit den vorliegenden Daten zu arbeiten und Zitate wortwörtlich wiederzugeben. UX Research mit KI verlangt Disziplin und ein kritisches Auge. Auch die Vorbereitung von Research profitiert nur begrenzt von Automatisierung. Wer regelmäßig Interviews führt, erstellt Leitfäden oft schneller selbst, als ein Sprachmodell mit ausreichend Kontext zu versorgen. Sinnvoll kann KI im UX Research beim vorbereitenden Desk Research sein oder als Sparringspartner für Hypothesen und Fragestellungen. Spannend wird es aber beim Reporting. Layouts automatisiert befüllen, Charts erstellen und Präsentationen strukturieren spart Zeit, ohne den Kern des UX Research zu verfälschen. Hier entsteht echte Entlastung im Alltag von Product Ownern und Produktmanagerinnen. Gleichzeitig bleibt der Mensch zentral. Gute Interviews leben von Beziehung und Gesprächsdynamik. Wer UX Research komplett an Bots abgibt, verliert die unmittelbare Erfahrung mit Nutzerinnen und Nutzern. Gerade für Produktteams ist es wertvoll, Probleme aus erster Hand zu hören. Diese Erfahrung schafft ein gemeinsames Verständnis, das kein Report ersetzen kann. Datenschutz und Compliance sind lösbar, wenn passende Tarife und Verträge genutzt werden. Das größere Risiko liegt in der unkritischen Nutzung. Sprachlich überzeugende Ergebnisse verführen dazu, sie ungeprüft zu übernehmen. Für fundierten UX Research braucht es jedoch Verantwortung und Reflexion. KI gestützter UX Research ist damit weder Heilsbringer noch reine Spielerei. Er kann Prozesse beschleunigen, wenn wir die Grenzen kennen und bewusst steuern. Wer Halluzinationen versteht, Prompts strukturiert und Ergebnisse prüft, gewinnt Zeit für das Wesentliche. Für bessere Fragen, tiefere Gespräche und klarere Entscheidungen im Produktalltag.
- Entscheidungen unter Unsicherheit treffen23.02., 06:0023.02.2026, 06:0000:46:07
Dominique & Oliver im Gespräch Entscheidungen gehören für Product Owner:innen zum Alltag. Sie priorisieren Features, balancieren technische Schulden gegen neue Chancen und diskutieren mit Stakeholdern über Roadmaps und Budgets, meist unter Unsicherheit und Handlungsdruck. Genau daran zeigt sich, wie professionell wir entscheiden. Eine Entscheidung verkleinert den Raum der Möglichkeiten. Sie schafft Orientierung, bedeutet aber auch Verzicht, weil Alternativen bewusst losgelassen werden, und genau das ist oft der eigentliche Schmerzpunkt. In frühen Phasen von Produktideen ist Unsicherheit besonders hoch. Wir wissen wenig über Markt, Zielgruppe oder Zahlungsbereitschaft, und selbst nach Interviews, Prototypen und Daten bleibt ein Restrisiko. Entscheidungen sind deshalb Wetten auf plausible Annahmen. Struktur hilft, damit umzugehen. Paarweise Vergleiche reduzieren Komplexität, Szenarien machen Chancen und Risiken sichtbar, und das Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten führt zu besseren Urteilen als reines Bauchgefühl. Zusätzlich lohnt der Blick auf Zeithorizonte, weil kurzfristige Entlastung langfristig schaden kann, während heutiger Aufwand morgen Stabilität schafft. In echten Dilemmata gibt es keine perfekte Lösung, nur Optionen mit Nebenwirkungen. Dann ist entscheidend, das Problem präzise zu formulieren und Kriterien sowie Entscheidungslogik transparent zu machen. Vertrauen entsteht über Nachvollziehbarkeit, nicht über Einigkeit. Ob eine Entscheidung gut war, hängt nicht nur vom Ergebnis ab, sondern von den Informationen und Risiken zum Zeitpunkt der Entscheidung. Wer Entscheidungen regelmäßig reflektiert, baut Urteilsfähigkeit auf. Professionelle Produktverantwortung heißt, Annahmen offenzulegen und Unsicherheit als Teil der Arbeit anzunehmen.
- Product Owner im 3-Horizonte-Modell16.02., 06:0016.02.2026, 06:0000:48:30
Dominique & Tim im Gespräch Dominique und Tim sprechen in dieser Folge darüber, was das 3-Horizonte-Modell für die Arbeit als Product Owner bedeutet und warum es weit mehr ist als ein strategisches Denkmodell aus der Managementliteratur. Das 3-Horizonte-Modell hilft dabei, Produkte nicht nur im Hier und Jetzt zu betrachten, sondern im Spannungsfeld von heute, morgen und übermorgen. Viele Product Owner:innen stecken gedanklich tief im Tagesgeschäft: Backlog pflegen, sich mit Stakeholder abstimmen und Releases vorbereiten. Das ist wichtig. Doch genau hier setzt das 3-Horizonte-Modell an und öffnet ein wenig die Perspektive. Doch was sind die drei Horizonte? Der erste Horizont steht für das aktuelle Kerngeschäft. Hier wird die Wertschöpfung gesichert, Bestehendes optimiert, auf Marktanforderungen reagiert und das Produkt stabil gehalten. Die Unsicherheit ist vergleichsweise gering. Wir kennen Markt, Nutzer und Geschäftsmodell gut. Prognosen fallen leichter. Es geht darum, den Lebenszyklus unseres Produktes bewusst zu verlängern und wirtschaftlich tragfähig zu halten. Doch wer ausschließlich im ersten Horizont denkt, riskiert Stillstand. Im zweiten Horizont bewegen wir uns in aufkommenden Geschäftsfeldern. Produkte oder Features zeigen erste Marktsignale. Hier geht es darum, echten Product Market Fit zu erreichen. Wir prüfen, ob aus einer guten Idee ein tragfähiges Geschäft wird. Kundennähe, schnelles Feedback und konsequentes Lernen prägen diese Phase. Der Fokus verschiebt sich von Stabilität hin zu Wachstum und Skalierung. Der dritte Horizont fordert uns noch stärker heraus. Hier arbeiten wir mit Hypothesen, nicht mit gesicherten Umsätzen. Es geht um Optionen für die Zukunft. Um Problemstellungen, die wir erst verstehen müssen. Um Experimente, die scheitern dürfen. Das 3-Horizonte-Modell macht deutlich, dass Innovation Raum braucht. Raum zum Lernen. Raum zum Ausprobieren. Raum für Unsicherheit. Für Product Owner bedeutet das eine bewusste Haltung. Je nach Horizont verändert sich der Schwerpunkt der Arbeit. In ersten Horizont dominieren Effizienz und Priorisierung innerhalb eines klaren Rahmens. In Horizont zwei stehen Validierung, Marktnähe und schnelles Anpassen im Mittelpunkt. In Horizont drei braucht es Mut, Neugier und die Bereitschaft, mit unklaren Ergebnissen zu arbeiten. Das 3-Horizonte-Modell schafft dabei Orientierung im Portfolio. Es hilft Organisationen zu erkennen, woran Teams eigentlich arbeiten. Es verhindert, dass Innovationsinitiativen vorschnell an klassischen Erfolgskriterien gemessen werden. Und es schützt gleichzeitig das Kerngeschäft vor blinder Experimentierfreude. Und gerade in der Rolle als Product Owner ist diese Transparenz entscheidend. Wir müssen verstehen, in welchem Horizont unser Produkt gerade unterwegs ist. Davon hängen Entscheidungen, Metriken und Erwartungen ab. Ein Experiment aus Horizont drei braucht andere Bewertungsmaßstäbe als ein etabliertes Produkt in Horizont eins. Das 3-Horizonte-Modell ist damit kein theoretisches Konstrukt, sondern ein praktisches Werkzeug für strategische Klarheit. Es verbindet Produktstrategie mit konkreter Produktarbeit. Und es erinnert uns daran, dass nachhaltiger Produkterfolg immer auf mehreren Zeitebenen gedacht wird.
- Detailgrad & Darstellungsform einer Product Roadmap09.02., 06:0009.02.2026, 06:0000:49:48
Oliver & Tim im Gespräch In dieser Podcast Folge sprechen Oliver und Tim darüber, wie eine Product Roadmap gestaltet sein kann, ohne ihre eigentliche Aufgabe zu verlieren. Beide bringen ihre Erfahrungen aus Trainings und der täglichen Arbeit mit Produktteams ein und nehmen sich bewusst Zeit für die Frage, welchen Detailgrad eine Product Roadmap wirklich braucht und in welchen Darstellungsform sie hilfreich ist. Eine Product Roadmap entsteht nicht als Lieferplan und auch nicht als Versprechen auf Termine. Sie beschreibt eine Richtung und schafft Orientierung darüber, welche Wirkung mit einem Produkt in welcher Reihenfolge erreicht werden soll. Genau hier liegt der Kern der Diskussion. Eine Product Roadmap hilft dann, wenn sie Klarheit über Ziele und Wirkungen erzeugt und nicht versucht, zukünftige Entwicklungen bis ins letzte Detail vorwegzunehmen. Die ist keine vorhersage der Zukunft. Zu viel Genauigkeit erzeugt Scheinsicherheit und lenkt den Blick schnell auf Output statt auf Wirkung. Der Detailgrad einer Product Roadmap hängt stark vom Kontext ab. In stabilen Umfeldern kann eine längere Vorschau sinnvoll erscheinen, während in einem volatilen Produktumfeld kurze Zeithorizonte und bewusst grobe Darstellungen besser funktionieren. Entscheidend ist, dass die Product Roadmap Raum für Lernen lässt und Veränderungen nicht als Störung wahrgenommen werden. Sie bleibt ein lebendiges Arbeitsinstrument und kein statisches Dokument. Auch die Darstellungsform spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine Product Roadmap darf einfach sein und muss nicht jedes Element erklären, solange sie ihre Richtung klar vermittelt. Wirkungsziele, übergeordnete Themen und zeitliche Orientierung reichen oft aus, um Gespräche zu ermöglichen und Entscheidungen zu unterstützen. Zusätzliche Details entstehen dort, wo sie gebraucht werden, etwa im Backlog oder in der täglichen Arbeit mit dem Team. Eine gute Product Roadmap macht also sichtbar, was gerade wichtig ist und was bewusst später oder gar nicht verfolgt wird. Sie hilft dabei, Erwartungen zu managen und Diskussionen auf einer sachlichen Ebene zu führen. Gleichzeitig zeigt sie, dass Produktentwicklung kein Abarbeiten von Listen ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Entscheiden, Lernen und Anpassen. Am Ende geht es bei der Product Roadmap um Verantwortung. Wer sie nutzt, übernimmt Verantwortung für Richtung, Fokus und Wirkung des Produkts. Genau dafür ist sie gedacht und genau dann entfaltet sie ihren Wert im Alltag von Product Ownern, Produktmanagern und Führungskräften. Im Gespräch empfehlen Tim & Oliver diese Bücher, Videos und Websites: Nacho Bassino: Product Direction C. Todd Lombardo, Bruce McCarthy, Evan Ryan, Michael Connors: Product Roadmaps Relaunched Video: "Going beyond the 'Now-Next-Later' Roadmap" mit Phil Hornby beim ProductTank Cologne Website von Phil Hornby: talkingroadmaps.com und die Roadmap Visual Patterns Passende frühere Folgen: Agile Product Roadmaps Wie agil ist eine jährliche Roadmap? Mit mehreren Product Roadmaps arbeiten? Product Roadmaps in der täglichen Arbeit einsetzen Vom Projekt- zum Produktmodus Was für Templates nutzt du bei der Arbeit mit Product Roadmaps? Gibt es Tools oder Darstellungsformen auf die wir zu wenig oder garnicht eingegangen sind? Teile deine Erfahrungen oder Geschichten deiner Arbeit mit Product Roadmaps doch mit uns und der Community. Hinterlasse gerne einen Kommentar unterm Blog-Artikels oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> [https://bit.ly/3Why63K]
- Als Produktmanager ohne Macht führen – jenseits vom Organigramm02.02., 06:0002.02.2026, 06:0000:42:38
Julia Wissel im Gespräch mit Tim In dieser Podcastfolge sind Tim und Julia Wissel im Gespräch und beschäftigen sich mit der Frage, wie Produktmanagerinnen und Produktmanager führen können, obwohl sie eigentlich ja oft keine formale Macht besitzen. Der Blick richtet sich auf den Alltag jenseits vom Organigram, dort wo Entscheidungen entstehen, beeinflusst werden oder auch blockiert bleiben, obwohl niemand offiziell zuständig zu sein scheint. Ohne Macht führen bedeutet in diesem Kontext jedoch nicht, ohne Einfluss zu sein. Im Gegenteil. Produktmanagement ist von Natur aus eine Führungsrolle, weil Produkte Orientierung brauchen und Entscheidungen verlangen. Wer Verantwortung für ein Produkt trägt, führt Teams, Stakeholder und Organisationen, auch wenn keine disziplinarische Linie existiert. Führung entsteht hier über Haltung, Klarheit und die Fähigkeit, andere mitzunehmen. Wer glaubt, ohne formale Macht handlungsunfähig zu sein, reduziert die eigene Rolle auf Verwaltung und verliert Gestaltungsspielraum. Ein zentraler Hebel liegt in Beziehungen. Entscheidungen entstehen selten dort, wo sie im Organigramm verortet sind. Einfluss verläuft über Vertrauen, persönliche Verbindungen und informelle Netzwerke. Wer versteht, wer wessen Meinung hört und wer welche Themen wirklich treiben, gewinnt Handlungsspielraum. Ohne Macht führen heißt deshalb, Zeit in Beziehungspflege zu investieren und diese bewusst als Infrastruktur für Entscheidungen zu begreifen. Gespräche außerhalb formaler Meetings, echtes Interesse an den Herausforderungen anderer und kontinuierlicher Austausch verändern die eigene Wirksamkeit spürbar. Gleichzeitig braucht Führung ohne Macht eine klare inhaltliche Position. Produktmanagerinnen und Produktmanager können sich nicht darauf verlassen, dass gute Ideen sich von selbst durchsetzen. Sie müssen argumentieren, Prioritäten begründen und zeigen, welchen Beitrag Entscheidungen zum Unternehmenserfolg leisten. Daten, Nutzerfeedback und strategische Einordnung schaffen Glaubwürdigkeit. Wer klar benennen kann, welches Problem gelöst wird und warum das relevant ist, wird gehört, auch ohne formale Autorität. Ein weiterer Aspekt ist der bewusste Umgang mit Hierarchie. Hierarchie verschwindet nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Sie kann Orientierung geben, wenn sie transparent genutzt wird. Führung ohne Macht bedeutet nicht, Hierarchie zu bekämpfen, sondern sie zu verstehen. Wer weiß, welche Themen auf welcher Ebene entschieden werden und welche Zeithorizonte dort relevant sind, kann seine Anliegen besser platzieren. Gespräche auf Augenhöhe entstehen, wenn man die Perspektive des Gegenübers ernst nimmt und dessen Kontext berücksichtigt. Ohne Macht zu führen fordert aber auch Mut. Konflikte lassen sich nicht vermeiden, wenn Produktverantwortung ernst genommen wird. Wer immer ausweicht, um Harmonie zu bewahren, verzichtet auf Wirkung. Führung zeigt sich darin, unbequeme Themen anzusprechen, Entscheidungen einzufordern und Verantwortung nicht nach oben abzugeben. Gleichzeitig bleibt es wichtig, offen für Feedback zu sein und eigene Annahmen zu hinterfragen. Der Blick auf diese Form der Führung zeigt, dass Macht im Produktmanagement weniger aus Positionen entsteht als aus Klarheit, Vertrauen und Konsequenz. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, Beziehungen aufzubauen und Entscheidungen fundiert vorzubereiten, führt bereits. Ohne Macht führen heißt nicht, weniger Einfluss zu haben, sondern Einfluss anders zu gestalten und bewusst einzusetzen. Wer noch weitere Fragen an Julia Wissel hat oder direkt mit ihr in Kontakt kommen möchte, erreicht sie am besten über ihr LinkedIn-Profil. Das Video des zu Beginn der Folge genannten Vortrags von Julia Wissel ("Innovation trotz begrenzter Mittel. In 6 Monaten vom ersten Prototyp zur Entscheidung") von der Crafting Products (aus Juni 2025) gibt's hier. Ein ganz toller Vortrag - ansehen lohnt sich sehr! Vielen Dank an die cosee GmbH für die Bereitstellung des Videos, das eigentlich nur den eigenen Newsletter-Subscribern zugänglich ist. Wer die anderen wertvollen Videos der Crafting Products Konferenz sehen möchte, sollte sich dort also für den Newsletter anmelden. Die "Crafting Products" Konferenz können wir (als überzeugter Kooperationspartner) sehr empfehlen - nächste Durchführung am 16. April 2026 (Darmstadt). Auf folgende Podcast-Episoden hat Tim im Gespräch Bezug genommen bzw. passen hierzu: Seine Stakeholder kennen und richtig analysieren Umgang mit schwierigen Stakeholdern Von der Führungskraft zurück zum Product Owner weitere Quellen: Bruce McCarthy, Melissa Appel: Aligned - Stakeholder Management for Product Leaders (alignedthebook.com) Grafik zur Stakeholder-Beziehungsmatrix von Dominique Winter. Hast du mit dem Thema Macht als PO oder PM Erfahrungen gemacht? Wir freuen uns, wenn du deine Erfahrungen aus der Praxis mit uns in einem Kommentar des Blog-Artikels teilst oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Lässt Vibe Coding Product Owner und Developer Rollen verschmelzen?26.01., 06:0026.01.2026, 06:0000:51:14
Oliver & Tim im Gespräch Vibe Coding verändert gerade, wie Produkte entstehen. Produktmenschen bauen selbst. Ideen werden direkt im Code sichtbar. Dokumente, Übergaben und lange Abstimmungen verlieren an Bedeutung. In dieser Folge sprechen Oliver und Tim darüber, was diese Entwicklung für Product Owner, Developer und die Zusammenarbeit im Team bedeutet. Sie zeigen, warum Vibe Coding sich so befreiend anfühlt. In kürzester Zeit entsteht funktionierende Software. Lernen passiert unmittelbar. Hypothesen lassen sich ausprobieren, anpassen oder direkt verwerfen. Gleichzeitig werfen sie einen kritischen Blick auf die Risiken. Wenn Entscheidungen direkt im Code getroffen werden, rückt Product Delivery stark in den Vordergrund. Nutzerfeedback und strukturierte Product Discovery geraten leicht ins Hintertreffen. Bauchgefühl ersetzt dann schnell echte Erkenntnisse. Auch die Frage nach Verantwortung spielt eine zentrale Rolle. Wenn Produkt und Umsetzung in einer Hand liegen, verschwimmen klassische Rollengrenzen. Das kann effizient sein, birgt aber Risiken für Qualität, Wartbarkeit und langfristige Kosten – vor allem ohne Sparring. Trotzdem sehen Oliver und Tim große Chancen. Product Owner entwickeln mehr technisches Verständnis. Developer profitieren von klareren, greifbaren Ideen. Diese Nähe kann Zusammenarbeit stärken – wenn sie bewusst gestaltet wird. Am Ende bleibt eine entscheidende Frage: Nutzen wir Vibe Coding, um schneller Lösungen zu bauen – oder um schneller herauszufinden, welche Probleme wirklich relevant sind? Alte Folgen, die wir in dieser Folge erwähnen:: Vom Entwickler zum Product Owner https://produktwerker.de/vom-entwickler-zum-produkt-owner/ Ist Vibe Coding relevant für die Produktentwicklung? https://produktwerker.de/ist-vibe-coding-relevant-fuer-die-produktentwicklung/ Einfluss von AI auf Produktentwicklung durch Context Engineering https://produktwerker.de/einfluss-von-ai-auf-produktentwicklung/ Umgang mit Produktrisiken https://produktwerker.de/umgang-mit-produktrisiken/ Das Problem mit dem Minimal Viable Product https://produktwerker.de/das-problem-mit-dem-minimal-viable-product/ Weitere Quellen: Builder Codex https://pirateskills.com/build/codex
- RoI und realistische Kosten von AI Initiativen19.01., 06:0019.01.2026, 06:0000:52:40
Simonetta Batteiger im Gespräch mit Tim Simonetta Batteiger ist erneut zu Gast und sie spricht mit Tim über ein Thema, das in vielen Unternehmen gerade an Bedeutung gewinnt: die Kosten von AI Initiativen. Es geht um die Frage, wie sich Investitionen in künstliche Intelligenz realistisch bewerten lassen. Der Austausch bewegt sich bewusst weg vom Hype und hin zu einer nüchternen betriebswirtschaftlichen Betrachtung, die Produktmenschen dabei hilft, Verantwortung zu übernehmen. AI Initiativen entstehen aktuell oft aus Neugier, Innovationsdruck oder dem Wunsch, technologisch nicht abgehängt zu werden. Gleichzeitig bleibt häufig unklar, was diese Vorhaben tatsächlich kosten und welchen Beitrag sie zum Geschäftserfolg leisten sollen. Die Kosten von AI Initiativen beschränken sich dabei selten auf Tool Lizenzen oder Token Nutzung. Schon früh im Gespräch wird deutlich, dass der größte Teil der Ausgaben in Menschen fließt. Machine Learning Engineers, Data Scientists, Produktteams, Governance Rollen und rechtliche Prüfung verursachen laufende Kosten, die dauerhaft eingeplant werden müssen. Ein zentrales Spannungsfeld liegt in der Erwartungshaltung vieler Organisationen. AI soll Prozesse beschleunigen, Kosten senken oder neue Umsätze ermöglichen. Diese Erwartungen brauchen jedoch eine belastbare Grundlage. Ohne klare Hypothesen bleibt unklar, ob eine Initiative Wert schafft oder lediglich Ressourcen bindet. Die Kosten von AI Initiativen lassen sich nur dann sinnvoll bewerten, wenn sie mit einer konkreten Annahme über Nutzen verknüpft werden. Genau hier kommt das AI Business Case Template von Simonetta ins Spiel, das nicht als finanzmathematisches Artefakt verstanden werden soll, sondern als Denkwerkzeug und Anstoß von Diskussionen. Das AI Business Case Template (inkl. Anleitung) findet ihr in folgendem Blog-Post von Simonetta verlinkt: The RoI of AI initiatives and the realistic cost of AI readiness Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein Return on Investment entstehen kann. Investitionen in Infrastruktur, Datenqualität und Betrieb müssen sich über Zeit rechnen. Dabei ist Geschwindigkeit entscheidend. Je früher sichtbar wird, welchen Effekt eine AI Initiative hat, desto besser lässt sich nachsteuern. Gleichzeitig bleibt Unsicherheit ein fester Bestandteil. Auch bei AI gelten die bekannten Muster aus der Produktentwicklung. Viele Ideen funktionieren nicht wie erhofft. Das ist kein Scheitern, sondern Teil des Lernprozesses. Entscheidend ist, diese Unsicherheit bewusst einzuplanen und transparent zu machen. Die Kosten von AI Initiativen steigen vor allem dann stark an, wenn aus Experimenten irgendwann produktive Systeme werden. Modelle müssen überwacht werden, Daten verändern sich, regulatorische Anforderungen greifen. Ohne saubere Governance und kontinuierliche Kontrolle entstehen neue Risiken. Diese Aspekte gehören von Anfang an in die Betrachtung, damit AI nicht zur Black Box wird, die sich finanziell und organisatorisch verselbständigt. Deutlich wird im Gespräch mit Simonetta Batteiger aber auch, dass sich an den Grundprinzipien der Produktarbeit wenig ändert. Discovery bleibt zentral, um echte Probleme zu verstehen. Value entsteht nur dort, wo Nutzer oder Kunden bereit sind, für Lösungen zu bezahlen oder wo Kosten messbar reduziert werden. AI erweitert den Werkzeugkasten, hebt aber betriebswirtschaftliche Logik nicht auf. Wer die Kosten von AI Initiativen realistisch einschätzt, schafft eine solide Basis für Entscheidungen und wird gegenüber Stakeholdern anschlussfähig. Sich mit Zahlen auseinanderzusetzen ist kein Selbstzweck, sondern Teil moderner Produktverantwortung. Wer die Kosten von AI Initiativen versteht und einordnen kann, verlässt die Rolle des Experimentierenden und übernimmt Gestaltungsspielraum. Genau darin liegt die Chance, AI sinnvoll und wirksam im Unternehmen zu verankern. Die früheren Podcast-Episoden mit Simonetta Batteiger sind auch sehr lohnenswert: Leadership Skills für Produktmenschen Finance Talk: Warum die Zahlen für deine Karriere wichtig sind Eine weitere genannte Quelle: ist der Artikel von Rich Mironov "Finishing Our (Money) Sentences" Wenn Ihr weitere Fragen habt oder direkt mit Simonetta in Kontakt kommen möchtet, erreicht ihr sie am Besten über ihr LinkedIn-Profil. Mehr von ihr gibt es in ihrem Blog inclusiveleaders.blog. Wer überhaupt mal einen Zugang zu Business- und Finanzzahlen bekommen möchte und sich strukturiert Wissen hierzu draufschaffen möchte, dem können wir ihren Kurs sehr empfehlen: Business and Finance Concepts for Product and Tech Leaders. Jeden Monat startet Simonetta eine neue Kohorte. Guckt euch die Infos mal an. Hattest du in deinem Unternehmen schon Kontakt mit den finanziellen Entscheidungen von AI Initiativen? Wie hast du solche Situationen bisher gehandhabt? Wir freuen uns, wenn du deine Erfahrungen aus der Praxis mit uns in einem Kommentar des Blog-Artikels teilst oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Folgt uns Produktwerkern auf LinkedIn -> https://bit.ly/3gWanpT Youtube -> https://bit.ly/3DIIvhF Infoletter (u.a. mit Hinweisen auf Konferenzen, Empfehlungen, Terminen für unsere kostenfreien Events usw.) -> https://bit.ly/3Why63K
- Trends für POs in 202612.01., 06:0012.01.2026, 06:0000:47:08
Dominique & Oliver im Gespräch In dieser Folge sprechen Dominique und Oliver über die Trends, die die Rolle von Product Ownern im Jahr 2026 prägen önnten – und was das für den Arbeitsalltag konkret bedeutet. Denn: Viele Organisationen spüren längst, dass sich die Erwartungen an Product Owner verändern. Es geht nicht mehr nur um Tools, Methoden oder einzelne Praktiken. Sondern um ein neues Rollenverständnis – mit mehr Verantwortung für echte Produktwirkung. Dominique und Oliver werfen u.a. einen Blick auf diese Entwicklungen: • Datenkompetenz als Schlüssel: Daten gibt’s genug – aber welche davon helfen wirklich bei Entscheidungen? • KI im Produktalltag: Weg vom Tool-Experiment, hin zu sinnvoller Unterstützung bei Analyse, Discovery und Strategie. • Fokus auf Outcome statt Output: Mehr Features ≠ mehr Wert. Aber wie zeigen wir Wirkung wirklich? • Neue Formen der Zusammenarbeit: Ownership wird zum Teamergebnis – und braucht Orientierung, Klarheit und Kommunikation. • Umgang mit Komplexität: Lernen wird wichtiger als Planen. Was bedeutet das für agiles Arbeiten im Jahr 2026? Am Ende verdichten sich die Trends zu einem klaren Bild: Product Owner entwickeln sich vom Anforderungsmanager zur echten Produktverantwortung. Technologische Möglichkeiten wachsen – aber der Erfolg bleibt menschlich: Klarheit, Haltung und Verständigung sind entscheidend.