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Die Frage des Tages

radio3 (Rundfunk Berlin-Brandenburg)

News · Society & Culture

100 Episoden · neueste 13.10.

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Episoden

100
  1. Sollte Großbritannien wieder in die EU eintreten?
    23.06., 08:1000:07:44

    Heute vor zehn Jahren haben die Briten für den Austritt aus der EU gestimmt. Mit einer knappen Mehrheit von 51,9 Prozent. Damit wurde ein Jahrzehnt der politischen Instabilität eingeläutet. Sechs Regierungschefs sind in dieser Zeit vorzeitig zurückgetreten, zuletzt gestern Premierminister Keir Starmer. Heute halten fast 60 Prozent der Briten den Brexit für einen Fehler, so eine aktuelle Umfrage. Unter jungen Leuten, die beim Referendum noch nicht stimmberechtigt waren, gibt es mittlerweile sogar eine Mehrheit von 70 Prozent für einen Wiedereintritt in die EU. Sollte Großbritannien wieder in die EU eintreten? Das ist unsere Frage des Tages an den Autor und Journalisten Claudius Seidl.

  2. Bringen die Rentenvorschläge tatsächlich mehr Generationen-gerechtigkeit?
    22.06., 08:1000:05:06

    Länger arbeiten, das Ende der Rente mit 63 - im Gegenzug jedoch eine Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung sowie der Ausbau kapitalgedeckter Elemente: Die Rentenkommission hat umfassende Reformvorschläge vorgelegt und will ihr 30-Punkte-Papier am Dienstag der Bundesregierung überreichen. Bereits im Vorfeld stößt das Konzept auf deutliche Kritik. DIW-Präsident Marcel Fratzscher bewertet die Vorschläge als nicht ausreichend, um die gesetzliche Altersvorsorge nachhaltig zu stabilisieren. Auch Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa fordert ein krisenfesteres System, das insbesondere den Umbrüchen durch Künstliche Intelligenz standhält und bestehende Sonderregelungen reduziert. Bringen die Vorschläge tatsächlich mehr Generationengerechtigkeit? Das ist unsere "Frage des Tages" an den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch.

  3. Leitet KI einen Wandel in der Aufarbeitung der NS-Zeit ein?
    19.06., 08:1000:05:13

    In vielen deutschen Familien stellt sich derzeit eine alte Frage neu: Welche Haltung hatten Eltern oder Großeltern zum Nationalsozialismus? Verschiedene Medienhäuser bieten über interaktive, KI-gestützte Suchwerkzeuge Zugang zu historischen Karteikarten aus der NS-Zeit. Grundlage sind umfangreiche digitalisierte Archivbestände aus dem U.S. National Archives and Records Administration sowie aus dem Bundesarchiv. Diese historischen Quellen sind nicht neu, aber so niedrigschwellig waren sie bisher für die breite Öffentlichkeit nicht einsehbar. Nicht immer allerdings bringen die Suchen verlässliche Ergebnisse.Leitet KI einen Wandel in der Aufarbeitung der NS-Zeit ein? So lautet unsere Frage des Tages. Es kommentiert der Politikwissenschaftler Claus Leggewie.

  4. Kann Europa digital souverän werden?
    18.06., 08:1000:04:59

    Wer kontrolliert die digitale Infrastruktur? Diese Frage wird intensiv diskutiert, seit die US-Regierung den Zugang zu den neuesten KI-Modellen von Anthropic für Nutzer außerhalb der USA eingeschränkt hat. Kanzler Friedrich Merz forderte gestern auf dem G7 Gipfel in Évian gleiche Wettbewerbsbedingungen für Europa und eine enge Abstimmung mit den USA. Die europäischen Länder, die in Sachen Technologie und technologischem Umfeld noch hinterherhinkten, müssten dringend aufholen. Zuvor hatten sich Deutschland und Frankreich auf eine gemeinsame Definition von "digitaler Souveränität" geeinigt und wollen damit EU-Vorgaben prägen. "Unsere digitale Souveränität zu stärken und technologische Abhängigkeiten zu reduzieren, ist das geopolitische Gebot der Stunde", sagte Digitalminister Karsten Wildberger. Unsere Frage des Tages lautet: Kann Europa digital souverän werden? Es kommentiert die Schriftstellerin Nora Bossong.

  5. Sind die Beitritts-verhandlungen mit der Ukraine mehr als Symbolpolitik?
    17.06., 08:1000:04:20

    Am Montagabend haben die Beitrittsverhandlungen zum EU-Beitritt der Ukraine offiziell begonnen. Bei den ersten Gesprächen wurde vereinbart, zunächst über Themen wie Justiz, Grundwerteschutz und Sicherheit zu sprechen. Damit kommt nach zweijähriger Hängepartie wieder Bewegung in den Prozess zum EU-Beitritt. Die Ukraine hatte sich im Februar 2022, nach Beginn des russischen Angriffskriegs, um eine Aufnahme beworben. Bundesaußenminister Wadephul sagte in dem Zusammenhang, vor der Ukraine liege eine Wegstrecke. Dennoch gehe es um mehr als Symbolik. Der Verhandlungsbeginn sei ein "historischer Zeitpunkt für Europa und auch für die Ukraine". Sind die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine mehr als Symbolpolitik? Das ist unsere Frage des Tages an Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung.

  6. Sollen die Europäer nach einem Abkommen die Straße von Hormus sichern?
    16.06., 08:1000:05:52

    Im französischen Evian hat gestern der Gipfel der sieben großen westlichen Industrienationen G7 begonnen. Bei dem Treffen wird es vor allem um das neu ausgehandelte Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran gehen. Es ist offenbar schon von beiden Seiten digital unterzeichnet worden und soll am Freitag unterschrieben werden. Mit diesem Abkommen soll die für die Weltwirtschaft so wichtige Meerenge wieder passierbar werden. Viele hoffen, dass dadurch die Ölpreise fallen. Mehrere Länder darunter Deutschland haben sich bereit erklärt, mit einer "rein defensiven" Mission die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu sichern, etwa durch Minenräumung. US-Präsident Trump äußerte sich zu diesem Vorschlag zurückhaltend, der Iran sogar ablehnend. Unsere Frage des Tages an den Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly lautet daher: Sollen die Europäer nach einem Abkommen die Straße von Hormus sichern?

  7. Hat Trump einen diplomatischen Durchbruch erzielt?
    15.06., 08:1000:05:32

    Heute beginnt im französischen Evian der G7-Gifpel. Bereits gestern kam es im nahegelegenen Genf zu heftigen Protesten. Auf der Agenda stehen unter anderem der Konflikt zwischen Israel und Iran sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im Fokus des Treffens steht jedoch vor allem US-Präsident Donald Trump, der gestern seinen 80. Geburtstag feierte. Zusätzlichen Rückenwind erhält er durch eine vorläufige Einigung der USA mit dem Iran. Bundeskanzler Merz begrüßte diese Entwicklung auf der Plattform X und mahnte eine zügige Umsetzung an. Weitere Verhandlungen müssten sicherstellen, dass Iran sein Nuklearprogramm überprüfbar beendet und keine Angriffe mehr auf Israel und andere Nachbarstaaten erfolgen, so Merz. Unsere Frage des Tages an den Journalisten Mohamed Amjahid: Hat Trump einen diplomatischen Durchbruch erzielt?/oder Hat Trump einen diplomatischen Durchbruch in der Tasche?

  8. Kommt die Bundesregierung mit ihrem Reformpaket voran?
    12.06., 08:1000:04:21

    Die Bundesregierung wollte bis zum Sommer grundlegende Reformen in den Bereichen Steuern, Rente und Gesundheit auf den Weg bringen. Doch bis jetzt sieht es so aus, als würden sich Union und SPD eher blockieren. Vieles, was über die Reformpläne bisher bekannt wurde, wird von weiten Teilen der Bevölkerung als Zumutung empfunden - schließlich ist meist von Leistungskürzungen und Mehrarbeit die Rede. Nun gehen die Reformverhandlungen in die heiße Phase. Die Regierung hat Beratungen mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften begonnen. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte gestern im Bundestag, er wolle das Ruder herumreißen. Unsere Frage des Tages lautet daher: Kommt die Bundesregierung mit ihrem Reformpaket voran? Es antwortet die Schriftstellerin und Journalistin Jana Hensel.

  9. WM-Start - ist die Welt zu Gast bei Freunden?
    11.06., 08:1000:04:51

    Die Welt zu Gast bei Freunden – das war 2006 das Motto bei der Fußballweltmeisterschaft der Männer in Deutschland, von der später nur noch als Sommermärchen gesprochen wurde. Im Vorfeld der WM in den USA, Kanada und Mexiko, die heute beginnt, beherrschen dagegen stundenlange Befragungen bis hin zu Einreiseverboten in die USA die Schlagzeilen. Der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan – Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 – sollte als erster Referee seines Landes bei der Fußball-WM eingesetzt werden, wurde aber von der US-Grenzschutzbehörde zurückgewiesen. Die Spieler der iranischen Nationalmannschaft dürfen zwar zu ihren Spielen in die USA einreisen, müssen das Land aber sofort danach wieder verlassen. Iranischen Fans wird die Einreise komplett verwehrt. Das Gleiche gilt für Fans aus Haiti und vielen afrikanischen Ländern. Und selbst Fans aus Ländern, für die keine offiziellen Einreisebeschränkungen gelten, müssen damit rechnen, dass ihre Social-Media-Accounts bei der Einreise auf "anti-amerikanische Inhalte" überprüft werden. Ist die Welt bei der Fußball WM in den USA, Kanada und Mexiko also noch zu Gast bei Freunden? Das ist unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.

  10. Ist die offene Gesellschaft beim Thema Queerness wieder auf dem Rückzug?
    10.06., 08:1000:04:53

    Vor 25 Jahren hat Klaus Wowereit mit seinem Satz "Ich bin schwul, und das ist auch gut so" ein politisches Signal gesetzt, das weit über Berlin hinauswirkte. Heute zeigt eine neue Studie, die das Marktforschungsinstitut IPSOS anlässlich des Pride Month erhoben hat: Die gesellschaftliche Zustimmung zu queeren Menschen nimmt weltweit offenbar ab. Auch in Deutschland gibt es einen Negativtrend. Nur 44 Prozent der Deutschen halten es demnach für richtig, dass queere Menschen ihre sexuelle Orientierung offen ausleben. Gleichzeitig hat auch die queerfeindliche Gewalt in Deutschland im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Unsere Frage des Tages an Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmannstiftung, lautet: Ist die offene Gesellschaft beim Thema Queerness wieder auf dem Rückzug?

  11. Ist Kai Wegner der richtige Spitzenkandidat für Berlin?
    09.06., 08:1000:08:37

    Die Berliner CDU will Kai Wegner heute offiziell zum Spitzenkandidaten für die Wahl am 20. September nominieren. Dabei lief das Wahljahr bisher politisch nicht gut für den Regierenden Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzenden. Es hat angefangen mit dem tagelangen Stromausfall nach einem Brandanschlag aufs Stromnetz. Wegner musste zugeben,Tennis gespielt zu haben, statt die betroffenen Stadtteile zu besuchen. Dann folgten der Rücktritt von Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson wegen der Affäre um die Vergabe von Fördermitteln und zuletzt die Schlappe bei der nächtlichen Schließung des Görlitzer Parks. Den entsprechenden Senatsbeschluss hat das Berliner Verwaltungsgericht letzte Woche für rechtswidrig erklärt. Unsere Frage des Tages an den Autor und Journalisten Claudius Seidl lautet daher: Ist Kai Wegner der richtige Spitzenkandidat für Berlin?

  12. Sind verbindende Sportevents angesichts politisch polarisierter Zeiten möglich?
    08.06., 08:1000:05:04

    Diese Woche Donnerstag startet die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer: die ersten Gruppenspiele in Stadien in Mexiko, Kanada und den USA. Im Vorfeld gab es viel Kritik an den Ticketpreisen, den Einreisebestimmungen der USA und an einer möglichen Vereinnahmung der WM durch den US-Präsidenten Donald Trump. Dazu die Zeitverschiebungen - die es schwer machen, die Fußballspiele in Europa zu verfolgen. Boykott-Forderungen tauchten auf - was aber ja auch schon bei der letzten Fußball-WM in Katar der Fall war. Die Fußball-WM mal wieder von Zweifeln begleitet und nicht von reiner Sportbegeisterung. Sind verbindende internationale Sportevents angesichts politisch polarisierter Zeiten überhaupt möglich? Unsere Frage des Tages an unseren Kommentator Anatol Stefanowitsch.

  13. Soll Deutschland seine Zahlungen an die Vereinten Nationen reduzieren?
    05.06., 08:1000:04:50

    Deutschland gehört seit Jahren zu den größten Geldgebern der Vereinten Nationen. Nach der gescheiterten Kandidatur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat wird nun über die deutschen Zahlungen diskutiert. Hessens Internationalminister Manfred Pentz von der CDU stieß die Debatte an: "Wenn wir künftig dort nicht den Einfluss haben, der uns zusteht, stellt sich die Frage: Warum sollten wir dann weiterhin so viel Geld in die UN investieren?". Außenminister Johann Wadephul bekräftigte: Deutschland werde in der Institution "mit Sicherheit" aktiv bleiben. Er verwies allerdings auch auf Haushaltszwänge und kündigte an, das Engagement im Einzelfall zu prüfen. Grüne und Linkspartei widersprachen deutlich: Internationale Verantwortung lasse sich nicht an Wahlerfolgen oder Sitzverteilungen messen. Soll Deutschland seine Zahlungen an die Vereinten Nationen reduzieren? Unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.

  14. Sollen deutsche Wirtschafts-vertreter das Wirtschaftsforum in St. Petersburg besuchen?
    04.06., 08:1000:04:31

    Vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine reisen deutsche Wirtschaftsvertreter wieder offiziell zum Internationalen Wirtschaftsforum nach St. Petersburg. Die Organisatoren laden zum Dialog ein, die Teilnehmer wollen wirtschaftliche Interessen Deutschlands sichern und Brücken bauen für die Zeit nach einem Waffenstillstand. Tatsächlich sind weiterhin zahlreiche deutsche Unternehmen in Russland aktiv, während Handel und Investitionen infolge der Sanktionen stark zurückgegangen sind. Zugleich bleibt das Forum ein Prestigeprojekt des Kremls und findet unter der Schirmherrschaft von Präsident Wladimir Putin statt. Auch AfD-Politiker werden am Wirtschaftsforum teilnehmen. Unsere Frage des Tages lautet: Sollten deutsche Wirtschaftsvertreter das Wirtschaftsforum in St. Petersburg besuchen? Es kommentiert Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung.

  15. Sollten Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen?
    03.06., 09:1700:05:18

    Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat sich für die Einbeziehung von Beamtinnen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung ausgesprochen. "Wir brauchen ein gemeinsames System", sagt sie. "Wenn alle einzahlen, dann hätten wir mehr im Topf und der Staat muss nicht so viel zuzahlen." Bärbel Bas hat dafür viel Kritik erhalten. Fachleute warnen, dass die Rentenkasse dadurch nur kurzfristig entlastet werden würde. Die neuen Einzahler würden schließlich auch Ansprüche erwerben. Der Beamtenbund nennt die Forderungen der Ministerin "populistisch". Sollten Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen? Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet die Schriftstellerin Nora Bossong.

  16. Wäre es richtig, auf eine BAFöG-Erhöhung zu verzichten?
    02.06., 08:1000:05:54

    Studierende sollten eigentlich mehr BAFöG erhalten. Das hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag festgelegt. Doch nun hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) mitgeteilt, dass sie nicht mehr damit rechnet. Wenn bei Pflegeversicherung und Elterngeld gespart werde, sei es nicht nachvollziehbar an anderer Stelle zusätzliche Leistungen zu versprechen. Das Bafög sei keine "Vollkasko-Versicherung", sagte die Ministerin, und ein Nebenjob habe noch keinem geschadet. Damit geht sie auf Konfrontationskurs zur SPD, die an der bereits vereinbarten Bafög-Reform festhält. Studierende seien "die kleiner werdende Generation, die mit ihren Ideen unseren Wohlstand sichern soll", sagt die SPD-Forschungspolitikerin Lina Seitzl. In sie zu investieren bedeute "in die Zukunft unseres Landes zu investieren." Wäre es richtig, auf eine BAFöG-Erhöhung zu verzichten? - Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet der Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly.

  17. Peter Thiel von den Wiener Festwochen auszuladen – ist das eine vertane Chance?
    01.06., 08:1000:04:35

    Peter Thiel – der umstrittene libertäre Tech-Milliardär und Vordenker einer postdemokratischen Rechten, der als Stratege und Geldgeber viel Einfluss auf die US-Politik hat – sollte sich Anfang Juni bei den Wiener Festwochen einer öffentlichen Diskussion stellen. Eingeladen hatte ihn Festwochen-Intendant Milo Rau, der als Regisseur für seine provokanten debattenpolitischen Projekte bekannt ist. Doch am Wochenende folgte die Ausladung von Peter Thiel. Die mediale Kritik im Vorfeld war groß, Festivalkünstler hatten Auftritte abgesagt, und auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hatte von Milo Rau mehr Rückbesinnung auf die Kunst und weniger polarisierende Politik gefordert. Das externe Beratungsgremium hingegen, dem auch der Intendant der Berliner Festspiele, Matthias Pees, angehört, ist der Ansicht, dass diese Gesellschaft stark genug sein müsse, "um auch polemische, spaltende, unsolidarische, extremistische, undemokratische oder verfassungswidrige Stimmen zu ertragen, ihnen entgegenzutreten, sie aufzudecken und ihnen entgegenzuwirken". In unserer Frage des Tages auf radio3 fragen wir unseren Kommentator, den Journalisten und Publizisten Mohamed Amjahid: Peter Thiel von den Wiener Festwochen auszuladen – ist das eine vertane Chance?

  18. CSU-Kritik an Söder: Zählt Inhalt wieder mehr als Show?
    29.05., 08:1000:03:59

    CSU-Chef Markus Söder sieht sich mit ungewohnter Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert. Ausgelöst hat sie ein Pfingstbrief von CSU-Vize Manfred Weber, der mehr Ernsthaftigkeit, mehr Gemeinsinn und weniger Zeitgeist-Politik fordert - und damit auch den Kurs der Parteiführung infrage stellt. Während Söder dazu bislang schweigt, sprechen Parteivertreter von einem "unglücklichen" Brief, andere sehen darin einen notwendigen Denkanstoß für die Zukunft der CSU. Der könnte auch für die Union Auswirkungen haben. Unsere Frage des Tages lautet: CSU-Kritik an Markus Söder - zählt Inhalt wieder mehr als Show? Es kommentiert die Journalistin und Autorin Jana Hensel.

  19. Sollte die Union Bundeskanzler Friedrich Merz durch Hendrik Wüst ersetzen?
    28.05., 08:1000:04:38

    Nur 13 Prozent der Menschen in Deutschland sind zufrieden mit der Bundesregierung - auch Friedrich Merz wird immer unbeliebter. Im aktuellen DeutschlandTrend kommt er nur noch auf 16 Prozent Zustimmung. Kein amtierender Bundeskanzler hat je ein schlechteres Zeugnis erhalten. Es mehren sich die Diskussionen, ob es ein anderer nicht besser könnte. Der "Stern" hat berichtet, sogar im Berliner Regierungsviertel werde das Szenario eines Kanzlertauschs diskutiert. Häufig fällt der Name Hendrik Wüst. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident gilt als Mann der Mitte und regiert erfolgreich mit einer schwarz-grünen Koalition. Mit ihm als Kanzler könnten CDU und CSU, die in aktuellen Umfragen fünf Prozentpunkte hinter der AfD liegen, möglicherweise aufholen. Unsere Frage des Tages lautet daher: Sollte die Union Bundeskanzler Friedrich Merz durch Hendrik Wüst ersetzen?

  20. Ist es gerecht, wenn Kinderlose mehr für die Pflegeversicherung bezahlen?
    27.05., 08:1000:03:49

    In der Pflegeversicherung droht ein Milliardendefizit. Bundesgesundheitsministerin Warken soll nun planen, den Zuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozent anzuheben. Das berichtet das Redaktions-Netzwerk Deutschland und beruft sich auf Koalitionskreise. Das Ministerium hat die Meldung noch nicht bestätigt, doch wenn es wirklich zu dieser Erhöhung kommt, würden Versicherte ohne Kinder ab einem Alter von 23 Jahren einen Beitragssatz von 4,3 Prozent zahlen. Bei Versicherten mit Kindern bliebe es dagegen bei den bisherigen Sätzen von 3,6 Prozent (bei einem Kind), 3,35 Prozent (bei zwei ) und 3,1 Prozent (bei drei Kindern). Ist es gerecht, wenn Kinderlose mehr für die Pflegeversicherung bezahlen? - Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung.

Zehn starke Stimmen im Wechsel "Die Frage des Tages" – montags bis freitags, immer um 8 Uhr 10. Die meinungsfreudigen Persönlichkeiten sind u.a.: der Historiker Götz Aly, der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, der Filmemacher Andres Veiel, die Journalisten und Autoren Claudius Seidl und Mohamed Amjahid sowie Paulina Fröhlich von der Bertelsmann-Stiftung.