Besser gründen – Der Gründungs-Podcast (Für Unternehmer, Freiberufler & Start-ups)

Steuern zurück? In 7 Schritten die Steuererklärung selber machen (#317 mit Andreas Wieland)

01.07., 16:5501:06:54
Beschreibung der Episode

Die Steuererklärung steht an. Und plötzlich wirken Belege, Formulare und Fristen überwältigend. Wir erklären, wie Selbstständige ihre Steuererklärung strukturiert angehen. Schritt für Schritt, ohne Panik und mit Blick auf Wege, Steuern zu sparen.

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Das erwartet dich

  • Welche Steuererklärungen für Selbstständige relevant sind
  • Warum Freiberufler, Gewerbetreibende und Kleinunternehmer anders vorgehen
  • Wie die Anlage EÜR funktioniert
  • Welche Belege und Einnahmen vollständig erfasst werden müssen
  • Welche Betriebsausgaben oft vergessen werden
  • Wie Homeoffice, Geschäftsreisen und Abschreibungen Steuern sparen können
  • Wann Elster reicht und wann Steuersoftware sinnvoller ist
  • Was nach dem Absenden der Steuererklärung wichtig bleibt

Key-Takeaways

  • Vor dem Start zählt die richtige Einordnung. Freiberufler, Gewerbetreibende, Kleinunternehmer und nebenberuflich Selbstständige brauchen unterschiedliche Anlagen.
  • Für die Gewinnermittlung ist meist die Anlage EÜR entscheidend. Sie folgt dem Prinzip: Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben ergibt den Gewinn.
  • Freiberufler übertragen den Gewinn in die Anlage S. Gewerbetreibende nutzen dafür die Anlage G.
  • Gewerbetreibende müssen zusätzlich die Gewerbesteuer prüfen. Relevant wird sie ab einem Gewinn über dem Freibetrag von 24.500 Euro.
  • Kleinunternehmer sind nicht immer von Umsatzsteuer-Themen befreit. Bei Leistungen aus dem EU-Ausland kann Umsatzsteuer anfallen.
  • Einnahmen müssen vollständig erfasst werden. Vergessene Kundenzahlungen, PayPal-Umsätze oder Plattformumsätze können Ärger mit dem Finanzamt auslösen.
  • Fehlende Ausgaben führen meist nicht zu Strafen. Sie erhöhen aber den Gewinn und damit die Steuerlast.
  • Eigenbelege sind nur eine Notlösung. Besser ist es, fehlende Rechnungen aktiv beim Anbieter nachzufordern.
  • Betriebsausgaben müssen betrieblich veranlasst sein. Private Luxusausgaben akzeptiert das Finanzamt nicht.
  • Gemischt genutzte Kosten brauchen eine saubere Aufteilung. Das gilt etwa für Handy, Internet, Laptop oder Pkw.
  • Die Homeoffice-Pauschale beträgt 6 Euro pro Tag. Maximal sind 210 Tage und damit 1.260 Euro pro Jahr möglich.
  • Ein echtes Arbeitszimmer muss fast ausschließlich beruflich genutzt werden. Durchgangszimmer oder private Nutzung sind problematisch.
  • Geschäftsreisen bieten Sparpotenzial. Fahrtkosten, Hotelkosten und Verpflegungspauschalen sollten dokumentiert werden.
  • Geschäftsessen sind nur mit sauberem Bewirtungsbeleg absetzbar. Anlass, Teilnehmende und geschäftlicher Zweck müssen erkennbar sein.
  • Abschreibungen können den Gewinn deutlich senken. Je nach Anschaffung gelten Sofortabschreibung, GWG, Poolabschreibung oder lineare Abschreibung.
  • Der Investitionsabzugsbetrag kann geplante Anschaffungen vorziehen. Er funktioniert aber nur, wenn die Investition später wirklich erfolgt.
  • Auch private Steuerpunkte gehören in die Erklärung. Dazu zählen Krankenversicherung, Altersvorsorge, Spenden, Kinderbetreuung und haushaltsnahe Dienstleistungen.
  • Nebenberuflich Selbstständige müssen zusätzlich die Anlage N prüfen. Dort gehören Job-Einkünfte und berufliche Werbungskosten hinein.
  • Elster reicht bei einfachen Fällen. Steuersoftware ist meist besser, wenn mehrere Anlagen, Sonderfälle oder Unsicherheit bestehen.
  • Nach dem Absenden ist die Arbeit nicht vorbei. Übermittlungsprotokoll speichern, Zahlungen planen und den Steuerbescheid prüfen.

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Über den Buchhaltungs- und Steuerexperten von Für-Gründer.de Andreas Wieland Andreas Wieland ist Senior Content-Manager bei Für-Gründer.de. Dort verantwortet er die Themen Buchhaltung, Buchführung und Steuern. Seit 2017 schreibt er für Für-Gründer.de über komplexe Finanzthemen. Vorher arbeitete er unter anderem für mittelständische Unternehmen und eine große Steuerkanzlei. Außerdem war er viele Jahre Geschäftsführer eines Münchner Juweliers. Seine Erfahrung aus der Praxis fließt direkt in seine Inhalte ein.

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