Alan Frei Podcast

Von 163 Filialen zur Müller-Übernahme: Der Absturz von Franz Carl Weber | Podcast historische Schweizer Unternehmer*innen

13.10., 14:2700:50:19

Worüber gesprochen wird

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Beschreibung der Episode

Er kam als Pfarrerssohn aus Franken nach Zürich und eröffnete 1881 mit 15'000 Franken einen Spielzeugladen an der noch unfertigen Bahnhofstrasse, wo kaum Laufkundschaft vorbeikam. Hundert Jahre später führte sein Unternehmen 163 Läden in fünf Ländern, darunter das legendäre FAO Schwarz an der Fifth Avenue in New York.


In dieser Folge des Podcasts Historische Schweizer Unternehmer*innen sprechen wir über Franz Carl Weber (1855–1948), den Gründer einer der bekanntesten Spielzeugmarken der Schweiz. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er in Franken in einfachen Verhältnissen auf, machte eine kaufmännische Lehre in einer Nürnberger Spielwaren-Exportfirma und blieb auf dem Weg in die Türkei wegen politischer Unruhen in Zürich hängen.


Mit seinem Bruder Konrad eröffnete er das erste Geschäft und musste nebenbei für andere die Buchhaltung machen, um über die Runden zu kommen. Den Durchbruch brachte 1891 der erste bebilderte Versandkatalog: Der Jahresumsatz stieg bis 1895 auf 100'000 Franken. Über drei Generationen wuchs aus dem Familienbetrieb eine internationale Gruppe, mit Filialen in der ganzen Schweiz, Katalogen mit Titelbildern von Künstlern wie Carigiet, Piatti und Leupin und einem partizipativen Führungsstil. 1974 folgte die Übernahme von FAO Schwarz in den USA.


Doch dann kippte es: Die Expansion ins Ausland scheiterte, eine Nachfolge fehlte, und 1984 ging das Unternehmen an Denner. Es folgten Besitzerwechsel und Insolvenzen, 2016 der Verlust des Stammhauses an der Bahnhofstrasse nach 126 Jahren und schliesslich der Verkauf an die Drogeriekette Müller.


Wir sprechen darüber, wie man mit wenig Kapital in einer noch unfertigen Stadtlage ein Geschäft aufbaut, warum ein Katalog das Spielzeuggeschäft veränderte und woran ein hundertjähriges Familienunternehmen am Ende scheitert: an Ölkrisen, dem Online-Handel, Nachfolgeproblemen und dem Alleingang im Ausland.


Eine Geschichte, recherchiert von Karl Amereller, über den Aufstieg einer Zürcher Spielzeugmarke zum internationalen Konzern, und darüber, wie ein Familienunternehmen nach hundert Jahren ohne Nachfolge und mit zu grossen Plänen aus der Hand gleitet.


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