Podcast

5 Minus

Dr. Laura Dalhaus

Health & Fitness · Society & Culture

95 Episoden · neueste 07.10.

Episoden

95
  1. Wie kann ein selbstbestimmtes Lebensende aussehen? Ein juristischer Blick | Hendrik Hörnlein
    27.05., 00:1501:17:26

    Triggerwarnung: Suizid Seitdem das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe aufgehoben hat, besteht in Deutschland ein juristisches Vakuum. Genau darüber spricht Dr. Laura Dalhaus mit dem Fachanwalt für Medizinrecht Hendrik Hörnlein. Ausgangspunkt war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht ein neues Grundrecht abgeleitet hat: das Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Jeder Mensch soll selbst entscheiden können, wie und wann er sterben möchte – unabhängig von äußeren Vorgaben oder Lebenssituationen. Gleichzeitig hat das Gericht dem Gesetzgeber Hinweise gegeben, wie sich dieses Recht mit dem Schutz des Lebens vereinbaren ließe. Deshalb wird heute häufiger von assistiertem Suizid gesprochen als von Sterbehilfe. Das Urteil stammt aus dem Jahr 2020. Kurz danach dominierte jedoch die Covid-Pandemie die politische Agenda, sodass eine neue gesetzliche Regelung bislang ausblieb. In den vergangenen Jahren sorgten mehrere Fälle für Aufmerksamkeit, bei denen Ärzt:innen Menschen beim Suizid unterstützt haben. Besonders kontrovers diskutiert wurde der Fall einer 40-jährigen Frau mit Depressionen. Hier stellt sich die Frage der Freiverantwortlichkeit besonders deutlich. Grundsätzlich gilt: Suizid ist in Deutschland nicht strafbar – und damit auch die Beihilfe nicht. Juristisch entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Selbsttötung und Fremdtötung. Laura berichtet aus ihrer Erfahrung in der Palliativmedizin. Dort gehe es darum, Menschen am Lebensende zu begleiten und Leiden zu lindern. Für sie gibt es Situationen, in denen ein selbstbestimmtes Sterben nachvollziehbar erscheint – etwa bei schweren, unheilbaren Erkrankungen mit absehbarem tödlichem Verlauf. Eine Depression zählt für sie jedoch nicht dazu. In der gesellschaftlichen Debatte taucht häufig das sogenannte Dammbruch-Argument auf: Die Sorge, ältere Menschen könnten sich unter gesellschaftlichem Druck eher für einen assistierten Suizid entscheiden. Gleichzeitig erleben Ärzt:innen immer wieder, dass Entscheidungen am Lebensende später juristisch hinterfragt werden. Das führt zu großer Unsicherheit im Umgang mit Patient:innen. Hendrik erläutert deshalb die Unterschiede zwischen direkter und indirekter Sterbehilfe anhand konkreter Beispiele. Laura beschreibt außerdem die Realität der Notfallmedizin. Dort werde oft eine Maximaltherapie fortgeführt, weil die Behandlung bereits begonnen wurde und anschließend jede Komplikation weiter therapiert wird. Angehörige seien mit solchen Situationen häufig überfordert. In diesem Zusammenhang sprechen die beiden über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Hendrik erklärt die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen dieser Instrumente. Neben professionellen Betreuern können auch Angehörige bevollmächtigt werden. Für Laura ist entscheidend, dass es eine Person gibt, die den eigenen Willen zuverlässig vertreten kann. Konflikte innerhalb von Familien entstehen dabei nicht selten – insbesondere, wenn finanzielle oder erbrechtliche Fragen eine Rolle spielen. Außerdem diskutieren die beiden die Strafnorm zur Tötung auf Verlangen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Menschen körperlich nicht mehr in der Lage sind, die letzte Handlung selbst vorzunehmen und dadurch auf Unterstützung angewiesen wären. Laura erzählt in diesem Zusammenhang von einer 103-jährigen Patientin, der sie aus moralischen und juristischen Gründen kein weiteres Leiden ersparen konnte. Abschließend geht es auch um Sterbehilfeorganisationen. Diese schaffen bestimmte prozedurale Voraussetzungen, organisieren psychiatrische Begutachtungen und können Menschen beim assistierten Suizid begleiten. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  2. Das GKV-Stabilisierungsgesetz - Form schlägt Inhalt! | Dr. Laura Dalhaus zum aktuellen Stand
    20.05., 00:1501:02:07

    Das GKV-Stabilisierungsgesetz wurde inzwischen im Kabinett verabschiedet – der Unmut darüber ist allerdings enorm. Dr. Laura Dalhaus ordnet deshalb ein, was in den vergangenen Wochen gesundheitspolitisch passiert ist. Die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem wächst weiter: Mittlerweile ist jede dritte Person unzufrieden. Selbst Gesundheitsministerin Nina Warken hätte sich offenbar eine andere Lösung gewünscht. Gleichzeitig zieht sich der Bund zunehmend aus der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zurück. Der Bundeszuschuss soll von 14,5 auf 12,5 Milliarden Euro gekürzt werden. Für Laura wirkt vieles überhastet. Hauptsache, es werden schnell Ergebnisse präsentiert – auch wenn dabei der Eindruck entsteht, dass die Form wichtiger ist als der Inhalt. Zusätzliche Zweifel kommen durch Berechnungen des Handelsblatts auf, die Warken’s Sparpläne kritisch hinterfragen. Ein zentrales Thema bleibt die Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger. Derzeit tragen ausschließlich die gesetzlich Versicherten diese Kosten, während Privatversicherte und Beamte außen vor bleiben. Gleichzeitig wird auch die Pharma-Industrie kaum an den Sparmaßnahmen beteiligt. Laura erklärt die Preisproblematik am Beispiel von Jardiance, einem SGLT2-Hemmer, der mittlerweile auch bei Nierenschwäche eingesetzt wird – und plötzlich ein Vielfaches kostet. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. In diesem Bereich wird immer stärker gekürzt, etwa durch die Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik für suchtkranke Jugendliche. Laura warnt: Wenn der ambulante Sektor weiter geschwächt wird, wird auch die Ambulantisierung scheitern – obwohl mehr als die Hälfte der derzeit stationären Behandlungen ambulant möglich wären. Gleichzeitig erwartet sie eine zunehmende Abwanderung von Gutverdienenden in die private Krankenversicherung, da diese Gruppe künftig noch stärker belastet werden soll. Die Finanzkommission Gesundheit hat inzwischen einen Notfallplan vorgeschlagen, zu dem auch eine Zuckersteuer gehört. Diese findet sich tatsächlich im neuen Gesetzesentwurf wieder – allerdings erst ab 2028. Die Realität der Versorgung bleibt dennoch alarmierend. Ärzteverbänden wird zwar vorgeworfen, zu dramatisch zu kommunizieren, gleichzeitig fordern die Krankenkassen verpflichtende Terminpools für Fachärzt:innen. Parallel sollen große Teile der Einsatzzentralen in NRW geschlossen werden, was Hendrik Wüst bereits als Erpressungsversuch bezeichnet hat. Für besonders widersprüchlich hält Laura die Diskussion um die Vorstandsgehälter der Krankenkassen. Eine Deckelung wird als Eingriff in die Selbstverwaltung abgelehnt – während selbstständige Ärzt:innen gleichzeitig immer stärkeren Begrenzungen unterliegen. Auch die Struktur der Krankenkassen hinterfragt sie kritisch. Deutschland habe aus ihrer Sicht zu viele Krankenkassen, während Digitalisierung und KI deutlich stärker genutzt werden könnten. Laura verweist außerdem auf die Bedeutung der HZV-Versorgung: In Deutschland gibt es rund 11 Millionen HZV-Versicherte in einem freiwilligen Primärarztsystem. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass breit aufgestellte Praxen nach diesem Modell die Versorgung verbessern. Dass Krankenkassen dieses System teilweise blockieren, hält sie für scheinheilig. Ein weiteres großes Thema ist die Notfallreform. Ärzt:innen sollen künftig rund um die Uhr Notdienstangebote bereitstellen und gleichzeitig ihre regulären Praxen betreiben. Für Laura ist völlig unklar, wie das personell funktionieren soll. Statt Entlastung könnten die Notaufnahmen dadurch sogar noch stärker belastet werden. Die Folgen zeigen sich bereits: Fast jede zweite Praxis in Berlin denkt über eine vorzeitige Praxisabgabe nach, jede zehnte Praxis plant diesen Schritt konkret. Gerade in Großstädten verschärft der Personalmangel die Situation zusätzlich – auch weil Krankenkassen um MFA konkurrieren und bessere Arbeitsbedingungen bieten können. Für Laura steht fest: Wer Gesundheitspolitik macht, ohne die Aus- und Weiterbildung von Healthcare Professionals mitzudenken, gefährdet langfristig die Versorgung. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  3. Palliativmedizin und Sterbehilfe - wie sieht Medizin am Lebensende aus? | Moritz Völker
    13.05., 00:1501:13:44

    Mit Moritz Völker gab es bereits eine Folge, in der Dr. Laura Dalhaus mit ihm über seine Tätigkeit als Notarzt gesprochen hat. In dieser Episode diskutieren die beiden nun über Medizin am Lebensende. Laura hat kürzlich die Fortbildung zur Palliativmedizin absolviert, gemeinsam mit vielen Notärzt:innen. Denn auf Intensivstationen gehört der Umgang mit Sterben und Tod zum Alltag. In nahezu jeder Schicht gibt es Patient:innen, bei denen das Lebensende absehbar ist. Auch Moritz beschäftigt sich deshalb intensiv mit diesem Thema. In ihrer hausärztlichen Tätigkeit erlebt Laura ebenfalls regelmäßig, wie wenig sich viele Menschen mit dem Sterben auseinandersetzen, selbst im hohen Alter. Gespräche darüber finden in Familien oft kaum statt. Dabei geht es auch um die Frage, was Überleben nach einer schweren Erkrankung eigentlich bedeutet. Viele Menschen bereiten sich darauf nicht vor, gesellschaftlich wird das Thema selten offen diskutiert. Obwohl die meisten zuhause sterben möchten, versterben 50 bis 70 Prozent der Menschen im Krankenhaus – häufig intubiert und fern eines natürlichen Sterbeprozesses. Laura hält realistische Erwartungshaltungen deshalb für essenziell. In der Gesellschaft fehle oft die Akzeptanz dafür, dass Gesundheit im Alter Grenzen hat. Gleichzeitig ermöglicht die High-End-Medizin heute vieles, was früher unmöglich gewesen wäre. Für sich selbst sagt Laura jedoch klar, dass sie eher auf Lebensjahre verzichten würde, als dauerhaft schwer krank zu sein. Ein weiterer Punkt, über den wir dringend sprechen müssen: Ressourcen sind begrenzt. Die letzten Lebensjahre verursachen die höchsten Kosten im Gesundheitssystem. Daraus ergibt sich eine große ethische Frage: Wie viel wollen und können wir als Gesellschaft finanzieren – insbesondere, wenn viele Menschen eigentlich zuhause sterben möchten? Laura wünscht sich deshalb auch im stationären Bereich eine übergreifende Steuerung, ähnlich einem Primärarztsystem. Sie beschreibt das wie einen Bauleiter, der den Gesamtüberblick behält und medizinische, soziale sowie ethische Aspekte zusammenführt. Für Moritz ist genau das eine ärztliche Aufgabe, die Erfahrung voraussetzt. Kritisch sieht Moritz außerdem die durch amerikanische Medien geprägte Angst vor Klagen. Ärzt:innen bräuchten mehr Rechtssicherheit, um ethisch sauber entscheiden zu können, statt sich ausschließlich an Absicherungslogik und Checklisten zu orientieren. Auch das Thema Sterbehilfe sprechen die beiden offen an. Das Bundesverfassungsgericht hat der Politik bereits 2020 den Auftrag gegeben, sich damit auseinanderzusetzen – passiert ist bislang wenig. Laura betont, dass sie selbst entscheiden möchte, wann ihr Leben endet. Auch Moritz hält Selbstbestimmung bis zuletzt für wichtig. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Menschen selbst nicht mehr entscheidungsfähig sind. In diesem Zusammenhang äußert er deutliche Kritik an Berufsbetreuern. Sterben gehört zum Leben dazu. Palliativmedizin kann viel leisten, aber nicht alles auffangen. Eigentlich ist sie darauf ausgelegt, Menschen über einen längeren Zeitraum zu begleiten – mit Symptomkontrolle, Unterstützung und möglichst viel Lebensqualität, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Laura weist jedoch darauf hin, dass auch hier Abrechnungsstrukturen eine wichtige Rolle spielen. Ausgangspunkt der Diskussion war außerdem eine Aussage von Hendrik Streeck über die hohen Medikamentenkosten seines Vaters am Lebensende. Für Moritz zeigt sich darin die grundlegende Debatte zwischen Ethik und Ökonomie. Während wir solidarisch sein wollen, geraten gleichzeitig andere Gruppen – insbesondere Kinder und Jugendliche – ins Hintertreffen. Eine Rationalisierung findet bereits statt. Vielleicht auch deshalb, weil Kinder keine relevante Wählergruppe darstellen. Für beide ist klar: Nur weil diese Diskussion schwierig ist, dürfen wir ihr nicht ausweichen. Deshalb appellieren sie am Ende eindringlich: Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung sollten Teil der Gespräche zuhause sein. Zu Moritz auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-med-moritz-voelker/ Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  4. Pädiatrie, MVZ und Versorgung: Denn Kinder werden im System übersehen | Michael Scheel
    06.05., 00:1501:21:23

    Wie steht es aktuell um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen? Genau darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Michael Scheel, Kinderarzt in einem großen MVZ für Kinder- und Jugendmedizin sowie -psychiatrie in Cuxhaven. Für Laura ist klar: Sie möchte sich künftig noch stärker für diese Patientengruppe einsetzen. Zu Beginn werfen die beiden einen Blick auf die Ergebnisse der Finanzkommission Gesundheit. Für Michael liegt ein Problem darin, dass im System zu viele Player mitentscheiden. Dadurch wird häufig der Weg des geringsten Widerstands gewählt – und der trifft am Ende die Leistungserbringer. Besonders deutlich zeigt sich das bei der geplanten Kürzung der Honorare der Psychotherapeut:innen, die er als absolut unangemessen bewertet. Laura vermutet, dass die fehlende Schlagkraft durch die Vielzahl an Berufsverbänden hier eine Rolle spielt. Dabei ist gerade die psychotherapeutische Versorgung ein Bereich mit extrem langen Wartezeiten, die sich durch die Pandemie weiter verschärft haben. In diesem Zusammenhang spricht Michael auch über die Entbudgetierung in der Pädiatrie. Laura ist überzeugt, dass grundsätzlich ausreichend Geld im System vorhanden ist und ein Primärarztsystem zu Einsparungen führen könnte. Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit: Laura hinterfragt, warum der Return on Investment (ROI) von Psychotherapie und Kinderheilkunde nicht stärker berücksichtigt wird – insbesondere im Vergleich zu kostenintensiven Eingriffen wie Wirbelsäulen-OPs. Michael sieht einen Grund für die aktuellen Kürzungen darin, dass Kinder schlicht keine relevante Wählergruppe darstellen. Er berichtet außerdem, wie er sein MVZ aufgebaut hat, um möglichst viele Kinder versorgen zu können, aber es für diese auch angenehm zu machen, in die Praxis zu kommen. Diese Arbeit kommt ihm auch insofern zugute, dass sich potentielle Mitarbeitende proaktiv und gerne bei ihm bewerben. Dabei stößt er jedoch immer wieder auf strukturelle Hürden, insbesondere bei Kassensitzen und der Bedarfsplanung. Diese basiert noch auf Daten aus den 1990er-Jahren und bildet die heutige Realität nicht mehr ab. Selbst wenn eine Kinderärztin ihre Tätigkeit beendet, kann ihr Kassensitz nicht einfach übertragen werden, sondern muss erst durch entsprechende Gremien genehmigt werden. Das Unternehmertum in der Medizin wird dadurch zunehmend erschwert. Michael beschreibt, dass er sein MVZ mittlerweile eher wie ein Wirtschaftsunternehmen führen muss als wie eine klassische Arztpraxis. Hinzu kommt, dass der Reinertrag von Praxen häufig missverständlich kommuniziert wird und fälschlicherweise mit einem Bruttolohn gleichgesetzt wird. Laura beschreibt ihren Arbeitsalltag als dauerhaftes „Engines on“ – ein Zustand, den sie langfristig nicht bis ins hohe Alter durchhalten kann. Für beide stellt sich daher die Frage, ob die Sicherstellung der Versorgung künftig überhaupt noch gewährleistet ist. Michael hat in diesem Zusammenhang sogar bei der KV angefragt, ob er Privatsprechstunden für GKV-Patient:innen anbieten könnte. Ein weiteres Beispiel für strukturelle Probleme sind die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen. Diese verpflichtenden Untersuchungen für unter 18-Jährige wurden bereits 1976 eingeführt – die Vergütung liegt jedoch bis heute auf dem damaligen Niveau, was einem erheblichen Wertverlust entspricht. Viele Ärzt:innen geraten zudem immer wieder in eine ethische Zwickmühle: Der Wunsch zu helfen steht oft im Konflikt mit wirtschaftlichen und regulatorischen Vorgaben. Beide kritisieren, dass die Politik hier stärker liefern muss. Es fehlt an Wertschätzung gegenüber der Selbstständigkeit, dem unternehmerischen Risiko und den Arbeitsplätzen, die durch Praxen und MVZs geschaffen werden. Ein weiteres wichtiges Thema sind Medikamente und deren Zulassung. Wie auch Laura ist Michael von Regressen betroffen – teilweise sogar rückwirkend. Gerade in der Pädiatrie ist das Risiko besonders hoch, da viele Medikamente keine explizite Zulassung für Kinder haben. Das liegt unter anderem daran, dass es nur wenige Studien mit Kindern gibt. Ein Beispiel dafür sind Pflegelotionen bei Neurodermitis. Zum Abschluss sprechen die beiden über den Einsatz von KI in der Medizin. Diese bietet großes Potenzial zur Unterstützung im Alltag – vorausgesetzt, sie wird nicht durch bestehende Strukturen und Verbote ausgebremst. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  5. Pflege zwischen Verantwortung und Überlastung | Christian Fuchs
    29.04., 00:1500:35:12

    Die Pflege gehört zu den Berufsgruppen, die häufig zu wenig Beachtung finden. Dabei ist die Belastung enorm hoch und abgesehen von symbolischer Anerkennung durch Klatschen während der Pandemie hat sich strukturell kaum etwas verändert. Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christian Fuchs, Fachkrankenpfleger für Anästhesie mit 15 Jahren Berufserfahrung. Schon zu Beginn seiner Laufbahn hörte er oft den Satz „früher war alles besser“ – inzwischen teilt er diese Einschätzung selbst. Vor allem die fehlende Wertschätzung macht sich bemerkbar. Für ihn ist klar: Unter den aktuellen Bedingungen ist der Beruf weder körperlich noch psychisch bis zur Rente durchzuhalten. Ein zentrales Problem sind die Personaluntergrenzen. Christian berichtet von einer Silvesterschicht während der Corona-Pandemie, in der drei Pflegekräfte insgesamt 16 Patient:innen versorgen mussten. Trotz Überlastungsanzeigen blieb eine Reaktion aus. In solchen Situationen stehen Pflegekräfte vor der Wahl: Sie tragen das Risiko weiter oder verlassen die Situation. Hinzu kommt, dass die Personaluntergrenzen eigentlich als absolute Mindestbesetzung gedacht sind, in der Praxis aber oft als Regelbetrieb dienen. Zudem werden unterschiedliche Funktionen zusammengefasst – unabhängig davon, ob jemand tatsächlich in der direkten Versorgung tätig ist. Auch die Berechnung über längere Zeiträume verzerrt die reale Belastung im Alltag. Politische Lösungen bleiben bislang aus. Laura sieht das Hauptproblem weniger in der Vergütung als in den Arbeitsbedingungen. Eine reine Gehaltserhöhung greift zu kurz. Entscheidend ist, mehr Fachkräfte zu gewinnen und die Abhängigkeit von starren Personaluntergrenzen zu reduzieren. Mit dem von Jens Spahn eingeführten Pflegebudget wurde die Pflege zwar vollständig refinanziert, gleichzeitig hat sich das Aufgabenspektrum erweitert. Pflegekräfte übernehmen zunehmend Tätigkeiten, die ursprünglich nicht zu ihrem Kernbereich gehören, etwa organisatorische oder hauswirtschaftliche Aufgaben. Auch die generalistische Ausbildung wird kritisch gesehen. Die Zusammenführung von Kinderkrankenpflege, Altenpflege und Krankenpflege führt laut Christian dazu, dass spezifische Anforderungen im Klinikalltag nicht ausreichend abgebildet werden. Der Arbeitsalltag ist geprägt von wenigen Pausen und hoher Belastung. Viele bleiben trotzdem im Dienst, weil sie ihre Kolleg:innen nicht zusätzlich belasten möchten. Laura beschreibt die Intensivstation als besonders kritischen Bereich. Hier treffen die Anforderungen aller Fachabteilungen zusammen, was häufig zu Engpässen führt. In der Folge werden Patient:innen teilweise früher verlegt, als medizinisch sinnvoll wäre – mit dem Risiko wiederholter Aufnahmen. Durch DRGs, Fachkräftemangel und steigende Kosten stehen Krankenhäuser unter wachsendem wirtschaftlichem Druck. Im Gegensatz zu anderen Bereichen der Daseinsvorsorge müssen sie wirtschaftlich arbeiten, was Fehlanreize begünstigt und das System anfälliger für Missbrauch macht. Laura erinnert sich zudem an eine Zeit ohne verpflichtende Arbeitszeiterfassung, in der flexible Lösungen noch möglich waren. Heute wünschen sich beide Modelle wie ein Lebensarbeitszeitkonto, um die Belastung langfristig besser auszugleichen und die Arbeit im Gesundheitswesen nachhaltiger zu gestalten. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  6. Vorschläge zur Sanierung des Systems - erläutert von Dr. Laura Dalhaus
    26.04., 18:0000:22:56

    Über Laura’s Vorschläge zur Rettung des Gesundheitssystems wurde viel diskutiert. Der DAK-Chef hat zu Vorschlägen aufgerufen – Laura hat gleich 22 Stück rausgebracht. Um sie besser zu erläutern, gibt es nun diese Folge: 1. Über- und Fehlversorgung in der Kieferorthopädie beenden In diesem Bereich kommt es offenbar häufig zu Behandlungen, die nicht primär medizinisch begründet sind. Ziel ist es, unnötige Maßnahmen zu vermeiden und die Versorgung stärker an tatsächlichem Bedarf auszurichten. 2. Erstattung von Cannabisblüten streichen Auch wenn Cannabis in bestimmten Therapien eingesetzt wird, sieht Laura keine zwingende Notwendigkeit für eine Finanzierung durch die GKV. Cannabis ist legal. 3. Honorare für Katarakt-OPs senken Die derzeitige Vergütung steht aus ihrer Sicht in keinem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Fachbereichen. Eine Anpassung könnte dazu beitragen, die Verteilung der Mittel gerechter zu gestalten. 4. Hautkrebs-Screening abschaffen Das Screening wurde eingeführt, um die Mortalität zu senken – ein Effekt konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Ohne belegbaren Nutzen stellt sich die Frage nach der weiteren Finanzierung. 5. Arzneimittelkosten stärker regulieren Durch konsequente Nutzung von Rabattverträgen und Kosten-Nutzen-Bewertungen sollen ineffiziente Ausgaben reduziert werden. Der Fokus liegt auf wirtschaftlicher und wirksamer Therapie. 6. Bürgergeldempfänger aus Steuermitteln finanzieren Die Finanzierung dieser Leistungen sollte nicht ausschließlich über die GKV erfolgen. Stattdessen wird eine gesamtgesellschaftliche Lösung über Steuermittel gefordert. 7. Zucker-, Alkohol- und Tabaksteuer erhöhen Durch höhere Besteuerung gesundheitsschädlicher Produkte sollen Anreize zur Verhaltensänderung geschaffen werden. Gleichzeitig könnten gesündere Alternativen entlastet werden. 8. DMPs (Disease Management Programme) abschaffen Da der Nutzen vieler Programme nicht eindeutig belegt ist, stellt Laura deren Effizienz infrage. Sie plädiert für eine individuellere Versorgung statt standardisierter Programme. 9. Ambulantisierung im ambulanten System Leistungen sollten dort erbracht werden, wo sie am effizientesten sind – im ambulanten Bereich. Eine Verlagerung in den stationären Sektor verursacht unnötige Mehrkosten. 10. Abrechnungsbetrug im Krankenhaus beenden Fehlanreize in der Abrechnung führen dazu, dass Leistungen unnötig verteuert werden. Hier fordert Laura mehr Transparenz und klare Regeln. 11. Sektorengrenzen überwinden Unterschiedliche Vergütungssysteme für gleiche Leistungen erschweren das System. Einheitliche Rahmenbedingungen könnten für mehr Fairness sorgen. 12. Level 1 i-Krankenhäuser - Kleine Versorgungszentren im ambulanten Bereich schaffen Für bestimmte Behandlungen braucht es keine vollstationäre Versorgung. Solche Strukturen könnten eine effizientere und patientenfreundlichere Alternative sein. 13. Satzungsleistungen der GKV streichen Leistungen ohne evidenzbasierte Grundlage sollten nicht Teil der solidarischen Finanzierung sein. Der Fokus sollte auf wirksamer Medizin liegen. 14. Verursacherprinzip einführen Ein stärkerer Bezug zwischen Verhalten und Kosten könnte Anreize für gesundheitsbewusstes Handeln schaffen. Diskutiert wird dies analog zu Risikozuschlägen. 15. Positivliste für GKV-Leistungen Eine klare Definition des Leistungskatalogs würde mehr Transparenz schaffen. Nur evidenzbasierte und sinnvolle Therapien sollten übernommen werden. 16. Quartalsschein wieder einführen & Arztbesuche begrenzen Durch bessere Steuerung der Patient:innenströme könnten unnötige Mehrfachkontakte reduziert werden. Das würde Ressourcen im System schonen. 17. Digitalisierung und Deckelung der Verwaltungskosten Effizientere digitale Prozesse könnten Verwaltungskosten senken. Gleichzeitig soll die Ausgabenstruktur transparenter und begrenzt werden. 18. Zusatzleistungen für Kassenmitarbeiter begrenzen Auch im Verwaltungssystem gibt es Einsparpotenzial. Zusatzleistungen sollten überprüft und gegebenenfalls reduziert werden. 19. Werbemaßnahmen der Krankenkassen abschaffen Da die Leistungen der Krankenkassen weitgehend vergleichbar sind, erscheint Werbung verzichtbar. Die eingesparten Mittel könnten sinnvoller genutzt werden. 20. Büro- und Gebäudekosten reduzieren Durch flexiblere Arbeitsmodelle könnten Kosten für Infrastruktur gesenkt werden. Das betrifft insbesondere teure Standorte und Büroflächen. 21. Prüf- und Rechtsverfahren reduzieren (Blue-Ocean-Strategie) Viele Verfahren verursachen mehr Kosten als Nutzen. Eine stärkere Priorisierung könnte Ressourcen sparen. 22. Bürokratie insgesamt abbauen Übermäßige Bürokratie belastet das System erheblich. Eine Vereinfachung der Prozesse würde sowohl Zeit als auch Geld sparen. 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  7. Beim Gesundheitssystem soll gespart werden - wie ist das umsetzbar? Laura Dalhaus bringt Ideen auf den Tisch
    22.04., 01:1500:43:25

    Kaum jemand würde aktuell den Job von Nina Warken übernehmen wollen – nicht einmal TK-Chef Baas. Dr. Laura Dalhaus sieht das allerdings differenzierter: Wer selbstständig arbeitet, trägt Verantwortung und muss auch mit dem Risiko des Scheiterns umgehen können. Genau dieses Verständnis fehlt aus ihrer Sicht häufig bei den Krankenkassen. Die Finanzkommission Gesundheit hat kürzlich Sparmaßnahmen vorgestellt. Wichtig dabei: Der Auftrag war kein umfassender Systemumbau, sondern ein kurzfristiger Notfallplan für 2027. Nun geht es darum, diese Vorschläge einzuordnen und die Reaktionen der verschiedenen Akteure zu betrachten. Im Fokus steht zunächst die Begrenzung unnötiger Ausgaben. Zwar gehören Praxen nicht zu den größten Kostentreibern, sollen sich aber dennoch an Einsparungen beteiligen. Grundlage bleibt die Orientierung an evidenzbasierter Medizin. Kritik äußert Laura unter anderem am Vorsitzenden des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt. Als Ökonom verfolgt er das Ziel, Einnahmen zu begrenzen, erwartet gleichzeitig jedoch von selbstständigen Leistungserbringern ein nahezu unbegrenztes Leistungsangebot. Auch AOK-Chefin Reimann sorgt für Diskussionen: Sie fordert, dass Honorare nur im gleichen Maß steigen wie die durchschnittlichen Einkommen angestellter Beschäftigter – ein Ansatz, der laut Laura die Realität der Selbstständigkeit verkennt. Und ganz praktisch: Mit der AOK kommuniziert sie immer noch per Fax. Auch aus der Ärzteschaft kommt Widerstand. Der Hartmann-Bund warnt, dass einige Maßnahmen die ambulante Versorgung gefährden und die ärztliche Selbstverwaltung schwächen könnten. Gleichzeitig gehen Praxisüberschüsse zurück. Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt fordert daher, die bestehende Misstrauenskultur gegenüber Leistungserbringern zu überwinden. Kritische Stimmen gibt es ebenso aus der Pharmaindustrie, deren Verbände die Vorschläge der Finanzkommission ebenfalls hinterfragen. Ein weiteres Thema ist die Notfallreform. Laura stellt infrage, wie diese praktisch umgesetzt werden soll – schließlich sollen Ärzt:innen gleichzeitig Notfalldienste leisten und ihre reguläre Praxistätigkeit aufrechterhalten. Positiv bewertet sie jedoch den Ansatz, im Notfall eine direkte Medikamentenabgabe zu ermöglichen. Laura war zudem selbst bei einer Demonstration von Psychotherapeut:innen, deren Honorare gekürzt werden sollen – und das trotz steigenden Bedarfs. Besonders Kinder und Jugendliche liegen ihr am Herzen, da sie politisch oft wenig Gehör finden. Dabei zeigt sich: Psychotherapie hat einen klar messbaren Nutzen. Der Return on Invest liegt bei rund 167 Prozent. Jeder investierte Euro bringt also mehr als das Doppelte zurück. Ein strukturelles Thema bleibt die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen. Aktuell gibt es 93 – Laura stellt die Frage, ob eine deutlich geringere Zahl nicht ausreichen würde und analysiert die einzelnen Kostenpunkte genauer. Abschließend entwickelt sie eigene Vorschläge zur Stabilisierung des Gesundheitssystems, teilweise angelehnt an die Ideen der Finanzkommission Gesundheit. Weitere Ideen: Abschaffung aller DMPs Konsequente Ambulantisierung innerhalb des ambulanten Systems Abrechnungsbetrug im Krankenhaus abschaffen Sektorengrenzen überwinden – gleiche Vergütung für alle Sektoren Realisierung Level 1I – ambulanter Sektor mit Belegbetten Streichung aller Satzungsleistungen in der GKV Einführung eines Verursacherprinzips Erstellung einer Positivliste des GKV-Leistungsumfangs Wiedereinführung des Quartalsscheints für Patient:innen Digitalisierung aller Verwaltungsvorgänge auf Kassenseite und Deckelung der Gehälter Begrenzung der Mitarbeiterleistung Vollständiger Verzicht aller Werbemaßnahmen der Kassen Abbau von Büro- und Gebäudeflächen Blue-Ocean-Strategie in allen Prüfungs- und Rechtfragen Abbau doppelter Bürokratie Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  8. Hilfe für Missbrauchsopfer wird einfach gestrichen | Mit "Sven"
    15.04., 01:1500:31:57

    Die Regelungen zur Auszahlung von Entschädigungen aus dem Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs werden aktuell verändert – ein Thema, das Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge aufgreift. Zu Gast ist „Sven“, der aus Gründen des Opferschutzes anonym bleibt. Er arbeitet als Rettungssanitäter und bezieht Leistungen aus dem Fonds. Nun hat er jedoch ein Schreiben vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erhalten: Die Auszahlungen sollen zum 31.12.2027 beendet werden. Bisher war die Struktur des Fonds klar geregelt: Für jede betroffene Person standen bis zu 10.000 Euro für therapeutische Maßnahmen zur Verfügung. Diese Summe konnte flexibel genutzt werden, etwa über mehrere Jahre hinweg. Ein festes Ablaufdatum gab es nicht – genau das ändert sich nun mit der neuen Regelung. Für Laura zeigt diese Entscheidung ein grundlegendes Missverständnis seitens der Verantwortlichen. Eine posttraumatische Belastungsstörung endet nicht zu einem festgelegten Zeitpunkt. Traumata verlaufen nicht linear, sondern in Wellen. Deshalb ist es ihr ein Anliegen, auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Sven betont, dass Unterstützung für Betroffene auch eine gesellschaftliche Verantwortung ist. Vielen fällt es schwer, aktiv Hilfe einzufordern. Gleichzeitig macht er deutlich: Ein lebenswertes Leben ist möglich – vorausgesetzt, das Umfeld trägt mit. Zum Abschluss ordnet Laura die Konsequenzen ein: Durch den geplanten Auszahlungsstopp werden Betroffene künftig stärker auf Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen angewiesen sein. Auf ein System, das ohnehin schwer zugänglich ist. Parallel dazu werden psychotherapeutische Honorare durch den GKV-Spitzenverband reduziert. Für Laura ist klar: Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel. Zur Petition: https://innn.it/fonds-sexueller-missbrauch-2 Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  9. Prävention als Lösung - muss Gesundheit ins Grundgesetz? | Andrea Galle
    08.04., 01:1501:04:36

    Krankenkassen stehen bei Dr. Laura Dalhaus häufig in der Kritik – umso interessanter, dass sie in dieser Episode Andrea Galle, Vorstandsvorsitzende der MKK (Meine KrankenKasse), zu Gast hat. Gemeinsam mit dem Sportwissenschaftler und Ratgeberautor Ingo Froböse hat sich Andrea intensiv mit Prävention beschäftigt. Gerade vor dem Hintergrund, dass das Gesundheitssystem aktuell stark kritisiert wird, wäre es sinnvoller, den Dialog zu suchen – miteinander statt übereinander zu sprechen. Das System selbst agiert derzeit eher wie ein Reparaturbetrieb, grundlegende Reformen sind nicht in Sicht. Andrea ist überzeugt, dass es eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren braucht. Parallel läuft ein Verfahren des GKV-Spitzenverbands gegen den Bund zur Finanzierung der Bürgergeldempfänger. Als mögliche Lösungsansätze werden unter anderem höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie die Einführung einer Zuckersteuer diskutiert. Für Laura steht fest: Die Stabilität einer Gesellschaft hängt auch von einem funktionierenden Gesundheitssystem ab. Gerade in Krisenzeiten ist es ein zentraler Anker. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Bevölkerung kränker wird – mit absehbaren Folgen für die Belastung des Systems. Ein kritischer Punkt ist auch der Einfluss wirtschaftlicher Interessen. So hat sich etwa Fresenius gegen die automatische Organspende positioniert – ein Bereich, in dem Dialyse wirtschaftlich lukrativer ist als Transplantationen. Für Laura zeigt das, dass das System nicht darauf ausgelegt sein sollte, Deutschland als Pharmastandort attraktiv zu machen. Hinzu kommt, dass Ärzt:innen zunehmend Medikamente verordnen, ohne deren Preise genau zu kennen – ein weiterer Missstand im System. Andrea hat eine Petition gestartet, um Gesundheit als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern. Aktuell ist dort lediglich das Recht auf körperliche Unversehrtheit festgeschrieben – historisch bedingt. Ihr Ziel ist es, Gesundheit stärker als staatliche Aufgabe zu definieren, insbesondere durch Prävention, Aufklärung und Krankheitsvermeidung. Laut Umfragen sehen rund 70 Prozent der Bevölkerung Bildungspolitik als wichtigen Hebel für mehr Gesundheitskompetenz. Andere Länder setzen bereits stärker auf Werbebeschränkungen zum Schutz von Kindern. In Deutschland hingegen gibt es Produkte, die speziell für Kinder vermarktet werden und gleichzeitig mehr Zucker enthalten. Zudem zählt Deutschland zu den wenigen Ländern, in denen begleitetes Trinken bereits ab 14 Jahren erlaubt ist. Andrea spricht sich dafür aus, Gesundheit nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern im Alltag erlebbar zu machen – etwa durch ein Schulfach Gesundheit und kostenfreies, gesundes Schulessen. Denn reine Wissensvermittlung greift zu kurz, wenn sie nicht praktisch umgesetzt wird. Vor diesem Hintergrund wirkt die Diskussion über eine mögliche Umsatzsteuer auf Vereinsmitgliedschaften widersprüchlich – gerade dort, wo Kinder Bewegung und soziale Strukturen erfahren. Eine prägende Begegnung hatte Andrea mit dem „Glücksminister“ von Bhutan. Dessen Aufgabe ist es zu bewerten, ob politische Maßnahmen das Wohlbefinden der Bevölkerung steigern. Ein ähnliches Prinzip wünscht sie sich auch für die Gesundheitspolitik: Entscheidungen sollten daran gemessen werden, ob sie Menschen gesünder machen. Erreicht ihre Petition 30.000 Unterschriften, kann sie ihr Anliegen im Bundestag vorstellen und das Thema stärker in die politische Diskussion einbringen. Gleichzeitig nimmt der psychische Druck in der Gesellschaft zu, was sich auch in steigenden Zahlen psychischer Erkrankungen zeigt. Umso unverständlicher erscheint es, dass ausgerechnet hier Honorarkürzungen in der Psychotherapie diskutiert werden – ein Punkt, den Laura und Andrea kritisch beleuchten. Auch DIGAs (digitale Gesundheitsanwendungen) werden thematisiert. Laura steht ihnen skeptisch gegenüber, vor allem wegen möglicher Regressrisiken und mangelnder Transparenz hinsichtlich Anwendung und Behandlungsverlauf. Gleichzeitig erkennen beide an, dass DIGAs in bestimmten Bereichen durchaus sinnvoll eingesetzt werden können. Zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_02/_26/Petition_195664.$$$.a.u.html Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  10. Die Finanzkommission Gesundheit hat geliefert – Dr. Laura Dalhaus ordnet ein!
    01.04., 01:1501:02:20

    Die Finanzkommission Gesundheit hat ihre Ergebnisse veröffentlicht – und natürlich reagiert Dr. Laura Dalhaus darauf in ihrer neuen Folge. Denn es geht längst nicht nur um Gesundheit: Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind direkt mit unseren Lohnnebenkosten verknüpft. Wenn wir diese Entwicklung nicht kontrollieren, wird Arbeit in Deutschland zunehmend unbezahlbar. Das Gesundheitssystem ist dabei extrem komplex organisiert. Gesundheitspolitik ist sowohl Bundes- als auch Ländersache, und es sind zahlreiche Akteure beteiligt: 17 Ministerien, Lobbyisten, Ärzt:innen, Krankenhäuser, Pharmaunternehmen und Apotheken. Zunächst zum aktuellen Stand: Die Krankenhausreform ist beschlossen, stößt jedoch auf viel Kritik. Finanzielle Auswirkungen werden allerdings erst ab 2030 spürbar. Gleichzeitig wurden bestimmte Leistungsgruppen gestrichen, darunter auch Teile der spezialisierten Kindermedizin – mit direkten Konsequenzen für Familien. Neu eingeführt wurde eine Chronikerpauschale, die jedoch äußerst kompliziert gestaltet ist. Laura stellt infrage, ob grundlegende Reformen innerhalb des bestehenden EBM-Systems überhaupt noch sinnvoll umsetzbar sind. Parallel fordert die Politik eine Termingarantie, ohne eine entsprechende Vergütungsgarantie bleibt das in einem budgetierten System jedoch unrealistisch. Ein Blick in die Versorgungsrealität zeigt die Diskrepanz: Laura berichtet von einer Wirtschaftlichkeitsprüfung mit sieben Seiten Regress – für einen Betrag von 65,85 Euro. Der bürokratische Aufwand steht hier in keinem Verhältnis zum Nutzen. Auch bei Krankenhauseinweisungen gibt es Veränderungen. Je nach Diagnostik und Aufwand kann es für Kliniken wirtschaftlich sinnvoller sein, vorstationär abzurechnen. Gleichzeitig soll Laura im Pflegeheim pflegerische Maßnahmen schriftlich anordnen, weil der Medizinische Dienst dies verlangt. Ein weiteres Beispiel für Komplexität: Das Hilfsmittelverzeichnis umfasst 47.825 Produkte in 42 Kategorien – ein Bereich, der dringend digitalisiert und vereinfacht werden müsste. Diese zunehmende Bürokratie schreckt viele Ärzt:innen von der Niederlassung ab. Einige denken sogar über einen Wechsel ins Ausland nach. Gleichzeitig werben Krankenkassen wie die Barmer mit klar geregelten Gehaltsentwicklungen nach Tarif. Bei Physiotherapeut:innen wurden hingegen Leistungskürzungen von 4,5 Prozent beschlossen. Der GKV-Spitzenverband begründet dies mit zuvor überproportionalen Steigerungen – die jedoch auch darauf zurückzuführen sind, dass psychotherapeutische Leistungen lange unterbewertet waren. Ein besonders drastisches Beispiel ist die Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn, die auf suchtkranke Kinder spezialisiert war. Von insgesamt 85 Plätzen bundesweit stellte diese Einrichtung allein 65 – und muss nun mangels Finanzierung schließen. Auch Urolog:innen sind von Regressen betroffen, etwa im Zusammenhang mit Medikamenten zur Behandlung von Prostatakrebs. Teilweise beziehen sich diese Forderungen rückwirkend auf mehrere Jahre, da Festbeträge erst nachträglich angepasst wurden. Viele Pflegebedürftige geraten zunehmend in finanzielle Not und hätten Anspruch auf Sozialhilfe, doch nur etwa ein Fünftel erhält diese tatsächlich. Häufig scheitert es an komplexen Antragsverfahren oder fehlender Zugänglichkeit, insbesondere im Kontext von Digitalisierung. Der Bericht der Finanzkommission Gesundheit umfasst insgesamt 483 Seiten. Laura hat sich zunächst die Zusammenfassung angesehen: 66 Maßnahmen sollen helfen, die Finanzierungslücke von 40,4 Milliarden Euro bis 2030 zu schließen. Ziel ist es, die Beitragssätze der GKV bereits ab dem kommenden Jahr zu stabilisieren. Dabei betont die Kommission, dass sich der Zugang zur medizinischen Versorgung nicht verschlechtern, sondern idealerweise verbessern soll. Die finanzielle Belastung soll auf viele Schultern verteilt werden. Laura geht die vorgeschlagenen Maßnahmen im Detail durch und ordnet sie aus ihrer Perspektive ein. Zur Petition: https://www.change.org/p/rettet-die-gr%C3%B6%C3%9Fte-suchtklinik-f%C3%BCr-kinder-und-jugendliche-die-versorgung-bricht-zusammen Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  11. Medizinische Dokumentation neu gedacht | Hendrik Steenfadt, Heidi
    25.03., 00:1500:51:10

    Wir haben den Anspruch, dass Digitalisierung und Technik unser Leben leichter machen. Den Ärzt:innen hingegen wird oft vorgeworfen, sie seien digitalisierungs- und technikfeindlich. Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Hendrik Steenfadt von der Firma Heidi Health. Das gesamte Thema der Digitalisierung hat zu einer gewissen Resignation geführt – denn oft funktioniert sie nicht. Das frustriert, denn eigentlich will man die vorhandene Zeit lieber in Patient:innen und Behandlung stecken als in Technik- und Bürokratiefrust. Heidi will das besser machen. Laura ist jemand, der wenig dokumentiert (sie gibt auch selbst zu, dass sie nicht besonders gut darin ist), allerdings fällt ihr das auch öfter mal auf die Füße. Sie hat das so in der Klinik damals gelernt. Am schlimmsten findet sie selbst die Reha-Briefe. Laura hat das Problem gelöst mit Heidi, denn Heidi dokumentiert für die Ärzt:innen. Das Tool hört mit und macht daraus eine medizinische Dokumentation. Gerade sind wir in einer Transformationsphase, viele Hausärzt:innen sind angewiesen auf die bestehenden Tools, wollen es aber einfacher haben. Das muss Schritt für Schritt passieren. Für den privaten Gebrauch kennen wir alle ChatGPT und Co, für die Medizin muss das Tool aber korrekter und natürlich auch sicherer sein. Für Laura gibt es zwei Möglichkeiten, mit den Patient:innen umzugehen: Entweder sie ist voll im Gespräch mit den Patient:innen und dokumentiert danach, oder sie ist am PC und schreibt die Dokumentation während des Gesprächs, was für die Patient:innen natürlich weniger schön ist. Jetzt kann sie voll zuhören und Heidi protokolliert und nutzt auch noch die richtigen Fachtermini. Das verbessert ganz stark die Patientenkommunikation. Das Tool wurde von Menschen entwickelt, die genau diese Dokumentation auch genervt hat und die einen Impact schaffen wollten. Ihr Fokus ist die Adoption, es geht darum, dass Mediziner:innen das Tool wirklich nutzen und nicht nur ein neues, chices Tool haben. Wichtig natürlich: Das Ganze ist DSGVO-konform. Hendrik macht den Witz, dass jedes Handy wahrscheinlich ein größerer Risikofaktor wäre. Das Tool funktioniert auch bei Hausbesuchen und auch ohne gutes Netz. Laura nutzt Heidi gerne auch im Altenheim, weil sie dort weder mit Laptop noch mit Zettel und Stift stehen möchte. Ein weiterer Punkt, den Laura total super findet: Heidi fungiert zusätzlich als Übersetzer. Da sie oft Patient:innen hat, die keine deutschen Muttersprachler sind, hilft ihr das sehr in der Kommunikation. Die Verdopplungszeit des medizinischen Wissens lag früher bei 30/35 Jahren. Mittlerweile liegt sie bei anderthalb Monaten – es ist kaum möglich, das aufzuholen. Heidi kann die medizinischen Datenpunkte anders verarbeiten und komprimieren, als wir das als Menschen schaffen. Informationsfluss und Informationsmanagement ist eine der größten Herausforderungen in einer Zeit, in der wir immer älter werden und gleichzeitig die Medizin immer mehr kann. Die Patientenzahl bei Laura hat sich beispielsweise seit 2019 mehr als verdoppelt. Heidi hat Schnittstellen zu den PVS-Anbietern, was Laura befürwortet. Für sie ist es wichtiger, ein Tool an der Seite zu haben, das seinen Fokus auf das Kerngeschäft legt, statt das Thema „nebenher“ zu entwickeln. Ist ja auch nicht trivial. Die Folge wurde produziert mit freundlicher Unterstützung von Heidi Health. Code von Laura: Laura10 Hier könnt ihr Heidi testen: https://scribe.heidihealth.com/ Heidi auf Instagram: https://www.instagram.com/tryheidi/ Heidi auf TikTok: https://www.tiktok.com/@tryheidi Heidi auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/heidi/ Hendrik auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-hendrik-steenfadt-81475a244/ Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  12. Warum Ärzt:innen nicht mehr selbstständig sein wollen | Johannes Wagner, MdB
    18.03., 00:1501:13:31

    Wie steht es gerade politisch um die Gesundheitsversorgung? Warum wollen so viele Ärzt:innen nicht mehr selbstständig arbeiten? Und wie steht ein Kinderarzt zu Zuckersteuer und einem Social Media-Verbot? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Johannes Wagner. Er macht gerade seinen Facharzt für Pädiatrie und ist außerdem Bundestagsabgeordneter bei den Grünen. Die beiden sind sich einig: Kinder haben keine Lobby. Zurzeit wird ein Social Media-Verbot für unter-14-jährige diskutiert. Johannes selbst spricht lieber von einem Mindestalter statt einem Verbot. Lange war er ein Gegner, doch er hat seine Meinung geändert und ist für eine deutlich schärfere Regulierung. Die Plattformen machen süchtig und treiben Kinder in ungesunde Verhaltensweisen. Das hat Einfluss auf die mentale Gesundheit, welche immer noch ein Randthema ist. Hersteller haben allerdings ein Interesse daran, Kinder möglichst lange vor den Bildschirmen zu halten. Dahinter steckt ein Milliardenmarkt. Es geht also nicht nur um die Plattformen selbst, sondern das gesamte System dahinter. Auch die Zuckersteuer hat eine riesige Debatte ausgelöst, vor allem, weil viele Produkte im Supermarkt gezielt auf Kinder ausgerichtet sind. Den Eltern wird es schwer gemacht. Eigenverantwortung schön und gut – Johannes ist trotzdem der Meinung, dass die starken Konzerne mehr gesetzliche Rahmenbedingungen benötigen. Für Eltern ist es anstrengend und zeitraubend, Aufklärungsarbeit gegen Kampagnen der Lebensmittelindustrie zu führen. Auch die Gesellschaft steht dahinter: Über 60% plädieren für eine Zuckersteuer. Die Debatte auf dem CDU-Parteitag dazu fand Laura zum Fremdschämen. Viele Jugendliche erlebt Johannes als nicht politisch. Erstwähler:innen entscheiden sich oft für die AfD, weil diese eine starke emotionale Stimmung erzeugen. Die beiden diskutieren außerdem über die Versorgung in Deutschland und die Situation von niedergelassenen Ärzt:innen und Hausärzt:innen. Über 80% der Niedergelassenen arbeiten in der spezialisierten Medizin. Ein Grund, warum sich Johannes ein Primärversorgungs-System wünscht. Es kann außerdem nicht sein, dass Versorgung einen so unterschiedlichen Wert hat: Auf der einen Seite kämpfen Ärzt:innen mit Energiepreisen, auf der anderen Seite entstehen Einkommensmillionäre. Versorgung auf dem Land ist ein weiteres großes Problem. Laura erzählt vom Ärztenetzwerk BOHRIS, das z.B. Ärzte nach Bocholt akquiriert. Laura sieht als eine Möglichkeit, Regresse abzuschaffen. Sie kennt in ihrem Umfeld keinen Kollegen, der bisher noch keinen Regress hatte. Die Niederlassung muss attraktiver gestaltet werden. Angestellte Ärzt:innen erwirtschaften in der Regel nicht das, was sie als Gehalt erhalten. Die Versorgung könnte auf jeden Fall verbessert werden durch den Einsatz von Physician Assistants und Primary Care Manager. Bei den Wahlen ist Gesundheit und Gesundheitspolitik oft kein großer Faktor, obwohl es uns allen so wichtig ist, gesund zu sein. Johannes möchte perspektivisch wieder in den Arztberuf zurückgehen, auch wenn die Politik motivierte Menschen wie ihn benötigt. Laura betont: Ein funktionierendes Gesundheitssystem ist ein gesellschaftlich stabilisierender Faktor. Deswegen ist es so wichtig, Berufspolitik zu machen. Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  13. Gesundheitssystem vor dem Reformfeuerwerk - Laura zum aktuellen Stand
    11.03., 00:1500:31:50

    Die letzte Solofolge, bevor die Finanzkommission Gesundheit ihre langersehnten Ergebnisse präsentiert. Dr. Laura Dalhaus erhofft sich ein Reformfeuerwerk. Vorher will sie aber über den Status Quo sprechen. Von der Krankenhausreform bis zur Pflegeversicherung – überall brennt die Hütte. Jeder dritte Heimbewohner bezieht Sozialhilfe. Die DAK Gesundheit warnt vor dem Zusammenbruch der Altenpflege. Herr Gassen von der KBV will die freiwilligen Leistungen der GKV einstampfen. Bei den Krankenkassen fließt Geld irgendwo hin – sie wollen aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht sagen, wohin genau. Dabei verkaufen die Kassen doch alle das Gleiche. 20% der Einnahmen in der Hausarztpraxis gehen auf Privatversicherte zurück. Dabei sind nur 11% der Patient:innen privat versichert! Laumann und sein Ministerium haben ein Papier vorgelegt mit 15 Eckpunkten für das Gelingen eines Primärversorgungssystems. Der Deutsche Hausärztinnen und Hausärzteverband war zur Vorstellung nicht eingeladen. Laura findet in dem Papier ganz viel von der HZV abgeguckt. Die 116117 soll weiter ausgebaut werden. Das sollen Hausärzt:innen bezahlen. Das ist nicht fair. Denn die haben gerne die faktische Insolvenz der KVL aufgefangen. Bürokratieabbau wird gefordert. Fordern die Politiker seit 25 Jahren. Praxisstrukturen sollen gestärkt werden, gibt es im HÄPPI-Konzept auch schon. Frau Reimann will das Aus für verpflichtende HZV-Verträge. Dabei gibt es wissenschaftliche Belege dafür, wie gut das ist. Laura zahlt mehr für Streaming-Dienste als für die hausärztliche Versorgung in der GKV. Die TK findet die HZV wohl auch nicht gut. Die haben gerade einer Patientin gedroht, weil sie nicht beim Arzt war. Sämtliche Innovationen, die es in der HZV-Forschung gibt, werden jetzt im Primärarzt-System gefordert. Die Teamarbeit kann Hausärzt:innen spürbar entlasten. Die Hausärzteschaft ist demgegenüber offen und sieht Entlastungspotential. In einer Bertelsmann-Studie wurden Patient:innen befragt zu Physician Assistants und Primary Care Manager. Da schnitten die Delegationsberufe besser ab als die Ärzt:innen. 65% der ärztlichen Zeit an delegierbarer Leistung wäre möglich. Die AOK wirbt mit attraktiver Vergütung und Work Life Balance für ihre Stellenausschreibungen. Teilweise sogar mit 50 Urlaubstagen. Die Health Care Professionals kämpfen gerade dagegen, dass sie so viele Überstunden machen müssen. Eigentlich sollte Laura das gar nicht öffentlich machen, damit die Health Care Professionals jetzt nicht fliehen und in den Krankenversicherungen arbeiten. Content-Manager sucht die TK auch. Eine Krankenkasse braucht in Laura’s Augen keine Social Media-Kanäle. Ihr sollt Versorgung bezahlen. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung kostet mehr als dass sie einbringt. Den Frust können wir gar nicht in Geld bestimmen. Sie ist ein Minus-Geschäft. Der Masterplan 2020, die Reform des Medizinstudiengangs, wurde 2017 verabschiedet und immer noch nicht umgesetzt worden. Psychotherapie soll jetzt qualitätsgesichert werden. Dafür gibt es eine Qualitätssicherung auf Probe in NRW. Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen, sagen die Therapeuten. Sie müssen nämlich trotzdem noch umfangreiche Gutachten schreiben. Die Erprobung hat mittlerweile 18.000 Stunden psychotherapeutischer Zeit gekostet. In der Zeit hätten die Therapeuten 750 Kurzzeitbehandlungen à 24 Sitzungen machen können. Laura wird die Ergebnisse der Kommission Gesundheit kommentieren. Bleibt gespannt. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  14. Pflege, Psychotherapie, Regresse und Reformen | Laura zum aktuellen Stand
    04.03., 00:1500:31:40

    Pflege ist in den letzten Folgen etwas zu kurz gekommen. Deswegen beginnt Dr. Laura Dalhaus ihre neue Solofolge mit genau diesem Thema. Denn es betrifft uns alle irgendwann und ist unfassbar relevant in pucto Lohnnebenkosten und Sozialversicherung. Ohne Fachkräfteeinwanderung funktioniert da übrigens gar nix mehr. Denn ohne die Menschen, die in der Flüchtlingskrise 2015 kamen, wäre das alles nicht mehr zu bewältigen. Die Pflegereform könnte für die Jüngeren noch teurer werden als das Rentenpaket. Alles, was aus der Pflegekommission kam, war enttäuschend. Es drohen zusätzliche Ausgaben von 300 Milliarden Euro bis 2040. Wer dabei total vergessen wird, sind auch die pflegenden Angehörigen. Laura kennt das aus ihrem Alltag. Man fragt immer nach den Zu-Pflegenden und nicht nach denjenigen, die pflegen. Sie rät allen davon ab, sich um Grundpflege zu kümmern, denn das ist keine Quality Time. Über die Honorarkürzung bei Psychotherapie wird auch noch in den Medien diskutiert. Die Folge könnte sein, dass Privatpatient:innen noch mehr bevorzugt werden. Dabei wächst der Bedarf, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen. Die Krankenhausreform scheint sich auf der Zielgeraden zu befinden. Wer das gar nicht gut findet, ist die Schmerzmedizin. Da hat es sogar einen Brandbrief an die Bundestagsabgeordneten von verschiedenen Fachgesellschaften gegeben. Denn die Schmerzmedizin soll keine eigene Leistungsgruppe erhalten. Der Druck ist bei der Notfallreform übrigens auch so groß. Nina Warken ist die dritte Gesundheitsministerin, die sich an dieser Reform versucht. Beispielsweise sollen die Leistungen der medizinischen Notfallrettung gesetzgeberisch neu sortiert werden. Dabei will man auch an das SGB V ran, ob das wohl klappt? Kommunen und Landkreisen geht dieser Eingriff zu weit. Natürlich hat Laura auch noch etwas aus den Versorgungsrealität mitgebracht. Es gibt nun die ersten Regresse für verordnete DIGAs. Die KV Baden-Württemberg überprüft die Wirtschaftlichkeit der ausgestellten DIGA-Verordnungen. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie spricht außerdem von einem unzumutbaren Konflikt zwischen Patientenwohl und persönlichem Haftungsrisiko. Im Bereich Rheuma wird viel Off-Label genutzt, leider gibt es dazu auch viele Regresse. Auch bei Kindern und Jugendlichen werden viele Off-Label-Präparate genutzt, etwa 25 bis 35%. Bei Antidepressiva liegt der Anteil bei über 80%. Wir befinden uns in einer Versorgungslücke. Vor Corona hatten wir behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche von 18%, nun sind es 31%. Jeder nicht investierte Euro kann 4 bis 18€ Folgekosten nach sich ziehen. Laura möchte auch noch über den CDU Parteitag reden. Die Zuckersteuer wurde abgelehnt, das war beschämend und hat mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun. Alkohol, Rauchen und Glücksspiel verursachen Kosten in Höhe von 136 Milliarden Euro pro Jahr. Dazu soll die elektronische Krankschreibung abgeschafft werden. Allerdings melden sich die Bundesbehörden am meisten krank. Im Bundesrat gab es 25,2 Krankheitstage, im Bundestag 22,3 Tage. Sollte man nicht mal im eigenen Laden aufräumen, Friedrich Merz? Es gibt nun eine Petition, die das Recht auf Gesundheit ins Grundgesetz bringt. Darüber wird Laura in einer der nächsten Folge noch sprechen. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  15. CDU versagt bei der Gesundheitsreform | Laura Dalhaus zum aktuellen Stand
    25.02., 00:1500:32:45

    Dr. Laura Dalhaus hat diese Folge noch während des CDU-Parteitags aufgenommen. Denn die Unions-Arbeitnehmer drängen auf ein zentrales Gremium für Sozialpolitik. Der Unmut wird lauter. Vom Kanzler wird gefordert, nicht selbst ein umfassendes Konzept für eine Sozialstaatsreform auszuarbeiten, aber mal die Vorschläge zu koordinieren. Die 75minütige Eröffnungsrede von Friedrich Merz sei wie der Besuch bei einem durchschnittlichen Italiener – kann man machen, wird aber nicht in Erinnerung bleiben. Laura stellt klar: Wenn wir innenpolitisch nicht die Kurve kriegen, dann brauchen wir uns um AfD, Außenpolitik und Trump gar nicht mehr zu kümmern. Es gab einen Antrag auf eine Zuckersteuer. Ein Bündnis aus 46 Verbänden unterstützt den Antrag, die Parteispitze bremst. Es gibt kein logisches Argument, gegen eine Zuckersteuer zu sein. Doch es wird jede Debatte über Steuererhöhung vermieden. Über die Steuer könnte man 16 Milliarden Euro an Folgekosten für die Behandlung von Übergewicht und Diabetes sparen. Tabak- und Alkoholsteuer werden auch gefordert. Doch Gesundheit scheint bei der Bundesregierung keinen Wert zu haben. Die ePa soll Dreh- und Angelpunkt der Versorgung werden. Doch Hausärzt:innen und Verbraucherschützer sind ernüchtert. Laura regt sich sehr oft über Medisign aus. Beispielsweise wurden die neuen Arztausweise fehl konfiguriert und jetzt wieder zurückgerufen. Das Geld von Spahn’s Maskendesaster könnte uns helfen. Aber das ist weg. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Andreas Philippi will unbedingt die Krankenhausreform durchdrücken. Die Ärzteschaft sieht ein Krankenhaussterben. Das Primärarztsystem soll auch gefördert werden. Das verlangt eine Neuordnung der bisherigen Struktur. Die Situationen in Krankenhäusern sind unzumutbar. Die Urologen kritisieren die Regresspraxis. Prüfverfahren nehmen zu und verändern die Ärzt:innen. 52% überlegen, die kurative Medizin zu verlassen, nach einer Umfrage des Marburger Bunds. Laura regt sich da sehr drüber auf. Wenn die Bedingungen weiter so schlecht bleiben, können wir noch so viele Medizin-Studienplätze schaffen – es will trotzdem keiner mehr als Arzt arbeiten. Die Politik scheitert aber auch schon am Medizinstudium. Die einzige Praxis für Kinderpsychiatrie in Herford ist überlastet, 600 Patient:innen auf der Warteliste. Wir dürfen bei den Kindern und Jugendlichen nicht sparen. Laura hat einen Patienten, der an Long-Covid erkrankt ist. Die TK hat entschieden, dass die Krankschreibung ausläuft. Das darf sie gar nicht. Zum Schluss spricht Laura noch über die Vorteile eines Primärversorgungssystems und darüber, wie wichtig die Etablierung von PAs und PCM ist. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  16. Rauchen: Individuelle Sucht, gesellschaftliches Problem | Dr. Hans-Jörg Baumann
    18.02., 00:1501:20:47

    Wie bringt man Menschen dazu, wirklich mit dem Rauchen aufzuhören und wie schädlich sind E-Zigaretten wirklich? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Hans-Jörg Baumann. Dieser ist Pneumologe, seit 5 Jahren niedergelassen, vorher tätig als Chefarzt. Auch er hält präventive Maßnahmen für wichtig, fragt sich allerdings, ob eine Tabaksteuer alleine hilft. Denn dadurch fühlen sich viele Menschen bestraft. Er hat richtig Spaß daran, mit Menschen über das Rauchen zu sprechen und bietet in seiner Praxis sogar Rauchentwöhnung an. Für ihn ist klar: Rauchen ist sehr individuell, genauso wie die Gründe, weiterzumachen oder aufzuhören. Es gibt kein Schema F. Dass Rauchen schädlich ist, wissen wir ja sowieso alle. Er geht gerne auf die Suche nach dem Ursprung und sucht nach einem Ersatz. Viele haben beim Rauch-Stopp Angst, Gewicht zuzulegen. Hans-Jörg kann Entwarnung geben: Hier handelt es sich im Schnitt um 2-4 Kilo, die nehmen wir im Durchschnitt auch an Weihnachten zu. Laura hat schon Erfahrung mit einem Patienten gemacht, der durch Nikotinkaugummis seinen Konsum stark verringern konnte. Hier ist zu differenzieren, ob es sich um eine starke oder weniger starke Nikotinabhängigkeit handelt. Akupunktur und Hypnose können unterstützen, allerdings fragt sich Hans-Jörg, ob diese Maßnahmen auch das Verhalten in typischen Rauch-Situationen verändert. Bei jungen Menschen rezeptiert Laura gerne DIGAs. Hans-Jörg fand die Preise der DIGAs damals sehr teuer, mittlerweile hat sich das angepasst und er findet das für digital affine Menschen sehr gut. Neu auf den Markt gekommen sind E-Zigaretten. Ein großes Problem ist dabei der Dual-Use, den 70-80% der Raucher praktizieren. Dadurch entstehen zwei Schädigungsmechanismen. Wir wissen nicht, ob E-Zigaretten weniger schädlich sind als klassische. Die Datenlage ist zu gering und es ist schwieriger zu tracken, wie viel konsumiert wird. Die Wiederholung des Reizes ist ein Problem. Von Fachgesellschaften wird nicht empfohlen, dies als Instrument gegen Nikotinabhängigkeit zu nutzen. E-Zigaretten sind allerdings auch ein Problem, weil die Produkte auf Kinder und Jugendliche abzielen durch die verschiedenen, süßen Geschmacksrichtungen. Zudem betteln Entsorgungsbetriebe darum, die Einweg-Geräte zu verbieten – diese entfachen immer wieder Feuer. Zudem landen umgerechnet etwa 80-90 Auto-Akkus wöchentlich auf dem Müll. Frankreich und Belgien führen mit einem Verbot voran. Krankheiten, die oft auf das Rauchen zurückzuführen sind, sind beispielsweise COPD, was als Volkskrankheit bezeichnet werden kann. Mittlerweile gibt es sehr teure Autoimmun-Therapien – aber nur, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Hans-Jörg ist ein Fan vom Primärversorgungssystem. Mit einem Husten muss man erstmal nicht zum Pneumologen. Allerdings betrachtet er den Übergang vom aktuellen zu einem Primärarztsystem als kompliziert. Beide sind sich einig, dass die Preise der Leistungen angepasst werden müssten, um die Versorgung zu verbessern. Laura möchte sich damit beschäftigen, ein Verbot von Einmalzigaretten durch eine Petition anzustoßen. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/ Zur Website von Hans-Jörg: https://www.lunge-bremen.de/

  17. Mit einem Sparplan können wir die Versorgung nicht retten | Laura zum aktuellen Stand
    11.02., 00:1500:57:56

    Deutschland hat kein besonders leistungsfähiges Gesundheitssystem im internationalen Vergleich. Durch Sparen werden die Ergebnisse nicht besser. Ein Kosten-Outcome-Problem. Doch was tragen die verschiedenen Akteure im Gesundheitssystem zur erfolgreichen Debatte bei? Dr. Laura Dalhaus zitiert aus einem Interview mit Professor Jürgen Windeler. Als Prävention werden Vorsorgeuntersuchungen und Checks verkauft, statt an Ernährung und Bildung zu arbeiten. Außerdem bekommen wir Medikamente viel zu früh ins System, in Deutschland brauchen wir nur 50 Tage dafür (in anderen Ländern mehr als 4mal so viel), trotzdem sind wir nicht gesünder. Windeler empfiehlt, dass die Überversorgung qualitätsgesichert zurückgefahren wird. Es wird darüber diskutiert, die Tabaksteuer zu erhöhen. Das ist eine Form der Prävention und würde auch Geld in die Kassen bringen. Allerdings will Gesundheitsministerin Warken auf Aufklärung und Freiwilligkeit setzen. Wir haben in der Vergangenheit aber schon gemerkt, dass Verhaltensprävention nicht funktioniert. Die Lösung am Reformhimmel? Es könnte die HZV sein (Hausarztzentrierte Versorgung). Dafür brauchen wir aber nicht nur Hausärzt:innen, sondern Teamarbeit in Form von nicht-ärztlichen Berufsgruppen wie Primary Care Managern und Physician Assistants. Wichtig ist dabei aber auch, Zeit für das Wesentliche zu schaffen. Da hilft vor allem Bürokratieabbau. Laura macht sich in dieser Folge vielleicht unbeliebt bei den fachärztlichen Kolleg:innen, doch sie erzählt von Bereichen, die unfassbar ausgenutzt werden. Manche Patient:innen beschweren sich darüber, dass sie ohne Hausarztvermittlungsfall keine Termine mehr bekommen. Der Bundesrechnugnshof hat festgestellt, dass die 2,9 Milliarden für Terminvermittlung nichts bringen. Die Wartezeiten sind sogar gestiegen. Und wenn man den Bundesrechnungshof angreift, befinden man sich auf dünnem Eis! Die Kliniken sind der größte Kostenfaktor im Gesundheitssystem. Warken’s Klinikpläne könnte die Kosten noch steigern, sie möchte nämlich die Kriterien von Lauterbach lockern. Wir müssen dann aber auch über ärztliche Weiterbildung reden. Politik hat nicht verstanden, dass ein fertiger Medizinstudent noch kein fertiger Arzt ist. Fachärzt:innen wachsen nicht auf Bäumen. Spezialfächer drohen, bei dieser Reform die Verlierer der Krankenhausreform zu werden. Wie soll medizinische Qualität aufrechterhalten werden, wenn bestimmte Leistungsgruppen komplett verschwinden? Die Umstellung auf Hybrid-DRGs ist dafür verantwortlich, dass einige Kliniken bereits in die Insolvenz gezwungen werden. Darunter leidet wieder die Weiterbildung – wie soll man lernen, wenn man nicht die Möglichkeit dazu hat? Ein weiterer Aufreger: Bei höherwertigen Eingriffen werden die Sachkosten nicht bewertet - die Platte muss der Chirurg also selbst bezahlen. Und dann kommt Friedrich Merz um die Ecke und erzählt was von Teilzeit-Lifestyle – ein Brandbeschleuniger für das ärztliche Personal und die Pflege im Krankenhaus! Zu dieser Debatte kommt dann noch das Thema Behandlungsfehler. Aus dem GKV-Spitzenverband kam dann auch noch eine hirnrisse Idee: Die psychotherapeutischen Honorare sollen um 10% abgesenkt werden. Das kann man nicht einfach machen. Bei der Psychotherapie geht es sofort um die gesamte Existenz! Zudem arbeiten diese Menschen wirklich sehr viel unter sowieso schon schlechten Bedingungen. Wie kann man diesen einfach 10% Vergütung streichen wollen? Der Wirtschaftsrat der CDU sagt außerdem, dass wir jetzt unsere zahnärztlichen Behandlungen bezahlen sollen. Sollen wir uns dahin bewegen, dass wir die soziale Klasse der Menschen an den Zähnen ablesen können? Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  18. Die Debatte um den Rettungsdienst | Lucas Glaser
    04.02., 00:1501:12:49

    Wie steht es um den Rettungsdienst im Gesundheitssystem? Und warum diskutieren gerade so viele darüber, dass Patient:innen den RTW selbst zahlen sollen? Darüber diskutiert Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Lucas Glaser, der nicht nur privat Medizin studiert, sondern auch schon lange im Rettungsdienst tätig ist. Er blickt sehr positiv darauf, wie sich die Qualität der Versorgung und der Ausbildung in der präklinischen Versorgung verbessert hat in den letzten Jahren. Auf der anderen Seite sieht er aber auch die Möglichkeit eines Bore-Outs. Das Personal ist hochkompetent und stark ausgebildet, aber ist oft mit Situationen konfrontiert, die nicht in das Anforderungsprofil passen. Es gibt viele Lapalien-Einsätze, bei denen man sich wie ein begleitetes Taxi fühlt. Als low-hanging-fruit sieht er, die Parallelstruktur zwischen Kassenärztlichem Notdienst und Leitstelle des Rettungsdienstes aufzulösen. Laura sieht als großes Problem, dass Rettungsdienst Ländersache ist. Dadurch gibt es teilweise in nebeneinanderliegenden Dörfern keine einheitlichen Strukturen. Niemand will seine Kompetenzen abgeben, was Reformen unmöglich macht. Beim Rettungsdienst gibt es zwei Konzepte: Scoop and Run, das heißt, die Patient:innen werden eingesammelt und zum Krankenhaus gebracht. Stay and Play, das bedeutet, dass Ärzt:innen direkt mit zum Notfall und Patienten kommen. Laura betont, dass wir die Notärzt:innen auch in Kliniken und Schockräumen brauchen und nicht unbedingt im Auto. Hier bewegen wir uns in Deutschland gerade dahin, dass Notfallmedizin ein eigenständiges Fach wird – das ist allerdings alles hochpolitisch. Lucas hat sich mit den Budgets beschäftigt: Als Rettungsdienst kann man kein Minus machen. Es gibt feste Summen, die der Rettungsdienst kostet (was u.a. daran liegt, dass der größte Kostentreiber die Fixkosten sind). Wieviel die einzelnen Krankenkassen zahlen müssen, ist abhängig von der Menge der Transportscheine. Er erklärt, dass die RTW-Einsätze nur etwa 1,5% der GKV-Ausgaben ausmachen und hier ein Rechenfehler vorliegt, wenn darüber gesprochen wird, dass Einsparungen am Rettungsdienst das Gesundheitssystem retten könnten: Das ist nicht so! Er erklärt, dass wir uns dafür entscheiden müssen, wie gut wir versorgen wollen. Denn RTWs sind oft unterwegs für Dinge, für die sie nicht gemacht sind. Viele Patient:innen rufen einen Rettungswagen, weil sie so hoffen, im Krankenhaus „schneller dran“ zu sein. Das Problem liegt in der Patientengruppe, die genau in der Mitte ist: Sie sind kein Notfall, den man direkt sieht und auch nicht gesund, sondern sie KÖNNTEN etwas haben, es ist aber nicht klar. Lucas fragt sich, ob vielleicht mehr Menschen dadurch sterben, weil wir überversorgen bzw. die Masse der Patient:innen zu viel ist. Laura erklärt, dass dies auch ihr Alltag ist. Hier ist es wichtig, ein Bauchgefühl zu entwickeln, dass etwas nicht stimmt. Je mehr SOPs es gibt und je weniger Platz es nach rechts und links gibt, desto weniger wird dieses Bauchgefühl ausgebildet. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  19. Gute Versorgung ist kein Geheimnis - es fehlt an Umsetzung! | Laura zum aktuellen Stand
    28.01., 00:1500:43:29

    Laura trägt heute ein HZV-Shirt (HZV = Hausarztzentrierte Versorgung, ein freiwilliges Primärarztsystem). Denn die Unis Heidelberg und Frankfurt haben Ergebnisse von Forschungen veröffentlicht: 1,36 Mio unkoordinierte Facharztkontakte weniger, 24.650 verhinderte Krankenhausaufnahmen, 24.400 zusätzliche Influenza-Impfungen bei älteren Versicherten, 4,3% geringere Gesamtkosten pro Versicherten, 10% geringere Krankenhauskosten, 90.000 Krankenhaustage weniger, 5.700 verhinderte Herzinfarkte, 736 Amputationen weniger, 9.200 verhinderte diabetesbedingte Komplikationen. Unser Gesundheitssystem profitiert davon nachhaltig und unsere Gesundheit auch! Ein heiß diskutiertes Thema in den Medien: Die Tele-AU. Die will der Kanzler gerne abschaffen. Das würde aber wirklich gar kein Problem lösen. Der Krankenstand und die Telefon-AU kann man nicht vermischen. Der Grund für die erhöhten Zahlen ist auch eine konsequentere Datenerfassung über die elektronische Krankschreibung. Laura würde eine Teil-Krankschreibung begrüßen. Jemand mit einer gerissenen Achillessehne könnte im Home Office 3-4 Stunden arbeiten. Auch bei psychischen Erkrankungen kann Arbeit Stabilität und einen Anker bieten, hier fänd Laura eine Teil-Krankschreibung eine echte Revolution. Gesundheitsversorgung muss sich am Menschen orientieren, nicht an der Zuständigkeit. Die Sektorentrennung wird immer versucht zu überbrücken, eine Strukturreform erfolgt nicht. Der CEO eine PVS-Systems sagt, dass Termine keine Ware sind. Wie viel privatwirtschaftliches Engagement ist hier gewünscht, wenn man auf Doctolib etc schaut? Von Warken wurde eine Notfallreform vorgestellt. Darin ist ein Vorschlag zu einem 24-7-Angebot, sowohl für Telemedizin als auch Hausbesuche. Wer soll das machen? Laura kann sich nicht klonen! Unter Jens Spahn wurde das Pflegebudget eingeführt. Damit sind die Pflegepersonalkosten kein Teil der diagnosebezogenen Fallpauschalen mehr, sondern werden vollständig von den Krankenkassen übernommen. Viele Kliniken haben Unterstützungskräfte entlassen und Pflegekräfte machen Dinge, die nicht zu pflegerischen Aufgaben gehören. Sogar Warken bestätigt, dass es Hinweise auf Missbrauch gibt – macht aber nix! Die TK hat festgestellt, dass Arzneimittelpreise in Deutschland zu hoch sind. Alleine bei den 30 umsatzstärksten Medikamenten ließe sich durch Angleichungen an das internationale Preisniveau 4,37 Milliarden Euro sparen. Baas, mit dem Laura sonst selten einer Meinung ist (hier aber schon), schlägt folgendes vor: Absenken der Umsatzsteuer auf 7% Hersteller-Rabatt auf Patent-Arzneimittel auf 17% erhöhen Einführung von Arzneimittel-Fokuslisten Ferdinand Gerlach stellt die These, dass die verschlafene digitale Transformation in Deutschland ein Segen für Tech-Giganten ist. Zum Beispiel für Amazon, die sind in den USA schon health care anbieten. Ein Beispiel für fehlende Digitalisierung: Bei der elektronischen Patientenakte haben Heilmittelerbringer wie Physio- und Ergotherapeuten keine Schreibrechte, nur Leserechte. Jede dritte Praxis denkt über einen PVS-Wechsel nach. Wenn wir über Zukunft sprechen, dann auch über Kinder und Jugendliche. Eine Gesundheitskrise, vor allem in Bezug auf psychische Erkrankungen, steht uns bevor. Martin Holtmann warnt vor einer Resilienzromantik: Man kann trotz aller Bemühungen erkranken. Vermitteln wir Kindern das Gegenteil von Selbstwirksamkeit? Wir erwarten viel von Jugendlichen, aber geben wir ihnen auch die nötigen Bedingungen? Das Nadelöhr, (damit wir auch alle mehr arbeiten können, wie Merz das gerne hätte,) ist u.a. die Kinderbetreuung. Die Leopoldina-Gesellschaft fordert die Politik zu einer nationalen Adipositas-Strategie auf. Wir haben Folgekosten von über 100 Milliarden Euro pro Jahr bei Menschen mit Übergewicht. Laura hat eine Patientin mit zwei asthmakranken Kindern. Die Deutsche Rentenversicherung möchte die Kinder in zwei Reha-Kliniken schicken, zu zwei Zeitpunkten, an zwei Orte. Sie hat zwei Sachbearbeiter. Damit organisieren wir uns kaputt. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

  20. Gesundheitssystem vor der Insolvenz? | Laura Dalhaus zum aktuellen Stand
    21.01., 00:1500:48:08

    Die erste Solofolge in 2026! Auch Laura hat einige Vorsätze, die sind ihre persönliche Verantwortung. In der Politik gibt es allerdings Menschen mit mehr Verantwortung – schauen wir uns an, ob sie diese auch annehmen! Immer mehr Arbeitskreise und Kommissionen gegründet, wir haben aber kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Ein Lösungsansatz wäre eine Ausrichtung an Bedarf, nicht an Bedürfnissen. Wir hängen aber weiterhin im Silo-Denken fest, sonst würden sich einige Facharztverbände nicht gegen das Primärarztsystem wehren. Union und SPD fordern jetzt mutige Strukturreformen. Die CSU allerdings möchte die telefonische Krankschreibung abschaffen – damit die Leute mit Norovirus wieder in den Praxen sitzen? Frau Machalet will auf Prävention zur Kostensenkung setzen. Das ist ne super Idee, bis das aber greift, sind wir eine Generation weiter. Eine Praxisgebühr ist auch keine Strukturreform. Es gibt viel wichtigere Fragen. Die Krankenkassen wollen jetzt selbst steuern. Laura betont noch einmal: Der Arztberuf ist ein selbstständiger Beruf. Wenn die Krankenkassen in die Terminsteuerung eingreifen, sind die Kriterien der Selbstständigkeit nicht mehr gewährleistet. Und dann sind Sozialversicherungsbeiträge für Ärzte fällig. Dahinter steckt die anmaßende Unterstellung von Krankenkassen, dass Haus- und Fachärzte die falschen Patient:innen versorgen. Besonders teuer sind auch die Kliniken. Die machen nämlich super viel stationär statt ambulant. Die ambulante Medizin ist unterfinanziert, so z.B. Mandeloperationen. Die könnte man einfach ambulant machen, in den Niederlanden passiert das zu 87%, in Deutschland nur zu 19%. Morbi-RSA ist ein morbiditätsbedingter Risikostrukturausgleich. Das heißt: Krankenkassen, die viele Kranke und Alte versorgen, sollen mehr Geld bekommen als diejenigen, die hauptsächlich Gesunde und Fitte versorgen. Dieses Geld kommt aus dem Morbi-RSA. Laura findet es sinnvoll, diesen abzuschaffen, er sorgt für noch mehr Bürokratie. Uns droht eine Systeminsolvenz. Trotzdem haben die Krankenkassen irgendwie noch viel Geld, die Energie-BKK zahlt ihren Versicherten beispielsweise Geld für die Messung der Intima-Media-Dicke – für Laura eine völlig sinnlose Untersuchung ohne eine Verdachtsdiagnose. Die Kassen haben eine Dreifachverwaltung: Landesverband, Bundesverband und den GKV-Spitzenverband. Das könnte man vereinfachen und dadurch Geld sparen. Auch die Werbekosten zu streichen hat ein Einsparpotential von 100 Millionen Euro jährlich. Die Wartezeiten sind auch immer wieder ein Thema. Minister Philippi möchte einfach mehr KI einsetzen – nur wer zahlt das denn? Die Gebühren für Rettungsfahrten werden nun zurückgezogen. Vorerst. Bis Ostern soll es eine feste Regelung geben. Der MD fordert die Offenlegung von Behandlungsfehlern. Natürlich sind diese ein riesiges Problem. Doch wir müssen uns ehrlich machen, warum diese Behandlungsfehler passieren! Laura regt sich tierisch darüber auf. Die Arbeitsbedingungen mit 2-Minuten-Medizin und 24h-Diensten sind unmenschlich, gleichzeitig wird mit dem Finger auf Ärzte gezeigt. Abwarten ist keine Option. Eine mögliche Lösung wären Primärversorgungszentren, in denen Medizin, Pflege, Sozialarbeit und Psychotherapie vereint sind. Laura würde so etwas wirklich gerne leiten! Eine weitere Diskussion, die wir führen müssen ist, was eine solidarische Versorgung dauerhaft leisten kann. Zum Abschluss möchte Laura nochmal über Jens Spahn sprechen. Seine Verfehlungen müssen in den Vordergrund gerückt werden. Er hängt außerdem bei Nius und Peter Thiel drin. Kein Politiker hat so einen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet wie er. Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790 Zur Communtiy für PAs und PCM: https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships Folg Laura auch hier: LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/ Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/ TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Unterstütz die Mission: https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus oder https://buymeacoffee.com/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/

5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhaus