Wer soll das alles bezahlen? Die große Systemfrage! | Laura zum aktuellen Stand
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07.10.2026
34 min
Beschreibung

Die Woche war für Dr. Laura Dalhaus alles andere als entspannt. Trotzdem startet sie diesmal mit einer guten Nachricht.

Die FAZ hat darüber geschrieben, was Ärzt an ihrem Beruf wichtig ist – und Laura greift einige Punkte daraus auf. Denn bei all dem Frust über Politik, Bürokratie und Rahmenbedingungen darf eines nicht untergehen: Der Arztberuf selbst ist wunderbar.

Genau deshalb lohnt es sich, für bessere Bedingungen zu kämpfen. Das System muss sich verändern, damit Ärzt:innen diesen Beruf auch weiterhin so ausüben können, wie er gedacht ist.

Der Kanzler hat zuletzt das „Doppelsystem“ aus PKV und GKV infrage gestellt. Die Zeit hat dazu recherchiert und drei mögliche Modelle vorgestellt.

Für Laura ist klar: Die entscheidende Diskussion muss gemeinsam geführt werden. Was kann und soll eine solidarisch finanzierte Krankenversicherung überhaupt bezahlen?

Auch Laumann beschäftigt sich mit diesem Spannungsfeld. Er will einen fairen Ausgleich zwischen den berechtigten unternehmerischen Interessen von Praxen und dem Anspruch der Bürger auf eine Versorgung entsprechend ihrer medizinischen Dringlichkeit.

Gleichzeitig haben Ärzt aber genauso das Recht darauf, nicht Stück für Stück in ihrer Freiberuflichkeit eingeschränkt zu werden.

Ein weiteres Problem zeigt sich inzwischen in immer mehr Kommunen. Dort werden eigene MVZs gegründet, weil die ärztliche Versorgung anders teilweise nicht mehr sichergestellt werden kann. Nur kostet das die Kommunen viel Geld – und ob ein solches MVZ am Ende wirtschaftlich funktioniert, ist keineswegs garantiert.

Damit landet Laura bei einer ziemlich grundlegenden Frage: Wer bezahlt eigentlich medizinische Daseinsvorsorge?

Und dann kommt der nächste Aufreger.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert einen automatischen Krankenversicherungsschutz für Neugeborene. Denn der GKV-Versicherungsnachweis kommt häufig erst Wochen nach der Geburt. Für Praxen entsteht dadurch ein Regressrisiko – zum Beispiel dann, wenn Neugeborene geimpft werden.

Es gibt aber auch eine positive Nachricht: Die Streichung der Fixkostendegression ist beschlossen.

Das Prinzip stammt aus der Industrie: Je mehr produziert wird, desto niedriger werden die Stückkosten. Beim Autobau mag das funktionieren. In der Medizin funktioniert es eben nicht so einfach.

Auch mit der Pharmaindustrie wird weiter verhandelt. Höhere Herstellerrabatte sollten das Gesundheitssystem finanziell entlasten. Nun wird über Ausnahmen für Unternehmen gesprochen, die ihren Sitz in Deutschland haben.

Dann geht es wieder um Krankenhausrechnungen. Dass diese kontrolliert werden, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Doch die Bürokratie wächst weiter – und gleichzeitig sollen auch die Prüfungen durch den MD ausgeweitet werden.

Die Konsequenz: Health Care Professionals landen landen noch häufiger am Schreibtisch statt am Patient.

Auch beim sogenannten „Pflegedeckel“ wird gestritten. Ein Heimplatz kostet im Durchschnitt 3.364 Euro, davon entfallen 1.775 Euro auf die reinen Pflegekosten. Ob und wie es hier Entlastungen geben soll, darüber sind sich CDU und SPD uneinig.

Gleichzeitig werden Beschäftigte und Kinderlose stärker belastet.

Immerhin gibt es auch hier eine gute Nachricht: Die geplanten Kürzungen bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger sind vom Tisch.

Was Laura bei all diesen Debatten nicht versteht: Die Probleme kommen nicht überraschend.

Wir wissen seit Jahren, dass wir uns um diese Themen kümmern müssen. Dass das gesamte SGB an vielen Stellen Reformbedarf hat, ist keine neue Erkenntnis.

Und trotzdem wirkt es immer wieder so, als hätte niemand kommen sehen, was längst vor uns liegt.


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