5 Minus

Wenn Hausärzt:innen mehr leiden müssen als Spahn - Laura's Aufreger der Woche

13.07., 20:0000:18:58
Beschreibung der Episode

Laura ist richtig wütend. Was diese Woche wieder alles los war, lässt einen echt sprachlos zurück.

Der Bundesrechnungshof warnt – mal wieder – vor einem massiven Defizit in der Pflegefinanzierung. Und wie immer folgt der Appell: Reformen müssen her.

Das Problem: Diese Warnung kommt bei jeder neuen Legislaturperiode, aber wirklich ändern tut sich nichts.

Die aktuelle Zahl ist heftig: Bis 2029 rechnet man mit einem Minus von 12,3 Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung.

Und dann ist da noch die Masken-Affäre rund um Jens Spahn, die wieder hochkocht. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Masken selbst, sondern um die Annexkosten – also alles, was im Hintergrund mitläuft: Lagerung, Verwaltung, Vernichtung, juristische Auseinandersetzungen, Anwaltskosten, Gerichtstermine.

Die bisherige Schadenssumme liegt bei über 517 Millionen Euro – und steigt weiter.

Zum Vergleich: Für Long Covid-Modellprojekte bei Kindern und Jugendlichen wurde weniger ausgegeben.

Laura zieht hier eine klare Linie – und stellt den Fall Dr. Tarek El-Attar daneben. Der kämpft seit Jahren mit den Krankenkassen, weil er Kindern Medikamente verschrieben hat, die Off Label verordnet wurden.

Ein bekanntes Problem: Für viele Erkrankungen bei kleinen Kindern gibt es schlicht keine zugelassenen Präparate. Also handeln Ärztinnen und Ärzte verantwortungsvoll – und landen trotzdem vor Gericht.

El-Attar zieht sich nach über zehn Jahren Streit vermutlich zurück, zum Ende 2026 könnte er seine Kassenzulassung abgeben.


Auch bei anderen Kolleginnen und Kollegen läuft es nicht besser: Ein Arzt erhält einen Regressbescheid, weil er von einem Dauermedikament angeblich zu viel verordnet hat – obwohl klar belegbar war, dass es sich über zwei Jahre ausgeglichen hat.

Feiertage, Urlaube, Versorgungslogik – offenbar zählt das alles nicht mehr mit.


Und dann bringt der Spitzenverband der Fachärzte noch die rote Karte gegen das Primärarztsystem, mit einer Liste an „roten Linien“.

Laura ist überzeugt: Das ist reine Panik. Denn viele Fachärztinnen und Fachärzte brauchen die Verdünnerscheine, also unklare Fälle, die das Wartezimmer füllen.


Aber: Ein gut gesteuertes System funktioniert nur mit einer klaren Primärarztstruktur.

Nur so lassen sich Ressourcen sinnvoll verteilen – und das geht eben auch mit Hilfe von Physician Assistants und Primary Care Managern, die das System stabilisieren könnten.


Zum Glück gibt’s am Ende noch eine gute Nachricht:

Laura betreut eine Patientin mit einer SIAD, einer komplexen Hormonstörung.

Im Krankenhaus wurde ein Medikament verordnet als Off Label-Use.

Der Unterschied: Die Standardtherapie hätte rund 2.500 Euro pro Monat gekostet – das alternativ genutzte Präparat nur 120 Euro.

Laura hat sich direkt an die Barmer gewendet – und tatsächlich die Genehmigung für das günstigere und passgenaue Medikament erhalten.



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